labern -orte. ■ W 3»fMterit> ■ld>™ Zommer- "*> wird der Anfang n ~ II 10 . er Kasse zm Mon- (3581 nents Nr. 116. । — asstellung HI6 ■Vereine 25. Juni. Wtheiluvg, daß >ßvater, ir her, siebenen. . Juni, ®WI|S Aär'" .»S-WW'g ÄK« S** ve<6w E ll /»*. ehr. »t««S ffoaiptoitJP 'gier®^' .Ä »«“'JÄ -°«/E As> iQßtn w Freitag, den 14. Juni Ufo. 135 1878 Ay?klge- N.Ä AyrtMatt fit des Kreis Gießen Erscheint ILgttch mit Ausnahme deS Montags. Preis vierteljährlich 2 Marl 20 Pf. mit BnngLrtohn. Durch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Ded»EorrSL*»5eanr Sartenstraße B. 165. GG-seviLLsn^sattetz»«r Gchulstraße B. 18. Amtlicher Hheil. Lehrer-Conferenz des Conferenz-Bezirkes Lich-Hungen: Montag dm 17. Juni, Morgens 10 Uhr, in Hungen. Lehrer-Cvnferenz des Conferenz-Bezirkes Großen - Bufeck : Donnerstag den 20. Juni, Morgens 10 Uhr, in Großen-Buseck. Gießen, den 11. Juni 1878. Büchner, Kreis-Schuliuspector. politisch er <1 e i L Die deutsche Socialdemokratie und die Internationale. In der Reichstagsdebatte vom 23. Mat sagte der Abg. Eugen Richter, die socmldemokratische Bewegung in Berlin sei „bis in das Jahr 1872 hinein wesentlich und in der Hauptsache ein Kunstproduct gewesen, das von einer Seite unterstützt und subventtonirt" worden sei. Er bemerkte außerdem in Bezug auf die ganze Bewegung im Lande, die Socialdemokratte sei „nicht älter als das Ministerium Bismarck." Und in Betreff der Erkenntniß der Gefährlichkeit der socialdemo- krattschen Ziele, daß seine Partei die Gefahren früher erkannt habe als die Regierung. Er verwies zum Beweise dessen auf die Wirksamkeit von Schulze-Delitzsch. Niemand wird diese Bemerkungen als' unbegründet bezeichnen können. Was der Regierung zur Entschuldigung gereichen könnte, besteht darin, daß der Charakter der Bewegung unter Lassalle sich mit einer Umänderung der bestehenden Gesellschaftsordnung auf friedlichem Wege und innerhalb des nationalen Staates beschäftigte; daß Lassalle ein glühender preußischer und deutscher Patriot war; daß tr die großen politischen Ziele der Bismarck'schen Politik erkannte und Front machte gegen die Verkenner derselben, die liberale Partei; daß Bismarck einen solchen,, den „Acheron" in Bewegung setzenden Bundesgenoffen benutzen zu können -glaubte. Um gerecht zu sein, müssen wir aber hervorheben, daß die Duldung der Loffalle'schen Agitation Hand in Hand ging mit einer Unterstützung der Schulischen Bestrebungen. Tie zur Förderung deffelben eingebrachten Gesetzesvorlagen haben die warme Unterstützung der Regierung gefunden. Die Regierung hat eben geglaubt, daß im Widerstreit der Meinungen, in der richtigen Selbsthülfe der bürgerlichen Gesellschaft der Weg gefunden werden könne, der die Ordnung paart mit der Freiheit. Das glaubt ein großer Theil der liberalen Partei noch heute. Aber, möge das Ministerium Bismarck immerhin in seinem Glauben Unrecht gehabt haben, ist das denn ein Grund, ihm heute, wo es zu anderer Erkenntniß gekommen ist, selbstgefällig die Mitwirkung zu versagen und freudig zu rufen: Tu l’as voulul? Da würde sich doch die Geschichte des Sohnes wiederholen: Es freut mich für meinen Vater, daß ich Rheumatismus habe, warum hat er mir keinen Ueberzieher gekauft? Die soctaldemokrattsche Bewegung bedroht unS, bedroht die bürgerliche Gesellschaft, bedroht die Regierung gleichermaßen. Wir haben nicht mehr die Ausgabe, Recriminationen zu machen; es ist unsere Aufgabe, vereint mit der Regierung das in uns ern Staatskörper eingedrungene Gift zu vertreiben. Wir haben die Ueberzeugung vor dem Hödel'schen Attentat gehabt und haben sie nach demselben mit verstärktem Elfer vertreten, daß es Aufgabe der Regierung sein muß, die Auswüchse in den Bestrebungen der Socialdemokratie herauszuschnciden. Wir finden die bürgerliche Gesellschaft gegenüber einer sie offen bedrohenden organisirten Gesellschaft von Uebelthätern nicht mehr stark genug, ohne Anwendung von energischen Maßnahmen ihre Freiheit zu schützen; wir erachten es für unser Recht und für unsere Pflicht, der socialisttschen Agitation die Mittel wegzunehmen, mit denen sie einen schmählichen, unberechtigten Gebrauch der Freiheitsrechte ausübt. Jetzt nach dem zweiten Attentat, nach diesem neuen Symptom der durch die Socialdemokratte ange- rtchteten Gemüthsverwtlderung, sprechen wir diese unsere Ueberzeugung noch eifriger, noch rückhaltsloser aus, unbeschadet der ganzen bisherigen, seitdem vielleicht schon etwas heruntergestimmten Ansicht der liberalen Partei. Wohl fragt man schon und wird es weiter fragen: Hätten denn die Ausnahmegesetze das zweite Attentat verhindert? Die Zeit ist zu ernst zu solchen Vexirfragen! Wir behaupten nichts mehr und nichts weniger, als daß die offenkundige, geduldete Verbreitung von Ideen, welche zu Gewaltthaten aufreizen, nicht Wetter geduldet werden darf. Ruft diese Nichtduldung Aufstand und Empörung hervor, so thäte sie daffelbe, was die Duldung hervorgerusen hat und in erschrecklichem Maße weiter Hervorrufen wird. Heute haben wir noch die Macht, die Bewegung an der Wurzel zu treffen, und, wie wir überzeugt sind, ohne nennenswerthen Widerstand. Das Morgen liegt dunkel vor uns. Das blitzende Schwert der strafenden Gerechtigkeit kann allein den Tag erhellen. Jahrelang haben in Deulschland die beiden Richtungen der Laffalleaner und der Internationalen gegeneinander gerungen. Mit der vollständigen Unterwerfung der Ersteren unter die Letzteren ist der Kampf beendet worden. Aus dem Congreß zu Gotha, im Jahre 1876, hat sich die Vereinigung vollzogen. Der neue, von dieser Vereinigung gewählte Vorstand der Internationalen verkündete sofort, daß vor dem nun stattsindenden bewußten einheitlichen Vorwärtsschretten die Hauptfesten der heutigen Gesellschaft bald zusammenbrechen würden. Man hat damals über diese pathetischen Worte gelacht; man hat darüber gelacht bis zu der Stunde, wo der erste Schuß aus das Oberhaupt der deutschen Nation fiel. Dann hat man sich begnügt, mit den Achseln zu zucken: man könne eine aus der Wissenschaft geborene, also frei zu discutirende Richtung doch nicht für die wahnsinnige Thal eines schlechten Subjects verantwortlich machen. Zuckt man auch heute noch die Achseln? Ist man heute noch geneigt, sorglos die Hände in den Schooß zu legen 'und zu warten, „bis die Haupt- jesten der heutigen Gesellschaft vor dem bewußten einheitlichen Vorwärtsschreiten zusammenbrechen" ? Trotz der Millionen von Bogen, welche in Deutschland geschrieben worden sind, um das Publikum über die Socialdemokratte auszuklären, ist diese Aufklärung nur in sehr kleine Kreise gedrungen. Warum?. Weil man das Unrichtige, dasCoquettirende, das Vermittelnde, das Quint- essenztrte las. Man las nicht das, waS das Volk aufwühlte und verdarb, die kleine Preffe. Man las nicht die Flugblätter, nicht die Kalender, nicht die Broschüren der planmäßig arbeitenden Agitatoren. Hätte man sie gelesen, man würde längst erkannt haben, an welchem Abgrund man schwebt. Weil man sie nicht las, predigten die Wenigen, die sie lasen, tauben Ohren. Und so sagen wir es denn wiederum laut und vernehmbar: Seit dem Gothaer Congreß wird die deutsche Scctaldemokratie geführt und tyranrnsirt von der internationalen Arbettervereintgung, deren einziges Ziel der Umsturz des Bestehenden, die Revolution ist, die kein Pactiren will, die jede Aufbesserung des Looses der arbeitenden Klassen bewußt hindert, weil diese Klassen dadurch dem Ziel, der Empörung, abgeneigt gemacht werden. An der Spitze dieser Internationalen stehen die Herren Marx und Engel in London, über welche Männer der durch Testament Laffalle's zu seinem Nachfolger ernannte Beruh. Becker einmal schrieb: „Die Herren der Marx'schen Clique nannten sich Communisten , sind aber nichts als ehrgeizige diabolische Ränkeschmiede, unfähig zu jedem Aufbau, nur zum Zerstören bei der Hand." Es ist wirklich liebenswürdig, gegen solche Leute, die da offen aussprechen: sobald wir die Macht haben, beugst du dich unserm Willen, unserer Herrschaft freiwillig in Furcht und Zittern, oder wir nehmen dir mit Gewalt Leben und Eigenthum! aus die Hülfe von Gesetzen zu verweisen, die so human matt abgesaßt sind, daß sie keinen Schutz bieten. Es ist sehr einsichtig, gegen solche Gesellen Ausnahmegesetze zu perhorresciren und zu verweisen auf Belehrung, auf Ueberzeugung, auf Selbsthülfe durch Bürgervereinigungen und dergl. Sind denn die Paragraphen unserer Strafgesetzbücher, ist nicht gewtffermaßen ein jedes Gesetz ein Ausnahmegesetz? Läßt sich nicht ein wiffenschaftlicher Unsinn erfinden, der den Diebstahl, die Unzucht, den Mord, die Falschmünzerei als trübe Auswüchse der menschlichen Gesellschaft bemitleidet und Heilung dieser Schäden auf demselben Wege fordert, wie man ihn jetzt noch gegen die Socialdemokratie als den einzig richtigen Weg bezeichnet? Allerdings, wir können unser bewegliches Eigenthum verschließen, unsere Thüren verrammeln, uns hüllen in Stahl» und Eisen, wir können fröhlich den Schutz des Gesetzes entbehren und uns Jeder für sich seinen Gesetzescodex ausarbeiten. Wir haben ja solche Zeiten erlebt. Man spricht zwar von diesen Zetten als von den barbarischen; aber das wird wohl nach der Ansicht unserer heutigen Wissenschaft eine falsche Bezeichnung gewesen sein! (Trotzdem wir mit Vorstehendem nicht in allen Punkten uns einverstanden erklären können, glaubten wir jedoch von einer Veröffentlichung deffelben nicht absehen zu sollen. D- Red.) Deutschland. Berlin, 11. Juni. Bulletin von 9% Uhr Abends. Se. Maj. der Kaiser haben einen großen Theil des heutigen Tages bet geöffnetem Fenster im Lehnstuhl sitzend hingebracht und sich am Genuß der frischen Luft erquickt. Anderweitige Veränderungen im Befinden während des Tages sind nicht zu vermerken. (Unterz.) Lauer. Langenbeck. Wilms. des die die zum dem aus Bischof in Speyer ernannt. New-Aork, 11. Juni. Der Schooner „Eothen" segelt nach Nordpol, um die Ueberbleibsel der Franklin-Expedition aufzusuchen. 44. Congreß eine gehörig constitutrte Körperschaft, somit zur Zählung der Stimmen der Präsidentenwahl und zugleich befugt war, das Resultat der Präsidentenwahl zu proclamiren. Kein künftiger Congreß sei berechtigt, diesen Act zu revidtren, noch könne irgend ein Congreß dem obersten Gerichtshof oder einem anderen Tribunal die Befugniß ertheilen, die Frage wieder zu eröffnen, welche in solcher Gestalt erledigt worden sei. Pesth, 12. Juni. Unterhaus. Jstoczy beantragte, daß anläßlich der Orientangelegenheiten das Judenretch Palästina wiederhergestellt werde. Der Antrag wird nach Erledigung des Ausgleichs zur Berathung gelangen. Hierauf wurde die Vorlage in Betreff der Spiritus-Steuer und des Zollbündniffes definitiv erledigt. Berlin, 12. Juni. Der heutige Tag gilt bei den Congreßmitgltedern vornehmlich den gegenseitigen Besuchen, Vorstellungen und Empfängen. Alle demokratischer Agitation unwiderstehlich hingewiesen, beschließt: 1. Das freie und selbstbewußte Bürgerthum darf den Schutz der heiligsten Interessen der Nation nicht ausschließlich von der Staatsgewalt erwarten, es muß diesen Schutz als seine eigenste und ernsteste Pflicht betrachten. 2. Die reichstreuen Bewohner der Stadt Gießen, dürfen daher fortan nicht geschehen lassen, daß ein Theil ihrer Mitbürger den gewissenlosen Verführungskünsten berufsmäßiger Agitatoren der Socialdemokratie in Volksversammlungen ohne Gegenrede preisgegeben wird. 3. Der geschäftsleitende Ausschuß des Vereins der nationalen und liberalen Partei wird hiermit verpflichtet, so oft eine öffentliche Versammlung von socialdemokratischer Seite ausgeschrieben wird, alle reichstreuen Bewohner der Stadt, insbesondere aber die Vereinsgenossen, zum Besuche dieser Versammlung aufzufordern und Sorge dafür zu tragen, daß die Irrlehren der Socialdemokratie niemals unwidersprochen bleiben und alle heuchlerischen Beschönigungen ihrer Endziele entlarvt werden. 4. Allen Vereinsgenossen wird hiermit die Verpflichtung auferlegt, derartigen Aufforderungen des geschäftsleitenden Ausschusses gewissenhaft nachzukommen." Der Vorstand hat weiter beschlossen, an die Herren Professoren Oncken und G arei S Bitte zu richten, Ihnen über diese Anträge Bericht zu erstatten, und ertheile ich nunmehr Herrn Professor Oncken das Wort. Herr Prof. Dr. Oncken: Meine Herren! Ich habe einige allgemeine Worte über die Lage, in der wir uns befinden, zu sprechen. Angesichts der unbeschreiblichen Erregung, die unser ganzes Volk durchzittert, angesichts der unglaublichen Sprache, in der die Presse der Socialdemokraten noch in diesem Augenblick spricht, in einem Tone, der an die schlimmsten Zeiten des Jahres 1793 erinnert, angesichts der maßlosen Entrüstung, die uns Allen in der Seele kocht, liegt einem Redner unserer Seite die Versuchung nahe, die Leidenschaft gegen die Leidenschaft aufzurufen, den Haß gegen den Haß zu entflammen und zu vergessen, was man leicht vergißt, wenn man eine gerechte Empörung nicht meistern kann. Ich werde mir Mühe geben, m. H., dieser Versuchung zu widerstehen und die Sache so ruhig zu behandeln, als mir das mein eigener Gemüthszustand gestattet. Sie wissen, m. H., der Meuchelmörder vom 2. Juni hat den Kaiser Wilhelm erschießen wollen, weil eres für das Staatswohl ersprießlich hielt, das Staatsoberhaupt zu beseitigen. Sie wiffen, daß einer seiner Gesinnungsgenossen, der dieser Tage zu schwerer Kerkerstrafe ver- urtheilt worden ist, mit kaltem Blut und eiserner Stirn dem Richter gesagt hat: „Ich hasse den Kaiser WUHelm, ich bebaute, daß er nur verwundet ist; rch habe nicht den Muth, ihn zu erschießen, aber viele meiner Gesinnungsgenossen haben diesen Muth und ehe ein Jahr vergeht, werden alle Hohenzollern todt sein, dann herrschen wir, die Socialdemokraten." Das ist endlich einmal ein offenes freimüthiges Wort nach Jahren der Lüge und der Heuchelei. Das ist das Bekenntniß der Fanatiker einer Partei, die bei den letzten Reichstagswahlcn 600,000 Stimmen auf ihre Kandidaten vereinigt hat. Und dies Bekenntniß, m. H., zeichnet unsere Lage und zeigt auch dem blödesten Auge den Abgrund, vor dem wir stehen. Wenn die Franzosen die Hände über den Kopf zusammenschlagen, weil sie glauben, in Deutschland müßte irgend etwas wie eine Katastrophe vorgefallen sein, die gesunde Menschen krank, vernünftige unsinnig gemacht hat, wenn sie im Tone vollständiger Verblüfftheit fragen, wie geht das zu? nun, m. H., mit was für Empfindungen werden wir fragen, wie ist so etwas in dem neuen deutschen Reich, wie ist so etwas in dem Land der Dichter und der Denker möglich gewesen? Wie war cs möglich, daß unmittelbar nach einem verbummelten Gassenbuben ein Mensch von gelehrter Bildung, ein Zögling Deutscher Wissenschaft dem deutschen Kaiser Wilhelm auflauerte, wie einem Jagdwild, zielte auf sein Haupt und losdrückte, ohne daß ihm die Hand zittert, ohne daß sich ihm .<öerz und Gewissen aufbäumten gegen den unnatürlichen, unbegreiflichsten aller Frevel? Die Thatsache ifl entsetzlich, aber noch entsetzlicher ist die einzig mögliche Erklärung, die wir dafür finden. Der Kaiser Wilhelm wird gehaßt, gehaßt bis auf den Tod, nicht obgleich, sondern weil er daS ist, was mir Phtltppopel zur Jnstallirung des Exarchatssitzes abgereist. Im Rhodopegebtrge fanden neuerdings bei Stanimak und im Ardathale, wohin die Ruffen eindrangen, Kämpfe zwischen letzteren und den Insurgenten statt. Ein russischer Kordon bewacht die Straße von Tatarbazardschik und Sophia. Augsburg, 12. Juni. Der „Allg. Ztg." wird von hier gemeldet: Der König hat den Prediger an der hiesigen Frauenkirche, Joseph Erler, AranLreich. Paris, 11. Juni. Die Zahl bet Besucher der Ausstellung überstieg gestern 198.000. ' — Generalversammlung der Suez Canal-Gesellschaft. Aus dem Bericht von Leffeps geht hervor, daß den Canal im Jahre 1877 1633 Schiffe (176 mehr als 1876) passirt haben. Die Gesammteinnahme beträgt 39 Millionen Frcs. (3 Millionen mehr als 1876), der Reingewinn 4y2 Mill., wovon 3,195,000 Frcs. unter die Actionäre vertheilt werden. Die Anträge werden genehmigt. Leffeps theilt der Gesellschaft mit, daß er vorübergehend den Vorsitz in der Enquöte-Commission für die egyptischen Finanzen übernommen habe und sagt, er werde nichts verabsäumen, um diejenigen Reformen zur Annahme zu bringen, welche die Enquete-Commission für nothwendtg erachten werde. Belgien. Brüffel, 11. Juni, Abends. Bet den Wahlen siegten die Liberalen in Brüffel mit 5000 Stimmen Majorität, in Antwerpen mit 72 Stimmen Majorität. Rumänien. Bukarest, H. Juni. Es wird die Verlängerung der Parlaments- Session bis zum 20. Juni erwartet. Die Deputirtenkammer genehmigte den Gesetzentwurf betr. die Errichtung eines höheren Rathes zur Assistenz des Kriegsministers. __ wir jetzt erklären: so kann und darf es nicht weitergehen. Von diesen Erwägungen geleitet, hat Ihr Vorstand einstimmig beschlossen, Ihnen Anträge zur Annahme zu empfehlen, die ich mir nunmehr vorzulesen erlaube: „Der Verein der nationalen und liberalen «Partei in Gießen, durch die an dem ehrwürdigen Oberhaupte des deutschen Reiches von Anhängern der Soeial dcmokratie verübten fluchwürdigen Attentate auf die verbrecherischen Resultate social Telegraphische -ßepeschen. Wagner'S telegr. Correspondenz-Bureau. Berlin, 12. Juni. Se. Maj. der Kaiser hatte ganz ungestörte erquickende Nachtruhe. Berlin, 12. Juni. Bulletin von 10 Uhr Vorm. Se. Maj. der Kaiser fühlt sich durch die ungestörte Nachtruhe wesentlich gestärkt. Am rechten Arm ist eine weitere Verminderung der Anschwellung zu verzeichnen. Nach gewechseltem Verbände sitzen Se. Majestät wieder im Lehnstuhl. v. Lauer, v. Langenbeck. Wilms. Petersburg, 12. Juni. Bulletin über das Befinden der Kaiserin am 11. Juni Morgens. Der Fteberzustand allmählig abnehmend. Das pleu- rittsche Exsudat etwas vermindert. Nacht unruhig. Die Kräfte nehmen nicht zu. — Der italienische Congreßbeoollmächtigte Gras Corti ist mit seinen Attaches Nachts um 12 Uhr, Fürst Gortschakoff mit Begleitung früh 6y4 Uhr hier eingetroffen. — Lord Beaconsfield begab sich gestern Abend nach seiner Ankunft zu Fürst Pismara und verweilte dort iy2 Stunde. — Graf Schuwaloff brachte den Abend mehrere Stunden bet Herrn v. Oubrtl zu. — Gras Andrassy ist h^ute früh um &V2 Uhr auf dem Anhalter Bahnhof hier eingetroffen und wurde von dem gesummten Personal der österreichischen Botschaft begrüßt. Berlin, 12. Juni. Bulletin von 9y2 Uhr Abends. Se. Maj. haben auch heute bis zum Umschläge der Witterung bei geöffneter Balkonthüre im Lehnseffel zugebracht und den wohlthuenden Einfluß der frischen Luft Allerhöchst selbst hervorgehoben. Berlin, 12. Juni. Die Einrichtung des Congreß-Saales und der anliegenden Räume wurde heute Abend vollendet. Den Boden des Congreß« Saales bedeckt ein mächtiger Teppich, auf welchen der hufeisenförmige Tisch aufgestellt wird. Die Seffel sind mit Leder von grüner Farbe überzogen; von gleicher Farbe ist die Decke des Tisches. Die Anordnung der Plätze ist in der Weise festgesetzt, daß die Mächte nach dem französischen Alphabet rangiren. Die Protokollführer sitzen an den beiden unteren Enden des Tisches, dem Prästdiren- den gegenüber. An den Wänden des Saales stehen zahlreiche mit rother Seide überzogene Stühle. Der Buffetraum ist mit Treibhauspflanzen sehr geschmackvoll decorirt. Zu dem Galadiner am Donnerstag zu Ehren des Congreffes sind ungefähr 150 Personen geladen. — Um strengste Discretion bezüglich der Verhandlungen zu wahren, würden die mit der Herstellung dec Drucksachen für den Congreß beauftragten Arbeiter der Geh. Oberhosbuchdruckerei auf Verschwiegenheit besonders vereidigt. Wien, 12. Juni. Die „Polit. Corresp." meldet aus London von heute: Die Türkei ließ eröffnen, daß sie das Project der Erhöhung des Einfuhrzolles angesichts des Protestes der Mächte aufgegeben habe. Berlittz, 12. Juni. Die Untersuchung gegen Hödel ist im wesentlichen zum Abschluß gelangt und steht die Uebergabe der Acten an den Anklagesenat des Kammergerichts bevor. Konstantinopel, 12. Juni. Die russischen Generalstabs-Osfictere wählten einen 10 Kilometer von Adrianopel entfernten Platz behufs Errichtung eines Lagers für die kaiserliche Garde. — Der bulgarische Exarch ist nach am 8. Juni 1878. Tagesordnung: Die Attentate aus den Kaiser und die Ausgabe deutschen Bürgerthums gegenüber der Socialdemokratie. Hofgerichts - Advocat Dr. Dittmar, der Vorsitzende des Vereins, eröffnet die überaus zahlreich besuchte Versammlung mit folgenden Worten: • Durch das deutsche Volk geht in diesen Tagen eine Erregung, die uns vielfach erinnert an die Julitage des Jahres 1870. Damals wurde diese Erregung in Bahnen geleitet, die zum Siege führten; um-an unserem Theile mitzuwirken, daß auch die heutige Bewegung in Bahnen ausläust, an deren Ende wir sagen können: unsere gute Sache hat triumphirt über den Anschlag unserer Feinde, hat sich Ihr Vorstand erlaubt, Sie, zur heutigen Versammlung einzuladen. Meine Herren! Es steht wahrlich nicht viel besser, als zur Zett der französischen Kriegserklärung, ja, in manchem Betracht könnte man sagen: eü steht noch schlimmer, denn die Franzosen hatten es nur abgesehen auf unsere materiellen Güter, die Feinde aber, die unS jetzt so unverhüllt entgegentreten, wollen uns ans innere Leben, sie wollen uns vergiften Alles was uns heilig ist, sie wollen uns rauben, was wir im Jahre 1870 erkämpft haben, erkämpft vor Allem durch unseren Heldenkaiser, den Kaiser Wilhelm. Wenn Sie bedenken, meine Herren, daß im Jahre 1870 die verstimmende Erinnerung an den tiefgehenden Zwiespalt der politischen Meinungen des Jahres 1866 noch so nahe lag, daß der Gesandte des Franzosenkaisers nicht dem deutschen Kaiser, sondern dem Könige von Preußen unerhörte Zumuthungen stellte, daß aber dennoch die klare Er kenntniß dessen, was König Wilheim für Deutschland bedeute, genügte, uni durch unser ganzes Vaterland einen Sturm der Entrüstung, aber auch der kampfbereiten Begeisterung gehen zu taffen, dann, m. H., werden Sie sagen müssen: das, was in diesen Tagen geschehen, ist so erschütternd, so entsetzlich, daß man's jetzt kaum begreifen kann, das muß uns noch einiger, noch entschlossener machen. Heute, nach dem zweiten Attentate, ist es nicht mehr möalich, das wegzuleugnen, was man sich nach dem 1. Attentate nicht gestehen wollte; es ist jetzt klar erwiesen, daß wir es zu thun haben mit einem Resultat fortgesetzter, gewissenloser Agitationen der Socialdemokratie. Diese Gewißheit drängt allen reichstreuen Männern die Frage: was ist jetzt zu thun ? um so nachdrücklicher auf, als wir gerade nach unseren eigenen Erfahrungen hier in Gießen eine gewisse Mitschuld daran, daß ein erheblicher Theil der deutschen Bevölkerung in die Hände der Socialdenwkratie gefallen ist, nicht von uns weisen können. Wenn Sie fragen, worin diese Mitschuld besteht, so lag uns Allen gewiß die Absicht ferne, die Socialdemokratie zu unterstützen, aber ohne die politische'Gleichgültigkeit und Unthälig- keit, ohne den deutschen Philister, der die Augen zumacht, um die Gefahr nicht zu sehen, hätte es so weit, wie es gekommen ist, nicht kommen können. An dieser Erfahrung wollen wir einsetzen. Nachdem sich klar herausgestellt hat, wohin die Socialdemokraten treiben, darf es in Gießen auch nicht mehr vorkommen, daß sich bei öffentlichen Wahlen Hunderte von Stimmen auf socialdemokratische Eandidateu vereinigen. Nach Allem, was geschehen, müssen Sfr»4 ÄH London, 11. Juni, Abends. Das „Reuter'sche Bureau" meldet Washington: Das Justiz« Comitö des Repräsentantenhauses beschloß mit 8 gegen 1 Stimme die Befürwortung einer Resolution, welche ausführt, daß der die "52 Sta Utopien u * to be*16 f"a 1 M >"!6 S (rrroeiö lvur » eie*“61,® allgemeinen ui * ßs ist begre Mungenen Men Fe eben, diese 'M, die Mne Zerlegung hat, ° rM die Nordgeist ■’ifagen, um uniere f kuie für ausgem^ :irb die deutsche S Ms ist sie de 1:jfeit verzerrte Fr Sistpjlanze, die m ijt, jjerdinano CT Monarchist _ v idfaOe war ein sw N schon im Jahre Wege gezeigt f)i deutschen Reich ;'falle ging aus a nifen. Oey« eine l^n. 2asalle muß fizer sich ergeben hi «re, er wurde in i tit ihn als „Berratl Lailismus positive sich Mich befehdet; rchr einfach; sie ha cissehen wird, das : wm Nachbar eine: \a seinen besondere: :?sm wir doch eins üe gesellschaftliche £ Crönung, nieder mit ist die Eintrach Fhend entgegentrit Aber, meine tätlichen Ordnung üformplan der aus - iucht, er findet sii liier Leidenschaften, 'c durch das Gesetz Gesellschaft, bani Zigsten Äerwildei Rechnung kommt, i 'ckrTag der Abrecl Übliche Auseinantu : -E sie können nich ■it hinausschreiten auch aller übrige Schweiz, nicht an hat man den kc ‘■b dthhalb stehen t zu verdanken °lr besitzen: d " tapfere, mol ;r eine hinM ^.m, das in dich Einen und 7?,^ mit ihr ve: 1^ ?et unbeschreiW A.M es nich 1 Gründer unsere' ■Ts" ^3c"6'“ 'M den Weltfried Archen und je v damit ^fameni 5i0nt«8 den .] c, ^orrntttü nib 12 Iw V' Bürger- Congreßbevollmächtigten wurden auf den Bahnhöfen bei ihrer Ankunft im Namen des Fürsten BiSmarck von Beamten des auswärtigen Amtes begrüßt. Für die ceremonielle Behandlung der Congreßbotschafter (Ehrenwachen, ossicielle Empfänge 2c.) ist das Ceremoniell dem Vorbilde des Wiener CongreffeS entlehnt. Die türkischen Bevollmächtigten sind noch nicht eingetroffen, werden indeß bis zur Eröffnung des Congreffes erwartet; event. würde der hiesige türkische Botschafter allein der morgen erfolgenden definitiven Eröffnung beiwohnen. Der Congreß wählt seinen Präsidenten selbst; die Wahl Bismarcks steht außer Zweifel. Bei der Eröffnung wird Geheimhaltung proclamirt werden. Berlin, 13. Juni. Bulletin. Se. Maj. der Kaiser haben vergangene Nacht ruhig geschlafen. $trnt>grnpl)ifdjfr Kmcht über die außerordentliche Generalversamiolung des Üereius der nationalen und liberalen Partei in Gießen Kinlin b bie N* Lbit 6'' •ff'« entlehnt. e." tnH big ft* D°, rbt?* auß'r ltn ^Wnjene Vereins, "den Worten: xe un5 vielfach ,n9 in Bahnen 1U$ die heutige SUte. Sache hat ble.zur Heu- ,ülel besser, als ' sagen: es lnsere materiellen uns ans innere rauben, was wir 'uiser, den Kaiser verstimmende Er- Zahres 1866 noch 1 Kaiser, sondern vch die klare Er- . um durch unser üten Begeisterung diesen Tagen ge- m, das muß uns ls wegzuleugnen, >ar erwiesen, daß Konen der Social- :age: was ist jetzt Erfahrungen hier tschen Bevölkerung innen. gewiß die Absicht gkeit und Unthätig- icht zu sehen, hätte hrung wollen wir iten treiben, darf ilen Hunderte von z geschehen, muffen beschlossen, Ihnen erlaube: zen, durch die an rgern der Sotial- m Resultate W'- chutz der helligften erwarten, es muß daher fortan nicht Berführungskünsten ungen ohne Gegen- alen und liberalen inlung von socral. aer der Stadt, ms- tlung auszusordern Katie niemals un- >x Endziele entlarvt mferlegt, derartigen achzukommen- 7en und Sare.s ndertheilei^un'- , ilt der wir uns "L-Kx 2-iten des Wahres --»ss S"** S-M S'ä*‘5 i >»" (mN1 Mit*wt; Mw1' ® Üf»1' wie ist > , «14^1 nh der Wf iltcn »ctS le« -m $»*((,511* tnW1* ic 3g Bei ungünstiger Witterung im Saale. 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