L8--, Mittwoch, den 24. Januar «O 19 WWW Mnzeiger Aykigr- md AmtsdM sm den Kreis Gieße« yda. ikrn lei feiW«< I j 95' 9 rch 'N. kie« Alzey Otto Heinrich Weiß zu Alzey. Darmstadt, 22. Januar. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben mittelst allerhöchster Entschließung vom 20. l. Mts. den Regierungs-Äccessisten Dr. Gustav Frhrn. Schenck zu Schwetnsberg zum Vorstand _ber Haus- und StaatS-Archiv-Direction mit dem Ämtetitel als „HauS- und Staats-Archivar" allergnüdigft zu ernennen geruht. — Der Cassationshof hat heute das Urtheil des Obergerichts von Mainz in Untersuchungs-Sachen gegen den Bischof von Mainz ausgehoben und die bestrittene Competenz des Bezirksgerichts anerkannt. Mainz, 22. Januar. Nach dem heute amtlich publicirten Resultate der engeren Wahl zum Reichstag sind aus den Candidaten der vereinigten liberalen Parteien Dr. OechSner 10,858 Stimmen und auf den ultramontanen Candidaten Dr. Moufana 9969 Stimmen aefallen._____ ns veranstalteten Collecte i Herren Polizcicommch'är uns in der thatkräsiiflstm »ur Role, welcher ud nutz dre AahlMtz von in dieser edlen Tdat. c Skactar. H IVeinert- e-M ■ W°gd« ; Metz, Erscheint täglich mit Ausnahme deS MonLsegs. ^xpsditionr Schulstraße, Lii. R. Nr. 18 vierteljährlich £ Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen viertAjähHKich 2 Mark 5S Ps. Ionien Deutschland. , Darmstadt, 20. Januar. Se. Königl. Hoheit dor Großherzog haben < allergnädigst geruht: dem Direclor der Cabinets-Bibliothek, Geh. Rath Dr. Philipp Alexander Walther, das Ritterkreuz 1. Klasse des Ludewigs - Ordens zu : verleihen. Darmstadt, 21. Januar. Die Nr. 4 des Großherzoglichen Regierungs- ' bi'atts Hal folgenden Inhalt: 1. Gesetz, den Gewerbstenertaris betreffend. 2. Bekanntmachung der Großherzoglichen Ministerien des Innern und der Justlz, die Sterbquartale der Volksschullehrer betreffend. 3. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums der Justiz, die Em- verleibung verschiedener neuerer Erwerbungen in das Familen-Fideicommiß-Ver- mögen der Freiherrn von Leonhardi betreffend. 4. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen, die Organisation der Obeiförsteret in dem Forste Friedberg betreffend. 5. Uebersicht der von Großherzoglichem Ministerium des Innern für das Jahr 1877 genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Communal-Bedürfnisten in den israelitischen Religions Gemeinden des Kreises Erbach. ' 6. Uebersicht der für das Jahr 1877 genehmigten Umlagen zur Bestreik tung der' Bedürfnisse der israelitischen Religions-Gemeinden des Kreises Bingen. 7. Ermächtigung zur Annahme und zum Tragen eines fremden Ordens. 8. Charakterertheilungen. 9. Dienstnachrichten. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben üller- gnädigft geruht: am 6. Novbr. 1876 dem Geh. Oberforstrath Bose bis aus Weiteres den Auftrag zur Mitbesorgung der Directorialgeschafte bei der Oberforst» und Domänen-Direction zu erthecken ; am 16. Dccbr. den HülfSlehrer an der Tanbstummen-Anstalt zu Bensheim, Ferdinand Wahl ans Astheim, zum Lehrer an dieser Anstalt mit den Rechten eines Bolksschullehrers zu ernennen; am 22. Decbr. den von dem Herrn Fürsten zu Solme-Lich auf die zweite evang. Psarrstelle zu Lich präsentirten Pfarrer Otto Klingelhöffer zu Altenkirchen für diese Stelle zu bestätigen; an dems. Tage den in der Eigenschaft als Volksschullehrer an der Realschule zu Offenbach angestellten Lehrer Karl Schmidt zum Reallehrer an dieser Lehranstalt zu ernennen; an dems. Tage den Schullehrer Reinhard Dietz zu Melbach zum Lehrer an der Realschule zu Gießen, am 28. Decbr. den Calculator 1. Klasse bei dem Katasteramte, Ludolf Kramer, zum Calculator 1. Klaffe bei der Steuer-Controle und Calculatur der Obersteuer-Direction, den Calculator 1. Klaffe bei der Steuer-Controle und Calculatur der Obersteuer-Direcrion, Andreas Ferdinand Bischoff, zum Calculator 1. Klaffe bei dem Katasteramte, den Geheimerath Wernher zum Vorsitzenden, den Obersorstrath Dr. Draudt zum Mitgltede der Prüfungs-Commission für das Finanz- und technische Fach, cm 30. Decbr. dell Karl Emil Geppert aus Alzey zum Stempler bei der Haupt-Stempel-Verwaltung auf bank ernannt werden. n — Das „Telegr. Corresp.-Bureau" meldet aus Konstantinopel vom 21. d. Mts.» Nachts: Bei der heutigen Soiröe auf der österreichischen Botschaft wurde das Schluß-Protokoll der Conserenz von sämmtlichen Bevollmächtigten unterzeichnet. Die Bestimmungen über die Abreise der DelegMeu sind dahw getroffen, daß morgen früh Marquis Salisbury, Dienstag früh Jgnatieff, im Lause deffelben Tages Graf Zichy und Baron Calice, die österreichischen Bevollmächtigten und Frhr. v. Werther, der deutsche Botschafter, abreffen. Mittwoch wird Graf Bourgoing, Donnerstag Sir Henry Elliot und Freitag Gras Cbaudordy und Graf Corti abreisen. Gerüchtweise verlautet, daß die Pforte mit Serbien und Montenegro direct Frieden schließen werde. Der Grotzveur stattete heute dem armenisch-katholischen Patriarchen einen Besuch ab und dielt dabei eine Rede, in welcher er der Treue der Armenier gedachte und die aus der Verfaffnng resultirende Gleichheit aller Ottomanen constatirte. AranLreich. Paris, 22. Januar. Der „France" zufolge sollen die schwellenden Mißverständnisse mit Deutschland größtentheils durch freundschaftliche Auseinandersetzungen geebnet sein. Auch die übrigen Blätter führen eine gemäßigte Sprache. Widerruf zu ernennen. 10. Concurrenzeröffnungen. Erledigt sind: die evang. Pfarrstelle zu Altenschlirf. Dotationsmäßiger Gehalt 1297 c/H. ; den Freiderrn Riedesel zu Eisenbach steht das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu; die Gemeinde Schulstelle zu Bernsfeld mit einem Gehalt von 685 71 ; die zweite Gemeinde-Schulstelle zu Dornheim mit einem Gehalt van 857 JL 14 ; die Gemeinde-Schulstelle zu Oppershofen mit einem Gehalt von 771 «M. 43^; dem kath. Pfarrer und dem Gemeindevorstand zu Oppershofen steht das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu; die Gemeinde-Schulsteüe zu Weiher mit einem Gehalt von 771 «X 42 H 11. Sterbefälle. Gestorben sind: am 31. Novbr. 1876 die Schlüssel- Dame Freifrau v. Ricou Exc. zu Darmst'dt; am 17. Decbr. der Geh. Oberrechnungsrath i. P. Fuhr zu Darmstadt; am 19. Decbr. der Schullehrer Michael Ritter zu Dornheim; am 21. Decbr. der Gensd'arm i. P. Johann Ludwig Stark zu Grünberg; am 25. Decbr. der evang. Pfarrer Georg Keiber zu Nordheim; am 26. Decbr. die Lehrerin i. P. Margaretha Friederike Lippert zu Mainz; am 27. Decbr. der Distrrctseinnehmer Karl Ludwig Hermann Obermann zu Alzey; an dems. Tage der Ober-Steuercalculator i. P. Karl Pabst zu Schlitz; am 3. Januar 1877 der Staatsprocurator am Bezirksgericht s Giessener pomaöe. B. Ratzeiutei“ - Ek wird liwgsübnße r* ,’?■ de-LB Aelgien. Brüssel, 21. Januar. Der „Jndöp. beige" zufolge haben die Spinnerei- Arbeiter >n Loth unweit Brüssel die Arbeit eingestellt mid sind in Folge dessen Ruhestörungen vorgekommen. Eine Abtheilung der Brüsseler'Gen«d'nrmer>e ist nach Loth abgesendet worden. Italien. Rom, 20. Januar, Abends. Im weiteren Verlaufe der Debatte über den Gesetz Entwurf, betr. die Mißbräuche der Geistlichkeit, ergriff der Justizminister in der Sitzung der Deputirten-Kammer das Wort, um die Zeitgemaß- bett deS Gesetz-Entwurfs nachzuweisen, wobei er bervorhob, daß die sich kund gebende größere Versöhnlichkeit der geistlichen Behörden eine Folge der Festigkeit des gegenwärtigen Cabinets sei. Das Papstthum erkenne nur die Verewig ung Lombardo-Venetiens mit dem ehemaligen Königreich Sardinien an, sehe in dem übrigen Königreich Italien nur das Resultat von gewaltthätigen Fusionen und SLweiz. Basel, 22. Januar. Den „Basl. Nackr." wird aus dem Canton Tessin gemeldet, daß bei den gestrigen Wahlen zum Großen Rath die Ultramontanen gesiegt haben, welche 67 Mandate erlangten, während den Liberalen nur 52 zu Theil wurden. sWede, WlM' MrMS'' btr 6W Pest. • riokoslen Prag, Utra^rß und Ä 12 W 9S‘ l3 Berlin, 20. Januar. Die „Nordd. Allg. Ztg." druckt heute die an ein Schreiben aus Paris anknüpfende Mittheilung des gestrigen „Reichs-Anr. ab und knüpft daran folgende Auslastung: Wir wollen die Hoffnung ees „Reichs-Anz." hinsichtlich' des Wiederaufhörens der periodisch auftaucheneen Verdächtigungen der deutschen Regierung theilen und, wenn sich diese Hoffnung erfüllt auch gern die Bedenken schwinden lasten, welche die neben der Agitation der französischen Preste gleichzeitig sich aufdrängenden Wahrnehmungen Hervorrufen konnten. Wir werden dann auch die außergewöhnliche, den normalen Bedarf weit übersteigende Getreide-Ausfuhr aus Ungarn nach Frankreich als harmlose geschäftliche Spekulation ansehen und darauf verzichten, darin eine Vorkehrung der französischen Intendanz zu erblicken. — Heute fand die gerichtliche Verhandlung gegen Dr. Rudolf Meyer statt, welcher beschuldigt ist, durch einen Artikel der „Socialpolitischen Corre- spondenz" vom 5. October den Fürsten Bismarck beleidigt zu haben, ^er Angeklagte erbot sich, den Beweis der Wahrheit seiner Angaben anzutreteu, indem er auf bas Zeugniß der Herren v. Blankenburg, Bleichröder, Kardorff und Bethmaun recnrrirte. Ter Gerichtshof beschloß hierauf die Zulassung des Antrages auf Beweiserhebung und die Freilastung des Angeklagten aus der Haft gegen Caution. Hesterreich. Wien, 20. Januar, Abends. Wie die „Preste" meldet, hat die unga- risLe Regierung das^Prosect der ungarischen Nordostbaha-Gesellschakt. betr. den Bau der Linie Munkacs-Beskid (ungar.-galizische Anschlußlinie der Albreckts- bahn) abqelehnt. _L Wien, 22. Januar. Die „Montags-Revue" meldet aus Pesth vom 21. d. Mts.: In unterrichteten Kreisen wird das Zustandekommen eines Provisoriums in der Bankfrage für wahrscheinlich gehalten. Die ungarische Negierung entschied sich für eine Vereinbarung wegen der Regulirung der Valuta, nach deren Durchführung eine selbstständige ungarische Bank errichtet werben soll. Bis dahin soll das Privilegium der österreichischen Nationalbank verlängert, die Dotation derselben aber erhöht und die Filialen in Ungarn verniebrt werden. Auch soll ein ungarischer landesfürstlicher Commistär bei der Nationalist gebeten. (432 Min. Abends 8*/2 Uhr. : Carl“: mann über den ikespeare. ritt. ünd in der Ricker7- äes Saales zu haben. Vorstand. lasse die Geistlichkeit für die politische Auflösung wirken; daher nähmen allerlei Mißbräuche ihren Ursprung. Schließlich ersuchte der Minister das Hau-<, den Entwurf ohne Abänderungen anzunehmeu. Kurland. Petersburg. Der „Regier. Anz" erkläit aus Grand amtlicher Nach- richten den Gesundheitszustand der in Bessarabien und zum Theil im Gouvernement Podolien liegenden Truppen der activen Armee für ausgezeichnet. Epidemische Krankheiten feien nicht vorhanden. Der Procentsatz der Erkran- kungen bei den Divisionen schwanke zwischen 0,75 und 2 pCt. und bleibe im allgemeinen Durchschnitt unter 1 pCt- zurück Diese günstige Erscheinung laste sich bei Den ungemein strengen klimatischen Verhältnisten, unter denen Die Mo- bilisirung ausgesührt wurde, vorzugsweise durch die Maßregeln erklären, die zur Wahrung der Gesundheit der Soldaten ergriffen wurden. Warme Kleidung, verstärkte warme Kost, Branntwein-Rationen, welche von Zeit zu Zeit mit Lhee abwechseln, mäßiger Frontdienst und Uebungsmärsche — Alles dies muffe dazu bei- trigen, die Gesundheit der Truppen zu bewahren, die in engen Quartiereii zusammenliegen, und zwar in einer Jahreszeit, welche für die Gesundheit am allerungünstigsten sei. Petersburg, 22. Januar. Nach einem Telegramm des „Reg.-Anz." aus Kischenew vom 9./21. d. Mts. haben sich an diesem Tage im Hauptquartier der Bevollmächtigte der Gesellschaft deS rothen Kreuzes Abasa und fein Gehülfe Fürst Wolkowsky vorgestellt, um Instructionen zu empfangen, an welchen Punkten sanitätliche Hülfe am nothwendigsten wäre, im Falle der Krieg zum Ausbruch käme. Der Gesundheitszustand der Armee ist durchaus befriedigend. Obige beide Delegirte haben gestern die Spitäler besucht. Türkei. Koustautiuopel. Eirn osficiöse türkische Quelle gibt die Zahl der längs der Donau echelonnirten türkischen Truppen auf 129,850 Manu an, ohne indessen anzugeben, ob hierbei die Nichtcombattanten mitgezählt sind. Der Vice- König von Aegypten ist verpflichtet, der Türkei ein (Kontingent von 40,000 Mann zu stellen; da die Höhe der Pforte aber dermalen nur die Beistellung von 20,000 Mann begehrte, von denen nur 8500 an den Feldzügen in Serbien und Montenegro Theil nahmen, so ist an ihn die Aufforderung ergangen, Die noch fehlenden 11,500 Mann zur Absendung bereit zu halten, und man glaubt, daß dieselben binnen 3 bis 4 Wochen eintreffen werden. Konstantinopel, 21. Januar, lieber die gestrige Sitzung der Conserenz verlautet noch weiter: Nachdem General Jgnatieff seine Bemühungen zur Verhütung des Krieges dargelegt hatte, führte er in seinen Schlußworten aus, daß, wenn die Pforte jetzt eine Action gegen Serbien und Montenegro unternehmen würde, oder wenn die christliche Bevölkerung fernere Leiden zu erdulden hätte, so würde Europa davon Kenntniß nehmen. Endlich erwähnte Jgnatieff auch noch, daß die Mitglieder der Conferenz eine Petition von christlichen Bewohnern Macedoniens, Epirus, Thessaliens und Kretas erhalten hätten, mit der Bitte, die Conferenz möge sich auch mit der Verbesserung ihrer Lage beschäftigen; die Conferenz habe zwar diese Bitten nicht in Erwägung ziehen können, da ihr Mandat bereits beendet sei, dennoch wolle er die Thatsache an sich noch in der heutigen Schluß-Sitzung constatiren. Vermischtes. — Eine interessante Statistik liegt uns über die Hühnerzucht in Frankreich vor. Dieses Land züchtet jährlich etwa 40 Millionen Hühner, welche, zum Durchschnittspreis von 2V2 Francs gerechnet, eine Summe von 100 Millionen Francs ergeben. Von diesen 40 Mill. Hühnern wird alljährlich der fünfte Theil ausgezehrt, was also eine erste Fleischproduction im Werthe von 20 Mill. Francs auSmacht, während das Fleisch der jährlich verspeisten Hähne etwa 5 Mill. Francs bringt. Die 40 Millionen Hühner schenken im Jahre 100 Millionen Küken das Dasein, von welchen man 20 Millionen zur Zucht ausmachsen läßt, von denen indessen et nm die Hälfte durch Unfälle und Krank heilen umkommt. Die übrigen 80 D/tUtonen Küken, welche ihr junges Leben unter dem Messer aushauchen, erzielen, das Stück zu l‘/2 Francs verkauft 120 Millionen Francs. Hierzu sind ferner noch als Resultat deS Mehrwerthes der Kapaunen und Poularden 6 Millionen zu rechnen, was als Gesammtergebniß der jährlichen Hühnerfleischpro- duction die Summe von 151 Millionen Franks auSmacht. Außerdem legen noch die 40 Millionen Hühner je 100 Eier das Jahr, also zusammen 4 Milliarden, was, das Ei zu 6 Centimes gerechnet, 240 Millionen ergiebt. — So weit Frankreich. Bei uns liegen die Sachen anders. Wir führen alljährlich etliche Millionen italienische Eier ein und ziehen blos „halbe Hühner", das einzige Geflügel, was die Meisten genießen und je genossen haben. — Ein einfaches Mittel, Fälschungen von Mehl zu erkennen, besteht darin, daß man ein Glas, am besten ein möglichst enges und hohes, entsprechend mit Essig füllt und auf diesen lotse und langsam eine Probe des durchmengten Materials riefeln läßt Sinkt dabei etwas zu Boden, ohne sich wieder erheben zu können, so zeigt dies Fälschung an. Darnach ist es Zeit, einen Chemiker zuzuziehen, der feftfteUe, in welchem Verhältniß sich Wanrheit zu Dichtung befindet- Wenn leider gegenwärtig eine solche wissenschaftliche Untersuchung noch ziemlich theuer ist — Dr. Jinrick zu Berlin berechnete 30 JL — so kann doch unter fast allen Umständen der Kostenpunkt nicht maßgebend sein, weil der Genuß derartiger Nahrungsmittel hauptsächlich den Kindern, und diesen fast regelmäßig binnen Kurzem bis zur Lebensgefahr, schädlich wirken muß. Dresden. (Wahlkuriosa) An der Wahlurne eines Altstidter Bezirkes erschien ein Mann, der sich „Richter" nannte. Nach dem Vornamen befragt, erroioerte er: „Den weeß ich nich." Als man darüber verwundert schien, daß er nicht einmal feinen eigenen Vornamen wisse, entgegnete er treuherzig: „Ja, hernse, ich bin Se ja gar nicht Richter; Richter kann nid) selber kommen und da sull ich fer’n den Zettel ad- geben." — Vor einer andern hiesigen Commission erschien em Lehrling. „WaS wollen Sie?" fragte man ibn. „Mei Meester schickt den Stimmzettel." ,Da muß Ihr Meister selbst kommen." „9tee, der kann nid), der ist krank: aber stimmen muß er." „Wir- können den Zettel nicht annehmen, sagen Sie ihm das." Nur mit Mühe war der junge Mann zu bewegen, den Zettel wieder mitzunehmen. Endlich that er es, indem ei mißvergnügt brummte: „Na, dann wird mei Meester aber scheene Heese sein." — (Bergsturz in Steinbrück.) Wiener Blätter erhalten über einen schrecklichen Vorfall bei Steinbrück eine vom Gemeinde-Amte von Lack und dem amtirenben Be- zirks-Eommissar in Steinbiück unterzeichnete Darstellung- Nach derselben fand der Unfall am 15. Januar um 4 Uhr Morgens zwischen dem nöidlichen Ende der Station Steinbrück und dem Orte Wäsche, 20 Minuten vom Stations-Gebäude entfernt, statt. Es ging eine Grundlawine nieder, welche auf ihrem Wege gegen den Bahndamm, vor welchem sie auf circa zwölf Meter Halt machte, drei Wohnhäuser fammt drei Nebengebäuden fammt 13 Menschen begrub Es gelang gegen halb 9 Uhr den bet der Hütte deS Jawscheg beschäftigten Arbe tecn der Oelsabrik, die zerschmetterte Leiche eines dreijährigen Kindes unter einer einen halben Meter hohen L-thuttdecke zu finden. Aber erst nach dreitägiger, mühseliger, unausgesetzter Arbeit gelang es, die Leiche des Heizers Jam- scheg und dessen Gattin zerstückt auszufinden An der Rettung der übrigen Personen wirb fortgearbeitet, doch ist die Hoffnung sehr gering, obwohl man vermuthet, daß das eine der Häuser, in dem sich eben acht Personen befanden und das gemauert war, nicht zertrümmert, sondern verschüttet sei, und daß sich die Personen darin noch am Leden befinden, weshalb die von Trifail requirirten 60 Bergleute, unter der geradezu aufopfernden Leitung deS Ingenieurs Fritsch, einen Stollen in der Richtung des genannten Hauses gebahnt haben. Eine Unmasse von Menschen besuchte bereits die Unglücksstätte, die ein äußerst trauriges Bild bietet, welches dadurch noch mehr verdüstert wird, daß auf einer angrenzenden Wiese bereits zwölf Särge bereit liegen, um die Leichen der Verunglückten aufzunehmen; in einem derselben liegt bereits die Leiche deS zerschmetterten kleinen Kindes. Steinbrück, 19 Jan. Gestern Abend 10 Ubr fand ein neuer großer Emsturz statt. Die Rettungsarbeiter hatten sich rcchtzeitig geflüchtet. Die alte Unglücksstelle 'ft neuerlich überdeckt. Der E'senbahndamm ist zerrissen, das Flußbett ist 100 Meter breit und 10 Meter hoch ausgefüllt, der Wasserlauf vollständig abgesperrt, eine große Wasserabstauung findet statt. Eden sind gegen 100 Bergleute angekommcn, um den Wasserabzug herzustellen. Bahn- und Postoerkehr sind unterbrochen. Der BezirkS- Comrnissär, der Bürgermeister und Bahn.Ingenieure waren schon Nachis zur Stelle. Pioniere wurden requirirt. — Die Direktion der Südbahn meldet hierüber: In Folge einer heute Nacht zwischen Römerbad und Steinbrück stattgehabten bedeutenden Berg- abrutschung ist der Verkehr zwischen diesen beiden Stationen vorläufig nicht möglich. Es wird Vorkehrung getroffen, so bald als lhunlich das Umfteigen bei Reisenden an der Unteidrechungtzstelle zu ermöglichen. Die voraussichtliche Dauer der Unterbrechung läßt sich noch nicht bestimmen. Der Frachtenverkehr von und nach den über Römerbad hinaus gelegenen Stationen wird auf anderer Route vermittelt werden. Die unterwegs befindlichen Reifenden und Frachten weiden auf anderer Route zur Bestimmung gebracht, und die Modificationen in der Fahrordnung werden dem Publikum besonders bekannt gemacht werden. Literarisches. Die vsn Ernst Eckstein rebtgirte im Verlage von Joh. Fr. Hartknoch in Leipzig erscheinenbe „Deutsche Dichterhalle" bringt in ihrer ersten Nummer folgenden tMtereffanten Inhalt: Gedichte von Emanuel Getbel, A. F. von Schack, Friedrich Spielhagen, Ernst Eck'iein, Friedrich Bodenstedt, Felix Dahn, Robert Hamerlmg. — Epischer Theil: Sängers Dank. Von Alexis Aar. — Ueber Fortbildung epischer und lyrischer Foim in der Dichtkunst. Von Christian Kirchhoff. — Ein offener Bries an den Liebesgott. Von Margarethe Halm. — In der Veranda. Von Albert Möser. — Kurze Bücherschau. — Vermischte Mittheilungen. — Beobachtungen über die Frauen. Von Albert Lindner. — A.>horismen. — Offener Sprechsaal. — Briefkasten. — An unsere Leser. Soeben ging uns das sechste Heft des neunzehnten Jahigangs von „lieber ßanb und Meer" (Stuttgart, Verlag von Eduard Hallberger) zu und führen wir dessen äußerst mannigfaltigen und interessanten Inhalt hier an. Text: Der neue Leander. Erzählung von Max v. Schlägel - Geheimer Oberhofbaurath Strack. Von Schmidt-Weißenfels. — Taffo in Belriguardo. — Notizblätter. — Am Grabe der Capuletti. Novelle von C. R. Struwy. — Hallberger's Shakespeare. I. Der Illustrator: John Gilbert- II. Die Ueberfefcer. — Das neue Schillerdenkmal in Wien, von A S — Der Gorilla im berliner s2lquarium. Von Biuno Dürigen. — Bilder aus der römischen Gesellschaft. Von Emil Frischauer. VIII. Arbib. — Militärischer Unverstand. Allerlei Plaudereien von W. v. Dünheim VI. — Theure Me- bicin. — Aus der „Nhetnjahrt". Jlanz. Alken. — Dr. Stroußberg und sein Wirken. I. II. — Aus den Erinnerungsblättern des Freiherm 0. Nordkirch. 8 Ein Tag auf Sanssouci. I. II. — Aus dcm Leben deutscher Dichter. I. Die gefahrvolle Fahrt. — Von der politischen Warte. Von Benno Reden. I. — Wien, von Poliz.sten gesehen. Von A. Sikberstein. — Miniaturbilder. Erinnerungen an berühmte Tondichter von Mosenthal. 5. Rubinstein. — Liezen Mayer's „Faust". Prachtwerk aus dem Verlag von Ströfer & Kirchner in München u. New-York. — Eine Vorlesung im Park — Das türkische VoikSthcater. Von Nathanael Müller. — Bilder aus der „Duschen Jugend". Leipzig, Ve.lag von A. Dürr. — Zeitchronik. — Vom Büchermarkt- — Bilderräthsel. — Schach. — Rälhsel. — Briefmappe. Illustrationen: Geheimer Oderhofbaurath Strack. Originalzcchnung von F. Weiß. — Tasso am Hofe des Herzogs Alphons von Ferrara. Gemälde von Ed. Ender. Mit Genehmigung der Kunstverlagshandlung von Goupil & Comp. in Berlin. — Sir John Gilbert. — Der Fackelzug vor dem neuen Schillerdenkmal in Wien. Original- zeichnung von L. Katzler. — Der Gorilla im berliner Aquarium. Origmalzeichnung von F. Specht. — Schwarzes Allerlei. Nach Skizzen von Hermann Hede» ich — T ,mre Medicin. Gemälde von F. Schlesinger. — Ans dem Pi achtwerk „Rheinfahrt": Htadt- thor von Jlanz; Alken Originalzeichnungen von R. Püttner. (Verlag von A. K^öner in Stuttgart) — Gefahrvolle Fahrt. Nach Hermann Junker's Bildern aus„Gvethe's Leben". (Verlag von Johannes Alt in Frankfurt a. M.) — Die Shakespeare-Ucber- setzer der Hallberger'fchen Ausgabe. Originalzeichnung von F. Weiß. — Auer. ich's Keller; Mephisto und der Schüler, aus „Faust", iUuftmt von Liezen Mayer. (Verlag v Ströfer & Kirchner in München u. New Aork.) — Eine Vorlesung im Park Gemälde DOh Arthur von Ramberg. Nach Dem Kupferstich im Verlag von P. Käse, in Wien — „O, daß wir frohe Kinder blieben*; Gescbwisterliebe; Große Geleh sam- ftit. Originalzeichnungen von O. Plettch Jllustrattonsproben auS „Deutsche Jugend * herausgegeben von I. Lobmcyei. ________________________________ Inserate, welche in der folgenden Nummer Aufnahme finden sollen, bitten wir bis Vormittags 11 Uhr aufgeben zu «ollen. Größere Inserate wolle man einen Tag vorher aufgeben. Um den Satz rechtzeitig fertig zu stellen ist diese Bestimmung unerläßlich. Die Expedition. —-- Frucht- und Mehlpreise in verflossener Woche von nachbenannten Orten und Fruchlmarkten. Nsrmalgcwicht per Malter: Walzen 200, Korn 180, Gerste 160, Spelz und Hafer 120, Erb en, Linsen, Wicken 220, Kartoffeln 200, Mehl 140 Pfund. Walzen. Korn. Gerfte. Spelz. Hafer. Erbsen. Linsen. Wicken. Kartoffeln. G Jan. Auf dem Auf dem Mit.- Auf dem Mit.- Auf dem Mit.- Auf dem Mit.- Auf dem Mit.- Auf dem Mit.- Auf dem Mit.-i Aus Dem Mit.-i J3 Fruchtmärkte Markt preis Markt preis Markt preis Markt preis Markt preis Markt preis Markt preis Markt preis Markt preis s ti lauf; gef. o M 1 lauf: gef. verk MP. auf: gcf. i ** M *• |auf: gef. verk M^P. ‘a'tr c o 1---------. verk M P. |auf= 1 gef. I , j cerr M P. Z = verk M^P. auf; gef. I—. | verk M 1 ! auf. gef. jna M P. M * - P Gießen M M M. M- M. M. M. M- M- M M. M. M. M. M. M. M. M - Alsfeld — 10 10 24 — 7 7 20 25 3’/2 3IZ4 17 — — — — — 20 20 16 __ 43/< 4 18 — — — — — — — IV- 5- — — - Grünberg 20. - 309 12 22 — 43 10 28 24 8 90 — — — — — 74 7 66 — 13 9 — — — — — — — — — — — - — Lauterbach 20. 1,50 20 50 — 5'50 17 94 — 3 80 16 12 — — — — — 1,85 15 — — 0,50 17 — — — — — — ,— — — — — — — - — — Mainz — — — — — 10 16 5*2 — 4 14 86 — — — — — 1 10 — — — - - — — — — — — — — 7|—| - — — — Die Mainzer und Lauterbacher Preise oerstchen sich zu 200 Psd., die von Grünberg zu b0 Klgr. b-rrK > , den hfl k S»Ä% "S^KMber g «j'äjjÄ SS '!eube, Uf,,^, flln ‘"Kittmg ^«‘«bqu '4t( btrdti\i, „«««nn- ?04 Mr tetMft Wä! lle8‘n, um btS «*«.&; 1 ifftr tg abaeinerrt . Meter erbrochen. >ch°n MisÄ?5 "del 6i«ib„.iUÄf' GM "och den über Rö-ner- Btrmittelt werden. Die totStatt MBr. Hempel» Apotheker. 395) Verschiedene, noch gut erhaltene Möbeln sind, wegen Mangels an Raum, aus freier Hand zu verkaufen. .Neuenweg L't. B. Nr. 195. Luchslvrellkn empfiehlt 228) Emil F schbach. 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Führer statt. Tagesordnung: 1) Rcchnungsablage. 2) Vorstandswahl. 3) Erhöhung der wöchentlichen Krankenunterstützung und des Sterbebencfizes. 4) Besprechung verschiedener Vereinsangelegenheiten. (453 273) Ein verheiratheter, Mann in her kaufmännischen Buchführung und im Nech- nungtzwesen geübt, wünscht 'eine freie Zeit mit dem Beisckreiben von Geschäftsbüchern gegen mäßiges Honorar auszufüllen Näheres bei Herrn Gastwirtb Arnold im Deutschen Hoi, Neuenweg B. 115. Köln-Gießener Kahn. Abfahrten von Gießen nach: Deutz 6« 12, 4«. Dillenburg 6", 12, 4«, 9». (11 Siegen o46, 12. Wetzlar 6«, 8“, 9“, 12, 4», 7-, 95. Nerlmlmortliche Redaction: A- Schevda. — Druck und Verlag der BrühNschm Untv^Druckerei (Fr- Lhr. Pietsch) in Giesten r’« d,s k "R k? Söttet tretet F o,|66orff,L,n 0,t L wtw h. ? Güt Darmstadt, 2 piiWrn in der zweit ;tn vom 3. Februar Vi intrflfl zeht dahin, bi ilitroibnmifltn, (ototit übende, eventuell doch iuirtffniben Ullen ven M Äukschuffes hat üb -lmiach geht der Antn * tufhebuntz bet gr füglich dn Slhabenrei «kHübizungrn einstttm zu machen. Ein weiterer von r Mf bezieht fi nontf, Wannstiel, Set •it ^mmer wolle die F Grenzen des § t d Mwbfn aus den Domc Mtragt Zustimmung 11 9'uM Z-lei • 9 anberaumte } ^rkündigu TH Sia H«b«i