Mo. 33 Freitug, den 8. Februar 1878, Kichener Wrzeiger AUl-k- iti Aiiiisd!«tt für iti Kreis Gießen Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. ion" Wieset ller V’ Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. das Christenthum gegründet, bie Liebe Christi. 'Sie können viele Resolu- tlonen machen; dies Christenthum der Liebe bleibt doch Wahrheit." Und wenn dies Christenthum der werkthätigen Liebe die Gotteslehre ist, welche dem Volke wieder in lauterer und reiner Form gepredigt wird, wenn sie abstreift den hochmüthigen Pfaffensinn utft das wilde Gezänk um Dogmen und unverstandene Formeln, dann werden die Lehrer der Kirche ihren Antheil mit genießen an der Erhebung unserer Volksmaffen aus dem Sumpf social- demokratischer Verworfenheit. Und es wird schwinden der Hohn und der ^Lpott gegen die „Pfaffen", wenn die protestantische Geistlichkeit weitere Kämpfer der Liebe entsendet, wie den Hosprediger Stöcker. *Der „Centralverein für Socialreforur" und Hofprediger Stöcker. Redaetionsbrrreaur Garten st raße B. 165. Expeditiorrsbureanr Schulstraße B. 18. Es folgt nunmehr die fortgesetzte zweite Berathung des Ausführunasae- setzes zum Genchtsverfaffungsgesetze. Die Berathung des § 14 wird auf M- quels Antrag bis zur definitiven Erklärung der Regierung darüber ausgesetzt, ob das Gesetz überhaupt noch in dieser Session zu Stande kommen solle. Die SS 15 bis 22 und 24 und 27 werden nach den Commissionsanträgen, § 23 intt einem unwesentlichen Amendement Windthorst's (Meppen) genehmigt. Zu S 28 wird der Antrag Dirichlet und Schnakenburg betr. die Gewährung von Diäten an Schöffen und Vertrauensmänner fast einstimmig abgelehnt, nachdem der Justizminister sich dagegen ausgesprochen hatte. Die folgenden Paragraphen bis 41 werden nach den Anträgen der Commission angenommen. Eine längere Debatte findet über § 42 (Competenz des Oberlandesgertchts Berlin), den die Commission zu streichen beantragt, statt. Abg. Krech beantragt Wiederherstellung der Regierungsvorlage. Bei der Debatte über diesen Antrag hebt Miquel unter lebhaftem Beifall hervor, wie wenig Preußen bei der Justizorgantsation seine partikularen Jntereffen wahrgenommen habe. Mittelst Hammelsprungs wird der Krech'sche Antrag mit 141 gegen 141 Stimmen abgelebnt, worauf Vertagung der Berathung eintritt. Der Präsident will eine Abendsitzung anberaumen. Wtndthorst (Meppen) fragt, ob der Präsident eine Mittheilung der Regierung über den Schluß der Session erhalten habe. Der Präsident verneint. Windthorst beantragt, unter diesen Umständen von der Abendsitzung abzusehen. Hänel beantragt, eine Erklärung von der Regierung zu fordern. Lasker, Rauchhaupt und Aegtdi sprechen sich für eine Abendsltzung aus. Das Haus beschließt eine solche um 7i/2 Uhr Hesterreich. Wien. Man schreibt der „Poltt. Corresp." aus Konstantinopel: Höchst interessant ist eine Aeußerung, die Prinz Reuß auf die auf einer Sotrse beim Botschafter Layard an ihn gerichtete Anfrage eines Collegen gethan haben soll. Befragt, ob er sich darauf gefaßt mache, die Ruffen hier zu sehen, soll Prinz Reuß gesagt haben, daß dies wohl der Fall sei; denn wenn sie nicht als Feinde kommen, werden sie als Freunde kommen. Und in der That, wenn Prinz Reuß, wie positiv versichert wird, sich so geäußert hätte, so würde er damit wohl das Nichtige an gedeutet haben. Die Ruffen werden, wenn der türkische Widerstand fortgesetzt wird, als Feinde hierher kommen, sie werden, wenn der Friede geschloffen wird, als Freunde hier einrücken, um sich im Bosporus zur Rückkehr nach Rußland einzuschiffen. Die russischen Militär-Autoritäten haben, unabhängig von der eventuellen Befriedigung ihrer Eigenliebe, sanitäre Gründe, um den Einmarsch in Konstantinopel der Pforte als Bedingung aufzuerlegen. Wozu sollten die Russen von Adrianopel den Rückweg über den Balkan, Bulgarien und Rumänien nach Rußland nehmen, wenn eS so einfach und naheliegend ist, sich auf der kürzesten Route nach Odessa einzuschiffen. Wie die Dinge heute Aus hpn c k e. t nrrV Ä 9 ankltngen lasten wer- «(Hubert habe m M Christenthum seit 1900 Jahren kein Elenb 1— -- € er . „Meine Herren, Sie kennen den Plötzensee, den dem Wege dorthin finden Sie Bethesda, ein ‘ eine Heimath für verlorene Mädchen, zuletzt Deutschland. Berlin, 5. Februar. Abgeordnetenhaus. Dritte Lesung des Gesetzentwurfs betr. Executtonsbefugniffe der Commiffarten für bischöfliche Vermögens- Verwaltungen. — Schorlemer-Alst spricht gegen den Entwurf, der auch nach den in zweiter Lesung beschloffenen Berbefferungsanträgen Miquels und Laskers nicht zureichende Garantien biete. Nachdem in der Generaldtscussion noch Zedlitz für, Stablewski gegen den Entwurf gesprochen und Ministertal-Director Förster einige Behauptungen Schorlemers richtig gestellt hatte, trat das Haus in die ^-pecialberathung ein. Windthorst (Meppen) und Reichensperger sprachen gegen, Lasker für den Entwurf, der schließlich in der Fassung der zweiten Lesung genehmigt wird. « v v kiste. d Nr' 26577^ in‘ gegen Einöde, 1 ß-x ^baum. ... Wir begegnen hier und da in liberalen Zeitungen Ausdrücken der Befriedigung darüber, daß der von den Pastoren Todt und Stöcker in Berlin gegründete „Centralverein für Socialreform" auf dem besten Wege sei, Klägliches F«asco" zu machen. Es geht uns mit den Bestrebungen dieses Vereins für Socialreform genau wie den Profefforen Adolph Wagener und v. Scheel welche sich demselben nicht angeschloffen haben, weil sie glauben, daß die Monarchie der Stütze eines solchen Vereins nickt bedarf und daß weder die protestantische Geistlichkeit noch die Kirche im Stande ist, in die sociale Bewegung mit dauerndem Erfolg einzugreifen. Aber es ist doch noch ein weiter Lveg von diesem Nichtanschlteßen an die Bestrebungen des Vereins bis zur Be- mtheilung und Wegräumung derselben mit Hohn und Spott. Man braucht weder Pietist noch Orthodoxer zu sein, um mit Scham und Trauer auf die furchtbaren Verwüstungen hinzublicken, welche die fortgesetzten wilden Angriffe der social-demokratischen Agitatoren gegen das Christentbum der Seele unseres Volkes zusügen. Tausende und aber Tausende unserer Arbet ter glauben ihren Geist tagtäglich an der Prosa und der Poesie von Leuten erheben zu muffen, die versunken in der allergemeinsten materialistischen Richtung ^^,.d°«^bewußtsein in ber Menschenbrust leugnen. Ein großer Theil unseres Volkes ist aus bem besten Wege, htnabzustnken auf ben Stanb des blöben Viehs. Unb bas innerhalb einer Nation, bie bem Christenthum, ber Lehre ber Liebe, mit einem so gläubigen, innigen Gemüthe entgegengekommen ist, wie keine an- bere. Wahrlich, wenn auch bie Lehrer unserer Religion nicht in ber Lage sein werben, mit bauernbem Erfolg in bie sociale Bewegung einzugreifen — bas 'I °er Gesetzgebung unb ber Macht ber im Staate repräsentirten Gesell- schaft — ihr Beruf unb ihre Pflicht ist es, wo es auch sei, sich ben Volksverfüh- rein unb Agitatoren welche unser Volk verpesten, entgegenzustellen mit ihrem Glauben, ihrem Wiffen unb ihrer Liebe. Wir glauben bemnach nicht, baß bie Leiter des „Centralvereins für L-octalreform mit ihrem aus einem gewisten unpraktischen Sinn für bie Be- burfmsse bes Lebens geschöpften weitschichtigen Programm für sociale Reformen »esonbere Erfolge haben werben. Wohl aber haben sie schon Erfolge nicht geringer Art errungen burch ihr energisches unb begeistertes Auftreten für bas, was ihnen heilig, was ihnen bie Wahrheit ist. Nur eine gewisse Sorte seichter Schwätzer kann es leugnen, welch' hoher sittlicher, bem ernsten Drängen bes Gewissens entsprungener Muth bazu gehört, in wüster unb lärmenber Volks- ft "vH dazu inmitten ber in ihren untersten Schichten unenblich rohen Bevölkerung ber Reichshauptstabt, sein Panier bet Wahrheit zu entfalten, »k.Ik^./si?»7^er Stöcker schon zu mehreren Malen gethan. Der zurück k 8 Spottes übet bieses mannhafte Auftreten fliegt ba auf ben Schützen und ,-S»» ’S bie S-b^rfen h ? em1tr„=atauf gehofft, daß, wie aus ben Kreisen ber Gelehrten ttaft8. de b,rf,in@Ci.a,-fien' m,ä Reihen ber Gewerbetreibenden bie Wirth- (751 „ 1 IdüiiÄ atxPft ttotbtn stt'd, so auch aus ben Reihen ber Män- i. M ?uRhSn?'’ Leiste die Kämpfer erstehen würben, welche bie ba«9 vetfübrte sn„» .V 8e^IC, der Liebe unb ber Versöhnung zurückweisen unb haben »umeilen iw.2 beß Christenthums zurückführen würben. Wir ifdier Angesichts ber lieblosen Bekämpfung bogma- er«StöckerfinF,n 'a^en. Das Auftreten bes Hofprebi- KK'LÜÄKt'ijen'T°n"treffen'°"btt"^chw°h"mag'er"n°ch^nich "ü?allen °Fäll1n d!n^ch- ,. t ’Ä Ä'L“ K.‘ÄÄ“ — - "«-• 10- Hosprediger Stöcker hat in seiner letzten Rede Worte aesaat die kilick in ; E eine gute Saite anklingen lassen wer- < oen Vorwurf. brtfi hfiti CaU a nnn rx.V . •" zw< «. yuve, erwioerte er : ’-'V .«nteflWl« K("I'gen Gefängnißort. Auf ' ' «ÄÄ..S »*«-!>.«- N**>. verlo flentö J hannisstift, eine Stätte für verwahrloste Kinder. Alle diese Anstalten .... ü°; Betreffend: Das Ersatzgeschäft für 1878, Gießen, am 1. Februar 1878. Das Großherzogliche Kmsamt Gießen c M an die Großher^oqlichen Bürgermeistereien des Kreises. >n» e°e°«.» W««- « u-f-ii» Mi, f«, 1876 __________ Dr. Boekmann. e*n Vr und apselo. Fabrikat. »efcchen Theer. = 90 „ ■Apotheke Ettenheimer. !r lull Hahn nu üer, Wooe C. 25, treffen frische u. Eabliau Wachbach. inbroa'fltnju vet kaufen, iflt d. Exved. d. Bl. Pf. pr. Centner, sanstalt aus bei Ab- or auch in kleineren rd Hierstr 10 H per __________(529_ le Knzeigk». it Familienvnbaltniffm ul in bester Lage btt stiaen 'Wirth, einer Fachbildung P rhAtviste fähig ist.. Wj ap, ober längstens bis ohne Inventar zu üon- it umfaßt ein Aml M hm Morgen mit J W- ndvieh, auch SMeinta as ($ut kann auch M tot werden. Offertai it Annoncen iasd in $ri«bb=rg P ZMd o'N stehen, ist es nicht einmal allzu gewagt, anzunehmen, daß der Seetransport der russischen Truppen vielleicht von den Panzerschiffen besorgt werden wird, welche Abdul Aziz mit besonderer Vorliebe in so respectabler Zahl bauen ließ. Wien, 6. Febr. Rußland hat den Vorschlag, in Wien die Conferenz abzuhalten, abgelehnt und Lausanne als Conferenz-Ort vorgeschlagen. Demzufolge hat Deutschland die bereits gemachte Zusage zurückgezogen und ebenfalls abgelehnt, nach Wien zu kommen. Die Situation wird als ernst bezeichnet. Oesterreich hat sich im Wesentlichen England genähert. (Fck. Journ.) Wien, 6. Februar. Die „Presse" meldet: Die Türken muffen außer den Donaufestungen auch noch die auf der Donau befindlichen Kriegsschiffe, acht Monitors und zwölf Dampfer, den Russen übergeben. Aus Sulina und Varna wurden die Kriegsschiffe vorher entfernt. (Frk. Journ.) England. London, 5. Februar. Im Unterhause wurde zunächst angezeigt, daß zahlreiche Petitionen gegen die Credttforderung eingegangen sind. Dillwyn wird am Donnerstag die Frage stellen, ob Rußland in Bezug auf das jüngste Einlaufen der britischen Flotte in die Dardanellen eine Depesche an England gerichtet habe. Cartwright beantragte demnächst eine Adresse an die Krone zu Gunsten der Befürwortung der griechischen Bestrebungen auf der Conferenz. Auf Befragen Dilke's erklärte Unterstaatssecretär Bourke: Mit Rücksicht aus den Staatsdienst sei der jüngste Depeschen-Auslauch zwischen Frankreich und Eng- land, betr. Egypten, nicht mittheilbar. Schatzkanzler Northcote äußerte auf Anregung von Holt: England werde Alles ausbieten, um den Protestanten wie den anderen Bewohnern der Türkei religiöse Freiheit zu sichern. — Bei Fortführung der Debatte über die Credttforderung bemerkte Stanley, er glaube ungeachtet der gegentheiligen Behauptung, daß das Vertrauen des Landes zu der Regierung täglich steige. Wenn 1870 ein Credit nothwendtg gewesen, so sei dies jetzt um so mehr der Fall; damals sei die Armee reducirt gewesen, jetzt beständen Reserven, deren Equiptrung erforderlich sei. Redner behauptete, der in der Mat-Note Derby's entwickelten Politik sei vollständig entsprochen worden. Wenn der Krieg vermieden worden wäre, hätten die Concesstonen und Reformen der Pforte vielleicht den Bedürfnissen Europas ohne Zerstörung der Türkei und Berührung der Interessen von anderen Staaten entsprochen. Der gesunde Sinn des Landes würde die Creditsorderung gerechtfertigt finden. Die Regierung sympathisire nicht mit der türkischen Mißwirthschaft, könne aber auch nicht bei dem gegenwärtigen kritischen Zustande unvorbereitet und ohne die Versicherung des Vertrauens des Landes im Rathe Europas erscheinen. — Fitzmaurice bekämpft den Credit. London, 5. Februar, Abends. Im Oberhause bemerkte Derby au Befragen von Airlte: Die Depeschen betreffs der Besetzung Konstantinopels seien nicht verschieden. Der sechstägige Verzug der Mittheilung an die Pforte von Rußlands Geneigtheit zur Unterhandlung sei einmal auf die nothwendige Erwägung und dann auf den Umstand zurückzuführen, daß damals die Zeit der Weihnachtswoche war; als die Mittheilung etngetroffen, seien die russischen Befehlshaber noch ohne Instructionen gewesen. Er (Derby) habe ziemliche Zuversicht, daß England auf der Conferenz nicht isolirt sein werde, und weise die Idee zurück, daß die Erlangung günstiger Bedingungen für die Türkei desto schlimmere für deren Unterthanen tnvoloire; eine Ermäßigung der Kriegsentschädigung oder Milderung der Gebietsabtretung sei für die Unterthanen vor- thetlhafter als für den Monarchen. — Auf Befragen seitens Colchesters er klärte Derby ferner: er habe keine Nachricht von einem Votum der treten- fischen Nationalversammlung über die Annection Kretas an Griechenland, und glaube auch nicht, daß dergleichen stattgehabt, es sei denn von Seiten eines revolutionären Ausschusses. Es herrsche bedeutende Aufregung auf der Insel, aber es seien keine Gewaltsamkeiten vorgekommen; ohne die Sanctton der Garantiemächte sei keine Uebertragung Kretas auf Griechenland gültiger Weise möglich. Rumänien. Bukarest, 6. Februar. Rußland hat Rumänien für Bessarabien, die Dobrutscha mit der Sulina-Georgs-Mündung und für Siltstria fünfzig Millionen Francs angeboten. (Frk. Journ.) Amerika. New-Uvrk, 4. Februar. Das Bureau für Handel und Transportwesen richtete anläßlich der gegenwärtigen außergewöhnlich großen Circulation von Silber, welches in den Banken nur schwer zu depontren sei, eine Denkschrift an den Cougreß und sprach sich zugleich in einer Resolution zu Gunsten der Goldwährung aus. Washington, 4. Februar. Der Senat nahm die Debatte über die Silbercours-Bill wieder auf, wobei noch ein neues Amendement einge- bracht wurde.___________________________________________________________ Telegraphische Depeschen. Wagner'S telegr» Esrrespon-enz-Bureau» Berlin, 6. Februar. Der Reichstag wurde heute von dem Vtcepräst- denten des preußischen Staatsministeriums, Finanzminister Camphausen, im Auftrage des Kaisers mit folgender Thronrede eröffnet: Geehrte Herren! Seine Majestät der Kaiser haben mir den Auftrag zu ertheilen geruht, die Sitzungen des Reichstags in Allerhöchst Ihrem und der verbündeten Regierungen Namen zu eröffnen. Ihre Thätigkeit wird in der bevorstehenden Session durch eine Reihe wichtiger Berathungsgegenstände in Anspruch genommen sein. Der Entwurf des Reichshaushaltetats, welcher Ihnen unverzüglich zugehen wird, lehrt aufs Neue den Beweis, daß die unabweisbaren Bedürfnisse des ordentlichen RetchShaushalts in stärkerem Maße zunehmen, als die Erträgnisse der dem Reiche zugewiesenen eigenen Einnahmequellen. Den verbündeten Regierungen erscheint es nicht rathsam, die Deckung des Mehrbedarfs durch Erhöhung der Beiträge der einzelnen Staaten herbeizuführen. Vielmehr weist die finanzielle Gesammtlage Deutschlands auf Verstärkung der eigenen Einnahmen des Reichs hin. In dieser Richtung werden Ihnen Gesetzentwürfe über die Erhebung von Reichsstempelabgaben und die höhere Besteuerung des Tabaks vorgelegt werden. Soweit die außerordentlichen Ausgaben nicht durch besondere Einnahmen gedeckt sind, werden, wie im vorigen Jahre, die Mittel auf dem Wege des Credtts zu beschaffen sein. Der Entwurf eines Anlethegesetzes wird Ihnen zugehen. Zur Ausfüllung einer Lücke in dem Wortlaut der Verfassung soll ein zunächst noch der Berathung des Bundesrathes unterliegender Gesetzentwurf dienen, welcher die Zulässigkeit einer Vertretung des Reichskanzlers in der Gesammtheit seiner Amtsthätigkeit oder in einzelnen Zweigen derselben mit dcm Rechte zur Gegenzeichnung außer Zweifel stellt. Im Anschlüsse an die Justizgesetzzebung des vergangenen Jahres wird Jqnen Der Entwurf einer Rechtsanwaltsordnung vorgelegt werden, welcher es stch zur Aufgabe gestellt hat, den Zutritt zur Ausübung dieses für die Rechtspflege jo wichtigen Berufes jedem dazu Befähigten zu eröffnen, ohne darum die Bürgschaften zu vermindern, welche dem Stand der Rechtsanwälte im Reich bisher seine ehrenvolle Stellung gesichert haben. Die in dem gerichtliche»t Verfahren geschaffene Einheit verlangt zu ihrer Ergänzung eine entsprechende Einheit im Kostenwesen. Hierauf gerichtete Gesetzentwürfe werden Ihnen vorgelegt werden. Die im verstossenen Jahre wiederholt vorgekommenen Fälle von Einschleppung der Rinderpest haben, obwohl die rasche Unterdrückung der Seuche jedesmal gelungen ist, doch das Bedürfniß heroortreten lassen, den bestehenden Einfuhrverboten durch Verschärfung der bezüglichen Strafbestimmungen erhöhte Wirksamkeit zu verleihen. Voraussichtlich wird Ihre Mitwirkung zum Erlaß eines hierauf abzielenden Gesetzes in Anspruch genommen werden. Die Klagen über die aus der Verfälschung von Lebensmitteln und Gegen- stä.tden des täglichen Gebrauchs sich ergebenden Gefahren haben an die verbündeten Regierungen die Pflicht herantreten lassen, Abhülfe durch die Reichsgesetzgebung zu schaffen. Unter Berücksichtigung der in Ihrer letzten Session bezüglich einer Revision der Gewerbeordnung laut gewordenen Wünsche sind zwei Gesetzentwürfe ausgearbeitet worden, von welchen der eine die rechtlichen Verhältnisse zwischen Arbeitgebern und Arbeitern neu zu regeln, der andere die rasche und sachgemäße Erledigung von gewerblichen Streitigkeiten durch Einsetzung besonderer Gewerbegerichte zu sichern bestimmt ist. Beide Entwürfe sollen zur Beseitigung von Schwierigkeiten beitragen, mit welchen der deutsche Gewerbefleiß bisher zu kämpfen hatte, und welche bei der leider noch immer fortdauernden ungünstigen Lage der allgemeinen Verkehrsverhältnisse doppelt lästig erscheinen. Zum Bedauern Seiner Majestät des Kaisers haben die über Erneuerung des Handelsvertrages mit Oesterreich-Ungarn gepflogenen Verhandlungen bisher nicht zum Ziele geführt. Um Zeit für weitere Verhandungen zu gewinnen, ist der Vertrag einstweilen bis Ende Juni d. I. verlängert worden, hoffentlich wird es in dieser Frist gelingen, eine Vereinbarung zu Stande zu bringen, welche den beiderseitigen handelspolitischen Interessen und dem zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn bestehenden sreundnachbarlichen Verhältniß entspricht. Um Sie zur Beurtheilung des Ganges dieser Angelegenheit in den Stand zu setzen, wird eine darauf bezügliche Denkschrift Ihnen oorgelegt werden. Meine Herren! Bei der Eröffnung des vorjährigen Reichstages war die Erwartung noch nicht ausgeschlossen, daß die türkische Regierung aus eigner Entschließung zur Ausführung der Reformen schreiten werde, über welche die europäischen Mächte sich auf der Conferenz in Constantinopel geeinigt hatten. Diese Erwartung ist nicht in Erfüllung gegangen. Seine Majestät der Kaiser hofft jedoch, daß nunmehr ein baldiger Friede die Grundsätze jener Conferenz zur Anwendung bringen und dauernd sicher stellen werde. Die verhältmßmäßig geringere Betheiligung der Interessen Deutschlands im Orient gestattet für die Politik des Reiches eine uneigennützige Mitwirkung an der Verständigung der betheiligten Mächte über künftige Garantien gegen die Wiederkehr der Wirren im Orient und zu Gunsten der christlichen Bevölkerung. Inzwischen hat die von Seiner Majestät dem Kaiser vorgezeichnete Politik ihr Ziel bereits insoweit erreichen können, als sie wesentlich dazu mitgewirkc hat, daß der Friede zwischen den europäischen Mächten erhalten worden ist und zu ihnen allen Deutschlands Beziehungen nicht nur friedliche, sondern durchaus freundschaftliche geblieben sind und mit Gottes Hülse bleiben werden. Paris, 6. Februar. Die „Agence Havas" meldet: Gerüchtweise verlautet, Lausanne werde wahrscheinlich zum Sitz der Conferenz gewählt werden. — Aus Syra berichtet dasselbe Bureau: Auf Ersuchen des hiesigen französischen Consuls ist die Fregatte „Heroine", von Smyrna kommend, hier vor Anker gegangen. London, 6. Februar. Lord Derby empfing gestern eine aus Griechen bestehende Deputation und drückte ihr auf deren Anfragen sein tiefes Bedauern über den von griechischer Sette erfolgten Einfall auf das türkische Gebiet aus, obwohl ihm bekannt sei, daß das griechische Cabinet hierbei nur dem Verlangen des griechischen Volkes nachgab. Lord Derby sagte ferner, er könne nicht versprechen, daß England seine Macht verwenden werde, um das Bombardement der griechischen Küsten zu verhindern. Im Falle der Krieg in einer den Grundsätzen der Civilisation zuwiderlaufenden Weise geführt werden sollte, würden England und die anderen Mächte allerdings interveniren müssen. Lord Derby äußerte der Deputation seine Sympathie für Griechenland und versprach, England werde auf der Conferenz seinen Einfluß geltend machen, um das Ueber- gewicht der slavlschen Race über die griechische zu verhindern. Die Zurückbeorderung der griechischen Armee würde die Arrangements für die aufständischen türkischen Provinzen erleichtern. Berlin, 6. Februar. Die Eröffnung des Reichstags sand kurz nach 2 Uhr im Weißen Saal des königlichen Schlosses statt. Etwa 50 Reichstags- Abgeordnete waren anwesend. Der Bundesrath trat unter Führung des Vice- Präsidenten des preußischen Ministeriums, Camphausen, ein und stellte sich links von dem verhüllten Throne auf. Am Schluffe der von Camphausen verlesenen Thronrede ertönte Beifall; der Minister erklärte die Session für eröffnet, worauf v. Forckenbeck ein dreimaliges Hoch- auf den Kaiser ausbrachte. Berlin, 6. Februar. Das Herrenhaus nahm in seiner heutigen Sitzung den Gesetzentwurf, betr. die Sitze der Oberlandes- und Landgerichte, en bloc durchweg nach den Beschlüssen des Abgeordnetenhauses an. Im Fortgänge der Sitzung erledigte das Herrenhaus den Gesetzentwurf, betr. die Vertilgung der Reblaus, nach der vom Abgeordnetenhaus beschlossenen Fassung. Nächste Sitzung morgen — Die erste Sitzung des Reichstages begann gegen 3 Uhr 20 Min. v. Forckenbeck fungirte wiederum vorläufig als Präsident. Eingegangen sind: Die Rechtsanwaltsordnung, die Rechnungen der Oberrechnungskammer-Kasse pro 1875, die Gesetzentwürfe, betr. den Sptelkarten-Stempel und die Aufnahme einer Anleihe, sowie der gesammte Reichshaushalts-Etat nebst Anlagen; die Ankündigung der letztgenannten Vorlage wurde mit Beifall ausgenommen. Der Namensaufruf ergab 216 Anwesende, also die Beschlußfähigkeit des Hauses.— Nächste Sitzung morgen 2 Uhr Nachmittags. Tagesordnung: Präsidentenwahl. Wien, 6. Februar. Ein Telegramm der „Polit. Corresp." aus Petersburg meldet: Die formelle Zustimmung des russischen Cabtnets zum österrei- schen Conferenzvorschlag sei erfolgt. Rußland nehme als Ort der Conferenz« Verhandlungen Lausanne in Aussicht. den 10 Uhr, Braunfels 776) n Sa. ca. 3990 Ctr. Andreas Euler 72) Seltersweg C. 182. MM H ii und zwar: aus H H«rren-H«mden, Kragen und Manschetten sind ^rtwäbrend in allen Weilen fortirt und werden außerdem Hemden nach Maap möglichst bald angesertigt und für gutes Sitzen derselben gesorgt. In faltigen und gestickten leinenen Einsätze« sind fortwährend die neuesten Dessins in Bielefelder sowie Französischem Fabrikat vorräthig. Ich bemerke noch, daß ich sämmtliche empfohlenen Artikel in durchaus Der Vorstand des Zweig-Hülssvereins. Hahn. Tannenholz per Ctr. Jt. 1,20, i 1 Raummeter oder 8 Ctr. frei an's Haus, empfiehlt Handel und Verkehr. Limburg, 6. ff-br. (Fruchtbericht.) Rother Weizen M 19.30, Korn M 13 30, Gerste 11S5, Hafep^ 7.25. (Durchschnitts-Preis pro Malter., Dritte Sammelliste de» Zweia-Mfsnereins unter dem rothm Kren; fllr die verwundeten und Kranken in dem russisch-türkischen Krieg. A Carnevalvereio „Türkei“ f Wenrel's Saalbau. k Dem Wunsche der Mitglieder zu ent- spreche finden die beiden letzten Wochen- Sißungen Freitag statt. Anfang 8 Uhr. Ganz neu! Telegraphie des Vexier-Reiches Wo ist die Sonne? höchst interessant bei <737 Ernst Balser. Theater. Um Ranch! oder Was Gott zusammensügt, da« soll der Mensch nicht scheiden I beikt das neueste Lustspiel, welches heute hier zum ersten Male in Scene geht. Dem ^tück liegt als Grundidee jene unglückselige Zeit zur Basts, wo Deutschland LothrMgen mrlor ^N diese tzaupthandlung sind Nebenhandlungen verflochten welch das Stück d einem der wirkungsvollsten der Neuzeit machen. Der glSnz-nd- Ersolg der Um lnanc»' in Berlin Wien Dresden, Leipzig sowie in den kleineren Städten des deutschen Da°"rl°nds gehabt! ch wohl der beste'und schlagendste Beweis seines W-rth-s und f5nnen auckr wir uns dieser Eichenwhrindc Versteigerung im Kreise Wehlar. 'lch-r ez (jl’"'" «nun dß V° Ä'** v^neti t)Qt. ft"? * »Ä*-- Päs °° °° dl- u M die Nnchj, ’ T" Seifioti e» Wo,ische r,nb " rechtliche !'/er andere die durch Kjeibe Eni Dürfe V bet deutsche w« noch immer rhaltmffe doppelt r8 haben die über ßogenen Verhand. ere Verhandungen verlängert wer» irung zu Stande eressen und dem 'eundnachbarlicheu geö dieser Ange- Denkschrift Jhnea nchStageS war die ierung au8 eigner , über welche die ;l geeinigt hatten, injestät der Kaiser ie jener Conferenz he verhaltnißmäßig nt gebattet für bie Verständigung der derkehr der Wirren Zazwischen hat die Ziel bereits inso- ;t, daß der Friede- d zu ihnen allen Haus freundschast- Eingcgangene Gaben: _ , Drof Dr. Streng X 3, Rentner Löwe X 1, Geh. Med Rath Prof- vr. Wernher % 3, Georg Noll X 3, B. Lenz X 3, Durch Herrn Decan Pullmann in Grünberg gesammelt: Forstmeister Haberkorn b, Kaufmann Haberkoin 5, Steuer^Com-Ltmpert X 5, Decan Pullmann5, Psr. Koch X 2,, Äcrd^enMen«? Balser X 1, G- R. X 2, gesammelt durch Kneger au»i Klein-Eichen X 17 30 Joh. Elb II. zu Göbelnrod d. H. Reitz IX. zu Rieder-Ohmen X 3. Vorstehende Gaben werden mit Dank bescheinigt. Im Ganzen sind bis jetzt für obigen Zweck eingegangm X 318. 50 H und a« Hauptverein zu Darmstadt abaeliefert worden. Gießen, den 6. Februar 1878. Freitag den 1. März 1878, Morgens 10 Uhr, kommen im Schützengarten zu Wetzlar aus ben diesjayrlgen Lohschlägen Brennholz. Buchenfckeitholz per Raummeter M 11. tzo. kleingeschnitten, per Rmtr. do. kleingemacht, „ „ „ 13, tzo. per Ctr. Jt. 1,50, — Auch das „Telegr. Corresp.-Bureau" meldet, daß die formelle zustim- «i'nde Antwort Rußlands auf den Conserenzvorschlag heute eingetroffen ist. Rußland solle einen anderen Conferenzort als Wien wünschen, was hier keinerlei ^indcrniß begegnen dürste. Petersburg, 6. Februar. Aus Adrianopel vom 1. wird amtlich gemeldet: Am 29. Januar bemächtigte sich der Cavallerievortrab des Generals Strukoff des Ortes Tschorlu; an dem Kamps waren betheiligt eine Escadron des Moskauer Leibdragoner-Regiments und 2 Sotnien des 1. Donschen Regiments auf türkischer Seite 1000 Mann reguläre Cavallene und Tscherkeffen. Nach einem Handgemenge begannen sich die Türken zurückzuziehen, zuerst in Ordnung, dann in Verwirrung. Auf russischer Seite blieben 4 Mann tobt, ^9 wurden verwundet. Die Stadt Tschorlu erwies sich als unzerstört, der dort tommandirende Pascha war geflüchtet unter Zurücklaffung aller Documente im Konak. Der noch unverletzte Telegraphen-Apparat fiel den Ruffen zur Beute. — Am 27. Januar besetzte General Ermoldt Osmanbazar, welche Stadt von den Türken vor ihrem Abzüge gänzlich geplündert und zerstört worden war. - Mit Genehmigung der türkischen Regierung sind sofort Maßregeln ergriffen zur Eröffnung der internationalen Telegraphenverbindung Adrianopel-Konstantinopel und des Kabels Konstantinopel-Odessa. Innerhalb drei Tagen hofft man auch auf die Herstellung der Eisenbahnverbindung Adrianopel-Konstantinopel. Athen, 6. Februar. Trotz den der griechischen Regierung von den Gesandten der Mächte abgegebenen Versicherungen, die griechlschen Provinzen der Türkei zu schützen und die griechische Frage der Conferenz zu unterbreiten und trotz der Aufforderung der Gesandten, der Armee Befehl zu geben, den Vormarsch einzustellen, dauern die militärischen Vorbereitungen und Bewegungen zu Wasser und zu Lande fort. . , _ Athen, 6. Februar. General Sautzo erhielt Befehl, bte Occupation Thessaliens fortzusetzen. Die mobile Nationalgarbe wirb in bie active Armee eingereiht. Die türkische Stabt Domoko, welche von 14,000 Griechen belagert wirb, hat eine Frist zur Uebergabe erhalten. Bukarest, 6. Februar. In ber heute stattgefundenen geheimen Sitzung der Kammer legte die Regierung Documente vor, welche die beffarabische Retro- re sionsftage btt^reff^ ^^ruar. Protic ist in besonderer Mission nach Peters- bura abgereist. Serbien ersuchte Rußland, einen Vertreter Serbiens mit con- sultativer Stimme zur Conserenz zuzulaffen. Minister Ristic beabsichtigt nach Wien ^I^n Februar. Die „Presse" meldet aus Athen: Die Pforte -rief die Intervention der Mächte an, damit Griechenland seine Truppen zurück- ziehe und gab das Versprechen ab, die Interessen ihrer griechischeu Provtnzen selbst ? A^uar, Morgens. Der „Morning Advertiser" hat Grund zu glauben, daß die britische Regierung Kunde von dem Einzüge der russischen Armee in Konstantinopel erhallen habe. — „Mornmg Post glaubt, daß diese Nachricht, welche via Bombay und Alexandrien angekommen sei, auf amtlicher, authentischer Mittheilung beruhe.___ Blasenschinken, Cervelatwurst, Salamiwurst, Trüffelleberwurst, Leberwurst, Blutwurst empfiehlt in besten Qualitäten (763 Emil Fischbach. Gttlchmnsi wo ttj zeaihli Midai. ui hiesig« i«i# hmmenb, hi» #n eine «8 Änechm ein ti(f(88eb«ue« fische S-bi-t * nut bem «»"9"1 et tonne mch>»»’ 5Bom6Mbeme(\t der i m» ben Sm» •ten Mit, »“““ uns ® , en um rn' Die Zlirückbror- Ä <** ausbtalhi^ Ä’J . die $irtllill^|ie . I]6r 20 ®i”; Ott 1600 Ctr. 740 „ 1650 „ der Gemeinde-Oberförsterei Wetzlar I ca. Wetzlar II „ Theater. tt Am Mittwoch Abend ging Göthe'S „Faust* über die Bretter, leider vor einem fehr schwach besetzten Hause, was wohl der unglücklichen Wahl des Tages (Clubball) zuzuschieiben sein dürfte. Ueber die Berechtigung dieses Stück hier unter den obwaltenden Verhältnissen auf die Bühne zu bringen, wollen wir nicht mit Herrn Direktor Kurde rechten. Trotzdem wurden all' unsere Erwartungen wett übertroffen, indem die Mitwtrkenden ersichtlich bemüht waren, ihren Rollen gerecht zu werden. Lobend hervorzuheben ist vor Allem „Margarethe" (Frl. L- Weber), welche durch ihr bescheidenes Auftreten, durch ihre ungezterte Anmuth und ihr correcteS Spiel den günstigsten Eindruck machte und wiederholt lebhaften Beifall erntete. Die Schwierigkeit, einen Charakter wis „Faust" innerlich zu erfaffen und wtederzugeben, mag wohl die Ursache sein, daß der „Faust" deS Herrn Berger zu sehr in den Hintergrund trat • Volle Anerkennung sowohl in Bezug auf Maske als Spiel verdient der Mephisto deS Herrn Rothe sowie die Martha der Frau Weber. Schließlich wollen wir noch die Leistung des Herrn Kurde (Valentin) erwähnen, dessen Spiel leider durch das ungebundene Benehmen einiger Herren im Sperrsitz unangenehm unterbrochen wurde, welch' letztere es sich überhaupt während des ganzen Abends durch ihre Tactlosigkeit angelegen sein ließen, das Mißfallen des Publikums zu erregen. Zum Lobe der übrigen Mitwtrkenden wollen wir noch bemerken, daß sie redlich bemüht waren, durch ihre Leistungen den Gesammtetndruck zu einem guten zu gestalten, der aber jedenfalls noch besser gewesen wäre wenn nicht die Ausstattung gar Manches zu wünschen übrig gelassen hätte. Doch „Ut desdnt vires, tarnen est laudanda voluntas!“ Gliriclu. Universal Uatten-Uertilgungsmittel. Es ist dem Apotheker Herrn C. Heinersdorfs in Culm in Westpreußen gelungen nach monatelangen Versuchen der eingehendsten Art ein haltbares, unfehlbares, sicheres Mittel zur Vertilgung von Ratten und Mäusen herzustellen. Namentlich bet den Ratten ist die verheerende Wirkung geradezu überraschend. Auf einem großen Dominium fand man nach Verbrauch von zwei Büchsen Gli- ricin über 120 Stück tobte Ratten. Das sind solche eklatante Erfolge wie sie bisher mit keinem anderen Gifte auch nur annähernd erreicht worden sind. Ein Hauptvor- rua aber des GlirictnS ist der, daß dasselbe nur für Nagethiere tödtltch wirkt. Dieser Um'iand allein räumt dem Gltrictn vor allen anderen Giften die erste Stelle ein. Wieviel harte Verluste an verschiedenen Thtercn (Hunde, Katzen, Schweine, Hühner rc.) ja wie manche Menschenleben sind schon durch Genuß von Phosphor, Strychnin oder Arsenik zu beklagen gewesen. e r Ferner kann das Gltrictn, welches gierig von den Ratten aufgesucht und gefressen wird immer wieder so lange die ousgelegten Brocken verschwunden, frisch ausgelegt werden, ohne daß die Thiere, wie das bet der Phosphorlatwerge der Fall ist, scheu werden und die Brocken nicht weiter berühren. Wie alle guten Producte hat auch da« Heinersdorst'sche Gltrictn zahlreiche Nachahmung gesunden. V Herr Heinersdorfs kann daher nur sür die Aechtheit derjenigen Büchsen eine Garantie übernehmen, welche mit seiner Schutzmarke versehen sind. Sehiffeberleiit. Mitgetheilt von dem Agenten deS Norddeutschen Lloyd y^o r",Februar. (Per transatlantischen Telegraph.) Das Postdampf- schiff Weser, Capt. I. Barre, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welches am 20. Jan. von Bremen und am 22. Januar von Southampton abgegangen war, ist gestern 8 Uhr Morgens wohlbehalten hier angekommen. Aeilgebotenes. 752) Landhühner mit Hahn zu ver- kausen.________________ Anlage C. 25. Frischen Nehbraten, frische Hasen (pro Stück 3 zu jeder Zeit zu haben bei Handelsmann JEbel^ Neustadt und JBoos, Löwengaffe. Ferner zu haben: Eingemachte Bohnen und Sauerkraut. ___________(762 761) Einige Wagen voll sehr guten Kuhmtft sind zu verkaufen bet Justus Bärrn, Neuftädter Thor. ferner * In den Königlichen'Waldungen der Obersörsterei Krofdorf aus dem genau ab- aegrenzieu Schlage II des Distrikts 86 im Schutzbefirk L-aljboden, 3/4 Stunden von der Station Fronhauseu an der Main-Weser-Bahn, ca. ISO Ctr^, sowie aus dem eingetheilten Schlage XVIII des Districts 94 ,m Schntzbez,rk^T'°PP°l- berg bei Wetzlar ca. 150 ßtr., zusammen 3OO Ctr. Glanzlohe, öffentlich an den Meistbietenden zur Versteigerung. Kauflustige belieben sich an das Königliche Landrathsamt zu Wetzlar , sowie au die betreffenden Herren Oberförster über etwa gewünschte Auskunft ber Mchenlohschläae rc. zu wenden. Wetzlar, Krofdorf, den 25. Januar 1878. Der Königliche Landrath: Der Königliche Oberförster: 775) von Ties chowitz.__Müller._________ _ 778) Mein Lager in Leinen in allen Qualitäten und Breiten, verbunden mit sämmtlichen AuSstattungs- Artikeln, bringe in empfehlende VvUlvl.lv llvUy f vup 1V*/ I T l / ciff’ rr\ e M reeller W-are führe, sür das bei mir Gekaufte garantire und zu billigen Prellen ^„ghme von offerire. Albert Lüttringhaus I. Classe. Eichen-Stämme von 15-30 Centl- 1) 2) Buchen Nadelholz 726) 784) 250 1330 0 94 166,80 3,43 92 94 Wellen 2160 ClNti- Meter und In Wtmmenau er, Forstrath. circa 1750 ver- 435 Ftchtenstämwe „ 60 E chenstangen „ 581 Ftchtenstangcn „ halt. 1082 Ficktenstämme von 14 bis 28 Centtmeter Durchm.sser und 12 bis 20 Meter Länge, 524 Fichtenstangen von 6 bis 14 Cen- timeter Dwchmesser und 10 bls Den Nachlaß des Heinrich Repp II. von Ettingshausen, bestehend in nachoerzetch- netem Vieh und sonstigen Mobtliargegen- ständen, wollen dessenKinder und Vormünder der Minderjährigen m ihrer Wohnung Donnerstag den 14. und Freitag den 15. Februar l. I.. von Morgens 10 Uhr an, durch den Unterze chneten öffentlich meist, bietend versteigern lassen: 1) Donnerstag den 14 Februar, zwei gute Zugpferde, ein zweijähriges Fohlen, v'er Kühe, ein zwe jähriges Mutterrind, ein vierteljähriges Mutterkalb, sieben trächtige Scharfe, vierzehn Hühner, ein großer und ein kleiner Wagen, Pflug und Egge, Heu, Grummet, Stroh aller Art rc. 2) Freitag den 13. Februar, sammtliche Früchte: Weizen, Korn, Gerste, Hafer, Erbsen, Linsen, Kar- tcff.ln, Dickwurz, sowie Mobiliargegen- ftände aller Art. Ettingshausen, den 2. Februar 1878. Der Vorsteher des Großh. Ortsgericht Ettingshausen: »"43)______ Sommer bauert der Berliner Ausverkauf von Kleiderstoffen, Gardinen, Bettdecken, Leinen, Bettzeugen, Seidenwaaren, Long-Chales und Umschlage- tuchern, Taschentüchern re. re., zu bekannt billigen Preisen. Versteigerungen. Holzversteigerung. Montag den 11. und Dienstag den 12. Februar d. I., Morgens 10 Ubr, sollen in dem Ettingshäuser Gemeindewold, Dtstrtct Rtedstem: Holzversteigerung. Donnerstag den 14. Februar L I tni von Morgens 9 Uhr an, ' soll im Gar benteicher Gemeindewald, Diftrict Hohlerkopf, angrenzend an den Fürstlichen Hohler, nachoer zechnetes Holz zur Versteigerung kommen: 137 Rmtr. Buchen-Scheitholz 116 n w Knüppel 94 - 3870 27 10 50 450 26 „ „ Stockholz Wellen „ Reisholz Rmtr. EichemKnüppel » » Steck Eichen-W'llen Nadel-Wellen me'er Durchmesser u. 5—11 Länge. 92 Eichen-Stangen von 10—14 soll auf dem Rathhaus dahier die der Gemeinde zustebende Jagd, bestehend fn 3000 hessischen Morgen Feld und Morgen Wald, auf wettere 6 Jahre pachtet werd.n. Veroniworillche Reoaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. Julius Moses aus Berlin Zur Zeit in GIESSEN, Wallthorstraße, Ecke des Asterwegs. Von 1 2 Uhr bleibt das Geschäft geschlossen. 16 101 62 Jagdverpachtung. Samstag den 16. Februar L I, Nachmittags 1 Uhr, soll die der Gemeinde Odenhausen zustehende Wald- und Ftldjagd auf dem Bürgermeister ret-Büreou auf 6 Jahre verpachtet werden. Odenhausen, den 6. Februar 1878. Großh. Bürgermeisterei Odenhausen. 781)Nahrgana. Hainbuchen- 4 (Rundscbeith.) — Eichen- " - Mesvndere Mekanntmachungen Bkssentlichk Aufforderung. Forderungen jeder Art an die Johannes Luh III. W'ltwe von Allendoisa d Ldn. und deren verstorbenen Ehemann sind innerhalb 14 Tagen bet Gericht anzumelden, wenn sie bet der V rmögensreguliiung Berücksichttssvng finden sollen. Zugleich wird zur öffertsichen Kcnntniß gebracht, daß der Johannes Lu h III. Wittwe mit oertn Einw lligung ein Curator in der Person des Philipp Sack IL von Heuchelheim beigegeben worden ist und gültige Rechtsgeschäfte mit derselben nur durch diesen Curator abgeschlossen werden können. Gießen, den 30. Januar 1878 Großberzogltches Stadtgericht Gießen. Bötticher. Gebhardt. 703) Stadtlichter. Stadtg.-Assessor. Dienstag den 12. Februar, 90 EkchtNftämme mit 24,19 cbm, 1 Buchenstamm Montag den 11. Februar, Scheith. Prügeih. Stockh. Reieh Raummeter ~~ ~ Jagdverpachtung. Freitag den 15. b. M., Vv'mittags 9 Ubr, toll die der Gemeinde Reisku chen zustchende Gemeinde Ja. d, anderweit auf 6 Jahre auf dem Gemetndehause dahier meistbietend oel packtet werden. Reiskirchen, am 5. Febiuar 1878. Großherzogl. Bürgermeisterei Reiskirchen. 785)_________Jvnoer. ___________ Lapital-Ausleihung. 630) In der Grmrii de Kasse zu Oppenrod liegen 3000 Jt. gegen Hypcthek Sicherheit zum Ausleihen. Oppenrod, den 28. Januc r 1878. Großh. Bürgermeisterei Oppenrod. Petri. 14 13 9 160 Zusammenkunft jedesmal Morgens 10 Uhr auf dem Haarbacher Weg an der Pfaffen- chneiße. Ltch, den 4. Februar 1878. Zagdverpachtung. Die am 15. Februar dieses Jahres leid- fällige Jagd der Gemeinde Frankenbach soll Freitag den 15. Februar, Mittags 1 Uhr, auf dem Büreau des Bürgermeisters auf 6 weitere Jahre meistbieter d verpachtet werden. Pachtliebhaber werden hierzu eingeladen. Frankenbach, den 29. Januar 1878. I. Verh. des Bürgermeisters: 626) S ch m e b l, Beigeordneter._______ Jagdverpachtung. Donnerstag den 14. Februar d. I., Nachmittags 2 Uhr, soll die hiesige Gemeindejagd auf wettere 6 Jahre auf hiesiger Bürgermeisterei off ent lieh verpachtet werden. (772 Allendorf a. d. Lahn, den 6. Febr. 1878. Gr. Bürgermeisterei Allendorf o. d. Lahn Gümbel. Bet geordneter. Em Familienlogis von 5 Zimmern mit Zubehör und abgeschloffenem Cor- ridor zu vermiethen und sofort zu be- ziehen. H. Schnell, Brandgaffe. Kleines Zimmer um Belt zu oermkethen, ____________________ Schloßgasse B. 5. 674) Eine Werkftätte, welche sich ar ch> als Lagerraum eignet, ist zu vermiethen. Neuenweg Lit. B. 116. 20 Meter Länge öffentlich meistbietend versteigert werden. Ettingshausen, den 2 Februar 1878. Großh. Bürgermeisterei Ettingshausen. 733)________Sommer.__________ Holzversteigerung in der Fstl. Oberförsterei Lich. Im Riedwaid bet Ettingshausen werden versteigert: Vermittlungen. 782) Auf dem Seltersberg ist eine schöne Familienwohnuna von 7 auf Wunsch auch 9 P öcen mit Garten uud sonstigen Bequemlichkeiten vom 1. April zu vermiethen Näh-res bei der Exped. d. Bltts.________ 786) E