Ho. 9. Donnerstag, den 3. Januar 1878. Kichener 'Anzeiger Anzeige- uni Amtsdlstt für iicn Kreis Gießen. Redaetionsbureau r Garten st raße 8. 165. Expeditionsbrrreau: Schulstraße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher Theil. No. 43 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 27. l. M., enthält: (No. 1218.) Bekanntmachung, betreffend die Ausgabe von Schatzanweisungen im Betrage von 10,000,000 «X Vom 24. December 1877. Gießen, am 31. December 1877. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. Großherzogl. Resttamt Gießen. Schliephake. Durch höchste Entschließung ist die Abhaltung der monatlichen Zahltage zu Grünberg, mit Wirkung 1. Januar 1878 ab, aufgehoben und daaeaen die Bistellung einer Unker-Erhcbung zu Grünberg für sämmtliche aus der Oberförsterei Grünberg erfüllenden Domanial-Gesälle — mit Ausnahme der Jagd- und Fischerei-Pächte und Beiträge der Gemeinden 2C. zu den Forstdienerbesoldungen — sowie für die Erträge aus Staatsdomänen in dem Bezirk der Diftricts- Einnehmerei Grünberg angeordnet worden. . bM mit bem bemerken zur öffentlichen Kenntniß, daß hiernach, mit Ausnahme der vorher besonders namhaft gemachten, nunmehr vom Zonuar 1878 abi oUe& weiteren, aus der Oberförstern Grünberg und aus Staats-Domänen in dem Bezirk der Districts-Einuedmerei Grünberg erfallenden Gefälle emschl. der Rückstände aus 1877 nicht mehr direct an das Rentamt Gießen, lordirn au den. als Unter-Erheber bestellten Großherzogl Districts- mhmen^find^ «t e r zu Grünberg zu bezahlen und ebenso bei demselben auch alle, auf die Oberförsterei Grünberg bezüglichen, Zahlungen in Empfang zu Gießen, den 14. December 1877. Gießen, am 12 December 1877. Betreffend: Die Abhaltung der Zahltage des Rentamts Gießen in loco Grünberg; hier die Bestellung einer Untererhebung daselbst Das Großherzoglichc Rentamt Gießen an die sämmtlichen Großherzoglichen Lürgermeistereien des Rentamtsbezirks. Von nachstehender Bekanntmachung erhalten.Sie mit dem Ersuchen Kenntniß, nach deren Inhalt Ihre Gemeinde-AnaehLriaen in aeeianeter Weile be- eilte« zu w ollen. ö ö 1 Schliephake. politisch Zur allgemeinen politischen Lage. Das türkische Friedensvermittlungsgesuch hat sich, da es eine gar zu ungenügende Basis zur Anknüpfung ernster Friedensverhandlungen enthielt, als erfolglos erwiesen: keine einzige neutrale Macht, außer England, hat demselben Folge gegeben. Der Krieg wird mithin, da die Pforte sich noch nicht direct an Rußland mit der Bitte um Frieden wenden will, sür's Erste noch sortdauern. Die Pforte hat denn auch schon den durch die militärische Lage der Dinge gebotenen Schritt gethan, die von Suleiman Pascha befehligte Armee über den Balkan zurückzuztehen, also Bulgarien mit Ausnahme der Festungen aufzugeben und alle disponiblen Streitkräfte zur Vertheidigung des ÄhaleS von Adrianoprl, von dessen Besitz das Schicksal Konstantinopels abhängt, zu concentriren. Desgleichen hat Kaiser Alexander sich schon dahin ausgesprochen, daß er nur einen ersprießlichen und ruhmreichen Frieden zu schließen gedenke, zur Erreichung dieses Zieles aber noch viel zu thun übrig bleibe; er hat sogar eine Betheiligung der gegenwärtig noch in Petersburg flehenden Truppen am Kriege in Aussicht gestellt. In der That dauern auch die russischen Truppen-Nachschübe noch immer fort. Ist somit eine baldige Beendigung des Krieges nicht zu erwarten, so bleibt doch die Hoffnung, daß eine Fortsetzung desselben die übrigen Mächte nicht zu einer bewaffneten Einmischung veranlassen werde, nach wie vor bestehen. Alle Zweifel über Oesterreichs Haltung sind beseitigt, seitdem Graf Andraffy den Delegationen erklärt hat, daß er den Bestand der Türkei keineswegs als eine Lebensfrage betrachte, für welche er einzutreten habe, vielmehr darauf ausgehe, Oesterreich für den Fall eines Zusammenbruchs des osmanischen Reiches schadlos zu halten. Italien, dessen Beziehungen zu Griechenland sich von Tag zu Tag intimer gestalten, wird einer Zerstückelung der Türkei natürlich noch neniger Schwierigkeiten bereiten.. Der britische Löwe macht sich neuerdings freilich zu einem nichts weniger als friedlich aussehenden Sprunge bereit; bei diesem Sprunge dürfte das „perfide Albion" es indesien nicht sowohl auf Rußland, als auf die unglückliche Türkei selbst abgesehen haben. Die Pläne Englands sind für den Weltfrieden um so ungefährlicher, da es bei den Mittelmeer- ©taflten keineswegs Entgegenkommen für seine egoistischen Absichten findet und sich durch Offenlegung derselben nur noch mehr isollren würde als bisher. .Frankreichs auswärtige Politik wird gegenwärtig von einem Manne geleitet, Vx ds trotz aller Sympathie für England begreift, daß sein Land Angesichts jKr bevorstehenden Weltausstellung mit Notwendigkeit auf eine Politik der Zurückhaltung angewiesen ist, und auch schon durch den Wechsel in der Person 2es Botschafters am Berliner Hof kundgegeben hat, daß es ihm ernstlich um Wahrung des Weltfriedens zu thun ist. Nehmen wir dazu, daß auch die olitik der deutschen Reichsregierung notorisch darauf ausgeht, zwischen Ruß- d und England zn vermitteln und einer Verletzung der britischen Interessen vett dieselben mit denen Gesammt-Europas vereinbar sind, vorzubeugen, so er tzl) et f. dürfen wir in dem nun begonnenen Jahre füglich ohne Besorgniß vor einer Störung des Weltfriedens sein. Und doch kann die Aufrechterhaltung des Friedens weder durch eine friedliche Lösung der orientalischen Frage, .noch durch die erfolgte Klärung der inneren Lage Frankreichs allein gesichert erscheinen, so lange nicht der Vatiean dieser Erzfriedensflörer der Welt darniedergeworfen ist oder auf die Ausführung seiner Pläne verzichtet hat. Auf letzteres ist jedenfalls nicht zu hoffen. Das ergibt sich nicht blos aus der Natur der Prinzipien, welche das Papstthum vertritt, seitdem es den modernen Staaten durch den Syllabus und die Sätze des vatikanischen Coucils den Krieg erklärt hat, sondern auch aus den kriegslustigen Aeußerungen, in denen sich seine publicistischen Organe auch jetzt noch nach dem Umschwung der Dinge in Frankreich, ergehen. Erklärt doch das Ceirtralorgan der Curie in Deutschland offen, daß die weltliche Herrschaft des Papstes nothwendig und die Wiederherstellung derselben „im Zusammenhänge großer, die ganze Welt bewegender Ereignisse", d. h. durch blutige Revolutionen und Kriege, zu erhoffen sei. Und ein in Rom selbst erscheinendes officiöses Organ des Vaticans scheut sich sogar nicht, die Behauptung in die Welt hineinzuschreien: „mit Preußen ist kein Waffenstillstand, sondern nur Krieg auf Leben oder Tod möglich, und von diesem Gesichtspunkt aus müssen die Katho- liken Stellung nehmen!" Wer will es uns Deutschen unter solchen Umständen verdenken, wenn wir das Papstthum als den geschworenen Feind nicht blos des Königreichs Italien, sondern auch unseres eigenen Reiches ansehen und es sür unsere heilige Pflicht halten, dem Frieden so lange nicht zu trauen, sondern gewaffnet ans der Wacht steben zu bleiben, bis Roms Macht gründlich gebrochen ist? Telegraphische Depeschen. Wagner'S telegr» Correspondenz-Bureau. Konstantinopel, 30. December. Die „Agence Havas" meldet: Die Pforte wurde osficiös benachrichtigt, daß Rußland einem Waffenstillstände unter folgenden Bedingungen zustimmen würde: Berichtigung der Grenze in Asien, Oeffnung der Dardanellen, Unabhängigkeit Rumäniens und Annahme des Con- ferenz-Programms bezüglich Bulgariens. Die Fragen in Betreff Serbiens und Montenegros würden weiteren Verhandlungen Vorbehalten. — Eine anderweitige Bestätigung dieser Nachricht liegt nicht vor. (Siehe unter Wien u. Paris. D. R.) Konstantinopel, 30. December. Der Sultan empfing die neuae- wählten christlichen Adjutanten der Bürgergarde und sprach die Hoffnung auS, daß die Christen sich dem Militärdienst unterziehen würden. — Aus Kamarli vom 27. Decbr. wird gemeldet: Ans dem linken Flügel, wo die Russen ihre Stellung verstärkten, sowie bei Slatitza fanden Scharmützel statt. Das Wetter ist schön. — Einem Telegramm aus Erzerum vom 28. d. zufolge hatten die Russen wegen ungeheurer Schneemafsen die Truppenconcentrirung unterbrochen und arbeiteten an Wegen durch den Schnee, um Proviant heranzuschaffen. Das „Neue Wiener Tagblatt" meldet aus Wien, 1. Januar, Abends. Poti bombardirt; 40 gelandete türkische Soldaten hätten die russischen Wachen London, 1. Jan. Der Ministerrath wird am Mittwoch Sitzung halten. Es sei'die gebieterische Pflicht der Regierung, die Pforte davon Ebenso sei es Pflicht der Regierung, sich aller neuen des Balkans zwischen Arabkonak unjD Sofia besetzt. ^mmenzesetzte^Abcheck^ Dtere theilen mit ihnen Holz und Nahrungsmittel und lasten sie in ihren Hütten schlafen. Die russischen Osficiere speisen mit den türkischen und nehmen die Kranken in ihren Zelten auf. — Der „Golos" bespricht den Artikel der „Nordd. Allgem. Ztg." über die Annahme des Mediationsgesuches durch England und hebt hervor, die englische Regierung könne die ihr übertragene Mission erfüllen, indem sie die Wünsche der Pforte dem kaiserlichen Crbinete mittheile und der Pforte anrathe, sich direct an das Hauptquartier zu wenden. Diese Intermediation indessen noch weiter treiben, würde aus ihr ei ic Mediation machen. — Die russischen Blätter sprechen sich im Allgemeinen zustimmend über das jüngste Rundschreiben des Ministers Waddington aus. Wien, 31. December. Die „Presse" meldet: Die Nachrichten der „A^e ice Haoas", daß Rußland dec Pforte seine Friedensbedinzungen mitgetheilt habe, ist vollständig unbegründet. Ebenso unrichtig ist die^Nachricht des Journals „Neue Zeit", wonach England die Absicht, gewiste Stationen im Orient zu besetzen, angekündigt haben soll. Die einzige Mlltheilung, welche in jüngster Zeit hinsichtlich der schwebenden Frage vom Londoner Cabinet ausging, betraf die bekannte vorgestern in Petersburg überreichte Mediations-Note. Petersburg, 31. December. Das Ersuchen Englands um Mittheilung hlnsichtllch der Geneigtheit Rußlands, auf das Anliegen der Pforte wegen Friedensverhandlungen einzugehen, liegt nunmehr hiervor. Wmn nach den heute Morgen zugestellt wurde, verliehen. Birmingham, 31. Decbr. Die stattgehabte Versammlung der Ver- verjagt. , , «inigung der liberalen Gesellschaften beschloß, daß die Gesellschaften an allen London, 1. Jan. Der Ministerrath toitb am Orten Meetings abhalten und Petitionen an das Parlament vorbereiten sollen, - Heute fand eine zahlreich besuchte Versammlung von Londoner Burgern worin sie fordern, das Parlament solle keinem Schntie der Regierung zustim- unter dem Vorsitz von Merriman statt, um sich mit Einstimmigkeit flehen Die men, welcher bezwecken könnte, die Integrität der Türkei aufrecht zu erhalten Betheiligung Englands am Kriege auszusprechen, was durch sotgenve mesoiunon und dieselbe vor den Folgen ihrer Widerspenstigkeit und Mißverwaltung zu ausgesprochen wurde: Jedes Abweichen von der Neutralität wurde em ^erretten. Im Falle die Medlation mißlinge, solle das Parlament auf der Auf- brechen sein. Es sei die gebieterische Pflicht der Regierung, die Pforte davon rechterhaltung strikter und aufrichtiger Neutralität bestehen. zu unterrichten, daß sie unter keinen Umständen den bewaffneten Lelstand Eng- Petersburg, 31. Decbr. Hinsichtlich des Schrittes Englands bei lands zu erwarten habe. Ebenso sei es Pflicht der Regierung, sich aller neuen Rußland herrscht hier die allgemeine Ueberzeugung, daß der Erfolg derselben diplomatischen Verbindlichkeiten gegenüber der Pforte zu enthalten. L-chlietzlich von dem Geiste abhängig ist, in dem er unternommen wurde. Jedes Anstreben wurde erklärt, daß gegenwärtig feine Nothwendigkett noch irgend em des Friedens muß davon auSgeheu, daß der Friede der Würde und den Opfern vorhanden sei, Armee und Flotte zu verstärken- Eme Denkschrift 'n diesem Rußlands entspricht. Das Publikum glaubt, England werde diesen Umstand Lünne, die einem Cornits zur Prüfung überwiesen wurde, soll der Konitzm nicht außer Acht lasten können. Die öffentliche Stimmung ist ruhig und fest, überreicht werden. It — Die „Agence Rüste" sagt: Die Depesche der „Agence Havas", welche Madrid, 1. Jan- Das Journal „Chromfla schreibt aus Anlaß des behauptet, der Pforte seien die Bedingungen mitgetheilt worden, unter denen veröffentlichten Briefes der ehemaligen Königin Isavella. Isabella steht ver 31 December. Das „Neue Wiener Tag-bl." meldet aus Bel- Rußland in Friedensverhandlungen eintreten wolle und welche diese Bedingungen urad Di- Tücken haben vorgestern bei Zwornik einen erfolglosen Angriff sp-cmlisirt, ist apokryph. — Der „Regierungsbote v-roff-ntlecht Details iib-r gemacht.^ Das Bombardement m-n Risch ist unterbrochen, wie gerüchtweise ver- den Augr.ff der Torpedokutter des Dampfers „Konstantin auf einen türkischen lautet aus Anlaß von Capitulationsverhandlungen mit der Festung. Monitor au, der Rhede von 'Saturn in der Nacht ^8 JDecen^tL 4 Tor Mnnhntt 31 December. Das 90. Infanterie-Regiment in Aldershot pedokutter wurden von dem Commandanten des „Konstantin , Makaroff, zum prfupH in ^olae 'brobenber Haltung ber Kaffern Befehl, sich unverzüglich nach Angriffe bestimmt. Bei dem Abgang ber Kutter waren bie $eud?tfeuer üon hprn ßnü ^imusckiffen — Graf Münster weilt augenblicklich mit anbereu Latum Nicht angezündet unb die Dunkelheit so stark, daß die Kutter die Rhede distinrnlirteu Gästen bei Lord Derby in Knowsley. Am Mittwoch werden schwer zu finden vermochten. Zwei sich selbst bewegende Torpedos e^lobirten bi(tinguirte 1 n b nirückkehren. an und unter dem Monitor, nämlich beqemge des Kutters „Therma unter fammtUd) (h ©«ember. Eine Note des „Journal osficiel" erklärt die Lieutenant Zatsarreny und derjenige des Kutters „Stnope" mtter Lieutenant iünast besöblenen Truppenbewegungen, welch- zu dem bekannten Vorfall in Li- Tschtinsko. - Nachrichten aus Bogot zufolge leiden die türkischen Gefangenen moaes Anlaß gegeben,^ dahin, daß^sie begründet waren durch die gewöhnlichen, sebr durch d,e Kalte, da sie nur dürftig gekleidet sind. Die russischen ®rena- iu Oder «eit gesoffenen Maßregeln, um die öffentliche Ordnung in den großen oi-r- tb-tlen mit tßnen ?>oli und Nabrunasmittel und lasten sie in ihren Hutten Städten, besonders tu Paris, in gehöriger Achtung zu erhalten. Dies- Maßregeln seien gegenwärtig durch die nothwendige Verstärkung der Garn, on von Paris, die durch die Entlastung ber Altersklaste von 1872 geschwächt sei, veranlaßt gewesen. Ein General in Limoges habe di- gegebenen Instructionen falsch ausgelegt, indem er Maßregeln der Vorsicht in Maßregeln der E;-cut>on verwandelte. Nach Ertheilung der bezüglichen Anweisungen an seine Ofstciere wurde ein Act schwerer JudiSciplin begangen. Nach dem Ecgebniß der -inge- leiteten Untersuchung wurden darauf vom Kriegsminister die bereits bekannten Strafen verhängt. — Im heutigen Amtsblatt werden ergänzende Verfügungen betreffs der allgemeinen Neubesetzung der Präfekturen und ferner bi- Bestimmungen hinsichtlich der durchgreifenben Veränberung in der Besetzung der Unter- Präfekturen veröffentlicht; dieselbe begreift fast alle Departements in sich. Rom, 31. December. D-r König verlieh dem Minister des A-ußern, Melegari, den Titel „Staatsminister." . , . m . — „Diritto" meldet: Gambetta ist hier eingetroffen und hat dem Mm>- sterpräsidenten Depretis einen einstündigen Besuch abgestattet. — Der D-pn tirte Delarocca wurde zum General-Secretär im Ministerium des Innern ^6 („ Kcwideruna der von England an Rußland gerichteten Note die Pforte über die russische Antwort unter Angabe von di-st-its ausgestellten Bedingungen über di? von Rußland eventuell aufzustellenden Waffenstillstands-B-dingungen eines eventuellen Abkommens verbreitet werden „ so können solche nur vor- tige Mciös unterricht-t worden sei ist vollkommen unbegründet. Gegenwärtig ist und unrichtig- sein. Es liegen keinerlei Feststellungen vor, wennschon in nut . °-ine hierzu ermächtigte Persönlichkeit in Konstantinopel anwesend. Die -ng- richteten Kreisen angenommen wird, Rußland werde keinerlei Antwort lische Note an Rußland soll übrigens mehr Englands orientalische Jntereffen, auf bi- Friedensanbahnungen haben und auch jetzt bekunden, daß st w t Tm.M.ZL i« ffinnften der Pforte betreffen. Versuchen zur Herstellung des Friedens immer zugänglich sei. als d^M-dinti^zesiich Pfort-^etr-ffm P^-sbu-g, 31. D-c-mb-r. Amtliche Meldung aus Bogot 29. d: Nack einem äußerst ichweren Uebergang über die schneebedeckten Berge ans über- Auf der Ostfront scheinen die Türken überall sich zurückgezogen zu haben. D sro^nen^Fußpfaden M beftifiem ^inb hat die Vorhut des westlichen russischen selben ließen zur V-rth-idizung kleinere aus Truppen nno Landesb-wohnern zu- Detachements die Defilöen des Balkans zwischen Arabkonak und Sofia besetzt. samm-nzesetzteAbth-,lungen zuruck. Dte Bewohner ziehen sich bewaffnet d Die Kavallerie steht bereits auf der Chaussee nach Sofia. Da die Türketi Walder zuruck, nach vorheriger Inbrandsetzung der Dorse. ggerraickt wurden belief sich der russische V-rlust beim Debouchiren aus den wurde bemerkt, wie türkische Jnfantcrte Gebäude von Jovantschiftlik v-rnichtet-, B eraen n u? aus 5 Ser»unb et en. Wie schwierig in bieser Jahreszeit die Ueber- und den Ort Ajaslar fanden die Ruff-n bereits m Flammen stehend. B- sckreltunq des Balkans ist, beweist der Umstand, daß der Marsch von Wratschesch M-chtem-r versanken die russtichen Eclaireurs beinahe Sa>'j in Schne^ V. 3 in Ansvruck nahm. Weitere Details fehlen. Lergflüsie, bie zuvor über ihre Ufer getreten waren, sinb mit Els bebeckt, fast 's.» ä ää * % äS'仓sxääs :ä s » liÄXrS s ?».!:: so» tssnsiFtr rar“'.,". i Da« Wetter ist sehr schlecht - Gestern fand ein Ministerrath statt, welchem , 30 december. Der Sultan ernannte den »epn. große B-d^ttmg^beigU-gt^w Nachricht der „Agence Havas" bezüglich tirten Hassan Fehm^Effendi zum Präsidenten d-r D-Putirtenkammer, Achmed ^\aTi^SU^£he8altäueÄd)5blati0n Wirb 8°n UntCn^tt,Cr Kfi,*3L SeXr. Im heutigen Consistorium überreichte der Papst Paris 31. Decbr. In einem Artikel des „Temps" wird zunächst con- den Cardinäl-n Regnier, Marning, Broffays, St. Mare, Moretti und Polle- ' - ' des neuen Cablnets eine sofortige Aufhebung grini C«dinalsh^und -r-nn^mch^sta.tgefundenin be?aef2nbeU?$erbäUnlT\nu Deutschland und Italien herbeigeführt sei, und Berlin, 1. Januar. Bei den am heutigen vceuiayr-tage trarrgesunveneu daran folgende Ausführung geknüvst: Die französische Politik erlangt dergestalt Beglückwünschungen des Kaisers durch die Generalität, unterblieb auf All-rhoch- bie FreiheU ihrer Action wieber. Von bem Moment an, in welchem bie Mächte sten B-sehl eine Anrede, wie sie sonst üblich war. Der Kaiser redete W bie das Mißtrauen gegen uns als einen Stützpunkt ber ultramontanen R-action Generalität mit einigen beglückwünschenden, die Hoffnung auf einen snr aufgegeben habens sind wir in bas g-rnUn- Recht ber Nationen, bie unter ein- Ganze wie für ben Einzelnen glücklichen Verlaus des Jahres ausbruckenben anber ihre aeaenseitiaen jntereffen erörtern, wieber eingetreten. Es besteht Worten, an. . Ä demgemäß eine wirkliche Verbindung zwischen ber Haltung bes neuen Mini- Wien, 1. Januar, Abends. Das „Neue Wiener TaMatt meldet aus steriums in den religiösen Fragen unb ber würbevollen Handlungsweise, welche Belgrad: Nach Zurücklaffunz einer Garnison in Plrot^ttaten die werben von bass-lbe sich bezüglich ber orientalischen Angelegenheiten vorgezeichnet hat. Wir da den Marsch gegen das D-filö von 3™^, ben. ®berl ”° glauben nicht irre zu gehen, wenn wir sagen, baß die gegenwärtige Regierung, Sofia, an. D-r serbtsche V-rlust in den Gefechten bei Pirot betrug gerade indem sie erklärte, daß sie kein besonderes Jntereffe bei der großen Li- 700 Mann. m mn. auibation im Orient geltend zu machen habe, sich bie Unabhängigkeit ihrer Rom, 1. Januar. Die „Italic d-mentirt die Gerüchte, wonach Gam- Prüsung vorbehielt, sobald künftig einmal bie allgemeinen Jntereffen der ge b-tta eine Mission der französischen Regierung bei dem italienischen Sabine - meinsamen Verathung der Mächte unterbreitet werden. So wird es Jedermann habe. ,, R einsehen, daß, indem Frankreich seine Unabhängigkeit in Beziehung zur Kirche Konstantlnopel, 31. Decbr., «bends. Die .»Ag-nc- Ha°as wieder erlangte, es zugleich seinen rechtmäßigen Platz bei den Berathschlagungen meldet: Erzerum ist noch nicht voll g eingeschlvffen , ein Telegramm Ismail Europas wieder eingenommen hat. - Der Maler Courbet ist gestorben. Hakki Pascha's aus Erzerum vom heutigen Tage meldet, daß di- Ruffen feinen Wien, 1. Januar. Positivem Vernehmen nach bat der Kaiser dem Angriff gegen die Stadt gemacht haben. — Das unter tem Grasen vindraffy bm Orden des goldenen Vließes, besten D-coratiou ihm Commando des Admirals Hobart Paschas habe am Freitag Ghgvolet det gebende sei. Obschon nach diesen Ausführungen der Werth oder Unwerth der Wanderlager bei der Entscheidung über die Gesetzesvorlage nach der Auffassung des Ausschusses nicht in Betracht kommen könne, so dürfe es sich doch aus dem Grunde, daß in dieser Frage schon so viel Staub aufgewtrbelt worden ist, empfehlen, kurz die Hauptgesichtspunkte zu berühren. Im Allgemeinen liege es im Interesse der Käufer, die Eoncurrenz vermehrt zu sehen; die Preise der Waaren werden dadurch auf den möglichst billigen Stand herab: gedrückt. Daß dies häufig auf Kosten der Güte geschehe, lasse sich nicht leugnen; dagegen müsse der Käufer seine Augen offenhalten und n'.cht wieder bei dem unreellen Händ ler kaufer. Die stehenden Geschäfte wollen sich natürlich ihre Kundschaft erhalten und werden sich in dieser Beziehung mehr in Acht nehmen, wahrend beim wandernden Ver käufer dieser Grund wegfalle; es müsse also selbstverständlich der Käufer bei letzterem doppelt vorsichtig sein. Gegen Uebervortheilung könne er sich nur selbst schützen, gegen förmlichen Betrug schützen ihn die Strafgerlchte. , , Dieser Nachthetl der freien Eoncurrenz komme übrigens nicht blos bet Wander lagern zum Vorschein, er mache sich, wenn vielleicht auch etwas minder, ebensowohl bet stehenden Geschäften geltend. Die Concurrenzfährgkett sei bet ansässigen Kaufleuten größer, als bet den wandernden. Unzweifelhaft seien die Unkosten letzterer höher, als die der ersteren und ein Ausgleich finde sich nur durch größeren Absatz. Immerhin könne ein stehendes Geschäft ebenso billig verkaufen wie ein wanderndes. Daß solche Wanderlager und Waarenversteigerungen benutzt werden, rasch große Vorräthe zu verkaufen, um den Gläubigern kurz vor dem Concurs die Werthgegen- stände zu entziehen, möge auch wohl vorkommen. Gegen solche Handlungen würde sie ein Verbot der fraglichen Geschäfte nicht schützen, dte Fallrten würden auf andere Weise die Waaren fortzuschaffen suchen. t t . In den Petitionen an den Reichstag werde endlich noch behauptet, durch die Art des Geschäftsbetriebes der Wanderlager werde die Fabrikation ganz schlechter Waaren förmlich hervorgerufen und genährt- Dieser Behauptung gegenüber sei seitens der Pe titions-Commisston darauf hmgewiesen worden, wie dies ein Jrrthum sei, indem diese Waaren Ueberbleibsel der Messen und Ladenhüter wären. Kennzeichnend sei übrigens, daß alle Beschwerden über die Wanderlager, Versteigerungen und den Hausirhandel aus den Reihen der Kleinhändler kommen und daß nicht ein Käufer unter den Beschwerenden sich befindet. Die Petitions-Commissionen der III. und VI. Legislaturperiode des Reichstages haben nach reiflichen Erwägungen dem Reichstag bezüglich dieser Petitionen Uebergang zur Tagesordnung empfohlen. In dem Berichte des Abgeordneten Krause werde angeführt, daß in Preußen unter dem 3. Juni 1876 ein Gesetz publictrt worden sei, wonach der als Hausirhandel bezeichnet- Betrieb der Wanderlager mit einer Steuer von 72 oder 144 je. jährlich be lastet sei; daß in Baden durch das Gesetz vom 25. August 1876 Personen, welche außer dem Markt- und Meßoerkehr Lager Haven oder Versteigerungen halten, an ledern Orte sür einen Geschäftsbetrieb nicht über 7 Tage die halbe Jahresfteuer und für mehr als diese Frist die ganze Jahresfteuer der sonstigen Gewerbtreibenden zu bezahlen ^^Etrttemberg werde nach dem Gesetze vom 28. August 1874 beim Betrieb bis zu 14 Tagen ein Viertel, von 14 bis 30 Tagen die Hälfte und für mehr die ganze Jahresfteuer bezahlt. Zum Schluffe sage der oben genannte Bericht: „Dagegen war die Commission der übereinstimmenden Ansicht, daß keinesfalls eine direkte Retchssteuer der Wanderlager wegen einzuführen sei, sondern daß es Sache der Einzelstaaten bleiben könne, ihre Besteuerung nach vem Beispiel von Preußen und Baden so zu regeln, daß die Unternehmer von Wanderlagern und Waarenaukttone» den ständigen Gewerbtreibenden gegenüber nicht bevorzugt, sondern gleichmäßig zur Steuer herangezogen werden." „ f Der Finanzausschuß — so führt der Bericht aus — vermöge sich dieser Auf fassung nur anzuschließen. Der Artikel I der Regierungsvorlage schlage vor, für jeden Ort und jedes Lokal eines Wanderlagers eine wöchentliche Steuer von 40, bezw. 30 oder 20 JL zu erheben. Seither sei nach dem Gesetze vom 4. Februar 1874 für das Jahr ohne Rücksicht auf den Rang der Orte in Klasse II «6 fl. Steuerkapital angesetzt worden, wovon 27.50 Steuer zu bezahlen sind. Für jeden Gehülfen sei ein Zuschlag von 25 fl. Steuerkapital erfolgt. Auf eine Woche betrage dies rund 52 Rach der Vorlage würde also die Steuer auf das 40fache bis 80fache erhöht werden- Dieselbe würde bet nur wenigem Wandern auf eine Höhe gebracht werden, die mit der Besteuerung der stehenden Geschäfte gar nicht in Vergleich gebracht werden könnte. (Fo'tsetzuna folgt.) wollenen in folgender Weise unterscheidet: Der baumwollene Faden geht zunächst sehr leicht, b. h. ungleich leichter als der leinene auseinander und zeigt an seinen langge- treckten Enden ein gekräuseltes, zweiqartig gewundenes Aussehen; der leinene Faden reißt in der Regel kurz ab und die Enden desselben bilden ein aus geraden, nicht sich windenden Fädchen bestehendes Büschel. Wer einmal die Probe an reinem Leinen und Baumwolle gesehen, wird sich nicht mehr täuschen können und es wird ihm ein Leichtes ein, die Gewebe nach dieser sehr einfachen Methode auf Beimischung des einen oder anderen Bestandtheiles zu untersuchen. — Unter der Reoaction von Dr. Emil Wolff erscheint vom 1. Januar 1878 in Kreuznach unter dem Titel „Rhein- und Rahe-Zeitung" e.ne neue Zeitung, von welcher bereits eine Probenummer erschienen ist. Komischerweise wird darin unter der Rubrik „Darmstadt" gemeldet: Bisher war es Sitte, daß die Stadtverordneten in den Sitzungen rauchten; in einer heurigen Sitzung stellte ein Mitglied den Antrag, das Rauchen künftig tn den Sitzungen zu unterlassen; welcher Vorschlag jedoch mit 15 gegen 10 Stimmen durchfiel; worauf sofort vielfach die Cigarre angezündet und flott geraucht wurde. — (Dornkörbchen zum Füttern der Insektenfresser im Winter.) Der Elbinger Thierschutz-Verein schrieb tn feinem Jahresbericht pro 1874/75: „Zur Fütterung der Insektenfresser wurden eine Menge Dornkörbchen an Gartenbesitzer abgegeben. Diese Körbchen verhindern, daß die Krähen die Fett- und Fleischstückchen wegfressen." In Folge dieser Notiz wendete sich der Thierschutz-Verein nach Elbina und hat der dortige Verein freundlicher Weise 2 Stück dieser ,,Dornkörbchen" auf Wunsch gesendet. Sie bestehen aus einem viereckigen Brette von ca. 25 Cm. im Quadrat. Auf jeder Seite des Vierecks sind je 4 Löcher eingebohrt, tn welchen Weißdornästchen von ca. 50 Cm. Länge stecktn; dieselben find oben zusammen gebunden. In den von diesen Aestchen umschlossenen Raum können nur kleine Vögel, Meisen, Amseln rc. und die dortliegen- den Futterstückchen holen, lieber die Anwendung schreibt Herr Anton Wifotzky, Bibliothekar d.s Elbinger Vereins: „Die Dornkörbchen find einfach, aber praktisch; sie werden tn Gärten oder am Wa'.drande tn solcher Höhe aufgehängt, daß man mit der Hand das betreffende Futter hineinwerfen kann, welches etwa alle 2 bis 3 Tage aus einer Unschltttkerze oder einer Hand voll ausgebratener Fettgrieben, oder der abgelösten Haut von geräuchertem Schweineschinken besteht. Die Meisen sind sehr begierig darnach, dagegen ist es den Krähen unmöglich, die fetten Bissen zu stehlen." Diese „Dorn- körbchen" können auf dem Büreau des Thierschutz Vereins (Hofstallstraße 6) tn Darm- Lokal-Moriz Gießen, 2. Jan. In seiner Sitzung vom 28. December verwarf der Kreis-Aus schuß den von ca. 30 Bewohnern unserer Stadt eingereichten Protest gegen die Wahl des Herrn Hofg.-Raths Pf an nmÜller als Stadtverordneten und erklärte diesilde als vollständig gültig. Ob eine Verfolgung des Protestes an den Provinztal-Ausschuß gelangt bleibt abzuwarten. Verwischtes. — Unterscheidung von Leinen und Baumwolle ohne jedes Hilfsmittel. Herr Dr. Wiederhold sagt darüber: Wenn man einen Faden aus Seinen ober Baumwolle, in dem man die beiden je in eine Hand nimmt, langsam und vorsichtig ausdreht, ihn alsdann durch einen gelinden Zug aus einander reißt und nun die beiden durch den Ritz tstandenen Enden beobachtet, so findet man, daß sich der leinene Faden vom bäum- Politik fern; ihr Besuch bei Don Carlos hat nicht den geringsten Einfluß aus den regelmäßigen Gang der Dinge in Spanien. Don Carlos sei immerdar als Feind Spaniens und aufrührerischer Jnfant zu betrachten. Paris, 1. Januar, Abends. Der Handelsvertrag zwischen Frankreich und Griechenland ist gestern unterzeichnet worden. Darmstadt, 29. Dcc. Im Nachstehenden theilen wir den wesentlichen Inhalt des Berichte« mit, welchen der Abgeordnete Möllinger Namens des Finanzausschusses der zweiten Kammer über die Vorlage Großh. Ministeriums der Finanzen den Gesetz -ntmmi die Besteuerung der Händler im Umherziehen mit vorübergehenden Verkaufs ^erlagen erstattet hat Der Bericht führt zunächst aus, wie sich tn Folge der Bestimmungen des Titel III der Gewerbeordnung, wonach dem Gewerbetrieb im Umoer neben größere Freiheit eingeräumt worben tst, eine besondere Art desselben herausge bildet hat. Es errichten nämlich auswärtige Kaufleute oder Fabrikanten an einem Orte vorübergehend offene Läden und verkaufen ihre Waaren ober halten öffentliche Versteigerungen. Nach einer ober mehreren Wochen, je nachdem das Geschäft geht, verlass-n sie diesen Ort, um an einem anderen in gleicher Weise zu beginnen. Gemäß einer Entscheidung des preußischen Obertribunals falle dieser Geschäftsbetrieb unter die Bestimmungen über Hausirhandel und Reichsangehörige können im Besitz eines Legitimationsscheines der zuständigen Behörde ihres Heimatsortes ihr Gewerbe im ganzen Reich ausüben. , , Leugnen lasse sich nicht, daß derartige Kaufladen die einwohnenden Gewerbsreibenden erheblich schädigen. Die Sache sei neu, an marktschreierischen Anzeigen fehle es in der Regel auch nicht und die Verkaufspreise werden sehr nieder gesetzt- Ob die Waaren gut sind, danach frage das Publikum weniger, wenn sie nur recht billig sind- Der Zulauf nach diesen Wanderlagern sei meistentheils stark und die Besitzer machen gute Geschäfte. Die ansässigen Kleinhändler seien daher sehr erbittert über dieselben ünb eine Rcihe von Petitionen otfoen in jeder Session an den Reichstag, um Abhülfe zu erlangen. Der Abgeordnete Hirsch Horn habe in einem Antrag den Geaenstand eben ^alls zur Sprache gebracht und betont, daß im Wege der Besteuerung Verminderung ber Uebelflänbe erzielt werben könnte. Dem entsprechend habe Großh. Finanzministerium eine Vorlage über die Besteuerung der Wanderlager gemacht. Unzweifelhaft stehe den einzelnen Staaten das Recht der Besteuerung der Gewerbe zu. Ebenso gewiß dürfe jedoch dasselbe nicht in einer Weise geübt werden, welche Bestimmungen der Gewerbeordnung geradezu hinfällig machen würde. Beispielsweise den Hausirhandel in einer Höhe belasten zu wollen, durch welche die ihm tn der Gewerbeordnung eingeräumte Freiheit wieder genommen wird, sei offenbar unzulässig. Glaube man, irgend eine Bestimmung der Gewerbeordnung sei fehlerhaft, so müsse man auf diejenigen Faktoren wirken, welche berufen sind, sie abzuandern Entscheidend für die Höhe der Besteuerung könne daher nur die Frage des Ertrags der fraglichen Geschäfte fein, welcher Maßstab bei unserer Gewerbesteuergesetzgebung der ausschlag- stadt eingesehen werden. — (Veröffentlichung der Namen der Lebensmittelverfälscher.) In der Sitzung der 2. württenbergischen Kammer von 11. d. wurde der vom Abgeordneten Oberstaatsanwalt v. Lenz emgebrachte Antrag auf Erlaß eines Gesetzes, durch welkes die Ge- meinderäthe ermächtigt werden sollen, die polizeilichen Strafverfügungen gegen die Fälscher von Lebensmitteln öffentlich bekannt zu machen, mit allen gegen 2 Stimmen angenommen! Wann wird die Ausführung kommen? Die Stadt-Polizeiverwaltung tn Bochum hat die Veröffentlichung von Namen ber Fälscher durch eine Bekanntmachung oom 10 ds. bereits den Betroffenen angedroht und ersucht bas Publikum da, wo eS Fälschungen vermuthet, sofort Anzeige zu machen, um amtliche Feststellungen ermitteln zu können- — Einen eigenen Festgruß haben zum ersten Weihnachtstage die Schuhmacher in Biebrich an ihre Kundschaft gerichtet, wir lesen nämlich in der dortigen „Tagespost" folgendes Inserat: Es ist nun gekommen, das heilige Fest, Wohl dem, den es Gott froh genießen läßt. An uns arme Schuster ist nicht zu denken, Indem wir den Leuten das Geld an die Füße thun hängen. Unsere Kunden esse» Braten, trinken Bier und auch Wein, Dies alles müssen wir wegen ihnen lassen fein. Sie machen Geschenke gar fein und nicht minder, Auch dies müssen entbehren unsere Frauen und Kinder. D'rum bitten wir, laßt werden Eure Herzen recht weich Und borgt nicht so lang und zahlt die Arbeit gleich. Mehrere Schuhmachermeister." -oyeut^genIen deS NörddcmschenMbu» E. W. Dietz tn Gießen. Newyork, 28. Dec. (Per transatlantischen Telegraph.) Das Postdampfschrff Donau, Capt. R. Bussius, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welches am 15. d. M. von Bremen und am 18. d- M- von Southampton abgegangen mar, tst heute 2 Uhr Nachm. wohlbehalten hier angekommen. 42) Der Figaro schreibt: Man legt sich oft die Frage vor, wie die armen Kutscher bei Regen, Schnee, Frost und Wind, bei Tag und bei Nacht ungestraft allen Unbilden der Witterung trotzen können. Man ist versucht zu glauben, daß dieselben eine ganz eigene Constitution besitzen, welche sie gegen alle und jede Zufälle dieser Art schützt. Und doch ist dies nicht der Fall; ganz im Gegentheile, kommen bei keinem Gewerbe Krankheitszustände wie Bronchitis, Katarrhe, Erkältungen oder andere Affectionen des Halses und der Lunge häufiger vor, als gerade bet diesem. Um sich davon zu überzeugen, genügt es einige Stunden in der Guvot'schen Apotheke zuzubringen, welche sich aus der Fabrication der Theerkapseln eine Spezialität gemacht hat. Es ist interessant., die Menge der leeren Wagen zu beobachten, welche vor dieser Apotheke anhalten und deren Führer sich mit dem ihnen so nützlichen Medicamente versehen. In der That ersetzen die Guyot'schen Theerkapseln mit Vortheil alle Arten Tisa- nen, Pastillen und Mixturen, welche von Niemand, der nicht frei über seine Zeit verfügt, genommen werden können. Ein anderer und nicht minder wichtiger Vortheil, den dies Medikament besitzt, ist seine Billigkeit. Wenn man bedenkt, daß jeder Flacon 60 Kapseln enthält und daß die gewöhnliche Dosis in 2 bis 3 Kapseln bei jeder Mahlzeit besteht, so wird man begreiflich finden, daß die ganze Cur auf nicht höher als 12—25 Centimes (10—20 H) täglich zu stehen kommt. Es ist evident, daß die Billigkeit des Preises nicht weniger als die Vorzüglichkeit des Mittels zu seiner Popularisirung beigetragen hat. _____________________ Gültige Privat Banknoten. Die beschränkenden Bestimmungen des $ 43 des Reichs-Bankgesetzes vom 14. März 1875 sind (nach den im Reichsgesetzblatte erschienenen Bekanntmachungen) bezüglich nachstehender Piivat-Nvtenbanken als nicht anwendbar erklärt worden und es dürfen daher die Noten dieser Banken in ganz Deutschland, auch außerhalb desjenigen Staates, welcher denselben die Befugniß zur Notenausgabe ertheilt hat, zur Zahlung gebraucht werden: 1. Badische Bank in Mannheim. — 2. Bayerische Notenbank tn München. — 3. Bremerbank in Bremen. — 4. Breslauer Bank in Breslau. — 5. Chemnitzer Stadtbank in Chemnitz. — 6. Cölnische Privatbank in Cöln. — 7. Danziger Privatbank in Danzig. — 8. Frankfurter Bank tn Frankfurt am Main. — 9. Hannoversche Bank in Hannover. — 10. Leipziger Cassenverein in Leipzig. — 11. Lübecker Commerzbank in Lübeck. — 12. Magdeburger Privatbank in Magdeburg. — 13. Posener Privatbank in Posen. — 14. Sächsische Bank tn Dresden. — 15. Bank für Süddeutschland in Darmstadt. — 16. Württemberger Notenbank tn Stuttgart. — Die Verwendung der Noten anderer deutscher Privat-Notenbanken oder Korporationen zur Leistung von Zahlungen außerhalb desjenigen Landesgebietes, für welches dieselben zugelassen sind, wird mit Geldstrafe bis zu 150 Mark bestraft. Seitens der Nationaldank für das Großherzogthum Luxemburg sind neuerdings auf Reichswährung lautende Banknoten in Abschnitten zu 5, 10 und 20 Mk. ausgegeben worden. Die Verwendung dieser Banknoten zu Zahlungen innerhalb des Reichsgebiets ist nach § 11 des Bankgesetzes vom 14. März 1875 verboten und wird mit Geldstrafe von 50 bis 500 Mk., im Falle gewerbsmäßiger $Ber* wendung daneben mit Gefäm-;niß bis zu einem Jahre bestraft. 4165) Das unter dem Patronate der Handelskammer stehende Bureau für Stellenvermittelung des Kaufmännischen Vereins m Frankfurt a. M., (NB. Wir bitten genau auf die Firma zu achten.) das die Herren Chefs kostenfrei bedient, besetzte trotz der andauernden Geschäftsstockung, im vorigen Jahre (auch Nichtmitoliedern^ circa CommiS- und LehrlingSstellen. Die Annon cen- Exp ed ttion Th. Dietrich 8$ in Cassel Übernimmt die prompte Besorgung von Anzeigen in sämmtliche Zeitungen Deutschland- und des Auslandes zu Originalpreisen. (Alleinige Jnseraten-Annahme f. d. „Casseler Tagespost") Mesondere Kekanntmachungen Gießen. Buttron, Geometer. werden. (47 44) Weidengasse 98. 1878, M Die Interessenten werden daher auf- mann. (36 Erich im Zapf. (7196 L k 3 I jd -c I Nur ächt BERLIN BRESLAU DRESDEN LEIPZIG HAMBURG -e CD j.Mvoiinis3HnMsiMyo mbnonhiai nio)i y 3 AO NN VH I e 54) Meine in Hungen gelegene, vermöge ihrer günstigen Lage zu j.dem Geschäft geeignete Hofraithe, bestehend in Wohnhaus, Scheuer und Stallung, ist vom 20. April ab auf längere Zeit zu vermiethen. ß 8 £ zwar: den 3. Januar js o u =a -8 8 Frankfurter Hof. Erlanger Bier von der Brauerei Donnerstag Samstag Dienstag Mittwoch Donnerstag Samstag Dienstag Mittwoch Donnerstag Samstag wenn die Etiquette den Namenszug J. v. Liebig in blauer Farbe trägt. Der Rechner der Spar- und Leihkasse: Kehr. 59) Das von .Herrn Müncl? bewohnte Logis ist z. 1. Juni zu vermiethen. l>r. Gaquoin. Gefunden ein Taschenmesser am Bahnhof. Abzuholen Die Kaiserliche Hof-Chocoladen- Fabrik in Cöln übergab den Verkauf ihrer anerkannt guten Tafel- u. Dessert-Chocoladen, sowie Puder-Cacao’s in Giessen bei den Herren : J. A. Busch Söhne, Wilh. Flett, Louis Fronhäuser, Carl Hoffmann und Conditor Heinr. Kinkel; in Aliendorf in der Apotheke; in Lieh: H. C. Bing- Wermischte Anzeigen. 48) Am 29. Decbr. sind mir zwei junge Schäferhunde, männlichen Geschlechts (der eine von schwarzer, der andere von grauer Farbe) entlaufen. Bitte um Ablieferung oder Benachrichtigung. Hachborn. Adam Bauer, Schäfer. Bekanntmachung. Zur Bezahlung der Zinsen, welche von den bei der hiesigen Spar- und Leihkasse angelegten Kapitalien am Ende diesesJahres fällig werden, sind nachstehende Termine festgesetzt und 5. 8. 9. 10. 12. 15. 16. 17. 19. In Giessen zu haben bei den Herren: JL A. BumcIi Sühne, Kg Kalkhof Emil Elschbach, Apoth. Dr. Laubinger, Apoth. Dr. Mettenheimer, R. Göbel, Gjk. Wilh. Weidlg, Apoth. Dr. C. W. Hempel, 41) Ij. Müller vorm. E Hermes, Heinzerllns o .. 1= Todes - Anzeige. 50) Statt besonderer Äuzeige die traurige Mittheilung von dem heute Morgen 10>/2 Uhr erfolgten plötzlichen Ableben des Groschkryaglichen psAndmeilirrs Wilhelm Basiert. Um stille Theilnahme bitten d.. 3.±,t,r8a,Usernden "i-te-’bliebenen. gefordert, die Zahlungen an diesen Tagen in Empfang zu nehmen und hierzu durch Vorzeigung der Schuldscheine sich zu legittmiren. Zugleich wird bemerkt, datz die auf den Donnerstag fallenden Zahltage für die Interessenten der Stadt Gießen, dagegen die übrigen Zahltage für die Auswärtigen bestimmt sind. Die Herren Bürgermeister werden ersucht, dieses in ihren Gemeinden auf ortsübliche Weise bekannt machen zu lassen. Gießen, den 29. November 1877. r aS "ä-a i H * § ?g 3|1 56) Eine zweitstillende Amme sucht Stelle- Näheres bei der Exped. d. Bltts._______ I Stellensuchenden jedweder Branche kann das seit Jahre» renommirte Bureau Germania zu Dresden auf's Wärmste empfohlen Aeilgev-tenes. Haarbalsam. sehr beliebt als bestes Mittel für die Erhaltung und für das Wachsthum der Haare. Fl. ä 60 Pfg. u. M 1,20. Haarfärbemittel die Flasche 2 JL 39) C. F. Semmler in Giessen. Oberhessische Eisenbahnen. Vom 1. Januar f. I. ab werden die Tarifsätze vom 1. November c. für den Verkehr zwischen Lauterbach, Salzschlirf, Großenlüder, Nidda, Stockheim und Büdingen einer- und den Stationen der Nassauischen Bahn via Frankfurt a. M. andererseits durch andere billigere Taxen ersetzt. Im Verkehr der genannten diesseitigen Stationen mit Mainz, HeisischeLudwigsbahn, finden gleichfalls vom 1. Januar ab billigere Frachtsätze Anwendung. Näheres ist bet den betreffenden Expeditionen zu erfahren. Gießen, den 29. December 1877. Großherzogliche Direction. 46) Mohn. fertiger Geschäftsbücher aus der Fabrik von 3. C. König 3t Ebhardt in Hannover, sowie Anfertigung von Drucksachen jeder Art, als: Rechnungen mit Firma, Notas, Facturen, Avise, Adreßkarten, Wechsel- formulare re. empfiehlt zu Fabrikpreisen l’lß. Lüdeking. fr'B. Musterbücher und Preiscourant stehen gratis zu Diensten.__________ (40 ® y b <ö ■— Q a* ® 3 ? « N a ’S 'S 57) Eine Parkenestude mit oder oh»ie Möbel zu vermiethen. Neuenweg 194. 53) Ein Famtlienlogis von 3 Zimmer und allem Zubehör zu vermiethen und am 15. Marz zu beziehen. ___________I H e ß Teufelslustgärtchen. 37) Em möblirtes Zimmer zu oer: miethen. Näheres in der Exped. d. Bltts. 22) Ein möblüM Zimmer zu vermie- tben.__________________Seltersweg C. 72. 51) (^ine Wirtbscbaft ver- pachtet dT. Blitz. O - c O a ? 3 =£ N « . 38) Eine Hofraithe, welche sich für einen Oeconomen eignet, wird zu kaufen oder zu pachten gesucht. Näheres _______________________Neustadt D. 62. 6840) Im Stuhlflcchten und Horb* machen jeder Art empfiehlt sich J. Schwarzmeier, Mühlgasse 81. Kermietyuugen. 49) Ein Laden mit Logis sowie der II. und III. Stock meines neuen Hauses an der Neichensand-Bahnhossstraße zu oermie- tben.______________I. Stein, Architekt 55) Ein kleineres und ein größeres Logis, letzteres seither von Herrn Postsecr. Weber bewohnt, zu vermiethen. ____Chr. Schopbach. 58) Eine Stube mit oder ohne Bell zu vermiethen. ___________A. Merz, Lindenplatz A. 29. 52) Ein Laden worin seither ein Spece reigeschäft mit bestem Erfolg bt trieben wurde, au vermiethen. Nähcres bei I. Blitz. Die Dampffärberei, Druckerei und chemische Wasch-Anstalt von Adolf Sonnenstrasse 60, empfiehlt fid) im Färben und Drucken von Damen- und Herren- Garderoben, sowie Möbel- und Vorhangstoffen in allen Farben bemerke, daß alle Arten Pelze, Stuben-Teppiche, sowie Kleidungsstücke, chemisch gewaschen werden._____ (6362 i Wedekind, Nordhausen, An°n7i77v: Brennerei ächten Nordhäusers, des Korn-Weins der alten Brenn-Art und Eranr08«8Ch6 und deutsche Mühl- u. Schleifstein-Brüche und -Fabrik _______Prallsten gllltis li..d franco. Agenten, wo noch nicht vertreten, gesucht. Für Damen! 45) Den verehrl. Damen Guß. ne und Umgegend zeige ergebenst an, baß ich meine seit 18 Jahren betriebene Damenfchneiderei auf hiesigem Platze ausübe und werde, auf langjährige Erfahrungen gestützt, stets bemüht sein, geschmackvolle und gut paffende Costüme zu sehr billigem Preise zu verfertigen und halte mich deßhalb auf's Veste empfohlen. Achtungsvoll Carolina Eigner, geb. Wnheimer. _______________Firma: f9\ Eigner, Schulstraße B. 21. 5) Einem geehrten Publikum hiermit zur Nachricht, daß ich am 1. d. M. als Hebamme verpflichtet worden bin und halte ich mich zu allen in meiner Praxis vorkommenden Leistungen bestens empfohlen. Hochachtungsvoll Wittwe Schneider, wohnhaft im Hause des Hrn.Kaufmann u. Schlößer Nagel in der Brandgasse, 4.Stock. NB. Am Eingang bte. Ladens befindet sich Cer Lchcllcnzug ti c -4 S $ttnn!mOr"i<6e ^°[t,an: *• und B.rlvg der Brührschm^^^ letsch, ^..hen. Wtvitionsb Mit r reu Jahren geb Militärdienste r Gymnasiasten i Dienstboten, K vom 13. Zll wenn sie an die vorzulegen. Mir 30 Mark oder verlustig erklärt Bezögt Meldungen verpi Die E machen zu lasier Wen Be Da der Ihrem Berichte daß Gemeinden, 1. 2. Fohlen mit du v, M Tummelplätze ft _ Von de Tummel- und l Be 2A*‘ S-ÄJ welche t D>e @r, hnl. Wir ( an die @t[