'«Vj®«« Uto » T-b"-®w.nui 'ib-Id L»t. "ieigen. LfitMünb77, htigung. Meinungen in U die 6oi( bem seinerzeit br- Mtrtttten Äörbtr ßung habe ich W asselbe beweiien die ?ern ein Stud. med uoch bemerken, M UM Mitglied & r Frau in dte Augei । hätte mich in der Mdjt, indem sie jiit hätte, weil ich >e gebracht. erer Vorwurf darüber so bin ich genöthtzt, , M rieh Rain, eWohnung, deiteaend t t Veiten und Mg ent. früher zu mieten Angabe des Wei in der Cxped. d. 81 r Agent zum Verfalls ! gesucht. st/agernd Mamibmr. tgefeflett ftM tacl Stimmtrer- : Rockarbeiter uut er für feine Kunden tzi. > ert) arb oren iet Schönen WA ge ein arbeit W? in bittet dasielbi ; - - Nr. 4U___E es braves Dich m sucht. - Kröll, Seilers lieht be Wohnung für 3 "zwei Cabinets^ -t sogleich. MZ im.___fc! Utll*O ,, !** * ?!»• geb" Vorstaß^-- ießen. 6e6 mW -rr. 213. Freitag, den 13. September 1878. Hichener Anzeiger Ayeigk- mi> Amtsblatt fit dei Kreis Gieße». Stzedactt0«Ad«rea»r Gartenstraße B. 165. Oxpeditton-bureaur Schulstraße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringcrlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher Theil. Steckbrief. Der unten näher bezeichnete Handwerker Reinhard Kern hat sich am 3. August aus der Kaserne entfernt und liegt der Verdacht der Fahnenflucht vor. Alle Militär- und Civtl-Behörden werden dienstergebenst ersucht, auf den rc. Kern zu vtgiliren, ihn im Betretungsfalle verhaften und hierher dirigiren zu lassen. Signalement. Vor- und Zuname: Reinhard Kern (Schneider). Geboren zu: Ruttershausen, Kreis Gießen. Alter: 21 Jahre ii Monat. Größe: 1 Meter 63 Centm. Gestalt: schlank. Haare: blond. Stirne: frei. Augenbrauen: blond. Augen: grau. Nase: gewöhnlich. Mund: gewöhnlich. Bart: blonder Schnurrbart. Zähne: gesund. Kinn: rund. Gesichtsbildung: oval. Gesichtsfarbe: gesund. Sprache: deutsch (hessischer Dialekt). Besondere Kennzeichen: Sommersproflen im Gesicht, Narbe am linken Bein. Anzug bei seinem Abgänge: Marine-Uniform. Wilhelmshaven, den 7. September 1878. Kaiserliche Handwerker-Abtheilung der II. Werft-Division. Noritisch Gin neues Tabakssteuer-Project. In Bezug auf die Reform der Tabakssteuer-Gesetzgebung waren bisher fünf Vorschläge gemacht worden. Die Einen empfehlen das Monopol, die Andern die amerikanische hohe Fabrikatsteuer, die Dritten das englische Zoll- System, wieder Andere wollen eine mäßige Fabrikatsteuer, oder auch eine Erhöhung der gegenwärtigen Tabakssteuer und Zölle unter Umwandlung der ungerechten Flächensteuer in die allein gerechte Gewichtssteuer (resp. bet Besteuerung des einheimischen Rohtabaks). Kürzlich ist nun ein sechstes Projekt hinzu- gekommen. Dasselbe hat zum Urheber den Oeconomierath Elasten zu Ansbach, der einen förmlichen Gesetzentwurf von 24 Artikeln mit Erläuterungen ausge- arbeitet hat. Der Verfasser geht davon aus, daß der Tabaksbau in Deutschland von jeder Steuer verschont bleiben sollte, weil der Pflanzer ohnehin nur eine geringe Rente genieße, sein Erzeugniß oft länger als ein Jahr lagern lasten und dann sich noch allen Chikanen der Käufer unterwerfen muffe, auch den großen Schwankungen der Preise ausgesetzt sei und am wenigsten fähig sei, die Steuer für den Consumenten gegen unsicher» Ersatz vorzuschießen. Schon jetzt bei der mäßigen Flächensteuer von 60 Pfg. per 16 Quadratmeter ist der Tabaksbau in manchen Gegenden bedeutend zurückgegangen. Bet der 1877 vom Bundesrathe vorgeschlagenen Gewichtssteuer von 24 Mk. per Ctr. w-rde der Tabaksbau fast ganz zu Grunde gehen, da, wer nur 128 Mk. per Tagewerk einnehme, nicht 192 Mk. Steuer dafür vorschießen könne. — Die Tabaks- sabrtkatsteuer erscheine gleichfalls nicht gerechtfertigt, weil auch die Fabrikanten das große Risiko der Preisschwankungen des Rohstoffes zu tragen, diesen und die Arbeitslöhne baar zu bezahlen, ihren Abnehmern zu credittren haben, folglich nicht ohne große Opfer die Steuer vorschießen. Nach Claffen ist allein der Tabakshandel der Factor, welcher „zur Leistung des Steuervorschustes für die Eonsumenten" befähigt ist, weil der Händler vom Fabrikanten einen längeren Credit genießt, weil er ferner seine Detailpreise beliebig und unabhängig vom Markte des Rohtabaks sestsetzen, die Steuern nach dem Werth- verhältntfle der Sorten verthetlen kann und von den Consumenten tägliche Baar- zahlung erhält. Dec Classen'sche Gesetzentwurf ist nun im Wesentlichen folgender: In jedem Verwaltungsbezirke der deutschen Staaten wird mindestens eine privilegirte Tabaks-Hauptniederlage errichtet, in Großstädten je eine auf 20 bis 25,000 Einwohner. und diese Niederlagen werden auf 5 Jahre vom Staate im Submissionswege verpachtet. Die Pachtsumme ist einvierteljährig vorauszuzahlen und durch Bürgen sicherzustellen. Die Höhe der Pacht- jumme soll dadurch gewonnen werden, daß der Bedarf des Reichs an Tabaksteuer auf die Bundesstaaten nach der Bevölkerungszahl ausgeschlagen und dann innerhalb des Staates auf die einzelnen Rayons der Hauptniederlagen vertheilt wird. Für die Ablieferung der die Einzelstaaten treffenden Quoten sind diese dem Reiche haftbar; Mehreinnahmen aus den Pachtschillingen fallen ihnen ba= gegen zu. Die prtvilegirten Hauptniederlagen sind allein innerhalb ihres Rayons zum Handel mit Tabak berechtigt; sie können daselbst beliebig viele Filialen errichten und beliebig viele Agenten und Reisende verwenden. Letztere erhalten LegitimaUonskarten. Rur diese Hauptniederlagen dürfen Bestellungen bei den Tabaksfabrtkantcn machen. Ein Tabaksversandt von den Fabriken darf nur an sie erfolgen. Alle Sendungen muffen mit bestimmten Begleitadreffen verletzen sein, welche die absendende Fabrik oder Hauptniederlage genau bezeichnen. Sämmtliche Zoll-, Eisenbahn-, Post- und Telegraphen-Beamten, alle Stcher- hettsorgane, dann alle Frachtsuhrwerksbesitzer und Boten sind bei schweren Strafen verpflichtet, den Tabaksverkehr genau zu überwachen und Sendungen an andere als die amtlich bekannt gemachten Abreffen nicht auszuführen, sondern anzuzeigen. Strafbar ist auch, wer anderswo als von prtvilegirten Hauptniederlagen oder deren Filialen oder Agenten Tabak kauft. Die Ausfuhr des Tabaks tn's Ausland steht den Pflanzern, Fabrikanten und Hauptniederlagen- ^nhabern vollkommen zu. Die eingeführten Tabake und Tabaksfabrikate unter- ttrgen dem Eingangszolle, welcher nach Bedürfniß erhöht wird. Anbau und Fabrikation des Tabaks sind von jeder Steuer frei. er Hh eil. Ein demgemäßes Tabaksstenergeseß würde nach des Autors Meinung den wesentlichen Erforderntffen entsprechen: Der Ertrag würde möglichst ausgiebig sein, die Erhebung würde keine besonderen Kosten verursachen und doch gegen grobe Defraudation geschützt sein, Bau und Fabrikation würden nicht geschädigt, Ersterer sogar gefördert werden. Man glaubt auch, daß dadurch keine große Verthenerung der Fabrikate herbeigeführt würde. Und selbst der gegenwärtige Tabakshandel würde nur zum Theil gesckidigt werden, da ein Theil der Großhändler die Hauptniederlagen event. genoffenschaftlich übernehmen und ein Theil Kleinhändler die Filialposten occupiren könnte. Hauptntederlagen würde es etwa 2000 geben. Wir glauben auch dies Project unfern Lesern vorführen zu müssen, ohne das Für und Wider weiter in den augenblicklichen Kreis der Berathung zu ziehen. (Offenb. Zig.) Deutschland. Darmstadt, 10. Septbr. Ihre Königliche Hoheit die Großherzogin sind mit Allerhöchstihren Kindern heute Abend um 5 Uhr 35 Minuten mit dem Schnellzug von Mainz dahier angekommen. Berlin, 11. Septbr. Ueber Nobtling's Tod kann ich folgende Einzelheiten berichten: Nobtling ist gestern Nachmittag 3 Uhr seinen Wunden in der Krankenanstalt der hiesigen Stadtvogtei erlegen. Sein Zustand, soweit er körperliches Leiden betraf, anscheinend bester, war doch noch immer äußerst bedenklich, da die Eiterung der Wunde unaufhörlich fortdauerte, obgleich von den ihn behandelnden Aerzten wiederholt die Ansicht ausgesprochen wurde, daß, wenn nicht Blutvergiftung durch die Vereiterung eintrete, Nobiling am Leben zu erhalten sei, wiewohl durch mastenhaften Verlust von Gehirnmaste an der völligen Wiederherstellung der Geisteskräfte entschieden gezweifelt wurde. Seit letztem Sonntag verschlimmerte sich der Zustand des Patienten sichtlich; Dienstag Mittag 12 Uhr erklärten die Gefängntß-Aerzte, daß er nur noch wenige Stunden zu leben habe. Seine Mutter wurde eiligst herbeigerufen und verlebte mit ihm die letzten Stunden. Ob ihr Sohn bei Verstand gestorben, ob er seine That bereut, ob er überhaupt Mittheilungen gemacht, wollte die Mutter nicht wit- theilen. So wett wir heute unterrichtet sind, ist er ohne wettere Mitthetlungen aus der Welt geschteden. Da Nobtling noch Untersuchungsgefangener und nicht verurtheilt war, so steht es der Familie frei, seinen Leichnam zu beanspruchen. Nobiltng's Tod ist durch Blutvergiftung in Folge der Vereiterung herbeigeführt; die Obduction wird Näheres ergeben. Die „Nat.-Ztg." bemerkt anläßlich des Todesfalls, der Reichstag muffe beanspruchen, vom Justizmtntster über Höbel's und Nobiltng's Verbrechen actenrnäßiges Material zu erhalten. (Franks. Journ.) Hesteneich. Wien, 10. Septbr. Officiell. Die 36. Division berichtet aus Ban- jaluka vom 9. d.: Die rechte Flanke des Feindes bei Kljuc wurde am 8. d. umfaßt und letzrerer, obgleich Überall Widerstand leistend, aus allen Punkten zum Rückmge gezwungen. Der steile Bergrücken, auf dem das Castell liegt, wurde erstiegen und der Feind zum Aufgeben des Castells gezwungen, welches besetzt wurde. Der Feind zog sich fluchtartig nach allen Richtungen zurück. Die Gegend von Kljuc ist gänzlich gesäubert. Die Zahl der Tobten und Verwundeten beträgt 260. — Bei Ljeskovac fand am 8. d. ein Geplänkel zwischen einem Jägerposten und circa 600 Insurgenten statt, woraus letztere sich zurück- zogen. An demselben Tage Nachmittags kam es bei Proscientkamen zum Geplänkel zwischen Insurgenten und ungarischer Landwehr. — Laut Meldung ,c-ns Doboj betrug der Verlust der Insurgenten in dem Gefechte vom 5. d. über 600. Zwischen Han Karenovac und Gracanica stehen 6000 Aufständische. In ter Umgebung von Banjaluka wird die Entwaffnung ungestört fortgesetzt. Auch Sanskimat ist ohne Widerstand besetzt worden. Die türkische Besatzung von Trebinje wurde in Gravosa eingeschifft; die desgl. von Gacko wird in Metkovich zu Schiff gebracht. seines Eigenthums besorgt ist, als gerade bet uns, weil unsere Criminalstatisttk ich, verhältnißmäßig verschwindend wenig Etgenthumsverbrechen auszuweisen hat. Es Die Lchulg '< übrigen stad °nächsten 82 und 2amst, kjahlt werden. Gießen, am Die dem Reichstage zugegangenen Motive zum Socialistengesetze lauten: In Erkenntniß der Gefahren, von welcben Staat und Gesellschaft durch das Umsichgreifen der socialdemokratischen Bewegung bedroht sind, legten die verbündeten Regierungen im Mai d. I., aus Anlaß des gegen Se. Maj. den Kaiser verübten Attentates, dem Reichstage den Entwurf eines Gesetzes zur Abwehr soctaldemokrattscher Ausschreitungen vor. Der Reichstag *'hnte diese Vorlage ab. Gießen, 12 ^ocalgewerbve ..ü^Mchule, rM tsblum bet Weliausf ■M Wüt, einen eh oissiintesten Beobach Zitz- unb brö Bau iraib. Diese Generalve neu Zuhörern sehr ? wenige seiner M Die autzsührlich Mcn Studium der mommtn unb wl gemeinen Interesse Herr Hug bec :: anbpunfte des Bau Gastein, 10. Septbr. Kaiser Wilhelm machte heute trotz des trüben Wetters seine gewöhnliche Morgenpromenade. Sein Aussehen wird immer frischer und bester. existtrt aber im russischen Volke die Ueberzeugung, daß die Verschleuderung und Veruntreuung kommunaler und Krongelder für minder verwerflich gilt, als der Diebstahl an privatem Eigenthum. Ein Mensch, der einen Privatmann bestohlen hat, wird weder in der höchsten, noch in der niedrigsten Schicht unserer Gesellschaft geduldet, — dagegen duldet die Gesellschast in ihrer Mitte Menschen, die notorisch die Krone bestohlen, öffentliche Gelder veruntreut oder Pupillen- gelber verschleudert haben und oft gelangen solche Leute, Dank dem von ihnen zusammengestohlenen (Selbe, in unserer Gesellschaft sogar zu einer dominirenben Stellung. Die Veruntreuung kommunaler unb fiskalischer Mittel wirb bei uns von Alters her zwar vom Gesetz bebroht, nie aber mit Verachtung der Gesellschaft bestraft und noch in gar zu vielen Gesellschaftskreisen gilt leider auch noch heute der Satz, daß wer nicht abgefaßt worden, auch kein Dieb ist. — Solchen Zuständen kann nur durch ein energisches Vorgehen der Regierung abgeholfen werden, welche ihrerseits zu solchem Vorgehen nothwendig der Unterstützung und Mitwirkung des befferen Thetls der Gesellschaft bedarf. Türkei. Konstantinopel, 9. Septbr. Das letzte Telegramm Mehemed Ali Pascha's an die Pforte von Pakova, 9. Septbr., meldete, daß die Bevölkerung in höchster Aufregung sei. Man beschuldigte ihn, daß er gekommen sei, das Land an die Serben auszuliesern. Das Haus Mehemed Ali's wurde von den vereinigten Albanesen von Dakova und Ipek angezündet. Es entspann sich ein Kamps zwischen denselben und seiner Eskorte, von welcher 20 Personen fielen. Gegen Abend wurde durch die Intervention der Ulemas dem Kampfe Einhalt gethan und von den Aufständischen eine friedliche Haltung zugesagt. Aus Prizrend wurde der Pforte gemeldet, daß in Dakova ein neuer Kampf stattge Junten habe. Der Adjutant Mehemed Ali Pascha's, Abullah Pascha, und mehrere Officiere seien getödtet und das Haus, worin sich Mehemed Ali befnn- den, angezundet worden. Mehemed Ali, noch unversehrt, habe sich in ein benachbartes kleines Haus geflüchtet, sei daselbst jedoch aufgesucht und erscklagen worden. Die Zahl der tobten Officiere sei noch unbekannt. Man glaube, daß auch zwei Compagnien, bie Mehemeb Ali zu seinem Schutze von Priz renb requirirte, massacrirt worben seien. Schweiz. Bern, 9. Septbr. Wie hiesige Blätter berichten, sinb bei bem gegenwärtigen Truppenzusammenzug wieder bedeutende Vergehen gegen die Dlsciplin vorgekommen. Namentlich hat sich ein Bataillon Jurassier beim Einrücken in Murten in dieser Beziehung ausgezeichnet. Ja, es kam hier sogar zu einem förmlichen Kampfe, in welchem ein Wachtmeister von einem Soldaten einen Schlag mit dem Kolben auf den Kopf erhielt, in Folge dessen er am andern Morgen starb. Der Wachtmeister unb sein Todtschläzer sind aus ein und derselben Ortschaft gebürtig, aus Les Bois. Auch erzählt man von der Verhaftung eines andern Soldaten, welcher em Kind gelobtet haben soll. Das Kriegsgericht des diesjährigen Truppenzusammenzugs wird also diesesmal sehr ernste Fälle zu behandeln haben, in welchen möglicherweise die Todesstrafe zur Anwendung kommt. — Im Gotthard-Tunnel find am 6. d. wieder zwei Arbeiter durch eine Explosion getödtet und fünf verwundet worden. Italien. Rom, 9. Septbr. Das Journal „Fanfulla" widerspricht entschieden der von einigen Blättern gebrachten Nachricht, daß Italien der Pforte gerathen habe, die Convention mit Oesterreich nicht abzuschließen; Italien empfehle im Gegentheil der Psorte, sich den Stipulationen des Berliner Vertrages -u fügen. — „Fanfulla" zerwähnt des (anderweitig bisher noch nicht bestätigten) Gerüchtes, daß der deutsche Gesandte v. Radowitz nach Rom kommen solle, um die Beziehungen^zwischen Deutschland und dem Vatikan wiederanzuknüpfen. Rom, 9. Septbr. Preußen hat drei Bischöfe, denen es in den Zeiten des sog. Culturkampfes gelungen ist, sich vor Conflicten mit den Landesgesetzen zu schützen. Das ist Bischof v. d. Marwitz von Culm, Bischof Sornmerwerck, genannt Jacobi, von Hildesheim, unb Bischof Krementz von Ermlanb. Im gegenwärtigen Zeitpunkte liegt offenbar kaum Etwas näher, als baß bie Kurie sich bei diesen Herren Raths über den preußischen Kirchenzwist erhole. Das soll denn auch geschehen, und zwar so, daß die betr. Bischöfe sich unter dem Vorwande des vorschriftsmäßigen Besuches ad limina nach Rom begeben. — Der Vatikan ist entschloffen, den ganzen Einfluß des belgischen Episkopats unb der belgischen Katholiken bei der dortigen Regierung aufzubieten, damit dieselbe den deutschen Socialdemokraten nicht gestatte, ihr Generalquartier und ihre Operationsbasis dort aufzuschlagen. Wie viele und welcherlei Gründe die Kurie zu solchem Vorgehen hat, ist hier nicht zu erörtern: genug, daß der heil. Vater feine Pflicht nicht verkennen kann, die Katholiken Belgiens vor der gefährlichen Berührung nach Kräften zu schützen. Zlvßland. PeterSbnrg.Mleber die Korruption in Rußland schreibt der „Ruffkt Mir": Allmälig entrollt sich vor uns das Bild des enormen Diebstahls, welcher an der Krone bet Gelegenheit der Armeelieferungen im letzten Kriege verübt worden ist. Mehr als einmal ist der Ueberzeugung Ausdruck gegeben worden, baß die Wurzel des Uebels nicht in der Unzuverlässigkeit der einzelnen an dem bestimmten Geschäft Vetheiligten zu suchen ist, sondern in den Begriffen, Anschauungen und Gewohnheiten unserer Gesellschaft liegt. Man kann leider nicht umhin, zuzugestehen, daß diese Anschauung die richtige ist. Die lange Reihe derartiger beklagenswerther Vorfälle kann eben nicht mehr durch Ausnahmen von der Regel erklärt werden — dieselbe kann nur durch die herrschende und von der Gesellschaft leider recipirte Anschauung erklärt werden, daß zu den öffentlichen und Krongeldern allgemein eine überaus ungenirte Position eingenommen wird. Es wäre ein kühnes Unternehmen, behaupten zu wollen, daß das russische Volk an sich unehrlich ist. Diese Behauptung kann schon deßhalb nicht ausgestellt werden, weil man nirgends weniger für den Schutz feiner Habe, BekaiMm i“ unferem Krmen- Eintrag voll Die Wittwe des Einberg, tzv Gießen, 1 17 .K Eichen i? 8lma »Urs den 10. S '-^Wiches Stc Böttic Telegraphische Depeschen. Wagner'- telegr. Torrespvudenr-Vnrea». Berlin, 11. Septbr. Die Leiche Nobiling's wurde bereits gestern Abend nach der Charitä übergeführt, woselbst heute Nachmittag die gecichtliche Sektion statlfindet. Paris, 11. Septbr. Die „Agence Havas" meldet aus Athen: In Folge einer Ministerberathung hat der Kriegsminister die unverzügliche Einberufung der beurlaubten Officiere, Unterofficiere unb Solbaten anbefohlen. Das Journal „Elhnikon Pneuma" bemerkt bei Veröffentlichung biefer Nachricht, baß bie bezügliche Maßregel burch gewichtige Beweggrünbe eingegeben sei. Kassel, 11. Septbr. Die 51. Versammlung beutscher Naturforscher unb Aerzte, zu welcher bisher ungefähr 1000 Teilnehmer eingetroffen sind, wurde heute burch Geh. Rath Dr. Stilling mit einem Hoch auf Se. Majestät den Kaiser eröffnet. Nachdem Seitens bes Oberbürgermeisters unb bes Regie, rungs-Präsibenten Ansprachen gehalten waren, begannen bie angekünbigten Vorträge. Berlin, 11. Septbr. In bet heutigen Sitzung bes Reichstags wurde bie Wahl bes Präsibiums vorgenommen. Abgegeben würben 359 (Stimmen, davon erhielt v. Forckenbeck 240, v. Franckenstetn 114 unb Delbrück 3 Stimmen; 2 Stimmzettel waren unbeschrieben. Somit ist v. Forckenbeck zum Prä- sibenten gewählt; berselbe erklärte unter bem Ausbrucke des Dankes bie An- nähme ber Wahl. Es folgte hierauf bie Wahl des erften Vicepräsibenten. Bei ber Wahl bes ersten Vicepräsibenten würben 359 Stimmen abgegeben; davon erhielten v. Stauffenberg (nat.-lib.) 125, v. Franckenstein (Kcntr.) 119,’ v. Seybewltz (beutsch-cons.) 115 St.; ba also keiner bie absolute Majorität erhalten hatte, so finbet zwischen biesen brei Canbibaten eine engere Wahl statt. Die Stichwahl bezüglich ber Stelle bes ersten Vicepräsibenten ergab 129 Stimmen für v. Stauffenberg, 121 für v. Franckenstein unb 111 für v. Sey- dewitz. Es finbet nunmehr eine weitere Stichwahl zwischen Stauffenberg und Franckenstein statt. Die erneuerte Stichwahl hinsichtlich ber Stelle bes ersten Vicepräsibenten ergab 175 St. für v. Stauffenberg unb 142 für v. Franckenstein; 33 Zettel waren unbeschrieben. Sonach ist v. Stauffenberg gewählt; berselbe nahm Die Wahl bankenb an. Zum zweiten Vicepräsibenten würbe mit 212 von 335 St. Fürst Hohenlohe-Langenburg gewählt; 117 Zettel waren unbeschrieben. Zu Schriftführern würben burch Acclamation gewählt: Bernarbs, Graf Kleist (Schmenztn), Thilo, v. Soden, Blum, v. Minnigerode, Weigel unb Eysolbt. — Nächste Sitzung Freitag. Tagesordnung: Interpellation Mosle. Der „National-Zeitung" zufolge wirb Fürst Bismarck am Sonntag hier eintreffen. London, 11. Septbr. In ber Kohlengrube Abercarne bet Newport (Grafschaft Monmouth) hat heute eine Explosion stattgefunben. Etwa 370 Per- fönen befanben sich in ber Grube, von benen bis jetzt 80 gerettet würben. Man fürchtet, baß bie Uebrigen umgekommen sinb. Paris, 1L Septbr. Die „Agence Havas" melbet: Die Mittheilungen ber Journale über bie Bebtngungen einer Pariser Stadtanleihe sind unbegründet. Es ist dem Muntcipalrath, welcher erst im Oktober zusammentritt, kein derartiges Project unterbreitet worden. Madrid, 11. September. Das „Diario" meldet, daß eine Verschwörung zu Gunsten der Föberal-Republik in Sevilla entdeckt worden fei. Es feien Verhaftungen vorgenommen und wichtige Papiere in Beschlag ge- nommen worden. Blutung uttunb. Bald darauf zeigte ein abermaliger Mordversuch gegen Se. Maj. den Kaiser von Neuem, wie leicht eine jedes sittliche und rechtliche Gebot verachtende Gesinnung btS zu mörderischen Thaten sich zu steigern vermag und zahlreiche Fälle von Majestätsbeleidigungen, welche sich an jenes erschütternde Eretgniß knüpften, lieferten den Beweis, wie wett solche Gesinnung bereits um sich gegriffen hat. Die verbündeten Regierungen sind dadurch in der Ueberzeugung bestärkt worden, daß es zum Schutz von Staat und Gesellschaft unerläßlich sei, der verderblichen Agitation der Socialdemokratie Einhalt zu thun, welche als die Hauptursache der zu Tage getretenen Verwirrung der Rcchtsbegriffe und Verwilderung der Gemüther angesehen werden muß. Die Regierungen sind nach wie vor der Meinung, daß es zu diesem Zweck des Erlasses gesetzlicher Vorschriften bedürfe, welche direct und ausschließlich gegen die soctaldemokratische Bewegung gerichtet sind. ÄS rfewi ;w!l“8 'M l* ,'*u10n H hÄt 06 Der vorliegende Entwurf eines Gesetzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Soctaldemokratie stimmt daher In seinen Grundgedanken mit der früheren Vorlage überein. Die Bestrebungen der Socialdemokratie sind auf die praktische Verwirklichung der radtcalcn Theorien des modernen Socialts'mus und Eommunismus gerichtet. Nach diesen Theorien ist die heutige Produktionsweise als unwtrthschaftlich und als eine ungerechte Ausbeutung der Arbeit durch das Capital zu verwerfen. Die Arbeit soll von dem Capital emancipirt, das Privatcapital in Collectiv-Capital, die individuelle, durch Concurrenz sich regelnde Produktion in eine genossenschaftliche planmäßige Production verwandelt werden; das Individuum soll in der Gesellschaft aufgehen.. Die socialdemokratische Bewegung unterscheidet sich scharf von den Humanitären Bestrebungen für das Wohl der arbeitenden Claffen dadurch, daß sie davon ausgeht, eine Hebung der Lage derselben auf dem Boden der heutigen Gesellschaftsordnung sei unmöglich und nur durch die erwähnte Socialrevolution erreichbar. Die Durchführung einer solchen Revolution soll, unter gleichzeitiger Umwälzung der bestehenden Staatsverfassungen, durch eine internationale Cooperation der arbeitenden Claffen aller Culturstaaten erfolgen. Diesen revolutionären und internationalen Character hat die Bewegung insbesondere seit der im September 1864 zu London erfolgten Gründung der „Internationalen Arbeiter-Association" erlangt. In Deutschland fand die erste Organisation socialdemokratischer Bestrebungen im Jahre 1863 durch Lassalle statt. Der von demselben gestiftete „Allgemeine deutsche Arbeiterverein" hatte noch einigermaßen ein reformatorisches und nationales Gepräge. Bald jedoch trennten sich bte radicaleren Elemente und im August 1869 wurde zu Eisenach unter der Bezeichnung „socialdemokratische Arbeiterpartei" eine Filiale der internationalen Arbeiter-Affociation gegründet. Die „socialdemokratische Arbeiterpartei" unv der „Allgemeine Arbeiterverein" bekämpften sich gegenseitig eine Zeitlang auf das Heftigste, bis allmälig die radicale und anttnationale Richtung die Oberhand gewann. Im Mai 1875 fand auf dem Congreffe in Gotha die Wieder- ^Einigung der bis dahin getrennten Gruppen der deutschen Socialvemokratie zu einer einheitlichen Verbindung unter der Bezeichnung „die socialistische Arbeiterpartei Deutschlands" statt. Das Programm dieser neuen Verbindung läßt über die revolutionären und kommunistischen, den Tendenzen der „Internationalen" im Wesentlichen entsprechenden Grundsätze und Endziele der Verbindung keinen Zweifel. Dieselbe erstreckt sich über ganz Deutschland. Daneben besteht eine große Anzahl von localen socialdemokratischen Vereinen und gewerbliche Fachvereine gleicher Richtung verzweigen sich über das ganze Bundesgebiet. I >(IBib «»Se O' A Ä r ---L. «i«,in UZS-m kiiungcn gegen bfl» Xb ein fF«W m »nb bem Satertwb *«i«n M* ... ter Thaten der Pa' mtgen und die Masse, ifla |)|. ,^ek ' 8*«^ bii R-ASt-B a* L'"/ 3 6t* Ted( m h Dank-S die J’Mbi abgegeb^ fe“ (Senft.) lig‘ 'b °lnte Mchri,i! aten «ine enzr, Renten ergab 12» L11 für v. Si,- Bachenberg O ken Vicepräßdenitl enßein; 33 Klir! derselbe nah« hj? St. Fürst 3n Zchristsühttn SN*), Thilo, ■ Nächste Sitzuoz am Sonntag hin :arne bei Newport i. Etwa 370 ttet murbzn. Min Die MittheiKn« anleihe sind * der zusMMNtrltk, >t, dah eine Ln- üdeckt worden sei. :e in Beschlug ji« -eialistengesehc dmch das UmsichM° , Regierungen im £ dem Reichstag! ta i vor. Der Reichs den Kaiser von Nm 19 bis >u m°rdE ngungen, welche sich e ,c Gesinnung bereits o r Ueberzeugung bchL t verderblichen AgW der zu Tage g* hen werden mutz, v des Erlasses ÄJ»** n^,eÄl* &Ä KrG fi, davon ausgA rnung j^Aotoüs ^revolutionäres ^18641“^- (all Aal, E i< t* ®° ’,i«rt E * ürt* m Auf dem allgemeinen Eocialisten-Congresse, welcher im Herbste 1877 in Gent abgehalten tutbe und an welchem ein Delegirter der socialistischen Arbeiterpartei Deutschlands Theil nahm, find die „großartige Organisation" der deutschen Socialdemokratie ungethetlte Anerkennung, xuf diesem Congresse wurve der internationale Bund durch Constituirung einer allgemeinen Union der socialistischen Partei erneuert. In dem bezüglichen Manifeste wird der gemeinsame Operationsplan dargclegt und besonders die Nothwendigkeit der politischen Action als eines Nächtigen Mittels der Agitation, der Propaganda, der Volkserziehung und der Gruppirung /Organisation) betont. Das Manifest schließt mit den Worten: Möge bei jedem Volke die Classe der Enterbten sich als große, von allen Bourgeoisparteien scharf abgcgrenzte Partei constituiren und möge diese socialistische Partei Hand in Hand marschiren mit der socialistischen Partei aller übrigen Länder. Es gilt ein Kampf um all' eure Rechte, es gilt die Vernichtung aller Privilegien! Proletarier aller Länder vereinigt Euch! Es handelt sich also um nichts weniger als um den Bruch mit der gesammten bisherigen Rechtsentwicklung der Culturstaaten, um eine radicale Umwälzung der bestehenden Besitz- und ßigenthumsverhältniffe von unten auf. Die Organisation des „Proletariats", die Zerstörung der bestehenden Staats- und Gesellschafts-Ordnung und die Herstellung der „socialistischen Gesellschaft und des socialistischen Staates" durch das organisirte Proletariat, das sind die ausgesprochenen Endziele der Social- Lemokratie. Diesen Zielen entspricht die in Wort und Schrift mit leidenschaftlicher Energie betriebene «ohlorganisirre socialistische Agitation und deren Methode. Die Agitation sucht in den ärmeren und weniger gebildeten Schichten der Bevölkerung Unzufriedenheit mit ihrer Lage, sowie die Ueberzeugung von der Hoffnungslosigkeit derselben unter der bestehenden Rechtsordnung zu ver- lieiten, sie, als die „Enterbten", zu Neid und Haß gegen die übrigen Claffen der bürgerlichen Gesellschaft aufzureizen. Die sittlichen und religiösen Ueberzeugungen, welche die Gesellschaft zusammenhalten, werden erschüttert, Ehrfurcht und Pietät verhöhnt, die Rechtsbegriffe der Masten werden verwirrt, die Achtung vor dem Gesetz wird zerstört. Die gehässigsten Angriffe und Schmähungen gegen das deutsche Reich und seine Institutionen, gegen das Königthum und gegen das Heer, dessen ruhmreiche Geschichte verunglimpft wird, geben der socialistischen Agitation in Deutschland ein specifisch antinationales Gepräge; sie entfremdet die Gemüther der heimischen Sitte und dem Vaterlande. — Die Darstellungen, welche in Wort und Schrift von früheren revolutionären Ereignissen gegeben werden, die Verherrlichung bekannter Revolutionsmänner, sowie der Thaten der Pariser Commune sind geeignet, revolutionäre Gelüste und Leidenschaften zu erregen und die Massen zu Gewaltthaten geeignet zu machen. (Fortsetzung folgt.) Lokal-Notiz. Gießen, 12. September. In der am 11. d. M. stattgehabten Generalversammlung b(8 Localgewerbvereins hielt Herr Architekt Hug, Lehrer der erweiterten hiesigen Hmdwerkerschule, welcher im Auftrag der Centralstelle des LandeSgewerboereinS zum Studium der Weltausstellung mit anderen Lehrern des Landes nach Paris entsandt worben war, einen etwa 2stündigen Vortrag, in welchem er eine große Reihe der interessantesten Beobachtungen, namentlich aus den Gebieten des technischen Un ter- lichts- und des Bauwesens vorführte und deren Eigenthümlichkeiten ausführlicher besprach. Diese Generalversammlung des „Gewerbvereins" war zwar von aufmerksamen Zuhörern sehr zahlreich besucht, doch der Gewerbverein selbst — leider — nur durch wenige seiner Mitglieder vertreten. Die ausführlichen Mittheilungen des Herrn Vortragenden, welche von einem fleißigen Studium der Ausstellung zeugen, wurden seitens der Zuhörer mit Anerkennung ausgenommen und wäre eine Veröffentlichung des Bemerkenswerthesten derselben im allgemeinen Interesse erwünscht. Herr Hug beabsichtigt an einem zweiten Abend „bie Weltstadt Paris vom Standpunkte des Bautechnikers" zu besprechen. B. Vermischte-. Von der Lahn. Nach dem Handelskammerberichte waren im Vorjahre in betr Bergrevteren: Diez, Weilburg und Dillenbura im Betrieb nur 201 Gruben, außer Betrieb dagegen 2992 Werke, darunter allein 2000 Werke für Eisenerze, 253 für Dach- schiefer. Das Resultat des laufenden Jahres wird noch ungünstiger sein. — Trotz Allem dem hat kaum Einer der feiernden und beschäftigten Arbeiter für einen Soctal- demokraten gestimmt. — Vom Kurfürsten von Hessen erzählt man folgende Geschichte: Selbiger Kurfürst war zwar kein liebenswürdiger Landesvater, aber er hatte manchmal ganz absonderlich vernünftige Einfälle. Eines Tages kam eine Deputation feiner lieben Unterthanen zu ihm, um ihren schweren Kummer und ihre Klagen gegen Schultheiß oder Bürgermeister vorzubringen. Besagter Dorfkönig hatte gar viel gefehlt: dem Ameyer hatte er eine Ohrfeige gegeben, dem Bmeyer sogar zwei, dem Schulzen hatte er die Hühner zusammengeschossen und dem Müller das Weib abwendig gemacht rc. Kurz, es stellte sich heraus, daß der Bürgermeister ein Tyrann war, der sich den Henker um Recht und Gerechtigkeit kümmerte. Niemand im Dorfe war übrig, den er nicht sackarad behandelt, ja sogar mißhandelt hatte. Der Kurfürst hörte die Deputation geduldig an, dann ries er den Leibjäger und befahl ihm die verehrltche Deputation in das Profoßenzimmer zu führen und jedem Einzelnen zehn Wohlgeziclte herabmessen zu lasten. „Uns?" riefen Ameyer und Bmeyer. „Uns?" stotterten Schulze und Müller. „Ja, natürlich Euch", sagte der Kurfürst, „weil Ihr Dummköpfe den Schultheiß bereits zweimal freiwillig wiedergewählt habt." Se. Hoheit sprachs, und verblüfft wanderte die SLaar zum Profoßen, um die Prügel zu empfangen. Der Schultheiß ist später nie mehr gewählt worden. — (Praktische Anwendung von Fremdwörtern.) Unteroffizier: Bomben- und Granaten - Donnerwetter! wie schlapp geht das wieder! Das mutz peu h peu gehen, wie ein Donnerwetter. — Lieutenant (leise zu ihm): Aber Unteroffizier Schulz, lasten Sie doch den Unsinn mit den fremden Wörtern. Sie blamiren sich damit. — Unteroffizier: Thut nichts, Herr Lieutenant. Das importirt die Leute doch höllisch. Handel und Verkehr. Limburg, 11. Sept. (Fruchtbericht.) Rother Wetzen 17.50, Weißer Weizen Jt —, Korn Jt 11.25, Gerste Jt 9.90, Hafer Jt 6.20. (Durchschnitts - Preis pro Malter.) Frankfurt, 11. Sept. Der heutige Markt hatte eine Krautzufuhr von 40 Wagen, wovon die Hälfte sofort in feste Hände überging; der Centner wurde mit Jt 2—2.20 bezahlt. Gurken das Hundert Jt 2.50. Kohlkraut das Stück 8—10 Butter im Großen 1. Qual. Jt 1.10, 2. Qual. Jt 1, im Detail 1. Qual. Jt 1.20—25, 2. Qual. Jt 1.10. Die in der Wetterau stattfindenden Manöver üden auf den Markt in sofern einen nachtheiligen Einfluß aus, als die Soldaten zu den größten Butter-Consumenten gehören, mithin weniger zu Markt kommt, was auf die Preise einwirkt, denn in normalen Zeiten wird, d. h. zur Zwetschenzeit, die Butter kaum mehr als mit 80 bis 90 H bezahlt. Heu und Stroh war gut zugefahren. Heu kostete per Ctr. je nach Qualität Jt 2—3, Stroh Jt 2. Kartoffeln per 100 Kilo Jt 6. Erbsen geschälte (per 100 Kilogr.) 26—28, ganze Erbsen Jt 21—23; Linsen 30—32; Bohnen ^L28—30. Ochsenfleisch per Pfd. 70—75 Kuh- und Rindfleisch 54—60 Kalbfleisch 60—70 H, Hammelfleisch 58—68 H, Schweinefleisch 70—75 H. Buchenschettholz erste Sorte Jt 10.80—11.05, zweite Sorte Jt 9.60—80, Tannenholz erste Sorte Jt 7.50—90, zweite Sorte Jt 6.70—80. Tannäpfel per Hect. 50 Geschnittenes Holz >je nachdem geschnitten der Centner Jt 1.60—70. Lohkuchen das 1000 Jt 9.50—12. Die Annoncen-Expedition Th. Dietrich & Co. in Gaffel übernimmt die prompte Besorgung von Anzeigen in sämmtliche Zeitungen Deutschlands und des Auslandes zu Ortginalpreisen. (Alleinige Jnseraten-Annahme f. d. „Caffeler Tage-post") Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. Die Schulgelder für die Realschulvorschule, sowie für die übrigen städt. Schulen pro I. Semester 18*78 können in den nächsten 8 Tagen an den Zahltagen: Dienstag, Donnerstag und Samstag noch ohne Kosten zur hiesigen Stadtkaffe bezahlt werden. Gießen, am 11. September 1878 Der Stadtrentmeister: G n d e r s. (5442 (5447 Bötticher. Bekanntmachung. In unserem Firmen-Register ist heute felgender Eintrag vollzogen worden: Die Wittwe des Moses Jacob Eichen berg, Eva, geb. Katzen- stetn, zu Gießen, hat ihr unter der Firma „E. Eichenberg" seither betriebenes Handelsgeschäft niedergelegt. Die Firma wurde gelöscht. Gießen, den 10. September 1878. Troßherzogliches Stadtgericht Gießen. In Sachen des Gr. Hessischen Fiskus, vertreten durch die Großberzogliche Direction der Oberhessischen Eisenbahmn, Klägers gegen die Erben des zu Biedenkopf verstorbenen Großh. Physicatsarztes Dr. Pfeffer. 1 Ferdinand Engelbach) unbekannt 2. Hermann Engelbach wo ab- ? 3-Fritz Engelbach ' wesend. Beklagte. Errichtung einer Eigenthums- urkunde betr. ~ Beschluß. Dem Ferdinand Engelbach, Hermann Engelbach u. Fritz Engelbach kon hier, deren Aufenthaltsort bescheinigter- waßen zur Zeit unbekannt ist, wird auf Wege «öffnet, daß der Großherzog- !!che Hessische Fiskus in seiner Eigenschaft ! nEolger der oberhessischen Eisen- chngesellschaft gegen sie als Miterben des JJ Errichtung einer Kaufnotul nebst Kauf- mef über eine von ihrem angeblichen nun- Ahr verstorbenen Generalbevollmächtigten ^r.Hofg.-Registrator E n g e l b a ch dahier im %L1869 ßn bie ober hessische Elftnbahn- ttskllschaft abgetretenen näher bezeichneten «W der Parcelle Flur XXVI Nr 157 der Gemarkung Gießen bet unterzeichnetem Gericht, dessen Zuständigkeit als Gerichtsstand des Vertrags begründet sei, erheben lassen, und ihnen unter Gestattung der Acteneinsicht auf unserem Actuariate aufgegeben sich sogewiß binnen 2 Monaten auf diese Klage bei unterzeichnetem Gericht zu erklären, widrigenfalls das thatsächliche Klagevorbringen als zugestanden gilt und sie mit etwaigen Einreden ausgeschlossen sind. Zugleich werden sie zur Bestellung eines im diesseitigen Gerichtssprengel wohnenden Zuftellungsbevollmächtigtm aufgefordert, widrigenfalls alle sonstigen in dieser Sache ergehenden Verfügungen und Entscheidungen ihnen lediglich durch Anheften an das Gerichtsbrett bekannt gemacht werden. Gießen, den 27. August 1878. Großherzogltches Stadtgericht Gießen. Bötticher. Berichtigung: In der in Nr 207 d. Bl. erfolg. Jnser. muß es Z. 28 heißen: Hof- ger.-Regiftrator statt Hofger.-Advocat. Aersteigerungt». Dienstag den 17. d. M., Nachmittags 3 Uhr, sollen auf hiesigem Ortsgericht die zum Nachlaß des Wilhelm Hilgardt gehörenden Grundstücke, als: Flur Nr. lDMtr. 2 190 88 Acker, Gewann-Lappen am Wismarer Weg, 2 191 44 Acker daselbst, 3 9 19 Acker daselbst, 2 125bt 1869 Wiese in den vordersten Schießgärten, 2 125^ 669 Wiese daselbst, 2 125,4 338 Acker daselbst, 3 30 1600 Acker an der alten Leimenkaute am Wismarer Weg, 3 31 1600 Acker daselbst, 16 313 3444 Acker, auf die Chaussee, hinter d. Pulvermühle, 16 60 813 Acker, auf die Hohleiche, gegen die Leimenkaute öffentlich meistbietend versteigert werden, mit dem Bemerken, daß sich die Wiesen und Aecker in den vordersten Schießgärten zur Anlage einer Bleiche eignen. Gießen, den 10. September 1878. Großherzoaliches OrtSgericht. __Lüdeking.________(5448 Arbeitsversteigerung zu Hausen. Dienstag den 17 September, Vormittags 10 Uhr, sollen auf dem Rathhaus zu Hausen nachstehende in der Pfarrhofraithe vorzunehmende Arbeiten öffentlich in Accord gegeben werden, als: H Maurerarbeit, veranschl. zu 137 62 Zimmerarbeit, „ „ 27 50 Hausen, den 8. September 1878. Der Kirchenvorstand. (5408 Aeikgeöotenes. 5465) Zwei Ziegen zu verkaufen. Wo? sagt die Exped. b. BlttS.__________________ 5449) Frühzwetschen bet ______Louis Benner, a. d. Scboor. Gothaer Cervelatwurst empfiehlt (5350 ___________Emil Fischbach. 5457) Mehrere Haufenb Cub.-Mtr. Kalksteine, als Schrotteln, Bruchstücke u. lagerhafte Bausteine, sind billig gegen Caffa abzugeben. I. Wilhelm in Wetzlar. 5433) Ein Haufen Kuhmist ist billig abzugeben bei S. Goldenberg, _______________________Löwengasse.______ 5444) Ein Haufen Kuhmist ist billig zu verkaufen bei _______L. Wolf. Walltborstrabf. Ein Hahn und 6 Hühner (Italiener), schwarz vonFarbe, billig zu verkaufen. Näheres in der Exped. d. Bl. Ein Wohnhaus mit Garten in der Nähe des Main - Weser-Bahnhofes zu verkaufen durch (5186 _____________________I. Blitz. 4769) Em Haus, in bester Geschäfts läge (des Selterswegs) gelegen, zum Betriebe einer Fabrik sehr geeignet, ist billig zu erwerben. Bemerkt wird, daß in dem Hause bereits zwei größere Geschäfte betrieben werden und dasselbe nachweisbar zu 7 Proz. rentirt. Zahlungsbedingungen günstig. Nähe- res bei Friedr. Kreuder. Realienbuch 30%rf9. Soeben erschien: Nealimbuch für Volksschulen von Hüttmann, Marten, Renner, König!. Seminarlehrern. 7Vs Bog. gr. 8° eleg. 30 H. Dies „Realienbuch" erscheint auf mehrfachen Wunsch aus ten Kreisen der Lehrerwelt, es ist nicht trocken wie Lettfaden und auch nicht zu umfänglich geschrieben. Der überaus billige Preis wird auch ärmern Kindern die Anschaffung ermöglichen. Es ist das vorliegende „Realienbnch" das billigste aller bisher Erschienenen. Jede Buchhandlung kann das Werk zur Ansicht vorleaen. Hannover. <5452 Helwing’sche Verlagsbuchhandlung. !! Sacke!! ä 50 Pfg. und höher bei Georg Grieb 5129)___________________Schloßgnsse.________ 5412) Ein gut gehaltenes Tafelclavier billig zu verkaufen. Weidgasse 98. empfiehlt n Alle Sorten künstliche, sowie natürliche 5441) A. Rabenau Sonntag den 13. und Montag den 16. September 5451) Ein kleines mödlirtes Zimmer zu vermiethen bet (Expedition. (5467 Schlopgassl 546 t) 5462) Ein tüchtiger Bleiche. (5450 . Naubetmer Wo^, ziehen. Nähere« bet I Bitt;. 4782) 191 der Exoed, b. Bl. (5466 4000 Mk ((5450 wieder zurück. ))ieucnwefl 193- 4752) Verantwortliche Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Unio.-Druckeret (Fr. Ehr. Pietsch) tn Gießen. LoutS Benner, an der Schoor. 5460) empfiehlt L. Handwerk in Holzheim. G. Lowenberg in Steinbach. I. Decker VI. tn Treis a. d. L. Th. Kümmel m Lollar. 4,143,554 6,000,000 Ferd. Hoffmann in Giessen. W. Kliebe in Allendorf a. d. L. W. Körber II. in Alt-Buseck. Ph. Neimer in Gambach. Prämien- und Zinsen-Einnahmen..... Capital und Prämienreserve für eigene Rechnung Grund-Capital der Gesellschaft..... Ludwigsbrunnen dto. Sonntag den 15. Seplbr. geht ein OmnibuS nach Allendorf a. d. Lda. Abfahrt Morgens 9 Ubr von b-r Stadt Gaffel. Am Abend geht der Omnibus sofort gesucht bei Aua. vermischte Anzeigen. 5402) Ein brave« Dienstmädchen gesucht Näheres tn der Exped. d. Bltts. Versicherungs-Abschlüsse zu billigen und festen Prämien werden prompt vermittelt durch die nachbenannten Vertreter der Gesellschaft: 5455) Für ein Abonnement auf die Kölnische Zeitung, vom 1. October l. 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Hirsch, Braten- fle'sch, (Keule u. Rücken) pr. Pfund 90 Kochfleisch 70 pr. Piund. Hasen pr. Stück 3,50—4 jl. Feldhühner pr. Stück 1,60 JL Französische Poularden 5—6 pr. Stück. Italienische Hahnen 1—2rste Hypothek zu leihmges^ _W°^agt die Exped. d Ll.---- hÄL? «5 HaterlänSlsche /euer lirifirfjmiiujs 1 Mien-Zeselffchasl in (ülfierfeiö. Pf.rdcknech« Ä FS’"f bem ' N Lumpcn, Werg, MesfiOl Ic,^ eurtflafeben rauft J“’ Hunt feinst. Schweizerkäse, „ Holländer, „ Edamer, 5456) Kleines VogiS zu vermiethen. ____________Neuenweg Lit. B. Nr. 184. 5468) Eine Wohnung zu vermiethen. Näheres im „Wein faal".____ 5463) Eine freundliche Wohnung von 4 Zimmern, in der Nähe vom SelterSthor, zu vermiethen und per 1. November zu bc> 5464) Ein Vogts von 2 Zimmern und Küche, sowie ein kleines Logis von einem Zimmer und Küche zu vcrmiet^en. Auch renn eS im Ganzen mit Werkstätte ver wiethet werden. Wo? sagt die Exp d. 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Stock von vier Zimmern nebst Zubehör ist zu oermiethm und den 15. September zu beziehen. _______________Wilh Krämer. 5418) Zwei möblirte Zimmer zu vermiethen. Gartfeld H4,tz. 5407) Ein möblirte« Zimmer ist zu vcrmiethen bei Bäcker Kuhn, auf dem Kreuz. "7^ g* f Aty 99 C f neuester Construction, solider Bau- HPfllPl- I Ii 11 hl PH ort, leicht gehend, mit gußeisernen CÄVIJ f 11Walzen sowohl als auch mit rothen und grauen Steinen. neuestes Modell, wenig Raum und wenig Dujbprcllcn, s g** w >° liefert unter Garantie von 110 an franco jeder Eisenbahnstation bas Maschinengeschäft iion A. Buch in Hungen.