L*n "nein vor Een eines Gnv '"Hause, ™ "^»gleich zu bi 1 sagt die tzxped, ttes Qiu, Arnold Kj°^« *'*• -* ftra "e^fteuV'""1 ZW HÄSc. auf $3 jen> Gartsklb 11% ' Anzeigen. e» ber eine hiesige Lch- 7 kann Kost und ßooii Dr. Weber. tarroufell az von 3 Uhr angt- lh um zahlreichen Dr» H. Görke, tißer Barbiergehülfr, b. ganz freier Station. Friseur und Raseur, ^ße 18._________________ loreii l :euj an einem ^watjtn tm ölten Schiffenbergir» • eine Belohnung. ließ, LudwiMah cidchen für Küche tinb zu Johanni er. siesuchl Veylandzu«^ le^L tztN- ^>en' eidcr 00000000 m lieben * ch R.n iegenfeste nachträglich V Glückwünsche! Seine Freunde, j OIOOOOOOO zdesiern und Flicken. 3 Aus der Bach O_. Srinl(W^i6i1 tz, Al______ ^sWlerweiche M ^■Sl linos s *f,r‘ ien^an*K-;f sächsln n geiid ; l^Lkwird >' Wgott we» 1878. Donnerstag, den 9. Mai Mo. 107 Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. PreiS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringcrlrchn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Zredaelionsbirrcarr: Gartenstraße B. 165. ^Lpeditiorrobureaur Schulstraße B. 18. Hießener 'AnMger Anzeige- und Amtsblatt fit den Kreis Eiche«. Amtlicher Theil. Nr. 8 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 30. April, enthält: (Nr. 1232.) Gesetz, betreffend die Feststellung des Haushalts-Etats des Deutschen Reichs für das Etatsjahr 1878/79. Vom 29. April 1878. Nr. 9 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 2. l. M., enthält: (Nr. 1233.) Gesetz, betreffend die Ersparniffe an den von Frankreich für die Deutschen Occupationstruppen gezahlten Verpflegungsgeldern. Vom 29. Aprils 1234 j @eje^ b^reffend die Aufnahme einer Anleihe für Zwecke der Verwaltungen der Post und Telegraphen, der Marine, des Reichsheeres und zur Durchführung der Münzreform. Vom 29. April 1878. Gießen, den 8. Mai 1878. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. Bekanntmachung. Die durch unsere Verfügung vom 7. Januar l. 3-, Anzeiger Nr. 7, für die Stadt Gießen angeordnete Hundesperre wird hiermit wieder aufgehoben. Gießen, den 8. Mai 1878. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. politischer Hyeil. handel und kein principieller Schutzzoll von der Handels-Calamität^ befreien kann, daß aber eine Rectifictrung der betr. Handelsverhältnisse im Sinne des praktischen Vorthetls am Platze ist. Handelspolitische Gedanken. Während es eine ausgemachte Sache ist, daß unsere handelspolitischen Ver- hältniffe bei dem heutigen Waareuverkehre Einfluß auf jede Industrie- und Gewerbsthätigkeit haben, so begegnet man im Allgemeinen beim großen Publikum doch einer auffallenden Gleichgültigkeit gegenüber den handelspolitischen Fragen. Die Worte Freihandel und Schutzzoll bezeichnen für die meisten Menschen in halbdunkler Ferne schrrebeude Gegenstände, aber über die wirthschaft- licfce Misore stimmt man Klagelieder ohne Ende an und schreit nach Abhülfe der Kalamitäten. Dem deutschen Volke steht nun mit Hülfe des Reichstages das Recht zu, durch die Gesetzgebung die Uebelstände einzuschränken und die Verbefferung der Handelslage, die mit den finanziellen Zuständen parallel läuft, ist gerade gegenwärtig der Angelpunkt in unserer inneren Politik. Dies giebt uns Veranlassung, einige handelspolitische Gedanken zu entwickeln, welche jedoch keinem Partei-Standpunkte nach der Devise: „Hie Schutzzoll! Hie Freihandel !" entsprungen sind, sondern welche lediglich der Handelspraxis entsprechen, wie sie in einem großen und blühenden Jndustriestaate, in Frankreich, offenbar mit Erfolg geübt wird. Wir Deutsche find große Theoretiker und eifrige Verehrer der Systeme, wodurch sich nicht selten ein doctrinärer Hang nach irgend einer Richtung des öffentlichen Lebens bei uns ausbildet, der einen geringen praktischen Werth hat. Die Franzosen machen dies anders. Abgesehen von einigen nationalen Schrullen, die jedoch jetzt auch sehr im Abnehmen begriffen sind, huldigen sie säst in jeder Beziehung der Praxis und suchen auf möglichst geschickte Art ihren Vortheil zu erhaschen. Diese Beweggründe leiten auch ihre Handelspolitik. Als der liberale Aufschwung die Welt durchzitterte, schrieen die Franzosen auch gewaltig nach Freihandel, denn es war gerade so Mode, zu Hause legten sie sich aber ein Handelssystem zurecht, für welches ihr Vorteil der einzige Beweggrund war. Für Jnbustrieproducte, die in Frankreich blühten und mit denen Frankreich den Weltmarkt beherrschte, wußten sie sich hohe Schutzzölle zu wahren, damit sie im eigenen Lande nicht die unmittelbare Concurrenz des Auslandes zu ertragen hatten und die betr. Industrie an der Wurzel von dem scharfen Lustzuge der Concurrenz verschont blieb. Wer dies n cht glauben will, frage die Baseler Seidenfabrikanten, denen durch die hohen franzöfischen Zölle der Markt in Frankreich gänzlich verschlossen ist und welche Fabrikanten auch ihrem ersten Entschluffe getreu, sich von der Pariser Weltausstellung fern halten. Haben die Franzosen nun aber bezüglich des Seidenhandels den hohen Schutzzoll nicht eingeführt, um ihren eigenen, großartigen Seidenhandel nicht zu gefährden? Wie mit der Seide, so machen es die Franzosen ebenfalls mit den fremden Weinen und mit den meisten Hanbels- producten des Luxus und der Galanterie, well sie an dergleichen Gegenständen die Hülle und Fülle selbst haben. Aber Rohproducte und überhaupt Gegenstände, die in Frankreich ungenügend erzeugt werden, sind von den handelsgeschickten Franzosen fast gänzlich vom Schutzzoll verschont, denn solch Handels- producte beeinträchtigen ja den einheimischen Handel nicht. Nun könnte man sagen, warum haben sich die andern Staaten bei Abschluß ihrer Handelsverträge mit Frankreich nicht besser vorgesehen? Dies hat man wohl gethcm zu haben geglaubt, doch da kam die französische Douane mit ihren titres acquis ä cau- tion, welche willkürlichen Schutzzöllen gleichzuachten sind, und ferner befleißigt sich die französische Zollbehörde offenbar auf höheren Rath der Regierung der geflissentlichsten Zollplackereien und Chikanen gegenüber denjenigen Handels- producten des Auslandes, die man in Frankreich nicht mag. In ähnlicher Weise wie Frankreich verfährt England in seiner Handelspolitik, und dieses Verhalten unserer beiden größten industriellen Nebenbuhler sollte die gesetzgebenden Gewalten Deutschlands zu Maßregeln der Opportunität veranlaffen. Denn aus der internationalen Handelslage erhellt, daß uns kein principieller Frei- Aeutschtand. Darmstadt, 6. Mai. In dem Gesetzentwurf, die Revision unserer BrandaffecurationS-Ordnung vom Jahre 1816 betr., worüber v. Wedekind (Darmstadt) Bericht erstattet hat, ist bekanntlich die Bestimmung enthalten, daß 1 pCt. der jährlichen Brandversicherungs-Beiträge zur Bildung eines Fonds für Unterstützung verunglückter Feuerwehrleute, sowie zur Förderung des Lö>ch- wesens überhaupt verwendet werden sollen. Der Ausschuß geht indeß von der Ansicht aus, daß ein Fonds zur Unterstützung verunglückter Feuerlöscher und wie besonders betont wird, nicht nur Feuerwehrmänner und ihrer Hinterbliebenen am besten von den Feuerwehren selbst gegründet und geleitet werde und gewiß auch von anderer Seite, insbesondere durch ständige und außerordentliche Beiträge von Mobiliargesellschaften, demnächst weitere Dotirungen erlangen werde und beantragt hiernach, zu bestimmen, daß jenes Procent der Jmmobilwr- Versicherungsbeiträge alljährlich zunächst zur Unterstützung von Verunglückten, sodann zur Hebung des Löschwesens überhaupt nach näherer Bestimmung Großh. Ministeriums des Innern zu verwenden sei. Diesem würde dabei überlasten bleiben, alljährlich einen bestimmten Theil dieser Beiträge an jenen von Feuerwehren zu gründenden Fonds abzugeben, ein Schlußantrag, der den seither gehegten und genährten Hoffnungen unserer Feuerwehren wenig entsprechen dürfte. (Es ist eigenthümlich, daß so viele Leute nicht begreifen können, daß eine freiwillige Feuerwehr schon genug thut, wenn sie ihre Zeit und Gesundheit dem allgemeinen Besten opfert. Wenn der Feuerwehrmann im Dienste, dem er zum Besten seiner Mitbürger sich widmet, verunglückt, ist es nach unserer Ansicht Pflicht des Staates, der Gemeinde oder der Versicherungs-Gesellschaften, den Verunglückten ober besten Hinterbliebene zu unterstützen unb nicht Sache bes Corps, für ben Cameraben zu sorgen. Eine Feuerwehr ist boch wahrlich keine Vergnügungs-Gesellschaft I D. Red.). Darmstadt, 7. Mai. Se- König!. Hoheit der Großherzog empfingen heute Vormittag den Major Rau vom zweiten Großh. Infanterie-Regiment (Großherzog) Nr. 116 zur Meldung. Mainz, 6. Mai. Der Mittelrheinische Fabrikanten-Verein hat in feiner April-Sitzung beschlossen, die Monatsversammlungen für bie Folge nicht lediglich in Mainz zur Abhaltung zu bringen und demgemäß die bevorstehende Maiversammlung nach Frankfurt a. M. einberufen, woselbst dieselbe Mittwoch den 15. Mai, Nachmittags 3 Uhr, in einem reservirten Saale des Palmengartens stattfinden wird. Außer der üblichen Erstattung der Monatsübersicht steht bie in neuerer Zeit vielfach ventilirte unb im Vorbergrunb ber öffentlichen Discussion stehenbe Errichtung eines volkswirthschaftlichen Senates auf ber Tagesorbnung. Mit Rückficht auf bie Wichtigkeit bieses Hauptverhanblungs- Gegenstanbes sinb, wie wir hören, bie benachbarten Hanbelskammern — Aschaffenburg, Bingen, Darmstabt, Frankenthal, Frankfurt, Gießen, Mainz, Mannheim, Offenbach, Wiesbaben unb Worms — zur Theilnahme an ber betreffenben Versammlung eingelaben worben. Berlin, 6. Mai. Wie wir hören, ist bem Präsibenten bes beutschen Reichstages, Dr. v. Forckenbeck, auf ausbrückliche Bestimmung Sr. Majestät bes Kaisers bie Ehre Vorbehalten worben, am 13. b. Mts. in Kiel die Taufe ber beutschen Corvette „Bavaria" persönlich zu vollziehen. Ferner wirb uns mitgetheilt, baß ber Gesammtvorstanb bes Reichstages bie beiben Schriftführer, Abgg. Eysolbt unb Thilo, als Mitglieder ber Reichstags-Deputation für die Meier Festlichkeit beputirt hat. selben zu den öffentlichen Abgaben. Salisburys Rundschreiben ausgedrücklen Wunsch nach guter Verwaltung, Friede t und Freiheit für die Bevölkerungen der Türket, mißbillige indeß die von der Regierung befolgte Politik kriegerischer Demonstrationen, und sei der Ansicht, baß der Zweck einer befriedigenden friedlichen Lösung der jetzigen Lchwierigkeite i am besten durch Einvernehmen Europas und freimüthige Definirung der als nothwendig erachteten Veränderungen des Vertrages von San Stefano ge- ördert werde. Der Conservative Prim kündigte an, er werde eine Adresse beantragen, worin die Königin gebeten wird, auf die Versammlung eines Congresies aller unabhängigen Staaten in London hinzuwirkeu behufs Feststellung der besten Mittel, um die allgemeinen Jnteresten Europas zu wahren und die Heiligkeit der Verträge unverletzt aufrechtzuerhalten.______ Specialberathung des Acttensteuergesetzes fort. Berlin, 7. Mai. Der Kaiser und die Kaiserin empfingen gestern den russischen Militärbevollmächtigten General Reutern. Derselbe überbrachte, wie verlautet, ein eigenhändiges Schreiben des Kaisers Alexander. Petersburg, 7. Mai. Das „Journal de St. Petersburg" hebt der anderweitigen Auffassung mehrerer Blätter gegenüber hervor, daß die bevorstehende Ankunft Schuwaloff's bedeute, daß die Verhandlungen mit London in eine präc>sere Phase eingetreten seien. New-Bork, 7. Mat. Schatzsecretär Sherman macht bekannt, daß 5 Millionen Bonds amortisirt werden. — Der „New - York Herald" will wifien, mit dem Dampfer „Germania" seien zwei russische Agenten angenommen, welche sich nach besonders schnell segelnden Dampfern umsehen sollten. Die Gerüchte, daß auf Anstiften Rußlands die Fenier in Canada etnzusallen beabsichtigten, entbehren jeder thatsächltchen Unterlage. London, 7. Mai. „Times" bespricht die Reise des Grasen Schuwa- loff nach Petersburg und meint, wenn es diesem gelingen sollte, das russische Cabinet von den wirklichen Ansichten der englischen Regierung zu überzeugen, sowie davon, daß die englische Regierung an diesen Ansichten festhallen wolle, so würde die Reise kaum ermangeln, einen dem Frieden günstigen Einfluß auszuüben. Niemand hege das Vertrauen, daß das türkische Regiment in Bulgarien wiederhergestellt werden könne, selbst nicht unter den Bürgschaften, welche die Conferenz von Konstantinopel vorgeschlagen habe. Rußland könne billiger Weise verlangen, daß die Wirkungen des Krieges in vielen wichtigen Punkten nicht ungeschehen gemacht werden dürften. Rußland werde es aber auch nicht schwer finden, Abmachungen anzunehmen, wodurch Rußland von einem entsprechenden Einfluß auf die Türkei nicht ausgeschlosien werde. Die englische Regierung halte noch immer an diesen Ansichten fest. England sei unnachgiebig in d m Punkte des Widerstandes gegen ein Uebergewicht Rußlands in der Türkei, sei aber völlig bereit, Vorschlägen zur Lösung irgend welcher besonderen Fragen stattzugeben. Das nothwendige Verlangen Englands, daß der ganze Vertrag dem Congresie vorgelegt werden müsie, entspringe nicht dem Wunsche, über Rußland in solchen Punkten zu triumphiren, wodurch Zwecke berührt würden, welche Rußland beim Beginn deS Krieges verkündet habe. Hamburg, 7. Mai. Durch die Explosion der Pulvermühle zu Schulau wurden fast sämmtltche Gebäude des Etablisiements, mit Ausnahme der Magazine, zerstört. Bis zum Nachmittag wurden 9 Todte, darunter der Director, und 5 Schwerverwundete aufgefunden. L-ämmtliche Häuser in dem bcnach- Dermischtes. — (Ein Chinese über Berlin.) Im ,Zwia-lu" einer im Reiche der Mitte erscheinenden Zeitung, ist der Brief eines Untermttgliedes der chinesischen Gesandtschaft in Berlin an einen seiner Angehörigen in China reprobudrt worden. Das Schreiben verbreitet sich des Näheren über Berlin und die Berliner. .Die Aufnahme, die wir in der Stadt deS alten berühmten Kaisers (der, wie man mir sagte, vom Gulli gegen alles Ungemach und den Tod gepanzert ist —) fanden/ heißt es in dem Berichte, .war eine brüderliche. Man freute sich sehr über unsere Ankunft — wir werden stets von einem Polizeisoldaten begleitet, ganze <5(haaren folgten uns — uns freundlich anlacoend, wo wir uns auch nur zeigten. Besondere Bewunderung erregten unsere prächtigen Zöpfe, denn hier zu Lande tragen nur die Weiber solche und die sollen, wie mir unser Portier durch Zeichen verständlich machte, meist falsch sein. Im Anfang kostete es, uns viel Mühe, unser Lachen zu unterdrücken, als wir die Bekleidung der europäischen Männer und Frauen sahen. Die Männer bedecken ihren Kopf mit einer hohen cyltnder- förmigen Röhre auß schwarzem Seidenfilz und stecken meistens in einem bis zur Erde reichenden Tuchsack. Ich schüttelte mich vor Lachen, als ich kürzlich einen Mann sah, der in das rechte Auge ein Stück Glas einaezwängt hatte und dabei furchtbare Grimassen schnitt. Bet den Oberssldaten und Capitans soll es Vorschrift sein, solche Gläser zu tragen. Die Frauen tragen ganz enganliegende Kleider, welche ihre Knie fest einschnllren Ich fragte unseren Agenten nach der Ursache und da sagte er, daß gerade so, wie wtt in China den Kindern weiblichen Geschlechtes gleich nach der Geburt die Zehen nach Ztußland. Petersburg, 6. Mai. Die Meldung verschiedener Blätter über eine bevorstehende Erhöhung des Salzzolles ist nach zuverlässigen Mittheilungen durchaus unbegründet; die Regierung beabsichtige im Gegentheil eine Verringerung destelben. Telegraphische Depeschen. Wagner'- telegr. «orrespondenz-Bureau. Berlin, 7. Mai. Sitzung des Reichstags. Aus die Interpellation des Abg Holthof betr- die Verhinderung der Verunreinigung der Flußlaufe erklärt der Präsident des Retckskavzleramtes Hofmann: Das bezügliche Vorgehen der preußischen Negierung fei dem Reichskanzler bekannt. Derselbe habe für jetzt keinen Anlaß gefunden, gegen dasselbe in formeller oder materieller Beziehung emzugretfen. So lange d e Reichs regterung das verfassungsmäßige Recht der Veterinär- und Medtcrnal-Polizei nicht ausübe, sei es den Einzelreglerungen unbenommen, auf diesen Gebieten Änoronungen zu treffen. Es würden sonst unzuträgliche Zustände etntreten. Der Zeitpunkt, wo die Reichsregierung ein bezügliches Gesetz vorlegen werde, sei Et abzusehen. - Das Servtsgesetz wurde in erster Lesung an eine Commission von 14 Mitgliedern verwiesen. Hierauf fand die zweite Lesung der Vorlage betr. die Abänderung der Gewerbeordnung statt. Der Antrag Fritzsche's, hinter SJ19 einen neuen § elnzuschieben, welcher den Erlaß einer Werkplatzordnung von der Genehmigung der Gemeindebehörde abhängig macht und die Beschaffenheit der Werkplatzordnung genau pracisirt, wurde nach längerer Debatte abgelehnt. Ein Amendement Wolffson s, hinter 8 123 einen neuen Paragraphen einzuschieben, welcher Bestimmungen wegen einer Entschädigung für den Arbeitsvertragsbruch enthält, wurde mit 137 gegen 106 Simm en gleichfalls abgelehnt. Sodann wurde der Abschnitt über die Lehrlingsoerhaltnis e bis zum 8 unter Ablehnung mehrerer Amendements nach dm Commissionsbeschlüssen genehmigt Die Sitzung wurde hierauf auf morgen vertagt. Berlin, 7. Mai. Der „Reichs-Anz." publicirt die Versetzung des evangelischen Oberkirchenraths-Präsidenten Herrmann in den Ruhestand und die Ernennung des Oberconsistorialraths Hermes zum Oberkirchenraths-Präsidenten. Konstantinopel, 7. Mai. Zwei türkische Commiffäre reisen am Freitag nach Datum ab. Die Ruffen halten Livana in der Umgebung von Datum besetzt. — In Burgas sind neue russische Truppen gelandet. — Die Wanderlager, Waarcnauctionen. Eine vorn Reichskanzler dem Bi^ndesrath unterbreitete Denkschrift über die Wanderlager und Waaren-Auctionen giebt einen sehr umfassenden Einblick in die ganze Materie. Inhalt und Umfang der Denkschrift erhellen aus einer kurzen, in einer Vorbemerkung enthaltenen Uebersicht des Ergebnisses der geschehenen Erhebungen, wobei außer den beteiligten Behörden auch Handels- und Gewerbekammern, gewerbliche Vereine, Fabrikanten, Groß- und Kleinhändler, theils mündlich, theils schriftlich vernommen worden sind. Es Raffen bleiben in San Stefano. Wien, 7. Mai. Die „Polit. Corresp." meldet aus Konstantinopel von heute: Aus Varna trafen einige türkische Truppenabtheilungen in Konstantinopel ein. — Ungeachtet des anhaltenden Drängens Seitens der Ruffea wurde in Betreff der sofortigen Räumung von Varna, Schumla und Datum noch nichts entschieden. — Nach einer Meldung Samih Paschas und Vaffa Effendis aus Philippopel ist die muselmännische Jnsurrection keineswegs in Abnahme begriffen. r , Hamburg, 7. Mai. Gestern Abend 10i/2 Uhr ist die Pulverfabrik bei Schulau (unweit Blankenese) in die Luft geflogen. Es werden 5 Personen vermißt. Wien, 7. Mai. Im Abgeordnetenhause wurde heute die Regierungsvorlage, betr. die neue Vereinbarung über die 80-Millionen-Schuld, als dringlich behandelt und dem Ausgleichs-Ausschuffe zugewiesen. — Tinti und Genoffen beantragten die Abänderung des Wehrgesetzes dahin, daß die vom Kriegsdienst Befreiten eine Militärtaxe zu zahlen haben. Das Haus setzte darauf die heißt da: I. Wanderlager. Es steht fest, daß sich die Wanderlager in neuerer Zeit nicht unerheblich vermehrt haben, und es ist nicht zu bezweifeln, daß zu dieser Vermehrung die bestehende Gesetzgebung beigetragen hat, da durch dieselbe eine Reihe ehedem in Geltung befindlicher, den fraglichen Geschäftsbetrieb mehr oder minder einschränkender Bestimmungen gefallen ist. Richt minder steht aber fest, daß auf diese Vermehrung auch noch andere Momente von theils bleibender, theils vorübergehender Bedeutung eingewirkt haben. Mit bleibender Wirkung haben den fraglichen Geschäftsverkehr gefördert: die fortschreitende Entwickelung des Personen- und W Warenverkehrs, die zum Theil als Folge hiervon mit dem Kleinhandel sich vollziehenden Veränderungen, die mehrfach erfolgte Beseitigung der Messen und der Jahrmärkte. Vorübergehenden Einfluß übten aus: der Reiz der Neuheit der Verkehrsform, das rasche Aufeinanderfolgen eines außergewöhnlichen geschäftlichen^ Aufschwunges und einer intensiven, lange währenden Gcschäftskrisis. Danach ist der Schluß gerechtfertigt: 1) daß die Wanderlager bei Wiederkehr normaler wirthschaftlicher Verhältinsse von ihrem bisherigen, mehrfach ausartenden Eharakter voraussichtlich etwas verlieren werden; 2) daß zur Zeit mit voller Sicherheit nicht zu unterscheiden ist, in wie weit die hervortretenden Mißständen als die unvermeidlichen Folgen einer an sich naturgemäßen ustrth schaftlichen Umwandlung anzusehen find, und in wie weit sie als dauernde Mängel erkannt und deshalb durch gesetzliche Regelung bekämpft werden müssen. Die hauptsächlichsten Mißstände der Wanderlager bestehen angeblich darin, daß durch den fraglichen Geschaftsver kehr: 1) das Publikum vielfach mitunter in geradezu betrügerischer Weise übervortheilt, 2) die wirthschaftliche Eristenz der ansässigen Detailhändler und Handwerker, namentlich in den mittleren und kleineren Städten gefährdet, 3) der volkswirthschaftlich unerwünschte Verbrauch geringwerthiger Maare zur Befriedigung vorhandener Bedürfnisse und der Ankauf von Gegenständen, welche keinem reellen Bedürfnisse entsprechen, befördert wird ; 4) Industrie und Handel in eine unsolide, ohne Rücksicht auf die Güte der Maaren lediglich die mog lichste Billigkeit derselben anstrebende Richtung gedrängt werden. Dem ist aber von anderer Seite entgegengehalten worden: 1) daß Uebervortheilungen des Publikums auch in den stehenden Geschäften Vorkommen, und daß dieselben in den Wanderlagern keineswegs die Regel bilden; 2) daß die Gefährdung der ansässigen Detailhändler und Handwerker nicht ausschließlich dieser Geschüftsform zuzuschreiben sei, vielmehr in den allgemeinen Veränderungen ihren Grund habe, welche mit dem Kleinhandel vor sich gegangen sind, daß es übrigens den stehenden Geschäften freistehe, sich die Geschäftsvortheile der Wanderlager gleichfalls nutzbar zu machen; 3) daß auch Jahrmärkte den Ankauf von Gegenständen, welche keinem reellen Bedürfnis; entsprechen, begünstigen, unö daß 4) die ungesunde Richtung der Industrie und des Handels, vermöge weicher die Güte und Solidität der Maaren durch das einseitige Streben nach Billigkeit beeinträchtigt wird, zum Theil auf den Wirkungen der Ueberproduction, zum Theil auf wirthschaftlichen Anschauungen und Gewöhnungen des Publikums beruht, welche ihren Einfluß auf die Richtung der Industrie lind des Wandels auch dann äußern würden, wenn es Wanderlager nicht gäbe, und welche diesen Einfluß vielleicht am schärfsten da ausüben, wo wie in großen Städten die Wanderlager gegenüber den stehenden Geschäften keine Bedeutung haben. Als günstige Wirkungen des Verkehrs der Wanderlager werden aufgezählt, daß dieselben in dünn bevölkerten und gewerblich weniger entwickelten Gegenden den stehenden Detailhandel ergänzen, demselben überhaupt eine heilsame Concurrenz bereitet haben, daß sie nicht feiten bessere, sehr häufig bei gleicher Güte billigere Waare flihren als die stehenden Geschäfte, daß sic die Verwerthung mancher in den gewöhnlichen Geschäften nicht, bezw. nicht mehr gangbaren Artikel erleichtern und dadurch einer vielfach zu Tage getretenen Ereditnoth steuern. Die Vorschläge, welch un Abstellung der hervorgetrctenen Üebelstände gemacht worden sind, zielen entweder darauf hin: 1) den Wanderlagerverkehr direct nach Ort, Zeit und Gegenstand desselben zu be schränken, also im Wesentlichen die einschränkenden Bestimmungen wieder herzustellen, welche vor Erlaß der Gewerbeordnung in den meisten Staaten in Geltung waren, oder 2) der Gefahr der Uebervortheilung des Publikums, soweit sie durch Eigenthümlichkeiten des Wanderlagerverkehr verstärkt wird, durch eine strengere polizeiliche Regelung des letzteren, bezw. des Gewerbebetriebs im Umherziehen überhaupt entgegenzutreten, oder endlich 3) die Bevorzugung, welche der Wanderlagerverkehr dem stehenden Gewerbebetrieb gegenüber hm sichtlich der Belastung mit öffentlichen Abgaben gegenwärtig mehrfach gemeßt, zu beseitigen. II. Waare nauctionen haben bis jetzt keine so große Verbreitung gesunden, wie Wanderlager. Ihre indessen immerhin sichtbare Zunahme im Verhältmß zu früher wird noch in höherem Maße als diejenige der Wanderlager auf die eigenthümlichcn Zeit- Verhältnisse, auf die Folgen der Ueberproductionen, sowie die zahlreichen Eoncurse und Liguidationen zurückgeführt. Vorherrschend ist die Anschauung, daß bei ihnen die Üebelstände, welche mit den Wanderlagern verbunden sind, in höherem Maße am stärksten da hervor treten, wo die Waarcnauctionen unter der Form der Wanderlager vorgenommen werden. Die Vorschläge, welche zur Abstellung der hervorgetretenen Üebelstände gemacht werden, sind gerichtet: 1) auf ein Verbot der Waarcnauctionen, 2) auf den Erlaß von Bestimmungen, welche die gewerbsweise Abhaltung von Auktionen wieder allgemein oder wenigstens, so weit es sich um Waarenailctionen handelt, unter polizeiliche Eontrollc stellen, bezw. das Eoncessionssystem wieder einführen würden, 3) auf eine entsprechende Heranziehung derbarten Flecken Wedel wurden beschädigt. Petersburg, 7. Mai. Die „Agence Ruffe" kommt nochmals auf die Petersburger Eorrespondenz der „Times", betr. angebliche Zugeftändniffe Rußlands, zurück und bemerkt: die Anschauungen der kaiserlichen Regierung seien stets versöhnlich und Rußland stets zu Concessionen geneigt gewesen. Rußland habe niemals den Vertrag von San Stefano als sein letztes Wort betrachtet. Tie Schwierigkeiten feien daher gekommen, daß auf der anderen Seite der gleiche Geist der Versöhnlichkeit fehlte. Die gegenwärtige Ungewißheit könne nicht lange dauern. Der jetzige Meinungsaustausch sei schon eine Besserung, em wirkliches Anzeichen versöhnlicher Gesinnungen. Nach der am Sonntag erwarteten Ankunft Schuwaloff's werde sich die Situation voraussichtlich klären. London, 7. Mai, Abends. Im Unterhause kündigte Ehamberlain den In Ugina oen jnnoern roewnajcn isjtiajieajie» mau# nuu# un wwun w » Antrag auf eine Resolution folgenden Inhalts an: das Haus theile den in leinwättS krümmen, um ihnen später das zu viele Fortlaufen vom Hause zu erschweren 2894) In u heute folgen worden: Levi Mey Karl Maye w-Hießen wvh t’it btm \. V "Meyerfel Del- und Prol Jeder von einzeln die F Zeichnen. Meßen, de» 2. wroßherzogl. । -—_ Bö Donnerst^ l1lU tNm tss Grohk --- 5 M 1’W * fi t SNüdiL y tarier. btn ÄÄ Lande der zu besser und Iß"ferutrt Singet i u -W __ Aus Mr s»?j: “S.i S”: ©berfllieutenant »■ - S Sh gttlf, untir^W 1642) A Vinnenverkehre t rbeilweifer Erhö! larif in Kraft. 1) die Pe jtatione: Ausnah und Di aller Ä 2) können Zügen, 3) kommet Mich' M ( Düssel Dom und 5 * i fonenzüt Preis I höher, Älles Nähr Köln, Bibliothek für Jäger und Jagdfreunde Von erfahrenen Fachmännern (2820 Manschetten, Shlipse u- s. w- Christiansander, dto.. Goldfische Wilh. Baiser. eingetroffen. 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Da schoß ihm plötzlich ein Gedanke durch das Gehirn; er gedachte deines Sprachrohrs, das so placirt war, daß es von unten her unsichtbar blieb. Und mit mächtiger Stimme rief er durch das Sprachrohr in daS Thal hinunter: „Sünder, steh' ab von deinem Thun und denk an deinen Schöpfer." Durch sein Fernrohr konnte er denn noch beobachten, wie der Mann unten einen Augenblick still sich umsah und dann Reißaus nahm, so schnell ihn seine Füße nur tragen konnten. Wiederholt ist der alte Herr von Arnswalde dem jetzt Verstorbenen begegnet. Der reuige Selbstmörder aber hat niemals den curiosen frommen Betrug gemerkt, deffen Opfer er geworden ist und der ihm das Leben gerettet hat. Er hat übrigens noch Jahre lang in ganz günstigen Verhältnissen und scheinbar recht glücklich in Eisenach gelebt. in eleganter Form zu 33 Herrn- Strohhüte von 60 H an. J. Weitzenkorn^ Feinsten saftigen Schweizerkäse, Holländer-, Lim- buraer-, Rabm- und Parmesan-Käse empfiehlt 2831) Gg. Wilh. Weidig. Köln-Mindener Eisenbahn Gesellschaft. 1642) Am 1. Mai d. I. tritt für die Beförderung von Personen im Binnenverkehre der unter unserer Verwaltung stehenden Bahnen ein neuer, mit itbeilweiser Erhöhung und theilweiser Ermäßigung der Fahrpreise verbundener Tarif in Kraft. Vom bezeichneten Tage ab sind 1) die Personenzugbillete für die einmalige Reise von Schnellzugstationen nach Schnellzugstationen auf der Strecke Köln-Hamm, mit Ausnahme der Personenzugbillete für die Reise von und nach Köln und Düffeldorf nach und von Hamm, auch zu den Schnellzügen aller Art gültig; 2) können die Retourbillete mit zwei tägiger Gültigkeitsdauer zu allen Zügen, mit Ausnahme der Expreßzüge, benutzt werden; 3) kommen auf der Strecke Deutz-Dortmund von und nach Deutz und Mülheim, nach und von Düsseldorf, Duisburg, Oberhausen, Alten- effen, Esten, Gelsenkirchen, Schalke und Dortmund; von und nach Düsteldors nach und von Allenesten, Esten, Gelsenkirchen, Schalke und Dortmund; von und nach Duisburg, nach und von Gelsenkirchen und Dortmund; von und nach Oberhausen, Alteneflen, Esten und Gelsenkirchen, nach und von Dortmund Tagesbillete HL Wagenklasse zur Ausgabe, welche für die Hin- und Rückreise in den Personenzügen und nur für den Tag der Ausgabe gültig sind. Der Preis der Tagesbillete stellt sich fast durchgehends nur unbedeutend höher, als der doppelte Preis für die IV. Wagenklaste. Al les Nähere ist vom 1. April er. ab aus unseren Stationen zu erfahren. Köln, den 16. März 1878. Die Direktion. Versteigerungen. Donnerstag den 20 Juni, Nachmittags 2 Uhr, loll auf dahiesigem Ortsgericht die Hofraithe der Hermann Ulrichs Eheleute dcchier als BraunkohlenHehenbrilckerhammer Die Unterzeichneten liefern: per Waggon von 200 Ctr. Bahnhof Gießen per Ctr. 70 Pfg., frei aus Haus geliefert per Ctr........78 „ Kleiderstoffe in verschiedenen Partieen zu außergewöhnlich billigen Preisen, Cattune, per Meter von 30 H an, Donnerstag den 9 Mai, Nachmittags 2 Uhr, werden in der Wohnung des Herrn Heinrich Battenfeld im Hanse des Herrn Ingenieur M e r z in der Reichensand-Bahnhofsstraße dahier nachstehend verzeichnete Mobilien öffentlich gegen Baarzahlung versteigert : (2858 1 Sopha, Kleiderschränke, Commoden, Tische, Stühle, Bettstellen und Bettwerk, Weißzeug, Küchen- und sonstige Hausgerath- schaften. Gießen, den 7. Mai 1878. M. Pilger, Mastecurator. .^"Ach iibch 827 ,7 Nab, Mnbiiä' IN 3 1 btt S bÄ'bilion - *