1878. Dienstag, den 13. August Nr. 186 1)11 ZLLZ Da fortwährend Gesuch- um Beurlaubung von Soldaten zur Dispofition des Truppenth-sls am allge«leinen Entlaffungs- m?'S's'!tiif11® termine im Kerbst, sowie Gesuche um Entlassung vor beendeter Dienstzeit zur Disposition der Ersatzbehorden m großer von den Bittstellern unmittelbar bet der Großherzoglichen Division oder dem bttreffenden Truppentheil eingereicht werden, statt bei den 1 J®**Ä**’ des Wohnortes des Bittstellers, von welchen solche an die Kreisämter zur Weiterbeförderung zu senden sind, so werden erhaltenem Auftrage Lmä6 die beiden nachstehenden Ministerial - Ausschreiben hiermit nochmals mit dem Bemerken veröffentlicht, daß Gesuche, welche nicht auf dem darin bezeich- •'"«j Mm, ...... J./ _____ unk födhmä hpr ffirnfchennnitAen Dwlsion resv. der Truvventhetle für die Zukunft Berücksichtigung und Bescheidung Seitens der Großherzoglichen Division resp. der Truppentheile für die Zukunft Uten Wege zur Vorlage gelangen, eine '«L7W7L7 Die Großherzoglichen Bürgermeistereien werden angewiesen, pcy nacy oen V« 'kommenden Fällen die Betheiligten über den bezüglich ihres Gesuches vorgeschriebenen Weg zu belehren, franco betfenbet, ' L Gießen, den 8. August 1878. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Bookman n. v. Dalwtgk. und Repariren r, wird schnell aus- (3861 , Stuhhnacher, )r Nr. 150. Zchulstraße B. 211 Ackn sthren. in iren, iths. (812 11 ** ®ln Kranker kaber *. ,. . ch- ilt an 5«bt«in imitier bis zum 1. August beendigt sein können, ttiucht. Brirse B Gesuche um zeitweise Beurlaubun * WH«! ffinben, "»glich sch«,,. Es Hais ’el“ bewührlcn ‘ >■*?«». °l« die Les, Sturd)bajaC(ui8t[l r tu Militär.Ersatz-Instruction für den Norddenischen Bund vom 26. März 1868 (Regierungsblatt von 4868, ®Eite 521) maßgebend, wonach d-rgl-ichen ---—rTTl Siiudie nicht bei einer Militärbehörde, sondern bei den betreffenden Civ ilb,Horden anzublingen sind. Die Gvilbehorden,^welche diese Gesuche anzuney e^ »Ißikkdkük l°i°n, sind die Großherzoglichen Bürgermeistereien, welche über jedes Gesuch dieser Alt e,n Protokoll ""ch bem h-f «ich 8 lll“IISlU 'm. Ansschreiben vom 14. October 1868 zu Nr. M. d. I. 11,339) aufzun-hm-n und solches Mit F'°g°>'b-°ntE^ ^-i,itbank»ige,ebt- Kreisamt einzusenden haben. Das Kreisamt üb-rs.ndet sodann die Verhandliingen nachdem - erforderlch-n Falles d^u V-woUtanbigu rev»«"" „I^i hat, mit seinem Gutachten und unter Beifügung eines Gutachtens des betreffenden Landwehr - Bezirks-Eommando s an da! Eiv.lmikglied der Grvx siizoglichen Ersatzbehörde dritter Instanz, von welchem hi-ranf bezüglich derjenigen Gesuche, die Nicht wegen Mangels ü'^llcher B g g von Soldat» , i-giiMst-^ «eisen sind, mit dem Eommando der Großherzogiichen Division zur g-metnschasilich-n Enlscheidmig u Benehme,, tritt. e um ®ntlanun9 »onteoio UI^ f- beendeter Dienstzeit, welche auf anderem Wege an das Eommando der Großherzogllchen Dwlsion gel g , , s g '^1'snvitalien ncht eingehakten worden ist, keine Berücksichtigung finden. n n r, . „ finK a .. nn e,-ioen z g nz 6d b „ fta sich ihnen darbietenden Gelegenheit die B-theiltgt-n wegen des bei G-snch-n der mehrerwahnten Art einzuhaltenden Geschäftsgangs g--'gnet zu d-teyr-n .4. v. Bechtold. «otoetpen. Kichener Anzeiger Migk- eti MW sir den Kreis Eießen. iOt' ^"Roffdem Kreis°mt°''sind diese Gesuche näher zu prüfen, geeigneten Falles weiteren Nachweis zur Begründung der darin ang-führt-n Umstände, »k >it SBeibXünVHnTJ frSÄen aeuaniffe«, zu v-ranlaff.n und di- Verhandlungen sodann mit einer Liste der vorzugsweise zu berücksichtigenden Soldaten ' " *' ^Mi" Rücksicht'mffdteftn Termtffsti>d^die^G-suche der fraglichen Art in dem Monat Juli so srühzeitig anzubringeu, daß die näheren Ermittelungen , \ „ Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Orscheint täglich mit Ausnahme des Montag». Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark? 50 Pf. ?tcr^~ÄtfS Vxpeditionsbureaut Schulstraße B. 18. n tauft H S ^L^huenweg 193 3„ Rr. M. d. I. 10,516. Darmstadt, am 26. October 1869. Betreffend: Gesuche um Beurlaubung von Soldaten. Das Großherzogliche Ministerium des Innern an die Großherzoe;lichen Kreisämter. ,_______ Rach einer Mitthetlung des Commando's der Großherzoglichen Division werden am aUgememen Entlastungstermm der^^Ri °r°en. im Herbstel-den jfe z-hres von den Regimentern re. auch eine Anzahl von Mannschaft-», welch- ihre dreijährige Dl-nstj-it noch Nicht beendigt haben, zur Disposition der SeAkfen Beurlaubungen werden zunächst die am besten Ausgebildeten berücksichtigt. Es können aber auch, wenn darum nachgesucht wird, solche Wimrschaft-n Berücksichtigung finden, deren Anwesenheit zu Hause häuslicher Verhältnisse halber dringend "unsch-nswerth erscheint. -in-ureichen Unter, Die deßsallstgen Gesuche sind jedoch nicht bei dem betreffende» Regiment, sondern bei der Bürgermeisterei der Wohnortsi der Bittsteller °l"iu" > ianSRaiit 'Jto. 233 ,t„ ccn bcr [tgteren zu Protokoll zu nehme». Werden dergleichen Gesuche unmittelbar bet dem Regiment- emgereicht, so werden sie von diesem künftig !kch»EÜ^stiuckg-wwsen^w°r^ch^n $ Regiment rc., in welchem der betreffende Soldat dient und seit wann derselbe im Militär überhaupt dient , genau zu rdiii IchnlüII. Aiztmurken und sind die Gründe bestimmt und deutlich avzugeben, aus welchen die Anwesenheit d-s Soldaten zu Hause dringend notbwendig erscheint. Sz-söhrt ton Die Bürgermeisterei hat sich zunächst über die Richtigkeit der zur Begründung des Gesuchs ">'S°!uhwn Thatsacherl genau zu. und Rob Hartmann, lohn» mit einem Berichte, in welchem sie sich über diese Thatsachen, sowie über die Familien-, Erwerbs- und Vermögensverbaltniffe der Bittsteller zu äußern Aoli 1 isch Keuts^Urnü. Berlin. Die „Germania" schreibt, daß im Centrum höchstens zwei oder drei für das Tabaks-Monopol sind, welches vom neuen Reichstag nicht bewilligt werden wird- Das Centrum wird die National-Liberalen und die Fortschrittspartei in ihrer constttutionellen Austastung der Steuerfragen unterstützen, dagegen kann es in confessionellen Fragen zu einer erheblichen Majorität kommen, falls die Regierung eine Vorlage bringt, welche nicht die Souverä- netät des Staates in krichlichen Angelegenheiten enthält. Nach der „Germania" ließe sich in kurzen Umrissen demnach die Physiognomie des neuen Reichstages also prognosticiren: Conseroattv wird er sein in allen religiösen Fragen; liberal in allen rein politischen und constttutionellen Fragen, und zwar deshalb, weil das den Ausschlag gebende Centrum dort conseroattv, hier liberal, d. h. wahrhaft liberal ist. Berlin, 8. August. Wie es heißt, soll das Staatsmintsterium sich für Vollstreckung des gegen Hödel verhängten Todesurtheils ausgesprochen haben. Unter den Befürwortern einer Vollstreckung der Todesstrafe steht in erster Reihe Fürst Bismarck, von welchem Aeußerunqen über diese Frage gerade im gegen- wärtigen Augenblicke bekannt werden. Während des Congrestes weilte bekanntlich General Grant auf einige Tage zum Besuche in Berlin. Er hatte u. A. auch einige Besprechungen mit dem Reichskanzler, der ihn äußerst zuvorkommend empfing. Ein Berliner Correspondent des „New-Jork Herald" war in der Lage, feinem Blatte einen Bericht über den Inhalt der Gespräche zwischen dem Fürsten Bismarck und dem ehemaligen Präsidenten der Vereinigten Staaten mttzutheilen. Wir ersehen daraus, daß bet Erwähnung des Attentats auch die Nothwendigkeit einer Unterdrückung des Socialismus berührt wurde. General Grant sprach sich für Ergreifung der strengsten rücksichtslosesten Maßregeln gegen solche verbrecherische Subjekte aus, welche die Hand gegen das Staatsoberhaupt erhöben, und betonte, daß in solchen Fällen die Todesstrafe vollstreckt werden müffe. Er könne die Agitation gegen dieselbe nicht begreifen. Fürst Bismarck erklärte sich in gleichem Sinne gegen die Umwandlung von Todesstrafen in einfache Haft. Meine Ueberzeugung, sagte der Fürst, ist in dieser Hinsicht so stark, daß ich die Verantwortlichkeit für Die Verwaltung von Elsaß- Lothringen wegen der Frage der Begnadigung von zum Tode Verurtheilter ablehnte. Der Kaiser, desten Ermordung man soeben versucht hat, ist so herzensgut, daß er ein Todesurthetl niemals bestätigen will. Kann man sich etwas Seltsameres vorstellen, als daß dieser gütige Monarch, desten Gnade die Todesstrafe zeitweilig tatsächlich abgeschafft hat, das Opfer eines Attentats oder versuchten Attentats wird? Ich habe, fuhr Bismarck fort, mit Sr. Majestät niemals über diesen Punkt mich einigen können; da ich als Reichskanzler an der Spitze der Verwaltung von Elsaß-Lothrtngen stand und mir die Pflicht oblag, die Umwandlung der Todesstrafe zu begutachten, was in Preußen durch den Justizminister geschieht, so ließ ich mich von den betr. Functionen entbinden. Ich fühlte, daß der Gerechtigkeit freier Lauf gelasten werden müffe und daß schwere Verbrechen, falls sie überhand nehmen, durch ebenso schwere Strafen zu sühnen sind. Berlin, 9. August. Immer klarer stellt sich heraus, wie sehr auf das Ergebniß der Reichstagswahl die in conservattvem Sinne von amtlicher Seite geübten Wahlbeetnflustungen etngewirkt haben. Seitens der „B. A. C." wird auf diesen Umstand in folgenden Sätzen hingewtesen: „Die Verluste der nationalliberalen Partei, welche dieselbe bisher in den diesmaligen Reichstagswahlen erlitten hat, beschränken sich im Wesentlichen auf diejenigen Gegenden, in welchen der amtliche Beeinflustungs-Apparat am wirksamsten fungirte. Das Material für die Proteste ist denn auch bereits ein recht ansehnliches und es darf in Betreff einer Reihe von Kreisen mit Bestimmtheit angenommen werden, daß der Reichstag, wenn er nicht seine bisherigen Grundsätze aufgibt, die Ungiltigkeit der Wahlen aussprtcht. Amtliche Bekanntmachung der conseroatioen Candidaten, Zettelaustheilen durch Gensd'armen, Polizeidiener, Kretssecretäre, Zettelaustheilen in der Kirche, Empfehlung Der Candidaten von der Kanzel herab: Alles dies ist geradezu epidemisch betrieben worden. So zeigt es sich denn in den östlichen Provinzen Preußens im Gegensatz zum Westen Deutschlands und auch zu den neuen Provinzen, wo jener junkerliche Apparat nicht von früher her Uebung und Gewandtheit hat, was sich mit solchen Mitteln erreichen läßt." Münster, 7. August. Der Senat der hiesigen Akademie hat gestern Abend beschloffen, die katholische Studenten-Verbindung „Alsatia" aufzulösen. Heute Morgen ist dieser Beschluß dem Vorstande durch den Rector, Professor Dr. Stahl, mitgetheilt und als Grund angegeben worden, die „Asatia" sei durch ihre Beziehungen zu Parteimännern in eine Strömung gerathen, die sie abhalte vom Studium; Excesse an und in der Verbindung hätten den Beweis geliefert, daß diese nicht aus sich jenes Äbhäugigkeits-Verhältniß zu lösen vermöchte, und deshalb habe der Senat die Aufhebung beschloffen. Der „Wests. Merkur" bemerkt zur Aufklärung, daß auf dem Commerse der „Alsatia" bei Gelegenheit ihres vor wenigen Tagen gefeierten Stiftungsfestes auch ein Toast auf das Centrum und auf die preußischen Bischöfe ausgebracht worden ist. Kesterreich. Wien, 10. August. Das „Fremdenblatt" meldet: Die serbische Regierung bat das Wiener Cabinet in loyalster Weise von der Aufstellung von Truppen an der bosnischen Grenze verständigt, um den Pflichten der Neutralität zu genügen und eine etwa beabsichtigte Verletzung derselben hintanzuhalten. — Der Belgrader Correspondent der „Neuen Fr. Pr." bestätigt gleichfalls, daß man diese Maßregel als einen Act dankbarer Pflichterfüllung Serbiens darstelle, welches der Intervention Oesterreichs die Zuthetlung des Vilajets Pirot verdanke. Wien, 10. August. Nach einer der „Polit. Correfp." aus Athen zu- kommenden Nachricht vom Heutigen sind in den letzten Tagen 400 Tscherkessen in Prevesa ausgeschifft worden, um nach Janina dirigirt zu werden. Kumun- duros, von der Thatsache unterrichtet, macht dieselbe zum Gegenstände einer energischen Reclamation bei dem türkischen Gesandten, Photiades Bey. — Die Jnsurgenten-Corps auf Kreta halten ihre festen Stellungen fortwährend besetzt. — Der „Wiener Abendpost" zufolge sind von dem 13. Armee-Corps keine weiteren Nachrichten etngelangt. Pefth, 10. August. Ministerpräsident Tisza ist in Sepsi-Szent-György einstimmig zum Abgeordneten gewählt worden. er H y e r l. Zepce (Bosnien), 8. August. Gestern rückten zwei Brigaden der 6. Division auf überall gebirgigem Terrain von Maglaj gegen Zepce vor. Der Feind, an 6000 Mann stark mit 4 Geschützen, wurde aus zwei Positionen nach hartnäckigem Widerstande zurückgeworfen. Das 27. Jägerbataillon zwang durch einen Flankenangriff ein reguläres Nizam - Bataillon mit 7 Officieren zur Waffenstreckung und erbeutete 4 MumtionSwagen. General Philippovic aut Suite hat sich wiederholt dem feindlichen Geschützfeuer ausgesetzt. Unsere Verluste bestehen in 58 Todten und Verwundeten. Oberstlieutenant Kubin vom Reserveregtment Hartung gefallen. Iranöreich. Paris, 10. August. Die internationale Münzconferenz wurde heute hier eröffnet. Auf Vorschlag des Gouverneurs Fenton von New-Iork wurde der Finanzminister Leon Say zum Präsidenten ernannt. Fenton dankte im Namen der Vereinigten Staaten den Staaten, welche der Einladung Amerikas Folge geleistet und drückte die Hoffnung aus, daß die Mitglieder der Conferenz die Lösung einer Aufgabe erleichtern werden, welche den friedlichen Interessen der Welt zu dienen bestimmt sei. Die Conferenz vertagte sich sodann, um das Eintreffen der noch fehlenden Mitglieder abzuwarten. tzngland. London, 10. August. Das Unterhaus hat in zweiter Lesung die Vorlage, welche die Kompetenz der britischen Gerichte auf eine Zone von 3 Meilen zur See ausdehnt, angenommen. Italien. Rom, 9. August. In Italien macht der Protestantismus ersichtlich Fortschritte. Den unwiderlegltchsten Beweis dafür bringt der klerikale „Oster- oatore romano" in einem Aktenstück, welches der Vikar von Rom, Monaco la Valetta, am Mittwoch an die Parochianen in Rom gerichtet hat. Wie der römische Correspondent der „Voff. Ztg." schreibt, wird darin offen die Ausbreitung des Protestantismus zugestanden und als ein Uebel bezeichnet, das der heilige Vater tief beklagt. Um ihm zu steuern, erinnert der Cardinal daran, daß mit dem großen Banne alle Die belegt werden, die nur aus äußeren Rücksichten zu den Protestanten sich halten, ohne deren Irrlehren zu bekennen; ferner Die, welche an nichtkatholischen Funktionen und kirchlichen Handlungen Theil nehmen, bann Die, welche den Predigten der Protestanten beiwohnen, um, wenn sie überzeugt werden sollten, überzutreten, vor Allem Die, welche zum Uebertritt verführen, oder auch nur Katholiken in protestantische Kirchen führen, aber auch Die, welche zu protestantischen Vorträgen öffentlich einladen und die Themata derselben veröffentlichen. Ebenso wird das Eintreten aus bloßer Neu gierde in die protestantischen Kirchen während des Gottesdienstes, sowie das Leisten von Diensten bet demselben, sei es durch Singen oder Spielen, bei Strafe der großen Excommunication verboten. Drucker und Setzer, die an Ketzerschriften arbeiten, verfallen derselben Strafe, ebenso Bauunternehmer imb Maurer, die den Bau protestantischer Kirchen übernommen oder an demselben Dienste thun. Den Eltern, die ihre Kinder in die übrigens hier trefflichen protestantischen Schulen schicken, soll das Abendmahl verweigert werden und die Kinder selbst sollen in die Kirchenstrafen verfallen. Verbrannt wird Niemand!! Auch ist diesmal kein deutsches Buch auf den Index gesetzt worden. — Das Hauptorgan der Jesuiten in Rom, die bekannte, in den Streiten fast der gesummten streng-katholischen Welt maßgebende „Civtlta cattolici" schreibt in ihrem Leitartikel vom 3. August folgenden anmuthigen Commen'ai zu den Kissinger Versuchen eines modus vivendi: „Das wie durch einen Zauber aus den Schlachtfeldern erstandene und für unsterblich gehaltene deutsche Reich steht in Gefahr, durch die Socialdemokratie in den Abgrund alles Elends zu stürzen. Lächerlich fei es, diese Gefahr mit Polizeimaßregeln beschwören zu wollen, das könne mit Erfolg nur die Religion (d. h. die Kirche) mit ihrrn moralischen Mitteln. Man gebe daher die Kirche frei, anstatt sie zu festen, man hebe die Maigesetze auf, man laste Falk mit seinem Culturkampf vr- schwinden, man laste den Bischöfen und Priestern volle Freiheit, das Volk -u unterrichten und der studirenden Jugend die Grundlehren des Katechismus e n zuflößen — und der Socialismus wird aushören, die öffentliche Ordnung und Sicherheit zu bedrohen .... Es giebt keine Hülfe für Deutschland, wenn ts sich nicht aufrichtig und vertrauensvoll in die Arme der Kirche wirft. Mm will dort allerdings um keinen Preis freiwillig nach Canoffa gehen; aber mau wird nothgedrungen früher oder später nach Canoffa gehen muffen, gezogen oou den wilden Rosten des Socialismus 1" Derartige Auslastungen zeigen tm Verein mit der geradezu staatsfeindlichen Haltung der Ultramontanen bei den Stiä- wahlen wenig Lust, einen Kompromiß zu erzielen. Uebrigens wird gutem Vernehmen nach preußischerseits jede Verständigung mit der Kurie davon abhängig gemacht, daß die durch die Maigefetze vorgeschriebene Benennung der für en geistliches Amt in Aussicht genommenen Candidaten Seitens der geistliche Oberen erfolgt. Erst wenn diese Vorbedingung erfüllt ist, könnten Erörterin- gen über die zulässige Abänderung der Maigesetze eingeleitet werden. Rom, 9. August. In klerikalen Kreisen sind hier folgende Angabn verbreitet: „Der Papst ist einverstanden mit den Abmachungen für einen Fri'- densschluß zwischen Rom und Berlin, verschiebt aber eine dahin gehende Erkii- rung, bis der neue Staatssecretär ernannt ist. Die preußischen Bisthüm-r sollen vorläufig unter die Jurisdiction des Münchener Nuntius kommen. Leb- chowski ging den Papst darum an, nicht nach Posen zurückkehren, sondern v Rom verbleiben zu dürfen. Dieses Anliegen wurde ungünstig ausgenommen* (Wir glauben nicht, daß der Cardinal schon in die Verlegenheit gekommen l zwischen Rom und Posen sich zu entscheiden). Soeben verlautet, Cardinal Nuc fei zum Staatssecretär ernannt; derselbe würde vollkommen im Geiste Franch'i handeln. Der Papst trennte die Verwaltung der apostolischen Palastpräfekrm von dem Staatssecretariat. Rom, 10. August. Cardinal Nina hat ein Circularschreiben an Ht päpstlichen Nuntien gerichtet und erklärt, daß er die von Franchi verfolgte M tung einhalten werde. Er empfiehlt Klugheit, um keine unnützen Verlegenheiler zu schaffen und den Mächten zu beweisen, daß der heilige Stuhl bestrebt ftti werde, mit denselben die Bande aufrichtiger Freundschaft aufrechtzuerhalten. Spanien. Madrid, 9. August. Officiell. In Naval-Moral, Provinz Cacerel ^ill & 3>/2 Uhr wa fanden- Um Muge un die Flucht ei verlor über Ham bekannt, erb Wahl Äeige Londi iie Pforte h< machen, die? itdjtfertiflt fei Konst Pforte habe - langen lassen, über die ®ru imb daß dem bern als Fre Dtrberbhd) se Wiei Lepce vom I und Zepce drei Colonni Stellung Po durch die Ei Um 4 Uhr MÜckgeworfe. jimnilabrob drei Nonne Abends mit anatolischer' war, würbe Castei von ' ergriffen bu mrit über I RebisbatM entkommen, mohamedan nommen. ! nicht genau feiten haben division bal Insurgenten »b' °ü° Haus Am! bereite die - Unser während b Nfltn füi persönlich eine Weunjfl verständlich ,!n verbrei »ebnetet er bu besondere j Mtb, Hnn . Gera btr zweiten M V 'M“1 Wbrand der n Wat feg - 6 4 bk$, o°ne von 3 9 wurde '?7'8vrk öll3 8«ton dankte " 'bung ÄNch der Conf^ Men 3ntere$ ivdann, um t «>5$S S.,61 Autismus erficht!' der klerikale „Qj;, 1 ^vm, Miiace ?tet hat. Wie t arm offen die 1 ebel bejeichnet, t: irt der Cardinal k die nur aus äußli- 'rlchren zu befennr rchlichen Handls inten beiwohnen, e M Die, welche je itische Kirchen fnfn llich einladen unb: :eten aus bloßer L esdienstes, foroit t: n oder Spielen, V und Jeher, die ■ Bauunternehmer t r ober an bem\&' zens hier trefft weigert werden t Verbrannt wird % Zndex gesetzt mord annte, in den Kreil „Civilta cattolic rmnthizen Cmne° ffe durch einen Zvi! ehaltene deutsche K jtunb alles Elenb- sregeln beschwören die Kirche) mit t , anstatt sie zu # nfln Cultnikamps Freiheit, das Voll n oes Katechismus fentliche Orbnunz i Deutschland, weiter Kirche wirst. 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Fügen wir hinzu, daß er trotz seines entschiedenen politischen Standpunktes, durch sein stets gemesienes und tactvolles Benehmen sich auch die Achtung und Anerkennung vieler Männer zu erwerben wußte, die im übrigen den Tendenzen seiner Partei nicht huldigen, so begreift es sich wohl, warum er für den ganzen Wahlkreis, ganz besonders aber für die Stadt Gießen nicht nur Ehren-, sondern sogar Klugheitssache ist, alles aufzubieten, Herrn Hirschhorn zur abermaligenUebernahme eines Land- tagsmandats zu bewegen. Es kann leider nicht geleugnet werden, daß unserem Abgeordneten, der sich sofort die Aufgabe gestellt hatte, seinen Platz in Darmstadt ganz auszu- füllen, nicht geringe pecuniäre Nachtheile aus seiner Landtagsthätigkett erwachsen mußten und auch ferner erwachsen werden. — Auf der anderen Sette aber glauben wir, daß gerade Herr Advocat Dr. Hirschhorn, weil er das Vertrauen aller Parteien, ein umfasiendes Wisien in Justiz- und Verwaltungssachen, eine gerade für die Zukunft nicht hoch genug anzuschlagende seltene Kenntniß in den wirthschaftlichen Fragen besitzt, auch gewisie Pflichten gegen seine Mitbürger hat, welchen nachzukommen er sich schließlich doch noch entschließen dürfte, falls nur die Bevölkerung Gießens diesem ihrem Gefühle zeitig genug Ausdruck zu geben versteht. Lokal-Nottz. Gießen, 12. August. Der V. Delegirtentag der Allgem. deutschen Kriegerkameradschaft sowie die Fahnenweihe des hiesigen Kriegervereins nahmen bis jetzt, trotz schwer drohenden nassen Niederschlägen, den programmgemäßen Verlauf. Einen ausführlicheren Festberickt uns vorbehaltend, gereicht es uns zur Freude constattren zu können, daß das Fest ein recht gelungenes ist und die Bürgerschaft von Gießen mit den Ideen der Krieger sich sehr wohl befreundet hat. t (Eingesandt.) In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurden von ruchloser Hand an zwei zur Feier aufgestellten Fahnenstangen die Zagschnüren abgeschnitten und gestohlen, ja sogar die Befestigungsstricke durchschnitten. Wer den oder die Thater resv. Diebe namhaft macht erhält Neue Anlage 35 fünf Mark. Briefkasten. Auf die Frage — „Warum der Zeiger der Rathhausuhr seit zwei Tagen auf 12 - — wird von sachverständiger Seite folgendermaßen geantwortet: Daß das Gehwerk bei der jetzigen Temperatur nicht eingefroren sein mag, steht wohl richtig. Dagegen läßt sich ferner mittheilen, daß die Hemmung deS fraglich« „ . , ° , r-, r. i ZT-.. 1 —.14.. ITmh A Pslf« 4« oln Qoinov- Vermischtes. Frankfurt, 11. August. Heute Nacht zwischen 2 und 5 Uhr ist unser herrliches Palmengarten-Etablissement ein Raub der Flammen geworden. Bereits nach 1 Uhr soll in dem rechten Flügel drs Restaurations-Gebäudes, in der Gegend des Secretar- Himmers, Feuer auSgebrochen sein, das in kurzer Zeit, obwohl von Bockenheim auS rasch die erste Hülfe zur Stelle war, die ganze gewaltige Flache des Restaurations- Saales und den Dachstuhl beherrschte. Der Saal ist völlig ausgebrannt, ebenso die Wohnung des Herrn Restaurateur Radunskp; auch den in dem Gebäude wohnenden Kellnern soll alles Hab und Gut verbrannt sein. Die Spritzen, obwohl Anfangs irre geführt, entfalteten gegen 4 Uhr bereits eine solche Thätigkeit, daß wenigstens das Palmenhaus (eine Eisenconstruction) gerettet werden konnte und auch die Fa?ade des Restaurationsgebäudes mit den Loggten erhalten blieb; immerhin em bedeutendes Resultat, das nur dadurch möglich war, daß man über die großen Wasserguantttaten der Wasserleitung und der künstlichen Seen des Gartens verfügte. An der Versicherung des Gebäudes sind die beiden Gesellschaften „Phönix" und „Providentia" betheiligt. Von anderer Seite wird uns noch berichtet: Das Haus ist vollständig ausgebrannt. Doch glückte es, die Flammen vom Palmenhaus fern zu halten, obschon einige Pflanzen durch die Hitze Roth gelitten haben. Der Schaden ist enorm. Die Restauration kann in den ersten Tagen nicht fungiren, doch wird durch ein Provisorium Hülfe geschafft werden, da die Ausstellungshalle noch steht, die seitlich eine Vergrößerung erfahren wird. Verunglückt ist Niemand. __ (Fr^Jourru)_____ verderblich sei. . . S Wien, H. August. Ein Telegramm des Ober-Commandanten aus } Hepce vom 8. d. berichtet einen glänzenden Sieg am 7. Aug. zwischen Maglaj j und Zepce über bedeutende Jnsurgentenkräfte. Der Vormarsch erfolgte in s drei Colonnen. Die linke Flügelcolomie traf am Mittag den Femd in der; Stellung Ponievo-Brankovic. Alle Hindernisie dieser sehr starken Stellung wurden , durch die Energie der Osficiere und die Tapferkeit der Truppen überwunden. 1 Um 4 Uhr war der Feind aus der ersten Aufstellung mit großen Verlusten zmückqeworfeu, setzte sich jedoch in der noch stärkeren Stellung Zepackbrod und ] Zimmkabrod fest. Durch concentrisches und vorzügliches Zusammenwirken aller : drei Colonnen wurde der Feind nach hartnäckiger Vertheidigung um 6V2 Uhr Abends mit ungeheuren Verlusten nach Zepce zurückgeworfen. Ein Bataillon anatolischer Redifs, welches mit den Aufständischen von Serajewo gekommen war, wurde umzingelt, zur Streckung der Waffen gezwungen und nach dem Castel von Maglaj abgeführt. Durch die Furten der seichten Bosna watend, ergriffen die Aufständischen regellos die Flucht. Die Zahl der Feinde betrug weit über 6000 Mann mit 4 Kanonen. Der Zuzug aus Serazewo mit zwei Redifbataillonen war vollständig eingetroffen. Eines dieser Bataillone ist leider entkommen. Die Bewohner von Maglaj, Zepce und Zenika, sowie die gesammte mohamedanische Bevölkerung von Doboj südwärts h"t an dem Kampfethetlge- nommen. Der Muth der Truppen war brillant. Die Verluste, welche noch nicht genau ermittelt sind, belaufen sich auf 6 Todte. Die enormen Schwierigkeiten'haben zur Bestimmung eines Rasttages veranlaßt. — Die 7. Truppendivision hatte am 5. August einen Zusammenstoß mit von Begs geführten Insurgenten, welche nach einem harten Kampfe gegen Jaice zuruckgeworfen wurden. Zur Landtagswahl. Am 27. August d. I. hat die Wahl der Wahlmänner, am 10. September bereits die Ernennung des Landtagsabgeordneten des Kreises Gießen stattzufinden. _ Unser bisheriger Vertreter Herr Hofgerichtsadvocat Dr. Hirschhorn hat während der kurzen Zeit seiner parlamentarischen Thätigkeit unstreitig auch Dw- ffniqen für sich zu gewinnen verstanden, welche denselben vor seiner Wahl nicht persönlich kannten. — Es kann daher auch nicht Zweck dieser Zeilen sein, für eine Neuwahl Dr. Hirschhorns einzutreten, da wir selbige geradezu für selbst- verständlich halten, wohl aber sollen dieselben die Bevölkerung von Gießen aus ein verbreitetes Gerücht aufmerksam machen, wonach unser seitheriger Abgeordneter erklärt haben soll, in keinem Falle eine Wiederwahl annehmen zu wollen, damit nicht nur seitens der maßgebenden Persönlichkeiten, sondern ins- besondere seitens einer recht großen Zahl hiesiger Burger alles aufgeboten «estandtti wird Lerrn Hirschhorn von diesem seinem Vorhaben abzubringen. _ t - ......... ....... ....... „ - - . . , . ....... ' Geradezu überflüssig erscheint es aber auf das Wirken dieses Mannes in Zeigers durch den Fuß einer Spinne, welche gewiß au3 „Unvorsichtigkeit" in ein Zeigerder zweiten Kammer im Detail einzugehen. Seine Thätigkeit in den Aus- rad gekommen, entstanden ist. Handel und Verkehr. Frankfurt, 10. August. Der heutige Wochenmarkt war in Cerealien reichlich befahren. Für das Gemüse wurde, mit Ausnahme von Gurken und Bohnen, welche zum Einmacken bestimmt sind, billig bezahlt; ein Haupt fest geschloffenes Weißkraut wurde mit 20 H bezahlt; Gurken kostete das Hundert JL 1-1.20; Bohnen das Pfü. 8—9 X — Auch das Geflügel wurde zu sehr annehmbaren Preisen abgelassen. Tauben per Stück 50-60 ,9», junge Hahnen 70—80 Unreifes Obst wurde massenbaft con- fitcirt und sehen die Betreffenden ihrer Strafe entgegen. Die Betreffenden schützen bei der Hinwegnahme vor, es sei das Obst für den Conditor bestimmt, doch ist bekannt, daß das für die Zwecke derselben bestimmte Obst doch einigermaßen reif sein muß. Butter 1 Qual, im Großen 90 H, 2. Qual. 80 im Detail 1. Qual. JL 1.15, 2. Qual. 1—0.5 Eier das Hundert 4.50—6. Kartoffeln per 100 Kilo 5, blaue Früh-Kartoffel JL 6.50. Heu je nach Qualität per Centner Jü 1.80—2.50. Stroh 2—2.30. Geschälte Erbsen 26—30, ganze Erbsen JC. 22—24, weiße Bohnen 25 bis 28, Linsen