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S«,te»straße B. 165. egytett^*f>WNmt «ch»lftraße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des MottlägS. PreiS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. politisch Wochenübersicht. Das wichtigste Ereigniß der letzten Tage war die Wahl eines neuen Papstes, welche leichter und rascher zu Stande gekommen ist, als man erwartete. Die Wahl Leo's XIII., rote sich der bisherige Cardinal Joachim Pecci genannt hat, wurde tm ersten Augenblick als eine Niederlage der Partei der Fanatiker, jedenfalls als die möglichst beste unter den obwaltenden Verhältnissen betrachtet; man meinte sich sogar der Hoffnung hingeben zu dürfen, der Nachfolger Pius' IX. werde, abweichend von seinem Vorgänger, sowohl Italien wie Deutschland gegenüber die Bahn der Versöhnlichkeit einschlagen. Was indeß seither über die Persönlichkeit und die ersten Handlungen des neuen Papstes bekannt geworden, ist wenig geeignet, derartige Hoffnungen zu begründen. Ließ schon der Umstand, daß er sich dem versammelten Volke nicht, wie Die Päpste es früher zu thun pflegten, von dem äußern Balcon der Peterskirche herab, sondern nur im Innern derselben zeigte, darauf schließen, daß er das Non possumus seines Vorgängers fortsetzen und die Rolle des „Gefangenen im Vatican" weiter spielen werde, so unterliegt seine Haltung jetzt schon keinem Zweifel mehr. Entsprechend dem Beschluffe des Cardinal-Collegiums, welches vor der Wahl einstimmig gegen die angebliche Vergewaltigung der Kirche durch den Staat protestirt halte, hat Leo XIII. den König von Italien dadurch ausgezeichnet, daß er ihm keine Mittheilung von seiner Thronbesteigung zukommen iieß, während er alle übrigen katholischen Souveräne durch eigenhändige Schreiben davon in Kenntniß setzte. Zu seinen ersten Segensspendungen gehörten die an den aus der Schweiz ausgewiesenen Bischof Mermillod von Genf, einen der fanatischsten Agitatoren der schwarzen Internationale, und an die katholischen Universitäten Frankreichs, jene Brutstätten des schroffsten Ultra» montanismus. Einer Deputation der katholischen Vereine Frankreichs, welche ihm eine Ergebenheits-Adreffe überreichte, sprach er sein Bedauern über die gegenwärtige schmerzliche Lage ihres Landes aus, zugleich aber die Hoffnung, daß Frankreich bald wieder durch die Gnade des Himmels in der Lage sein werde, seine frühere glorreiche Stelle einzunehmen und die Gesta Dei per Francos, zu denen eö berufen sei, von Neuem auszusühren. Die deutschen Centrumsmänner, welche ihm ihre Huldigung darbrachten, bekamen aus seinem Munde Lobsprüche für ihre Glaubensfestigkeit und Treue zu hören. Die Nachricht, daß der neue Papst stets das größte Jntereffe für die berüchtigte Schwindlerin Louise Lateau gezeigt habe und streng auf den Pantoffelkuß (statt des Handkusses) halte, vervollständigt das Charakterbild deffelben in so bezeichnender Weise, daß man der aus vertrauenswerther Quelle kommenden Meldung, Pecci sei der Candtdat des zelotischen Cardinals Manning gewesen, wohl Glau- den schenken darf. Man hat sich also, woraus auch schon die Annahme des Namens Leo (Löwe) im Anschluß an den letzten, zu der Partei der „Eiferer" gehörenden Träger dieses Namens hindeutet, nicht auf.eine« milden und ver- söhnlichen, sondern auf einen bigotten, harten, herrschsüchtigen, vom stärksten Priesterhochmuth erfüllten Inhaber des päpstlichen Stuhles gefaßt zu halten. Was für ein Glück, daß Deutschland sich einem solchen Manne gegenüber durch seine Ktrchengesetze hinreichend geschützt weiß! In unserm deutschen Vaterlande, zu welchem uns der Blick au den neuen Papst zurücksührt, standen auch diesmal die Verhandlungen des Reichstages im Vordergründe des Interesses. Freilich in einer andern Weise als kurz vorher. So erhebend der Eindruck der Mitthellungen gewesen war, welche Fürst Bismarck unter der gespannten Aufmerksamkeit von ganz Europa und dem Beifall aller reichstreuen Parteien über die auswärtige Politik der Regierung gemacht hatte, so niederschlagend wirkten die Vorgänge, welche sich einige Tage darauf bei der Berathung der Steuervorlagen abspielten. Schon am ersten Tage zeigte es sich, daß keine Aussicht aus Genehmigung derselben vorhanden, die Mehrheit des Reichstags vielmehr nur unter der Bedingung zur Bewilligung neuer Steuern geneigt sei, wenn die Regierung mit dem Plan einer gänzlichen Steuerreform unter der Leitung eines verantwortlichen Fmauzministers, also unter gleichzeitiger Durchführung einer Neuorganisation der gesammten Reichsverwaltung hervortrete. An diesem ersten Tage schien sich freilich aus Anlaß der Meinungsverschiedenheit, welche Fürst Bismarck im Gegensatz zu dem Finanzminister Camphausen über das Tabaksmonopol kundgab, die Aussicht auf einen Austritt des Letzter» und den Eintritt des hervorragendsten Führers der nationalliberalen Partei in die Regierung zu eröffnen. Als Minister Camphausen sich indeß am zweiten Tage offen zu den Ansichten des Reichskanzlers bekannte und dadurch eine Art von Versöhnungsscene zwischen be.den herbeiführte, wurde jene Aussicht wieder stark getrübt. Seitdem verlautet vielmehr in bestimmtester Weise, daß die Führer der nationalliberalen Partei in Uebereinstimmung mit der gesammten Fraction entschlossen sind, sich weder auf persönliche, noch auf sachliche Engagements einzulaffen, so lange die von ihnen für nöthig gehaltenen constitutionellen Garantien nicht ausdrücklich zuge- stcmdeii^sind^srath hat unterdeß die Vorlage über die Stellvertretung des Reichskanzlers, nachdem dieser an der entscheidenden Sitzung persönlich theil- genommen, einstimmig in einer Faffung genehmigt, welche sowohl die Ernennung eines Vicekanzlers, wie die eines Reichs-Fmanzmimsters ermöglicht. Unter er Hh eil. den sonstigen, dem Bundesrath zugegangenen Vorlagen sind zwei besonders hervorzuheben : ein Antrag Preußens auf Anstellung einer Untersuchung über die Lage der deutschen Eisenindustrie und ein Gesetzentwurf, betr. die Ausrüstung der deutschen Kauffahrteischiffe mit Booten. Was die kleineren deutschen Länder betrifft, so ist sowohl in Bayern wie in Sachsen der Landtag vertagt worden. Das Resultat des bayerischen besteht darin, daß er die Ohnmacht und innere Zerbröckelung der ultramonta- nen Partei bedeutend gefördert hat, während die Liberalen eine musterhafte Einigkeit bewiesen. Auf die angebliche Verfolgung der katholischen Kirche in Preußen wirst es ein eigenthümliches Licht, daß im katholischen Bayern ein allgemeines Todteugeläute für den verstorbenen Papst auf Grund einer alten Verordnung verboten wurde, während die Katholiken in dem paritätischen Preußen ihrer Trauer sowohl durch Glockengeläute, wie durch andere Dernon- trationen den freiesten Ausdruck geben durften. Aufsehen erregte die Nachricht, daß der (protestantische!) König von Württemberg aus Anlaß des Todes Pius' IX. ein Condolenz-Schreiben an den Bischof Hefele von Rottenburg zu richten sich gedrungen gefühlt hat. Die evang. Landessynode Württembergs ist von der Regierung unter Anerkennung des Geistes der Mäßigung, der sie lefeelt habe, geschlossen worden. In Oesterreich-Ungarn war das öffentliche Jntereffe nach wie vor zwischen der orientalischen Frage und den Ausgleichsverhandlungen getheilt. Die Erklärungen, welche die Minister Fürst Auersperg und Tisza vor den Parlamenten in Wien und Pesth abgegeben hc^en, beweisen zwar, daß man in Regierungskreisen mit den russischen Friedensbedingungen nicht in allen Punkten einverstanden ist und sich keine Machtverschiebung im Orient zu Ungunften des eigenen Staates gefallen laffen will, aber auch, daß man noch immer auf eine gütliche Verständigung mit Rußland hofft. Sehr angenehm berührten die gleichzeitigen Aeußerungen des Fürsten Bismarck über seine Vermittlungspoluik und sein Vertrauensverhältniß zum Grasen Andraffy. Trotzdem will die Regierung begreiflicher Weise nicht ungerüstet auf der bevorstehenden Conferenz erscheinen, sie fordert vielmehr zur Vervollständigung ihrer militärischen Vorbereitungen einen Credit von 60 Mill. Gulden. Der Ausgleich kann, nachdem das österreichische Abgeordnetenhaus den wichtigsten von der Regierung vorgeschlagenen Flnanzzoü, nämlich den aus den Kaffee, bewilligt, jetzt als gesichert gelten. _ Die Stimmung des englischen Volkes wird von Tag zu Tag ruffeu- seindltcher: das beweist u. A. die Thatsache, daß neuestens ein beabsichtigtes Neutralitäts-Meeting entschiedenes Fiasco gemacht, hat, indem es von einer aufgeregten Volksmenge gesprengt wurde und diese sich darauf unter Hurrahrufen zu Lord Beaconsfleld's Wohnung begab, um demselben ihr Vertrauen kundzugeben, dem Ruffenfreunde Gladstone hingegen eine Katzenmusik brachte. Im Oberhause passirte die Bill über die Zuständigkeit der englischen Gerichte inner- halb einer Entfernung von 3 Seemeilen von der Küste die zweite Lesung. Während die Rede des Fürsten Bismarck in England weniger befriedigte, hat dieselbe in Frankreich durch den in ihr angeschlagenen Ton der Mäßigung große Anerkennung gefunden; die Organe der ultramontanen Partei laffen sich indeß trotz des darin zu Tage tretenden Freundschastsverhältniffes Deutschlands zu Rußlands nicht abhalten, ein Bündniß der letztgenannten Macht mit Frankreich gegen „Preußen" in Aussicht zu stellen. Die Regierung bleibt nach wie vor ihrer antiklerikalen Haltung treu: so bekannte sich der Unterrichtsminister Bardoux noch jüngst bei Der Berathung des Cultusbudgets zu sehr liberalen Prinzipien, indem er u. A. erklärte, daß die Regierung keinen Staat im Staate dulden, sondern die Rechte der bürgerlichen Gesellschaft mit Entschiedenheit vertheidigen werde. Dafür findet sie denn aber auch bei der Majo- rität des Senates möglichst wenig Entgegenkommen. Diese Körperschaft, welche ihre Gesinnungen kürzlich durch die Wahl eines Mitgliedes ^^ ^trem royalistischen Partei zum lebenslänglichen Senator kundgegeben hat, sucht nämlich Die Berathung des Budgets möglichst in die Länge zu ziehen und zwingt dadurch die Regierung, zunächst um Bewilligung eines weiteren Zwölftels der Steuern für den Monat März zu bitten. Auch sonst tritt der klaffende Gegensatz zwischen den Republikanern und Klerikalen kraß genug unter der ^volkerung hervor. Während letztere dem neuen Papste Ergebenheitsadreffen darbrackten uhD Geld zur Beschaffung eines kostbaren Geschenks für denselben sammelten, feierten die Republikaner die Enthüllung des Denkmals für Ledru-Rollin unter Theil- nahme einer zahlreichen Volksmenge und sprach Victor Hugo die besten Glückwünsche für das italienische Volk und deffen Hauptstadt, die Schwester von Paris, aus. t ,,IP, zri,,« . ,, Die italienische Regierung hat von der österreichischen Gluckwunsche >u ihrer Festigkeit und Weisheit in der Sicherung der Freiheit des Conclaves empfangen. In volkswirthschaftlicher Beziehung scheint Italien gegenwärtig dieselbe" Krisis durchmachen zu muffen, unter welcher alle Culturstaaten in den letzten Jahren zu leiden hatten: seine Handelseinfuhr hat naml ich tm Jabre 1877 nur 1154 Mill. Lire (173 weniger als im Vorjahr) und seine Ausfuhr nur 2120 Mill. (423 weniger als im Vorjahre I) betragen. In dem bekannten Scandalproeeß gegen den verstorbenen Cardinal Antonelli hat das Gericht ein dem Kläger günstiges Urtheil gesprochen, indem es der natürlichen Tochter desselben, der Gräfin Lambertini, gestattet hat, den Beweis zu führen, daß der Cardinal wirklich ihr Vater war- Die spanischen Cortes haben einstimmig beschloffen, Papst Leo XIII. aus Anlaß feiner Wahl zu beglückwünschen. Daß die Regierung des katholischen Spaniens aber nicht gesonnen ist, sich von den Pfaffen auf der Nase tanzen zu lassen, beweist die Ausweisung eines Paters, der die Dynastie und die liberale Regierung des Landes in seinen Predigten angegriffen hatte. Das Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten Nordamerikas hat die bekannte Bland'sche Silberbill mit allen Amendements des Senates angenommen. Dieselbe ist nunmehr an den Präsidenten der Republik gegangen und dieser wird, da die Bill in beiden Hausern mehr als Zweidrittelmajorität erhalten hat, gezwungen sein, dieselbe zu genehmigen, so verhängniß- voll sie auch für die Ehre und den Credit des Landes sein mag. Nach neuester Nachricht hat tndeffen Präsident Hayes sein Veto gegen die „Bill" eingelegt- Vermischtes. — Aus dem „Teilchen Bodenbacher Anzeiger" entnehmen wir Folgendes: „Ein Schuhmacher aus Dux, bet Teplitz, ermahnt seinen hartnäckigen Schuldner zum neuen Jahr folgendermaßen: Auf meine an Sie gerichteten Briefe noch ohne Antwort, das ist impertinent. Wenn Sie bet mir hätten so lange auf die Stiefel warten müssen, wie ich auf die Bezahlung, so hätten Sie müssen barfuß laufen. Denken Sie vielleicht, ich finde das Leder hinter der Hausthüre, und füttere meine Gesellen mit abgerissenen Schuhsohlen und eingemachten Absatznägeln? Als Sie von mir fortgtngen, versprachen Sie mir, das Geld für die Stiefel umgehend zu schicken, nennt man das Wort halten? Dem Zuckerbäcker haben Sie bezahlt, und dort gesagt, ich, der Pechhengst, könne warten. Schämen Sie sich, ein Mensch, der auch einmal Meister werden will, nicht solcher Redensarten? Kreuzschocksternmillionhageldonnerwetter sollen Ihnen auf den Pelz fahren, und Sie sollen mich noch kennen lernen, wenn ich wild werde, da geht'S über Lahnebuchen her. Ich verlange binnen acht Tagen, wo nicht, so setze ich ein Vergißmeinnicht in dos hiesige Wochenblatt, und gebe es durch die Blume, daß Sie bei mir an Stiefeln hängen- , o t t f _ Wenn Sie also nicht Schusterpech, sondern noch Ehre im Leibe haben, so be mühen Sie sich in genannter Zeit, wie es sich für einen reputirlichen Menschen schickt, 0eW^ Ja/Io^geht es in unserer Gegend: wenn man Geld verlangt, da gibt's Verdruß. Achtungsvoll mit Gruß Anton Heger,. Schuhmachermetster in Bensen. — Ein Scherz der aus der politischen Situation heraus entstanden ist. Die Rusten, so behauptet man, sind eigentlich viel großmüthiger, als man irgend glaubt. Sie wollen den Serben sogar noch eine Kleinigkeit mehr geben, als diese selber verlangen- Die Serben wollen nur Risch und die Russen werden ihnen Risch—t geben. Wir bitten, jeden „Au"-Ruf zu Unterdrückern Literarisches. Illustrirte Wett. Deutsches Familienbuch. 26. Jahrgang 1878. In "tägigen Heften ä nur 30 H Stuttgart, Verlag von Ed. Hallberger. Es dürfte wohl kaum ein Unterhaltungsblatt geben, datz so mannigfaltig und reichhaltig im Text, so gediegen und überraschend schön auSgestattet durch Bilderschmuck ist als die »Illustrirte SBelt*, bei wirklich erstaunlicher Billigkeit. Das neueste Heft dieses Familienblattes, das ja ein stets neu ersehnter Gast bet Hunderttausenden ist, bringt uns einen ebenso heiteren wie daS Gemüih aus'S Tiefste ergreifenden Roman: Stolz und Liebe", bearbeitet nach englischem Stoff von Vacano, neben dem merkwürdigen Roman: .Gräfin Sibylla" von Alexander Römer- Passauer Hal eine reizende, originelle Novelle zu diesem Hefte beigesteuert, Gustav Rasch bringt einen interessanten Artikel: .Ein Besuch bei Liliputanern". Daneben eine Fülle von anregenden Artikeln auS allen Gebieten des öffentlichen wie gewerblichen und wissenschaftlichen Leben«, welche dir- Lektüre von Dutzenden von Tagesschriften und Fachblättern ersetzen. Es ist unmöglich, mehr Unterhaltendes und Anregendes, Belehrendes und Gemeinnütziges in Wort und Bild für die Familie zu bieten, als die »Illustrirte Welt" dies in ihren Hefien für nur wenige Pfennige thut. DicS Blatt ist in Wirklichkeit ein Schatz für jede Familie. — (»Unser Vaterland", in Wort und Bild geschildert von einem Verein der bedeutendsten Schriftsteller und Künstler Deutschlands und Oesterreichs. Verlag der Gebrüder Kröner in Stuttgart ) »An die durch Inhalt und Ausstattung wahrhaft hervorragenden Prachtwerke „Aus deutschen Bergen" und »Rheinfahrt" reiht die thätige und kunstsinnige Verlagshandlung in dem angezeigten ein neues Unternehmen, welche« jenen nicht allein ebenbürtig zur Seite steht, sondern sie sogar weitaus zu überflügeln verspricht. Der Gedanke, welcher es in's Leden geführt hat, ist ein so glücklicher, daß er der allgemeinsten Thetlnahme sicher sein darf. Durch Griffel und Stift 'oll hier dem gesammten deutschen Vaterlande, von welchem Oesterreich nicht ausgeschlossen ist, ein Denkmal aere perennius gesetzt werden in der Schilderung seiner Städte und Burgen, seiner Berge und Ströme, seiner Thäler und Wälder, aber nicht blos in trockenen Darstellungen und Illustrationen hergebrachten Styls, sonder« i« dem Geiste und mit dem geläuterten Kunstgeschmack, welche des großen Gegenstandes würdig sind. Wort und Bild sollen hier in harmonischer Stimmung ein Ganzes liefern, dessen das ganze Volk sich erfreut; stolz soll es blicken auf die Herrlichkeiten seiner Stammsitze, und mit Begeisterung soll es lesen von den Sitten und Gebräuchen seiner Brüder im wetteren und engeren Vaterlande. Die Idee ist heroorgegangen aus der bekannten Dtädtechronik des Altmeisters Merian, aber sie ist in verbreitertem Rahmen mit allen Hilfsmitteln der heutigen Wissenschaft, Kunst und Technik zu einer Vollendung gebracht, welche mit einigem Mitleid zurückblicken läßt auf die glatten, geistlosen Stahlstich Phantasien des »Malerischen und romantischen Deutschland" oder des Payne'schen „Universum", welche vor drei und vier Decennim baS Entzücken der Welt bildeten- Wer sich einen schlagenden Begriff machen will von den Fortschritten untere*: Kunst und der graphischen Darstellung überhaupt, der lege jene veralteten Werke neben die erwähnten Kroner'schen, und er wird lächeln über die Naivetät, welche seinerzeit erstere für unübertreffbar gehalten hat- Das vorliegende Kunstwerk in Wort und Bild soll das gesammte Vaterland umfassen; es ist demnach so eingerichtet, daß die Serien „Aus deutschen Bergen" und „Rheinfahrt" einbezogen werden können. Die erste Abtheilung, von welcher bis jetzt zwölf Hefte vorliegen, behandelt die deutschen Alpen in Wanderungen durch Tirol und Vorarlberg, das bayerische Gedirg, Salzkammergut, Steiermark und Kärnten. Eine Fülle des Schönen und Guten liegt hier vor dem Schauenden und dem Leser ausgebreitel. Die großen Genrebilder von Desregger, Math. Schmid, Gabl, die unvergleichlich stimmungsvollen Landschaften von R. Püttner — einem Zeichner von wahrhaft genialer Auffassung — und andere der Besten bestechen nicht nur durch Sujet und Composttton, sondern auch durch die meisterhafte Wiedergabe im Holzschnitt. Zwischen dem Text eingestreut erfreuen zahlreiche Illustrationen von nicht minderer Vollendung; sie bringen nicht allein Gegenden und Gebäude zur Anschauung, sondern auch Volkstrachten, eigenartige Berufskiassen, Porträts u- s. w. Unrecht würde aber dem Werke geschehen, wollte man dessen Bilderschmuck über den Text stellen. Dieser, unter der kundigen Leitung Hermann v- Schmid's, des Meisters her volksthümlichen Darstellung, zählt nie bedeutendsten Kräfte zu seinen Bearbeitern: einen L- Steub, F. Pichler, o. Hör- mann, Lingerie, K- Stieler, Rosegger, v. Seyffertitz, o. Rauschenfels, so daß man schon einige Ansprüche stellen darf- Was bis jetzt geleistet worden ist, erfüllt diese, in weitestgehender Weise; die Schilderung lieft sich wie ein farbenreiches Feuilleton. Last not least sei noch Eines erwähnt, das in unseren Zeiten besonders ins Gewicht fällt: der Preis. Dieser ist in der That ein so billiger — per Heft 75 Pfennige — daß datz Prachtwerk „Unser Vaterland" nach jeder Richtung hin das Zeug tn sich hat, ein vollkommenes und gerechte? Volksbuch zu werden. Wenn unsere warme Empfehlung ihm dazu förderlich sein kann, so sei sie ihm hiermit aus vollster Ueberzeuzung auf "en Weg gegeben. w* h- ES ist eine unbestrittene Thatsache, datz sehr häufig Krankheiten nur deßhalb einen tödtlichen Ausgang nehmen, weil zu spät die richtigen Mittel dagegen angewendet werden. Um das Publikum auf die durch Vernachlässigung entstehenden Gefahren aufmerksam zu machen, sind zahlreiche populär-medicinische Bücher geschrieben, kein-s davon aber hat eine so enorme Verbr e itung gefunden, aldas in 100. Auflage erschienene, reich illu strirte, vorzüglich eBuch: „Dr. Ai ry's Raturheilmethode". Der Kranke findet in demselben in leicht verständlicher Weise die meistoorko nmenbcn Krankheiten besprochen, die bestgeeigneten Mittel dagegen angegeben und nutze dem als Beweis fürdieaußerordentlichenHeilerf o l g e zahlreiche Original Dankschreiben darin abgedruckt. — Wir können dies in R-chter's Verlags-Anstalt zu Leipz g erschienene, 544 Seiten starke, nur 1 JL kostende vorzügliche Werk allen Kranken dringend empfehlen. Jeikgebotenes. Aepselspalten, Aepsel, ganze geschälte, Birnen, Brünellen, Franz., Brünellen, Bamberger, (1179 empfiehlt Emil Fischbach Kirschen, Cathar. Pflaumen, Bamb. Zwetschen, 934) Eine Wiese und ein Acker in der Oberau (Verdrießenweiher) zus. 600 Klftr. haltend, sind zu verkaufen, eventuell zu ver- pachten. Chr. Vlx am Reuenwegerthor. Wein in Flaschen empfiehlt 18) A. Frank, Kaufmann Hensel III. Stock. Aechten Berger Medicinal - Leberthran empfiehlt in Vi und Vs Flaschen, sowie im Anbruch Gg. Wilh. Weidig. 3*ür ■gMerhc- und Vichdtjiher! 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