Wo. L L » Donnerstag, den 30. Mai 1878 A«;kize- nni) Amtsblatt für bk« Kreis Gieße« Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. Wit nächste Aunnner des „Gießener Anzeigers" erscheint Samstag den 1. Juni. Haaren Frankfurt. le n ef unser Iüil8’8- Fam'l‘e- von den italienischen Kammern ange- m- unöes VNZ. acet I, DlilU* llmgegenb mein i lbattbiüig. «cheiiplsh. h ” Markt mit Wt> Schrift, oder mit Geld — dann einfache Vertagung oder 'der Aufschub der^atificationen""bis ^um'Ausgange RenLn nti L 1 diner Doctrin fertig zu werden, die allen neuer Verhandlungen hätte keine Chancen, u„ Luau. niI„ dann Liebstes, an ihren Besitz, greift! Wäre das nicht wahr, nommen zu werden, denen gegenüber die Regierung verpflichtet sei, jeden An- ' bann bctbientcn tolr bas Fegefeuer eines socialdemokratischen Znknnfts- trag vorznlegen, in Folge desien die Anwendung des neuen Vertrages über den acceptiren. Telegraphische Depeschen. Offerten so crgtebt sich daß niedrigste Offerte mithin weniger: veranschlagt war für nun dahin, daß Die Meinung der Stadtverordneten im großen Ganzen ging Großvezter^^ Mai. Die aus den 11. Juni anberaumt gewesene Abreise des Kaisers nach Ems ist gutem Vernehmen nach ausgeschoben. — Die von auswärtigen Blättern gebrachte Nachricht, die Einladungen zum Congreffe seien bereits an die Cabtnete abgegangen, wird hier von unterrichteter Seite als unbegründet bezeichnet. Berlin, 29. Mat. Der Cultusminister empfing gestern Abend Deputationen des deutschen Lehrervereins und des preußischen Landeslehrervereins, welche Adressen überreichten, worin deren festes Vertrauen zu dem Minister ausgesprochen und derselbe gebeten wird, auf seinem Posten zu bleiben. Der Minister, dankend, hob in seiner Ansprache hervor, daß in Betreff der Schule die gelegten Keime nicht leicht verwischt werden würden, möge die Entscheidung in Betreff seiner Person nach der einen oder der andern Richtung aussallen. Besonders dankbar sei er dem Vorsitzenden des preußischen Landeslehrervereins für seine Worte bezüglich der Aufgaben der Schule, welche ihm die Überzeugung verschafften, daß der Lehrerstand der schule die Religion bewahrt wissen wolle. Gegen den ihm vielfach gemachten Vorwurf, er beabsichtige dte Religion aus der Schule zu verdrängen, schütze ihn allerdings sein gutes Ge- wiffen; indeffen sei dte eben gehörte Erklärung doch für ihn eine große Ge- nugthuung. Petersburg, 28. Mat. Der „Mosk. Ztg." zufolge überreichte dte Reichsbank dem Comtt6 zur Sammlung von Beiträgen zu einer Kreuzerflotte einen unverzinsbaren Vorschuß von 2 Mill. Rubel. Brüssel, 28. Mai. Das Resultat der Provinzialwahlen ist folgendes: In Brabant verlieren dte Liberalen einen Sitz, dagegen sind ihnen alle durch das jüngste Gesetz neu geschaffenen Sitze zugesallen. In beiden Flandern, Lüttich und Limburg bleibt das Stimmenverhültniß unverändert. In Antwerpen gewinnen dte Liberalen drei neu geschaffene ^itze; im Hennegau gewinnen dieselben einen Sitz; in Luxemburg sind sie eines Sitzes verlustig gegangen, und in Namur desgleichen dreier Sitze. Berlin, 28. Mai. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: In der Angelegenheit des Cultusministers wird neuerdings osficiös bestätigt, daß der Kaiser demselben wiederholt den Wunsch zu erkennen gab, er möge (in Amte verbleiben. Eine definitive Erledigung der Angelegenheit wird bet der anscheinend nahe bevorstehenden Anwesenheit des Fürsten Bismarck und des Grafen Stolberg erfolgen. Einstweilen tritt der Cultusminister eine amtliche Reise nach Schlesien an. Wien, 28. Mai. Graf Andraffy verlas heute tn der österreichischen Delegation ein Exposöe, worin er die thatsächliche Inanspruchnahme eines Theils des Credits mottvirt. Die Monarchie dürfe nicht in moralische Abhängigkeit von anderen Staaten gerathen; sie müsse als glctchwerthiger Factor dastehen; es könnten Complicationen entstehen, die auch bei einer Einigung über die euro- päiscken Fragen unsere Jntereffen gefährden. Zunächst seien Verstärkungen in in Aussicht. Der Standpunkt der Regierung sei: für den europäischen Frieden zu wirken und die Jntereffen der Monarchie zu wahren. Andraffy bittet unter Betonung des unveränderten Charakters der Regierungspolitik, bie Inanspruchnahme zur Kenntniß nehmen zu wollen. Dte Delegation beschloß die Zuweisung des Exposes an den Budgetausschuß. — Abends. Die ungarische Delegation nahm das Exposee Andraffy's zur Kenntniß und beschloß Drucklegung und Verkeilung deffelben. Aus Befragen Banhidi's erklärte sich Andraffy bereit, den Friedensvertrag von San Stefano im Originaltext vorzulegen, und versprach weiter, in kürzester Zett, vielleicht schon in der nächsten Sitzung Aufklärungen* bezüglich jener Punkte des Friedensvertrages zu geben, welche von Oesterreich angefochten seien. Bukarest, 28. Mai. Gestern passirte eine ungewöhnlich große Anzahl russischer Truppen Bukarest; ein Theil derselben bezog zu Plumbinta, 2 Stun- den von Bukarest, Quartiere. Petersburg, 28. Mai. Der Schah von Persien ist heute Nachmittag 1 Uhr nach Warschau abgereist; der Kaiser nebst einem glänzenden Gefolge geleitete ihn zum Bahnhof. Die kaiserliche Familie hat heute Residenz in Zarskoeselo genommen. Jgnatieff ist mit Urlaub nach Kiew abgereist. Berlin, 28. Mai. Majunke ist von der Redaction der „Germania" zurückgetreten und wird demnächst Berlin verlaffen. Die Redaction der „Germania" übernimmt am 1. October der frühere Redacteur der „Schles. Volks- Zeitung" und des „Schles. Volksblattes", Dr. Franz. Paris, 28. Mai. Wie das „Journal officiel." berichtet, empfing der Präsident der Republik gestern im Palais des Elisas die Deligirten zum Post- Congreß. Der Marschall sprach denselben gegenüber den Wunsch aus ' daß dem Welt-Postverein bald ähnliche Vereinigungen auf dem wirthschaftlichen Gebiete folgen möchten, um die Gemeinsamkeit und die Brüderlichkeit der Nationen zu befestigen. Der deutsche Generalpostmeister Dr. Stephan erwiderte: Wir haben das Glück, daß die Weltausstellung mit dem Postcongreffe rusammenfällt. Wir sehen das ganze französische Volk bei der friedlichen Arbeit dte der Geschichte Frankreichs einen neuen Abschnitt hinzufügt. Frankreich trägt mächtig zum Erfolge des Congreffes bet durch die liberalen Ideen und den erleuchteten und versöhnlichen Geist, welcher unsere Berathungen leitet. Dr. Stephan schloß mit dem Rufe: Es lebe Frankreich! welchen die ganze Versammlung mit Beifall wiederholte. Konstantinopel, 28. Mai. Der Premier-Minister Sadyk Pascha wurde abgejetzt. An seine Stelle tritt Mehemed Ruschdi Pascha mit dem Titel Lokal. Notiz. Gießen, 29. Mai. (Sitzung der Stadtoerordneten am 27. Mat.) Herrn Pfarrer Schlosser wird der Rathhaussaal zu einer Versammlung des Vereins für Heiltg- haltung des Sonntags bewilligt. - In Betreff Erbauung eine« SchulhauseS für die höhere Mädchenschule war auf heute gleichzeitig auch Termin zur Eröffnung der etnaeluufenen Submissionen anberaumt. Der Bauausschuß hatte alle Hände voll zu thun um das zahlreich etngelaufene Material zu sichten. Um unsern Lesern.einen Einblick zu eröffnen wie arbeitslusttg man eben in jetziger Zett ist und wie sich dte Handwerker einander abbteten, lassen wir nachstehende Zahlen reden. I-n Ganzen sind 116 Offerten eingelaufen, darunter 7 auf Uebernahme deS ganzen Baues. ES oertheilen sich auf Maurerarbeit H, Lungftetnlieferanten 3, ®anbfteinlieferanten 17, Zimmerarbeit 12, Dachdecker 6, Schreiner 14, Schlosser 12, Glaser 8, Weißbinder 8, Spengler 10 und Pflästerer 8. Nach dem Voranschlag sollte die Bausumme 134 849 66 betragen. Wenn auf dte Gebote der niedrigsten Offerten eingegangen wücbe, so stellten sich dte Forderungen im Einzelnen auf 109,990 09 H, alSfo 24,859 57 H weniger als im Voranschlag vorgesehen, während der Mrndeftsordernde zur Uebernahme cm Ganzen 113,718 72 verlangte. Stellen wir nun die Voranschläge der einzelnen Arbeiten untereinander und vergleichen dieselben mit den niedrigsten gBagnet’t telegr» Torresp-ndenz-Bureav« Wien 28. Mai. Die „Polit. Corrsp." erfährt aus Konstantinopel' die Pforte halte zwei Documente in Bereitschaft, welche sie zuerst den befreundeten Mächten zu notificiren, hierauf dem Congreffe zu unterbreiten gebente. Dieselben wurden bereits dem englischen und französischen Botschafter iemgehandtgt. Das eine resumire die Verhandlungen, welche dem Vertrage von San Stefano vorangingen und verbreite sich eingehend über die Schwierigkeiten mit welchen die türkischen Unterhändler zu kämpfen hatten. Das ander- enthalte ein ausführliches Programm der im ottomantschen Reiche emzufuhrenben Reformen. Dieselbe Correspondenz meldet ferner aus Konstantinopel: Die Pforte erhielt gestern eine Einladung zum Congreffe, welche sie sofort beantwortete. Reus Pascha ist anstatt Fuad Paschas zum Commandanten des 4. Corps der Verthetdtguugsarmee von Konstantinopel ernannt worden. 13 Bataillone der Garnison von Varna und Schumla sind in Konstantinopel eingetroffen. Die Polit. Corrsp." erfährt, daß entgegen den anderweitigen in den letzten Tagen verbreiteten Meldungen über das Datum und den Ort des Zusammentritts des Congreffes bis jetzt noch nichts endgültig festgesetzt sei. London, 28. Mai. Bei der Specialdebatte genehmigte das Unterhaus den Nachtragscredit für dte indischen Truppen ohne besondere Abstimmung. — Morntng Post" und „Daily Telegraph" versichern, es sei zweifellos, daß über die Rußland und England ausschließlich interessirenden Fragen eine Verständigung erzielt sei. Die Regelung der übrigen Fragen bleib- vorbe halten. England werde aus dem Congreffe durch Lord Salisbury oder Lord Lyons vertreten. Zum Vertreter Rußlands sei Graf Schuwaloff ausersehen. — Der deutsche Kronprinz und die Kronprinzessin haben gestern die Kaiserin Eugenie und den Prinzen Louis Napoleon in Chislehurst, sowie den österreichischen Botschafter Grafen Beust besucht und wohnen morgen der Revue in man möglichst einheimische Handwerker, wenn irgend thunlich, mit den Arbeiten betrauen möge. Da nun mit dem Baue des SchulhauseS alsbald begonnen werden soll, so wurden die dringendsten Arbeiten, nämlich Maurer- und Zimmer-Arbeit, sowie Stein- lteferung heute vergeben. Die Auswahl unter den Submittenten geschah in geheimer Sitzung und können wir hierüber keine weiteren Mtttheilungen machen als blos die Namen der Erwählten nennen. Es sind dies für Maurerarbeiten Aug. Nauheimer Wittwe, Lungstetn-Lieserung Leonhard Lang aus Odenhausen, Sandstein-Lieferung Gebr. Adelmann aus Bettingen und Zimmerarbeiten Peter Pitz von hier. — In bie Commission für Expropriation von Gelänbe von B alth. Lenz unb H artmann Eulers Erben wurden die Stadtverordneten Th. Wort mann unb L. Kauf, sowie als Sachverstänbiger OrtsgerichiSmann Müller bestellt. — Als Commtsston für Stat Ermittelung der lanbwtrthfchaftl. Bodenbenutzung unb beS Ernte-ErtragS im Deutschen Reich für ben Bezirk der Stadt Gießen werden die Mitglieder des Fttdrechts erwählt. — Gelegentlich der Zusammenschmelzung der kath^ Schule mit den übrigen städtischen Schulanstalten muß ein neuer Schulvorstand gewählt werden. Als Mitglieder, welche die Stadt zu bestimmen hat, wurden destgnttt dte Herren K. Wenzel, I. Haustein Th. Batst, M. Hornberger, Prof. R. Heß und Registrator Herzderger. — Schuldiener Schneider wird auf sein Ansuchen eine geräumigere Wohnung im unteren Stock des Htnterbaues des städt- HauseS auf dem Asterweg bewilligt. — Die Thetlung der 6. Classe der Stadtmädchenschule wird nach den Vorschlägen der Schuldeputation genehmigt — Der Handwerker-Zeichenschule sollen sür Herrichtung der ihnen überlassenen Räumlichkeiten im städt- Hause auf dem Asterweg die Weißbinberarbetten bezahlt, ebenso Heizung unb Beleuchtung gestellt werben. Die Herstellungskosten für die erforberliche Gasleitung will ber Gewerbe-Verein tragen. — 25u ben AdortS- anlagen für bie Schule in ber Neustadt wird ber neue Voranschlag genehmigt. — Die Stellung ber stabt. Rechnung pro 1877 konnte wegen verschiedener Hinbernisse halber nicht bis zum gesetzlichen Termin am 1. Juni erfolgen unb wirb der Verwaltung ein Monat Frist gewährt. - Sine V-rsüzung Großh. vrinM-r'um« blsttmml, daß die Orts- ober RathSbiener Zeitungen rc., u. A. auch baS ReichSgesetzblatt, auf ber Post abholen sollen um da« Bestellgeld zu sparen. Da nun fragt Relchsgesetzblatl nicht regelmäßig erscheint, eine prompte Abholung mithin nicht erfolgen kann, außerdem der Betrag von 2^. pro Jahr auch kein so enormer für dieProo.- und Hauptstadt Gießen ist, wurde beschlossen fraßt 2 jt au» der Stadtkasse zu entrichten. — Eine längere unb heiklereDiScussion erzeugtepos. 12 der Tages-Ordnung: Erweiterung der KaplanS- gaffe. Vor einiger Zeit wurde ber Bauplan beS Herrn Zwesch genehmigt wonach oerfelbe auf bas Plätzchen vor seinem Hause einen Laben errichten will- Ehe nun zur Ausführung bes Bauens geschritten wirb erbot sich Herrn Zwesch in einer neueren Eingabe nochmals bas ihm gehörige vormals alte Keck'iche vauS um '000 JL, bem oon ihm verwanbten Ankaufspreis, an bie Stabt behufs Nieberlegung abzutreten, eoent- auch bas anbere früher M üller'fche HauS, zusammen für 14.000 je unb einen Bauplatz an berfeiben Stelle. Nach langen Debatten über bie Zweckmäßigkeit ber recht«- oder linksseitigen Erbreiterungen beschloß bie Versammlung diese Angelegenhett dem Bau- Ausschuß zur Begutachtung unb bemnächstiger Vorlage zu überweifen. — Nothwenbtge Planirarbeit auf bem Friebhof wirb genehmigt. — Herr Chr. Lony will in feine« Garten, an ben Schoorgraben stoßenb, ein Wohnhaus erbauen unb wanbte sich, ba bte Stabtoerorbneten ein früheres berarttgeS Gesuch nicht genehmigten, an Sroßherzogliche« Ministerium. Auch heute beschließt bie Versammlung dem Gesuche nicht zu willfahren, weil frag!-Baustelle nicht im städt. Baupläne eingezeichnet ist. - Herrn Maurer Ehr. Haubach wird bte Erbauung eines Hinterbaues am Gletberger Weg genehmigt, desgleichen Herrn Blitz bie Herrichtung eines Labens an seinem Hause auf bem Neuenweg, unter ber Bedingung, daß keine Treppmttitte in die Straße zu liegen kommen. Herr Kreiling will tn seinem Garten, früher Herrn Director Stein gehörend, ein Wohnhaus mit Wirthschaft errichten. Ehe sich die Versammlung aber darüber fmlülltg machen kann, soll der Bau-Ausschuß dem Projekte näher treten. - Verschiedene Kosten- Decreturen, sowie eine Einfriedigung an bem Finkochen Hause an der ©rünberger Straße werben genehmigt unb gleichfalls Herrn Spruck die Erlaudniß zur Anlegung eines Petroleumlagers in bem „Briefträgergäßchen" erthetlt. Gießen, 29. Mai. Die bereits erwähnte Frankfurter Regatta wurde programmgemäß Sonntag d. 26. er. vom schönsten Meter begünstigt abgehalten und entnehmen wir vem ,, a ., , . c„ fAnnf. rt(fi aeaen seinen Willen bemüßigt lDalmatien unb Siebenbürgen und event. ein Aufmarsch zur Sicherung der K »!«en unb Differential-Zöllen 9 f - h»nn \in 9luKRAt °^> icf« A * in einer 3 ®e f V 7000 **/ 5 W uttLlütreten, i :-SsZ ää tttM ell* ö a ^<1 „granff. General-Anzeiger" einen Bericht, welcher ein klein wenig anders lautet als der in gestriger Nummer stehende: , Um speciell über die Wettfahrt selbst näher zu berichten, müssen wir leider erwähnen, daß der Festgeber kein sonderliches Glück hatte. Schon gleich beim ersten Rennen, an dem sich der Frankfurter Ruderverein mit dem Offenbacher Ruderverein um den Sieg stritt, erlitt ersterer eine Nieverlage, indem die Offenbacher ihre Rivalen um einige Bootslängen hinter sich ließen. Es ist dies um so betrübender, als dies die einzige Wettfahrt war, in welcher die Frankfurter rechtlich in den Kampf gingen, man war daher auf den Ausgang um so gespannter. — Beim nächsten Rennen siegten allerdings die Frankfurter, jedoch wurde diesem Steg kein zu großes Gewicht beigclegt, weil der Frankfurter Verein zwei Boote gegen ein kremdeS (Gießen) zu Feld führte. — Es ist dies ein ganz ungerechtes Vorgehen, umsomehr als das eine Frankfurter Boot mit den besten, bei anderen Wettfahrten bereits decorirten, Senior-Mannschaften besetzt war, während Gießen als junge Gesellschaft nur Junior-Mannschaften stellen konnte. Ebenso war es beim letzten Gang, der, wenn die Frankfurter nicht wieder dasselbe Prtncip verfolgt hätten, wohl der interessanteste des Festes gewesen wäre. Das einzig fremde Boot, dem zwei Boote des Frankfurter'Vereins entgegengeführt wurden, gehörte den Mannheimern und schlug sich vcffen Mannschaft insofern sehr tapfer, als es dem einen Frankfurter Boote nur mit Mühe gelang, seinen Concurrenten, die Mannheimer, um eine Länge zu schlagen. Das zweite Boot der Frankfurter war weit retour. — Bei den anderen Wettfahrten siegte einmal Würzburg gegen Mannheim und Gießen, das andere Mal Offenbach gegen zwei verschiedene Mannheimer Clubs." Wenn auch unsere vaterstävtische Rudergesellschaft für diesmal keinen Preis errunaen hat, so hat sie doch bewiesen, daß ihre Leistungen hinter anderen Vereinen nicht »urückstehen wnd wird dieselbe sich fernerhin nur auf Wettkämpfe einlassen, wo offen und rechtlich verfahren wird. h- Gießen, 27 Mai. Die Sitzungen des Schwurgerichts vom III. Quartal werden Montag den 1. Juli d. I., Vormittags 9 Uhr, unter dem Vorsitze des zum Präsidenten bestimmten Großherzoglicheu HofgerichtS-Raths Herrn Wiener, sowie des zu dessen Stellvertreter ernannten Großherzoglichen HofgerichtS-Raths Herrn Muth ihren Anfang nehmen und sind demgemäß in der heute stattgehabten öffentlichen Sitzung Großherzoglicheu Hofaertchts der Provinz Oberhessen die Haupt- und Ergänzungs-Geschwornen in folgender Reihenfolge ausgeloost worden. I. Ergänzungs-Geschworene: 1. Dr. Ernst Ludwig Karl Bratuschek, Professor. 2. Christian Haubach, Maurer. 3. Ludolph Lynker, Rentamtmann. 4. Simon Flörsheim, Kleiderhändler. 5. Dr. Otto Bindewald, Reallehrer. 6. Heinrich Michael Merz, Bauunternehmer. 7. Dr. Tuisko Lorey, Professor. 8. Dr. Georg Pflug, Professor. 9. Dr. Jobann Baptist Wetter, Professor. 10. Anton Joh. Ferd. Wernh. Petri, Bauunternehmer. 11. Susmann Katzenstein, Holzhändler. 12. Dr. Richard Heß, Professor; sämmtlich in Gießen.__ II. Haupt-Geschworene: 1. Conrad Dietz II., Landwirth von Heisters. 2. Conrad Rispel, Gutsbesitzer von Gedern. 3. August Schneider, Händler oon Ulrichstein. 4. Philipp Sondermann III., Holzbändler von Alsfeld. 5. Louis von Rotsmann, Großh. Kammerherr von Hof-Dotzelrod bei Eudorf. 6. Isaac Freimark, Fruchthänder von Bindsachsen. 7. Friedrich Heimburg, Landwirth von Bönstadt. 8. Frtedrich Philippi, Müller von Büdesheim. 9. Franz Engisch, Ober-Steuer-Jnspector in Gießen. 10. Johannes Rodemer IV., Landwirth von Angersbach. 11. Fasst Löwenthal, Fruchthändler von Bönstadt. 12. Johannes Flach II, Rothgerber von Butzbach. 13 Adam Wendel, Weinhändler von Butzbach. 14 Heinrich Keudel II., Landwirth von Liederbach. 15. August Schlesinger, Fabrikant in Gießen. 16. Johannes Weber II., Schildwirth in Rieder-Seemen. 17. Georg Pfeffer II., Laudwtrth von Eichelsachsen. 18. August Mendelsohn, Ellenwaarenhändler von Gießen. 19. Jost Korell, Landwirth von Schwabenrod. 20. Ludwig Riedesel, Freiherr zu Eisenbach, Rentier von Frischborn. 21. Karl Urich, Forstmeister von Büdingen. 22. Jacob Müller, Leinwandfabrikant von Frischborn. 23. Dr. Karl Gaquoin, Gymnasiallehrer von Gießen. 24. Johannes Dietz, Gastwirth voll Gießen. 25. Karl Völztng, Landwirth von Groß-Felda. 28. Ferdinand Burk, Müller von Gießen. 27. Heinrich Bernhardt, Landwirth von Steinberg. 28. Liebmann Reiß, Eisenhändler von Bobenhausen. 29. Aron Katz, Fruchthändler von Gießen. 30. Karl Martin Schudt, Müller von Dorheim. Gießen, 29. Mai. Großherzogliche Polizeiverwaltung Hierselbst hat folgende« Ausschreiben an die Behörden im weitesten Umkreise versendet: Am Freitag den 24. l. Mts. hat sich von zu Hause entfernt die elfjährige Elise Broel von hier, dunkelblonde Haare vorn an der Stirne etwas rund geschnitten, ziemlich hohe Stirne mit schwachen Sommersprossen auch am Nasenbein, ovales Gesicht, bekleidet mit hellgrauem Lüstrekleid am Hals ausgeschnitten, roth und schwarz carrirtes Umschlagetüchelchen, hohe Schnürschuhe, dunkelblaues Ftlzhütchen, Tyroler Facon mit Rosenbouquet, trägt braunseidenes Sonnenschirmchen und höchstwahrscheinlich ihre Schulheftmappe mit sich. Man bittet um sorgfältigste Nachforschungen nach dem Verbleib des Kindes und sofortgefällige Benachrichtigung von dem Resultat. Gießen, am 28. Mai 1878. Großherzogliche Polizeiverwaltung Gießen. Fresenius. Auch wir möchten im Interesse der armen bekümmerten Eltern Jeden auffordern, der etwas von dem Kinde vernimmt, solches der nächsten Polizeibehörde oder unS mitzutheilen. D. Red. Altgemeiner Anzeiger. Anzeige S D 3267) Schloßgasse 259. Goldfische eingetroffen. Wilh. Balser. 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Hoheit des Großherzogs Ludwig IV. von Hessen und bei Rhein stehenden patriotischen Unternehmens des Ausbaues der Katharinen-Kirche ?u Oppenheim, welches sowohl aus Mitteln des Großherzogthums Hessen als auch des deutschen Reiches unterstützt werden soll, wird mit Genehmigung des Großherzoglich Hesstschen Ministeriums eine Lotterie ohne Nieten von Kunstwerken veranstaltet. Jedes Loos gewinnt. Zu obiger Verloosung sind Loose ä Jf. 3 haben in der Expedition des Gießener Anzeigers, Schulstraste 18. 3155) Zur Anfertigung neuer Pumpen aller Art, Bier- Apparaten, Wasserleitungen, sowie in Reparaturen derselben empfiehlt sich Friedrich Weber, Pumpenmacher, Gartfeld. Bekanntmachung. 3350) Das Communal-Steuer-Register der Gemeinde Gießen ließt 8 Tage lang zur Einsicht der Jnteresienten auf dem Bureau der unterzeichneten Behörde offen. Gießen, den 28. Mai 1878. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. A. Bramm. Bekanntmachung. Die Rechnung der Armenkaffe und der Plock'schen Stiftung vom Jahr 1877 liegt während acht Tagen aus dem Bürgermeisterei-Bureau zur Einsicht offen. Gießen, am 28. Mai 1878. Die Armen Deputation der Stadt Gießen. A. Bramm. Holzversteigerung. 3363) Montag den 3. und Dienstag den 4. Juni d. I. sollen in dem Stadtwald zu Hungen nachverzeichnete Holzsortimente versteigert werden: Montag den 3. Juni in dem Dtstrict Herborn und Langsdorser Grenzwald: Scheit Knüppel Raum Reisig Meter Stöcke Buchen 230 140 120 326 Eichen — 25 —. — Nadel — 180 345 316 Dienstag den 4. Juni in dem District Großer und Kleiner Rocksberg und Galgenwald: Scheit Knüppel Raum Reisig Meter Stöcke Buchen 238 198 241 549 Eichen — 105 — — Nadel — 254 307 253 Der Anfang der Versteigerung ist jedesmal Vormittags 9 Uhr, am ersten Tag im District Herborn, am zweiten Tag im District Kleiner Rocksberg. Hungen, den 28. Mai 1878. Großherzogliche Bürgermeisterei Hungen. Bender. 3304) Die diesjährige Grasnutzung von den Schneisen und Blösen des Gießener Stadtwaldes soll Samstag den 1. Juni d. I., Vormittags 11 Uhr, im Saale des alten Rathhauses versteigert werden. Gießen, den 25. Mai 1878. Großh. Bürgermeisterei Gießen. A. Bramm. Freitag den 3 1. Mai, Vormittags 10 Uhr, werden im Gasthaus zum „Löwen" dahier fämmtliche im Lagerraum des Heinrich Battenfeld befindlichen Regale, sowie eine Partie schmiedbarer Guß öffentlich gegen Baarzahlung versteigert. An demselben Tage von Nachmittags 2 Uhr an, wird die Waarenversteigerung in der Restauration „Bramm" zu Ende geführt. Gießen, den 29. Mat 1878. 3361) M. Pilger, Massecurator. Vermietungen. 3349) Ein kleines möblirtes Zimmer zu vermtethen. Neuenu.eg Ltt. B. 116. 3353) MöbltrteS Zimmer zu vermiethen. ______________Ehr. Weiß, Asterweg. 3352) Ein kleines Familienlogis mit Werkstätte für ein reinliches Geschäft wird auf sofort oder später zu miethen gesucht. Näheres bei der Exped. d. Blits.__________ In der Schulstraste ist ein Familienlogis von S Zimmern nebst Zugehör zu vermiethen und im Juli beziehbar. Näheres in der Exped. d. Bltts. Logis und Kost für einen Schüler in einem freundlichen Haufe in der Nähe der Real- fchule. Näh. Gartenstr. 163. 3070) Ein fieundlichts Familienlogis, bestehend in 3 Zimmern, Küche rc., ist zu vermiethen und alsbald zu beziehen. ____________Näheres Sonnenstratze 104. 3312) Ein Familienlogis, per 15. August beziehbar, zu vermiethen. ____________EliaS Mtier Wittwe. 3311) Zu vermiethen gleich beziehbare Logis.__ ___ Neuenbäuen B 90. 3244) Die Parterre-Wohnung meines Hauses, bestehend aus 5 Zimmern nebst Zubehör ist per 1. August zu vermiethen. Louis Scheid. Vermischte Anzeigen. 3359) Ein Fenster-Loden ist abhanden gekommen. Wer Auskunft ertheilt erhält eine Belohnung. Neustadt D. 34. Herren- und DamenstrolMie weiden zum Waschen, Färben und Fasoniren angenommen. Muster oorräthig. 2207) LjoiiIw Gall. X3i: :o=zo o Brdrschft. :ca 3262) Unserem lieben Freunde H......S . . . r nachträglich zu seinem 18jähr. Geburtstage die besten Glückwünsche und ein n dreifach donnerndes Hoch, daß die ganze I Wetzsteinsgasse wackelt. g 3358) Ein mittelgroßer Regenschirm ohne Griff ist am Freitag in meinem Lader stehen geblieben. Emil Fischbach. Philosophenwald« 3347) Zum Himmelfahrtfeste: Grosses f’OMcerf. ausgesiihrl von der Kapelle des 2. Grosth. Hoff. Inf. Reg. Nr. 116, unter Leitung des Kapellmeisters Herrn k. Krauste. Anfang a Uhr. — Entree 30 Pfg. An die Bewohner von hier und Umgegend! Speciell für Hausfrauen! -anc Großer Inventar Ausverkauf zu äußerst billigen aber festen Preisen. Durch vortheilhafte, haare Einkäufe bin ich im Stande, so billig zu verkaufen, daß kein derartiges Geschäft mit mir concurriren kann, und enthalte ich mich weiterer Anpreisung meiner Maaren. 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