junges. ‘Uitnloöia m »«‘■■HU s|ä$R„ MS ZWp ä«Sk= llymetJR^r. Sloi™HiÄS?li -__L°rlherbert Qf[t E. 9ö tit ptr \. rc, ® Manjardenzimmer mit verrn zu sennlethen, S^ÄnuF^ October zu tyfa bet v- Felfing, Dueawetz, ^og!s für 1 oder 2 PeV- in. ihr mann, Neustadt, s Zimmer zu vermiethen. MLusburg D. 18. Ebnung tm unteren SioL nmern und eine In der Zimmern sind sofort zu H- Met), msand-BahnhMrahe. mit Logis zu vermiethei'- Lit. B- 21- Ml erdestall mit Remise und st per 1. OcWer zu oer- H. Keck. ifr Atijdätn. hiesiges Fodritgesch^t a uüt guten SäMeiwt- Mger Monn t» die Lehre bet bet Expeb. b. Bltts nnit, anstatt Nachricht von erfolgt611 nes, Bruders mall. 1877. Familie- , öl. d. »S- ^eustadt (5213 n"" «ä« GG°! HI >" ®S uni 6« werbe« Ww 1nf h/fstr No-"’*' ■ «ÄiüS« Mo. «1». Freitag, den 21. September 1822. Meßmer HMeiger «nd AMtsdw für den Knis Gießen. Erscheint tLgltch mit Ausnahme del MontagS. Preis vierteljährlich 2 «art 20 Pf. mit Bringerlohn. e>itiont Schuistraße, Lit. B. Nr. 18. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mart 50 Pf. Amtlicher Theil. B e k a n n t m u ch u n g. 5222) Die Fabrikanten Koch nnd Patz zu Gießen wollen in ihrem an dem Schiffenbcrger Weg gelegenen Fabrikgebäude einen Dampfkessel auf- stellen. Einwendungen dagegen können innerhalb 8 Tagen bei uns vorgebracht und daselbst auch die Pläne und Beschreibungen des Dampfkessels eingesehen werden. Gießen, den 18. September 1877. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. B o e k m a n n. politischer Pheil. Deutschland. Darmstadt, 19. September. Der Kronprinz des deutschen Reichs ist hier angekommen und wird vor demselben aus dem Griesheimer Schießplatz eine combinirte Kavallerie-Division gegen einen markirten Feind exerciren. Der Kronprinz reist heute Mittag wieder ab. Berlin. Für Deutschland, meint das „Berl. Tagebl.", ist es bei allem Mitleid, welches wir für die bedauernswerthen Opfer des blutigen orientalischen Krieges empfinden, von Interesse, daß Rußland aus diesem Kriege geschwächt hervorgehen wird. Wenn anders ein Ausspruch richtig ist, den Fürst Bismarck während seines diesjährigen Aufenthaltes in Kffsingen gethan haben soll, „daß Europa auf fünfzig Jahre hinaus vor jeder Gefahr eines russischen Krieges gesichert sei", so theilt der deutsche Reichskanzler obige Meinung. Man wird dem deutschen Volke fernerhin nicht mehr mit dem Gespenst einer französisch-russischen Allianz bange machen können, und der Rückschlag auf unser Militär-Budget wird schließlich nach dieser Wendung der Dinge auch nicht ausbleiben können. So gelangen wir denn zu dem Resultat, daß schon der bisherige Verlauf des orientalischen Krieges, wenn derselbe mich noch mancherlei Wechselfälle darbieten sollte, und in Folge des energischen türkischen Widerstandes unzweifelhaft eine Verlängerung erfahren wird, der deutschen Nation eine Aera des Friedens verbürgt, welche, um wahrhaft segensreich für ihre Entwickelung zu sein, von den Regierungen und den Parteien nur zum freiheitlichen Ausbau unserer verfassungsmäßigen Einrichtungen benutzt zu werden braucht. — Gelegentlich der großen Parade, die der Kaiser bei Düsseldorf abgehalten, waren bekanntlich auch 200 rheinische und westfälische Kriegervereine aufmarschirt, und es ist gewiß manchem Leser der „Köln. Ztg." und der „Nordd. Allg. Ztg." ausgefallen, wie der Bericht dieser Blätter die Worte enthalten konnte, „daß die Ziele der mächtigen Volkskrast, die sich in den Kriegervereinen offenbaren, allerdings noch dunkel seien." Hiergegen verwahrt sich die „Parole", die amtliche Zeitung des deutschen Kriegerbundes, indem sie u. A. Folgendes bemerkt: „Treiben diese Kriegervereine etwa Geheimbündelei? Liegen nicht ihre Zwecke und Ziele vor aller Welt Augen klar und offen da? Zeigen nicht ihre Feste, weß Geistes Kinder sie sind? Jeder feiert das, was seinem Herzen am nächsten steht: die Socialdemokraten die Pariser Commune, den Geburtstag Lassalles, die Ultramontanen den Geburtstag des Papstes, die deutschen Kriegervereine feiern in Gemeinschaft mit jedem deutschen Patrioten den Geburtstag des deutschen Kaisers, sie feiern den herrlichen Tag von Sedan, da französischer Uebermuth von der deutschen Volkskraft gebrochen, am Boden lag, den Tag, der allen Reichsfeinden ein Greuel ist. Wo immer deutsche Kriegervereine festlich versammelt sind, gilt stets ihr erstes Hoch dem deutschen Kaiser, das zweite dem theuren Vaterlande, das dritte begeistert der treuen Kameradschaft! Die Ziele der deutschen Kriegervereine sind nicht andere, als die aller braven Deutschen, aller wahrhaften Patrioten I Alle sind einig in der Liebe zu ihrem angestammten Herrscherhause, in der Treue zum Kaiser, in der Hingabe an das so theuer erkaufte, geeinte Vaterland, im Gefühl der gemeinsamen deutschen Kameradschaft. Diesen großen, Allen eigenthümlichen Zielen gegenüber verschwinden alle Eifersüchteleien und Principien-Fehden; sie verstummen, denn, wie auch sonst die Ansichten auseinander gehen mögen, in den Zielen sind alle einig I" Hesterreich. Wien, 18. September. Der „Pesther Lloyd» meldet: Gortschakoff habe telegraphisch Bismarck's und Andraffy-s Vermittlung wegen einer Waffen- ruhe angesucht, die Pforte sei jedoch einem Waffenstillstand abgeneigt und wolle definitiven Friedcnsschluß, beabsichtige aber, eine Kriegs-Entschädigung zu verlangen. Die Pforte wird erklären, sie sei bereit, die für die europäische Türkei verlangten Reformen sofort einzuführen, jedoch ohne fremde Einmischung. Wie verlautet, werde im Fall- der Mediation das russische Heer sich allseitig aus die Defensive beschränken und sich gegen den Donaustrom concentriren. Der Czar verläßt demnächst Bulgarien. In Pesth ist die Stimmung freudigst er- regt, die Stadt illuminirt. Wien, 19. September. Tie „Polit. Corresp." meldet aus Peters, bürg vom 18. d.: Alle auf Waffenstillstand oder Mediation bezüglichen Gerüchte ausländischer Journale sind als willkürliche Combinationen zu betrachten. — Dieselbe Correspondenz meldet aus Bukarest vom 18. b.: Vor Plewna dauert der Artillerie,Kampf fort. — Die Fürstin von Rumänien befahl, eine große Anzahl der eintreffenden rumänischen Verwundeten in das im fürstlichen. Lustschloffe Cotroceni errichtete Hospital zu bringen. — Der englische Militär- Bevollmächtigte, Oberst Wellesley, ist in Bukarest eingetroffen. Bad Gastein, 18. September. Fürst Bismarck und sein Sohn Herbert sind heute um 3 Uhr nach Salzburg abgereist. Salzburg, 19. September. Fürst Bismarck und Graf Andraffy, welche beide tm „Europäischen Hof" wohnen, conferirten noch gestern Abend mit einander. Graf Andraffy soll heute, Fürst Bismarck morgen abreisen. Näheres ist darüber jedoch nicht bestimmt. AranLreich. Paris, 18. September. Das „Journal osficiel" wird morgen das- Manifest Mac Mahon's zu den Wahlen veröffentlichen; das Decret, welches die Wähler zum 14. October zusammen ruft, erscheint dagegen erst am 22. d. Mts. Neigten. Brüssel, 19. September. Der Secretär des Polizei-Präfecten von Paris ist hier angekommen, um Erkundigungen über die Lebensweise des kai- erlichen Prinzen auf dem Schlöffe Dave einzuztehen. Diese Nachricht kann verbürgt werden. Rußland. Petersburg. Zur Zeit des Krim-Krieges erfreute sich der vom Kriegschauplatze entfernte Theil Rußlands eines harmlosen Lebens, es herrschte eine Ruhe, wie sie auch zu Zeiten des tiefsten Friedens unter der Herrschaft des damaligen russischen Autokraten nicht anders hätte herrschen können. Kein. Waffenlärm, nicht der Anblick vom Schlachtfelde heimwärts transportirter Verwundeten störte diese allgemeine Theilnahmlosigkeit. Die Nachrichten vom Kriegsschauplätze stoffen äußerst spärlich ein, die geknebelte russische Preffe berichtete nur so viel, als der Czar in väterlicher Sorge um die Ruhe seiner getreuen Unterthanen der Mittheilung für werth hielt. Handel und Wandel blühten trotz oder vielmehr in Folge des Krieges, denn die Unsummen, die in die Hände zahlreicher Lieferanten stoffen, blieben im Lande und kamen dem Gewerbe und dem Handel merklich zu gut. Es bestand noch der Glaube an die unversiegbaren Hülfsquellen Rußlands, und als endlich doch der Rubel, der bis dahin noch seinen Werth von 100 Kopeken hatte, auf 80 sank, hatte das ber dem damaligen geringen Verkehr mit dem Auslande nur eine untergeordnete Bedeutung. Mit Ausnahme der den privilegirten Ständen angehörigen oberen Militärs bestand die russische Armee aus Söhnen der Leibeigenen, aus der Hefe des Volkes, aus confiscirten Subjecten, deren sich Dorf- und Stadt-Communen durch gewaltsames Pressen zum Soldatendienft zu entledigen suchten. Diese durch eine eiserne Disciplin zusammengehaltene Soldateska war also aus Elementen zusammengesetzt, die an mittelalterliche Landsknechte oder Söldlinge erinnerten Die damalige Theilnahmlosigkeit des russischen Volkes am Kriegsverlauf ist daher erklärlich. — Wie ganz anders heute! In Folge der allgemeinen Militärpflicht stehen Söhne sämmtlicher Stände, aller Berufs- und Bildungs- Klassen tm Felde. Das selbstverständliche lebhafte Jntereffe der Angehörigen an dem Schicksal derselben wird erhöht und genährt durch die gegenwärtig rührig arbeitende heimische Presse, welche Specialberichterstatter auf dem Kriegsschauplätze unterhält, und durch die officiellen Depeschen, die, wenn bei Mißerfolgen auch spät, schließlich doch Veröffentlichung sinden. Zahlreiche ausländische Blätter, die jetzt dem russischen Publikum zu Gebote stehen, berichtigen und vervollständigen manche zu knapp gehaltenen osficiellen Berichte und gestatten eine größere Klarstellung der Thatsachen und des Urtheils. Mit dem sonstigen harmlosen Leben ist es also vorbei und die russische Gesellschaft folgt dem Verlaufe dieses Krieges mit demselben Jntereffe, wie jedes andere Cultur- volk, das seine Söhne draußen auf dem Schlachtfelde weiß. Der Krieg erheischt Opfer, unausgesetzte Opfer, denen sich der Staatsbürger von heute mcht entziehen kann, so schwer sie auch drücken. Handel und Wandel stockt. Der Glaube an die unerschöpflichen Hülfsquellen ist mächtig erschüttert und der Rubel gilt heute kaum 60 Kopeken, was den Bezug selbst der unumgänglichsten Waaren aus dem Auslande unmöglich macht. Das viele für die Leistungen verausgabte Geld fließt in's Ausland und mehrt allenfalls die Taschen einzel- ner einheimischer Entrepreneurs. Kurzum, die Sachlage ist eine ungleich veränderte geworden. Das russische Volk trägt jetzt die schweren Kriegslasten mit allgemeinem Verständniß und darf mit Recht, welches auch der Ausgang des Krieges sei, seinen Lohn erwarten, um so mehr, als auf Seiten der Regierung durch Unfertigkeit und Fehler mancherlei Art schwer gesündigt wurde. (Berl. Tagebl.) Flurnamen Bukarest, 18. September. Am nächsten Donnerstag finden in allen Kirchen und Synagogen Rumäniens öffentliche Gebete für die gefallenen Ruffen und Rumänen statt — Oberst Wellesley besuchte heute Fürst Gortschakoff und reist morgen in das Hauptquartier ab. Derselbe stellt, der „Agenee ruffe" zufolge, in Abrede, der Ueberbringer von Friedens-Vorschlägen zu sein. Kriechensand. Athen, 18. September. Das Cabtnet hat von dem König seine Entlassung erbeten, der König dieselbe jedoch nicht angenommen. Kegypten. Alexandrien, 18. September. Der französische Finanz-Coutroleur, der englische Finanz-Commiffär und der Secretär des Finanz-Ministeriums sind nach Europa abgereist, um mit Göschen und Zaubert wegen eines Arrangements über die im Decrete des Khedive vom 18. November v. Js. nicht mitberücksichtigte schwebende Schuld von 4i/2 Mill. Pfd. Sterl. zu verhandeln. Dieselben schlagen vor, entweder von den Ueberschüffen des Mukaballah abzusehen oder die unificirte Schuld auf den erforderlichen Betrag zu erhöhen. Der orientalische Krieg. Konstantinopel, 17. September, Abends. Ungeachtet der letzten blutigen Niederlage der Russen bei Plewna soll, den neuesten Nachrichten Osman Pascha's zufolge, der Kamps noch fortdauern. — Suleiman Pascha telegraphin: Nach der Einnahme der Position des Nikolai-Berges greifen die Türken nunmehr die letzten russischen Positionen des Schipka-Paffes an. Der Kampf dauert fort. — Ein weiteres Telegramm Suleiman Pascha's meldet: Eine in's Boghaz-Defilöe entsandte Recognoscirung-Abtheilung bestand ein Gefecht mit russischen Truppen, welche geschlagen wurden und 200 Mann verloren. < — Ein Telegramm Suleiman Pascha's an die Regierung über die Einnahme des Forts Nikolai im Schipka-Paffe fügt hinzu, der Kampf dauere fort und hoffe Suleiman Pascha sich auch bald der übrigen russischen Positionen zu bemächtigen. Petersburg, 18. September. Amtlich wird aus Gorni-Studen vom 17. d. gemeldet: Gestern hat Großfürst Nicolaus die rumänischen Positionen besichtigt und war sehr befriedigt. Die Blokade und das Bombardement von Plewna dauern fort. Die auf den vom Großfürsten ausgewählten Positionen aufgestellten Batterien fügen den Türken großen Schaden zu. Heute ist der Großfürst nach Gorni-Studcn zurückgekehrt. — General Radetzky meldet aus dem Schipka-Paß: Nach 5 Tage dauerndem Bombardement haben die Türken heute einen Sturm gegen das Fort Nikolai unternommen. Morgens 5 Uhr verbreitete sich der Angriff, an dem 2000 Mann türkische Kaisergarden und arabische Truppen theilnahmen, auf der ganzen Linie. Nach einem Kampfe von 9 Stunden wurden die Türken mit enormen Verlusten zurückgeschlagen. Auch der russische Verlust ist bedeutend, nämlich 19 Officiere, 400 Soldaten verwundet, 100 Mann tobt, darunter der Flügel-Adjutant des Kaisers Fürst Mest- schersky. Oberst Liascheleikoff ist ungefährlich verwundet. Die ersten Angriffe hielt das Podolski'sche Regiment aus; namentlich zeichnete sich dessen Comman- deur Duchomin aus, ferner der Commandeur des Schitomir'scheu Regiments Tjazelnikoff, der Oberstlieutenant Fürst Chilkoff und Major Jendezky. Konstantinopel, 18. September. Officiell. Die Negierung erklärt die Nachricht von der Räumung des Schipka-Paffes durch die Ruffen für unbegründet. Die Brigaden Salih Pascha's durch Veffel Pascha's seien, nachdem sie die den Nikolai-Berg besetzt haltenden Ruffen vernichtet, nach einer 6 Stunden dauernden Besetzung der russischen Position aus strategischen Gründen wieder in ihre früheren Stellungen zurückgekehrt. — Neuesten Nachrichten zufolge setzt Chefket Pascha seinen Marsch auf Plewna fort. Die im Schipka-Paß stehenden Ruffen erhielten Verstärkungen. Der Sultan ließ Osman Pascha zu seinen Erfolgen beglückwünschen. Lokal-Notiz. Gießen, 20. Sept. Der „Wetterauer Bote" in Butzbach berichtet vom 19. d.: Heute Vormittag wurden mehrere Wagen mit plötzlich erkrankten Soldaten von dem Wacht- commando des Landeszuchthauies Marlenschloß in ihre Garnison Gießen befördert, nachdem dieselben durch eiligst eingetroffene Ersatzmannschasten ihres Regiments abgelöst worden waren. Man erzählt viel, was die Ursache des plötzlichen Krankseins fein soll, bis jetzt ist noch nichts Bestimmtes zu sagen, doch soll die Krankheit in solcher Art und Weise aufgetreten fein, daß der aus Gießen angelangte Stabsarzt die fofortige Heber- führung der Erkrankten ins Garnisonslazareth anordnete. Landwirthfchaftliches. Das Tüdern des Rindviehes. Ohne Zweifel gibt ein Stück Rindvieh den höchsten Ertrag sowohl an Milch als an Fleisch, wenn dasselbe den ganzen Sommer hindurch auf gut elngefriedigten Wetde- ländereien, ohne Hirten und Hund, sich selbst überlassen ist. Ob aber das vorhandene Gras auf diese Weise am wirthschaftlichsten benutz! wird, bezweifle ich sehr. Auf allen Bodenarten, wo ein Hectar oder noch weniger als Sommerweide für eine mittelgroße Kuh genügt, ziehe ich unbedingt das in Dänemark allgemein übliche Tüdern, welches sich auch im nördlichen Schleswig als nützlich erwiesen bat, dem freien Weidegange vor. Unter diesem Ausdrucke versteht man, daß das Rindvieb an einem, an dem Kopfe oder um die Hörner befestigten Stricke ober einer leichten Kette, in welchen in der Mitte ein eiserner Wirbel angebracht ist, mittelst eines am Ende befindlichen, in die Erde gestoßenen, kleinen eisernen Pflockes oder Pfahles so befestigt wird, daß dasselbe das von ihm w erreichende Gras abweiden kann. Die Länge des Strickes ist in der Regel 20 rheinländische Fuß. Dieses Verfahren wird in einigen mir bekannten Gegenden, auch weiter nach dem Süden, angewandt, aber nur mit kleineren Heerden. In Dänemark kommt das Tüdern selbst bei Viehheerden von 300 und selbst mehr Stücken vor und besorgt hier ein Viehhirt in der Regel 40 Stück. Die Thiere werden gewöhnlich 5 mal täglich fortgerückt und 2 mal zur Tränke geführt. Beim Tränken ober Umziehen des Viehes von einem entfernten Grundstücke zum anderen werden die Stricke zufammengeschlungen und aufgekürzt und der Strick des einen Stückes um den Hals des anderen Stückes so befestigt, daß immer 5 Thiere neben einander gehen; der Strick des an der linken Seite gehenden Thieres wird um die Hörner des Thleres gelegt, welches vor demselben geht; der Hirte leitet sodann die Thiere an dem Strick des in der ersten Reihe zur linkeu )and gehenden ThiereS. Auf diese Weise zusammen gekoppelt, führt der Hirt gewöhnlich 20 Stück zur Tränke, die vordere Reihe wird dort abgelöst und gtnänft und nimmt sodann die Stelle der Hinteren Reihe ein und so fort. Das von Jugend auf an dies Verfahren gewöhnte Vieh ist ruhig und folgsam, doch nimmt man stets zu den an der linken Seite in jeder Reihe Gehenden die stärksten und oftmals auch die ältesten der Heerde. Der Dlehhirt kennt ja gewöhnlich den Character der ihm anoertrauten Thiere, und hört man nicht selten von den Liehhirten in Dänemark, wenn man über das Tüdern Auskunft verlangt, die Worte: Die eine Kuh muß der anderen Herr fein. Vielfach wird auch dem Sieb das Trinkwasser in einer auf einem Wagen Hegenden Tonne, an welcher ein Trog hängt, zugeführt; man fährt der Reihe entlang und macht bei jedem Stücke Halt. Das Vieh trinkt aber dieses zugeführte Trinkwasser bei weitem nicht so gern, wie das in einer gut eingerichteten Viehtränke stehende; manche Viehbesitzer haben obiges Verfahren zwar versucht, aber wieder aufgegeben. Die Frage, ob das zum Tüdern verwandte Weideland das erste Mal im Frühjahre sehr kurz ooer weniger kurz abgeweidet werden muß, kann nur in Bezug auf die Grundbeschaffenhelt und den Düngerstand des Weidelandes richtig beantwortet werden. Die Mehrzahl der Sachverständigen ist gegen das sehr kurze Abweiden im Frühjahre und Vorsommer, bei außerordentlich reichen Weiden wird aber stets ein kurzes Abweiden vorzuziehen fein Wenn die Wartung und Pflege des getüderten Rindviehes so ist, wie felbtge sein soll (wozu allerdings eine strenge Aufsicht nöthig ist), so haben mich 40jährlge Er- faheungen überzeugt, daß das vorhandene Weidegras einer Wirtschaft sich durch das Tüdern höher oerwerihen läßt, als beim freien Weidegange; doch möchte ich Jedem, der das Tüdern bei feinem Viehstapel einführen will, rathen, sich einen mit diesem Verfahren vertrauten Viehhirten aus Dänemark anzuschaffen. Die Vortheile des Tüderns sind erheblich genug. Wo 3 Kühe bei freiem Weide- gange ernährt werden, finden 4 beim Tüdern genügende Nahrung. DaS abgeweidete Land kann ruhig wieder nachwachsen und eine mehr gleichbleibende Nahrung für den ganzen Sommer wird die Folge sein. Die überall gleichmäßige Verthetlung deS Düngers und Urins des Weide-Viehes zeigt sich bei solchen abgeroetbeten Grundstücken deutlich, sobald dieselben wieder zum Kornbau benutzt werden. Aus weniger guten Weiden werden auch kleine Schaf- und Hammelheerden ge- tübert. Es ist ober nöthig, daß die Lämmer der Mutterschafe nicht lose umherlaufen, sonst werden die Mütter unruhig und die Cammer gedeihen nicht. Um die Lämmer bei ihren Müttern zu befestigen, hat man folgende Vorrichtung: In einem eisernen glatten Ring von 4 Zoll Durchmesser sind 4 Wirbel so ver- theilt, daß in dem einen ein starker Strick befestigt ist, welcher am Pflock endigt; am mittelsten der anderen Wirbel wird das Mutterschaf an einem Strick, der um den Hals desselben liegt, befestigt, ein Lamm an jedem Wirbel an der Seite des SchaieS. Der Strick, welcher am Pflock befestigt ist, muß länger sein wie die anderen Stricke. Wird ein solches Tüder den Thieren angelegt, so ist in den ersten Tagen öftere# Nachsehen nothwendig. Nord-Schleswig. L- Göitig. (Deutsche Landwirthschaftliche Presse.) Zst die Anwendung des Doppeljoches eine Thierquälerei? (Aus der Deutschen Landwtrthschaftlichen Presse.) Der Sprechsaal der Nr. 64 unseres Blattes enthielt eine Anfrage, dahingehend, was man unter einem Doppeljoch verstehe und ob dessen Gebrauch eine Thier- quälerei fei? Seitens des Vorstandes der Centralstelle des Vereins zur Beförderung der Land» wirthschaft und Gewerbe in Hohenzollern, Herrn Regierungsrath Lentze in Sigmaringen, ist uns nun die folgende ausführlichere Beantwortung dieser Frage ^gegangen. Das in den Oberamtsbezlrken Hechingen und Haigerloch des Regierungsbezirks hohenzollern thellweite noch übliche Doppeljoch oder Marterholz ist ein mit Stricken oder Riemen zum Anschirren und Ziehen versehenes, an der Spitze der Wagenstanqe befestigtes Stück starken, schweren Holzes, an welches zwei als Spannoieh benutzte stück Rindvieh mit den Köpfen festgeschnallt werden. Sie sind in Folge dessen ihrer freien und natürlichen Bewegung vollständig beraubt, in ihrer Leistungsfähigkeit beschcäakt und gänzlich von einander abhängig, mithin weit mehr noch gefesselt und gequält, al# bei dem altpreußischen, in Nr. 64 der „Deutschen landwirthschaftlichen Presse", Seite 457, beschriebenen Doppeljoch, was doch wenigstens eine beschränkte Bewegung des Haies und Kopfes gestattet- Und deshalb scheint mir diese Art der Anspannung als eine der größten Mißhandlungen zu erachten, die man einem Zugthier, welches arbeiten soll, angedeihen lasten kann, sie ist überdies in ihren Folgen für die körperliche Entwickelung der Thiere, namentlich bet tragenden Kühen, höchst nachtheilig und deshalb irrationell- Schon vor 31 Jahren hat hierüber der Münchener Verein gegen Thierquälerei ich dahin geäußert, daß in der Anwendung des Doppeljoches beim Rindvieh nach dem einstimmigen Urtheile der verschiedensten Sachkundigen eine sehr arge, ganz unnütze, be- onders im Sommer wegen der Hitze und des Ungeziefers unerträgliche Marter liege, alle hiergegen gemachten Einwendungen nur auf Voruriheil gestützt und gänzlich grunv- los seien, daß die Anhänger des Doppeljochs ihren eigenen Vortheil mißkennen, well durch dasselbe das Zugvieh oft unbeschreiblich viel leide und weit mehr angestrengt werde. An unzähligen Orten sei der Mißbrauch actenmäßig bereits aufgehoben und die Zugvieh-Inhaber sähen jetzt selbst ihren Vortheil hierbei ein. Unter Anderem habe mit besonderer Energie Herr Landrichter König zu Weihers in Unterfranken und Aschaffenburg diese Quälerei durch Verbot und Bestrafung abgestellt. Herr Oberlehrer Prestele ferner erklärt auf oelte 18 des diesjährigen Programms der Ackerbauschule zu Sigmaringen in einer Abhandlung „über Nutzung des Rindes", daß die Anspannung mit dem Doppeljoch die Kräfte der Thiere nicht vollkommen aus- nütze, ihre Leistungen vielmehr verringere und geradezu als eine Thierquälerei bezeichnet werden müsse, weil den Thieren dabei ein drückender Zwang auferlegt und ihnen das Abwehren der Jnsecten unmöglich gemacht werde. Die Vertheidiger des Doppeljoches führten zwar an, daß die Thiere leichter zum Zuge gewöhnt mürben, man dieselben beim Ackern besser zusammenhalten könne und eine reinere Pflugfurche erhalte, auch das Haschen nach Futter und das Beschädigen der Obstbäume rc. Hinwegfalle. Bel allen Arbeiten bade jedoch das Doppeljoch nur den Zweck, der Ungeschicklichkeit des Landwirlhes zu Hülfe zu kommen und seine Bequemlichkeit zu unterstützen. Wenn man ferner erwäge, daß Thiere, welche am Doppel- joch ziehen, sehr schnell abmatten, viel Muskelkraft unnütz opfern müssen und bei der Später eintretenden Mästung viel längere Zeit gebrauchen, um angefüttert zu werden, die Kühe auch bedeutend weniger Milch geben, so könne man sich nur wundern, daß viele danbroirtbe in ihrer Halsstarrigkeit diese Art der Anspannung nicht aufgeben und zu dem praktischeren Stirnjoch oder dem Widerristjoch greifen. Am Feste des heiligen Wendelin, des Schutzpatrons für das Vieh in Hoheu- zollern, ist sogar von der Kanzel herab gegen das Doppeljoch mit einigem Erfolg vorgegangen. Im Großen und Ganzen aber hat dasselbe bisher bei den kleineren Land- wirthen nicht beseitigt werden können. Wenn hiernach es wohl keinem weiteren Bedenken unterliegen kann, daß nach gewöhnlichen Begriffen die Anwendung des Doppeljoches als eine Thierquälerei zu betrachten ist, so belegt das deutsche Strafrecht nach $ 360 ad 13 (abgesehen von $ 366 ad 7) mit Geldstrafe biß zu 150 je. oder mit Haft doch nur denjenigen, der öffentlich oder in Aergerniß erregender Welse Thiere boshaft quält oder roh mißhandelt. Öffentlichkeit wäre nun bei Anwendung des Doppeljoches wohl vorhanden, da man hier mit derartiger Bespannung durch die Straßen nach dem Felde zieht, mancher Richter aber würde dabei wohl die rohe Mißhandlung oder das boshafte Quälen oer- mtffen, weil die Anwendung des Doppeljoches eben auf alter Gewohnheit beruht und Bosheit wenigstens wohl Niemandem, der dasselbe benutzt, zu imputiren ist. Meines E-achtens kann indessen hier im Wege der Polizeiverordnung auf Grund der SS 6 ad f und i und 11 des Gesetzes vom 11. März 1850 über die Polizei-Verwaltung geholfen werden, und würde der Zweck dieser Zeilen erreicht fein, wenn diese hierzu Veranlassung bieten könnten. Handel und Verkehr. Gießen, 21. Sept. Bei dem am 18. u. 19. d. M dahier stattgehabten Vieh- markte waren aufgetrieben: 1603 Stück Rindvieh und 1106 Schweine. iHl ,ur l'nti '•Dann bft mnt flirt! 9® von benfe?.btn dir Dm,. Mitten tb das Tttnk e^it hingt, imSfjfftt in W rfPftLi * teS? 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Hinsichtlich der Ernte in der Wetterau erhalten wir folgenden Bericht: Heu und Grummet sehr gut, Korn gut, Weizen V. Ernte, Hafer und Gerste % Ernte, Kartoffel volle Ernte, gibt aber faule. Hülsenflüchte gut. Hafer, Gerste und Grummet litten unter schweren Hagelwettern. Obst: Aepfel gut, das Malter wurde ju