Mo. 199. Mittwoch, den 29. August 18-1 Kießener MWiger Anzeige- nn- Amtsdw für -en Kreis Gießen. Erscheint ILglich mit Ausnahme deS MoutagS. ^xpeditionr Schulstraße, LU. B. Nr. 18. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mari 50 Pf. Amtlicher HHeik. B e k a n n t m a ch » n g. Mit Bezugnahme auf unsere Bekanntmachung von. 30. Mai l. Js. bringen wir hiermit weiter zur Kenntniß der Betheiligten, daß die nächsten Prü- sunaen in folgender Weise vorgenommen werden: Montag den 17. September d. Js. nnd folgende Tage: für diejenigen, welche in den Jahren 1858 und 1860 geboren sind; Montag den 24. September d. Js. und folgende Tage: für diejenigen, welche im Jahr 1859 geboren sind. , Die Prüfung beginnt an jedem Tag Morgens 8 Uhr dahier in der alten Kanzlei, Louisenplatz 2. - c oß , Zugleich machen wir aus die neue Prüfung- Ordnung zum einjährig-freiwilligen Dwnst, An!. 2. zu 8- 91 der Ers.-Ord. vom 28. September 1875 wiederholt aufmerksam und insbesondere auf §. 2, worin die hinsichtlich der einzelnen Prüfungsgegenstande gestellten Anforderungen enthalten sind. Darmstadt, den 22. August 1877. , , , Großh. Prüfungs-Commission für einjährig Frelwilllge. Der Vorsitzende. Spam er. Gießen, am 27. August 1877. Betreffend: Zeichenkursus für Volksschullehrer. ~ Die Großherroallchc KreiS-Schnl-Commisswn Siegen an die Schulvorstände des Kreises. Von, 26. September ab wird eine zehntägiger Zeichnenkursus für Volksschullehrer unter Leitung des Herrn Profeffvrs Kurnpa m Darmstadt abge- halten werden, an welchem drei Lehrer des hiesigen Kreises auf öffentliche Kosten theilnehmen können. Dieselben erhalten Ersatz ihrer Reisekosten und per Tag 4 Dia tn ^^rer und Schulverwalter Ihrer Gemeinden hiervon in Kenntniß setzen und Meldungen derselben innerhalb 8 Tagen an uns einsenden, da später einlaufende Gesuche nicht mehr berücksichtigt werden können. Dr. Boekmann. Bekanntmachung. Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß wir vom 1. September l. I. an die Einrichtung getroffen haben, daß zur Entgegennahme von dringenden Anzeigen rc. auch nach Schluß der Büreaustunden, Mittags von 12 bis 2 und Abends von 6 bis präcis Uhr beständig em Pollzelosficiant auf dem Polizelöerwaltungsbüreau anwesend ist. ' , , u u Der Nachtdienst beginnt in dem Rathhause auf dem Marktplatze Abends präcls V29 Uhr und endet Morgens präcis 7 Uhr. Gießen, am 27. August 1877. Großherzogliche Poltzeiverwaltnng Gießen. Fresenius. __________________ Der orientalische Krieg. Konstantinopel, 24. August. Ein Telegramm Suleiman Pascha's vom Dienstag theili über den türkischen Angriff auf die Befestigungen am Schipka-Paß Folgendes mit: Di- türkischen Truppen kämpfte» 14 stunden ungeschützt unter heftigem russischen Feuer aus schwerem und leichtem Geschütz, welches jedoch nur geringe Wirk.mg hatte. Mehreren Ausfallen der Ruffen wurde der heidenmüthigste Widerstand geleistet; letztere erlitten dabei große Verluste. Der Tag endete ohne entscheidendes Resultat. Wien, 25. August. Das „Tageblatt" meldet aus Bukarest: In der Schlacht bei Eski-Djuma kämpften auf russischer Seite beide Divisionen des 13. Armee-Corps. Das 148. Regiment hatte türkisches Kreuzfeuer auszuhalten. — Aus Serajewo meldet dieselbe Zeitung: Das Journal „Bosna berichtet über neue Kampfe mit den Aufständischen. — Die bosnischen Begs erboten sich,'gemeinsam mit der muselmännischen Bevölkerung große Abtheiluu- gen gegen Serbien in's Feld zu stellen, falls letzteres den Krieg erkläre. Gegen Montenegro sind 7 Tabors in Marsch gesetzt. Petersburg, 25. August. Officiell. Gorni-Studen, 24. Aug^, Mittags. Gestern früh griffen die Türken mit starken Streitkräften den Mipta- Pah sehr heftig von drei Seiten an. Unsere Truppen schlugen alle Angriffe zurück. Als erste Verstärkungen 'erschienen mit Kosaken-Pferden beritten ge- Zleutschland. Fokilischer Hheil. schließen. Zu dem gleichen Schritte sind auch nach den bis jetzt vorliegenden Nachrichten die Vertreter Belgien-, Hollands und Schwedens bereits ermächtigt worden. Darmstadt, 25. August. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben bet dem Ober - Consistorium, verleihen. , Darmstadt, 25. August. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben am 25. August geruht: Ä ,a _ Dem Provtnzialdirector der Provinz Starkenburg und Krcisrath des Kreises Darmstadt, Friedrich Küchler, das Ritterkreuz 1. Klaffe des Philipps- ordens, dem Ministerial-Registrator bei dem Gesammtministerium, Eberhard Ihm, das Ritterkreuz 2. Klaffe des Philippsordens, dem Bürgermeister PHMPP Frieß zu Mölsheim, Kreises Worms, das allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für Verdienste", dem Bürgermeister Reitz zu Södel, Kreises Friedberg, dem Bürgermeister Wilhelm Philippi II. zu Wohnbach, Kreises Friedberg, und dem Gemeindeeinnehmer Johannes Pfeffer zu Steinbach, Kreises Meßen, das allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für langjährige treue Dienste zu verleihen. , • , Darmstadt, 25. August. Se. Königl. Hoheit der Großberzog habe» mittelst allerhöchster Entschließung vom heutigen Tage zu verleihen geruht: dem Präsidenten des Oberappellations- und Caffationsgerichts Dr. Otto Zentgraf das Comthurkreuz 2. Klass- des Philippsordens; dem Landrichter des Landgerichts Seligenstadt, Friedrich Hill, das Ritterkreuz 1. Klaffe des Phütpps- ordens; d-m Ministerial-Registrator und Protokollisten bei dem Ministerium der Justiz Philipp Feidel das Ritterkreuz 2. Klasse des Philippsordens und dem Landgerichts-Actuar bei dem Landgerichte Friedberg, Valentin Nau, das Ritterkreuz 2. Klasse des Philippsordens. Darmstadt, 27. August. Der Großherzog ist heute im strengsten Inkognito nach dem Seebad- abgereist, wo gegenwärtig die Frau Großherzogin allergnädigst geruht: Am 25. August dem Mitglied und Rath Geh. Ober-Consistorialrath Karl Melior, den Charakter als G-h-imerath zu Hesterreich. Pestb, 25. August. Die Diplomatie ist bestrebt, Griechenland von der Action abzuhalten. Die Aufregung ist groß. Vorläufig ist ein kriegerischer Schritt des -Königreichs unwahrscheinlich. Arankreich. Paris, 25. August. Der Direktor der „Assistance publigue“ bat 150,000 Frcs. angewiesen, um dieselben unter die hülfsbedürftigen Familien der zu den großen Manöver» einberufenen Pariser Reservisten zu vertheilen- Es geschieht dies aus Beschluß des Ministeriums und mit Rücksicht auf die bc- teTOe'Berlin, 25. August. Der „ReichS-Anz." meldet: Di-kaiserliche Re gierunq erhielt von den Cabineten aller mit der Pforte in Beziehung stehende» Großmächten die Mtttheilung, daß ihre Vertreter in Konstantüwpel beauftrag! sind, sich den Vorstellungen wegen der grausamen Behandlung der gefangener und verwundeten Ruffen unter Berufung aus die Genfer Convention anzu- machte Schützen. Abends um 6 Uhr traf eine ganze Schützen-Brigade mit 6 Kanonen ein, welche sofort an dem Kampfe Theil nahm. Abends um 9 Uhr erstürmten die Schützen die Höhe vor unserer rechten Flanke. Es entspann sich ein verzweifelter Kampf bis Mitternacht, wo die Mondfinsterniß eintrat und nur noch die Kanonade fortdauerte. Unsere Truppen behaupteten alle Positionen trotz der numerischen Ueberlegenheit des Feindes und eines mörderischen Kreuzfeuers. Wir haben vier Tage lang die ganze Armee Suleiman Pascha's, ohne Schlaf und warme Nahrung zu genießen, bekämpft. Beträchtliche weitere Verstärkungen sollen in der Nacht eintreffen. — Gorni-Stuben, 24. August, Abends 9 Uhr. Heute beschränkte sich der Kampf auf eine lebhafte Kanonade. Die linke türkische Flanke mit zwei unseren Rücken bedrohenden Geschützen ist aus ihrer Stellung vertrieben. Nach Zurückweisung der türkischen Angriffe gegen Ajaslar am gestrigen Morgen wurden unsere Truppen am Nachmittag durch starke türkische Streitkräfte gezwungen, sich auf die Position von Sultan- kiöi zurückzuziehen. — Bei Lowatsch und Plewna hat keine Bewegung des Feindes stattgefunden. Konstantinopel, 25. August. Die Pforte beorderte die nächsten verfügbaren Irregulären nach Kreta, wo ein Aufstand ausgebrochen ist. Sami Pascha hat kaum 10,000 Mann in den Garnisonen zur Verfügung. Die mohamedanische Bevölkerung ist durch Aushebungen sehr vermindert. Wien, 25. August. Die „Presse" meldet aus Bukarest vom 25. d.: Der Angriff von 15,000 Türken gegen Popklöi wurde zurückgeschlagen. Die russischen Verstärkungen sind in dem Schipka-Paß eingetroffen. General Doro- chmsky ließ die südlichen Defilöe-Ausgänge durch Stein-Barrikaden unwegsam machen, wodurch der enorme Verlust der Türken erklärlich wird. Wien, 25. August. Einem Telegramm der „Polit. Corresp." aus Ra- gusa von heute zufolge griffen die Herzegowiner Insurgenten am Mittwoch das an der österreichischen Grenze gelegene türkische Fort Drono an, zogen sich aber nach mehrstündigem Kampfe wieder zurück. — Dieselbe Correspondenz meldet aus Belgrad von heute: Die Vorbereitungen zur Mobilisirung zweier Armee- Corps werden beschleunigt. Bis zum 6. September wird das erste Armee- Corps an der Mündung des Timok bis Gramada, das zweite bei Jankova- Kllssura concentrirt sein. 320,000 Ducaten russische Subsidien sind hier eingetroffen. Die im Frühjahre entlassenen fremden Officiere wurden wieder in die Armee ausgenommen. Der Herzog von Leuchtenberg ist nach einem Aufenthalt von 6 Tagen in Belgrad wieder in das russische Hauptquartier zurückgekehrt. — Aus Bukarest wird der oben genannten Correspondenz unterm Heutigen gemeldet: Die Gerüchte über Differenzen Rumäniens mit dem russischen Hauptquartier sind als übelwollende Erfindungen zu bezeichnen. Die rumänische Armee wird nach Maßgabe der ihr zugewiesenen Aufgabe sich an den Kriegs-Operationen betheiligen. Petersburg, 26. August. Aus Gorni-Studen, 25. Aug., wird amtlich gemeldet: Das gestern früh eingeleitete Scharmützel wurde den ganzen Tag lebhaft fortgesetzt und ließ nur Abends nach. Die Russen behaupteten alle Positionen; ihr Verlust war beträchtlich. Während des nun etwa vier Tage andauernden Kampfes wurden an Verwundeten 27 Officiere und gegen 900 Mannschaften nach Gabrowa gebracht; die Zahl der Todten ist nicht bekannt. Heute, am 25. d., wurde Vormittags 9 Uhr die Kanonade am Schipka- Paß in heftiger Weise erneuert. — Der russische Angriff aus Ajaslar wurde nach dem 23. d. nicht von Neuem ausgenommen. Die Türken haben daselbst bedeutende Streitkräfte concentrirt und sich verschanzt. Die russischen Truppen sind auf ihren Positionen in Sicht des Feindes zusammengezogen. In den zwei Gefechten bei Ajaslar am 23. d. betrug der russische Verlust: 1 Officier 66 Soldaten tobt, 11 Officiere 274 Soldaten verwundet. — Bei Plewna und Lowtscha ist Alles ruhig. — Amtlich wird aus Gorni-Studen von heute gemeldet: Der Kampf ' um den Schipka-Paß, der (wie bereits mitgetheilt) gestern früh 9 Uhr wieder ausgenommen wurde, dauert nun schon den fünften Tag mit gleicher Hartnäckigkeit fort. Die Russen haben mehrere lebhafte Angriffe zurückgeschlagen und behaupten ihre Stellungen. Heute sand General Doroschinsky den Heldentod, nachdem er während der drei ersten Tage die Vertheidtgung des Passes geleitet hatte. Petersburg, 26. August. Nach einer im „Ruff. Invaliden" veröffentlichten kaiserlichen Verordnung vom 16. August sollen den beiden Festungs- Jnfanterie-Regimentern Dünaburg und Robruisk sechs Bataillone entnommen und in Reserve Bataillone transformirt werden; aus zwölf Reserve-Jnfanterie- Bataillonen soll die erste Reserve-Jnsanterie-Division gebildet werden. Konstantinopel, 26. August. Amtliche Telegramme geben Künde von neuen, für die Türken günstigen Gefechten in der Umgebung von Eski- Djuma und Osman-Bazar. — Gestern erneuerte sich das Bombardement zwischen Kalafat und Widdin. — Die Montenegriner, welche sich anschickten, Podgoritza und Spuz anzugreifen, wurden zurückgeworsen. — Die Neuwahlen zur Deputirten-Kammer sollen im September stattfinden. — Dem Vernehmen nach hat das griechische Cabinet der Pforte befriedigende Versicherungen ertheilt, indem es gegen die Verdächtigung protestirte, daß Griechenland bei dem Er- schemen bewaffneter Banden in Thessalien seine Hand im Spiele haben könne. — Abdul Kerim und Redis Pascha sollen im Seraskierat internirt werden. Wien, 26. August. Das „Neue Wiener Tageblatt" bringt folgendes Telegramm aus dem Btvouac am Kiricen-Berg vom 24. d.: Nach dem Treffen bei Eski-Djuma erneuerten die Russen am Mittwoch ihren Angriff auf die von den Türken besetzten dominirenden Kiricen-Höhen; jedoch wurden sämmtliche, bis Mitternacht wiederholten russischen Stürme abgeschlagen. Folgenden Tags en'braunte neuerdings der Kamps am Lom-User. Die türkische Artillerie er- f (butterte die Stellung der Feinde, bemontirte zwei Kanonen und traf mit ihren Geschossen drei russische Munitions-Wagen, welche in die Luft flogen. Schließlich wurde von Assim Pascha das Dorf Bikardama bei Sultankiöti erstürmt , worauf die Russen über den Lom-Fluß zurückgingen. Aus russischer Sette kämpfte eine ganze Division; in Reserve stand die dritte Brigade. Der Verlust der Russen belief sich auf 400 Todte und 1000 Verwundete; der türkische war in Folge der gedeckten Stellungen geringer. Petersburg, 26. August, Abends 10V4 Uhr. Den letzten Nachrichten aus dem Hauptquartier zufolge haben die Russen von ihren Positionen auch mcht einen Zoll breit aufgegeben; somit sind, soweit aus den bis jetzt vorliegenden Informationen zu ersehen ist, die Depeschen aus Konstantinopel über die Einnahme mehrerer Befestigungen am Schipka-Paß durch die Türken absolut unbegründet. Londorr, 27. August. In dem Bericht deS englischen Militär-Attachss bei dem russischen Hauptquartier, Wellesley, an Lord Derby vom 6. August über die angeblich Seitens der Russen verübten grausamen Handlungen heißt es folgendermaßen : Wellesley hielt sich zwar nicht auf der äußersten Front auf und besuchte nicht persönlich die Ortschaften, wo die Russen grausame Handlungen begangen haben sollten, sprach aber eine große Anzahl Russen und Engländer, die den Gefechten beigewohnr hatten und den vollsten Glauben verdienten ; allesammt constatirten, daß sie niemals auch nur eine einzige grausame Handlung von den Russen hätten begehen sehen. Wellesley gewann aus allen Informationen die feste, rechtschaffene Ueberzeugung, daß die den Russen gemachten Beschuldigungen vollständig erfunden seien. Alle Berichterstatter englischer Blätter, die befragt wurden, leugneten auf das Bestimmteste, jemals gesehen zu haben, daß Russen Acte der Grausamkeit verübt hätten, und erklärten im Ge- gentheil, die Russen behandelten die türkischen Gefangenen äußerst wohlwollend, ja theilten sogar ihre eigenen Rationen mit denselben. Allerdings werde von beiden Setten beim Kampfe selten Quartier gegeben, auch habe Wellesley von einigen Fällen gehört, wo die Russen plünderten. Viele Brandstiftungen und Plünderungen würden von den Bulgaren begangen, obschon die Russen dies zu verhindern suchten. Schließlich rühmt Wellesley an dem russischen Soldaten, daß er jeder Grausamkeit unfähig sei. Konstantinopel, 26. August. Ein Telegramm Suleiman Pascha's vom Donnerstag berichtet: Der Angriff gegen den Schipka-Paß wurde am Mittwoch und Donnerstag fortgesetzt und dauerte Donnerstag den ganzen Taz fort. Die Russen widerstehen, sind aber cernirt; wahrscheinlich wird sich der Schipka-Paß bald in türkischen Händen befinden. — In einem Telegramm Derwisch Pascha's von Datum wird gemeldet: Die Türken haben am Freitag die russischen Befestigungen bei Kuffuban angegriffen und dieselben zerstört. Die Russen wurden mit einem Verlust von 300 Mann geschlagen; die Türken verloren 15 Todte und 40 Verwundete. — Die große Schlacht, in welcher (wie bereits gemeldet) Mukhtar Pascha engagirt war, fand nach einem Telegramm des Letzteren von gestern in der Ebene von Kars bei Iedikler statt. Bei Beginn der Schlacht griffen die Türken die Kisil- Hügel an und nahmen dieselben in der Nacht vom Freitag auf Samstag. Ein von Badiran kommendes russisches Corps versuchte am Samstag früh die genannten Hügel wiedereinzunehmen. Der Kampf nahm nunmehr große Proportionen an und währte bis 5 Uhr Abends. Die ganze Ebene von Kars war ein ungeheures Schlachtfeld. Mehr als 200 Geschütze gaben ihr Feuer ab. Die russischen Angriffe gegen die Kisil-Hügel wurden von den Türken zurückgewiesen, und Letztere blieben Herren des Schlachtfeldes. Mukhtar schätzt den russischen Verlust auf 3000—4000 Todte, den türkischen auf 1200 Todte und Verwundete. General Ali und ein türkischer Oberst wurden verwundet. Der Commandenr der russischen Cavallerie General Zozowajoff ist gefallen. Aus Varna, 28. Juli, geht der „Polit. Corresp." ein ausführlicher Bericht über das Blutbad von Kavarna zu. Alle Berichtigungen Vorbehalten, lassen wir den Brief hier folgen: „ „Das einige Stunden von hier entfernt gelegene blühende Städtchen Kavarna, ast ausschließlich von Griechen bewohnt, war am 17. Juli der Schauplatz unerhörter Gräuelthaten. Schon einige Tage vorher waren dem hiesigen Gouverneur bte ganz positiven Meldungen zugegangen, daß etwa 2000 Tscherkessen und Tararen das reizend gelegene und äußerst nett gehaltene Kavarna belagern. Der Gouverneur verhielt sich diesen Mittheilungen gegenüber ganz gleichgiltig und ordnete keinerlei Maßregeln an, um dem hart bedrängten Städtchen Hilfe und Rettung zu bringen. Die Belagerung hatte schon volle drei Tage gedauert, als man sich endlich doch entschloß, von Bartichu aus den dortigen Commandanten der Redif-Abtheilung, Kurt Mehemed Ali, nach Kavarna zu entsenden, um einem Blutvergießen vorzubeugen. Dieser würdige MllUar kam indeß nach Kavarna, ohne auch nur einen einzigen Mann feiner Truppen-Abthel- lung mitgebracht zu haben, und begab sich sogleich in das dortige Mitttärgefangnltz, wohin er die vier Aelteften des Städtchens zu sich deschied. In Gegenwart von vier Häuptlingen der Tscherkessen verlangte nun Kurt Mehemed AU von den Einwohnern Die Summe von 60,000 Piastern als eine Art Lösegeld, wogegen sich die Tscherkessen verbindlich machen sollten in längstens 2 Stunden abzuziehen. Während aber diese Verhandlungen noch im Zuge waren, fielen einige Tscherkessen aus der Begleitung ihrer Häuptlinge über die vier wehrlosen Bürger Kavarna's her, ermordeten zwei derselben und verwundeten die zwei anderen, welche inzwischen die Flucht ergriffen hatten. Dies gab nun das Signal zu einem allgemeinen Gemetzel. Die vor dem Mitttargesangnitz harrenden Tscherkessen, Lasen (Lasistaner) und Tataren stürzten sich wüthend auf die christliche Bevölkerung Kavarna's, drangen in die Häuser ein, ermordeten leben, der ihnen Widerstand leisten wollte, raubten alles, was sie mitschleppen konnten, schändeten Frauen und Mädchen und steckten die Stadt an allen Ecken und Enden 'N Brand, der mit den hoch emporschlagenden Flammen eine schauerliche Staffage der kannibalischen Scenen bildete. Die Schlächterei währte mehrere Stunden hindurch und horte selbst nach der Ankunft der schleunigst aus Baltschik entsendeten Panzerfregatte und der aus Bazardschick abgesandten Truppen noch nicht auf. Der auf der Fregatte von Ammar am nach Baltschik mitgebrachte Telegraphist, ein Armenier NamenS Eranozian, wurde bei seiner Ausschiffung von den Tscherkessen durch einen Schuß gelobtet und wdann verstümmelt. Der Platz, Die hübsche Kirche, das Schulgebäude, sowie die meisten Hauser sind gänzlich eingeäichert- Einigen der Bewohner gelang es, sich auf die Berge zu flüchten, einigen anderen glückte es unter dem Schutze der Dunkelhett das kleine Fort bei Kali-Akra zu erreichen, wohin sich etwa 3000 Personen, meist Griechen, aus den verschiedenen benachbarten Ortschaften vor den Tscherkessen gefluchtet hatten. BiS zum heutigen Tage ist es noch nicht gelungen, die Zahl ber Opfer von Kavarna festzusteuen, wert bte Zahl derjenigen noch nicht ermittelt werden konnte, die sich durch die Flucht nach Kali-Agra und auf die Berge gerettet hatte; man schätzte aber d'e Zahl der Hm- geschlachteten auf mehr als 1000 Personen. Auch die Zahl ber von den Tscherkessen geraubten Mädchen ist noch nicht feftgestellt worden, doch dürfte sie aber 50 betragen. Einem dieser Mädchen gelang es ihrem Räuber nach Baltschik zu entkommen, wo sie in elendem Zustande eintraf. Zu Auffindung der Vermißten werden allerseits bte größten Anstrengungen gemacht, allein bte türkischen Behörden, welche sich wohl bewußt sind, daß sie allein die Schuld an dem Vorgefallenen tragen, weil sie trotz, wiederholter Bitten und Aufforderungen keinerlei Vorkehrungen zum Schutze der bedrängten ^tadt getroffen, zeigten alles Interesse, um die Größe des angerichteten Unheils nach Möglichkeit zu verdecken. Zudem warfen auch die Tscherkessen die in den Straßen herum; liegenden Leichname in die Flammen der brennenden Häuser, so daß eme genaue Feststellung niemals möglich fein wird. Der Flottencommandant Hassan Pascha Uetz an Ort und Stelle 38 Tscherkessen verhaften, doch nur 20 derselben wurden, in das Gefang- niß abgeführt. Kurt Mehemed Ali wurde nicht verhaftet. DaS unerhörteste aber ist, daß etwa 1000 von den Tscherkessen — wie man positiv versichert — den Muttssarif Ali Bey begleiten, welcher auf der Suche nach den Schuldigen die Gegend durchziebt- Der den christlichen Einwohnern von Kavarna und ber Dörfer in ben Bezirken Bausch,k unb Mangalia in ber letzten Zeit verursachte Schaben erreicht die ungeheure Summe von mehr als drei Millionen türkischer Lire. An Ochsen allein wurden in diesen Gegenden etwa 15,000 Stück fortgeschleppt. Die am Leben gebliebenen Bewohner Kavarna's wurden auf der türkischen Fregatte nach Baltschik gebracht und von borr durch Boote hieher befördert- Es war ein erschütternder Anblick diese armen, halbnackten, ausgehungerten Kinder zu sehen, die vergeblich nach ihren Ettern riefen. Tue hier ansässigen Griechen Haden sofort ein Comit6 gebildet, welches Sammlungen für diese unglücklichen Waisen veranstaltet. Oie türkische Fregatte begab sich fobann nach Kali-Akra, um auch die dorthin Geflüchteten aufzunehmen. Auch bas englische Krtegs- ichiff .Rapid-, mit dem Metropoliten, dem Mutessarif und dem englischen Consul an Bord, ist alsbald dorthin, sowie nach Kavarna abgegangen, das nach fortbrannte. »n» 12. Juli ging das österreichische Lloydschiff „Huftrta' dahin ab, kehrte Tag- barauf IdWJX brange J.’S-fÄ DO"1 Ä W jnit tet bitlm lt,ltn flametöbtit, .pfeteb -LE« t ten findet, und d *an^rtrbanbM be * tz" ‘fr-1 E « ^Hieb, n ausführlicher en Vorbehalten, * VM flP wurde am Manien Taz wird sich ocr nt Telegramm en am Freitag zerstört. Die i die Türken t, in welcher > einem Tele- Üebikler statt, und nahmen m kommendes l «iebereinzu- d währte brs - Schlachtfeld. Angriffe gegen letztere blieben rf 3000-4000 al Ali und ein fchen Cavalieri! bnt auf 6e" »ttbitl ;8* fltaujantt «’«• ah tn Wttjten " '»»lisch,c 8*n j„ arlen im Ge- wohlwollend, ;S werde von LeÜesley von Ölungen und usien dies zu im Soldaten, dtchen Jfmrnu, platz unerhörter :neur die -M) rerr das xdjenp ,ur verhielt fii t MahreM an, Die j)B, von MW itb Ali, nach Bf- würdige iWdiior LrupMAblhei- Niltlärzeiängnitz, lennmrt oan viel bin emwobnmi bit Lscheckffen rent> aber bleie 8e8l,itunj t »wer betreiben m hatten. Die? MtürgefüNtzM wüthend ans d rdeten jeden, der »W dn canntrnft ;sä s:*ss 'S* '«-M r»fl SeNt - net.®Äait ■ ®-w HÄaW? -L'W »«>‘"l ab« 4 - den ; ^jiebt- SKS; ,ichl die 6(Ii in ; ।#*.$*5 L«üÄ».i Vermischtes. Darmstadt, 25. August. Durch Dekrete vom 16. l. M. ernannt: der Land- Handel und Verkehr. Frankfurt, 2T. Aug. Der heutige Viehmarkt war ziemlich gut befahren. An- aetrieben waren: 460 Ochsen, 140 Kühe und Rinder, 220 Kälber und 300 Hammel. Die Preise stellten sich per 100 Pfd. Fleischgewicht: Ochsen 1. Qual. JL 72-75, 2. Qual. JL 66—68, Kühe und Rinder 1. Qualität JL 60—62, 2. Qualität Jü 51—54, Kälber 1. Qual. JL 76—80, 2. Qual. 62—64, Hammel 1. Qual. JL 54—56, 2. Qual. 48—51. Frankfurt, 27. Aug. (Fruchtbericht.) Die unerquickliche Situation hält an. Weizen ab unserer Umgegend je nach Qualität 22—22.50, Ungarischer disponibler jl 24.75. Roggen wenig gefragt, Land-Roggen JL 17.50, Russischer nichts gethan. Gerste noch immer ohne Leben, feinste Qualität X 21.50, untergeordnete abwärts bis M 18. Hafer matt, Hoch-Prima JC. 17.50. Hülsenfrüchte tobt. Am Mehlmarkt keine Aenderung. Futterstoffe flau. Wir notiren heute: Mehl Nr. 1 X 42, Nr. 2 38, Nr r .M. 34, Nr. 4 30, Nr. 5 JL 24, Roggenmehl o/t (Berliner Marke) JL 26, bo. II. (Berl. Marke) 21, Weizen, effect. hies., neuer, ab Bahnhof hier X 23.-, ab unserer Umgegend JL 22-22.50, bo. frember $e nach Qual. 23—24.75, neuer Roggen je nach Qual. J4 17.50—17.75, Gerste 19—20.50, Hafer JL 13—17.75, Kohlsamen ,3L 37—38, Erbsen JL 21—24, Wicken 17.50 Linsen 21—30, Rüböl, detail, JL 81. Stimmung unsicher. Dringenb offerirt russ. Roggen unb hiesiger Weizen. (Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfunb Zollgewicht — 100 Kilo.) Wetter: Regen brohenb. WXU Kameraden, das unterzeichnete Präsidium zweifelt nicht, daß dieser W^sch unseres allgeliebten Kaisers ein begeistertes Echo in der Brust f^^r ehemaligeni Soldaten findet, und daß jeder Verein, dem es nur irgend möglich ist, sich der Empfangs- Mode, welche am 23. September Nachmittags 4V4 Uhr in Darmstadt von Seiten des Landesverbands gestellt werden wird, freudig anschlietzen wird. Alle Vereine sind dringend gebeten, da die Platzfrage Seitens der ^mmandan- tur Darmstadts bald erledigt werden muß, dem mitunterzeichneten I. Schriftführer Dr. Pogt in Butzbach binnen längstens 10 Tagen die ungefähre Anzahl der Theilnehmer turdi Postkarte mittheilen zu wollen. Schritte um Erlangung von Fahrprelsermaßlgung bei sammtlichen hessischen Dahnen sind geschehen, und wird das Resultat bekannt gegeben werden. Den Vereinen wird bei Ankunft in Darmstadt am Bahnhof betr. Aufstellung rc. Kameraden des Landesverbands! Zum ersten Male seit Beendigung des ruhmreichen Feldzugs l870/71 wird unser hochverehrter Kaiser Wilhelm für einige Tage unsrer eanbe^Quptftabt ®^Metnc§ Gesuches schenken. Die Bewohner ber Residenz rüsten schon jetzt, um dem greisen Hel- dcnka'ser einen würdigen Empfang zu bereiten. , „ , ~ . r.v Se. Majestät aber hat den ausdrücklichen Wunsch zu erkennen gegeben, in erster Linie bei diesen Empfangsfeierlichkeiten die Kriegervereine des Landes gegenwärtig zu Eingesandt. Frankfurt. Ueber die gediegenen Leistungen des Hrn. Kobitzki, welcher hier im Stadt-Theater am Sonntag, den 7. unb Montag, ben 8. Januar seine ausgezeichneten Pivcen zur Anschauung bringt, sprechen verschiebene uns vorliegenbe Blätter nur Lobenswerthes unb rühmen das eminente Talent unb bie große Geschicklichkeit des Künstlers. Einer Breslauer Zeitung entnehmen wir folgenden Bericht: „Vor einigen Tagen hatten wir das Vergnügen, einer Vorstellung des berühmten Geister- und Ge- spenster-BeschwörerS Hrn. Kobitzki mit beizuwohnen. Der Anfang war schon überraschend durch folgendes Stückchen: Der Künstler erschien auf seinem eleganten Theater mit einer Pistole in der Hand, und ersuchte einen Herrn der Gesellschaft, diese auf Com- mando auf ihn abzufeuern. Welch' ein Schreck! Der Schuß fällt, der Künstler ist plötzlich verschwunden, ein Geist steht an seiner Stelle — alles war stumm und staunte, bis nach wenigen Minuten ein reizender Page des Hrn. Kobitzki erschien und einem andern Herrn eine Pistole überreichte, und diesen ersuchte, die Waffe auf den Geist ab- zufeuern. Der Geist war fort, eine reizende Pyramide mit einigen 80 Lichtern stand an feiner Stelle. Nicht allein dieses Kunststück, sondern alle Piecen des sehr inhalt- reichen Programms wurden mit großer Sicherheit und Eleganz ausgeführt!" der Landgerichtsaktur zu Homberg Thomas Kopp zum Landgerichtsaktuar in Reinheim, der Landgerichtsaktur zu Hirschhorn Johannes Heinrich Göbel zum Land- gerichtsaktuar zu Homberg, der Akturiatsaspirant Andreas Becker aus Wörrstadt zum Landgerichtsaktuar in Grünberg und der Aktuariatsaspirant Georg NetdHardt aus Lindenfels zum Landgerichtsaktuar in Hirschhorn. — Schlechte Petroleumso rten. Fast alles Petroleum, welches jetzt nach Deutschland importirt wird, kommt unter der Marke „Standart white“ von Amerika herüber und es ist vielfach der Glaube verbreitet, daß diese eine Handelssorte, welche mit die beste sein soll, einzig im Gebrauch ist. Dem ist aber nicht so. Es muß vielmehr unter diesem Namen auch schlechtere Waare in den Handel gebracht worden sein, die sehr bedenklicher Natur ist. Eine dieser Tage vorkommende Explosion einer Petrolumlampe gab Veranlassung, Petroleum aus drei verschiedenen Bezugsquellen zu untersuchen, und zwei davon waren äußerst schlimme Stoffe. Sie brannten, nachdem eine Fidibusflamme etwa Minute lang darüber gehalten wurde ganz ebenso wie Spiritus ab und hinterließen dann einen braunen theerartigen Rückstand in der Porzellan- schaale. Diese zwei Sorten, welche jedenfalls weit verbreitet sind und die in Berlin zu dem gewöhnlichen Preise seilgehaltcn werden, muffen als äußerst feuergefährlich bezeichnet werden. Eine Beimengung oder Verfälschung in Deutschland ist nicht gut anzunehmen, vielmehr dürfte das resp. Petroleum schon bei der Destillation zu leicht gewesen fein und muß entschieden noch leichtere Kohlenwafferstoffproducte enthalten. Es sei daher eine Warnung am Platze, jedes Petroleum vor dem Gebrauch in der einfachsten Weise zu probiren. Recht sehr zu bedauern ist es, daß in Deutschland keinerlei gesetzliche Bestimmungen gelten, welche eine behördliche Controle beim Import ob ei Verkauf ermöglichen. nähere Mittheilung gemacht werben. Gießen, ben 20. August 1877. Mit kamerabschaftlichem Gruß! In Treue fest! Da8 geschästssührenbe Präsibium. Becker, Präses. Jung, Cassirer. Dr. Vogt, Schriftführer. Lokal-Notiz. Gießen, 28. August. Die gestrige Vorlesung bes Herrn Pfarrer Schlosser über die „Sonntagsfeier" war von Damen unb Herren zahlreich besucht unb entwickelte ber Redner in mehr als einftünbigem Vortrag bie Jbeen ber Gesellschaft für innere Mission über die Heilighaltung des Sonntags unb forberte zum Schluß zur Unter Zeichnung einer Petition an ben Reichskanzler auf. Uns will es scheinen, als ob Gießen eben noch nicht ber Ort sei, wo ,in christlich-socialem Sinne viel ausgenchtet werben fortute; auch dürste bas Verbot ber SonntagSarbeit, mit Ausnahme der öffentlichen Äcrkehrsanstalten, für unsere Stadt nicht viel zu bedeuten haben, da tn ben hiesigen ,Fabriken und Werkstätten Sonntags säst nicht gearbeitet wird., ‘__Am 22 d. M. wurde auf der Stephansmark eine interessante Feuerprobe mit einem Cassaschrank aus ber Fabrik des Herrn R ub. Wolff in Lang-GönS an- .icfteat. Der Schrank war dem hiesigen Lager des Herrn Wolff entnommen und wurde mit 8 Raummetern Holz bei heftigem Winde bis zur Weitzgluth gebracht. Die entstandene furchtbare Hitze drängte die Zuschauer in einen weiten Kreis zurück. Erst am 23. Morgens gelang bie Oeffnung beS Schrankes und sind bie Bücher sowie Acten Ullb Papiere, welche man bem Schranke anvertraute, in vollkommen brauchbarem Zustand geblieben. Bei dem stärksten Hausbranbe dürste die Hitze niemals erreicht werben, welcher dieser Schrank widerstanden hat. Wie wir Horen, hat schon früher einmal ein Schrank des Herrn Wolff in Cassel bei einem schweren Brande sich ebenfalls glanzend bewährt. . mit etwa 500 Flüchtlingen nach Varna zurück. Bi8 Abends hatten die Behörden jedoch ®iL (frirtJbnife der Ausschiffung ertbetü. Nur nach vielen Vorstellungen gelang ...... -...... .... e ibre Einwilligung zu erlangen, daß die Flüchtlinge nach dem nahegelegenen Kloster gerichtsaktuar zu Grünberg Johannes Weiß zum Landgerichtsaktuar in Gießen, Ki Konstantinaebrackt werden. Ru diesem Behuf mutzten dieselben aber auf ben iL- c>—... ©««« mm in R,in- SÄ»EX .3»m"r Mwfft W«b«n. Als jedoch Nachts v-rl°ut-te, daß Nr ^lücbtlinae an iraenb einem Punkt ber asiatischen Küste anS Lanb gesetzt werben Wen blmächfigte sich derselben eine verzweifelte Stimmung. Die lauten Hilferufe ber llnalücklichen drangen bis in bie Stabt, unb veranlaßten den ägyptischen Punzen Äan der fick übtt die Ursache dieses Jammerns unterrichten ließ, die sofortige AuS- Wun'n d-v Äücktlinae an/uorbnen. Die Flüchtlinge wurden nicht müde das humane Vliebenswürdia Benehmen des CabiiänS des österreichischen Dampfers Austria," M firn Anton Raßler zu loben, der den Unglücklichen während der Ausnahme und der UebersahN °°n «altschck, sowie während der unsreiwillsgen Zurückbehaltung der- ftlbtt, aus seinem Dampser, jede nur erdenkliche Sorgfalt angedeihen ließ. Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. ff n nr nh pemä6 beute Christian Schmidt II. unb Nachbern ber Schuhmacher Co nr ad Caspar Knorr von Birklar zu Kuratoren o v p dahier feine über denselben bestellt worden sinb, wirb higkeit unter dem 21. b. M. ^"siezelgt hat, bj § m|t dem Bemerken bekannt gemacht, wird zur Abwenbung des förmlichen Eon- bflfc Recktsaeickäfte aültia nur mit ben Bose. vdt. Tecklenburg. Weyer. pfehle bestens. Emil Eischbach curseS burch Vergleich zwischen ben Gläubigern unb den Schuldnern Termin auf Nachdem Konrad Metzger von Birklar durch Verfügung Großherzogl. Hofgerichts der Provinz Oberhessen vom 25. Juni 1877 wegen verschwenderischen Lebenswandels unter Curatel gestellt worden ist unb bem- daß Rechtsgeschäfte gültig nur mit ben Kuratoren abgeschlossen werben können. »ich, ben 15. August 1877. (4723 Großherzoglickes Landgericht Lich. Der Ober-Staats »Anwalt bei dem Königlichen Justiz-Senat zu Ehrenbreitstein, von Moer#. Aersteigerungen. Obst-Versteigerung. 4819) Das Frühobst bei der Stadt Gießen von den Aepfel- und Birnbäumen an dem Krofdorfer und Wiesecker Weg, auf dem Berg im ehemals Oswald'- schen Garten, in den Anlagen vor dem Friedhof und im ehemals Ebel'schen Garten am Asterweg soll Freitag den 31. August 1877, Nachmittags 2 Uhr, versteigert werden. Zusammenkunft am Krofdorferweg. Gießen, den 28. August 1877. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. A. 23ramm. 4818) Gelegentlich der Steuerhebung irn nächsten Monat und zwar an den Vormittagen der Werktage vom 5. bis einschließlich 25. werden auch die Tilgungs-Renten für das laufende Jahr mit erhoben, worauf die Pflichtigen mit dem Anfügen aufmerksam gemacht werden, daß vom nächsten Monat an das Bureau der Großherzoglichen Districts-Einnehmerei I sich im Hause des Lackirers Herrn Karl Leib — hinter der Stadtkirche, Lil. A. Nr. 17 — befindet. Gießen, am 27. August 1877. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. A. Bramm. den 27. September l. I., Morgens 11 Uhr, Conto-Zeit bestimmt. In diesem Termin haben sämmtliche Gläubiger des Ossenkopp ihre Forderungen summarisch, womöglich mit Beifügung ber Beweisstücke anzumelden, mit bem Gemeinschulbner entroeber persönlich ober burch gehörig beglaubigter Vollmacht versehene Vertreter bie Güte zu pflegen unb sich über bie Wahl eines MassecuratorS bezw. über bie Beibehaltung des in ber Person deS Administrators Zeist dahier vorläufig bestellten Curators zu einigen unter dem Rechtsnachtheil, daß die nicht erschienenen chirographarischen Gläubiger hinsichtlich deS Güteversuchs alS bem Beschluß der Mehrheit ber Erscheinenden beitretend angesehen werden. Marburg, am 22. August 1877. Königliches Amtsgericht Abtheilung III. 4720) Spangenberg. Bekanntmachung. 4816) Unter Bezugnahme auf die Art. 34 und 35 des Berggesetzes vom 28. Januar 1876 wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Se. Durchlaucht Fürst Ernst zu Solms-Braunfels unterm hcutigen Tage mit dem Eisen- und Manganerzbergwerke „Vertrauen" in der Gemarkung Holzheim, KreifeS Gießen, mit einem Felde von 215600 Quadratmetern beliehen worden ist. Etwaige Einwendungen gegen diese Ver- ie bung müffen bei Vermeidung des Verlustes des Vorzugsrechtes binnen drei Ronaten durch gerichtliche Klage gegen den Bergwerks-Eigenthümer geltend -mtacht werden. Während dieser Frist ist die Einsicht des Situationsriffes bei hr Bergmeistern Gießen Jedem gestattet. Darmstadt, den 8. August 1877. tzroßherzogliche Ober-Korst- u. Domänen-Dirertion, §erg-Abtheilung. 1813) Mein Lager in allen Sorten Pinseln, Der- —-------—---------- Hvlderartikeln, Spachtelmeffern, Maserwalzen »c., em>| (gtnrtalbtlwnntmadjung. Bekanntmachung. 4538) Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht , daß Se. Excellenz der Herr Justizminifter durch Rescript vom 15. Juni d. Js. die Verwaltung der Staatsanwaltschaft bei dem Kreisgericht zu Wetzlar vom 1. September d. Js. ab dem Staatsanwalt Herrn Klingelhöfer zu Dillenburg übertragen hat, und daher von diesem Tage an die Correspondenz mit dieser Behörde unter der persönlichen Adreffe des Staatsanwalts Klingelhöfer ober unter der Adreffe: „An die Königliche Staatsanwaltschaft für Wetzlar W Dillenburg" zur Post zu geben ist. , An den bestehenden Reffortverhältniffen wtrd hierdurch nichts geändert md sind daher Beschwerden in Wetzlarer Untersuchungssachen an ben Unterzeichneten zu richten. Neuwied, den 14. August 1877. vermiethen bei 2760 31 W- Zurd ucb * itngstrlle. 435 Garten-Straße B- 165 dargestellt von dem weltberühmten Geisterbeschwörer Kobitzki, Kaiser!, russischer Hofkünstler. Große außergewöhnliche brillante Vorstellung der indischen und ägyptischen Wunder. welche alles bisher Dagewesene weit übertriff'. Preise der Plätze: Saal 50 reservirter Platz 75 Gallerte 30 Kassenöffnung 7 Uhr. - Anfang 8 Uhr. NB. Das Theater ist eigens dazu erbaut- Prachtvolle feenhafte Decora- tion. 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