Mo 40. Samstag, den 16. Februar 1878. Gießener Dnzeiger Anreize- ni A»isM für kn Kreis Gießen. RedaetionSbrrreau r Garten st raße B. 165. Expeditionsbureaur Schulstraße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. politisch * Zur allgemeinen politischen Lage. Die Lage ist im Laufe der letzten Tage noch ernster geworden, als sie es bis dahin war. Es zeigt sich immer deutlicher, daß der von Rußland unternommene Krieg nicht sowohl gegen die Türkei als gegen die in Konstantinopel wie im Mittelmeer herrschende Uebermacht Englands gerichtet ist. Nachdem sich daher die Türkei, zu weiterem Widerstande unfähig, dem Czaren auf Gnade oder Ungnade ergeben und nach der Versicherung ihres auswärtigen Ministers sogar die russische Allianz angenommen hat, tritt der Gegensatz zwischen Rußland und England nach seiner ganzen Ausdehnung hervor. Durch die That- sache, daß russische Truppen in Konstantinopel ungehindert etnziehen, während dle Pforte den englischen Kriegsschiffen die Einfahrt in die Dardanellen verweigert. kennzeichnet sich die augenblickliche Loge deutlich genug. Das englische Volk fühlt die Demüthigung, die ihm durch dle großartigen Erfolge der russischen Politik zugefügt worden, auf's Tiefste und ist bereit, seine Regierung in Allem zn unterstützen, was dazu dienen kann, der verletzten Ehre Alt- Englands Genugthuung zu verschaffen. Es ist nur schwer zu sagen, was die englische Regierung Rußland wie der Pforte gegenüber zur Erreichung dieses Zweckes thun kann, wenn sie nicht beiden Mächten geradezu den Krieg erklären will; denn die Haltung Rußlands, welches seine Truppen aus demselben Grunde nach Konstantinopel geschickt hat, aus welchem England seine Schiffe dorthin senden wollte, nämlich zum Schutze der christlichen Bevölkerung, ist ebenso unanfechtbar, wie das Recht der Pforte, die Dardanellen irgend welcher Macht zu verschließen. Zum Kriege wider Rußland und die Türkei zusammen dürfte aber England jetzt um so weniger Lust haben, da es früher nicht einmal im Bunde mit der Türkei die Waffen gegen Rußland ergreifen wollte. England setzt unter diesen Umständen in Wien begreiflicher Weise alle Hebel an, um Oesterreich auf seine Seite zu ziehen. Gleichzeitig wird ohne Zweifel im Stillen auch Seitens der ultramontanen Partei am Wiener Hofe auf jede Weise tntriguirt, um den katholischen Kaiserstaat von seinen ketzerischen und schi-cmalischen Bundesgenossen abwendig zu machen. Jndeß gerade weil die Entscheidung über Krieg und Frieden augenblicklich mehr oder weniger in Wien liegt, wird wohl Kaiser Wilhelm Recht behalten, wenn er den Präsidenten des Deutschen Reichstags gegenüber kürzlich bei deren Empfang der Hoff nung Ausdruck gab, es werde bei allem Ernst der Lage doch möglich bleiben, den Frieden zu erhalten. Bisher deutet keine einzige Thatsache daraus hin, daß Oesterreich aus dem Drei-Kaiser-Bnnde ausgetreten sei. Von Mobilisirung der Armee ist dort gegenwärtig ebenso wenig die Rede als zuvor. Die österreichische Regierung setzt vielmehr nach wie vor ihre diplomatischen Bemühungen fort, die orientalische Frage aus friedlichem Wege zu erledigen, findet auch, wie u. A. die sofortige Beseitigung aller Hindernisse der Donauschifffahrt nach dem Waffen stillstande beweist, aus russischer Seite volle Geneigtheit, die österreichischen Interessen zu respectiren. Durch die Abneigung deö Fürsten Gortschakoff, die Conferenz in Wien abzuhalten, mag Graf Andrassy sich freilich nicht gerade angenehm berührt fühlen; da Rußland aber das Conferenzprojekt im Princtp angenommen hat, so erklärt er sich trotzdem bereit, dieselbe an einem andern Orte abhalten zu lasten, hat auch Nichts dagegen, daß ihren Berathungen die russischen Friedenspräliminarien zu Grunde gelegt werden. Kann er doch auch nicht verkennen, welche weite Perspective sich für den civilisatorischen Beruf und politischen Einfluß Oesterreichs eröffnet, wenn ein halb unabhängiges Fürsten- thum Bulgarien gebildet und unter österreichisches Protectorat gestellt, Bosnien nebst der Herzegowina aber noch enger mit dem Kaiserstaat verbunden wird. Da Oesterreich endlich einsehen muß, daß es bei der für die Rusten gegenwärtig so außerordentlich günstig veränderten militärischen Lage der Dinge mit Gewalt ebenso wenig auszurichten vermag, wie England, so wird es schließlich wohl klug genug sein, aller Lockungen Englands ungeachtet von seiner bisherigen Politik nicht abzuweichen. Was uns aber vor Allem an unserer Hoffnung auf Erhaltung des Friedens festhalten läßt, ist die Ueberzeugung, daß die deutsche Regierung unter der ebenso weisen wie kräftigen Führung unseres Kaisers und seines großen Kanzlers Oesterreich sowohl wie England, mit denen sie in den freundschaftlichsten Beziehungen steht, durch Fortsetzung ihrer bisherigen vermittelnden Thätigkett die Wege zu ebnen wisten wird, um eine gewaltsame Austragung der vorhandenen Differenz zu vermeiden. Ganz Europa blickt gegenwärtig mit außerordentlicher Spannung den Mittheilungen entgegen, welche Fürst Bismarck demnächst im Reichstage über die auswärtige Politik machen wird. Das Gewicht, welches seinen Aeußerungen allgemein beigelegt wird, kann unseres Erachtens nur dazu beitragen, der Politik des Friedens, der Humanität und der Civilt- sation, welche Deutschland in der orientalischen Frage seit jeher verfolgt hat, in immer weiteren Kreisen Geltung zu verschaffen. Deutschland. Berlin, 13. Februar. Die „Prov.-Corresp." schließt einen Leitartikel über Pius IX. und die bevorstehende Papstwahl mit folgenden Sätzen: Fern sei es von uns, in diesem Augenblicke die schweren Kämpfe und Zerwürfniste zu betonen, welche aus der erwähnten Gestaltung der römischen Kirchenverhält- er H H ei t. niste gerade für Deutschland in den Beziehungen zwischen Staat und Kirch entstanden wären; auch wäre es müßig, Vermuthungen darüber aufzustellen, ob auf einen kriegerischen Papst diesmal ein friedlicher folgen werde; es fehlen alle sicheren Anhaltspunkte, um die Entscheidung der Cardinäle, welche sich in nächster Woche zum Corclave vereinigen, vorherzusehen. Eins stcht jedoch fest, wie immer auch die Popstwahl ausfallen möge: die Kirchengesetzgebung, zu welcher Preußen und das deutsche Reich sich in den letzten Jahren veranlaßt sahen, gibt Bürgschaft, daß die staatlichen Jnteresten und Erfordernisse unter allen Umständen gewahrt werden. — Tie von mehreren Blättern verbreitete Nachricht, daß bezüglich des Reichskanzlers-Vertretungsgesetzes die größeren Bundesstaaten mehr für einen verantwortlichen Vicekonzler und gegen verantwortliche Ressorts-Chefs wären, ist in dieser Allgemeinheit incorrect, da die größeren Bundesstaaten vielmehr sür die Fixirung derjenigen Restorts sind, bei welchen eventuell eine verantwor- liche Stellvertretung etntreten könnte. München, 13. Februar. In der heutigen Sitzung der Abgeordnetenkammer wurde der Etat für Reichszwecke im Betrage von 19 Mill. Mark ohne Debatte genehmigt und in den Reserve-Etat sür etwaige Erhöhung der Matri- kularbeiträge die Summe von 250,000 Mark eingestellt. Auf eine Anfrage von Schels, ob im Falle der Ablehnung der Tabakssteuer das Tabaksmonopol eingeführt werden würde, erfolgte keine Antwort von Seiten des Ministeriums. Freitag äußerte, er befürworte keine anderen Einnahmequellen als die Matri- kularbeiträge, weil lttztere allein das Föderätivprincip im Reiche zum Ausdruck brächten. Hesterreich. Wien, 13. Februar. Abgeordnetenhaus. In der Fortsetzung der Generaldebatte über den Zolltarif sprachen Neuwirth für die Vorlage, Zalltngen gegen dieselbe. — Dr. Sladkowsky wurde wegen Nichterscheinens seines Mandates für verlustig erklärt. Wien, 14. Februar. Die „Polit. Corresp." meldet aus Bukarest vom 13. d.: Der russische Thronfolger trifft morgen hier ein und reist um 2 Uhr Nachmittags Wetter nach Petersburg. Der russische Agent Stuart hatte vorgestern eine Audienz bet dem Fürsten und gestern eine längere Conferenz mit Bratiano und Cogalntceanu, worauf ein Mintsterrath unter dem Vorsitz des Fürsten stattfand. — Ein hochofficiöses Schreiben der „Polit. Corresp." bespricht die Retrocession Bestarabiens und betont auf's Nachdrücklichste, daß der Rückzug Rußlands unmöglich sei. Das Schreiben gedenkt der Eventualität, daß Rußland und die befreundeten Mächte und Souveräne die Initiative zu einer friedlichen Lösung ergriffen und hebt schließlich die Bedeutung der Rumänien für die Retrocession zugedachten Entschädigung hervor, welche in der Erlangung der Unabhängigkeit, der Freiheit der Donauschifffahrt, der Schleifung der türkischen Festungen und der Erwerbung eines Handelshafens am Schwarzen Meere bestände. Pesth, 13. Februar. Im Unterhause wurden von Ernst Simonyt und Ignaz Helfy Interpellationen begründet, welche ziemlich identisch in den Fragen culminiren: ob die Regierung die Friedensgrundlagen kenne und dieselben nicht für die Jnteresten der Monarchie, insbesondere Ungarns als schädlich erachte, und was sie zur Abwendung der der Monarchie drohenden Gefahr zu thun gedenke. ________________________ Telegraphische Depeschen. Wagner'S telegr» Eorrefpondenz-Bureau. Berlin, 14. Februar. Der Reichstag berieth heute über den Antrag Bürger's, betr. die Beseitigung der Beschwerden, welche wegen Benachtheiligung des freien Gewerbetrtebes durch die gewerbliche Arbeit der Gefangenen erhoben worden sind. Nachdem der Antragsteller den Antrag begründet hatte, erklärte der Präsident des Reichskanzleramtes: die Abschaffung der Gefängnißarbeit sei unthunltch; die Aufgabe könne nur die sein, die dadurch entstehende Concurrenz möglichst zu beschränken. Eine darauf gerichtete Untersuchung sei durchaus angezeigt und auch sür Preußen bereits angeordnet; er würde wünschen, daß dieselbe auf das Reich ausgedehnt werde. Fritzsche befürwortete die Abschaffung der Gefängnißarbeit, die auf die Sträflinge entsittlichend wirke, und stellte einen dahin gehenden entsprechenden Antrag im Sinne seiner Partei. Dieser Antrag wurde nach längerer Debatte abgelehnt, dagegen der Antrag Bürger's angenommen. Darauf genehmigte das Haus den Antrag von Blos, betr. die Einstellung des beim hiesigen Stadtgericht anhängigen Strafverfahrens gegen Most während der Dauer der Session. Zwei Rechnungsvorlagen wurden an die Rechnungscommtssion gewiesen und sodann die beiden Gesetzentwürfe in erster und zweiter Lesung genehmigt, betr. die Einlösung und Präcluston der vom Norddeutschen Bunde ausgegebenen Darlehenskassenscheine, und betr. das dem Reiche gehörige, in der Voß-Straße zu Berlin belegene Grundstück. Nächste Sitzung Samstag. Für die Interpellation über die orientalische Frage ist die Sitzung am Dienstag in Aussicht genommen. — Fürst Bismarck ist mit seiner Familie heute Abend 5 Uhr 50 Min. hier eingetroffen. Die „Devastation" segele heute ab. London, 14. Febr. (Oberhaus.) Derby antwortete auf eine Frage Strathedens, nur Rußland habe Wien als Conferenzort beanstandet, er meint, diese Schwierigkeit werde weder lange andauern noch die Conferenz verhindern. Auf eine Frage Granville's antwortend, sagt Derby, die eingelaufenen Schiffe seien vor Konstantinopel oder richtiger, sie ankerten bei den Prinzeninseln, zwei englische Meilen unterhalb der Stadt. Der Admiral habe völlig freien Willen in Betreff der Ankerung der Schiffe und Wahl des Platzes, wo ihm dieselbe am sichersten scheine. In Betreff der Einwände der Pforte, habe die Regierung sich sofort mit der Pforte in Verbindung gesetzt und Layard bedeutet, derselben zu erklären, daß das Einlaufen der Schiffe absolut nothwendig sei. Die Pforte habe hierauf formellen Protest erlaffen, aber keine Schritte zur Verhinderung des Einlaufens gethan. Das britische Cabinet, obschon bereit, den Einwand der Pforte zu respectiren, habe geglaubt, daß die Pforte in dieser Angelegenheit nicht frei handeln könne. Die Regierung könne noch Nichts in Betreff Oesterreichs Action mit Bestimmtheit sagen. Rußland anlangend, so sei Gort- schakoffs Circular bekannt; die Regierung habe gestern ein weiteres Circular erhalten, welches laute: das britische Cabinet habe angezeigt, daß es im Begriffe steht, einen Theil der englischen Flotte nach Konstantinopel behufs Schutzes der Personen und des Eigenthums der britischen Unterthanen zu senden, deren Sicherheit, wie sie benachrichtigt worden, gefährdet sei. Wir beabsichtigen, einen Theil unserer Truppen zeitweilig nach Konstantinopel für genau denselben Zweck zu schicken, mit dem Unterschiede, daß unser Schutz erforderlichenfalls auf alle Christen ausgedehnt wird. Beide Regierungen werden somit- eine Pflicht der Humanität erfüllen, die beiden gemeinsam eigen ist. Daher kann dieser Act, seiner Natur nach friedlich, nicht irgendwelchen Charakter gegenseitiger Feind' Papst Pius IX. IV. (ö]er§ glich. Aber Pius liebte die Zusammenstellung seiner P-rson mit Gott, und die erhabensten Btbelstellen, die sich auf CzrtstuS beziehen, wendete er ohne Scheu auf sich selbst an. In einer Audienz, die er seinen früheren Beamten gab, ctlirte er die Worte, welche oer hl. Thomas den Jüngern zurtef, als der Heiland zum Tode ging: „Laßt uns mn- ztehen, dutz wir mit ihm sterben" und dann fügte er hinzu: Ihr seid es, die heute lenen treuen Anhängern Jesu Christi gleichen; Ihr thui es durch Euren Besuch am Fuß-des päpstlichen Thrones." Häufig wendete er Worte Jesu auf sich an, wie: ,Meta Vrier, ich will deren keinen verlieren, die du mir gegeben hast", „wer nicht für mich ‘‘t. Der wider mich." Wie zu seines Gleichen, wendet er sih an Christus mit den Worten: „Bewahre du, mein Jesus, mit der Betwirkung der apostolischen Nachfolger und mu der Betwtrkung der Geistlichen die Heerde, welche Gott dir und mir gegeben hat. „Seht in mir nicht den Greis, sondern Jesum Christum", sagte er in einer Audienz, die er katholischen Redakteuren gegeben hatte. In ganz merkwürdiger Wüse sprach er oft von Gott. „Auf die Anrufung der obersten Hirten, auf das Gebe und ote Intervention der unbefleckten Jungfrau und der Heiligen wird Gott von seinem Schlummer erwachen und meine Bitten erhören" sagte er einst vor französischen Irischbäcker in Gießen. Sonntag, den 17. Januar. Ludwig Kroneberg in der Neustadt. Hermann Vogt am Seltersweg. Gustav Ggger am Ltndenplatz ______ die das Cardinals-Collegium für Pius IX veranstaltet. < London, 14. Februar. Im Unterhalte wiederholte Northcote gegen- t über Howe: Eö sei kein materieller oder irgendwie thatsächlicher Widerstand । gegen die Einfahrt der britischen Flotte in die Dardarellen geleistet worden. , Der Gouverneur der Dardanellen habe nur protestirt. London, 14. Februar. Unterhaus. Anläßlich der^zwelten Lesung der I Bill betr. die Aufbringung des bewilligten Credites, wies Lrchatzkanzler Northcote' den Vorwurf des Mangels an Aufrichtigkeit zurück. Gladstone wiederholte seine früheren Einwendungen gegen eine Allianz mit Oesterreich oder einer ; anderen Macht, falls dieselbe die Beschränkung der Freiheit der europäischen Unterthanen der Pforte zum Zwecke habe, und kündigte an, er werde morgen die Regierung interpelliren, wie Oesterreich sein Jntereffe Rußland gegenüber definirt habe. Im Lause der Debatte suchte die Opposition namentlich zu erfahren, ob die Regierung die russische Besetzung von Konstantinopel als Kriegsfall ansehe, erhielt jedoch keinen Aufschluß darüber. — Die Credit-Bill wurde in zweiter Lesung ohne Abstimmung angenommen. , Wien, 14. Febr. Das hiesige „Telegr. Corr.-Bur." veröffentlicht em auf dem direkten Wege befördertes Telegramm aus Konstantinopel vom 13. d. Mittags, wonach die britische Flotte am - ° ™kz- und Abends vor Konstantinopel eintreffen sollte. ± London, 14. Febr. Im Unterhause erklärte Schatzkanzler Northcote aus Befragen Harttngtons: Die Pforte habe die Erlaubniß zur Einfahrt in die Dardanellen verweigert; darauf habe die Regierung die Flotte zum Einlaufen beordert. Der Gouverneur der Dardanellen habe protestirt, allein er (Northcote) glaube, es sei kein materieller Widerstand geleistet worden. Ver- muthlich befinde sich jetzt die Flotte in der Nähe von Konstantinopel. Das britische Cabinet habe gegen die Ansicht Rußlands, wonach letzteres durch die Bewegung der britischen Flotte zur Besetzung Konstantinopels berechtigt werde, protestirt mit der Erklärung, daß die Flottenbewegung zum Schutz der britischen Unterthanen unternommen sei- und nicht zur Besetzung Konstantinopels russischer- Kirchliche Anzeigen der evangelischen Gemeinde zu Gießen Gotte-dienst. Sonntag, den 17. Februar: Morgens: Pfarrer Schlosser. Nachmittags: Pfarrvicar Schöner. Die Pfarrgeschäfte für die Woche vom 16. bis 23. Februar besorgt Pfarrer Schlosser. seits berechtige. r , . Wien, 14. Febr. Die „Polit. Corr." enthält folgende Meldungen: Konstantinopel, 14. d. Gestern circulirte das Gerücht, der Sultan treffe Vorbereitungen die Residenz zu verlaffen. Ein Theil der britischen Flotte ist vor den Prinzeninseln vor Anker gegangen; 2 Panzerschiffe blieben vor GallipoU. — Bukarest. Zwei russische Lager werden in Rumänien gebildet: bei Plojesti in der Stärke von einstweilen 30,000, und bei Roman in der Moldau mit 10,000 Mann. — Athen, 13. d. Anläßlich der von türkischen Binden bei Karditza (Theffalien) und Retbymno (Kreta) verübten grausamen Acte, derentwegen Griechenland bet den Mächten Beschwerde erhob, wurde von der Regierung beschloffen, die Armee auf die Stärke von 50,000 Mann und die Manne auf 10,000 Mann zu bringen. London, 14 Februar. Der „Standard" erklärt die Gerüchte von dem Rücktritte Lord Derby's und von der bevorstehenden Auflösung des Parlaments für unbegründet. Dasselbe Blatt meldet, das Departement für das Transportwesen unterhandle mit mehreren großen Lieferanten wegen nötigenfalls unverzüglicher Lieferung bedeutender Quantitäten Mundvorrath für die Armee. Alle Kriegsschiffe in Malta seien beordert, schleunigst zur Orientflotte zu stoßen. Kein Zeichen deS Mitleids mit dem greisen Pontifex in dem allgemeinen Freudentaumel! Welcher Fingerzeig Gottes für den entthronten Herrscher! Aber es lag nicht o------- , v i o in der Natur PiuS IX, gethanes Unrecht einzugestehen und in Ge)uld die Folgen da- Moraen findet in der sixttnischen Capelle die erste der drei Leichenfeiern statt, öjn tragen Er hatte seitdem nicht aufgehöct, die fremden Mächte gegen Italien ~ ' • *“ ~ " nrX! ° TV *-—■aufzubringen und die Volksmassen gegen die Regierung zu erbittern. Mrssendepu- tationen aus allen Ländern wurden ohne Unterlaß arrangirt und vor ihnen erging sich Pius in leidenschaftlichen Klagen, in maßlosen Angriffen, ja Beschimpfungen der tta- ttenischen Regierung. Während er aber von solch unbegrenzter Redefreiheit Gebrauch Diese Stellung zu Gott, gleichsam eine kameradschaftliche Behandlung Gottes, hat noch kein Papst prätentirt wie Pius IX. Die Eingebungen seiner Phantasie hielt er für göttliche Inspirationen, Zufälle der gewöhnlichsten Art, wie einen emfallenden Sonnenstrahl, für direkte Aeußerungen des Wohlgefallens Lottes. Natürliche Anlage sowohl wie äußere Umstände haben Pius auf diesen Weg geführt- Mit einem schwachen Charakter verband er einen großen Ehrgeiz, und weil seine geistigen Fähigkeiten und noch weniger seine theologische und allgemeine Bildung hmreichten, diesem Ehrgeiz ein entsprechendes Feld zu bereiten, so wandte er si- ganz einem Gebiete jir auf Fantasie allein Betätigung fand. Vielleicht wäre der Jnsptratwnswahn des Papstes zu heilen gewesen, wenn er sich nicht unglücklicherweise ganz in die Hande einer Partei gegeben hätte, in deren Interesse eS lag, diesen Wahn zu nähren um Pius nach thr^m Willen zu leiten. _ , m K In Schriften, in Bild und Wort machte ihn diese Partei zu einem Gegenstand der Abgötterei und Pius gab den Schriften seine Approbation, nahm die Vergötterung mit Wohlgefallen auf. In der Sammlung seiner Reden, die durch Pasquale heraus gegeben wurde, sagte dieser Schmeichler von Pius: „Er ist der lebendige ChrtstuS , „er ist die Stimme Gottes", „er ist die Natur, welche protestirt, er ist Gott, dec verdammt." So war man wieder zum römischen Heidenthum zurückgekehrt, wo dea jn* peratoren ein Kultus wie Göttern dargebracht wurde. Am stärksten trieb dielen Kut- tuS die „Ctvtlta cattolica", das vom Papste privilegirte Blatt, daS ihm stets noch vor oer Ausgabe vorgelesen werden mußte. , , , .. . Da die eigene Neigung Pius IX in solcher Weise durch seine Umgebung genährt wurde, so gab es für seine merkwürdigen „Inspirationen" und. ^Missionen reine Schranke, weder in der menschlichen Vernunft, noch in der Geschichte und dem Hell der Kirche, noch in der Lage der Welt. --- machte, ilellte er sich konsequent als „Gefangenen" dar. Pius genoß alle Rechte und Ehren eines Souveräns, er konnte eine Leibgarde halten, Gesandte empfangen und beglaubigen, er hatte ein eigenes Post- un) Tele- graphenbüreau, weitläufige Paläste und Gärten, die der Gerichtsbarkeit und dem Steuergesetz Jtaltens nicht unterworfen sind und 3Vi Mill. Lire jährliche Dotation. In der Regierung dec Kirche Hatteer so freie Hand, wie in keinem anderen katholischen Lande der Welt. Züge bis za 5000 Pilgern erschienen in Brtikan, lasen dem Papste Adressen vor, in welchen die italienische Regierung und der König tn unerhörter Weile angegriffen wurden, und diese Adressen sammt den gleichlautenden Antworten des Papstes wurden tn der päpstlichen Presse veröffentlicht, ohne daß die Regierung gegen dieses noch nie und nirgends gesehene Treiben etnschcitt — und trog alledem Höne PiuS nicht auf, Über seine Gefangenschaft zu klagen, oas Mitleid, den Zorn der Gläubigen zu erwecken und ihre Almosen zu beanspruchen. Die wunoerosllen vatikanischen Paläste hieß er seinen „Kalvarienberg", er ließ sich „das Lamm des Vatikans' nennen uno verglich sich häufig selbst mit dem leidenden und gekreuzigten Heiland. Von frans zöstschen Damen nahm er eine Dornenkrone entgegen — aber eine Dornenkrone von Golo. In diesem Geschenk ist die ganze Lüge vom päpstlichen Martyrium sy nbolisch ramm aus stuiiuuiiuuvyci wm v. oargestellt, obwohl dem Geiste der Geberinnen unbewußt. Die Dornenkrone von Gold, n Mnrn-n« die Dardanellen vassirte welche auf sammtnem Kissen in der päpstlichen Schatzkammer liegt, gleicht lener Wirtin. Morgens Die ^aroaneuen Pointe Dornenkrone, welche das Haupt unseres Heilandes blutig drückte, gerade so wie oas angebliche Mäctycerlhum des Papstes dem unaussprechlichen Leiden des Er- Sondon 14 Februar Die in einer Special-Ausgabe erschienene seiigkett -nnehm-n. Lord Derby fügt hinzu: diese Depesche des Fürsten Gort- Times" melde/ aus Petersburg vom Heutigen: Der russischen Regierung sch^off set °-rs°hnl.ch und mcht ohne ein- g-wifl- Unt-rlag-; -ll-m er mufft «'»bereits die Nachricht von der Ankunft der britischen Flotte vor Konstanti- sagen, das brtttsche Cablnet kann nicht zugeben, daß der Fall einer Militärischen sei bereits cy cy Occupatton der ^vtadt selbst mit der Entsendung von Kriegsschiffen nach dem nopel zugegangen. Havas" meldet aus Wien: Der Hafen unterhalb der Stadt von der gleichen Bedeutung sei. (Beifall). Diese Koltan b-be di- köuiain Victoria g"ebeten, auf die Sendung der Flotte nach Ansicht habe er in seiner Antwortdepesche ausgedruckt. »nnftHnthinwI ,u verrichten ' worauf die Königin erwidert habe: die Einfahrt Im weiteren Verlause theilti Derby noch mit, daß nicht die ganze glotte der Flo -7n d - Gewässer von Konstantinopel habe einen friedlichen Zweck. die Dardan-ll-n passirt habe. Lord-Kanzler Cairns lenkt hierauf die Aufmerk- C 8 en„hn„ 14 er-bruar Die Admiralität erhielt ein Telegramm des samkett des Hauses auf dte Francoma-Affatie und bringt eine Bill ein. wodurch ^ornb'v daß das britische Geschwader ohne Widerstand von Seiten Die englische Gerichts-Competenz auf das offene Meer bis zu solcher Entfernung k,r ü? iich^n Korts in die DardÄen eingefahren sei. Jndeß ging der Admi ausgedehnt werde, wie sie zur Vertheidigung und Sicherheit des Landes noth- raiitch keine Nachricht über das Eintreffen des britischen Geschwaders vor Kon- wendig sei. All- von Fremden aus fremden Schiffen innerhalb de,: territorialen rauiai «i e u- u- Competenz verübten Vergehen sind der neuen Bill gemäß nach englifchem flamlnope zu. Karlton-Club ein Meeting der konservativen Depu- Gesetz strafbar, wenn der Minister des Innern dies für recht hielt. Die terri- tM,n TCertta« »eXt ben Zweck, der Regierung Vertrauen zu toriale Competenz erstreckt sich auf dte Punkte, wie st- nach d-m Völkerrecht ihrer Politik ^uszu^r-chei? und Unterstützung in der gegenwärtigen Krisis zuzu- f-stg-st-llt sind. Di- Bill votirte die erste Lesung. Das Haus vertagt sich sagen. — Die unabhängigen und liberalen Deputirten haben ein Comitö zur sodann. ___ Ueberwacbung der Reaierungspolitik in der orientalischen Frage gebildet^ Konstantinopel, 14. Februar. Der erste Secretar des Sultans verlas in der Kammer ein Decret, durch welches die Kammer aufgelost wird. — ^n Theffalien dauern die Zusammenstöße mit Insurgenten fort. Nom, 14. Februar. Nur 7 Cardinäle sind noch nicht eingetroffen. ’n dein aQ)- Diese ft »otte bu Mmerf.- ein, wodurch noch terr>loiialen ’ Mische^ ' Air terri- Völkerrecht ^nFreuden- s A laz nicht lt ijolfleri ba-- Wen Italien Missenbepu- ltn »ging sich Wn der tta- ^eit Gebrauch eine Litb zarde un) Telekeil und öem ichr Dotation, en katholischen i dem Prpsie erhörter Leise Tten des Pip, Mung gegen alledem Höne irn der Glau- i v ckkmichen llkans" nennen 16b. Von sran- jrnentrone von tum sy nbolisch ?rone oonOjlb, richt jener wirk- , rerade so rote Leiden deS Er- ind die erhaben» i auf sich selbst )ie Worte, welche „Laßt uns mtP z, die heute jenen nWedespSpst- Nein Siier. ich mich ist. Der i/l it den Worten: hsolger und M r gegeben Hal." mte er in einer rkwürdiger WO ? oaS Gebet und >tt von seinem vor französischen andlung Gottes, • Phantasie htelt nen einfalleuden atilrliche ilnloge einem schachen tsiMenundnoch WAA'Ä auf ivrlchem M in be§$apftt5 zu i«ss dn® W*?- Ztz SIS* *sru*“ tt Hießtll- Einser Pastillen 384) (ip plombirten Schachteln) aus den festen Bestandtheilen der Emser Quellen bereitet, seit Jahren gegen Haisund Brustleiden bewährt, sowie Einser Victoriaquelle die kohlensäurereichste und daher haltbarste aller Emser Quellen, stets vorräthig : in Giessen bei EMIL FISCHBACH. König Wilbelms-Felsenquellen,Ems. 9213 Mehrere Wagen Kuh- mist werden billig abgegeben bei JL- Wolf, Wallthor. 908) Ein falt neuer Porzellan Heerd zu verkaufen. Näheres b. d. Expeb. b. Bltts. Kieler Feltbiicklinge empfiehlt (906 Gg. Wilh. Weidig. 852) In der Stadtmühle zu Allert dort a. d. Lda. steht ein ganz neuer, 60—7» Centner tragfähiger Wagen zu verkaufen- Attgemerner Anzeiger. 125 Dlstrlct Sprengcrsheck 1. u. 2. Theil. ( 4,40 i Festm., 42 I 4 52 j Festm-, 6 köpf II. Vogt. auch Bürgermeister. 950) in 1) 36 — steigert m m eter 109 Wiesen. 940) 45 69 11 3) 4) 230 3500 196 260 Buchen Nadel Eichen 12 27 9 r 23 41,5 8 2 141 20 74 12 130 21 121 3 4000 475 8530 140 4 254 7 15 900 Reish. Wellen 690 5390 130 610 Rau 19 7,2 4 District Kühunnern. Etchen-Ltämme „ Derbholz Stangen 417 - 194 — 42 — 18 — 36 — 2601 — „ „ Stockyolz, „ Nadel- „ Eichen-Wellen, Buchen- u Graben, Plansten verschiedener kleinerer Wegs Gutsverkauf oder Verpachtung. Unterzeichneter ist gesonnen, eines von seinen 2 Gütern zu verkaufen oder auf eine kurze Zeit zu verpachten. Das erstere be steht aus 130 Morgen Acker und Wiesen, das zweite aus 70-80 Morgen Acker und E'chenstämme, Etchenstangen, Lerchen- irnb Fichtensiangen, Freitag den 22. Februar: Rmtr. Nadel Prügel- u. Stockholz, Versteigerung von Waldarbeiten den Domanialwaldungen der Oberförsterei Schlffenberg. an dem Forsthaus Baumgarten. Wegen den zu fertigenden Graben- und Planst-Arbeiten werden Großh. Forstwart Schlag zu Baumgarten und Grotzh. Wegaufseher De rn zu Hausen nähere Auskunft erthetlen. Gießen, den 14. Februar 1878 Großherzogl. Oberförsterei Schiffenberg. 949)Georgi. Holzversteigerung. I. Mittwoch den »0. Februar d. I., Morgens Vr10 Uhr, wird in dem Cleeberger Gemetndewald folgendes Nutzholz versteigert: ihre retnaehaltrnen Weine versteigern und zwar: 94 Stück von den Jahrgängen 1865, 68, 70—76, worunter mehrere Halbstück Scharlachberger, Riesling Auslese, auch einige Faß Rothweine. Probetag bei den Herren Versteigerern in Büdesheim und in Frankfurt a. M., Hochstraße 45, secks Tage vor der Versteigerung._________________[H. 6687,] Heinrich Jung in Eudorf. Nach Vorschrift des Universitäts-Professors Dr. Harless, Geheim. Hofrath in Bonn, gefertigte (92 Stollwerck,scheBrustbonbons seit 40 Jahren bewährt, vorräthig in versiegelten Packeten ä, 50Hin Giessen bei; J. A. Busch Söhne, Louis Fronhäuser, C. Hoffmann, Conditor H. Kinkel u. Roh. Sattler; in Lieh bei: H. C. Bingmann. Donnerstag den 21. Februar d. I, Morgens V210 Uhr, werden: A. Brennholz: Scheith. Prügelh. Stockh. Russischen u. Elbcaviar empfingen frische Sendung (944 J. A. Busch. Söhne. Blut- u. Spanische Brau gen empfehlen (963 I. A. Busch Söhne. strecken. Zusammenkunft _ Nachmittags 2 Uhr, 945) ____________________________ Grosse Weinversteigerung zu Frankfurt a. M. 946) Götheptah 13 (Wintergarten) im 1. Stock. Am 7. März 1878, Vormittags 10y2 Uhr, lassen die Herren H. palker und J. Kau, Weingutsbesttzer zu Büdesheim b. Bingen a. Rh. 2) Lieferung von rauhen Sandsteinen, veranschl. zu 3) Lieferung von großen Mauersteinen, veranschl. zu 4) Maurerarbeit, veranschl. zu Holzversteigerung iw Gießener Stadtwalde. Montag den 18. Februar 1878, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwalde, in den Districten Strangswiese, Bruderwinter, Bannwald rc. nachoerzeichnetes Holz oer- ____Nadelh- „ 1480 Ausbusch-Reiser. Der Anfang ist den ersten, sowie den zweiten Tag im Mohrswald. Die Herren Bürgermeister und Vorsteher werden um gefällige Bekanntmachung in ihren Gemeinden ersucht. Cleeberg, den 5. Februar 1878. Keil, 4800 Wellen Buchen- und Eichen-Reisholz. Die Zusammenkunft ist jedesmal Morgens 9 Uhr am Eltingshänser- auf der Mittelschneiße am Fußpfad. Lich, den 12. Februar 1878. Großherzogliche Bürgermeisterei Lich. I. V.: Holsr er steig erttng» Im Licher Stadtwald, Districte Ettingshäuserkopf, Sauloch und Kronau, kommt nachstehendes Gehölz zur Versteigerung: 1) Donnerstag den 21 Februar l. I.: Bau-, Werk- und Nutzholz: 5) Zimmerarbeit, „ « 6) Weißbinderarbeit, „ „ 7) Handarbeit, „ « 8) Straßenauffüllung, „ , Gießen, den 12. Februar 1878. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. 890)_________A. Bramm. Wellen Reisholz. Die Zusammenkunft ist im Ort. Oppenrod, den 11. Februar 1878. Großherzogl. Bürgermeisterei Oppenrod. 871)P etri. Cocos-Mallen in allen Qualitäten empf.hle neben meinem Holzwaaren-Lager zu sehr billigen Preisen. 847) LouiS Lony, Marktstraße D. 205. kommt im Cleeberger Gemetndewald in den obengenannten Districten folgendes Brennholz zur Versteigerung: 67 Rmtr. Eichen-Scheit, Knüppel, 15 Nadelholz-Stämme Stangen I. Cl- District Mohrswald 2. u. 3. Theil. Cichen-Stämme 153,08 Festm. Buchen- „ 2,49 „ Nadelh- „ 52,08 „ - „ Stangen 1. Cl. 8,41 Festm., 7 Eichen Derbholz-Stangen 0,35 Festm. Donnerstag den 21. l. MtS., Nachmittaps 2 Uhr beginnend, . sollen nach verzeichnete Arbeiten versteigert Eichenftämme, 16—50 Ctm. Durchm., 3—15 Meter Länge, Buchenstämme, 30—50 „ v 6—10 „ „ Hainbuchenftämme, Lindenstämme, Eichen- und BuchemWagnerstangen. 2) Freitag den 22. Februar l. I.: % Brennholz: Nadelholz-Stämme 4,40 Festm., „ Stangen I. Cl. von 0,18 Festm. Nadelholz-Stangen II. Cl. 0,18 Festm. District vor dem Gaulskopf. Nadelholz-Stämme 5 63 Festm., „ Stangen I Cl. 4,28 Festm., „ „ II Cl.0,33 Festm-, Holzversteigerung. Donnerstag den 21. und Freitag den 22. Februar 1878, Vormittags 8 Uhr anfangend, soll im Gemeindewald zu Oppenrod, District Lehmgrube, nachoerzeichnetes Holz öffentlich versteigert werden: Donnerstag den 21. Februar: 3 Fichtenstämme von 18 — 20 Meter Länge und 32—40 Zentimeter Durchmesser = 7 Festmeter haltend, 40 Fichtenstämme von 15 — 20 Meter Länge und 15—30 Centimeter Durchmesser — 45 Festmeter haltend, 450 Lerchen- und Fichtenstämme von 10—20 Meter Länge, Dienstag den 19. L Mts., von Vormittags 9 Uhr an, sollen im hiesigen alten Rathhaussaale versteigert werden: n v 1) die Lieferung und Aufstellung eines eisernen P ssoirs, veranschl. zu 445 — Versteigerungen. Holz-Versteigerung Freitag den 22. Februar, sollen in dem Langsdorfer Gemeindewald, District Kuhloch, ,,, 1) 600 Fichten-Bauftamme von 1b ots 22 m Lange und 12 bis 52 cm Durchmesser. 2) 160 Fichten-Stangen von 15 bis 20 m Lange und 8 bis 12 cm Durch: 3) 40 Eichenstamme von 12 bis 35 cm Durchmesser versteigert werden. Das Holz liegt Vr Stunde von der Station Lich entfernt, der Anfang ist Morgens 1Oßap68borf, den 14. Februar 1878. (948 Großh. Bürgermeisterei Langsdorf. Kohler. 37 Eicken-Stämme mit 7,75 Festmeter, 555 Fichten- und Kiefern-Stämme mit 258 Festmeter, bis zu 20 Meter Lange und 41 Centimeter Durchmesser, 46 Eichen-Stangen mit 5,50 Festmeter, 759 Fichten- und Kieferv-Stangen mit 89,8 Festmeter. Die Zusammenkunft ist an der Strangswiese. Gießen, den 13. Februar 1878. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. 914) A. Bram m.________ Gutes Aro>k>orser-Kier per Schoppen 8 Pfennig empfiehlt 938) C. Roth, Neuen-Bäuen. 306 Raummeter Buchen Scheitholz, „ Buchen- und Eichen-Prügelholz „ „ „ „ Stockholz, Holzversteigerung. Donnerstag den 21. Februar l. I, von Vormittags 10 Uhr, «ollen indem Ettingshäuser Gemeinde-Wald, District Gabrielszimwerplatz, nachverzeich: Aktes Gehölz versteigert werben: 205 Fichten-Stamme von 14 bis 32 Centimeter Durchmesser und 10 bis 20 Meter Länge. „ .. ~ 173 Fichten-Stangen von 6 bis 14 Zentimeter Durchmesser und 10 bis i» Meter Länge. 212 Meter Buchen- und Nadel-Prügelholz. 3946 Buchen- und Nadel-Wellen-Reiser- Holz und 227 Meter Buchen- und Nadel-Stockholz. Ettingshausen, den 13. Februar 1878. Großh. Bürgermeisterei Ettingshausen. Sommer. (929 952) Gutes Heu und Grummet verkauft I. Baller, mittlere Bleiche. Aspen B. Bau-, Werk- und Nutzholz: Pesondere Bekanntmachungen Jagdverpachtung Dl-nstag den 19. Februar d. I- des Vormittags 10 Uhr, soll auf unterz-ichneter Bürgermeiste^edie iec Gemeinde Albach zust-h-nde Jagd -M-r 7^man^St-!««^äb^r ^^^roßh" Bürgermeisterei Albach. ________S ch äfer.___ ^^^pächtung. ctsq >>er Jagdverpachtung vom 7- Februar I ? di- Genehmigung nicht -rth-ilt worden '°^°nt"-a Än 18. Februar 1878, Vormittags 9 Uhr, "ÄSstN-n Äu-r 1878. "Großh. Bürg-rm-tst-rei Alten-Buseck. Wagenbach.__ Jagdverpachtung. Srettafl den 22. Februar d. I., ^ Vormittags 11 Ubr, loä die der Gemeinde Saasen zustehende Dod aus dem Büreau des Bürgermeistes Ulf 6 Jahre verpachtet werden. ^aafen den 12 Februar 1878. (955 Grotzh. Bürgermeisterei Saasen. Wilhelm.__ werden: . 1) Anfuhr, Aufsetzen, Kleinschlagen und Eindecken von 180 Cubmtr. Sternen, 2) Unfertigen von 90 lfd. Meter zweispuriger Steinbahn, Anfertigen von ca. 2000 lfd. Meter 942) Ein junger Scfwiferhitml, ächter Rasse, zu verkaufen. Kavlonsaasse 197. Universal Reinigungs-Salz. Von allen Aerzten als das einfachste Hausmittel empfohlen gegen Säurebildung, Aufstossen, Krampf, Verdauungsschwäche und andere Magenbeschwerden in Packeten ä25 Pfg., 50 Pfg und 1 M. (2 C. F. Semmler in Giessen. JeUgeboteues. Frische (962 Schellfische u. Kabliau treffen beute ein. Z. A. Busch Söhne. 961) Ein Comptotrpult abzugeben Neustadt v. 55. "959) Ein noch fast neues'Pianno sich billig zu verkaufen. Näheres zu ersrager Seltersroeg C. 44. ^agdverpachtung. Freitag den 22. Februar L I, Vormittags 9 Uhr, iod die der Gemeinde Lindenstruth zustehend Äad auf dem Bürgermeisterei-Büreau daselbst auf 6 Jahre verpachtet werden. j Lindenstruth, den 13. Februar Großh- Bürgermeisterei Lindenstruth. , ______Krug.__i Jagdverpachtung, in der Gemarkung Mnnzenberg. 851) Die heute dahier abgehaltene Ver- ancktuna der Jagdberechtigung in hiesiger 4000 Normal-Morgen) bot die Genehmigung erhalten und ist Termin zur nochmaligen Verpachtung aut. Dienstag den 19, d. MtS., Vormittags 11 Uhr, auf hiesigem Rathbaus anberaumt worden, w^u wir Steigliebhaber ergebenst einladen. Münzenberg, 12. Februar 1878. Großh- Bürgermeisterei Münzenberg. ___________Jäger. __________ Jagdverpachtung Mittwoch den 20. Februar I. I., Vormittags um 10 Uhr, foU die der Gemeinde Ettingshausen zuste- hknde Gemeinde-Jagd, drei Abth-ilung-n auf weitere 6 Jahre auf dem hiesigen Rath Haus öffentl. meistbietend verpachtet werden. Ettingshausen, den 13. Februar 1878. Großh. Bürgermeisterei Ettingshausen. Sommer. Wenzel’s Garten. (Saalbau) Sonntag den 17. Februar 1878: «ROSSES ausgeführt von dem ganzen Musik-Corps des 2. Großh. Heff. Jnf.-Regiments Nr. 116, unter persönlicher Leitung des Kapellmeisters Herrn C. Krausse. Anfang 5 Uhr, — Entree 40 Pfg. ä Person. (94t 182) Leinene und baumwollene Webgarne bei Auy. Haubach, Mäusburc. Archlen Malaga u. Lnksyer empfiehlt billigst (391 Gg. Wilb. Weidig. Prima Flachsgarn, Baumwollgarn unb wollene Webgarne billiqst bei MO)______________L. W.Flank. Unterzeichnete erlaubt sich ihre Steinkohlen (melirte Knabbel-, sowie Nußschmiedekohlen) in guten Qualitäten und billigen Preisen in empfehlende Erinnerung zu bringen und bittet um gefällige Abnahme. Achtungsvoll 819) A. Belins; Wtw., Frankfurterstraße. jmSTRIE- Beste feitet: feste u. diebs- fichere Kassa- SchränKe, W umm Die, laut Urtheil der Höchsten Provinzialbehörde und Vieler Privaten, welche von mir bezogen, über alles Erwarten günstigen billigsten Heizesfect erzielenden Musgrave’s Pateiit-Sparöfen, Elektrische u. Luftdruck-Haustelegraphen und Telephons, Holzzerkleinerungsmeffer, zusammenlegbare Zimmerleitern, sowie Nunge'sche Gaslampen, welche das Gas selbst erzeugen, empfehle zu billigsten Preisen. (635 Meidengasse R. 92. rttt(lofj/ft Wogff \ Kleinkinderschule. Die Mitglieder des Vereins für die Kleinktnderschule zu Gießen werden auf Montag den 18. Februar, Nachmittags 4 Uhr, zu einer Versammlung in dem neuen Saale unserer Anstalt behufs Revision unserer Statuten cingeladen. Gießen, den 15. Februar 1878. Für den Vorstand: Dr. Seel, Pfarrer. Frankfurter Hof. Heute Abend: Grouses Concer 9 des berühmten Zither-Blas-Concertino-Virtuosen Herrn J. Reicliliard aus Wien nebst zwei College» in der Bauchredner tun st. Anfang 8 Uhr. Hierzu ladet ergebenst ein 923) Emil Schmall. Unter Zusicherung guter und billiger Bedienung empfehle ich mein Cabinet zum Haarschneiden, Frisiren und Rasiren. Valentin Reuter, Iriseur, 863)Kaplansgasse Nr. 233. Taus -Unterricht. 954) Eine Liste zur Eiuzeichnung zu einem zweiten Tanzkursus liegt bei mir offen. Der Unterricht beginnt Donnerstag den 21. Februar. ' Ferd. Schmidt* | Todes-Anzeige. | -I Heute Morgen gegen 2 Uhr verschied sanft nach kurzem Ä W Krankenlager im 68. Lebensjahre unsere liebe Schwester H i Fräulein Bertba Pilger | H (Siegen, den 14. Februar 1878. M | Gustav Pilger, Max Pilger. H R Die Beerdigung findet Samstag, Nachmittags 2 Uhr, Ä N vom Sterbehause, Sonnenstraße B. 77, statt. (927 M t,^8^tzWWWWMMWNWWW M WenseVs Garten. Freitag den 1. März, Abends 7 XTh.r: (Eoncert3u6irftums=Sänger, (emancipirte Sclaven) Studenten der Fisk-Universität zu Nashville, 894) Ver. Staaten. | Das Adressbuch für Giessen | »K ist erschienen und wird den verehr!. Subscribenten sofort 7> Exemplare sind ausserdem in der Expedition des ?> Giessener Anzeigers, sowie in meiner Wohnung, Garten- Strasse 165, ä 3 M. zu haben. 5fr LA. Scheyda. 8 Wermiethungen. 953) Gleich beziehbare Logis, ___________________Neuenbäuen B. 90 943) Eine Wohnung (im Garten) aus 6 heizbaren Zimmern bestehend und sonstigen Bequemlichkeiten zu vermiethen- ______Körne r'scher Garten, Neustadt- 939) Familienlogis zu vermiethen bet _______Heinrich Fröbel, Schießgärten. 957) Eine Wohnung von 3 Zimmern zu vermietben. I. Schocker Wittwe. 958) Der zweite Stock meines Hauses ist zu vermiethen. Moritz Hetchelheiv'. 519) Der zweite Stock meines Hauses am Neuenweg, bestehend aus 8 Zimmern, Küche, Bleichplatz und allen Bequemlichkeiten, sowie die Mansarde, bestehend aus 4 Zimmern, Küche und Zubehör, ist per 15. April zu vermietben._______H. Keck. 377) Die 1. Etage (Beletage) meines neuerbauten Hauses in der Reichensand-Bahnhofsstraße von 7 Zimmern nebst dazu gehörigen Bequemlichkeiten, großen Hausgarten, zu vermiethen und im Juni zu be- ziehen.__G a. Emil Mö h l. 109) Eine Wohnung, vier Pibcen mit Zubehör. Bismarckstraße B- 170,12. 337) In meinem neuen Hause vor dem Neuenwegerthor ist ter II. Stock bestehend aus 5 Zimmer nebst allem Zugehör zu oer- miethen und sofort beziehbar. Näheres jeden Dtenstaa und Samstag im Hause selbst. ___________Peter Pitz Zimmermeister. 907) 2 möblirte Zimmer an Herrn zu vermiethen._____________„Schützenhof" 216) Durch Wegzug deS Herrn Prof, vr. Lut ter b eck ist dessen Wohnung in meinem Hause anderweit zu vermiethen und bis 1. April zu beziehen. Ph. Größer, Maurermeister. vermischte Anzeigen. 340) An- und Verkauf von getragenen Kleidern, Stiefeln, Hemden, Weißzeug, Betten, Gold und Silber, außer Cours gesetztem Gelde, alten Oelgemälden, Antiquitäten, Kupfer, Messing, Zinn, Roßhaaren Werg, Möbeln rc. bei LoutS Rothenberger, Neuenweg 193, _____neben dem „Gasthaus zum Löwen". 898) Das in der Welltborstraße (Eck des Asterwegs) belegene, im besten Zustand sich befindliche, mit Laden, Comptoir, gro ßem gewölbtem Keller und Magazin, sowie mit sonstigen Bequemlichkeiten versehene Hous des wieder nach Mainz Übergezogenen Herrn B. Doflein ist zu verpackten, auch zu verkaufen. Reflectanten wollen sich wenden an den Bevollmächtigten dir. Vlx, am Neueuwegerthor. Bevor Zeder Kranke eine Cur gebraucht oder bei den veraltetsten u. hartnäckigsten Leiden die Hoffnung auf sichere u. gründliche Heilung aufgiebt, wende er sich vertrauensvoll an meine Adresse: Professor L. Wundram, Leipzig, Leib- nitzstr. 2. Meine langjährigen Er fahrungen theile ich jtbem Hülfesuchen den gern unentgcldlich mit. (371 900) Eine Frau empfiehlt sich zu We: zeug- und Flickarbeiten in und außer dem Hause. Zu erfragen Neustadt D. 154 tm unteren Stock. rin empfohlenen Kur. (131 Das 120 Seiten llMh starke Buch: iSNtyl und Rheumatismus, eine leicht verständliche, vielfach bewährte Anleitung zur Selbstbehandlung dieser schmerzhaften Leiden, wird gegen Einsendung von 30^ in Briefmarken franco versandt von Richter's Verlags-Anstalt in Leipzig — Die beigedruckten Atteste beweisen die außerordentlichen Heilerfolge der da- 901) Eine geübte Friseuse empfiehlt sich in Ball- u. Abonnement-Frlsiren zu mäßigen Preisen. Zu erfragen Neustadt D. 154, im unteren Stock. Vertrauen kann ein Kranker g nur zu einer solchen Heilmethode haben, welche, I wie Dr. Llry» Naturheilmethode, sich thatfäch. ■ lich bewährt hat Daß durch diese Methode aaßtrfl B tt d sonstig», ja staanenerregende IjtUtrfolgt erzielt wur- 8 Bffiben, beweisen die in dem reich illnslririen Buch. jA ^-vr. Airy’s Naturheilmethode; 8Ä abgedruckten zahlreichen Original-Atteste, laut M J welchen selbst solche Kranke noch cheiinng fanden, ■ für die Hilfe nicht mehr möglich schien. <18 darf I daher jeder Kranke sich dieser bewährten Methode ■ kJ| um so mehr otrtrantnieoll zu wenden, al» die Lei- Ä p a tung der Kur auf Wunsch durch dafür angestellte ■ k H praktische Lerzte grgti» erfolgt. Nähere» darüber I s findet man in dem vorzüglichen, 544 Seiten ■ SH-Z starken Werke: Dr. Airq » Naturheilmethode, > 100. Suff., ZuLel-'Auögabe, Preis 1 Mark, ■ Leipzig, Richter'» verlag».Anstalt, welche da» W UZW Buch aus Wunsch gegen Einsendung von 10 Brief. ■ marken * 10 Pf. direet franco versendet. Köln Gießener Bahn. Abfahrten von Gießen nach: Deutz 645, 12, 4*3. Dillenburg 6", 12, 4", 9$. (94 Tiegen 64s, 12 Wetzlar 6«, 8«, 9», 12, 4« 733, 95. Verantwortliche Redaclion: A. Scheyda. — Drt>ck und Verlag der Brühl'scken Univ.-Druckerei lFr. C^r. Nietsck) in