1878 Mittwoch, den 6. März So LL KWm MlMW ANM- und Anitsblatt für den Kreis Gießen Erscheint täglich mit Ausnahme des MonlagS. Kngland. .hIeinpt' RedactiorrSburearrr Gartenstraße L. 165. Gxpeditionsbureaur Schulstraße L. 18, seiner Vorgänger, gesetzt hatten. London, fragte Cartwright schwebenden Verhandlungen zusammen. Es ist jetzt so einer der Momente, wo die Nation zeigen muß, daß sie von ihren großen Männern nicht blos empfangen, sondern ihnen auch dankbar sein will, indem sie vorübergehende Mißstände und Mißstimmungen nicht gleich zu Ursachen tieferer Scheidung werden läßt. Zudem ist ja das letzte Wort noch nicht gesprochen und die Möglichkeit gar nicht ausgeschlossen, daß die aus nächste Woche angesetzte Discussion der Stellvertretungs-Vorlage nebst der vom Fürsten Bismarck schon angekündtgten Errichtung eines Reichsfinanzamts wieder eine erfreulichere Klärung der Situation bringt. Es muß sich zunächst auch zeigen, ob der Finanzminister Camphausen nun seinen wiederholt ausgesprochenen Versicherungen treu bleibt und nach Ablehnung der Steuervorlagen seinen Abschied nimmt, ober ob er sich halten läßt. Sollte er gehen, so ist zu hoffen, daß sein Nachfolger mit den Verdiensten Camphausen's um sparsame Wirth- schast und Ordnung der Staatsfinanzen einen weiteren wirthschaftlichen Blick und mehr Initiative zu der täglich dringender werdenden Steuerreform vereinigen möge. _________________________________________ Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlchn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Deutschland. Darmstadt, 4. März. Unter den neuesten Drucksachen der ersten Kammer befindet sich auch der Bericht des 4. Ausschuffes über den Antrag des Abg. Dumont, die Ernennung ter Polizeicommisiare als städtische Beamte in den Städten Darmstadt und Gießen betr. Bekanntlich wurde der Antrag in der zweiten Kammer abgelehnt. Diesem Votum redet auch der genannte Ausschuß das Wort in Anbetracht 1) daß keine allgemeinen Wünsche für die beantragte Ernennung laut geworden: daß man sich sogar Seitens betheiligter Korporationen gegen eine gesetzliche Abänderung bezüglich der Ernennung der Polizeicommiffäre ausgesprochen; 2) daß es auch in erster Kammer nicht räth- Parlamentarische Wochenschau. Berlin, 3. März. Das ausschließliche Jnrereffe bei den Reichstags. Verhandlungen dieser Wache wandte sich den Steuervorlagen und den damit verbundenen Debatten über die sog. innere Krisis zu. Man kann nicht behaupten, daß das schließliche Resultat, soweit wie es heute seststeht, ein für teu Vaterlandsfreund erfreuliches sei. Nicht als ob man jetzt die Flinte in's Korn werfen und an der gedeihlichen Entwickelung unserer inneren Verhältnisse verzweifeln müßte, dafür ist die Nation und ihre Organisation zu gesund, als laß sie nicht solche Fieberschauern leicht und schnell überwinden sollte, — politische Entwickelungen gehen ja so wie so nicht ohne Kämpfe und Rückfälle vor sich — aber betrübend ist es doch, wenn der Moment, welcher in die verschobenen Verhältnisse Licht und Ordnung bringen und die in's Stocken geratene Maschinerie wieder in stottern Gang bringen sollte, vorübergeht und nicht nur feine Erleichterung, sondern vor der Hand nur eine Erschwerung der Situation gebracht hat. Das ist an und für sich bedauerlich und doppelt zu beklagen wegen der Förderung, welche den radicalen und Umsturzparteien aus der Ent- vuthiguug und Verwirrung der ausrichtig liberalen und vaterlandstreuen Parteien erwächst. Die Sachlage selbst können wir wohl für jeden Leser in ihren Details als bekannt voraussetzen. Es handelte sich nicht blos darum, dem Reiche eigene Einnahmen zu schaffen, das Deficit des -Budgets zu decken , die Matricularbei- träge zu ermäßigen oder ganz abzuschaffen, ja vielleicht noch einen Uebeischuß zur Dertheilung an die Einzelstaaten aus dem Ertrag der Reichssteuern zu gewinnen, Hand in Hand hiermit sollte auch eine Regelung der Reichsverwal- ning und ein Ausbau des constitutionellen Rechtes, wo dies in den Einzel- staaten wünschenswerth erschien, gehen. So hatten es wenigstens die liberalen Parteien gehofft. Das Facit ist bis jetzt, daß die neuen Steuern, speciell die Tabakssteuer, keine Aussicht auf Annahme haben, daß im Budget mit Roth- mitteln, Abstrich von Ausgaben, höherer Veranschlagung der Einnahmen und eoent. durch eine Anleihe für das dringendste laufende Bedürfuiß gesorgt wird, daß vom Eintritt liberaler Elemente in die Reichsregierung augenblicklich keine Rede ist und daß eine mehr oder minder tief gehende Verstimmung in den Kreisen Platz greift, deren freundschaftliches Miteinanderwirken für das Reich so dringend wünschenswerth ist. , Wer hieran die meiste Schuld trägt, ist schwer zu sagen. Es nirken eben eine Menge von Uebelständen in unangenehmster Weise zusammen. Der Gesundheitszustand des Fürsten Bismarck und seine lange Entfernung in Varzin, die wiederum ja nicht eine ganz freiwillige ist, die hierdurch herbetgeführte theilweise Enifremdung von den in den maßgebenden Parteien herrschenden Strömungen, welche ihrerseits wieder einen Mangel an Einfluß auf diese Strömungen erzeugt, auf der andern Seite die vielfachen Anfeindungen und Hemmungen, welche dem Reichskanzler an höchster Stelle von bekannten Kreisen her bereitet werden und die ihn, der für Dinge verantwortlich gemacht wird, über die er keine Macht hat, natürlich sehr empfindlich berühren und reizbar machen müffcn, dazu eine gewisse theoretische Steifheit unserer politischen Parteien und ihrer Führer, ein Mangel an Selbstvertrauen und Siegesbewußtsein für die liberalen Ideen, daher ein etwas zu ängstliches Anklammern an fremde Garantien — alles dies wirkte zu dem unangenehmen Ausgang der lange ltch erscheine, partiell an der kaum erst eingebürgerten Städteordnung schon jetzt wieder zu rütteln. Berlin, 2. März. Der „Reichs-Anz." schreibt, bei Besprechung der Zukunft der Reichssteuer-Vorlagen hätten viele Blätter Aeußerungen des Reichskanzlers zu Gunsten des Tabaksmonopols ein Gewicht beigelegt, welches dieselben thatsächlich nicht gehabt haben könnten. Der Reichskanzler habe zwar seine Ueberzeugung von der Zweckmäßigkeit des Monopols mit der Erwägung begründet, daß daffelbe die Consumenten weniger belaste, als irgend eine Steuer gleich hohen Ertrages; er habe aber in keiner Weise die Absicht ausgesprochen, Bestrebungen nach höheren Erträgen ohne das Monopol entgegenzutreten, wenn letzteres nicht angenommen werde. Dies geht mit voller Bestimmtheit aus den wörtlichen Citaten und einer Auslaffung des Reichskanzlers hervor, welche der „Reichs-Anz." hierauf anführt. Hesteneich. Wien, 2. März. Der berühmte Romanist, Hofrath Profeffor Ludwig l8' Theis. —^(1354 Arndts, ist gestern Nachmittag gestorben. Wien. Die „Neue Fr. Pr." wirst die Frage auf, ob man nach den Erfahrungen früherer Zeiten (namentlich mit dem Pariser Congresie von'1856, dessen Friedenswerk soeben von Rußland schmählich vernichtet worden) irgend welchen Anlaß habe, dem jetzt angestrebten Congresie mit hoffnungsvoller Zuversicht entgegenzusehen? Wird er (fragt das Blatt) überhaupt der Danaideu- Arbeit, an welcher ein Jahrtausend orientalischer Geschichte zu Schanden ging, gewachsen sein und eine Lösung schaffen, wo die widerstreitendsten Jntereffen einer solchen im Wege stehen? 1 Von acht Eongressen (Eambrai 1725, Soisions 1729, Breda 1747, Fokschani 1772, Bukarest 1773, Lille 1797, Rastatt 1799 und Chatillon 1814) ist es bekannt, daß ihre Mitglieder nach stürmischen Be- rathungen unverrichteter Sache auseinandergingen, denn die Stimmenmehrheit ist zwar stillschweigend acceptirt, aber nicht obligatorisch in der Congreßregel. Ein solches Schicksal wünschen wir dem bevorstehenden Congresie nicht, denn der Friede ist die Sehnsucht der Welt, und zwar ein Friede, bei dem das Recht und nicht die Anmaßung zu Gevatter steht; allein, man mag die Zweifelsucht nicht schelten, wenn sie auch diesmal nicht völlig schweigen kann. Ob in Berlin, Baden-Baden oder Brüsiel, in Wildbad oder Wiesbaden die Bevollmächtigten Europas zusammentreten, ob sie, wie ehedem geschah, den Ort ihrer Berathung neutral erklären, oder, wie es noch nie geschah, der Oeffentlichkeit den Zutritt gestatten, mag nebensächlich erscheinen; aber das Eine ist gewiß, daß ihre Arbeit nur bann eine lohnende und dankenswerthe fein wird, wenn es ihnen gelingt, Rußland in diejenigen Schranken zurückzuweisen, welche die Lebens.Jntereffen Oesterreichs, und Englands gebieterisch vorschreiben. Im andern Falle wird es „verlorene Liebesmühe" sein, zu der sie sich rüsten, und der Congreß von heute nicht höher in der Geschichte rangiren, als die Mehrheit welche die Klüfte erweiterten, deren Schließung sie sich vorverworfen. t „ , , . m u — Cadogan wurde zum Unterstaatssecretär der Colonien und Bury zum Unterstaatssecretär im Kriegsamt ernannt. , — Reuters Bureau" meldet aus Konstantinopel vom 1. März: Die britische Flotte geht wahrscheinlich nach Jsmid. Die „Times meldet aus Gallipoli vom 27. Februar: Der Gouverneur der Dardanellen empfing von dem Seraskierat die Weisung, keinen «eiteren fremden Kriegsschiffen die Einfahrt in das Marmara-Meer zu gestatten. , „ London. Hier wird an allen Orten gerüstet. Die Gardebrigade ist vollzählig gemacht worden und wird zu thätigem Dienste vorbereitet. Das Kriegsamt hat die vorzeitige Ueberweisung von Mannschaften aus dem Actrv- heere in die Reserve sisttren lasten, der Höchstcommandirende sofort eine Besichtigung sämmtlicher Mannschaften im Lager zu Adlershot, mit Ausnchme der Rekruten, angesagt. Eine große Anzahl Freiwilliger bietet sich »um Gar- nisondienst und auch zum Kriegsvienst an. Im Arsena zu Woolwich herrscht reger Eifer. Namentlich arbeitet die Torpedo - Abtheilung angestrengt. Es sind 150 Ingenieure als Verstärkung dahin commandirt worden. Die Regierung 500 Meilen Telegraphendraht für Torpedozwecke zu sofortiger Ablieferung 2. März, früh. Im Fortgänge der Unterhaussitzung bean- bie Niedersetzung eines Ausschusses zur Untersuchung der Weinzollerhebung. Northcote bekämpfte den Antrag, indem er geltend machte, daß die Angelegenheit der Executive überlaffen bleiben sollte. Die jetzige Scala des Alkoholgehaltes habe 16 Jahre befriedigend gewirkt; die 26grabige Norm möge Vortheile haben, indeß seien uunöthige Veränderungen nicht wünschenswerth. Die Frage sei wichtig, ob es sich empfehle, gegenüber Spanien, Portugal, Oesterreich und anderen Ländern, die starke Weine exportiren, durch eventuelle Concessionen eine liberale wechselseitige Zollpolitik zu Gunsten Englands herbeizusühren, wenn auch Frankreich und andere Länder, die leichte Weine producirten, sich über derartige Concessionen beschweren könnten. Schließlich wurde der Antrag Cartwright's mit 85 gegen 65 Stimmen — ijMvtuvr n. nun9- Mammen ober und gleich m be- lbtrl, Nahrungsbera. ^nün^TnÄ W unb am 1. Mai stein, Seltnsberg. nlögis aus 4 Rimmern iethen, Schloßgasse A. 258, wei Zimmer, moblirt m an Herren nennte» catze B. 151,9. Zu 1 unb tyl Uhr Nachbeter können Schlas- ist bafelbft ein kleines then. Zu erfreuen bei bitt Ebel, Neustabt. e -«zeige«. ute finben Arbeit in der kaussmann & Eornp. Tpadjien nisse Halber ein alt, 6, ; u. Spezerei-Waarlsi- jeber Stabt Solvente >a$ Nähere bei beW- Abend würbe M au5 über ben Selins' )( bet McenMe (tnen M«, seid« an einen Die-stmd»- We Finder wird " d. W 8'«“ SrÄTßeieW nbe MM, «e®Ä Raule jii billig Wh Ernst anbaai e HUß sftter« Mit Z Makj' Sal«orftM nl> /fanzstun(ie' gekauft. Aus Sheffield treffen größere Mengen Bayonnetstahl ein und es werden daselbst die Eisenstücke zu 600 F-ldambulanzen angefertlgt. Zur Beförbe- rung von Munition beschäftigt das Kriegsamt neben den gewöhnlichen Transportdampfern bereits geheuerte Privatdampfer- Es werden neue Geschütze an die Küstenforts und auch nach entfernten Stationen, wie Bermuda, versandt. In Woolwich werden zwei Feldeiseubahnen stückweise abgelteferl. Die eine ist eine Bahn, um aus offenem Felde benutzt zu werden, die andere ist für Gräben, zur Beförderung schwerer Geschütze bestimmt. Italien. Nom, 2. März. Seit gestern waren die sonderbarsten Gerüchte über die Gründe verbreitet, weshalb die Vorbereitungen zur päpstlichen Krönung und feierlichen Segensertheilung eingestellt wurden. Man behauptete, die päpstliche Curie habe aus Furcht vor unehrerbietigen Kundgebungen und Feindseligkeiten, welche die italienischen Behörden nicht verhindern zu können erklärt hätten, Gegenbefehle erlaffen. Die „Agenzia Stesani" bezeichnet diese Gerüchte als böswillig ausgestreute und erklärt dieselben als unbegründet, hinzufügend, daß, wenn die angekündigten Feierlichkeiten stattgefunden hätten, die Ruhe innerhalb und außerhalb der Peterskirche sicherlich nicht gestört worden wäre; die Regierung habe keinerlei Anlaß gehabt, sich in dieser Beziehung Besorgnissen hin- zugeben. Spanien. Madrid, 2. März. Ein in der Sitzung der Cortes verlesenes Telegramm des General-Gouverneurs Martinez Campos bestätigt die Unterwerfung fast sämmtlicher Insurgenten auf Cuba, mitsammt dem Centralausschusse. Die Cortes votirten Glückwünsche an den König, die Regierung, die Generale und die Armee auf Cuba. Alle Mitglieder der Cortes und die Minister begaben sich darauf in das Palais, dem Könige die Glückwünsche iw corpore darzubringen. Außland. Petersburg, 2. März. Der „Regierungsbote" veröffentlicht eine kaiserliche Verordnung, betr. die Bildung von 4 Reserve-Jnsanterie-Divisionen. Es sollen für dieselben 16 Reserve-Fußbatterien formirt und in 4 Artillerie- Brigaden zusammengezogen werden. Telegraphische Depeschen. Privat-Depesche des Gießener Anzeigers. London, 5. März. „Daily News" meldet: In dem zu St. Stefano abgeschlossenen Frtedensvertrag wurde bestimmt, daß der einzusehende Fürst von Bulgarien kein Mitglied einer regierenden Fürstensamilie von Europa sein darf. Die Summe des von Bulgarien zu entrichtenden Tributs wird erst in zwei Jahren fixirt. Bulgarien erhält einen Seehafen. Die Russen werden in Kawala etngeschifft um durch das Marmarameer und den Bosporus hetmzu- kehren. Dieselben rücken nicht in Konstantinopel ein. Alle bulgarischen Festungen werden geschleift und bleiben keine türkischen Truppen in Bulgarien. Diese Details rühren von Jgnatieff her. Wagner'S telegr» Eorrespondenz-Bureau. Berlin, 4. März. Der Reichstag verwies heute die Ueberftcht über die Einnahmen und Ausgaben der Rechnungsperiode vom 1. Januar 1876 bis 31. März 1877 in erster Lesung an die Rechnungs-Commission. Hierauf wurde die erste Berathung der Gesetzentwürfe über die Abänderung der Gewerbeordnung und die Gewerbegertchte fortgesetzt. Hirsch bemerkte, er finde in den Bestimmungen über die Arbeitsbücher den Ausdruck einer reactionären gegen die Arbeitnehmer gerichteten Strömung; Redner be- °?te die Verweisung der Vorlagen an eine Commission von 28 Mitgliedern. Auer l^octaldemokrat) wendete sich gegen die Einführung der Arbeitsbücher und die zwangs weise Zurückführung der Lehrlinge in die Lehre. Lasker, der sich im Allgemeinen mit 2k"c^Atzentwürfen erklärte, kritisirte einzelne Bestimmungen wie u. A. die auf die Beschäftigung jugendlicher Fabrikarbeiter bezüglichen und beantragte Verweisung an eine Commlsston von 21 Mitglieder. _ . Minister Hofmann berichtigte einzelne bei der Debatte hervorgetretene Mißverständnisse und conftatirt^, daß alle Parteien darin einig seien, die Vorlagen als geeigneten Ausgangspunkt zur definitiven Regelung der gewerb-gefetzlichen Fragen zu be- trachten. Nachdem hierauf noch Bauer die Vorlagen vom zünftlerifchen Standpunkte aus beleuchtet hatte, beschloß das Haus die Ueberweisung derselben an eine Commission von 21 Mitgliedern. — Morgen kommt die Vorlage über die Stellvertretung des Reichskanzlers zur Berathung. Die nächste Sitzung des preußischen Abgeordnetenhauses ist auf den 14. März anberaumt; auf die Tagesordnung sind gesetzt: die zweite Lesung der Gesetzentwürfe betr. den Forßdiebstahl und die schleswig-holsteinische evangelische Ktrchenoerfassung. Konstantinopel, 4. März. Amtliche Meldung: Der Friedensver- trag ist gestern spät Abends in San Stefano unterzeichnet worden; die Bedingungen werden unverweilt veröffentlicht werden. rx ; ^ra, 4 März. Die hiesige „Agence Havas" meldet: Jgnatieff wird sich tn Begleitung eines türkischen Specialgesandten nach Petersburg begeben. Als Bedingungen des unterzeichneten Friedensvertrages werden genannt: Eine Kriegsentschädigung, welche zu 3/4 ihres Betrages durch die Abtretung von Datum, Kars, Ardahan und des Districtes Bajazid abgetragen wird; die Frage der Schifffahrt durch die Meerengen bleibt Vorbehalten; hinsichtlich der Donauschifffahrt bleibt ber Status *quo bestehen; zwischen Montenegro und Serbien soll der Türkei eine Zone bleiben behufs der Communication mit Bosnien und der Herzegowina; eine Abtretung von Kriegsschiffen an Rußland findet nicht statt. London, 4. März. „Reuter's Bureau" meldet aus Konstantinopel vom 3 b.: Vor der Unterzeichnung des Friedens habe Jgnatieff verlangt, daß Rußland und die Türkei dem Congreffe gegenüber für alle Punkte des Friedensvertrages eintreten sollten; Savfet Pascha habe dies abgelehnt, und Jgnatieff darauf telegraphisch um, Instructionen gebeten. Wie schließlich die Frage geregelt worden, sei nicht bekannt. . ~ Meldung der „Times" aus San Stefano vom 2. d. bestätigt, daß die Friedenöbedingungen nicht die Abtretung der Flotte und des egyptischen .5 ,snV" sch^«' In Detteff der Entschädigung sei noch keine definitive Jestmnnung getroffen t:ub wird dieselbe hauptsächlich durch asiatisches Ge» met, mit Ausnah e Erzurum, beglichen werden. Die Grenze von Neu- Bulg.rten umfasse n.cht Salonicht und Adrtanopel. „Times" meint, Rußland musst jetzt mit Europa abrechnen. Hoffentlich werde es nicht Bedingungen durchsetzen wollen, weiche England nicht sanctiontren könne. „Standard" und Telcgnlph" drücken Angesichts der gegenwärtigen Phase in der Orient- rnse Besorgnisse aus und fragen, was jetzt zum Schutze der britischen Interessen geschehen werde. w — Die Nachricht von dem Friedensschlüsse wird von den Blättern sehr kühl ausgenommen. „Times" meint, es sei ein Jrrthum zu glauben, daß jede Gefahr vorüber sei. „Standard" empfiehlt Blokirung der Dardanellen und Occupirung Egyptens. Petersburg, 4. März. Die Nachricht von Wiener Blättern, daß Gortschakoff neuerdings eine Note an die russischen Vertreter im Auslände ge. richtet habe, in welcher er die eventuellen Concessionen Rußlands bezeichne und zugleich erkläre, Rußland müsse bezüglich ber bulgarischen Frage unnachgiebig bleiben, wird in hiesigen bestunterrichteten Kreisen für unbegründet erklärt. — Die „Agence Russe" glaubt das europäische Publikum vor absichtlich ausgestreuten Gerüchten über übertriebene Forderungen Rußlands hinsichtlich der Kriegsentschädigung warnen zu müssen, Die russische Regierung sei im Gegentheil entschlossen, der finanziellen Lage ber Türkei unb ben Interessen ihrer europäischen Gläubiger Rechnung zu tragen. — Die Verhandlungen bezüglich des Zusammentritts der Conferenz schreiten vor. London, 4. März. Im Oberhause erklärte Derby auf Anfrage ®ratL vtlle's: Die Friedensbedingungen schließen nicht die Abtretung der türkischen Flotte in sich (Beifall) ; die Kriegsentschädigung ist von ursprünglich 40 auf 12 Mill. Pfund rebucirt; die egyptischen Revenuen bleiben davon unberührt. „Sobald die Bedingungen vollständig bekannt find, werde ich dieselben mittheilen." — Im Fortgänge der Oberhaussitzung bemerkte Beaconsfield auf Befra. gen von St. Leonard's: Die Eventualität einer Verwendung von Freiwilligen für den Dienst im Auslande sei nicht eingetreten, auch sei der Einritt einer solchen unwahrscheinlich, daher habe man die Löhnungsfrage nicht in Erwägung gezogen. — Abends. Im Unterhause erklärte Northcote auf Veranlassung Har- tington's: Der Regierung sei von Layard und Loftus die gestern stattgehabte Unterzeichnung des Friedens gemeldet worden. Derselbe antwortete auf eine Anfrage Fraser's : Der Regierung seien zwar Mittheilungen über die Friedens- bedingungen zugegangen, jedoch so unvollkommen, daß solche augenblicklich nicht zur Kenntniß des Hauses gebracht werden könnten. Petersburg, 4. März. Die „Agence Russe" schreibt: Man könne annehmen, daß noch einige Tage vergehen, bis der Friedensvertrag in Petersburg vorliegt; indeß glaube sie versichern zu können, daß, wenn die wirklichen Friedensbedingungen bekannt würden, sich die von den Feinden Rußlands darüber gemachten Angaben als durchaus übertrieben Herausstellen würden. Rament« lich werde sich ergeben, daß (wie bereits gemeldet) die von Rußland geforderte Geldentschädigung eine sehr geringe sei, die Garantiesrage unberührt und jede hypothekarische Forderung auf bereits hypothekirte Revenuen ganz außer Frage geblieben sei. * Wien, 4. März. General Nowikoff hat heute Andrafly den Friedensschluß officiell notificirt. Baldigster Zusammentritt des Congresses wird erwartet. Als Congreß-Ort wird Berlin bezeichnet. Andrassy wird jedenfalls persönlich auf Ersterem erscheinen. — Englische Blätter bringen kriegerische Artikel. — In London geht das Gerücht, Rußland habe einem preußischen Prinzen die Herrschaft über Neubulgarien angeboten. — Ungarische Blätter verlangen die Action Oesterreichs in der Richtung nach Serbien und Rumänien Lokal-Notiz. Gießen, 5. März. Wir lassen nachstehend die Tagesordnung für die Stc i verordneten-Sitzung am Donnerstag den 7. Marr 1878, Nachmittags 4 Uhr, im alten Realschulgebäude folgen: 1. Gesuch des Wilhelm Wagner II. um Bauerlaubnitz. 2. Gesuch des Gerbermctfters Karl Becker um Erlaubniß zur Herstellung einer Einfriedigung. 3. Gesuch des Friedrich Möhl um Bauerlaubniß. 4. Gesuch wegen Pflasterung des rechtsseitigen Trottoirs jenseits der Lahn- brücke. 5. Gesuch des Philipp Heger von Krofdorf um Erlaubniß zur Anlegung einer Brücke über den städtischen Graben am Krofdorfer Weg. 6. Die Unterhaltung der Schoorwege. 7. Die Realschulabtritte. 8. Die Gasbeleuchtung^ Commission betreffend. 9. Das Signaltstren der Stunden während der Nachtzeit vom Stadtthmm. 10- Die Vergebung der Zinsen aus den von Krugtschen und Lonyschen Stiftungen. Vermischtes. — Das ,ReichS-Gesundhetlsamt" tn Berlin erläßt eine energ ische Warnung vor den sogen. Guyot'schen Theerkapseln, die, unrichtig angewendet, der G esundhelt, nanunb lich der Kinder, ernstlich Nachthetl bringen können. Im Anschluß an diese Warnu ig wollen wir bemerken, daß wir für die in unserem Blatte als Annoncen oder Reclamen veröffentlichten Anpreisungen solcher Heilmittel keinerlei Verantwortung übernehmen. — Frankfurt hat in seinen Annalen einen Schurkenstreich erster Classe zu verzeichnen. Das Börne-Denkmal wurde nämlich mit einer ätzenden Flüssigkeit zu Grunde gerichtet. Die herrliche Büste bietet einen jammervollen Anblick dar. Möchten die Thater entdeckt werden. Am Goethe-Denkmal fand ähnliches, aber nicht in so hohem Grade statt. — Angelo Seccht, der berühmte Astronom, auf welchen der römische CleruS so stolz war, ist PtuS IX. rasch ins Grab gefolgt. Nach längerem Leiden ist derselbe gestern tn Rom gestorben. Seccht erreichte ein Alter von 60 Jahren. Er war zu Reggio geboren und fand Aufnahme im Jesuiten-Seminar. Dem Orden Jesu an- gehörend wandte er sich dem Studium der Astronomie zu und wurde zuletzt Direktor des Collegio Romano in Rom. Seine meteorologischen und magnetischen Untersuchungen wurden in der Gelehrtenwelt sehr geschätzt, seine bedeutendnen Arbeiten aber find oit svektralanalyttschen Untersuchungen der Sonne und starkleuchtender Fixsterne. Neben Palmieri wandte auch Seccht den Eruptionen heS Vesuv und der damit verbundenen Erscheinungen eine größere Aufmerksamkeir zu. Angelo Seccht war wirklich ein lumen m coelo, ein Licht am Himmel der Gelehrtenwelt; wir bedauern, daß es erloschen ist, und wünschten, daß alle Jesuiten sich nur so unb nicht anders um den Himmel bekümmerten, wie dieser berühmte Konfrater es that. bl Parma- berichtet über ein schreckliches Unglück, welches sich nr $Laraia ereignet hat. Die Offiziere der dortigen Garnison nahmen verschiedene Versuche mit Dynamit vor, wovon einer in der Beseitigung der hundertjährigen Rotzkaftantenbäume in den Alleen deS Corso bestand. Einer der Offiziere, Lieutenant Bonsignori, beging die Unvorsichtigkeit, den Dynamit auf eine Taffe mit veißer Asche zu legen, worauf unmittelbar eine fürchterliche Explosion erfolgte. Alle tn der Nahe liegenden Straßen wurden erschüttert, Lieutenant Bonstgnort fiel gräßlich DC k n öen aJn des BaumeS ausgehobenen Graben, mit ihm ein Fourier und sechs Sappeure der Cavallerie. Es war ein entsetzlicher Anblick, diese Unglücklichen zerriffen verstümmelt, blutig mit zerfetzten Uniformen über einander liegen zu ieyen. um das Unglück noch größer zu machen, war der Corso um diese Stunde do» j e ner A^ahl Bürger besucht, von denen gleichfalls viele verwundet unb Nel ; zugerichttt würben. Bis jetzt sinb 8 Personen in das Mtlitärspital gebracht worden, "orultter Lieutenant Bonfignort und etn Soldat tobt, zwei liegen in ben letzten Zügen mundet <9WC*>CR n großer Gefahr. Vom Cioil wurden gegen zwanzig Personen oer- ^^???Ellt2rischeS Couriosum.) . Das Fürftenthum Waldeck besitzt heut zu Tage zwei verschiedene Arten von Orden und Ehrenzeichen; nach der Rangliste: w. v. 1. 2, noch Ä Aureeco erhalte ~ « SfeÄ SSsSfr aian fand 2MN tzKL ihre Adern trug, so e durch ben Mund alle geführt haben würden Edenkoben. tat R-U«i°»S»°wW babd biwt, Mi nhM. Jt* « an dm« nut «nd jitti M Kl - W Schuldw Brief, dessen Schluß ll daß auf mein LooS ctr heutzutage die Herren AeUgtSi HoMM mchrne Hundert abu GeorNoll, Ga Zu beziehen von be 1*^(0. Heinen Hunberie von Ältester und franco. Die viel veranlassen mich, das merksam zu machen, marke versehene Büch JWfii'b Niederlaa Dle Kaiserliche H Fabrik i Vergab den Verkan 6uteu Tafel- u.DeSi Ä^-Cacac den Herren: J a p Ä0"1« Fronhä» A*ke; -° u *Ueve-keu, 224) Alle Arten eingemachte Fruchte als Alles in Büchsen. (36 mann. August BecJier 1261) - 224) Berlin. Double für Frauenjacken u. Joppen von M 1,60 an, Engi. Ratine und Melton von M 2,60 an per Elle. „ i/r ko M 1,60. Robert Stuhl< Niederste................ • Mittlere................. Mittel früherer Jahre............. Höchste...........-..... Niederschlag an 10 Tagen............ Niederschlag im Mittel früherer Jahre an 13 Tagen . . —8,7 o r. + 1,86 , +0,52 „ 4-9 7 0,63 Par. Zoll. 1,38 )eute Andrassy den M; itt des Kongresses ck! . Andraffy wird jtte • läster bringen kriegerijh habe einem pmßis^ — Ungarische Mtl« Serbien und Rumänin, in Büchsen und Gläser: Ananas (ganze u. halbe Frucht) Pfirsiche, Kirschen, Aprikosen, Aepfel, Birnen, Reineclauden. 1241) Das Haus des Herrn B. D ofl ein in der Wallthorstcaße ist unter günstigen Zahlungsbedingungen zu verkaufen, eventuell auf mehrere Jahre zu verpachten. Näheres bei dem Bevollmächtigten Ohr. Vix, am Neuenwegerthor. II. empfiehlt 1103) Haupt-Depots in: Stickfabrikant. Genf, Dresden und Gießen (Kaplansgaffe Nr. 23V). ordnung für die Sin 8, «achmittags 1W Daubnitz. Erlaubniß zur das Militär-Berdienstkreuz und W. M. die Verdienst-Medaille. BtS vor einigen Jahren noch existtrte nur die lctztgenannte. Natüilicherwetse mußte z. B- der commandtrende General des ArmeecorpS, unter welchem das Waldeck'sche Conttngent stand, eine De- roratton erhalten — er bekam also die Verdienst-Medaille, und befand sich somit im , Besitz eines riesigen Bronce-Dtscus, auf dessen Rückseite die Worte prangten: Für Ackerbau und Viehzucht. _ , । Parts, 25. Fcbr. Gestern Morgen gegen 8 Uhr wollten aus dem Grand Hotel der Boron und die Baronin v. Schack (aus Mecklenburg), welche sich seit einigen Tagen in Parts aufhielten, über Köln nach Deutschland aoretfen. Frau v. Schack, die mehrere Paktte in der Hand trug, stieg im zweiten Stock mit dem Conducteur und einem andern Angestellten des Grand Hotel in den „Ascenseur", während ihr Mann die Treppe hinubging. Noch ehe er aber den Hof erreichte, ertönten drei furchtbare Schläge Der Auszug schnellte, als der Conducteur den Riegel, der ihn festhtelt, wegsckob, pfeil schnell in die Höhe, indem das unter demselben sich befindende eiserne Gewicht hinab- stürrte, schlug mit aller Gewalt gegen das eiserne Gitter, das sich im 5. Stock befindet, und fiü-zte dann, da die Ketten zerrissen, in die Tiefe hinab. Alles eilte herbei, aber man fand nur drei Leichen. Die drei Personen waren in Folge von Gehirnerschütterung umgekommen. Baron v. Schack stürzte hin, um seine Frau aus dem Schutt heraus zuziehen, verltzte sich aber dabet ziemlich ernst an der Hand. Frau von Schack athmete noch, ils man fu noch einem Salon des Hotels brachte, gab aber bald den Geist auf. Die deutsche Botschaft wurde sofort von dem Unglücksfall in Kenntniß gesetzt und Fürst Hohenlohe eilte nach dem Grand Hotel, um dem unglücklichen Manne seine Dienste anzubieten. Der Bruder desselben, der bekannte Kunstkenner, Schriststeller u. Reisende, befindet sich gegenwärtig ebenfalls in Paris und bewohnt auch das Grand Hotels — Der im Bois de Boulogne vom Pferde gestürzte General Duplessis ist heute gestorben, ohne daß er auch nur einen Augenblick lang seine Besinnung wieder erhalten hätte. — Die „Wests. Ztg." berichtet: Gegen Diphtheritis, diese mörderische Kinder krankheit, soll sich nach Versuchen, welche Medicinalrath Dr. Fiedler in Dresden anstellte, feuriger spanischer oder portugiesischer Wein als sehr wirksam erweisen. Bereits im Todeskampfe liegende Kinder wurden durch das Feuer, welches der Portwein in ihre Adern trug, so erwärmt, daß binnen Kurzem ein heftiger Schweiß ausbrach und durch den Mund alle Schleimhaut Ablagerungen, die sonst den Erstickungstod herbei- gesührt haben würden, ausgeftoßen wurden. Edenkoben. (Kindliche Antwort.) In einem Nachbarorte wurde dieser Tage im Religionsunterricht das Kapitel von den Pflichten gegen Gott durchgenommen und dabet b tont, daß wir auch die Pflicht haben, uns jeden Morgen im Gebet zu Gott zu erheben. „Was mußt du also jeden Morgen zuerst thun?" wandte sich der Lehrer an einen kleinen Knaben. „Meinem Vater Branntwein holen", lautete die offene Antwort und hatte dos Kind leider buchstäblich wahr gesprochen. — Ein Schuldner schreibt seinem Gläubiger, der Firma N. N. in Speyer einen Brief, dessen Schluß lautet: „Ich spiele in der Braunschweiger Lotterte. Beten Sie, daß auf mein Loos etn hoher Treffer kommt, tch bezahle dann ganz gerne." So gehen heutzutage die Hirren Schuldner mit ihren Gläubigern um. Tuch und Buckskins in allen Qualitäten empfiehlt unter billigster B e dienung SLiultriy jL<$a»g, Marktstrasse 25. Ausverkauf r Winter-Buckskin und rein Woll-Ratine von M 4 an, Sardinen in Oel, Aal in Gelse, Halifax fresh Aobster, Austern, Kronenliiinimern (nur Scheeren u. 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Lieber Chaussee Deticatessen-Handlung von Carl Schwaab in Giessen empfiehlt in vorzüglicher Waare: Prima Flachsgarn, Baumwollgarn und wollene Webgarne billigst bei 960)________ L. W. Flank. Avis. Durch den günstigen Erfolg meiner Unternehmungen sehe ich mich veranlaßt, bedeutende Vergrößerungen und Neueinrichtungen in meinem Etablissement vorzunehmen und beabsichtige demzufolge eine Umänderung meiner sämmtlichen Depots damit zu verbinden. Die älteren Muster werden vom 1. April ab theils geändert, theils durch neue, dem modernen Geschmack entsprechende ersetzt und meine Lager wieder auf's Reichhaltigste ausgestattet. Die verehrten Damen meiner Kundschaft in Gießen und Umgegend, welche noch Stickereien in den bisherigen Mustern wünschen, bitte ich Ihren Bedarf bis zu genanntem Termin zu decken, da ich mich nach Ablauf dieser Frist nur noch bei größeren Aufträgen zum Fabriciren bisheriger Muster verpflichten kann. Um die Liquidation der auf meinem Gießener Lager befindlichen Maaren zu beschleunigen, gewähre ich von jetzt ab bis zum 1 April auf meine bisherigen Preise 5% Rabatt. Für das meinem Depot in Gießen seit seinem 4jährigen Bestehen in so reichem Maße zu Theil gewordene Zutrauen danke ich auf's Beste und werde ich auch fernerhin eifrigst bestrebt bleiben, mir daffelbe dadurch dauernd zu erhalten, daß ich bei bescheidenem Benefice nur solide und schöne Fabrikate zu festen Preisen führe und den Grundsätzen strengster Reellität treu bleibe. St. Gallen, den 20. Februar 1878. Hochachtungsvoll Grliricin. Unfehlbares Mittel zur Vertilgung von Ratten und Mäusen. Kein Gift. Nur töbtL für Nagethiere. Preis der Büchse ca. 700 (Sr. M 3. Zu beziehe^ von der König!, privil. Ab- ler-Apotheke (C. Heinersdorff) m Culm, Wstp. Hunderle von Attesten auf Wunsch grat s und franco. Die vielfachen Nachahmungen veranlassen mich, das Publikum darauf aufmerksam zu machen, daß nur mit Schutzmarke versehene Büchsen echt und aus obiger Fabrik sind Niederlage bet Apotheker Herren Denner S» ProsttinLangenschwalbach. (728 --aSZS« WS»Ä»S t. De®D'JätW ««Äii# W; । 'in eU|ier«<- E: Astz«- -inK,-«-; w. äS'-s*' «*»Ää3 ""ksprunzllch 40 t" 16'n »W» unierüh ' ich biefelb» aiIf a. 5 i" «mtltt * ha9f Wt« M ®etanlaffun9 ile g'st-m ßchM be antwortete auf * nfltti über die °lcht augenblicklich «ich schreibt: SDlan fM tbtnioertiag in Peieii «6. wenn die wutUäjc geinben Rußlands d« strllm würben. Ra« son Rußland gtfottai tage unberührt und jili enuen ganj außer Kx Mtittt w St«»" Unter Zusicherung guter und billiger Bedienung empfehle ich mein Cabinet zum Haarschneiden, Frifiren und Rasiren. Bekanntmachung. 1377) Die verfallenen Pfänder müffen bis zum 23. d. M. ausgelöst oder prolongirt werden, andernfalls dieselben zur öffentlichen Versteigerung kommen. K. Grünebaum. 12133 1366) WM Weiße Vorhänge aller Art, Rouleaux-Drell in den gangbarsten Dessins. Anfertigung jeder Decorations - Arbeit in geschmackvollster Aussührung, bet 170) Tb. Brück, Kanzleiberg B. 1. 1331) Frankfurter geräucherte Leber- und Blutwurst empfiehlt in bester Qualität Gg. Wilh» Weidig. 934) Eine Wiese und etn Acker tn bet Oberau (Verdrießenweiher) zus. 600 Klftr. haltend, sind zu verkaufen, eventuell zu ver- pachten. Cbr. Vix am Neuenwegerthor. Handel und Verkehr. Gießen, 5. März. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter, per Pfd. M 0.90—1, Hühnereier, per Stück 5 Gänseeier per Stück 14 Enteneier, p. Stück 6 Käse, per Stück 5—10 Käsematte, p. St. 3 Erbsen, 1 Liter 17 Linsen, 1 Liter 22 Tauben, das Paar M 1—, Hühner, per Stück M 1.70, Hahnen, per e>t. M 1.70, Enten, per Stück M —, Kartoffeln, 100 Kilo 7 m 50 H. Ochsen- leisch 70 H per Pfo., Kuhfletsch 50—60 Rindfleisch 50—56 Schweinefleisch 62 )ts 64 Kalbfleisch 55 u. 60 Hammelfleisch 60 Frankfurt, 2. März. Der heutige Heu-u. Stroh-Markt war mittelmäßig befahren. Heu kostete je nach Qualität per Ctr. M 2.20—3.40, Stroh per Etr. JL 2—2.50. Butter im Großen das Pfund 1. Qualität 90 H, 2. Qualität 80 im Detail 1. Qual. M 1.10, 2. Qual. ^0.95—1. Eier, das Hundert 6—7, Kartoffeln M 6.50—7 per 100 Kilo. Fletschpreise: Ochsenfleisch per Pfd. 70—75 Kuh- u. Rindfleisch 55 bis 64 Kalbfleisch 60—70^, Hammelfleisch 50—63 Schweinefleisch 70—75 Erbsen, geschälte (per 100 Kilogr) 28—33 M, ganze Erbsen 24—28 M, Bohnen 25—28 M, Linsen 28—36 M Buchenschettholz per Quadrat-Meter M 10—12.55, Tannenschett- holz M 7—8.50. Tannäpfel per Hect. 50 Sehiffeberieht. Mttgethetlt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd E. W. Dietz tn Gießen. Southampton, 28. Febr. Das Postdawpfschiff Donau, Capt. R. BusstuS, vsm Norddeutschen Lloyd in Bremen, welches am 16. dss. Mts. von Newyork abgegangen war, ist gestern 4 Uhr Nachmittags wohlbehalten hier angekommen und hat nach Landung der für Southampton bestimmten Passagiere, Post und Ladung 6 Uhr Nachmittags die Reise nach Bremen fortgesetzt. Die Donau überbringt 76 Passagiere und volle Ladung. Baltimore, 28. Febr. Das Poftdampfschiff Graf Bismarck, Capt. A. Hagemann, vom Norddeutschen Lloyd tn Bremen, welches am 6. dss. MtS- von Bremen abgegangen war, ist gestern wohlbehalten hier angekommen. Newyork 2. März. (Per transatlantischen Telegraph.) Das Postdampfschiff Mosel, Capt. H. A- F. Neynaber, vom Norddeutschen Lloyd tn Bremen, welches am 17. Februar von Bremen und am 19. Februar von Southampton abgegangen war, ist heute 7 Uhr Morgens wohlbehalten hier angekommen. verschiedener (lllf 11 Größe von 4000 bis zu 63000 Mark können zum Ankauf zu jeder Zeit von mir nachgewiefen werden. 1329) J. Blitz. Jwerg-Obflbiiume. Birnen, Aepfel, Pflaumen, Kirschen, in schönster Pyramtd- wie Spalterform erzogen, empfiehlt bei bevorstehender Ver- pflrnzzeit Carl Deines, 1102) Kunst- und Handelsgärtner Gebrannten Java-Kaffee I. Qualität pr. 12 ko JA 1,80. im . . 328,000,000 Mark 7 II. Cl. 12,09 5 III. Cl. 3,64 Fest. 1 IV. Cl. = 0,27 741) A. Ricker. 600 200 20 Centi- 1364) Müller. Geld-Cour-. Centi- Meter Festmeter, Eichenstämme Festmeter, Eichenstämme Meter, Eichenstamm Festmeter. Fichtenstämme von 12—40 Centi- meter Durchmesser u. 15—20 Meter Versichert 50640 Personen mit . . Bankfonds......... Ausgezahlte Sterbfälle seit 1829 . . Versteigerungen. Mittwoch den 6. März, Nachmittags 2 Uhr, werden im Hausgang des alten NathhauseS dahier 5 Säcke Brodmehl öffentlich gegen Baarzohlung versteigert. Gießen, den 4. März 1878. Großherzogltches Oltsgericht Gießen. Durchschnitt der Dividende der letzten 10 Jahre Dividende in den Jahren 1877 und 1878 je . . Länge, Fichtenstangen von 9—12 meter Durchmesser u. 9—18 Länge, Stück Eichen von 12—18 meter Durchmesser 1363) Junge Leute finden Arbeit in der Lampenfabrik von Kau ff mann & Comp. 1324) Gin kräftiges Dienstmädchen, welches Gartenarbeit versteht, wird auf Ende d. M. (Märr) gesucht. Gartenstraße 165v, eine Treppe hoch. 78,830,000 „ 106,550,000 „ 37,3 Prozent- 41 BeKanntmachuilg. Monrag als den 11. März d. I., Vormittags 11 Uhr, soll das in dem Gräflichen Hofe zu Wohnbach bestndl. Fruchtspeichergebäude, 8,75 m lang und 5 m breit, 2stöckig von Holz, auf den Abbruch meistbietend versteigert werden. (1251 Laubach, den 26. Februar 1878. Gräflicher Bauausseher: Seitz. Holzversteiqerung. Freitag den 8. März, sollen in dem hiesigen Gemeindewald, Dtstrict Köhlbach: Vrrstkigkrung rinesFaMochsen. Künftigen Freitag als den 8. März l. I., Vormittags 10 Uhr, soll einer der Gemeinde Steinbach gehörender 3 Jahre alter Fasselochse gegen gleich baare Zahlung auf der Bürgermeisterei daselbst versteigert werden. Steinbach, den 4. März 1878. Großherzogl. Bürgermeisterei Steinbach. 1368)Nicol aus. 1199) Den geehrten Damen empfehle ich mich in allen vorkommenden Haararbeiten zu den billigsten Preisen. VttltJRettlet') Friseur, Kaplansgaffe. Versicherungsanträge werden durch unterzeichneten Agenten entgegengenommen und vermittelt. Großrechtenbach, den 26. Febr. 1878. 1215) Das Bürgermeister-Amt. Gemeindewald von Hörnsheim 4 Eichenstämme I. Cl. — 11,71 Hohversteigerung. Am Dlenstag den 12. März d. I., sollen versteigert werden: I. von Vormittags präcis 9 Uhr ab, im Gemeindewald von Groß-Rechtenbach 4 Eickenstämme IL Cl. — 7,23 Festmeter, 49 Eichenstämme III. und IV. Cl. — 25 Festmeter, 2 Weichholzstämme III. u. IV. Cl., 48,57 Rmtr. Eichen- resp. Buchen-Scheit- oder Knüppelholz, , II. von Mittags 12 Uhr ab, Oeffentliche Aufforderung. Die sämmtlichen Gläubiger des Jacob Boller von Muschenheim und seiner Ehefrau, über deren Vermögen Dort Großher zoglichem Hofgericht der Provinz Oberhessen der formelle Concurs erkannt worden ist werden zur Anmeldung und Begründung ihrer Forderungen und etwa damit verbundener Voizugsrechte auf Mittwoch den 10. April 1878, Vormittags 9 Uhr, unter dem Rechtsnachtheile des stillschweigend eintretenden Ausschlusses von der Concursmosse in den Saal des hiesigen Rathhauses vorgeladen. In diesem Termin soll, wenn ein Arrangement nicht zu Stande kommt über die Bestellung eines Massecu- rators, Wahl eines Gläubigerausschusses, über Liquidität und Priorität der angemel- deten Forderungen Beschluß gefaßt werden. Eine in dem Schuldenwesen stattgehabte Forderungsanzeige vermag die oben aufgegebene Anmeldung nicht zu ersetzen. Von den Gläubigern welche zwar ihre Forderungen schriftlich anmelden jedoch w«!ber persönlich handeln noch durch gehörig Bevollmächtigte vertreten sind wird unterstellt werden, daß sie allen von der Mehrheit der erscheinenden Gläubiger gefaßt werdenden Beichlüssen beitreten. Lich, den 21. December 1877. Großherzogltches Landgericht Lich. 700)Weyer. OeffentlicheAufforderung. 699) Forderungen und Ansprüche jeder Art an Georg Keller und dessen Ehefrau in Ober Bessingen über deren Vermö. gen der formelle Concurs erkannt worden ist, sind nebst den mit jenen verknüpften VKrzugsrechlen im Termin Mittwoch den 8. April 1878, Vormittags 9 Uhr, bei Meldung ves stillschweigend eintretenden Ausschlussts von der Masse bet dem unterzeichneten Gericht im Rathhause dahier anzumclden, und zu begründen. In diesem Termin soll zunächst der Abschluß eines Arrangements veisucht, im Falle des Ntcht- zustandekommens eines solchen über die Verwalrung der Masse, Wahl eines Gläubigerausschusses, über Liquidität urb Priorität der Forderungen Beschluß gefaßt werden. Eine in dem Schuldenwesen stattgehabte Forderungs-Anzeige vermag die oben angegebene Anmeldung nicht zu ersetzen. Von den Gläubigern, welche zwar ihre Forderungen schriftlich anmelden jedoch weder persönlich handeln noch durch gehörig Bevollmächtigte vertreten sind, wird unterstellt werden, daß sie ollen von der Mehrheit der scheinenden Gläubiger gefaßten Be- fchlüffen beitreten. Lich, den 15. Januar 1878. Großherzogliches Landgericht Lich Weyer. 1056) Einem geehrten Publikum die ergebene Anzeige, daß ich mit dem ersten April im Hause des Herrn Stadtverordneten Chr. Schopbach, Neuen-Bäuen B. Nr. 80 im zweiten Stock, unter der Leitung meiner Schwefle/ Frau Johannette Köhler, ein jPutzjjeschüft eröffne und bitte das derselben früher geschenkte Vertrauen auf mich überzutraqen. Gleichzeitig verbinde ich einen Verkauf über die Straße in allen zum Putzgeschäft gehörenden Artikeln. Strohhüte zum Waschen und Färben werden von heute angenommen. _________________________Louise Roth., Ges,chäfts - Eröffnung. 1371) Unterzeichneter erlaubt sich hiermit die ergebenste Anzeige daß er seit dem 1. d. M. ein Colonial - und Kuryvaaren - Geschäft im Hause der L. Geißler Wittwe, Reichensandstraße, betreibt und -nacht besonders aufmerksam, daß er stets frische Butter, Eier, Kartoffeln re. auf Lager hält. Indem er einem geehrten Publikum bei geneigtem Zuspruch die reellste und prompste Bedienung zusichert zeichnet Hockachtungsvoll Louis Herrmann. 340) An- und Verkauf von getragenen Kleidern, Stiefeln, Hemden, Weißzeug, Betten, Gold und Silber, außer CourS gesetztem Gelde, alten Oelgemälden, Antiquitäten, Kupfer, Messing, Zinn, Roßhaaren Werg, Möbeln rc. bet LoutS Rothenberger, Neuenweg 193, _____neben dem „Gasthaus zum Löwen". I Theater. Mittwoch den « Mär-r Auf vielseitiges Verlangen Das Blitzmädel (Zettel wie am letzten Male.) In Vorbereitung Fatinitza rc- Schwere Zeiten. 1375) Umeizeianeter empfiehlt sich ttn Brunnengraben, sowie im BrunnenauS- räumen, Annahme von Maurerarbeiten jeder Art- Gg Kuhl, wohnhaft bet Herrn Schneider, Wtesecker Weg. Bestellungen können bet Schuhmacher Walther. Wetzsteinsg., abgegeben werden. B Stroliliiite werden zum Waschen, Färben urb Fasoniren on. enommen. LouiS Gail, Mäusburg. Auf meiner Kalkbrennerei (Wilhelmsstraße, Seltersberg a. d. Actien-Brauerei) kann auf Bestellung wieder jeden Montag und Donnerstag K a l k pro Centner zu 1 Mk 8 Pfg. abgeholt werden und bitte Korrespondenzen genau an Carl Haas, Kalk- brennereibesitzer Gießen zu adres- stren. (1050 Oberheffische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. Sitzung: Mittwoch den 6. März, Abends 7 Uhr, in der kleinen Aula. Vortrag des Herrn Prof. Streng: Ueber die Theorie des Vulkanismus, 2. Theil. __________Auch Nichtmitglieder haben Zutritt._______________ (1354 xebensverslcherungsbank für Deutschland in Gotha. Gegründet 1827. Eröffnet am 1. Januar 1829. Stand am I. Januar 1878. Mädchen Penstonat von Elise Böttger in Darmstadt, Eichbergstraße 26. Die Pensionairtnnen finden bet liebevoller Pflege und gewissenhafter lieber; wachung alle Gelegenheit zur Erweiterung ihrer w ssenschaftlichen Ausbildung wie zur gründlichen Erlernung des Hauswesens. Es werden jederzeit Mädchen von 6—18 Jahren ausgenommen. ■ Nähere Auskunft ertheilt Herr Hof- gerichtsratd Wiener zu Gießen, Herr I Pfarrer Ewald iu Darmstadt, sowie ■ birect Fräulein Elise Böttger. (1066 1045) Ein Logis von 4 Zimmer nebst nöthigem Zugehör ist per 1. April an eine ruhige Familie zu vermiethen. ________________Zinßer S» Schmidt. 1311) Die II. Etage meines neuen Hauses an der Retchensand-Bahnhofstraße mit 5 Zimmern nebst Zubehör zu vermiethen. ___________________I. Stein, Architekt. 1309) Eine kleine Famtlienwohnung zu vermiethen und gleich zu beziehen. _____________A. Kalbfleisch Wwe. Ein Familienlogis von 5 Zimmern mit Zubehör und abgeschlossenem Cor- ridor zu vermiethen und sofort zu be> ziehen. (1211) H. Schnell, Brand gaff c. 1124) In dem ehemals R o n st a d t'schen Hause ist in dem neu aufgebauten dritten Stock eine schöne Wohnung von vier Zimmern rc. zu vermiethen. ___________________ Gebr Scheel 1) Ein möblirtes Parterre-Zimmer zu vermiethen. F. Z ö l l e r, Neustadt. 1300) Ein Familienlogis zu vermiethen bei David l<l'n einlegen, wenn er 01 ’Mauer: feine neue • *8«« nich, überein t ■ «“nj ober iin 8iu8$ '•«'Ääu'®'0 Win«« u 0( benn es '»"dies?«chÄ'"'" sindet die sv/ ^dothr J 8"ru"8 f« in b Höhung b,, iiTm '«ben 4t . ^>9, C^'Men bt« «ft Nm £*» «nb V^«fan! 161 Würben,