TT öon alt» Panel. bem B°rtze«d!» ir> abzugeben. schuss. 'Schule ifdilet k. Hoffer ic. .025. 1 am 4.9loötmbtr, des kmenl für &00 Schüler, i ^öalichst siÜhMg ein- ' Haarmann, •»«r- ■ ab im Gasthaus Hunqsvoll , Faber, User. ieg, abgegeben werden.. in Nr. 133 d. Bl-,! isere Namen erst aus- weiten, erklären Unter- i durchaus nicht eine' ! Attentats auf Seine i neinsamen Singen der Schenk fämmtliche klich Erretteten einzn- dlichen. mit alleiniger« litieot „8 Snijeti |u trinke«, ft fein Urthi» d-rüb.r «8 an JnMin gegen haben, daß, nachdem der von den p ns tt getanzt worden ist, hnete Ot-ch-st-r h-i« e Unwahrheit ist. Obersorßn. e, Bansührer. MIendeaniter. rnoflg* (.Wäscherei Bedienung. W1 ^.hen^1 S-- in W/ ,feder bes^j» Erscheint tLgttch mit Ausnahme deS Montag-. Strack, Dekan. Lang-Göns, den 13. Juni 1878. Pret- visrteHLHrlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringer lohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. W^aetton-dnrranr Sartenstraße B. 165. WMrdittonSH«»OO«r Schulstraße B. IS. Pfarr-Conferenz auf dem Schiffenberg. Die auf den 17. Juni anberaumte Pfarr Konferenz wird erhaltener Benachrichtigung zufolge erst später abgehalten werden. Betreffend: Die Reichstagswahlen. Bekanntinachun g. Nachdem der Bundesrath untern 11. d. M. die Auflösung des Reichstages beschlossen hat und die Anordnung von Neuwahlen alsbald zu erwarten steht, hat Großh. Ministerium des Innern verfügt, daß die zunächst erforderlichen Vorbereitungen zum Wahlgeschäft, insbesondere die Aufstellung der Wählerlisten, alsbald einzuleiten sind. Demgemäß haben wir im Hinblick auf § 1 u. 7 des Reglements vom 28. Mai 1870 (Reg.-Bl. p. 275) bezw. §§ 1 bis 3 u. 7 des Neichsgesetzes vom 31. Mat 1869 (BG.Bl. p. 145) Nachstehendes angeordnet, was hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird. Jede Bürgermeisterei des Kreises, mit Ausnahme der Provinzial-Hauptstadt Gießen bildet einen Wahlbezirk für sich. Die Stadt Gießen zerfällt in folgende Wahlbezirke: Erster Wahlbezirk:• Die Bewohner der Gebäude mit Lit. A. Zweiter Wahlbezirk: Die Bewohner der Gebäude mit Lit. B. Dritter Wahlbezirk: Die Bewohner der Gebäude mir Lit. C. und E., sowie des Schiffenbergs. Vierter Wahlbezirk: Die Bewohner der Gebäude mit Lit. D. Die selbstständigen Gemarkungen werden den Bürgermeistereien, wie nachsteht, zugetheilt.: Arnsburg zu Eberstadt, Hof Albach, Colnhausen und Mühlsachsen zu Lich. Heibertshausen zu Daubringen. Schiffenberg zu Gießen (HL Wahlbezirk). Hof Güll zu Muschenheim. Appenborn zu Odenhausen. Rtngelshausen zu Rabertshausen. A Hof Graß zu Rodheim. Bollnbach, Vertsberg und Wirberg zu Saasen. Friedelbausen zu Staufenberg. Aus nachfolgender Uebersicht ergibt sich, welche Personen zu Wahlvorstehern und deren Stellvertreter ernannt worden und in welchen localen die Wahlen vorzunehmen sind. ___________________________ Z Q Gemeinden. Wahlvorsteher. Stellvertreter. Wahl-Lokal. Ord.-Nr.! -----8 Gemeinden. Wahlvorsteher. Ztell- Uertreter. Wahl-Lokal. 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. Alboch .... Allendorfa.d.Lahn Adendorf a. d.Lda Allertshausen . . Alten-Bustck - - Annerod . . . Bellersheim . . BelterShoin . . Bersrod mit Win: Bgstr. Schäfer „ Volk „ Bieber „ Römer „ Wagenbach Engelhard „ Bopp „ Hartmann Beigeord. Frischholz „ Gümbel „ Moll - „ Peucker „ Krämer „ P'tz „ Hayn „ Bast Schulhauß. Desgl. Gemeindehaus. Schulhaus. Erstes Schulhaus. Gemeindehaus. Desgl. Schulhaus. 39. 40. 41. 42. 43. 44. 45. 46. 47. Lauter .... Leihgestern . . - Lick..... Lindenstruth - ? Lollar . . - Londorf .... Lumda .... Mainzlar . . - Münster - - - Bgstr. Feldmann „ Heß Beigeord. Vogt Bgstr. Krug ,, Fuchs ,, Weber „ Schultheiß „ Vogel ,, Heß Beige. Reidt „ Wagner Gemeind. Sartorius Beige. Arnold „ Spuck „ Appel „ Rau „ Rein ,, Gontrum SchulhauS. Gemeindehaus. Desgl. Schulhaus. Gemeindehaus. Desgl. Schulhaus. Gemeindehaus. Schulhaus. 9. Böcher Frainbach ,, inBersrod. 48. Muschenheim . . „ Schuridt tt Roth Gemeindehaus. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. ' 21. ?'. . . lufrcf tnden . Beige. II II Scheel Weber Arnold Luh Schulhaus in der Neustadt. Schulhaus. Erstes Schulhaus. Gemeindehaus. Desgl- Desgl- Schulhaus. Desgl. Gemeindehaus. Desgl. Desgl. DeSgl. Schulhaus. Desgl- Gemeindehaus. I Desgl. 1 Desgl. 64. 65. 66. 67. Ruttershausen mit Kirchberg - - Saasen .... Stangenrod - - Staufenberg . - „ Klinkel „ Wilhelm „ Rau „ Vogel „ Nicolaus „ Hirtzinger „ Knöß „ Schneider „ Benner „ Schwarz „ FUsinger „ Zimmer „ Schäfer „ Becker „ Faulfttch „ Lang ii ii Schön Glatthaar Hofmann Vogel Herbert Stoll Jochim Bley Will Rau Junker Koch Philipp Tröller Theiß Mank » Detzgl. Desgl. Desgl. Gemeindehaus. Desgl. Desgl. Bürgermeiftereiloc. Gemeindehaus. Desgl. Bürgermeiftereiloc» Gemeindehaus. Desgl. DeSgl. Sckulhaus. | Desgl. I Gemeindehaus. 25. 26. 27. 28. 29. 30. 31. 32 33. 34. 36. 36. 37. Grünberg . . . Giüningen- . - Harbach.... Hattenrod . . . Hausen - - . . Heuchelheim - • Holzheim . • • Hungen . . • ■ Jl beiden . - • Kisselbach . - • Klein-Linden • • I Langd .... I Lang-Göns. . - „ Pracht „ Leidich „ Münch ,, Menge! „ Dorn „ Jung „ Jäger „ Bender „ Reitz „ 23 e der „ Weigel „ Ronthaler „ Brückel II Dippel Marsteller Albert Albach Müller Rinn Klotz Weck Junker Becker Germer Ronthaler Wagner 68. 69. 70. 71. 72. 73. 1 74 75. 76. 1 77. | 78. 79. Steinbach . - - Steinheim - - • Stockhausen - . Trais-Horloff Treis a. d- Lda. . Trohe .... Utphe .... V Hingen . . . Watzenborn mit Steinberg . . Weickartshain ff. Weitershain . - Wieseck - - - - •I H V II H II II II II 38. 1 Langsdorf . . • „ Köhler II Scheid | Desgl- Gießen, den 13. Juni 1878. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Bo ekmann. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Die vorstehende Bekanntmachung wollen Sie unverzüglich in Ihren Gemeinden, sowie in den Ihnen zugetheilten besonderen Gemarkungen auf ortsübliche Weise zur öffentlichen Kenntniß bringen, die von uns ernannten Wahlvorsteher und deren Stellvertreter speciell darnach bedeuten und den Befolg unfehlbar binnen 3 Tagen uns anzeigen. Unmittelbar nach dem Erscheinen gegenwärtigen AusschreibenS werden Sie mit der Aufstellung der Wählerlisten beginne» und dafür besorgt sein, daß dieselben jedenfalls bis zum 27. L M. vollendet sind, da für deren Offenlegung, worüber Ihnen demnächst «och weitere Verfügung zugehen wird, die erste Woche des Monats Juli in Aussicht genommen ist. Die Wählerlisten sind nach Anleitung des unter Lit. A dem Reglement vom 28. Mai 1870 anliegenden Formulars für jeden Wahlbezirk in doppelter Ausfertigung aufzustellen. Wir verweisen Sie hierbei auf die §§ 1 bis 3, 7 u. 8 des Gesetzes vom 31. Mai 1869, wo die Voraussetzungen für die Stimmberechtizung näher angegeben find und zu § 3, pos. 4 dieses Gesetzes auf die Großh. Verordnung vom 3. Februar 1873 (Reg.-Bl. S. 33). Die Stimmberechtigten find nach Zu- und Vornamen, Alter, Stand oder Gewerbe und Wohnort in alphabetischer Ordnung in die Wählerlisten einzutragen. Bezüglich des Alters genügt die Angabe, daß der Stimmberechtigte das 25. Lebensjahr zurückgelegt habe. Spätestens bis zum 27. d. Mts. sehen wir unfehlbar Ihrer Anzeige über die vollendete Ausstellung der Wählerlisten entgegen. Die Formularien zu diesen Listen werden Ihnen sofort in duplo nebst dem Formular zum Protocoll für die demnächst vorzt;nehmende Abgeordneten- wähl per Post zugehen. Etwa erforderlich werdende Einlagebogen zu den Wählerlisten sind mit der Feder anzulegen. Sollte die Zustellung dieser Formularien bis zum 17. l. Mts. nicht erfolgt sein, so sehen wir unverzüglicher Anzeige hiervon entgegen. Dr. Boekmann. Aolilisqjer Hheil. Deutschland. Berlin, 11. Juni. So erquickend in freudiger Hoffnung die letzten Bulletins über das Befinden des Kaisers waren, so wenig darf man sich verhehlen, daß bis zur vollständigen Genesung des hohen Herrn noch eine lange Zeit hingehen dürfte. Die Ueberstedlung nach Babelsberg, wenn sie überhaupt erfolgt, steht noch nicht in so naher Aussicht, als ich in einem meiner letzten Briefe gemeldet habe. Nach zuverlässigen Mittheilungen ist der Kaiser doch noch tief ergriffen. Alle Personen, die ihn sahen, sprechen jetzt in Thränen von seinem veränderten Aussehen: das Gesicht ist wachsbleich. Der Kaiser hat so viel Blut verloren, mehr noch als zchei starke Aderlässe ihm hätten nehmen können, und das ersetzt sich in seinem Alter schwer und langsam. Dem allgemeinen Schwächegefühle entspricht auch der müde Klang der Stimme, die aber nur die zartesten Rücksichten gegen die Umgebung kundgibt, keinen Ton der Klage, der Ungeduld oder des Verzagens, ^eit zwei Tagen hat der Kaiser den Ort seines Aufenthalts geändert und das blaue Vortragszimmer verlaffen, um mehr frische Lust zu haben. Man hat zu diesem Zwecke ein Etabliflement von Gewächsen gemacht, die den Ort, wo er liegt, nach Außen vollkommen abschließen und das Zuströmen von frischer Luft ermöglichen. Bet der Ueberführung auf den Lehnstuhl machte sich das Fehlen eines Schlafrockes in diesem Zustande sehr fühlbar. Der Kaiser hat nie ein derartiges Kleidungsstück beseffen und so mußte denn eine mantelartige Tuntca von weichem Wollenstoffe schnell angefertigt werden. Am gestrigen Tage war sein 49. Hochzeitstag. Die Kaiserin, welche in Folge der Aufregungen der letzten Woche zwei Tage das Bett hüten mußte, hatte sich in so weit wieder erholt, daß sie an diesem Tage wieder um den Gemahl sein konnte. Sie überraschte ihn mit mehreren Geschenken, an denen er seine innige Freude äußerte. Wie immer so ist er für die kleinste Aufmerksamkeit dankbar und durch Würdigung erkenntlich. Wenn auch das Blut aus seinen Zügen gewichen ist, das milde, freundliche Kaijerlächeln ist geblieben. Auch sein Jntereffe für die staatlichen Vorgänge und die Aufgaben, welche seine Thätigkeit immer wach hielten, hat sich erfreulicher Weise gehoben und der Geist lebt frisch in der Hülle, die — so Gott will — sich in voriger Kraft wieder ermannen wird Aber die Wünsche fliegen schnell, und so groß das Bangen am Anfang ver gasigener Woche war, so hoch stieg auch am Ende derselben das Hoffen; vielleicht über die Möglichkeit hinaus, wenigstens, was die Dauer der Reconva- lescenz änbetrifft. Die kräftige Natur des Kaisers und die Kunst und Sorgfalt der Aerzte haben ja schon sehr viel gethan, aber als vollständig genesen wird der Kaiser nur dann betrachtet werden können, wenn die Sorge bezüglich der Rehposten oder des Schrotkorns in der Wunde am rechten Arme gehoben sein wird. (Köln. Ztg.) Berlin, 13. Juni. In der heutigen Sitzung des Congreffes wurde auf Anirag Andrasiy's Bismarck einstimmig zum Vorsitzenden gewählt. Der Congreß beschloß hierauf Geheimhaltung und Anberaumung nur seltener Plenar- Sitzungen. — Die erste Sitzung des Congreffes dauerte dritthalb Stunden und behandelte blos Formalien. Bismarck drückte gestern bei Empfang der Congreß- Mitglieder den Entschluß aus, zu Gunsten eines Ausgleichs die weitestgehenden Bemühungen zu machen. Der Eindruck dieser Worte auf die Botschafter war äußerst günstig. Das Arrangement der Festtafel des heutigen Gala-Diners hat die Kronprinzessin persönlich besorgt. Oesterreich. Wien, 12. Juni. Nach einem Telegramm der „Wiener Abendpost" aus Parts vom 12. d. ist der ehemalige König von Hannover, Georg V., heute früh 6 Uhr gestorben. » Italien. dkom, 13. Juni Leo XIII. hatte gestern eine Ohnmacht, die lange anhtelt; die Aerzte sind sehr besorgt und haben für den Papst eine Villegaiatur als nothwendig erklärt. Telegraphische Depeschen. Wagner'S telegr. Correspondenz-Bureau. Berlin, 13. Juni. Der aus Brüssel hierher berufene türkische Minister- Resident Caratheodori-Effendi fungirt nicht als Congreßbevollmächtigter, sondern wird nur,mit den türkischen Congreßdelegirten conferiren. Wien, 13. Juni. Die „Wiener Abendpost" meldet: Auf kaiserlichen Befehl wird für weiland König Georg von Hannover vom 14. Juni an 12tägige Hoftrauer getragen. Berlin, 13. Juni. Bald nach 1 Uhr begann die Auffahrt der Congreßdelegirten vor dem Palais des Reichskanzlers; die Delegirten benutzten die Botschaftswagen und trugen sämmtlich die diplomatische Uniform des Heimath laudes. Etwa 20 Minuten nach 2 Uhr erschien über dem Dach des Palais des Reichskanzlers die Flagge des deutschen Reiches, die Eröffnung des Congreffes oerküiidend. Die Straße vor dem Palais ist für den gewöhnlichen Verkehr gesperrt. Für die Mitglieder und die Arbeiten des Congreffes ist ein besonderer Post- und Telegraphendienst eingerichtet und zu diesem Zweck eine Anzahl Post- und Telegraphenbeamte zur Verfügung gestellt. — Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht an der Spitze des Blattes folgenden Erlaß des Kronprinzen an den Reichskanzler vom 11. Juni: Kaum der meuchlerischen Hand eines Verblendeten durch Gottes Gnade entgangen, hat des Kaisers und Königs Majestät Mein Herr Vater sich zum zweiten Male dem Geschosse eines im Verstecke lauernden Verbrechers ausgesetzt gefunden. Wiederum hat Gottes gnädiger Schutz über dem theuren Haupte gewaltet; der Frevler hat zwar leider des Ziels nicht gefehlt, seinen versuchten Zweck aber nicht erreicht. Die Schmerzen, welche die zahlreichen Wunden verursachten, traten zurück gegen den tiefen Kummer, welcher das landesväterliche Herz des Kaisers und Königs durch die noch am Abend Seines bisher so reich gesegneten Lebens Ihm nicht ersparte Erfahrung bedrückte, daß im deutschen Volke solche Unthaten in rascher Folge reifen konnten. — Die herzliche Theilnahme indeß, welche alsbald sich in der Einwohnerschaft der Residenz zu erkennen gab, die Entrüstung über das Verbrechen verbunden mit der innigen Freude über die Errettung aus unmittelbarer Todesgefahr, die Segenswünsche, welche aus allen Kreisen und allen Theilen des deutschen Vaterlandes, ja von überall, wo im Ausland? und selbst in fernsten Welttheileu Deutsche weilen, in Adreffen, in sinniger Dichtung, Telegrammen, Blumenspenden und ähnlichen Aufmerksamkeiten durch ständische und communale Vertretungen, weltliche und kirchliche Corpo- rattonen, Behörden, Vereine, Versammlungen, durch Würdenträger und Privat- Personen ohne Unterschied des Standes, Berufs, Alters und Geschlecht- in wärmster Weise Ausdruck fanden, haben jeden Zweifel des kaiserlichen Herrn an der unveränderten Treue und Liebe des deutsch-n Volkes verbannt und Dessen Ueberzeugung. gekräftigt, daß die verderbliche Saat, aus welcher die Frevelthaten enttyroffen, Jn dem Patriotismus der Nation keinen nachhaltigen Boden finden werde. Se. Maj der Kaiser und König Mein Herr Vater ist überaus gerührt von diesen zahlreichen Beweisen lauterster Anhänglichkeit, welche sich noch täglich mehren, und hat Mir aufgetragen, Allen nah und fern, welche Ihm das volle Vertrauen in die Treue und hingebende Gesinnung Seines Volkes wiedergewährt, Allen, welche durch sympathische Kundgebungen auf Seinem Schmerzenslager Sein Herz mit wohlthuender Freude erfüllt haben, Seinen innigsten Dank zu sagen. — Ich entledige Mich dieser Allerhöchsten Weisung, indem ich Sie veranlaffe, Vorstehendes zur öffentlichen Kenntniß zu bringen. — Die siebente Crtmtnal-Deputation des Stadtgerichts behandelte heute außer den bereits gemeldeten 3 Fällen von Mijestätsbeleidigunz noch 8 andere; bet drei von diesen lautete das Urtheil freisprechend, bei den übrigen wurde auf längere, theilweise mehrjährige Gefängnißstrafe erkannt. Wien, 13. Juni. Die „Poltt. Corresp." meldet aus Bukarest: In Folge des letzten energischen Protestes der rumänischen Regierung gegen den russischen Vormarsch auf der Linie Pitesti hat General Drentelen den Rückzug der Ruffen auf 10 Kilometer Entfernung von den rumänischen Linien angeordnet; dagegen ließ derselbe die russischen Vorposten von Plojesti nach Filipesti bis zum Prahowa Flusse vorrücken, jedoch unter der Zusicherung, die Ruffen würden diesen Fluß gegen Kimpina hin nicht überschreiten. 5tningrapl)ifd)rr ömcht über die außerorbrntlichk (6rnrrolotrfammlung des Kerems der natianalru und liberalen Partei in Gießen am 8. Juni 1878. (Schluß.) Der Vorsitzende, Hofgerichtsadvocat Dr. Dittinar: Ich ertheile nunmehr dem Herrn Professor Gareis das Wort. Herr Professor D r. Gareis. Geehrte Herrn! Es ist nicht das erstemal, daß wir uns an diesem Ort mit der eben erörterten Frage beschäftigen. Es ist nicht das erste Mal, daß von der Gesahr die Rede ist, welche die Socialdemokratie über das deutsche Vaterland, über das deutsche Haus, über das ganze deutsche Leben bringt. Oft hat man von einem rothen Gespenste gesprochen und Leute, welche an Gespenster nicht glauben, haben auch an dieses Gespenst nicht" geglaubt, nun meine geehrte Herren, nun steht vor uns rotü, blutroth, aber nicht ein Gespenst," sondern eine gräßliche Wirklichkeit. Wir stehen nun vor Erlebtem meine Herren, welches uns Alles in gräßliche Erinnerung zurückruft, wir stehen vor Ereignissen, welche mein geehrter Vorredner mit beredtem Munde geschildert, die das Herz nicht blos eines jeden Monarchisten, das Herz nicht blos eines jeden Deutschen, sondern eines jeden Menschen, der es mit der Menschheit gut meint, erschüttern und auf9 Tiefste ergreifen müssen. Wir haben an dieser Stelle oft von Gefahr gesprochen, die die Socialdemokratie unserer deutschen Freiheit bringen würde. Fch habe insbesondere gegenüber den socialdemokratischen Aussührungen von dieser Stelle aus behauptet, das Resultat der socialdemokratischen Agitation werde eine Beschränk unfl der deutschen Freiheit sein, und nun tritt die Frage heran: Mit welchen Mitteln wollen wir freie deutsche Männer dieser Agitation entgcgentreten? Ihr Ausschuß, meine Herren, hat diese Frage in Erwägung gezogen und hat geglaubt in Ihnen an das deutsche Burgerthum appclliren zu sollen, und von diesem Gedanken sind die Anträge, die wir die Ehre haben Ihnen zur Annahme vorzulegen, getragen. Ich erlaube mir Ihnen dieselben nochmals ins Gedächtniß zurückzurufen, dann sollen Sie sich über deren Annahme, wie wir hoffen, äußern. tfurgiM <,r wir »He»«»' /ine Leh", >oe (Siner y hieß-, «l 1 MM s" - di- »-l-her «Ile w* i* lin ftno leine re«1 Inten Freiheit von ai & Socialdemo (y.j wird beiiM die augenschein den Tauinen, o von vornherein sind. So .viel eine Beeintrachi eine Beträchtigu haltem Wir t] energisches unserer heutiger schließlich der eigenste und er Zch sag' gegen. Gcgem Veib und fceber gewillt aujtrete Me in der € gegen die Soci -er politischen , Humanität einei Aber ein Weisung, durch : Äelehrung, die j Cache des dents dürfen alle der an das geahnt 1 lässig gewesen Agitatoren auftr noch keinen Begr in die ersten wir ein glückseliges ■ R. H., es ist eil oo dieselben sich waren und chm voraussichtlich n: b hc SÄSfci SÄ lei,“"6 M *5 l,n^tijiiH| „46(t ble Wttli|en ”9 k"l« 8«mu.. <«Bi$en Söerftht y öesonderer we Anzahl Poft. folgen, 3M: $hum )e Entgangen, hat M zweiten Male "^Esetzt gesunden. Haupte gewaltet; 1 versuchten Zweck inku verursachten, väterliche Herz des so reich gesegneten t'ichen Volke solche Theilnahme indeß, erkennen gab, die n Freude über die e, welche aus allen )n überall, wo im i, in Adressen, in en Aufmerksamkeiten d kirchliche Corpo- lträger und Privat. und Geschlechts in ! kaiserlichen Herrn iIM verbannt und , aus welcher die einen nachhaltigen t\n Hrn Vater ist nhängiichkeit^ weiche ah und fern, welche i Geftnnung Seines ebungen aus Isinem iöt haben, Seinen erhöchften Weisung, .milch zu bringen. ,ts behandelte heute ;ung noch 8 andere, )en übrigen wurde aus Bukarest: In egierung gegen den entelen den Ruchug Linien angeordnet; ach Mich- bis jum bitW ^rden iort. ?»>',ÄS ht ei» El Kes rreflf qeME d)t nie'" 9 ^tten, 3» tat ft - d,-1« । M^jt bringe" £«oft ivölve eine fit welchen e .MN d« .7 die nnr Die AnM 'Mselbe," ,e wir M "lir in der Welt wie der Die (Die Pfarrgeschäfte für die Woche vom 16. bis 22. Juni besorgt Pfarrer Dr. Seel. Herr Heinrich Ferber: Meine Herren! Wenn ich das Wort ergreife, so geschieht es durchaus nicht, Um Die Anträge des Vorstandes noch weiter zu begründen; denn sie sind bereits von den Herren ^orrebnern auf eine Weise begründet worden, die nichts zu wünschen übrig läßt; jede wdi- tere.Begründung — denn angefochten werden sie gnviß nicht — erscheint ntir über- slüslig. Ich stelle deshalb den Antrag, die Anträge, weil vollständig begründet, sofort an- zrmehmen- (Bravo.) Die Versammlung genehmigt hierauf einstimmig die Anträge des Vorstandes und bemerkt zum Schlüsse der Vorsitzende, Hofgerichts-Advocat Dr. Dittmar: Damit, meine Herren, wäre unsere Tagesordnung erledigt. Ich selbst sowohl als meine beiden Herren Vorredner haben Sie wiederholt aufmerksam gemacht, vor welch schweren Gefahren wir stehen und was gegenüber denselben unsere Schuldigkeit ist; es ist auch nicht verschwiegen worden, was wir seither versäumt haben. Ich möchte aber die Versammlung nicht auseinandergehen lassen, ohne für den Kampf, dem wir entgegengehen, einer freudigen Hoffnung Ausdruck zu geben, welche ich zunächst herleite aus dem zahlreichen' Besuche der heutigen Versammlung. Meine Herren! Ich erlaube mir Sie fpecieU darauf hinzuweisev, daß seit- dem Bestehen unseres Vereins- heute zum ersten Mal der Eintritt unter strenger Conrrole bezüglich der Mitgliedschaft stattgefunden hat. Wenn Einem auch in diesen Tagen bange werden konnte, ob das deutsche Bürgerthum mächtig genug sein werde, der Sociäl- demokrntie entgegen zu treten, so kann man, wenigstens für unsere Stadt, aus dem Verlaufe der heutigen Versammlung eine Beruhigung schöpfen. Ich füge dem, gewiß zu Ihrer Aller Freude die Mittheilung bei, daß die Adresse an den Kaiser beinahe 2000 Unterschriften erhalten hat. (Bravo!) .Unsere heutige Versammlung trifft zusammen mit der Kunde von einem politischen Ereigniß, welches eine ganz besonders ernste Pflichterfüllung von uns verlangen wird. Wir wissen, daß die Auflösung des Reichstages beantragt ist. Es sei ferne von mir, schon heute einzutreten in die Erwägung, ob die Auflösung des Reichstages für uns erwünscht oder nicht erwünscht ist, aber wollen wir dem, was wir nicht ändern können, die besü Seite abgewinnen, so dürfen wir wohl sagen: Nachdem die Socialdemokratie sich in ihrer ganzen Verworfenheit gezeigt, kann es dem deutschen Volke nicht unerwünscht sein, durch die Auflösung des Reichstags die Gelegenheit zu erhalten, auf die Frage: Wollt Ihr denn immer noch Soeiäldemokraten in den Reichstag wählen? mit einem kräftigen „Nein!" zu antworten. Schon jetzt aber dürfen wir uns darüber keinen Illusionen hingeben. Es wird bei der Wahlcampagne harte Kampfe absetzen. Die Partei, die wir vertreten, wird von rechts und links hart angegriffen werden, und da heißt es, einmüthig Zusammenhalten, daß wir in der Stunde der Entscheidung nicht nur Worte finden, sondern am rechten Platze stehen und richtig handeln. Wird es auch harte Arbeit kosten, so lassen Sie uns eingedenk bleiben, daß wir immer noch viel zurück- jtkhen hinter den Opfern, die der Schöpfer unserer nationalen Einheit für die Sache des Vaterlandes gebracht, hinter den Leiden, die er für dieselbe erduldet hat. Und in der zuversichtlichen Hoffnung, daß uns diese Erinnerung an der Stunde ernster politischer That nicht fehlen, möge, fordere ich . Sie auf mit mir einzustimmen in den Ruf: Se. Majestät, unser Kaffer, lebe hoch; nochmals hoch uitD abermals hoch! Nachdeni die Anwesenden einmüthig und begeistert in diesen Ruf eingestimmt, schließt die Versammlung. Kirchliche Anzeigen ■ evangelischen Gemeinde zu Gießen Gottesdienst. Sonntag den 16. Juni. Morgens: Pfarrer Schlosser. Confirmation der Mädchen und Feier des heil. Abendmahls. Nachmittags: Schulinspector Vtgelius. (Kollekte für die Stadtarmen.) Gemeinde wird gebeten, bet der Confirmation die vorderen zehn Bankreihen für die Angehörigen der Confirmanden frei zu lassen. es sich hier handelt, m. H., ist klar: Ferne von uns ist, daß wir Versammlungen, die geschlossene Versammlungen sein sollen, sprengen; uns liegt durchaus ferne, einzudringen in eine der socialdemokratischen Parteiversammlungen und uns dort als Mitglieder zli geriren und die Versammlung zu stören. Die Resolution hat nicht den Sinn, daß wir den Weg der rohen Gewalt anwenden sollen, sondern, m. H.: Wenn von Seiten der Socialdemokratie eine Volksversammlung ausgeschrieben wird, die dazu benutzt werden soll, einzumirken auf harmlose und unbefangene Leute, um sie für diese Partei zu gewinnen, dann wollen wir im Interesse der Verführten erscheinen und sagen: Das, was dieser Redner gesagt har, ist nicht bewiesen, das ist nicht möglich, das ist eine Lüge. Es kommt in dieser Resolution der Ausdruck, „gewissenlose Verführungskünste" vor; ich habe diesen Ausdruck zu'erläutern: Wenn Sie dieAeußerungen der socialdemokratischen Agitation betrachten, so ist die gewissenlose Verführung geradezu herrschend in derselben. Ich las in einer vielgelesenen Agitationsschrift, das Elend unter den Menschen sei furchtbar, denn die Statistik beweise, daß 95 pC. der Bevölkerung in Deutschland nicht über 800 Thlr. jährliches Einkommen habe, 5 pEt., also ein- ganz geringer Bruchtheil der Bevölkerung erfreue sich eines höheren Einkommens als 300 Thlr. Ich will die Richtigkeit dieser Zahlen hier unerörtert lassen, aber das will ich Ihnen sagen, in dieser Statistik sind die Kinder und Frauen gleich gerechnet mit den erwachsenen Männern. Wenn also eine Familie aus 3 Kindern und Mann und Frau besteht, so hat sie nach dieser Statistik ein Einkommen von 4500 M. Eine solche Verwendung und Fälschung der Statistik ist doch sicherlich — „gewissenlose Verführungskunst." Ich will davon schweigen, daß socialdemokratische Blätter jeden geringfügigen Excest, den fich ein betrunkener. Soldat zu Schulden kommen läßt, aufbauschen zu einem politischen Verbrechen und dazu verwenden, gegen den Militarismus, gegen den Bestand des Staats, gegen die ganze Menschheit von ihrem Standpunkt aus zu operiren. Auf ein Manöver möchte ich ganz besonders aufmerksam machen, aus welchem wir recht deutlich ersehen können, was sich die socialdemokratische Presse ihrem Publikum gegenüber erlaubt. Das zweite schändliche Attentat auf unseren Kaiser fand am 2. Juni statt, die erste Depesche hierüber brachte die Nachricht, daß ein gewisser Nobiling, Rath im landwirthschaftlichen Ministerium das Attentat verübt habe. Bereits Sonntags Abends wußte man nahezu aller Orten, daß diese Bezeichnung Nobilings als Beamter nicht richtig ist, wer dies Sonntags noch nicht wußte, erfuhr es am 3. Juni, Montags früh sicherlich. Die Nummer des „Vorwärts", welche Mittwoch den 5. Juni erschien, bringt noch am 5. Juni jene erste Depesche, erklärt noch am Mittwoch den 5. Juni, daß ein Beamter des deutschen Reichs auf den Kaiser geschossen, und nur in einer Anmerkung wird angefügt, letzteres werde in Abrede gestellt und „natürlich" halte man nun den Thäter wieder für einen Socialdemokraten. Bedenkt man nun, daß gleichzeitig das Publikum davor gewarnt wird, andere als socialdemokratifche Blätter zu lesen, so wird man abermals finden, daß der Ausdruck „gewissenlose Verfüh- rungskünfte" in. unserer Resolution mit Grund gebraucht ist. Es ist aber die ganze social- demokratische Agitation gewissenlos; denn es ist gewissenlos, dem Volke vorzuspiegeln, daß durch den socialdemokratischen Staat eine Verbesserung der menschlichen Gesellschaft herbeigeführt würde. Ich habe von dieser Stelle wiederholt den Agitatoren jener Partei gesagt: „Wie soll dies gemacht werden? Ihr sprecht von der Nothwendigkeit der Verbesserung. — Aber sagt nur: wie?" Darauf wird geantwortet:' „Ja, das wissen wir noch nicht." Ist cs nicht gewissenlose Verführung, wenn Jemandem ein Ideal gezeigt wird, der Weg dazu aber verheimlicht wird, weil er — verheimlicht werden muß! Wir haben in Frankreich einen Aufstand der socialdemokratischen Partei gesehen, ein gräßliches Bild der Menschengeschichte. ,Wir haben gesehen, daß Tausende theils auf den Straßen von Paris fielen, theils auf der Ebene von Satory erschossen wurden, — das sollte der Weg sein. Und wo waren die, welche das Volk auf jenen Weg geführt hatten? Die Communistenführer saßen ruhig und sicher in London und da sitzen sie noch oder sonst wo, ferne vom Schuß, während der verführte Proletarier den Tod findet auf den Barrikaden oder vor den Kriegsgerichten - das ist das letzte Ziel der „gewissenlosen Verführungskunst." Ich glaube, daß jener Ausdruck gerechtfertigt ist. Wir wollen nicht ohne Gegenrede derartige Verführungskünste lasten, wir wollen auftreten und sagen: Das was ihr vorrechnet, beruht auf falscher Zahlen- Ww sagen „Nicht ausschließlich von der Staatsgewalt", diese hat ebenfalls ihre Aufgabe, diese hat ebenfalls ihre ernste Pflicht zu erfüllen. Aber es ist nicht diese allein, der wir unfern Schutz zuschieben; wir sind Deutsche nicht von dem Schlage, daß wir im Falle der Gefahr sogleich nach d^r Polizei schreien, wir wollen selbst das Unserige thun. Die Gefahr, mit der wirs zu thun haben - es ist das oft ausgesprochen worden — ist eine „vergiftende Irrlehre", eine der zahlreich vorhandenen Glückseligkeitstheorien; aber es ist eine Lehre, welche in ihren Mitteln keinen Unterschied kennt zwischen dem, was die ganze Menschengeschichte bisher als erlaubt betrachtet hat und dem, vor dem die ganze Geschichte sich bisher mit Abscheu abgewandt hat. Eine solche Irrlehre war noch nie ‘ --- die-ist, mit der wir es hier zu thun haben. Einer Irrlehre kann man auf doppelte Weise entgegentreten. Die Ausschreitungen die Excesse, welche durch sie veranlaßt werden, müssen durch die Gewalt der organisirten Gesellschaft, durch die Gewalt des Staates niedergeworfen werden. Es gibt Dinge gegen die der einzelne Freie wehrlos ist, wenn nicht die organisirte Gesammtheit, der Staat, und die Staatsgewalt dagegen auftritt. Wären wir ein reactionärer Verein, ein Verein welcher alles Heil von den Gesetzen des Staates, von der Polizei, von der Militärgewalt,' welche jene unterstützt, erwartet, wir hätten ein verhältnißmäßig leichtes Spiel. Aber wir sind keine reactionäre Partei, wir wollen nicht das Stück Gewalt, welches den Socialdemokraten abgerungen werden soll, einer Partei zuwenden oder einigen Parteien, die uns unsere Freiheit von anderer Seite wieder verkümmern würden, und indem wir mit Energie gegen die Socialdemokraten auftreten, wollen wir unsere Freiheit nach allen Seiten hin festhalten. Es wird demnach an uns die Frage herantreten: wie stellen wir uns zu Gesetzeswerken, die augenscheinlich in Vorbereitung sind und die die Aufgabe haben der Socialdemokralie den Daumen auf's Auge zu drücken. Es läßt sich sehr schwer der Standpunkt einer Partei von vornherein kennzeichnen-gegenüber Projecten, die uns im Einzelnen noch nicht bekannt sind. So viel aber ist sicher, daß von unserem Parteistandpunkt aus, soweit ich ihn verstehe, eine Beeinträchtigung der allgemeinen bürgerlichen Freiheit nicht befürwortet werden solle, eine Beträchtigung, die uns um Errungenschaften bringen würde, die wir hoch und heilig halten. Wir verlangen Einschreitungcn gegen die Ausschreitungen der Socialdemokratie, energisches Einschreiten._der Staatsgewalt auf Grund der Gesetze. Aber in dem wir in unserer heutigen Resolution dies ausdrücklich sagen „wir überlassen den Schutz nicht ausschließlich der Staatsgewalt", fügen wir hinzu „sondern wir betrachten den Schutz als eigenste und ernste Pflicht rc." Ich sage, die Socialdemokratie tritt uns in Gestalt einer furchtbaren Irrlehre entgegen. Gegenüber den Rechtsverletzungen, den Beschädigungen von Rechten oder gar von Leib und Leben, die die Socialdernokratie sich zu Schulden kommen läßt, muß die Staatsgewalt auf treten, darüber sind alle nichtsocialistischen Parteien einig. Ich habe mehrere Jahre in der Schweiz gelebt und mich überzeugt, daß die Demokraten dort mit einer Energie gegen die Socialdemokratie auftreten, die man in Deutschland selten findet. Man vergiebt der politischen Freiheit nichts, wenn man gegen Ausschreitungen einschreitet, die der ganzen Humanität einen Faustschlag ins Gesicht geben. Aber einer Irrlehre ist auch auf andere Weise gegenüberzutreten: Durch Zurechtweisung, durch Belehrung, die am rechten Ort und zu rechter Zeit geschieht. Und diese Belehrung, die selber wieder verschieden sein kann nach Wort und Stimmungsart, ist eine Sache des deutschen Bürgerthums. Vieles ist hierin versäumt worden. Ich glaube, wir dürfen alle der Ueberzeugung sein und find es auch Alle, daß wir, wenn wir von Anfang an das geahnt hätten, wozu die Socialdemokratie jetzt schon geführt hat, nicht so nachlässig gewesen wären als wir s waren, nicht geduldet hätten, daß socialdemokratische Agitatoren auftreten in Versammlungen, in denen junge Menschen anwesend waren, die noch keinen Begriff von unseren politischen Rechten hatten, daß sie Leuten, die kein Einsehen in die ersten wirthschaftlichen Grundsätze haben, Theorien vortrügen, die ihnen einerseits ein glückseliges Ziel in Aussicht stellten und sie andererseits zu Gewaltthaten aufreizten. M. £>., es ist eine Aufgabe des deutschen Bürgerthums, diesen Irrlehren entgegenzutreten, wo dieselben sich zeigen. Wenn wir jederzeit neben dem verführten Arbeiter gestan-en wären und ihm hätten zeigen können, was der Parteiführer wirklich will, was er aber voraussichtlich nicht erreicht, wir dürfen überzeugt sein, diese Ausdehnung und diese Frechheit Hütte die Socialdemokratie nie erreicht. Es ist vielleicht ein h arter Vorwurf, der dem deutschen Bürgerthum gemacht werden muß, er trifft vielleicht jeden von uns, aber das Selbsterkennen ist der Anfang zur Besserung. Wir müssen uns sagen, das deutsche Bürgerthum hat in dieser Beziehung nicht g-- than, was es thun soll und im Interesse der Menschheit hätte thun sollen. M. H.! Von diesem Gesichtspunkte ausgehend, ist der erste Absatz der Resolution gefaßt worden: Die reichstreuen Bewohner der Stadt Gießen dürfen daher fortan nicht geschehen lassen, daß ein Theil ihrer Mitbürger den gewissenlosen Verführungskünsten berufsmäßiger Agitatoren der Socialdemokratie in Volksversammlungen ohne Gegenrede preisgegeben wird. Um was zusammens ellung, was ihr wollt, ist Verführung des urtheilslosen Volkes, was ihr erreicht ist des Volkes Verderben. Der weitere Passus ist lediglich die Einleitung zu diesem Ver- fahren: „Der geschäftsleitende Ausschuß des Vereins der nationalen und liberalen Partei wird hiermit verpflichtet, so oft eine öffentliche Versammlung von socialdemokratischer Seite ausgeschrieben wird, alle reichstreuen Bewohner der Stadt, insbesondere aber die Vereins- genopen, zum Besuche dieser Versammlung aufzufordern und Sorge dafür zu tragen, daß ;;e./rr!^ren der Socialdemokratie niemals unwidersprochen bleiben und alle heuchlerischen Beschönigungen ihrer Endziele entlarvt werden." Der Ausschuß soll durch diesen Ab atz verpflichtet werden, bei jeder von socialdemokratischer Seite ausgeschriebenen Volksversammlung eine Einladung zu erlaßen nicht blos an die Parteigenossen, nicht blos an die Mit- gheber ber nationalen unb liberalen Partei, sonbern an alle reichstreuen Bewohner unserer stabt. Denn bie Socialbemokratie ist nicht blos eine Feindin der liberalen und nationalen -partes man kann weit links oder weit rechts entfernt von unserer Partei stehen und man muß doch em Gegner der Socialdemokratie sein. Die Socialdemokratie als solche muß mebergekampft werben, nicht nur, weil sie sich an unseren Monarchen zu vergreifen wagt, nicht roCl .-ltrCJ>lC^rHrn?e?^a^cn letzten Jahre anzugreifen wagt, sondern well sie die menschliche Gesellschaft als solche angreift. ... $e.r Socialismus, wie er den Massen gepredigt wird und wie er in den Muffen graffirt, ist es, der unseren Institutionen feindlich ist, aber nicht blöZ denen des Liberalismus und den deutschen Einrichtungen, er ist ein internationaler Feind aller bestehenden Ordnung JJtan kann em Reactwirär oder ein Demokrat der äußersten linken Seite fein und man nnrb und muß doch in den Socialdemokraten Feinde sehen. Daher auch die Kümpfe in Amerika und m der Schweiz. Deshcllb soll Ihr Ausschuß alle reichstreuen Bürger auf: fordern. Für uns Mitglieder der nationalen und liberalen Partei ist es selbstverständlich eine heilige, eme unserer heiligsten Verpflichtungen, dieser Aufforderiing nachzukommen. Deßhcüb besagt der letzte Paragraph unserer Anträge: Alle Vereinsgenoffen werden ' hiermit verpflichtet, unseren derartigen Aufforderungen gewissenhaft nachzukommen. In dem vorausgehenden Absätze verpflichten Sie Ihren geschäftsleitenden Ausschuß, im letzten verpflichtet sich jeber Parteigenosse, fein heiligstes, fein bestes Werk barin zu sehen, ben ^emben bes allgemeinen Wohls, ben Feinben unseres Vaterlanbs, ben Feinben unserer Fanulien gegenüber zu treten. Ein nationales freies beutsches Bürgerthum ist es, an welches mir unsere Worte richten! Kein Wort ber Reaction ist gesprochen, kein Werk der Reactwn soll geschehen, aber ein Werk der Einheit und Freiheit soll uns begeistern, wir wollen uns frei machen von einer Partei, welche uns unfrei machen will, von einer Partei welche die höchsten Ideale, die wir kennen, in Gefahr zieht, frei machen von einer Partei' öie unö beschädigen will, was jedem das Heiligste ist, das ist sein freies deutsches Vaterland' (Allgemeines, lebhaftes Bravo.) Der Vorsitzende, Hofgerichts-Advocat Dr. Dittmar: Nachdem die beiden Herren Referenten über die Ihnen vorgelesenen Anträge Bericht erstattet haben, eröffne ich nunmehr die Discussion. Ich ertheile Herrn Heinrich Ferber das Wort. ' u Znschbäcker in Gießen. Sonntag den 16. Juni. Georg SpieS in der Neustadt. Martin Lenz am Marktplatz. Friedrich Hennings, Seltersweg. Vermischtes. * RüddingShausen, 9. Juni. Heute schlug der Blitz baE.hr in einen bei ©etneirbe gehörenden Lindenbaum ein und zerschmetterte denselben sowic die darunter stehenden kleineren Oeconomiegeräthschaften- Gleichze-ttg schlug auch der Blitz in die Wohnung des Johannes Krug, zerschmetterte das Z-fferblatt an dessen Wanduhr und atna ohne weiteren erheblichen Schaden anzurichten, in die Erde. Kaiserslautern, 8.Juni. Die hier erscheinende „PfälzischeVolksztg." schreibt in ihrer heutigen Nummer: Gestern Abend kamen in Begleitung t)e8 Herrn Professor Doctor Lorey ungefähr zehn Forsteleven aus (Stegen tret an und nahmen Absteigequartier im Hotel zum Schwanen- Dieselben g-chen heute, nachdem sie die verschiedenen Etablissements hier angesehen, nach Johanniskreuz, um von da aus verschiedene Waldungen zu besichtigen. Lang-wons, 15. ^unt. »ucy aus oem uanoe suyien ita? oie Leute gecrum en in Adressen an Se. Mcjestät den Kaiser ibrem Unwillen über das zweifache Attentat n kleines Familienlogis zu vermiethen und gleich zu beziehen bei Kasper Schomver, Ziegler, ____________Heuchelheimer Straße.______ 3566) Mödlirtetz Zimmer zll vermiethem Neunadt 8it. l>. Nr. 57. 3623) Ein Familienlogis per l.Juli zu vermiethen. Ferd. Schmidt, WetzsteinSgasse. Durch Wegzug der Frau vr. Dieckmann ist der untere Stock meines Hauses, tm Ganzen oder getrennt, zu vermiethen. 3293)________Jacob Reiber, Gartfeld. 3615) Zimmer mit Bett zu verm'etben Wallthorstraße A. 145, II. Stock. 3611) Freundlich möbltrteö Zimmer zu vermiethen.__K"uz B- 114. 3573) Der Laden nedst Wohnung u. 2 Zimmer in der Mansarde sind zu vermiethen. Chr. Zimmer Reichensandbahnhofsftr 3567) Ein Familienlogis zu vermiethen. _________Heinrich Plank, Neustadt. 3322) Ein LogiS, 2 Zimmer, 3 Cadi- netten nebst Zubehör, zu vermiethen bei ________Louis Benner a. d. Schoor- 3102) Eine Wohnung tm mittleren Stock von 4 Zimmer, KüLe mit Zubihör, auch Bleichplatz; beziehbar Mitte Auaust zu vermiethen. Bismorckstroße V. 170,". 3667) Den geehrten Damen diene bieiturcb zur Nachricht, daß ich mit dem 1. Juli wieder einen Cursus im Anrueffen, Zuschneiden und Anfertigen von Damenkleidern eröffnen werde. Theilnehmerinuen werden gebeten, ihre Meldung bei Herrn S» H* Fuhr baldigst abzugebeu. _____________________C, Schneider, Sonnenstraße. 3653) Die Besitzer der Aktien dks Geselligkeit-Bereintz zu Gleiberg und alle Freunde derselben werden hiermit zu einer am 23. Juni, Nachmittags 2 Uhr dortselbst stattfindenden Generalversammlung ergebenst eingeladcn. Es wird recht zahlreiche Betheiligung um so mehr gewünscht und erwartet, als sehr wichtige Beschlüffe gefaßt werden sollen. Die Direction. Verantwortliche Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Unw.-Druckeret (Fr. Ehr. Pietsch) tn Gtetzen. 3 Po WM 40,y* 1 Sommrruve Gie Berlit Galadiner ail zusamtnengetr< Wiederherstell) danke den Ver und glaube a im Namen ni durch eine V Weltsrieden j der Louveräl Berlü Socialdtmokr ficht genomme und des Vm des Stadtger 4 Jahr, eine: Kaift 21 bßforbnfte j Ceslnitheitstüi Wien gischen Corps gischen Punkt« M Besetzung Schiffe vor Ä zunehmen, sok Lvndv Arbeiter piün Ten Polizeirr -"streuen uni schreiten aeitr würbe. Ach schäften und Mrfe verwun _ Londr Pforte b M die Buigc M vertreiben. waiQone und S ®8 m,t d *n, hnt k? ?Ull<