tt 11«, ir Nachricht, daß g meiner seither et er 804c, meinen Isleischspeisen ichen. AlpM i louillon m sowie uten iuf aufmerffam, ' stets gesortzt i\Y Mtzsvvü Luft jtrfammliiti! CAFE EBEL. zq-hieii ---rd-" I*' er VorstancL nterbli^;, 6(l,nt»«®it,6efo9 unb «nib-r is»er , U». 119. Sonntag, den 27. Mai 1871. KiHW MnMger Anzeige- ni AniisdM fit kn Kreis Gießen. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Expedition: Schul st raße, Lit. B. Nr. 18. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch,die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. politisch Wochenübersicht. D. V. C. Das wichtigste Ereigniß der vorigen Woche, welches das öffenb liche Interesse säst noch mehr in Anspruch nahm, als der orientalische Krieg, n»ar der Ministerwechsel in Frankreich. Die ganz unerwartet einge- tretene Ersetzung des Cabinets Simon durch das des Herzogs v. Broglie ist als ein entschiedener Sieg der klerikal-monarchischen Partei zu betrachten, welche mit dem gegen ihre Agitationen gerichteten Austreten des bisherigen Ministe- nurns, so schwächlich dasselbe auch an sich sein mochte, immer unzufriedener geworden war. Der Marschall Mac Mahon, welcher ganz in den Händen dieser Partei ist, benutzte die jüngsten Beschlüsse der Deputirten-Kammer über die Preß-Novelle und das Gemeinde-Gesetz als Vorwand, um sich des ihm von Anfang an antipathischen Minister-Präsidenten Simon auf brüskeste Weise zu entledigen. Die Tendenz des neuen Ministeriums, in welches nur die bisherigen Minister des Auswärtigen und des Krieges übergetreten sind, gebt notorisch auf einen Umsturz der gegenwärtigen Verfassung und eine Leitung der Gesammt- politik in klerikaler Richtung aus. Zu diesem Zweck geht die neue Regierung mit aller Energie vor. Die Kammern, denen später ohne Zweifel eine Auf- lö-sung bevorsteht, hat sie sich zunächst durch eine Vertagung aus vier Wochen vorn Halse geschafft, zur Bearbeitung der öffentlichen Meinung einen durcbgrel- ftiiden Wechsel in den Präfectenstellen vorgenommen. Wie das Land den Gewaltstreich des Marschall-Präsidenten aufnimmt, wird sich bald zeigen. Die Mitglieder der Linken aus Deputirteu-Kammer und Senat haben zwar in einem Manifest au die Bevölkerung gegen den Schritt der Regierung proteftirt, zugleich aber zur Mäßigung, Ruhe und Geduld ermahnt. Im Innern dürften bdbcr — für jetzt wenigstens — keine Unruhen zu befürchten sein. Wenn sich d«s neue Cabinet nur durch feine klerikalen Tendenzen nicht in einen Krieg hin- eilitreiben läßt! Der Marschall-Präsident hat zwar in einem Schreiben an ben Herzog Decazes seinen Willen dahin ausgesprochen, daß au der auswärtig fltn Politik nichts geändert, die bisherigen freundschaftlichen Beziehungen zu den Mächten vielmehr nach wie vor aufrechterhalten werden sollten. Da der Ministerwechsel indeß notorisch auf den Einfluß des Vaticans zurückzuführen ist und dieser seit der päpstlichen Allocution vom 12. März mit aller Kraft auf die Wiederherstellung des Kirchenstaates hinarbeitet, so wäre es nicht unmöglich, dc°ß Frankreich, dem „Unfehlbaren" zu Gefallen, mit Italien anbände. Daß in diesem Falle aber auch Verwickelungen mit Deutschland nicht ausbleiben könnten, liegt auf der Hand. Für's Erste haben die Vorfälle der vergangenen Woche den Franzosen die Aussicht auf die Zukunft so getrübt, daß sie ernstlich an eine Hinausschiebung ihrer internationalen Ausstellung denken. Durch den Umschwung der Dinge in Frankreich ist die deutsche Reichsregierung, welche in den Klerikalen ihre gefährlichsten Feinde sieht, in ihrem Entschluß, die vom General-Feldmarschall Moltke seiner Zeit ttn R-ichstag angedeuteten „Ausgleichs-Maßregeln" aus militärischem Gebiete zur Atiiesührung zu bringen, natürlich nur bestärkt worden; wie verlautet, sind dieselben an entscheidender Stelle schon festgesetzt und steht ihre Veröffentlichung demnächst zu erwarten. Auch die Ankunft des Fürsten Bismarck in Berlin dürfte mit dem französischen Miuisterwechsel in Verbindung stehen. Der „Reichs-Auz." hat das Gesetz betreffs Abänderung des Gesetzes über ben Reichs-Jnvalldensonds nach den Beschlüffen des Reichstags veröffentlicht. Das Seeunfalls-Gesetz scheint dagegen im Bundesrath beanstandet zu werden, weil daffelbe in § 19 die Anordnung der Haft als Mittel zur Erzwingung eines Zeugniffes ausschließt. Zur Vorbereitung der Steuerreform, welche die Reichsregierung in Angriff genommen hat, ist die Einbe- rvifung einer Commission von Vertretern der Bundesstaaten beabsichtigt, welche dem Bundesrath detaillirte Vorschläge zur weiteren Beschlußfassung vorlegen soll. Dte Verhandlungen über den Abschluß eines neuen Handelsvertrags mit Oesterreich haben durch die Rückberufung der deutschen Commiffare eine — wahrscheinlich nur zeitweilige — Unterbrechung erlitten. In Bremen hat sich unter dem Vorsitz des Reichstags-Abgeordneten umb Consuls Meier ein deutscher Zweigverein des internationalen Vereins für Reform und Codification des Völkerrechts gebildet. Die württembergische Ständekammer beschloß im Einverständuiß mit der dortigen Regierung, die Gesandtschaftsposten in München, Wien und Petersburg auch fernerhin beizubehalten. Die neuesten Nachrichten über den Stand der Dinge auf dem Gebiete des Cu l turkämpfes kommen aus Rom. Von dort wird nämlich nicht blos gemeldet, daß an der Nachricht, der Papst habe an Kaiser Wilhelm aus Anlaß seines 80. Geburtstages ein sehr freundliches Glückwunsch-Schreiben gerichtet, keim wahres Wort sei. sondern auch, daß der Papst das bisherige schroffe Verhalten der Bischöfe den preußischen Kirchengesetzen gegenüber vollständig gebilligt und bestimmt habe, es solle keine Aenderung in demselben stattfinden. An ein versöhnliches Entgegenkommen Seitens der Hierarchie ist daher, wie zu erwar- lem war, durchaus nicht zu denken. Wie der Papst über die Verhältnisse in Preußen denkt, geht auch deutlich genug aus dem Inhalt der Rede hervor, wslche er bei dem Empfang der deutschen Pilger, als Erwiderung auf die vom khsmaligen Erzbischof von Köln und dem Freiherrn v. Los verlesenen Adressen, er H6 eil. gehalten; hat ir doch darin unfern Kanzler geradezu als einen zweitenHAttila bezeichnet und die Bischöfe wegen ihres Verhaltens ausdrücklich belobt und zur Ausdauer ermahnt. Daß bei einer solchen Auffassung der Dinge nicht von Nachgeben die Rede fein kann, versteht sich von selbst. Uebrigens ist der im Lager der deutschen Ultramontanen vorhandene Zwiespalt auch in Rom zu Tage getreten: das Comit6 für den Pilgerzug hat nämlich dem Dr. Sigl aus Bayern, dem bekannten Führer der dortigen „Extremen", eine Karte zur Theil- nahme an der Audienz beim Papste verweigert, weil es über dessen Gesinnungen Bedenken hegte. Unter den übrigen Deputationen, welche der Papst zu seinem Bischofs- Jubiläum empfangen hat, ist besonders die englische zu nennen, welche ihm eine Adresse mir mehr als 100,000 Unterschriften überbracht haben soll und ihm zu einer um so größeren Befriedigung gereichte, da sie ihm Gelegenheit bot, die Fortschritte des Katholicismus in England zu rühmen. Dieser päpstlichen Aeußerung gegenüber nimmt es sich etwas sonderbar aus, daß der englische Minister Northcote eine Interpellation im Unterhause, ob es nicht an der Zeit sei, gegen die Jesuiten, welche Land und Regierung durch ihre geheime Thätigkeit bedrohten, die bestehenden Austreibungs-Gesetze zur Anwendung zu bringen, mit der spöttischen Erwiderung absertigte, er fühle sich nicht in Gefahr. Die italienische Deputirten-Kammer hat die von dem Ministerium vorgeschlagene Modification der Civilliste, welche von 14 auf 16 Millionen erhöht werden soll, angenommen, dagegen den Antrag des rabkalen Abg. Ber- tant, die Verwaltung derselben unter die Control- des Parlaments zu stellen, abgelehnt. In Oesterreich-Ungarn hat die Regierung genug zu thun, um ihre Politik in der orientalischen Frage, welche allmälig immer russenfreundlicher wird, den ruffenfeindlichen Ungarn annehmbar erscheinen zu lassen: erklärte doch neulich der heißspornige Abg. Hclfy im ungarischen Abgeordnetenhaufe, die öffentliche Meinung würde Jeden, der die Waffen zur Unterstützung Rußlands ergreife, als Landesverräther bezeichnen! Der Minister-Präsident Tisza pro- teftirte natürlich gegen eine solche Auffassung der Dinge, und als er die Cabi- netsfrage pellte, stimmte das Haus seiner Politik, die Interessen des Kaiserstaates unter allen Umständen zu wahren, obgleich er sich über die Art und Weise der Wahrung wohlweislich nicht weiter ausließ, bei. Das österreichische Ministerium ist im Abgeordnetenhause zu Wien mit Erfolg für die Aufrechterhaltung des bisherigen staatsrechtlichen Bandes zwischen beiden Reichshälften eingetreten, indem der Antrag Sturmes auf Aushebung der Delegationen mit großer Majorität abgelehnt wurde. Deutschland. Darmstadt, 18. Mai. Das Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 24 hat folgenden Inhalt: I. Gesetz, die Gesinde-Ordnung betreffend. (Fortsetzung). Artikel 14. Mit beiderseitiger Einwilligung der Dienstherrschaft und des Dienstboten kann der Dienstvertrag zu jeder Zeit aufgelöst werden. Die einseltige Aufhebung des Dienstverhältnisses vor Ablauf der bestimmten Dienstzeit ist jedem Theile nur aus wichtigen Gründen gestattet. Die Beurtheilung der Wichtigkeit der Gründe bleibt dem richterlichen Ermessen überlassen. Artikel 15. Die Dienstherrschaft ist tnbesondere berechtigt, die Dienstboten ohne Aufkündigung zu entlassen: 1) wenn sie eines Diebstahls, einer Veruntreuung oder eines unsittlichen Lebenswandels sich schuldig machen; 2) wenn sie den in Gemäßheit des Dienstvertrags ihnen obliegenden Verpflichtungen nachzukommen beharrlich verweigern; 3) wenn sie der Verwarnung ungeachtet mit Feuer und Licht unvorsichtig umgehen oder die ihnen anoertrauten Thiere mißhandeln; 4) wenn sie sich Thätlichkeiten oder grobe Ehrverletzungen gegen die Dienstherrschaft oder deren Familienmitglieder zu Schulden kommen lassen; 5) wenn sie mit den Familienmitgliedern der Dienstherrschaft oder mit den Hausbewohnern verdächtigen Umgang pflegen oder das im Hause dienende Gesinde zu Handlungen verleiten, welche wider die Gesetze oder wider die guten Sitten verstoßen; 6) wenn sie zu den von ihnen übernommenen Dienstleistungen unfähig oder mit einer abschreckenden Krankheit behaftet sind; 7) wenn sie länger als vierzehn Tage durch Krankheit, Freiheitsstrafe oder Abwesenheit an ihren Dienstleistungen verhindert sind; 8) wenn sie schwanger sind; 9) wenn sie ohne Erlaubniß der Dienstherrschaft sich über Nacht aus deren Wohnung entfernen oder andere Personen bei sich beherbergen; 10) wenn sie das Dienstbuch abzugeben sich weigern; 11) wenn sie sich überhaupt solcher Handlungen schuldig machen, welche nach ihrem Wesen mit dem für das Dienstbotenverhältniß erforderlichen Vertrauen oder mit einer geregelten Hausordnung unvereinbar sind. Artikel 16. Die Dienstboten sind insbesondere berechtigt, den Dienst ohne Aufkündigung sofort zu verlassen: 1) wenn sie zur Fortsetzung des Dienstes unfähig werden; 2) wenn die Dienstherrschaft sich Thätlichkeiten oder grobe Ehrverletzungen gegen sie oder Mitglieder ihrer Familie zu Schulden kommen läßt; 3) wenn die Dienstherrschaft oder deren Angehörige die Dienstboten oder deren Angehörige zu Handlungen verleitet oder zu verleiten sucht, welche wider die Gesetze oder die guten Sitten verstoßen, oder die Dienstboten vor derartigen Zumuthungen Anderer, die zur Familie gehören oder im Hause regelmäßigen Zutritt haben, nicht schützt; Der orientalische Krieg. London, 24. Mai. Einer Meldung des „Reuter'schen Bureaus" aus Erzerum zufolge hätten die Russen ihren linken Flügel weiter südwärts ausgedehnt und hätten sich Kosaken bereits bei Wan gezeigt. Feizi Pascha bezog ein Lager bei Abagha, von dem die Rusien nur einige Stunden entfernt stehen. Es finden unausgesetzt Scharmützel statt. Die Perser haben ein Lager bei Selmas an der türkischen Grenze aufgeschlagen und darin 10 000 Mann Infanterie und 2000 Mann Kavallerie ausgestellt, um erforderlichen Falls ihre Neutralität behaupten zu können. Athen, 24. Mai. Das englische, aus acht Panzerschiffen bestehende Geschwader ist mit dem Herzog von Edinburgh im Piräus eingetroffen. Auszug aus den Standesamtsregistern der Stadt Gießen. von Dem Heizer Georg Rinn, ein Sohn, Georg Wilhelm, geb. den 22. Dem Dem Taglöhner Ludwig Kirbercher, eine Tochter, Katharine, geb Landbriefboten Karl Keßler, eine Tochter, Louise Anna Eli- Küfer ^Wilhelm Kohlermann, ein Sohn, Karl Wilhelm Eduard, Schäfer Jakob Jendt, eine Tochter, Louise Margarethe, grd- Schuhmacher Theodor Stohr, eine Tochter, Johanna Wit, 4) wenn ihnen die Dienstherrschaft die ihnen gebührenden Gegenleistungen unbefugt ”or^tnnaltl)’te Dienstherrschaft den Dienstboten am Besuche des wöchentlichen Gottesdienstes ohne hinreichenden Grund fortgesetzt verhmdert; 6) wenn die Dienstherrschaft ihren Wohnort bleibend verändert oder die Dienstboten nöthigen will, längere Reisen in entferntere Gegenden mit;umachen. 7) wenn die Dienstherrschaft stch überhaupt solcher Handlungen schuldig macht, welche mit den dem Gesinde gegenüber der Dienstherrschaft nach dem Dtenstbotenver- hältnisse zuftehenden Anforderungen unoercinbarlich find. v Artikel 17. Der auf ein Vierteljahr oder auf längere Zeit abgeschlossene Vertrag kann vor Ablauf der Dienstzeit mit Frist von sechs Wochen von der Dienstherrschaft aufgekündigt werden, wenn das Haupt der Familie oder das Mitglied derselben stirbt, für dessen besondere Bedienung das Gesinde gemietbet worden ist. Artikel 18. Wenn ein Dienstbote vor Ablauf der Dienstzeit in Gemäßheit des Artikels 15 entlassen wird oder wenn er vor Ablauf der Dienstzeit austritt, so kann er auf den bedungenen Lohn nur nach Verhältntß der Zeit, wahrend welcher er wirklich gedient hat, und vorbehaltlich etwaiger Gegenforderungen der Dienstherrschaft Anspruch er Gebern rti^ gg^nn ein Dienstbote den Dienst vertragswidrig nicht antritt oder unbefugt aus demselben austritt, so kann die Dienstherrschaft entweder gerichtliche Klage auf Erfüllung des Vertrages erheben oder das Einschreiten der Ortspottzeibe- Hörde gegen den Dienstboten in Anspruch nehmen. Vn letzteren Falle hat die Ortspolizeibehorde den Dienstboten zum Eintritte, beriebunasweiie Wiedereintritte in den Dienst innerhalb oterundzwanzig Stunden unter Androhung einer auf Antrag der Dienstherrschaft vom Stadrichter zu erkennenden, im Nichtzahlungsfalle in Haft zu verwandelnden Geldstrafe von zehn bis vierzig Mark * Die Dienstherrschaft ist indessen berechtigt, wenn sie weder auf Erfüllung des Vertrages gerichtliche Klage erheben, noch das Einschreiten der Ortspolizeibehorde in Anspruch nehmen will oder, wenn letzteres ohne Erfolg ftattgesunden hat, statt der Ei- sülluna des Vertrages von dem Dienstboten, außer der Rückgabe des etwa empfangenen Miethgeldes, eine Entschädigung zu verlangen oder in Aufrechnung zu bringen, welche sich auf die Hälfte des ausbedungenen Vierteljahreslohnes belauft, ohne daß es in olchem Falle einer gerichtlichen Auflösung des Vertrages, einer Verzugsetzung oder emes Beweises des Eintritts und Betrages des Schadens bedarf. Der Anspruch auf Entschädigung ist in gleicher Weise begründet, wenn der Dienstbote vor Ablauf der Dienstzeit in Gemäßheit des Artikels 15 und zwar in Folge eigenen Verschuldens von der Dienstherrschaft entlasten wird. , ,.a Wenn Dienstboten für landwirthschafliche Geschäfte in der Zeit vom Juni bis einschließlich Oktober vertragsbruchig oder in Folge eigenen Verschuldens entlasten werden, so erhöht sich die von ihnen zu leistende Entschädigung auf den vierten Theil des ^abreslohnes Der Dienstherrschaft bleibt es in den Fällen dieses Artikels vorbehalten, einen höheren Schadensersatz gegen den Dienstboten gerichtlich geltend zu machen. (Fortsetzung folgt.) Berlin, 24. Mai. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt, Fürst Bismarcks Aufenthalt Hierselbst werde sich vielleicht bis Ende der Woche erstrecken. Habe denselben auch keine der schwebenden Fragen hierher geführt, so fördere doch seine Anwesenheit die nothwendige Verständigung über die Haltung Deutschlands zu wichtigen Fragen, und möge es ihm selbst erwünscht sein, daß seine Durchreise durch die Hauptstadt in diesen Augenblick falle, wo seine Anwesenheit von großem Werthe sei. Die Nachricht von in den letzten Tagen hier stattgehabten mehrfachen Minister-Conseils sei irrthümlich. Der Kaiser habe den Fürsten Bismarck allein empfangen und dieser habe die Minister bis heute Denselben, den 20. März. Denselben. März. Denselben, den 29. März. Denselben. Kairo, 24. Mai. Prinz Hassan hat sich mit seinem Stab nach Alexandrien begeben, von wo aus das für die Unterstützung der Türken bestimmte ägyptische Contingent aufbrechen soll. Wien, 24. Mai. Die „Polit. Corresp." meldet aus Konstantinopel vom 23. Mai: Die Stellung Achmet Mukhtar Paschas ist in Folge des Verlustes von Ardahan erschüttert. Die jungtürkische Partei beabsichtigt, falls eine größere Niederlage der Türken oder ein Einschreiten der Großmächte erfolgen sollte, eine Demonstration zu Gunsten der Rückberufung Midhat Paschas. Man erwartet die bevorstehende Auflösung der Kammer. Berlin, 25. Mai. Dem „Berl. Tagebl." wird über die Verbreitung des Aufstandes der Abchasen gemeldet, daß die Küste von Suchum bis Rubansk in den Händen der Insurgenten sei. Die Ruffen nahen von Rostow und Stawropol aus heran. Der „Daily Telegraph" meldet, daß am 23. Mai eine große Schlacht bei Datum begonnen habe, wobei der Großfürst Michael den Oberbefehl über die Ruffen führe. Gerüchtweise verlautet, daß Datum eingenommen worden sei. _________________________ Spanien. Madrid, 24. Mai. In vergangener Nacht sind mehrere cantonali- stische Verschwörer sestgenommen und mit den vorgefundenen ihre Schuld ergebenden Beweisstücken den Gerichten überwiesen worden. Madrid, 25. Mai. Nach einer Bekanntmachung des Ministers des Innern sind einige aus Halbsold gesetzte Officiere, welche angeklagt sind, eine Verschwörung gegen die öffentliche Ordnung angezettelt zu haben, verhaftet Die Ruhe ist nicht weiter gestört worden. Einige Unterofficiere, denen Anerbietungen gemacht waren, um an dem Complott theilzunehmen, haben davon Anzeige gemacht. — sabethe Marie, a b bm Denselben. Dem geb. den 31. Mä»z. Denselben. Dem den 29. März Denselben. Dem sabethe Katharine, Conrad Seipp, ein Sohn, Karl Philipp, geb- nicht bei sich versammelt. , ,r v . — Die „Nordd. Allg. Ztg." bringt einen von Augenzeugen Herruhrenden Bericht aus Metz, wonach zwei deutsche Officiere in Civilkleidung am zweiten Pfingsttage in Nancy von der Bevölkerung schwer mißhandelt worden sind. > — Die „Post" sagt, der deutsche Botschafter v. Keudell habe Rom nicht ’ verlassen, sondern allein dessen Gemahlin ; daher sei die Nachricht, daß die Rück- kehr Keudell's auf seinen Posten mit der gegenwärtigen politischen Lage Zusammenhänge, schon deshalb unrichtig. — Der Chef der Admiralität, General v. Stosch, trifft am 25. d. Mts. hier ein und wird am 26. dem Kaiser Vortrag halten. — Fürst Bismarck nebst Familie ist heute Abend 8 Uhr nach Kissingen abgereist. Kissinger», 25. Mai, Morgens. Soeben, 7 Uhr 45 Min., ist Fürst Bismarck mit Gemahlin, Tochter und Sohn Herbert hier angekommen und in der oberen Saline abgestikgen. Irankreich. Paris, 24. Mai. Der „National" meldet: Zwei Polizei-Agenten begleiten Don Carlos, um sich zu versichern, daß er das französische Gebiet verläßt. General Charette, der ehemalige Commandant der päpstlichen Zuaven. bat den Prätendenten zum Bahnhose begleitet. — Das „Journal osficiel" veröffentlicht die Ernennung des Admirals Gtcquel des Touches zum Marine-Minister. — Alle Gerüchte von einer Vertagung der Ausstellung von 1878 werden formell dementirt. «Holland. Haag, 24. Mai. Nachrichten aus Atschin zufolge ist die Provinz Langsar nebst den Küstendistricten Atschins unterworfen. Die Rodschas haben die Bedingungen der niederländischen Regierung angenommen. Die Blokade ist ausgehoben. Vom 20. bis 26. Mai 1877. Aufgebote. Mat 23. Architect Jacob Stein von Auen mit Katharine Henriette Gerhard Gießen. ' Geborene. Auszug aus den Kirchenbüchern der Slsdt Gießen. Evangelische Gemeinde. Getraute. Den 18. Mai. Wilhelm Küster, Kutscher dahier, des Landwirths zu Danneu- rod Karl Küster, ehel. Sohn; und Elisabethe Völzel, des Landwirths zu Wieseck, Mel- d,i01 ^Denselben.! Kew/ Wilhelm Schumann, Schlosser dahier, des FuhrmaimS zu Herborn, Johann Heinrich Schumann, ehel. Sohn; und Elisabethe Friederike Weißmüller, des Schriftsetzers dahier, Daniel Weißmüller, ehel- Tochter. Den 19. Mai- Heinrich Schmiermund, Färbermeister dahier, deS verstorbenen Schuhmachers zu Wehrda, Heinrich Schmiermund, ehel. Sohn; und Anna Maria Becker, des verstorbenen Küfers zu Rieder-Ohmen, Johann Georg Becker L, ehel. X0$teS)enfetben. Karl Heinrich Wilhelm Ditzel, Locomotivführer dahier, des Werk- schreibers an der Main-Weser-Bahn dahier Wilhelm Ditzel, Karoline Schwalb, des verstorbenen Dachdeckers dahier, Christian Schwalb, ehel. Tochter^^ @eorß Wack, Schneider dahier, des Schuhmachers zu Kirchhain, Gotthard Wack, ehel. Sohn; und Elisabethe Pauline Löb von Herborn- Den 20. Mai- Dem Heizer Julius Benkner, eine Tochter, Marie Auguste Eli- 0Cb" b Denfllbem" Dem Stationsassistenten Ernst Röche, ein Sohn, Ernst Otto Emil. 0enfdbtn. Dem Dberfüfer in her «clitnbrauerri Johann Td»ma, eine Io«1“’ Malhildc grieberit, üuflufte Anna Sufanne. ,«»- dm 20. äpnL ( Pa» Dm 22. Mai. D-m Schuhmacher Karl Orth, eine Tochirr, Anna touu= + line Emilie, geb. den 26. April. — . ctrkhrüfi Karl Leonhard Denselben. Dem Kaufmann Fritz Tresselt, ein Sohn, Friedrich K geb. den 7. April. Irr v'ttltnii itdbfi J0'9'l« "n »8t, M» ■ütss *■ M Ä J ‘6atine Smrietti @„h K.s,J» k^'"d°°n fatota. Cfm Schneider Mafc- 7 Marie, Tochter lhtn von Tapezier W chen Geschlechts vonM- .arbeiter von Krosdorj i- - Wt alt. - ffifc m academischen Hotzpii^ ubmocher Friedrich Ätt . Sohn von ßocomoÄ 47 Jahre 5 Monate 8 m academischen Hospiia! j- n Lellersheim, (im Mi® immtter, 66 Jahre Ite Ml GiA nde. des Lanbwüths za Da« ^anbwirt^ ju fiW M (er, -es Mrmanns zu He iethe Friederike WchMÜ! X Wx. dck verstört i. Sotyv, und Anna Men ,ann Ärortz Becker I, t .oW'tr babter, MS Bd edel-Sohn; unbW ttl' Christian Schw°l' $ Schuhmachers >uM»| b von Herborn- Mark I«B- @torl «lh-lm. »&> eine MK w I.*t«, -'s' 66o6,,N*to6l< 4,-r. *,0*3**’ ene*#**-1* hn »*** ** N« , jyiUI, 11,11 )l( eine j B*SS?^Ö ^«""5 Hn S-b"' 3°1 , _ gjulp * ,, 1 ^tö' ,a*-£ Denselben. Dem Steiger auf dem Gießener Braunsteinbergwerk Johannes Appel, ein Sohn, Heinrich Otto, geb. den 21. April. Den 23. Mai. Dem Feldwebel Wilhelm Meltor, ein Sohn, Karl, geb. d. 2. Mat. Beerdigte. Den 19. Mai. Philipp Mahr, pensionirter Bahnwärter, alt 61 I. 8 M-, gest- den 15. Mai. Den 21. Mai. Emilie Köster, des verstorbenen ev. Pfarrers zu Hausen, Emil Köster, ehel. Tochter, alt 37 I. 6 M. 18 T-, gest. den 19. Mai. Berichtigung. Jrrthümlich wurde gestern Herr W. Löber unter den hiesigen Frischbäckern aufoeführt- Die Redaktion. Handel und Verkehr. Gießen, 26. Mai- Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter, per Pfd. 1 lktzleren , »izikbucgswelie W Ml Androhung e u; Slichtzahlungsfa tchujordern- Der Dirnstbl rJbts gerichtliche K I Jprudi nehmen will I Mikthgeld zu behat MiDtrOicnte Zeit, v iom die Halste des jhutlc einer geeicht nv.fied des Eintrtt Der Ansyr ILienstdote aus L :tutl nimmt. Wenn Die [ bis einschließlich nicht angeii tchast in Gemätzh Lieisthurtchastrn Den Dren ! höheren Lchoder Äillkel 25 ; Grinde beläuft ' Dtmstzett. Artikel 22 sordnungtn geg Itlbrn, mit Aus . ein Zutlickoehalt Das >juu stchs lagen ihre s Ur anhänglg mi " ästigen, obfugi Artikel 2< harschast dir H Ugenhru sinder, welcher aus ein i°ißtiibt Quart Slrrdt v Eintritte der bi f Artikel 2 Milche auf Todes Anzeige. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten hierdurch die traurige Mittheilung, daß unser unvergeßlicher Gatte, Vater, Bruder, Schwieger- und Großvater Ernst Cuöuiifl .Kämmerer Casino ! 2972) Sonntag den 27. Mai 1877 : Parthie nach Badenburg. Der Vorstand, Pistolen, doppelte - - - Pistolen....... Holländische fl. 10-Stück« Ducaten....... 20 Francs-Stücke • . • do. in Vs • Englische Souvereigns Russische Imperiales - • Dollars in „DER ELIAS“, ein Oratorium nach Worten des alten Testaments für Soli, Chor, Orchester und Orgel; componirt von Felix Mendelssohn- Bartholdy. .^Artikel 2t ZLS *Ä* Äfri rin Das Gil 1,6 Äfc hÄ* zu Die Soli werden gesungen von: Fräulein Mari e Breidenstein, sächsischer Kammersängerin aus Erfurt [Sopran]; Frau Mathilde Weiffenbach aus Giessen [Alt]; Herrn Augustin Ruff, Concert- sängcr aus Mainz [Tenor]; Herrn Eugen Gura, Herzogi. sächs. Kammersänger aus Hamburg [Bass]. — Orgel*. Herr Capellmeister Lux aus Mainz. Nummerirte Plätze im Schiffe der Kirche und auf der Orgel ä 3 Jt. werden denjenigen fest reservirt und zugetheilt, welche, die bezügliche Bestellung mit Einsendung des Betrages an die Ricker sehe Buchhandlung oder H. Ru dolp h’sche Musikalienhandlung dahier bis spätestens Sonntag, den 3. Juni, gelangen lassen. Die Billette werden am 6. Juni daselbst in Empfang genommen oder nach Wunsch auch vorher direct zugesandt. Später und am Conccrttage selbst können nur noch Billette tur un- nummerirte Plätze zu den Emporbühnen ä Jl. 2 ebendaselbst, sowie auch in der F er berschen Buchhandlung (der Kirche gegenüber) gelöst werden. — Daselbst sind, auch Texte ä 20 zu erhalten. Da dieses Oratorium nicht so viel Zeit zur Aufführung, wie im vorigen Jahre der „Messias“ erfordert, ist der Anfang des Concertes ganz präcis 5 Uhr. Dauer desselben 2 Stunden, mithin nach dem Concerte vollständig Zeit bis zum Abgang der letzten Eisenbahnzüge. Dienstag den 5. Juni, Nachmittags 4^2 Uhr, findet die Generalprobe statt. Der Eintrittspreis zu dieser ist JL 1. Es sind circa 50 Sperrsitze für Mitglieder des Concertvereins, welche solche nicht haben, für dieses Coneert reservirt und wollen diejenigen, welche das Billett gegen ein Aufgeld von Jl. 1 in einen Sperrsitz umgetauscht zu erhalten wünschen, dies bis längstens 1. Juni dem Concert- diener Berg aufgeben. 2884) Der Vorstand des Concertvereins. Erdarbeiter können 100 Mann gegen guten Lohn dauernde Beschäftigung finden bei Bau' Unternehmer Krausgrill inMoselken und Hatzenport an der Mosel bei Cobleiu Gießen, den 23. Mai 1877. 2912) ______________Krausgrill._ Herren-Slrohhütk werden gewaschen und fo^onnirt bet 2433) I. Weitzenkorn, Kreuz. Geld-CourS. 2962) Für einen Realschüler nut guten Schulkenntnissen wird in einem kaufmär.ni- chen Geschäft LehrtingSstelle gesucht. 9tät)e-- res bet Herrn S. Katzensteir dabier. Ein Laden zu miethen gesucht von 2960)__Rühl, Spengler. Flachs- und Uerg-Ganic. 2961) Zum Verkaufe von belgischen Flachs- u. 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