6 ‘ bct dieser 6tnc Mark " d'e Pecha »HSnken K»« lei« Zweites Blatt Sonntag, den 14. Juli 1878 Meßemr Wyeigcr AMize- nti AMMt fit toi Kreis Gieße«. Re-attion»d«»eav r Sartenfiraßev. 166. «xpe-ition-duvea«r Schulstraße 8. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme deS MontagS. Preis vierttPHvlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. D»ch die Psst bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. ^ersmmlungen «löt bie ®aben rt>en diejenigen die Sammlung un9 angehörige neten Tage zu -ichneten Stelle. . s. ID. ächtitze Schirmer n die Deutschen ung die Herzen Kaiser Wilhelm, ur Schmach von er Seele zurück- es zu betunbeu. itig durchkreuzen mMr, Staub, eueren wird der erem Kaiser den . mit der Bitte ir einig/ in der 4321 I>. tiberu- N®' «« bi‘ Amtlicher Aheil. Betreffend: Die Reichstagswahlen. Bekanntmachung. Wir bringen hierdurch zur öffentlichen Kenntntß, daß die Wahlen zum Reichstage tm ganzen Reiche Dienstag den 30. Juli 1878, von Vormittags IO Uhr an bis Abends 6 Uhr, wo die Wahlhandlung geschloffen wird, stattfinden werden worden sind: Wahlkreis: der für der der der der der der der der VI. VII. VIII. IX. I. II. III. IV. M n H n n « ff fi tf tt tt den ff Der I. Wahlkreis besteht aus: 1. Kreis Gießen und daß von Großherzoglichem Gejammt-Ministerium zu Wahl-Commiffären ernannt Großherzogliche Provinzial-Director Boekmann in Gießen, Großherzogliche Kreisrath Braden in Friedberg, Großherzogliche Kreisrath Von Kopp in Lauterbach, Großherzogliche Regierungsrath Spamer in Darmstadt, Großherzogliche Kreisrath von Marguard in Offenbach, Großherzogliche Kreisrath U finger in Bensheim, Großherzogliche Kreisrath Lotheiflen in Worms, Großherzogliche Kreisrath ParcuS in Bingen, Großherzogliche Provinzial-Director Freiherr von Röder in Mainz. Zahl der Gemarkungen. Einwohner. ............. 95 65603 2. Aus dem Kreise Alsfeld die Gemarkungen: 1) Atzenhain, 2) Bernsfeld, 3) Ermenrod, 4) Flensungen, 5) Ilsdorf, 6) Kirschgarten, 7) Lehnheim, 8) Merlau, 9) Nteder-Ohmen, 10) Ober-Ohmen, 11) Ruppertenrod, 12) Wettsaasen, 13) Zeilbach . . 13 3. Aus dem Kreise Schotten die Gemarkungen: 1) Eichelsdorf, 2) Gedern, 3) Glashütten, 4) Groß-Eichen, 5) Klein-Eichen, 6) Mittel-Seemen, 7) Nieder« Seemen, 8) Ober-Lais, 9) Ober-Seemen, 10) Ober-Schmitten, 11) Steinberg, 12) Unter-Seibertenrod, 13) Volkartshain.................13 4. Aus dem Kreise Büdingen die Gemarkungen: 1) Bellmuth, 2) Bergheim, 3) Berstadt, 4) Bingenheim, 5) Bisses, 6) Berstädter-Markwald, 7) Bleichen- bach, 8) Blofeld, 9) Reichelsheimer Antheil an Bingenheimer Mark, 10) Bobenhausen I, 11) Borsdorf, 12) Danernheim, 13) Dauernheimer Hof, 14) Schleifeld, 15) Echzell, 16) Echzeller Markwald, 17) Eckards- born, 18) Effolderbach, 19) Fauerbach, 20) Geis-Nidda, 21/22) Gelnhaar (Jsenb. u. Doman.), 23) Gettenau, 24) Heuchelheim, 25) Hirzenhain, 26) Kohden, 27) Harbwald, 28) Leidhecken, 29) Lißberg, 30) Michelnau, 31) Nidda, 32) Ober-Widdersheim, 33) Ortenbcrg, 34) Ranstadt, 35) Schwickartshausen, 36) Selters, 37) Conradsdorf, 38) Unter-Schmitten, 39) Unter-Wtddersheim, 40) Grund Schwalheim, 41) Usenborn, 42) Wallernhausen, 43) Wippenbach............ 43 5757 6700 17679 164 95739 Gießen, den 11. Juli 1878. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. Bekanntmachung. Betreffend: Das Ober-Ersatz-Geschäft für 1878. Das Ober-Ersatz-Geschäft für 1878 wird im Kreise Gießen Dienstag den 16. Juli, in dem Rathhause zu Sich, vormittags 9 Uhr, Mittwoch den 17. Juli, im alten Rathhause zu Gießen, vormittags 7 Uhr, Donnerstag den 18. Juli, im Gasthaus zum Rappen zu Grünberg, vormittags 81/» Uhr, stattfinden. Es haben fich nach Maßgabe der besonders ergehenden Vorladungen an den genannten Tagen vor der Großherzoglichen Ober-Ersatz-Commission im Bezirk der 49. Infanterie-Brigade in fämmtlichen AuShebungSorten zu gestellen: a. die von den Truppentheilen zur Disposition der Ersatz-Behörden entlassenen Soldaten; b. die von den Truppentheilen abgewiesenen einjährig Freiwilligen; c. die zur Ersatz-Reserve I. Klaffe in Vorschlag gebrachten Militärpflichtigen; d. die von der Ersatzcommision als tauglich und einstellungsfähig erkannten Militärpflichtigen, einschließlich derjenigen aus früheren Jahrgängen. Den Großherzoglichen Bürgermeistereien werden besondere Ladungen für die Militärpflichtigen k. H. zugehen, welche den Betreffenden unverzüglich zuzustellen sind. Der Vollzug der Ladungen ist innerhalb 8 Tagen anzuzeigen. Die Militärpflichtigen flnd außerdem anzuweifen, ihre LoofungSfcheine mit zur Stelle zu bringen. Sollte eine Ladung nicht vollzogen werden können, so ist der Grund hiervon berichtlich anzuzeigen und ist, wenn ein Militärpflichtiger von seinem Nhertgen Wohnorte weggezogen ist, zugleich anzugeben, wohin derselbe verzogen ist. Die Großherzoglichen Bürgermeister haben bei dem Ober-Ersatzgeschäfte selbst anwesend zu sein und sich darum zu bemühen, daß die Militärpflichtigen rechtzeitig zur Stelle sind. Gießen, am 3. Juli 1878. Der Civilvorsitzende der Ersatzcommission des Kreises Gießen. Dr. Hoffmann, Reg.-Rath. eilNk Die Wiederherstellung unseres Kaisers hat auch in der vergangenen Woche so erfreuliche Fortschritte gemacht, wie sie unter den obwaltenden Umständen nur denkbar sind: die Wunden sind jetzt sämmtlich geheilt, die Kräfte in so stetiger Zunahme begriffen. daß der Kaiser am 9. d. schon den Versuch dks Treppensteigens mit gutem Erfolg unternehmen konnte. Der Kronprinz gab den Mitgliedern des Congreffes am Sonntag in Potsdam em glänzendes Fest, indem er ihnen die herrliche Umgebung der Havelstadt persönlich zeigte unb sie schließlich in Sanssouci, jenem Schlöffe, in welchem Alles an den großen König erinnert, der Preußen zur europäischen Großmacht erhoben, bewirlhete. Auf dem Gebiete der hinein Politik nahm die Wahlbewegung das Jntereffe der Bevölkerung noch immer fast ausschließlich in Anspruch. Am 2. d. wurde der bayerische Landtag wieder eröffnet. Die Lei- Qei. 0* Professor Michel Birnbaum. Dje „ßelgigue judiciaire“ schreibt: Die zal her männer, bereu upiversitätS- i noch von der rett hollänbischer Verwaltung her datiren, wird täalich geringer. In- m-ld-m Dt. Jörg ü a7f 7< Mtt"ü-d-r f ___l . .(.IX.aUIa ztliov ,11114\ blP 6«^m?netbür* bie meaenffib" beffen «Innert M *>" Professoren, welche der könig Wilhelm nach Gent, Lüttich und Löwen gesetzt hatte, und her harne Michel Birnbaum insbesondere steht noch geehrt da in der belgischen jüristenwelt- Seine so inhaltsreichen gelehrten Vorlesungen sind nicht vergesien. Man weiß, daß et zu den gründern der „Bibliothfcque du jurisconsulte“ sowie zu den rebacteuren der „Thdmis“ gehörte; man weiß gleichfalls, daß er im jare 1820 und den folgenden auf's sorgfältigste die entwürfe zu einer neuen codificirung des strafrechts kritisch beleuchtete, und sein name ist weiterhin verbunden mit der gründung des „College philo- sophique“, welches er eröffnete Als gegen das ende des verflossenen jare« die zeuungen sein htnscheloen meldeten, hatten ihn mehrere schon lange für tot gehalten, weil er nicht mehr schriftstellerisch tätig war und zurückgezogen lebte. — Von seiner langen wtrkungS- zeit ist soeben eine schiloerung entworfen worden von der Hand eines seiner Nachfolger an der Universität Gießen, des Herrn Karl Gar ei 8, eines jungen gelehrten, der höchst tun« bet früher vom Abg. Freitag dtrtgirten „patriotischen Fraction" ist diesmal dem Dr. Jörg übertragen. Uebrigens hat sich bte Stärke demselben, verringert i gleichzeitig haben aber auch die Extremen durch die wegen Beleidigung des Kaisers erfolgte Verhaftung ihres Führers, des beruchttg en Redac- reurs des „Bayer. Vaterland", Dr. Sigl, einen schweren Verlust erlitten. In Oesterreich hat das Gesammtministerium Auersperg, nachdem es den Ausgleich zwischen den beiden Reichshälfien zu Stande gebracht, um seine Entlastung gebeten, der Kaiser aber für's Erste nur den Minister des Innern, Laster, von feinem Posten enthoben, sich dagegen die Entscheidung über da« Bleiben oder Gehen der übrigen Minister Vorbehalten. Feldzeugmeister Philippo- vich der bisherige Landes-Commandirende in Böhmen, wurde zum Oberbefehls- Haber der zur Occupation Bosniens und der Herzegowina bestimmten Armee ernannt. , . Die italienische Regierung hat nicht gesäumt, über die traurigen Vorfälle zu Venedig, wo der Pöbel vor dem Hause des österreichischen Consuls Ausschreitungen begangen hatte, in Wien befriedigende Erklärungen abzugeben, und dadurch eine Trübung der bisherigen guten Beziehungen zwischen beiden Ländern verhindert. In der Deputirtenkammer erlangte sie auf stnanziellcm Gebiete ein entschiedenes Vertrauensvotum, indem ihr Finanzplan, der u. A eine Verminderung der drückenden Mahlsteuer um ein Viertel in Aussicht nimmt, mit großer Majorität (204 gegen 60 Stimmen) gebilligt und das von dem Finanzminister angekündigte Gleichgewicht zwischen Einnahmen und Ausgaben selbst von der Opposition anerkannt wurde. In Frankreich hat die repubWniiche Partei bei den am 7. d. vollzogenen Nachwahlen wiederum einen MWen Mg davon Magen, indeck bei 22 Wahlen, MzeseM oofi zwei Men, 'ln denen Stichwahlen n.ythig geworden, nicht weniger al# 16i Republikaner und nur 4 Conservative gewählt wurden. Dieser sieg' erhöht die Zahl der republikanischen Partei in der Kammer aus 378 Mitglieder und ist um so bedeutung^olle.r, als die neuen Depu- tirten unter dem Eindruck der Marseiller Eheste mit dem Rufe:, „Weg mit den Jesuiten!" gewählt und alle ohne Ausnahme entschiede^ des Ultramontanismus sind. Während die Exkaiserin Eugenie zum Kuxgehrguch in Ecys etnge- troffen ist, hat sich ihr Sohn, Prinz Louis Napoleon, aus die, BcMahrt nach Kopenhagen begeben, wo er um die Hrnh der Prinzess an» halten will. In England hat die Nichricht von dem Abschluß eines Defensiover- trazes mit der Pforte, welcher der englischen Regierung die Besetzung der für die Beh-rrschünq dKW Wonach Indien so wichtigen Insel Cypern gestattet, begreiflicherMeise eine überaus günstige Anfnrhme gefunden ; die Conseroativen rühmen den Aet der Regierung als ein wahres Meisterstück ihres geriebenen Premiers. ' Loka l-N otiz. Gießen, 13. Juli. (Sitzung der Stadtverordneten am 11. Juli.) Bei Beginn der Sitzung theilte der Herr Bürgermeister der Versammlung mit, daß die Stadt in 3 Processen, betr. Armenwesen, ein obsiegendes Urtheil erfochten; ferner daß das Expropriationsverfahren in Sachen des Lenz'schen Felsenkellers ^m Gange sei und nächsten Montag Termin zur Abschätzung stattfände; gleSermaßen sei das Verfahren bei Herrn Zöller im Gange, während Hdrtmann Eulers Erben sich in Güte verständigen wollten. - Der Herr Bürgermeister richtete sodann das Ersuchen an die Stadtverordneten, künftig beim Verlassen der Sitzungen ihm Mittheilung davon zu machen, damit nicht, wie es in letzter Sitzung gescheh:^ die Versammlung brschluß- unfähig würde. - Es wird ein Ausruf des Comitös zur Sammlung einer „W i lh elm- spende- verlesen und erbieten sich v:rschiedene der H-rreN Stadtverordneten an den Sammeltagen des 20., 21. und 22. Juli Wien betreff. Sammellokalen anwesend zu fein. — Seitens Großh. Polizei-Commissariats wird mitgetheilt, daß Großh. Mmisterium Regulativ und Instruktion der neu zu errichtenden Schutzmannschaft genehmigt habe und daß die bezügliche Publikation alsbald erfolgen solle. Der Titel „Wachtmeister ist somit gütgeheißen worden.-Zu der eigentlichenTageS-Ordnung übergehend werden die Rechnungen der Armenkasse, welche eine Einnahme von 33575 93 Ausgabe von 30795 JL 87 $ und demnach einen Ueberschuß von 2780 6 aufweist, sowie diejenigen der P lock sichen Stiftung, Einnahme 6518 JL 3 ^.Ausgabe 6-88 JL 38^, Ueberschuß 229 65 H, genehmigt. Das Stiftungscap tal der letzteren betragt dermalen 77109 83 — Herr Hofg.-Advocat Ladroisse bat in einer längeren und ziemlich scharfen Eingabe um Eröffnung der Plockstraße, sowie um Reinigung deS Fluthgrabens an der Mauer seiner Hofraithe. Er betonte, daß er in seinem Ggrten bauen wolle, daß durch Erbauung einer massiven steinernen Brücke der frühere Gemeinderath die Straße jedenfalls dem Verkehr übergeben wissen wollte, daß durch den jetzigen Zustand die neue Anlage ein Tummelplatz von liederlichem Gesindel sei u. s. w. Die Bau-Deputation beantragte nun, daß dem Gesuch vorerst keine Folge zu geben fei ba sich bis jetzt noch nicht die Rothwendigkeit zur Eröffnung der Plockstraße ergeben habe, dagegen dem zweiten Punkt der Eingabe, Reinigung des Fluthgrabens, zu willfahren sei. Die Versammlung acceptirte diese Anträge. - Einer Beschwerde des Kaufmanns C. Lange wegen des Fluthgrabens in seinem Garten konnte nicht ffattgegeben werden^ weil der Rechtsvorgänger desselben, Prof. Pra ubach, auf fragl. Graben schriftlich Verzicht geleistet hat- — Das Gesuch des Kupferschmieds Ehr. Zimmer w.'gen Ver- süllung und Pflasterung des Fluthgrabens an seinem Hause wurde insofern genehmigt als es Sache desselben ist, etwaige Rechte Dritter zu erledigen resp. erhobene SttsiprÜche zu befriedigen. — Zur weiteren demnächst zu beginnenden Auffüllung her Reichens an o- Bahnhofstraße wird der erforderliche Credit bewilligt. — Das Baugesuch des Herrn Adam Huhn wird gutgeheißen wenn bei dem projektirten Gebäude ein schöneres Dachgesims vorgesehen wird. — Die Baugesuche der Herren H. Rusag, Meyer selb und P. Prell werden genehmigt. — Herr Glaser Joh. Hirz wird als Bürger der Provinzialhauptstadt Gießen ausgenommen. — Bei der nun folgenden Verloosunq von ftadt. Obligationen werden 7900 fl. 3i/2o/o Schuldverschreibungen Lst. A. 92. 71. 96. 101. 12. 58?; B. 107. 71. 168. und C, 144. 195. 881. 233., sowie 1200. fl. 40/0 Lit- A. 21., C. 46 und 14 ttus 8ttr Urnen gezogen. — Betreffend die Quellwasserleitung kam ein technisches Gutachten des Herrn Direktor Bansa, sowie ein solches der weiteren Commission zur Verlesung. Die Beschlußfassung hierüber wird jedoch auf 8 Tage ausgesetzt- — Bei der Veraccordirung vsn Waldarbeiten werden die von Herrn Oberförster Lang verlangten Credite verwilligt. Gleichzeitig wird von verschiedenen Herren die mangelhafte Chaussttung einzelner Waldwege so ü. A- an den Altentischwiesen, hervorgehvben und befürwortet, daß für die Folge mehr für gute Abfuhrwege gethan werden möge — Das zu den öffentlichen Gebäuden der Stadt erforderliche Brennmaterial pro 1879 wird genehmigt und eine Steinkohlen-Commission ernannt- — Zu einer UeberbrÜckung an einem Acker am Wieseckerwea wird Zustimmung ertheilt- — Ein Tauschvertrag mit Fuhrmann Ludwig Pfaff wird mittelst namentlicher Abstimmung angenommen- — Dagegen ein Gesuch des Bauunternehmers Jakob Bourguignon wegen Absahren von Sand aus der städt. Sandgrube nicht bewilligt sondern Petent auf die üblichen Bedingungen und Vorschriften verwiesen. — Dem Kriegerverein wird das erbetene Holz, welches jur Erbauung der Sängerbühne im Oswald'schen Garten biente, bewilligt. — Dem historischen Verein für Localgeschichte wirb baS frühere Local bes Ortsgerichts im alten Rathhause als Ausstellungslokal sowie etwaig vorhanbene Antiquitäten, unter Wahrung beS Eigenthums ber Stadt gewährt. — DemAlicen-Frauen-Verein werden, unter dem Vorbehalt jederzeitiger Kündigung weitere Räumlichkeiten hn städt- £jaufe am Afterweg zugesprochen und dem Bienenzucht-Verein 30 je. zur PrämiemVertheilung verwilligt. —a- vorteilhaft bekannt ist als Verfasser verschiedener wertzeschätzter werke. (I o h. M i ck a el FranzBirnbaum, weiland Unioe^sitätsprofessor der Rechte zu Löwen, Bonn, Freiburg, Utrecht und Gießen, Kanzler der Universität Gießen.) Einige jeilen der erinnerung in einem belgischen juristischen Journal dürsten wol zweckdienlichst einem hervorragenden rechtsgelehrten gewidmet werden, der 13 jare hindurch in Belgien gewirkt und einen heilsamen eiafluß auf belgische Magistrate unb anwalte ausgeübt hat. Michel Birnbaum war erst 25 jare alt, als er nach Löwen berufen würbe, um dort den lebrstul für strafrecht, öffentliches recht, rechtsencyclopädie unb statiftik zu besteigen- Er trat zum erftenmile als lehrer ber rechtswissenschaft auf, Dagegen erfreute er sich einer gewissen literarischen berümtbett; er »ar nämlich ber le ter cineS poetischen journalä gewesen. Dramatische stücke, heroisch-sentimettalen Inhalts, die er verfaßt, kamen in feiner Heimatsstadt Bamherg, in Würzburg uyd Frankfurt zur auffürung; er selbst hatte, one gegen bte naioeh sitten des landes unb der zeit zu verstoßen die bretter bestiegen unter ben beifallsrusen ber harmlosen b tmberger bürqer. Der regierung ber Niederlande war er von dem baron von (Sagern, dem geschickten diplomatischen areuten des Hauses Oranten, war dem berümttn Weffenherg, damals coadjator des butums Conftanz, sowie von der würzhurger facultat, vyr welcher er tdne Prüfung d^stctnd^n und ftltte Doctortyesen aufs äuUezrichnetste orrteidigt hätte, empfohlen worden. 3n tätiqkeit getreten, gemeinsam mit Jaeques-Philippe de Bruyn, de Coster und Jaquelard, fett der eroffnung der universiikt, am 5. october 1817, htt Birnbaum Löwen erst nach der reoolution wider verlassen. Ungeachtet einiger, manchmal ziemlich heftiger kämpfe, die er bet verschiedenen Veranlassungen bestanden hatte, wurde sein w.'gqang aufrichtig gedauert. Man wollte ihn zurückhalten, aber er wies es ab, indem er sogar den schein eines treubruchs verabscheute gegenüber Der regierung, die ihn ernannt hatte. Er begab sich zuerst nach Bortn, wo er erarächtigt wurde, Vorlesungen zu halten, one seine eigens schaff als niederländischer beamtet zu Datieren unb man bot ihm auch ohne zögern einen ordentlichen lehrstul an. Za gleicher Z;tt kamen ihm anerbtetungen von Tübingen und Freiburg. Er entschied sich für Freiburg, blieb dort zwei jare, nahm dann in den ersten monaten des jares 1835 einen lehrstul zu Utrecht an, wo er seine altert collegen Holtius und Ackersdyck widerfand und ließ sich endlich im jare 1840 zu Gießen nieder. Das war seine letzte Wirkungsstätte. Er hat dort 37 jare verbracht, bis zu seinem tobe, ber ihn am 14. dezemder 1877 ereilte. Die Universität Gießen, der geistige rnittelpunkt eines großherzogtums, bas ein sehr kleine? land ist, war niemals, soviel ich weiß, stark besucht, aber sie hat mehrere Professoren ersten rangS besessen. Sie hatte im jare 1840 zum kanzler ober Verwalter einen sehr bekannten mann, den publicisten unb germanisten Linbe. Die juristenfacuttät 3alte zu ihren Mitgliedern die lehrer des civilrechts Wilhelm Sell, Loehr und Sintenis; eine angesehene Zeitschrift, bte „Zeitschrift für Civil- recht und Proceß" diente ihm qewiffermaßm als organ. Im jare 1844 wurde B. zum rector ernannt. Drei jare spater ersetzte er Linde in der eigenschaft als kanzler und hat diese hohen functiohert bis zum jare 1875 erfüllt Da der kanzler der Universität von rechtswegen Mitglied der ersten kammer ist, so verschlangen Politik und Verwaltung einen großen teil ber zeit, die B ehemals der Wissenschaft unb den mufen widmete. Er nahm tätigen anteil an den oft stürmischen beratungen des jires 1848 unb 49 und war einer der drei Vertreter des großherzogtum? Hessen im erfurter parlam.'nt. Als solcher vertrat er die sache b?r rechtseiahcit in Deutschland. So war er auch ein Verteidiger der religiösen sreiheit, der cioilehe sowie des öffentlichen und mündlichen gerichts- verfarens. Man muß indessen gestchen, so fortschrittlich gesinnt er auch war, daß er sich nicht begeistert zeigte für die geschwornengerichte und keineswegs von der nutzlostg- kett der todesftrafe überzeugt war. ,,, _ In Belgien bereits hatte er sich der aufkeimenden mode der abschaffangstheorie Cabolitiannisme) widersetzt und man hat ihn um deswillen etwas beeinträchtigt. Man braucht nicht zu sagen, daß B. nahezu ein vierteljarhundert> hindurch wacend der dauer seiner Parlamentären tätigkttt der ersten k immer eine große anzal berichterstattunaen, denkschritten und reden geboten bat, bfe fast durchweg bemerkenswert gewesen sind. Mehr als einmal hat der großherzoz ihn mit Vertrauensmissionen betraut. Herr Gareis erroänt unter anderm die merkwürdigen und höchst bedeutungsvollen einzelnheiten, welche zwei Mainzer bischofswalen charakterisirteg, wobei B. den großherzog in seiner eigenschaft als landesherrlicher commiffar vertreten mußte. Ich constatire bei dieser gelegenheit, daß die broschüre des Herrn G. ein gemälde deS geistigen und politischen lebens beutschlands wärend der ersten Hälfte, ober den drei ersten vierteln unsres jahr- hulwertf darhietet: es ist mehr als eine biographische nötig, es ist eine historische ftubie oon ^E^HrittenBs. sind beträchtlich aber zerstreut in broschüren, denk- und gelegenheitS- schritten. Verschiedene Sammlungen enthalten artikel von ihm, besonders das Archiv für criminalrecht, das er gemeinsam mit Abegg, Mittermaier, Zichariaie, M. Heffter und M. von Waechter gefürt hat. Sein nicht sehr unfangreich-s haupiwerk stammt aus dem jare 1831. Es fürt den titel „die rechtti he natur des Z chnten" unb ist besonders bemerkenswert durch die wesentlich historische methobe, welche dasselbe b.-berrscht. Im jare zuvor hatte B. eine gelehrte unb kurz gefaßte denkschrift erscheinen lassen, betreffend die rechte des Herzogs Karl Franz Ferdinand von Looz-Corswarem an das fürstentum Rheina-Wolbeck. , . . . , .. r, B. bat bohe amter bekleidet, seine reiferen j ire sowie sein greifcnalter waren mit ebren umgeben. Seine anfäige sind schwierig gewesen. Die läge seiner eitern war eine höchst bescheidene. Sein »ater, diener beim bischöflichen sitze, battt eine sehr zal- reiche familie. Michel war das 21. Kind; für feine ftubien mußte er durch unterrichi- aeben selbst sorgen^ unb als er nach ßpa^n berufen wurde war er Hauslehrer. Der erfMg hat ihn nicht verdorben; vdn hettsreL nltttranlage ist er sttts natürlich einfach und gutmütig geblieben. An seinem grabe hat es der rector von Gießen, Herr Oncken, in bewegten Worten ausgesprochen: „Das leben, welches sich hier vollendete, hat nur ein einziges streben, nur ein einziges ziel besessen: e trarad pour le.tr&vail.^ Es war das leben eines gelehrten und forschers, unaufhörlich tattg, unermüdlich; es war reich aefegnet und hat kostbare früchte getragen; stets war eS bescheiden und anspruchslos Birnbaum bat dreimal schr vorteilhafte anerbieten zurückgewiesen, die ihm seitens der katb- univerfität von Löwen gemacht wurden und zwar im jare 1834, 1843 und l^s. __ " " (A^pHouse Rivler,)^, " Wie gut und köstlich^st es, wenn man sich so recht gesund und wohl fühlt, wenn einem alles schmeckt, und man sich so ganz der Vollkraft seiner Gesundheit erfreut Tausende haben dies köstliche Gut, aber ebepsooiele leben mißmrtthig und verstimmt dahin, es fehlt ihnen der Appetit, der Schlaf, frisches gesundes Blut, und in Folge 1 dessen fühlen sie sich müde, abgespannt und unbehaglich. Um sich das Wohlbehagen, die frühere Kraft und Gesundheit wieder zu «eben, giebt es ein köstliches Mittel, eS ist dies die berühmte Schrader'sche weiße Leben«-Essenz, von Apotheker Jul. Schrader in Feuerbach- Stuttgart, die schon Tausenden früheres WohlbeWLL Kraft und Gesundheit wieder gegeben hat, und di- in unzähligen FamMen ein VäüS^ 1 schätz geworden ist. Sie sei deßhalb allen Leidenden bestens empfohlen. (3901 Das Bureau für Stellenvermittelung d. Kausm. Vereins in FRANKFURT a. M. ' (unter Patronat der Handelskammer), » besetzte in den letzten 3 Jahren über 2600 «ommis - und Lehrlingsstellen (auch. . für Nichtmttglieder). >4147) ■■ (Man wolle genau auf die Firma achten.) Reinen Fru^htbranntwejn, 3720) Gewinne im Werthe (4161 ff ff 3 A sind zu haben bei: 45 3739) ahttenfabrth in allen Größen empfiehlt (4271 empfiehlt Hefi- Hof. 4020) werden schnell und gut gemacht. Achtungsvoll B Steinkohlen 4247) 50 150 300 1250 Bud. 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Herr Gare» igsooüen einzelnhM i großherzog in feine ich csnstatne bei dick eistizen unb politti^ envieriein unsres tnhr- ift eine blflortfie n,denk-undgckgtnM i, besonders das W -richariae, SW- W W hiuptwrrk sta^l .z rrchnten" und ist bt ,lFe dasselbe b-eM rrsch-tn-n lass'.",» iopWöirem an W ASZ ««6,T Ute rpjvPL ä-vs M Ncinschmeckcndcn Ceylon- und Zavakassee per Pfd. von Mk. 1,20 an empfiehit (3718 ___Rud- Gi-öbel- Gis, GisschranLe, Natürliche Mineralwasser, Feinstes Flaschenbier empfiehlt billig frei in's Haus geliefert Hch. Schmall, Neue holl. NoUhäringe empfehlen (4198 Heinzerling Lf Tribus. Krisch gebrannten J ava-KafEee, vorzügliche Qualität, per Pfund Mark 163, empfiehlt (4225 ______Wilh. Seibert, Marktstrahe. Aechlkn Weinessig, vozzüglich zum Einmachen, |bmir ssmmüichr Gewürre empfehlen (4199 Heinzerling & Tribus. 4?9Q) Ein Kofthor u. einige Fenster und Thüren zu verkaufen bei JL JBlitz. Aeilgeöotenes. 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