’S b « Öhr, ihandluu 11 haben. g und ILtteins. 35* Erstes Blatt. Sonntag, den 10. Februar 1878. Kießener 'Unzeiger APkize- na) Mtshlatt für ita Kreis Gießen. M. n bte Mitglieder rgtaud. en con Tiammholz n Brennholz über* — Med, ’M wn getragenen Hnnden, Weißzeug, Eer, außer CourS Oelgemalden, Antir n9, Zmn, Roßhaaren Rothenberger, ienweg 193, ssbous zum Löwens rter-Schäferei: deinen braven ässigen ifer lheres bei dem (803 Februar 1878. , Neue Anlage. r Kracke t oder bei den ver- äckigsten Leiden die >ere u. gründliche wende er sich W- rine Adresse.'M im, Leivzid, Le'b- lantzMritzmTr- b hitm Mrfuckew eidlich mit. (374 ’i «all mann Tages Beschasi'SM Expcd. d. Bltls unin .Cours. MüieTweMönyn firte, emvWt siÄ dw >. d. Exped- d. ». SSS.'--^ - Ueberzeugung^ »hie '»SMnäÄ«‘« ««»KJ ßener in 7i igns es ' W* rtjSSS O«rt.«straße B. 165. HvftifrWftMlr Sch»lstraße B. 18. ytPfHySCOTIWW'UWIF II JRillBFmWMMMMMMt——— Erscheint täglich mit Ausnahme des Montag-. PreiS vierteljährlich 2 Marl 20 Pf. mit Bringer lohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. ■ Amtlicher ß (j e t f. Gießen, am 6. Februar 1878. Betreffend: Die für Naturalverpflegung der bewaffneten Macht tm Frieden für das Jahr 1878 zu gewährende Vergütung. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großherzoqlichen Bürgermeistereien des Kreises. Die nachstehende, in Nr. 2 des Centralblatts für das Deutsche Reich publicirte Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 7. v. Mts. theilen wir Ihnen zu Ihrem Bemessen in vorkommenden Fällen mit. Dr. B o e kmann.___________________________________________ B e k a n n t m a ch u n g. Auf Grund der Vorschriften tm §. 9 Nr. 2 des Gesetzes über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden vom 13. Februar 1875 — R - G- - Bl. S. 52 — ist der Betrag der für die Naturalverpflegung zu gewährenden Vergütung für das Jahr 1878 dahin sestgestellt worden, daß an Vergütung für Mann und Tag zu gewähren ist: mit Brot ohne Brot a) für die volle Tageskost ... 80 Pfennig 65 Pfennig b) für die Mittagskost .... 40 „ 35 „ c) für die Abendkost .... 25 „ 20 „ d) für die Morgenkost .... 15 „ 10 „ Berlin, den 7. Januar 1878. Der Reichskanzler. Aotilisch Telegraphische Depeschen. Wagaer's telegr» Gorrefpondenz Bnreau. Atom, 7. Febr., Abds. Der König wollte heute den österreichischen Botschafter in Audienz empfangen; die Audienz wurde aber abbestellt, als der König den Zustand des Papstes erfuhr. Ein höherer Hofbeamter wurde in den Vatikan entsendet, um den König fortdauernd von dem Befinden des Papstes zu unterrichten. Um 51/* Uhr verließen mehrere Cardinäle und bei der Curie beglaubigte Diplomaten den Vatikan. Die Diplomaten hatten vorher mit Simeoni eine Unterredung. Jetzt wird Niemand mehr in den Vatikan einge laflen, nur die die Leiche bewachenden Camerieri haben Zutritt. An den Thoren halten Sicherhettsbeamte Wache und verhindern jede Annäherung. Der Cardinal' Staatssekretär Simeoni hat Befehl ertheilt, daß der „Ostervatore Romano" den Tod des Papstes erst morgen veröffentlicht. Tie Stadt ist vollkommen ruhig. Die Behörden hoben die nolhwendtgen Sicherheits-Maßregeln ge troffen. — Tie Verschlimmerung im Befinden des Papstes trat heute früh um 4 Uhr ein. Sämmilicke hier anwesende Cardinäle wurden sofort nach dem Vatikan entboten. Um Mittag trat eine weitere Verschlimmerung und nach 1 Uhr der Todeskampf ein. Tie Cardinäle waren in einem Saale neben dem Sterbezimmer versammelt. Cardinal Panebianco reichte dem Papste dieSterbe- sacramente. Bet Eintritt des Todes waren sämmtliche Cardinäle und päpst- liche Würdenträger anwesend. Tie bei der Curie beglaubigten Gesandten begaben sich schon früh in den Vatikan, um sich persönlich zu erkundigen. Der Tod trat in Folge des Eintrittes von Wasser in die Brusthöhle ein. Der Papst hatte noch gestern Befferung verspürt und sich Bewegung gemacht. Man glaubt, daß er sich hierdurch die Verschlimmerung zugezogen hat. Petersburg, 8. Februar. (Osficieü.) General Zimmermann tele- grophirt aus Basardschik vom 5. b.: Am 3. d. besetzte General Mansei mit den Kinbürger Dragonern, den belorussischen Husaren und dem 18. Kosaken- Regimente nebst Geschützen Koslydscha und Prowady. Die Bewohner em- psingen die Ruffen mit Salz und Brod und überreichten die Stadtschlüffel. Die Etsenbahnbrücken in Prawady und Wentschant sind gesprengt worden, der Telegraph und zwei Stationen scheinen vernichtet. Der Feind ergriff die Flucht. Vierzig reguläre Infanteristen und einige Kavalleristen wurden gefangen. Die türkischen Kornmagazine in Prawady waren niedergebrannt. In der Nacht zum 4. d., sogleich nach Empfang des Telegramms des Großfürsten Nikolaus über die Waffenruhe, entsandte General Zimmermann Abschrift davon an General Mansei, welcher sie in Baladscht, fünfzehn Meilen von Basardschik, empfing. London, 8. Februar. Telegramme der Blätter aus Athen melden die Unterzeichnung eines Waffenstillstandes zwischen Griechenland und der Türkei. Dieselbe sei unter der Bedingung erfolgt, daß die Ansprüche Griechenlands der Conferenz überwiesen würden. Inzwischen sollen die griechischen Truppen in Thessalien und Epirus bleiben. Die Türket soll sich verpflichten, die Insurgenten aus Creta nicht anzugreifen. Nom, 8. Februar. Heute Vormittag 10 Uhr wurde eine Congregation abgehalten, um die Bestimmungen des verstorbenen Papstes in Bezug auf das Conclave und das Leicheubegängniß zu verlesen. Die Cardinäle Bilio, Pecci und di Pietro sind mit der Leitung der Kirche betraut. — Die „Amtl. Ztg." schreibt: Der Tod des Papstes wird in Italien und im Auslande schmerzlich er H H ei l. empfunden werden. Die Regierung hat alle Maßnahmen getroffen zur Ver- bÜTflimc der vollständigen Freiheit des Conclaves. — In der Stadt herrscht vollständige Rübe. Die Leichenfeier wird in allen Kirchen Roms, am feierlichsten in der Basilika San Pietro begangen werden. Man arbeitet eifrigst an ter Herrichtung der Appartements für das Conclave. In allen Kirchen Roms werden heute die Glocken geläutet. Versailles, 8. Februar. Die Deputirtenkammer nahm den Gesetzentwurf an, welcher verhindern soll, daß eine etwaige Erklärung des Belagerungszustandes ohne Zustimmung der Kammer erfolge, und ferner den Gesetzentwurf wegen Gewährung der Freiheit der Colpoitage. Auf den Antrag von Keij^gu (Rechte) beschloß die Kammer, am Tage der in Paris stattfindenden Leichenfeier für den Papst keine Sitzung zu halten; die Linke enthielt sich hierbei der Abstimmung. Paris, 8. Februar. Tie „Agence Havas" meldet: Die italienische Flotte ist am Mittwoch bei Salonichi eingetroffen. Berlin, 8. Februar. Die .Nordd. Allg. Ztg." meldet: Nach Erledigung der Hoßbachstchen Angelegenheit hat der Präsident des evangelischen Oberkirchenraths Herrmann aus Gesundheitsrücksichten von Sr. Majestät dem Kaiser Urlaub erbeten und aus 6 Wochen, vorbehaltlich der königlichen Entscheidung aus sein Entlaffungsgesuch, erhalten, denselben auch bereits angetreten. — Tie liberalen und conservotiven Parteien des Reichstags haben sich heute Vormittag über eine an den Reichskanzler zu richtende gemeinsame Interpellation geeinigt, welche solgendermaßen sormulirt ist: Db der Reichskanzler dem Reickstage über den Stand der orientalischen Frage und die Stellung, welche das deutsche Reich zu derselben eingenommen hat, eine Mittheilung zu machen gedenke und an welchem Tage? — In parlamentarischen Kreisen verlautet gerüchtweise, die Ankunst des Fürsten Bismarck hierjelbst fei Dienstag oder Mittwoch zu erwarten. Petersburg, 8. Februar. Aus Adrianopel wird amtlich gemeldet: Den Friedensbedingungen zufolge soll die Türkei die Blokade aufheben, woraus Handelsfreiheit eintritt. Ferner räumen die Türken Sulina, Rustschuk, Silistria und Widdin. Die Russen heben die Donausperre auf, wonach die Donau- Schifffahrt frei wird. Folgende Küsten werden den Russen überlasten: von der russischen Grenze bis Baltschik einschließlich; die Rusten besetzen nur Burgas und Midia: am Marmora-Meer: von Bijuk Tschekmedsche bis L)charkioi einschließlich; im Archipel: von Urscha bis Makri. Der Verkehr auf den türkischen Eisenbahnen ist für den Handel frei, die Zufuhr von Maaren, außer Munition, in den Häfen gestattet. Tie türkische Regierung traf Anordnungen betreffs des telegraphischen Verkehrs zwischen Konstantinopel und Odesta; Gleiches erfolgt von russischer Seite. Rom, 8. Febr. Der Zusammentritt des Conclaves erfolgt im dritten Stockwerk des Vatikans in der sogenannten Gallerte der geographischen Karten; die Abstimmung wird wahrscheinlich im Consistorialsaale vorgenommen. — Der Papst hinterließ Instructionen, welche heute präsente cadavre tm Beisein der Cardinäle eröffnet werden sollen. Der Conclave-Marschall Cardinal Chigi hat bereits seine Functionen angetreten. Die französischen Cardinäle werden morgen, die österreichischen und spanischen Sonntag und Montag erwartet. Rach Mittheilung des Cardinal-Vicars erfolgt die Leichenfeier in der Peterskirche. Wien, 8. Februar. Die „Poltt. Corr." meldet aus Rom: Heute findet die Einbalsamirung des Leichnams des Papstes statt. Der französische Botschafter hatte im Namen der katholischen Vertreter beim päpstlichen Stahle eine längere Unterredung mit dem Cardinal Camerlengo Pecci über die Anstalten zur Leichenfeier und die Papstwahl; der Camerlengo und das Cardinal- Collegium wollten sich in Allem an die althergebrachte Pragmatik halten London, 8. Febr., Abends. Im Unterhause machte Schatz- Kanzler Northcote Mittheilung von den WaffenstillstandS- bedingunaen, sowie der Räumung der BertheidigungSlinien von Konstantinopel und entwickelte den Grnst der Sttuation. ES bestehe die Befürchtung einer Nuhestörung in Konstantinopel, daher sei ein Theil der Flotte nach Konstantinopel zum Schutz von Personen und Eigenthum beordert. Dieses fei den Negierungen notificirt worden, mit der Einladung, wenn sie dazu geneigt seien, sich dem Schritte anzuschließen, welcher auch Nußland notificirt worden sei. (Beifallssturm.) London, 9. Februar, früh. Unterhaus. Nach längerer Debatte wurde die Creditforderung mit 328 gegen 124 Stimmen angenommen; die hervorragenden Führer der Opposition, darunter Hartington, enthielten sich der Abstimmung ; Gladstone stimmte gegen den Credit. Das Resultat der Abstimmung wurde von den Ministeriellen mit stürmischem Beifall begrüßt. Nom, 9. Februar. Sämmtliche hier anwesende Cardinäle, ausgenommen Amat und Panebianco, welche erkrankt sind, traten zu einer vorbereitenden Congregation wegen dec Leichenfeier zusammen, auf welche dann innerhalb der vorgeschrtebenen Frist der Zusammentritt des Conclave erfolgt. Der Leichnam des Papstes wird drei Tage in der sixtinischen Capelle ausgestellt, sodann nach der Peterskirche übertragen, wo er ebenfalls drei Tage ausgestellt wird. Athen, 8. Februar. Die Mitglieder der provisorischen Regierung von Thessalien haben der griechischen Regierung eine Proclamation übersendet, in welcher die Annectton Thessaliens an Griechenland ausgesprochen und der Schutz und Beistand des Mutterlandes angerufen wird, um die unveränderlichen Wünsche der Thessalier, die für die Erreichung des von ihnen erstrebten Zieles Alles zu thun bereit seien, ihrer Verwirklichung entgegenzuführen! Petersburg, 8. Februar. Der „Regierungsbote" schreibt: Nachdem die vorläufigen Grundlagen für den Abschluß des Waffenstillstandes, aus Grund besten die Feindseligkeiten eingestellt wurden, von den türkischen Bevollmächtigten im russischen Hauptquartier angenommen und unterzeichnet worden sind, befinden wir uns in der Lage, den Wortlaut derselben mitzutheilen. Wir erinnern daran, daß diese Grundlagen lediglich den Zweck haben, dasjenige. Terrain abzugrenzen, aus welchem der definitive Frieden, sei es unter den Kriegführenden bezüglich der diese allein betreffenden Fragen, sei es mit Rücksicht auf die Theil- nahme der anderen Großmächte betreffs der Fragen von europäischem Jntereffe, verhandelt werden kann. Die Präliminarfriedensbedingungen, welche durch den Großfürsten-Oberkommandtrenden den türkischen Delegirten zugestellt worden, find folgende: Falls die Türken bei den Vorposten um Frieden oder Waffem stillstand nachsuchen sollten, hat der Oberstkommandirende denselben zu eröffnen, daß die Feindseligkeiten nicht eher eingestellt werden könnten, als bis die nachfolgenden Grundlagen im Voraus angenommen worden sind. Es folgen alsdann die bereits aus dem englischen Parlamente bekannten, von Derby nach den Eröffnungen Schuwaloff's mitgetheilten Friedensgrundlagen, als deren letzte aufgeführt wird, daß der Sultan sich mit dem Kaiser von Rußland verständigen werde, um die Rechte und Jntereffen Rußlands am Bosporus und den Dardanellen zu schützen. — Die Mittheilung des „Regierungsboten" schließt folgendermaßen: Als Zeugntß der Acceptirung dieser wesentlichen Bedingungen werden die türkischen Bevollmächtigten sich sofort nach Odessa oder Sebastopol begeben, um dort mit den russischen Bevollmächtigten über die Friedenspräliminarien zu verhandeln. Sobald die Acceptation der vorgängigen Bedingungen den Oberkommandtrenden der kaiserlichen Armeen notificirt ist, sollen die Waffenstillstands-Konventionen bei den Kriegsschauplätzen verhandelt werden, und werden die Feindseligkeiten provisorisch suspendirt werden können. Die beiden Oberkommandtrenden sollen die Berechtigung haben, die obigen Bedingungen zu vervollständigen, indem sie gewiste strategische Punkte und Festungen bezeichnen, welche geräumt werden müffen, als materielle Garantie dafür, daß die hohe Pforte die Waffenstillstandsbedingungen acceptirt und in Friedensverhandlungen eintritt. **Nom, 8. Februar. Der französische Botschafter beim päpstlichen Stuhle, Baron Baude, übernahm die Aufgabe, den überkommenen Mißbrauch der Plünderung des Eigenthums des Papstes und des päpstlichen Stuhles zu verhindern. — Heute sind die meisten Läden, auch von liberalen Besitzern, geschloffen. Die liberalen Zeitungen erscheinen, die clertcalen beschämend, mit Trauerrand. Die Cardinäle befinden sich seit 8^ Uhr im Vatican und waren bis 3 Uhr Nachmittags aus demselben noch nicht zurückgekehrt. Zwei Vermächtniffe des Papstes wurden vor der Leiche verlesen; das größere derselben enthielt Vorschriften über die Leitung der Kirche. Auf dem St. Peters- platze ist Alles still, fast öde. Die italienische Polizei hat den Eingang versperrt. Das große Thor der Kirche ist geschloffen bis aus einen kleinen Durchlaß. Das Innere von St. Peter ist fast menschenleer; Neugierige umstehen den Marmorsarkophag, welcher die Gebeine Gregor's XVI. enthält, die jetzt nach St. Maria Maggiore kommen, um den Ueberresten Pius'IX. Platz zu machen. In der Sacramentscapelle ist der Sarkophag hergerichtet. Ein Gerücht besagt, der Papst habe in seinem Vermächtniß um rasche Beerdigung gebeten. Der Beginn des Conclaves ist auf den 17. angesetzt. London, 8. Februar, Abends. In der Sitzung des Oberhauses gab Lord Derby auf verschiedene Anfragen die gleichen Erklärungen, wie Northcote im Unterhause über die Entsendung eines Theils der englischen Flotte nach den Dardanellen ab und fügte hinzu, was die anderen Regierungen thun würden, sei ihm nicht bekannt. So lange der Waffenstillstand nicht unterzeichnet, sei die Regierung zu dem Glauben berechtigt gewesen, daß die Entsendung der Flotte in die türkischen Gewässer eine unweise und gefährliche Politik sein könne, da dieselbe von den Türken als Ermuthigung zum Widerstand, von Rußland als Act der Feindseligkeit und von dem britischen Volke als erster Schritt zum Kriege angesehen werden konnte. Diese Einwendungen kämen jetzt in Wegfall und hoffe er, das Haus werde von der Mittheilung befriedigt sein, daß die Regierung eine Abweichung von der schon lange erklärten und unverändert beobachteten Politik nicht beabsichtige. * Pesth, 8. Febr. In Regierungskreisen herrscht große Aufregung, da Rußland bei Feststellung der Vorbedingungen für die Conferenz fordert, daß einige Puncte für indiscutabel erklärt werden. London, 8. Febr. (Ausführlicherer Bericht über die Unterhaussitzung.) Auf Befragen Gourleyes erklärte Unterstaatssecretär Bourke, Rußland 6eab sichtige die Torpedos in der Donaumündung während des Waffenstillstandes zu beseitigen unv vorläufig Die Donauschtfffahrt zu überwachen. Auf eine Anfrage Montagu's erwiderte Schatzkanzier Northcote: er wiffe nichts davon, daß irgend ein Bündniß oder gar Schutz- und Trutzbündmß zwischen Rußland und der Türkei unterzeichnet worden sei. Von dem schwedischen und dem dänischen Kabinet habe er hinsichtlich der Absichten Rußlands und Preußens bezüglich der Ostsee keine Mittheilung erhalten. Es fei unbegründet, daß russische Truppen an der Ostsee concentrirt seien; auch wiffe er nichts davon daß dänische Truppen dlslocirt seien um in Schleswig zu landen. Die Anfrage eines anderen Mitgliedes beantwortete Bourke dahin: er habe keinen Grund zu glauben, daß die Unverletzlichkeit des Vatikans und die freie Ausübung der Rechte des Cardinalcollegiums während des Conclave in Gefahr sei. — Schatzkanzler Northcote theilte den wesentlichen Inhalt der Waffenstillstands- bedingunzen mit, daraus hinweisend, daß die gestrigen Meldungen Layards sich sonach als korrekt erwiesen. Derselbe erwiderte auf Gladstone's Anfrage: der Regierung sei noch keine Antwort auf die an das Petersburger Kabinet gerichtete Anfrage wegen des Vormarsches der Ruffen zugeganzen. — Auf ei ie weitere Anfrage erklärte Northcote: die gegenwärtige Entsendung der Flotte nach Konstantinopel habe einen anderen Charakter, als die frühere. Layard sei beauftragt, von der Pforte die Erlaubniß zum Einlaufen der Flotte in die Dardanellen zu verlangen. Ob Gallipoli in die neutrale Zone miteinbegriffen sei, wisse er nicht. Der telegraphische Verkehr mit Konstantinopel sei nur über Bombay-Alex mvrien möglich. — Nachdem das Haus in die Comitöberathu iz über die Creditforderung eiugetreten war, wurde letztere von Richard bekämpft, von Hartington gebilligt. Letzterer erklärte: er wolle von der Flottensendung abjehen, da diese jetzt nicht mehr als Drohung gegen irgend eine Macht angesehen werden, wohl aber Gutes wirken könnte durch den Schutz von Personen und Eigenthum. Da nach den mitgetheilten Waffenstillstandsbedingungen eine zeitweilige Besetzung von Konstantinopel beabsichtigt sein dürfte, so wünsche er (Hartington) die Verlegenheit der Regierung nicht noch zu vermehren. Er hätte gewünscht, daß das Haus die Regierung einstimmig unterstützte, aber die Regierung habe nicht die geringste Andeutung gemacht, über die auf der Conferenz zu befolgende Politik und die Art der Creditoerwendung. Alle Welt wiffe, daß England viel mehr Geld zum Verausgaben in der Hand habe als 6 Millionen. Die Votirung dieses Credits könne die Hände der Regierung nicht stärken. „Was ist die Politik der Regierung? Die Wiederherstellung Der alten Verhältnisse in der Türkei ist unmöglich, angesichts des Waffenstillstandes auch die bedingte Neutralität unthunlich. Wozu also ein militärischer Credit? ' Er müffe der Regierung unter allen Umständen die Verantwortung überlaffeu, werde den Credit nicht bekämpfen und hoffe, die Regierung werde in freundlichstem Einvernehmen mit den andern Mächten handeln und das Ca- biuet die Politik befolgen, welche das Haus billige (Beifall). Northcote sprach seine Genugthuung über die Rede Hartington's aus. ali^o tti> Gießen, 9. Februar. (Sitzung der ©tabtoerorbneten am 7. Febr.) AlS nicht auf der Tagesordnung stehend, kamen zwei Posiltonen, deren Dringlichkeit erkannt wurde, zur Verhandlung. Es waren dies die Verpachtung der der Stadt zustehenden Jagd, sowie eine Offerte des Lederhandlers Herrn Z ö l l er. Die Jagdoerpachtung wurde genehmigt zumal bet der Verpachtung ein Mehrerlös von ca. 1400 je über die Taxation erzielt wurde. Herr Zöller ließ durch Hofg.-Adv. Barth der Stadtverordneten' Versammlung ein Schreiben zugehen, worin er sich erbot von feiner Forderung von 8500 JL nochmals 1000 v4L herunterzufetzen. Die Versammlung beharrt jedoch auf ihrem Beschluß oom 24. Januar, wonach Herrn Zöller 5000 Jk geboten wird ever.t Einleitung des Explopriattonsverfahrens. — Die Stadt hat eine Forderung an die ,ytrma (3ebr. Köhler über ersteigertes Holz. ES wurde in Betreff bitfer Forberung der Antrag ber Finanz Deputation angenommen, die Zahlung 1 Jahr lang ohne Zinsen zu flunben, wenn der Massecurator persönliche (Garantie leistet. — In Betreff ber stäbt. Uhren lag ein eingehenberes Gutachten von Hof-Uhrmacher Alt von Darmstabt ber Versammlung vor. Dem Gutachten zufolge erfreuen sich die belben Uhren auf dem Stabtthurme und dem Rathhaus eines respektablen Alters von ca. 200 Jahren unb werben als nicht mehr reparaturfähig erklärt- Die Uhr auf ber Spttalktrche sei wohl etwas jüngeren Datums, aber baS System derselben ebenfalls veraltet- Die ber kath. Kirche ginge allenfalls noch an, unb könnte bei sorgsamer Behanblung Jahrelang noch gute Dienste thun, währenb bte Uhr auf ber neuen Realschule ein altes Werk mit einzelnen neueren Thetlen sei unb demzufolge keinen richtigen Chronometer abgebe. Die Versammlung beschließt nach längerer Debatte von den renomtrtesten Uhrmachern Deutschlands Kostenanschläge resp. Pretscourante über zwei Uhren für RathhauS unb Thurm etnzuztehen unb bemnächst weiteres zu bestimmen. — Ein Gesuch ber Firma C- Schmitz u. Co. um Gestattung eines Freilagers für Kohlen wurde abgelehnt. — Das RegtmentScommando beabsichtigt eine festere Babehalle bet seiner Schwtmmschule erbauen zu lassen unb bittet, bte Stadt möge ben bereits auf ein Jahr, wie gewöhnlich, bewilligten Acker auf etne längere Zeit ausbehnen. Es werben bemfelben 10 Jahre mit dem Vorbehalt jeberzeitigen Künbigung zugestanben- — In Betreff des Transports von Leichen Verunglückter, sowie schwerer Kranken, entbehrte bisher die Stadt eine« Kranken-Transport-Wagens. Herr Stadtoerorbnete May wurde mit der Anfertigung eines solchen, versehen mit zwei Körben zum Wechseln, für den geforderten Preis von 275 Jü beauftragt. Eine Heidelberger Firma verlangte 350 — Auf der Stadtwtese an der Lahn nach ben Babeanstalten sink» mehrere Bäume, welche einestheils den Verkehr behindern, sodann auch einige, welche wegen ihres Alters am Absterben sind. Es wird der Antrag der Bau-Deputation auf thetlweise Entfernung derselben angenommen. — Ein Gesuch des Schreinermetsters Herrn CHr. Hoffmann um Aufbauung eines 3. Stockes auf seinem Hause in ber Kaplansgasse wucbe, nachbem sich berfelbe be- schweroeführenb an bas Kretsamt gewanbt, trotzdem wiederholt als nicht ausführbar abgelehnt. — Dagegen das Gesuch des Maurermeisters Balth. Strauch um Er- laudnttz zum Bau eines Hauses tn ber Bleichftraße genehmigt, ebenso bte Anlegung eines Treppentritts an bem Hause bes Herrn Stabtoerordneten Kauf in derKaplansgasse. — Im Zimmer des Herrn Schulinspekcors Vtgeltus in dem unteren Stocke ber alten Realschule ist eine bringenbe Reparatur erforderlich unb wirb der auf 103 jl vorgesehene Kostenanschlag genehmigt. — Zur Auffüllung der Straße tm Gartfeld resp. Schwarzlach stnb 2609 nach dem Voranschlag nöthtg unb werden dieselben bewilligt. — Nachdem noch einige Kleinigkeiten zur Erledigung kamen verwandelte die öffentliche Sitzung sich tn eine geheime unb endigte dieselbe gegen 6 Uhr. — Gießen, 9. Februar. (AuS den Verhandlungen der Grobherzoglichen Handelskammer ) Sitzung 4. Februar. Anwesend: Sämmtliche Mitglieder. Die Eingänge werden zur Kenntnitz gebracht. Die Winhschaftsrechnung pro 1877 wird verlesen und genehmigt. Einem Ersuchen des Vorstandes des Localgewerbeoereins in Darmstadt um Mittheilung deS bitffeittgen Gutachtens betr. bte Rückwirkung ber Gefängmßarbeit auf bte gewerbliche unb industrielle Prioatarbeit war durch das Büreau bereits entsprochen worden. Der Vorsitzende berichtet über die Verhandlungen der Versammlung für Reform des deutschen Crebitwesens, in welcher er als Delegirter ber Kammer mttanrkte unb bemerkt unter Anberem, baß bie 7 stündige Debatte bewiesen habe, wie sehr man allseitig von ber Ueberzeugung durchbrungen ist, baß bte Anbahnung abgekürzter Credite auf bte wirthschaftltche Lage Deutschlanbs nach allen Richtungen hin günstig einwirken würbe. Viele Anwesende huldigten der Ansicht, daß die Befferung von unten nach oben anzustreben fei, d. h. daß in erster Linie Baarzahlung, bezw. kurze Fristen in dem Ver- «■Ä t bb16 "■* 7 bo6 DK An. b [3* feinen 0 ble freie Aus- Ä" kh ■ Anfrage: ber r9er Kabiaet aes >en- - luf ehe bun9 der gt0|te iere< Layard sei ft Motte in die u Eeiabigriffen 'H fei nnc über Tomitöberathuig Mirb brkä-npft, ei Flottechnblliig M Macht ange- )nh von Personen Bedingungen eine lrfre/ fo wünsche $ zu vermehren, unterstützte, aber tber die auf der mg. Alle Wt ' Hand habe a!8 e der Regierung Wiederherstellung 1 des Waffenstill- । ein militärischer e Verantwortung Regierung werde »ein und das Ea- Rorthcote sprach . gebt.) M nicht Dringli^telt erkannl r Stadt ziehenden doelpachtung wuröe X über blt LG-- r Stadtverordneten' mer Forderung von beharrt stsoch aas geboten wird eml. > Forderung an die ress dieser Forderung ihr lang ohne Zinsen In Betreff der ftäbt- Ult von Darmstadt iden Uhren auf dem i. 200 Jahren und Zpitalkirche sei wohl ultet- Die der kath- E MM««A altes Werk mit ein- Meter abge've. Die jitrteften llhmachm n für RUhhausmd n ^such der Firm° wurde ab gelehnt- (intr ScSmimmfiJule Htff d-S Itanepodj JffSSSS 'ÄÄ SSfe S&rK Slw S ws e et. her RtfW auf tn bfrten Stocke wird dtt a ri|p. :rt«SJhSbe»®f *$**** ........ 5««* 8$S -M ,fe>‘ Bettfedern liefert in ausgezeichneter Waare und billigem Preise. W Deichert in Ravertshausen. Muster zur gefl. Ansicht bet Herrn Kaufmann Jughardt, 817) Marktplatz. BermtlÄte Anzeigen. 836) Schloßgasse 251 findet ein kräftiger Bursche von 16—18 Jahren dauernde Beschäftigung. e-br »wischen Kaufleuten und Handwerkern mit den Konsumenten einzusühren seien, da erfteren tn die Lage gesetzt würden, ihre Verbindlichkeiten mit der wünschens- werthen Pünktlichkeit erfüllen zu können. Es gelangten schließlich folgende Resolutionen Luc Annahme. einer wi-thschaftlichen Gestaltung des Handelsverkehrs »wischen Großhändlern und Fabrikanten einerseits und Kleinhändlern und Handwerkern omdererseits ist auf die Einfügung von Baarzahlung gegen Vergütung eines DisöntcöS, oder Beschränkung der Zahlungsfrist auf längstens drei Monate, UnÖ ’^nVebenfo Vnb ÄÄlfWi« und H-ndwnk-rn mit den Konsumenten zu regeln, ohne daß hier auf Einführung des Tratten- systems hinzuwirken, vielmehr Baarzahlung als Regel zu betrachten ist; ferner Die Rechnungsstellung im Kleinverkehr hat sofort unter genauer Angabe der Zahlungsbedingungen, aber sofern dies nicht thunltch erscheint, am Ende eines jed^en ^nats^zu ^geschchm^ Verjährungsfristen im ganzen deutschen S^t eß lick" wurde nach einer eingehenden Besprechung der Tabaksteuerfrage der Vorschlag angenommen, daß die Kammer in Rücksicht auf das Vorgehrn einer großen Anzahl von Fabrikanten, Händlern und Producenten und auf die in a. SW. und Berlin von diesen vereinbarten Resolutionen erst dann, un er möglichster Wahrung der Interessen aller Betheiligten des Bezirks, zu der Frage Stellung nehmen mochte, wenn der Gang der bevorstehenden Verhandlungen im Reichstag Veranlassung dazu gegeben haben wird._________ Handel und Verkehr. Gießen. 9. F-br. Auf b-m heutigen Woch-nm-rkt kostete: Butter, P« W- sn-90 Lä fiübnereter o. <5t. 8 „3,, Ganseeter per Stück 9 H, Enteneier, p-r S ück «Stück b-8 L KSsemutte, per Stück 3 4, Erbsen, 1 Liter 20 H, Linien, l Ä'ter 22^. Tauben bas Paar M 1.20, Hühner, p-r Stück M. 1,20, Hahnen per «te 2 180 Enten pe/ Stück Sänli per Pfb. 60 S,. Kartoffeln, 100 Kilo ' Ock"s'en fletsch 64 u. 70 $ per Pfd., Kuhfleisch dO u. 60 \ Rindfleisch 50^. 56^, Schweinefleisch 60-64 H, Kalbfleisch 50, 54, 56 u. 60 Hammelfleisch Aug^g a. d. Standesamtsregistern des Standesamts Gießen. Vom 2 bis 8. Februar 1878. Gestorbene. 1. Febr. Schuhmachergeselle August Kerkhof, 40 Jahre alt, von Lippe-Detmold (im akademischen Hospital oetflorben.) 2 Febr. Taglöhner Georg Rinn, 22 Jahre alt, von Watzenborn eine Scheuer ist zu vermiethen. ________G- Rühl, Spengler, Neustadt. 603) Mansardenwohnung alsbald zu vermiethen bet______Gg. Chr. Spruck- 659) Der zweite Stock meines HauseS ist bis zu dem 15. März zu beziehen. ______________Georg Noll, Gärtner. 729) Möbltrtes Zimmer zu vermiethen- A. 166. 492) Mehrere kleinere Familienlo^ts 1 möbltrtes Zimmer mit Schlafzimmer (parterre) , 1 möbltrtes Mansardenztmmer sofort ober später zu vermiethen. ________Cbr. Löber, Reuenweger-Thor- 282) Eine geräumige Wohnung im 3. Stock, am Eck gegen die Schoor, ist zu vermiethen bei Jng. H. M e r z, R- Bahnhofsstraße. 422) Der III. Stock, bestehend ous> 5 Zimmern nebst Zubehör, ist sogleich oocr später zu vermiethen. Georg Lüdeking._ 542) Eine Wohnung von 5—6 Zimmern im 2. Stock ist zu vermiethen. ____________________Chr. Weiß. 658) 2 Familienlogis, II. und III. Stock von je 6 Zimmer, Kü-.he und Zubehör, so. wie ein geräumiger Laden bis 1. August beziehbar, zu vermiethen. Näheres in der Expedition. 809) Eine Scheuer nebst Stall und Hofraum sofort zu vermiethen. ______________________Dr. Weber. 824) Möbltrtes Zimmer zu vermiethen bet Carl Lony, Seltersweg. Schachclub. 841) Morgen Äbcnd Forts, d. Vorträge. ____________Der Vorstand. s Theater. Sonntag ben 10. Februar 1878: Dr. Faust’s Hauskappchcn, cmer: Die .Räuberherberge im Dulde. Montag am 11. Februar: Königin ülargot und die Hugenotten. Dramatisches Gemälde in 5 Acten von ___Fr. Adami.____________ Meld-Cours. Hierzu eiu zweites Blatt. Rm. M Holländische st. IC-Stücke Ducaten....... 16 9 65 50—55 20 Francs-Stücke . . . 16 18—22 do. in V, . 16 18—22 Englische Souvereigns Russische Imperiales . . 20 30—35 16 66—71 Dollars in Gold . . . 4 16 IS Unser K Mer, Grafen KtglaubigungrfS ßibvttnehmens, tun Kaifer den nibetie, Zrankn können, unb bei Allem vttfichkkte teilt tthalten uu Der Den gung der Reichst eröffnet Der Rückke nod) der ßröffnu Wveitretung t und Gnnzen eine ultramontanen R' Der Bun , Wtages recht Etat- erledigt, ßunpelfjeuer und linier den ihm r zuheden: dü ein für Arveie der ] heereS und der' den von granhei Zidern im Sein Während I tiu/andes- und hni mit einige Die Berathung In gab der (5er duunzuziehen m machen, fte I manlaßle) neue fr die blfchöffich Jei der Mehrheit ' des GerichtSverfc begann, die Mehrhei die Dauer der 's. Die Borg, Rt von Bede W die Partei b Liberalen ffi !eintn Majori! ^^ung öffentli y^einun, Ä" ßhlie “«■ Eun8 Mit den m.1 ein . Das p n > übkr vi E’n® •4 ' fierat