Wtem '"bi 1«. (, SÄ-. b"UniÄUfSä. erslveg, °l"Walze. 1(., ", hbach. >♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦<« ♦ Presse r -in besonderes Abonne- 4 «stanstalien Bestelluneen 4 Wunsch den Beginn der 4 )tn Kriege n ankfudtt Presst. 4 »444^44444444 WandinWa. anuar 1829. .877. . . 322, WM A . . 77,0,000 „ . . 105,366,100 ,, 31,3 Procent. 41 „ tyvtttn lernte mW« J. BicÄm er-Roulade), (5811 1 Hehlte- 1, Herren können Kostunb Aei wem? sagt die EM - »IversanMnlun» &“**•**■■ Abends J Mi IN Catf M liSsSSS -KZiS SSW zS-H cerbauie ^itr ■i‘«ä «S tOtzZZ ZsLM ileiot in Uo. TL». Mittwoch, den 31. Oktober 1897« Kießener ^Jtmeiger Anzeige- nnd Amtsblatt für den Kreis Gießen. Erscheint tLgttch mit Äuinabmt de» Montag». Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pt- mit Bringerlohn, t^rpsditionr Schulstraße, Lit. B. Nr. 18. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark so Pf. ^otitisch Aeulschlaud. Darmstadt, 29. October. Die deutsche Kaiserin ist zum Besuche der Großherzoglichen Herrschaften hier eingetroffen und setzt um 5 Uhr Nachmittags ihre Reise fort. Der Großherzog tritt gleichzeitig eine Reise nach Ober» Hessen An. — Der Caffatioushof fällte heute in dem Proceß, den der General- Staatsprocurator Schalck gegen den Redacteur des „Mainzer Tagebl.", Karl Pröll, angestrengt hatte, ein sreisprechendes Urtheil. Berlin, 27. October. Abgeordnetenhaus. Die Commissionen haben sich constituirt. Auf der Tagesordnung steht die Fortsetzung der Berathung über das Schreiben des Ministers Camphauseu. Windthorst betont die Wlch- ligftit der Discussion für die Klarstellung der constitutionellen Verhältnisse. Er hält eine Adresse an den König für zweckmäßig; eine solche dürfte indessen nur von der Majorität beantragt werden. Der Redner sucht Wandlungen in der inneren Politik nachzuweisen. Minister Dr. Friedenthal wiederholt, er werde seine Zusagen erfüllen. Er betont, daß er die Kreis-Ordnung als das Gesetz bezeichnet habe, in dessen Sinne und Geiste die Verwaltungs-Reform fortgeführt werden solle. In Betreff der Städte-Ordnung bemerkt Redner, die vorgelegte Novelle enthalte einen Punkt, der eine Annäherung der Regierung an die Wünsche der Majorität involvire. Vice-Präsident des Staatsminlste riumS, Camphausen, weist auf das Bestimmteste die Aeußerung Windthorsl's zurück, daß Fürst Bismarck absolut regiere. Gegenüber der Aeußerung Wlndt horst's, die Minister seien nur Commis Bismarck's, meint Redner, die Würde des Hauses, sowie der Regierung sollte solche Betrachtungen, wie sie der ehemalige Minister Windthorst angeftellt, nicht gestatten. Camphausen betont wiederholt, daß die Verantwortlichkeit aller einzelnen Minister unverändert sortbe- stehe. Lasker erklärt, das formelle Recht zur Beurlaubung eines Ministers sei nicht zu bezweifeln und die Stellvertretung für denselben fei Im Interesse der Geschäfte nothwendig. Die Befürchtung einer Wandlung in der inneren Politik l Helle er nicht; eine solche Wandlung sei nicht möglich. Sein und seiner politischen Freunde Standpunkt bezüglich der Verwaltungs-Reform sei der nämliche, wie vor zehn Jahren. Sie hätten die Reorganisation nur unter der Voraussetzung unternommen, daß dieselbe planmäßig und stetig durchgeführt werde. Diese Bedingungen müßten sie auch jetzt stellen, wenn sie die Regierung unterstützen sollten. Der Antrag Wludthorst's scheine ihm nicht zweckmäßig. Der Gedanke eines Minister-OrganlsatlonS-Gesetzes sei noch nicht reif und der Antrag auf ein Minister > Verantwortlichkelts - Gesetz hänge mit der vorliegenden Frage nicht zusammen. Die beiden vorliegenden Anträge seien daher für ihn unannehmbar. Richter polemisirt gegen einzelne Aeußerungen Lasker's und plaldirt für den Antrag der Fortschritts-Partei- Minister Dr. Friedenthal erklärt gegenüber der bezüglichen Aeußerung Richter's, daß er im Falle der Erteilung eines MlßtrauenS-Votums als constitutloneller Minister seine Entlassung geben würde. Löwe erklärt sich gegen die Anträge der Fortschritts-Partei und des Centrums und bezeichnet dieselben als unzweckmäßig. Hierauf folgt die Abstimmung. Der Antrag der Fortschritts-Partei wird abgelehnt; dafür stimmen die Fortschritts-Partei und die Polen. Der Antrag des Centrums wird unter namentlicher Abstimmung mit 217 gegen 132 Stimmen ebenfalls abgelehnt. Nächste Sitzung Dienstag. — Die „Post" erklärt die Meldung verschiedener Blätter: Der Minister Dr. Friedenthal habe in den die Verwaltungs-Reform betreffenden Passus der Thronrede das Versprechen der Uebertragung der Reformgesetze auf die westlichen Provinzen aufnehmen wollen, der Minister-Prästdent die fragliche Stelle aber gestrichen, für unrichtig. Der in Rede stehende Passus sei vor der Berufung Dr. Friedenthal's zum stellvertretenden Minister des Innern entworfen und nicht nur von sämmtlichen Ministern, einschließlich des Fürsten Bismarck, sondern auch von dem Kaiser unverändert genehmigt worden. Berlin, 28. October. In der Capelle der russischen Botschaft sand heute Vormittag ein Trauer-Gottesdienst für den gefallenen Prinzen v. Leuchtenberg statt. Der Kaiser wohnte der Feierlichkeit, an der auch viele russische Unterthanen theilnahmen, bei. Stettin, 27. October. Das ttreisgerrcht hat als Kuratoren bei dem Eoncurs der Pommer'schen ritterschaftllchen Privat-Bank die Herren Keddlg, Braun und Hildebrandt bestätigt. Stuttgart, 27. October. Die Königin von Württemberg ist heute von Friedrichshafen zum Kur-Aufenthalt nach San Remo abgereist. Der König kehrt heute Abend von dem Sommer-Aufenthalt in Friedrichshafen nach der Residenz zurück. Kestmeich. Wien, 26. Oktober. In der heutigen Sitzung M Abgeordnetenhauses richtete Oberleitner folgende Interpellation an den £anbel8mlnHter: ob und warum die Verhandlungen über den Zoll-Vertrag mit Deutschland abgebrochen seien, und eventuell welche Maßregeln die Regierung zu ergreifen gedenke, um den wirthschastllchen Nachthellen zu begegnen, welche aus der Störung altgewohnter Verkehrs-Beziehungen erwachsen könnten, und um Erschütterungen er H h ei t. Hintanzubalten oder zu mildern, welche bet dem nahenden Ablaufe der Geltungs- zeit des Vertrags mit Deutschland zahlreiche Industriezweige bedrohten. Baron Zschok brachte eine Interpellation ein bezüglich der Beschlagnahme von für Rumänien bestimmten Eisenbahnschienen auf ihrem Transporte durch Ungarn. Wien, 27. October. Die „Wiener Abendpost" verweist auf die gestrige unter Reserve veröffentlichte Nachricht der „Polit. Corresp.", nach welcher die Pforte die guten Dienste Englands wegen der Anbahnung des Friedens in Anspruch genommen habe. Die „Abendpost" fügt hinzu, daß andere Organe in die Nachricht Glauben setzten. Allein mit Rücksicht darauf, daß im Verlaufe des Krieges die Friedens-Nachrichten sich schon oft nicht bestätigt hätten, könne sie sich der von der „Polit. Corresp." ausgesprochenen Reserve nur anschließen und nichts sehnlicher wünschen, als daß die nächste Zukunft dieses Abwarten als unberechtigt erweise. Pesth, 27. Oktober. Im Abgeordnetenhaus« meldete Stmontay «ine Interpellation an über einen vor längerer Zeit stattgehabten ungehinderten Transport scharser Patronen auf der Fünskirchener Eisenbahn. KrauKrttch. Paris, 26. Oktober. Der dintsche Botschafter, Fürst Hohenlobe, ist heute Abend um 9 Uhr hier eingetroffen. Herzog v. Decaze« wird morgen siüh in Pari« zurückerwartet, um an dem Mtnisterrathe thetlzunehmen, worin angeblich wichtige Beschlüsse über die Mittel zur Lösung der Krists gefaßt wer. den sollen. Die Rede Gambetta'S wird von den- legitimlstischen Organen auf'« Heftigste angegriffen. Pari», 27. Oktober. Der deutsche Botschafter. Fürst Hohenlobe. stat- tete heute Nachmittag den, Marschall Mac Mahon und dem Herzog v. Decaze« Besuche ab. Pari-, 28. October. Die Munlcipal-Wahleu für Paris sind auf den 25. November festgesetzt. - Der „Frankls" erklärt, die Journale hätten Unrecht, wenn sie aus seiner gestrigen Mittheilung schlössen, der Marschall sei geneigt, der Linken Zugeständnisse zu machen. Daß das Ministerium dem Mar- sckalle überlasse, sich an die Männer zu wenden, welche sich ihm zur Unter» flützuug seiner bisherigen Politik darböten, implicire nicht, daß der Marschall bereit sei, aus diese Politik zu verzichten und von den Erklärungen abzuwelchen, welche ihn vor dem Lande verpflichteten. Das Blatt stellt in Abrede, daß die Majorität des Senats bereit sei, sich aufzulösen, und bemerkt, die Mehrzahl der Senatoren fei noch abwesend und solche Entscheidungen könnten nur aus Collectlv-Berathungen hervorgehen. — Der „Franyais" stellt in Abrede, daß die Majorität des Senats sich auflösen und die Sache der Regierung aufgeben wolle. Atalten Rom, 28. October. Der „Corriere d'Jtalia" dementlrt entschieden die Nachricht eines Wiener Blattes, daß die Pforte eine Beschwerde-Rote an das italienische Cablnet wegen angeblicher Jntriguen italienischer Agenten in den lavischen Provinzen gerichtet habe. Das Blatt sagt: Die Pforte hat hierüber nicht blos eine Beschwerde geführt, sondern hatte selbst keine Veranlassung, zlesbezügliche Bemerkungen zu machen. Außland. Moskau, 26. October. General-Major Hartung hat sich gestern im Gerichtslocale erschossen, unmittelbar nachdem die Jury bet der Verhandlung des Processes (Sanftleben denselben der Entwendung von Wechseln und anderer Crirntnal-Verbrechen für schuldig erklärt hatte; derselbe ließ einen Zettel zurück, auf dem er seine Unschuld betheuerte. Der orientalische Krieg. Konstantinopel , 26. Oktober. Dem Vernehmen nach würde Baker sein Commando niederlegen und nach Konstantinopel kommen, um die Gensd ar- merle zu organistren. Petersburg, 27. Oktober Offkleße Meldung aus Poradirn vom 26. d.: Gestern besichtigte Großfürst Nikolaus das Schlachtfeld von Gorni- Dubniak und die von unseren Truppen erkämpften Positionen. Die Truppen sind vom Siege am 24. Oktober begeistert. Alle, vom Generale bi« zum Sol- baten, haben sich als Helden benommen. Unser Verlust beträgt 2500 Manu. Der türkische Verlust ist beinahe ebenso groß. 80 türkische Osstclere sind gefangen, eine Fahne und 4 Geschütze erbeutet. Petersburg, 28. October. Telegramm aus Tiflis vom 27. d.: Aus Jgdyr wird gemeldet: In der Nacht vom 19. auf den 20. Octbr. verließ die Arriöre - Garde Ismail Pascha'S unbemerkt ihre Positionen. Vor ihrem Rückzüge verbrannten die Türken beiläufig 240 Patronen Kasten. Drei Kosaken- Sotnlen und zwei Escadrons Dragoner jagten dem Feinde nach, überschritten die Grenze und stießen bei dem Mlssuna-Passe aus einige Hundert Mann türkische Kavallerie, welche sich eilig in die Berge auf der Straße »ach Diadm zurückzogen. Später erhielten neue Truppen Geschützfeuer von den Missnna, Höhen, welches unsererseits nicht erwidert wurde, da keine Artillerie mitgenom- men worden war. In der Nacht verzog sich auch dieser Theil der türkischen Truppen. — Am 21. Octbr. vcllführte Fürst Baratoff eine Recognoscirung bis zur Mitte der Straße nach DiaOin, ohne dem Feinde zu begegnen. — Im Dorfe Mifsuna ließen die Türken einen enormen Vorrath von Patronen, viele Gewehre, Zelte und etwa 20 Kranke zurück. General Tergukasoff rückt mit den Hauptkräften wegen deS coupirten Terrains nur langsam vor. — Eine Depesche des „Golos" aus Kürükdara vom 27. d. sagt: Vorgestern fanden Verhandlungen in Betreff der Uebergabe von Kars statt, zu welchem Zwecke türkische Parlamentäre in unserem Lager eingetroffen sind. — General Tergukasoff verfolgt Ismail Pascha hinter Karakiliffa. — General Heymann überschritt den Soghanly - Dagh und stellte sich im Rücken der nach Erzerum sich zurückziehenden türkischen Truppen auf. Konstantinopel, 28. October. Ueber die von dem Gouverneur von Erzerum vorgestern hierher gemeldete Vereinigung Ismail Hakki Pascha's mit Mukhtar Pascha ist noch keinerlei Depesche des Letzteren veröffentlicht worden. Konstantinopel, 28. October. Ismail Pascha traf am 27. Octbr. nach mehreren Scharmützeln, namentlich bei Delibaba, in Köpriköi ein. Mukhtar Pascha steht in Getschesur, in der Umgebung von Zewin. — Das Bombardement von Kars dauert fort. — Die Besetzung Peneks durch die Ruffen wird bestätigt. Petersburg, 28. October. Aus Jgdyr wird gemeldet, daß drei Co- lonnen der Eriwan Abtheilung Ismail Pascha nachrückten und deffen frühere Positionen bei Tschersala besetzten. Die Nachhut ISmail Pascha's eröffnete von den Höhen von Alikotschak ein Artillerie-Feuer, besonders gegen die Co- lonne deS Generals Dewel. Die Dunkelheit und der Nebel verhinderten General Dewel, den Feind von der rechten Flanke zu umgehen. Die Ruffen verloren 5 Mann. Eine Munitionskiste wurde in die Lust gesprengt. Petersburg, 29. October. Officiell wird gemeldet: Der Verlust in dem Treffen bei Gorni-Dubniak betrug an Todten und Verwundeten 2500 Mann, darunter, soweit bekannt, 84 Osficiere, wovon 17 tobt blieben. Verwundet : General-Major Baron Seddeler und Rosenbach. Erbeutet wurden zwei Fahnen und vier Kanonen. Die Garde-Regimenter Pawlow, Moskau und Finnland, die Garde-Jäger, Garde-Schützen und Garde-Grenadiere, die Garde zu Pferde «nd die erste Artillerie - Brigade haben an dem Kampfe theilgenommen. Lokal-Notiz. Gießen, 30. Oktober. Seit langer Zett war wohl unsere Stadt in keinem so festlichen Gewände, als am gestrigen Abende, wo es palt unserem allverehrten Landesvater die Ihm gebührenden Ehrenbezeigungen zu erweisen'. Tausende von Händen regten sich um zu decrriren und zu illuminiren wo sich nur ein Lichtletn anbringen ließ. Und daß Gießen es wieder einmal verstanden hat, sich herauszuputzen, lehrte ein Gang durch die wogenden Straßen. Doch nun zuerst nach dem Bahnhof. Gegen 7 Uhr traf Seine König!. Hoheit mittelst Extrazug von Darmstadt hier ein. begrüßt von den Vertretern der Behörden und der Stadt- Das Töchterchen unseres Bürgermeisters überreichte Se. Kgl- Hoheit ein Bouquet, welches von Herrn Kunstgärtner Deines gebunden, ein Meisterstück der Bouquetbinderei zu nennen ist. Unter dem Geläute der kath. und evang. Kirche (welch erstere märchenhaft im farbigen Feuer prangte) fuhren die Wagen der hohen Herrschaften durch die in einem wahren Lichtermeer schimmernden Straßen nach dem Hotel „zum Einhorn", woselbst das Absteigequartier war. Einzelne durch Illumination hervorragende Häuser oder Geschäftslokale hervorzuheben liegt nicht in unserer Absicht, es könnte vielleicht mißdeutet werden; eS genügt zu sagen, daß Jeder seine Schuldigkeit und namentlich sämmtltche Hotels ihr bestes geleistet haben- Um 8 Uhr arrangirte sich der Fackelzug mit weit über Tausend Fackeln auf der neuen Anlage. Die einzelnen Corporattonen waren vorher durch Loosen ihrer Plätze geordnet und eröffneten den großartigen Zug die beiden hiesigen Feuerwehren, denen dann die verschiedenen Gesangvereine, die Studenten in vollem Wichs, Kaufmännischer Verein, Turnverein, Kriegerveretn, Ruder-Gesellschaft, sowie zum Schluß alle diejenigen folgten, welche keiner Corporation angehörend, doch ihrem Großherzog eine Ovation bringen wollten. Den Zug begleiteten außerdem drei Musikchöre sowie das jugendliche Tambourcorps. Auf dem Lindenplatz angelangt, spielte die Regimentsmustk zuerst mehrere Piecen, u. A- die Jubel-Ouvertüre von Weber, worauf Herr Rektor Pros. Oncken Seine König!. Hoheit Namens unserer alma mater sowie außerdem noch im Namen der Stadt begrüßte. Trotz des furchtbaren Dunstes der Fackeln nahm unser Großherzog die Ovation am offenen Fenster entgegen. Das vom Herrn Rector und von der Versammlung ausgebrachte Hoch zeugte von der Liebe und Verehrung, welche unser Valk mit seinem Fürstenhause verbindet. Nach der Begrüßungsrede sangen die vereinigten Gesangvereine ein Chorlied, worauf dann die Nattanalhymne vom ganzen Publikum gesungen wurde. Se. Kgl- Hoheit ließen Sich hierauf die ersten Vertreter der verschiedenen (Korporationen oorstellen und sprach denselben Seine Anerkennung über den Empfang aus. Hierauf unter nochmaligem stürmischen Hoch bewegte sich der Zug nach der Ludwigsstraße zum Fackel- Abbrennen, wo sich derselbe dann auch auflöste und die einzelnen (Korporationen zum Theil im Wenzel'schen Saalbau, sowie im Leib'schen Saale ein Banket abhielten, bet welchem dann noch weitere patriotische Reden und Ansprachen gehalten wurden. Im ^Einhorn* selbst nahmen Se- Kgl. Hoheit dann noch ein Souper ein. Heute in aller Frühe folgte bann leider die allzu rasche Abreise nach Alsfeld, woselbst mehrere Hofjagden stattfinden solle« Werfen wir zum Schluß noch einen Blick zurück, so drängt sich uns das Gefühl auf. daß es doch wohl ein schönes festes Band ist, welches Fürst und Volk verbindet und daß daS Herz unseres Landesvaters es verdient, daß Ihm sein Volk so entaegenjauchze wie am gestrigen Abend. Wir aber schließen unseren Festbericht mit dem Wunsche: ,®ott erhalte unS noch lange unseren Großherzog Ludwig IV,* Gießen, 30. Oct- Wir lassen nachstehend das Protocoll der Stadtverord- netensitzung vom 18. Oct. 1877 folgen: 1- In Betreff der Anlegung der abgetriebenen Waldfläche links des Schiffen- bergerwegs und der beiden ausgebeuteten Sandgruben daselbst rechts zu Wiesen wurden die Vorschläge des Herrn Theodor Wortmann genehmigt. Die Gesammtkosten, welche atf 2186 x 60 berechnet sind, sollen in das 1878er Budget eingestellt, die Arbeiten aber jetzt schon begonnen und soweit möglich noch in diesem Herbste ausgeführt werden. 2. Zwei (Kommunalfteuerbeträge sind mit Rücksicht auf die dabei obwaltenden besonderen Verhältnisse erlassen worden. _ .3- Verschiedenen Schuldnern wurden zur Berichtigung ihrer Rückstände an die Stadtkasie die nachgesuchten Fristen bewilligt- 41 Großherzogliche Oberförsterei Gießen wurde ermächtigt, den Bedarf an Saat- oucheln und Eicheln für die Stadtwaldungen nunmehr aus der Hand anzukaufen, nachdem der versuchte Weg der öffentlichen Vergebuna resultatlos geblieben ist. , 5- We^en des Gesuchs von Herrn Schlossermeister Karl Wigandt um Er laubniß zur Erbauung eines Wohnhauses im Gartseld nach dem oorqelegten Projekt soll sich befürwortend ausgesprochen werden, wenn das noch anzufertigende Straßennivellement für die dortige Gegend die höhere Genehmigung erhalten sollte. _ , b- Die Bauveränderungsgesuche der Herrn Stadtverordneten L. Kauf und Friseur Conrad fanden keine Beanstandung. 7. Auf das zur Erklärung mitgetheilte Gesuch der Gemeinde Wismar wegen Erbauung einer Brücke über die Lahn bei Wismar soll geantwortet werden, daß die Stadt gegen die Errichtung derselben nichts einwenden wolle, wenn hierbei die Interessen der Stadt gemährt würden. Gießen, 30. Oft. Wir lassen nachstehend die Tagesordnung für die Stadt- verordneten-Sitzung am Donnerstag den I. November 1877, Nachmittags 4 Uhr, im alten Realschulgebäude, folgen: 1. Gesuche wegen Befreiung von Schulgeld. 2. Geluch des Kaufmanns Kalkhof um Bauerlaubniß. 3 Desgleichen des Schreiners Werner. 4. Desgleichen des Mühlenbesitzers Burk. 5. Desgleichen des Philipp Stiehl. 6. Desgleichen des Johannes Schneider II. 7. Desgleichen des Martin Langsdorf. 8 Decretur von Kostenrechnungen. 9. Die Beaufsichtigung der Ochsenwiesen u. s. w. betreffend. 10. Die laufende Unterhaltung der Straßenbanquette. 11 Die Anlegung des Ludwigsplatzes. V e r m t s ch tH Darmstadt. Die Sparkasse in Lorsch hat dem Thierschutz-Verein für das Groß- herzogthum Hessen, gleich denjenigen zu Zwingenberg, Groß-Gerau, Seligenstadt und Langen, einen Beitrag von 50 x pro 1878 bewilligt, ein Vorgehen, das bei anbenn Sparkassen Nachahmung finden dürfte. Friedberg. Der in den letzten Tagen hier abgehaltene Pferdemarkt, den man in Berücksichtigung der Zeitverhältnisse ziemlich günstig nennen darf, erhält ein interessantes Nachspiel. Ein Landmann aus dem benachbarten S. wollte nämlich doS auf sein Loos entfallene Saugfohlen abholen, als sich zum höchsten Erstaunen Aller das angebliche Fohlen als ein wohlbeschlagenes, 12 Jahre altes, Halbponny erwies. Da der glückliche Gewinner nun, und mit Recht, auf Ueberlieferung des ihm gebührenden Fohlen besteht und gegen Substituirung des Ponny energisch proteftirt, wird das Comitä wohl ober Übel sich dazu verstehen müssen, dem Betreffenden ein Fohlen zu schaffen und dem Ponny anderweitige Unterkunft zu suchen. — Ein Loosoerkäufer, der schon Wochen lang zwei derselben für sich selbst reservirt, wurde noch in letzter Stunde um Abtretung des einen gebeten, er willfahrte und natürlich fiel auf das überlassene ein Pferd, während das andere leer ausging. — Halte fest was Du haft! Berlin, 20. Oct. Eine wegen der beteiligten Personen besonders bemerkenswerte Proceßgeschichte hat am jüngsten Donnerstag durch die erfolgte Abweisung der klägerischen Patter ihren vorläufigen Abschluß gefunden. Die Gemahlin deS 93jährigen General-Feldmarschalls v. Wrangel hatte nämlich beim Gericht beantragt gehabt, einem Neffen die Zurechnungsfähigkeit abzusprechen, und als Grund hierfür geltend gemacht, daß der besagte Verwandte seinen Oheim, den General-Feldmarschall, zum Zweikampf herauSgefordert habe, weil dieser ihm ein verlangtes Darlehen verweigert und in Folge einer heftigen Replik die Thür gewiesen hatte. — In Gaarden (Holstein) kam eine Frau, die stark dem Alkohol ergeben war, auf eigentümliche Weise zu lobe. Dieselbe fiel in angetrunkenem Zustande in einen sog. Koffer; der Deckel schlug zu und die Frau wurde erst nach 2 Tagen alS Leiche darin gesunden. — Alte Korkpfropfen zu reinigen Um alte Korkpfrvpfen zu reinigen, werden dieselben in einem Topfe mit Wasser übergossen; nachdem sie alle gehörig benetzt sind, gießt man engl Schwefelsäure zu, auf 10 Psd. Vr Pfd. Säure, und rührt mit einem Holze um- Die Flüssigkeit wird nach 24 Stunden abgegossen und die Pfropfen mehrmals mit Wasser gut nachgespült, bis ein auf irgend einen großlöcherigen Propfen an gedrücktes Lackmuspapier nicht mehr errötet; bann trocknet man bie Pfropfen schnell und scharf. Die Säure mit Alkali abzustumpfen ist nicht thunlich, weil daburch die frische Farbe des Korks leidet. (Wieck's Gewerbe-Zeitung.) — Ein Mieiher auf der Berlinerstraße in Königssteele konnte von seinem Hausherrn keinen Hausschlüssel erhalten und letzterer wollte ihm Abends bei seiner Nach- hausekunft auch nicht öffnen; da nahm der Miether den einen Flügel der Hausthür auf die Schulter und ging in's Wirthhaus; als er nach Hause kam, brachte er die Hausthüre wieder mit und an ihren Ort. Zwei Tage darauf hatte er einen Haus- schüssel. Sehlff«berkht. Mitgetheilt von dem Agenten deS Norddeutschen Lloyd C. W. Dietz in Gießen. Newyork, 28. Oci. (Per transatlantischen Telegraph.) Das Postdampfschiff America, (Kapt- A de Limon, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welches am 13 October von Bremen und am 16. October von Southampton abgegangen war, ist heute 7 Uhr Morgens wohlbehalten hier angekommen. Baltimore, 28. Oct. Das Postdampfschiff Nürnberg, (Kapt. A. Jäger, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welches am 10. October von Bremen und am 13. October von Southampton abgegangen war, ist heute wohlbehalten hier angekommen. Handel und Verkehr. Gießen, 30. Oct. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter, per Pfd. 90—95 H, Hühnereier, per Stück 7 H, Käse, per Stück 5—10 Käsematte, per Stück 3 H, Erbsen, 1 Liter 20 H, Linsen, 1 Liter 18 Tauben, das Paar 54 H, Hühner, per Stück 90 H, Hahnen per St. 60 H, Enten X 1.40, Kartoffeln 100 Klio 7 x Frankfurt, 29. Oct. (Fruchtbericht.) Die Stille an unserem Markt hält an. Unsere Consumenten sehen im Vorauskaufen kein Heil und versorgen sich von der H rnd zum Mund. Weizen ab Umgegend X 22.50 -23.50, hoch-prima viel über Notiz. Roggen-Tendenz fester. Umsätze ohne Belang. Gerste ruhig. Hafer matt. Am Mehlmarkt unverändert. Futterstoffe flau. Wir netfren heute: Mehl Nr. 1 X 42, Nr. 2 x 38, Nr 3 X 34, Nr. 4 x 30, Nr. 5 x 24, Raggenmehl % (Berliner Marke) X 25, do. II. (Berl. Marke) X 21, Weizen, effect. hies., ab Bahnhof hier X 23—24 50, ab unserer Umgegend 22—23.50, do. fremder je nach Qual. X 23—25.50, Roggen je nach Qualität X 17—18.50, Gerste X 18—24.—, Hafer X 13—17.—, Kohlsamen X 36—37, Erbsen X 21—24, Wicken 17.—, Linsen X 21—30, Rüböl, detail, X 83. Stimmung unsicher. (Die Preise verstehen sich sämmt- lich per 200 Pfund Zollgewicht — 100 Kilo). Frankfurt, 29. Oct- Der heutige Viebmarkt war flau und blieb Vieles unverkauft. Angetrieben waren: 330 Ochsen, 250 Kühe und Rinder, 130 Kälber und 400 Hämmel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. X 70—74, 2. Qual. X 65—68, Kühe und Rinder 1. Qual. X 60, 2 Qualität X 54—56, Kälber 1 Qual, x 62—64, 2. Qualität X 50—54, Hämmel 1. Qual. X 50—55, 2. Qual. X 42—45. Schweine das Pfund 65—68 Erste Sammelliste des Zmeig-Kiilssvereins unter dem rotljen Kren; für die Verwundeten und Kranken in dem russisch-türkischen Krieg. Eingegangene Gaben: 1. Bei den Mitgliedern des Vorstandes: Se. Durchlaucht Prinz Hermann zu SolmS-Hohensolms-Lich X 15. Hahn X 3. Dr. Boekmann X 3. Haberkorn X 3. Dr. Stammler X 3. Dr. Wilbrand X 8. Hofger.-Adoocat Briel X 10. Arnold Müller X 3. W. Diehl X 1. G. Wortmann X 10. Vorstand des Krieger-VereinS Gießen X 20. 2 Bei der Expedition des Gießener Anzeigers: Landrichter Erdmann X 10. F. S- X3. A. Z. in L- XtO. N. N- X 1 50. Georg Buderus in Lollar x 30. 3. Bei Herrn Kaufmann Balser: Frau M- K X 3. 4. Bei Herrn Kaufmann Michel: Rentner Chr. Jughardt II. X 5. Rentner Ludwig Roth X 6. Im Ganzen X 142.50. Vorstehende Gaben werden dankend bescheinigt und wird um weitere Beiträge gebeten, weil das Bedürfniß in stetigem Steigen begriffen ist. Listen zum Einzeichnen liegen offen: bet den Mitgliedern des Vorstandes, bei der Expedition deS Gießener Anzeigers, bei Herrn Kaufmann Michel (Wallthorstraße), , , „ Balser (Neustadt), „ „ „ Fischbach (SelterSweg). Gießen, den 28 October 1877. Der Vorstand des Zweig-HülfSvereinS. Hahn. Lesende' Mn- Im Com babier — aüeüon t «niafeigten btfonbtic n den $onat und ichmd merksam. Nähere vri walter Kießcn, 6022) Hteinkohlel @ie&en( > 6079) "IM £rr £16 ifi‘m dnt6 W Aden sind diesen seine Fuchs, beru rnthaltsoft ausgrwanb selbe bezw- vorhanden« Wege ausg der ihnen theil des 1 von Erlaß unterzeichn andernfall' sie die Erl Lich, bei Großk 6078) Wch Rouleaux, Ansertigun geschinackot 4518)_ 5 aus des frei ab A 6083) Unterbett, ständige e e'holtene, billig zu Tiss rmMl zum 9 __E Lahr, Arich H-ff. SBttber ™ H-ir, '"'S das Miene; •Wanf« n« M enink ,(ffenb. des Mbtrtfätn Llei-d i.j Das PosidampWff fernen, welches am 13 >n abzeMtzen war, ift k. W Mr. vom >vn Bremen unb am 13. behalten hier angekommen. SVL« sollte n n A*il: ich ?r°tchU^^""dvi ‘"ffwtaba6 re'M in lefcter &m, '16 Duhchf übtrl*« Ä1* ©emajlht bei Sffl9ri„ Sswm’dü Ä e,llfnb «m* »ermetgert unb Ingolf ? ^tobol ergeben war, na^^Eande in einen u°ch 2 Lagen als Leiche ’fa iu reinigen, werden vue gehörig benetzt sind, ire, und rührt mit einem 1 "A bte Pfropfen mehr- roßlocherigen Propfen an- man die Pfropfen schnell bunlid}, weil dadurch die leck's Gewerbe-Zeitung.) konnte von seinem HouS- Abends bet seiner Nach- inen Flügel der Hiusthür ause kam, brachte er die ms hatte er einen Hauskostete: Butter, per M f 5-10 4, Mse-natte, per n, das Paar 514 Mer, tfeln 100 Kilo 7 Jt i unserem Markt M an- tsorgen sich von derHmd -prima viel üoer Noch. Hafer malt. Am Mehl- ,30 Nr. RW-n- ^2 WM' tff-c ^2 US»* SSW taal- > ZMßE 3 Dr. ö‘ (.nnfler F. ’ in i> ** ZLesondere Bekanntmachungen Cöln-Gießener Bahn. Mittwoch den 31. d. Mts., Nachmittüfls 4 Uhr, werden auf hiesigem Bahnhofe 10,000 Kilo Steinkohlen öffentlich oerfteipert. Gießen, den 29. October 1877. Die Güter-Expedition. €079) Wted efeld. Oeffentliche Ladung. Der Fuhrmann Jacob Albohn II. vrn Lich ist sm 21. Mai l.J. ohne Hinterlassung eines Testaments verstorben. AlS gesetzliche Erben sind feine Geschwister und unter diesen feine Schwester Maria, verehelichte Fuchs, berufen. Da der gegenwärtige Aufenthaltsort der Letzteren, welche nach Amer ka ausgewandert ist, unbekannt ist, wird dieselbe bezw. im Falle ihres Ablebens, etwa vorhandene Kinder derselben, auf diesem Wege aufgefordert, sich über den Antritt der ihnen zugefallenen Erbschaft ein Sechs- Ibeil des Nachlisses innerhalb 3 Monaten von Erlaß dieser Verfügung an bei, der unterzeichneten Gertchtsstelle zu erklären, andernfalls angenommen werden wird, daß sie die Erbschaft ausfchlagen. Lich, den 19. October 1877. flpräurt). Lachs empfiehlt 5650) M. Kaan, vorm. 8. Weimersheim. (6059 Emil Fischbach. 5938) Mein Lager bietet für gegenwärtige Saison eine sehr große Auswahl der neuesten Damenkleiderstoffe in allen Qualitäten. snk~ Julius Buch, -sk Griessen, Ecke der Mäusburg und Wettergasic, empfiehlt sein Fr. Müller II.. 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