Jfo. WO. Dienstag, den 20. November 1S77. Wßener WWW Ailkkigr - nb Amtsblatt fir des Kreis Gieße«. (Brfaetat tchchttch «ti Ätilwtimc de» MsrrL Pl 6^uifhr*|e, LtL. B. Rr?1S Durch die Post Sq»§en vierte^L-rlich 2 Marr SH Pf. Amtlicher HHeil. Gießen, am 16. November 1877. Betreffend: Die Wahl der Vertreter der Forensen. , Dos Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Um den Großherzoglichen Steuer-Commiffariaten eine leichtere Prüfung der Listen der Stimmberechtigten zu den ForcUsenwahlen zu ermöglichen, weisen wir Sie an, in diesen Listen Unterabthetlungen nach dem Wohnort der Forensen in der Art zu bilden, daß Sie diese Wohnort- nach dem Alphabet verzeichnen, und sodann zu jedem Wohnort die dort befindlichen Forensen gleichfalls wieder alphabetisch aufführen. Insoweit die Listen nicht bereits anders ausgestellt sind, wollen Sie nach Vorstehendem verfahren. ___________Dr. Boekmann._____________ ■ ___________________________ Gießen, am 19 Ndvember 1877. Betreffend: Maßregeln gegen die Rinderpest. Das Großhknogllche Kmsamt Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien. Nachdem die Orte Geisenheim und Eibingen wieder für feuchenfret erklärt worden find, werden unsere Anordnungen vom 14. October l. Js., Anzeiger Nr. 240, in Folge Verfügung Großherzoglichen Ministeriums dts Innern vom 17. I. Mts. hiermit wieder zurückgenommen. _________ Dr. Boekmann.________________________ An die Großherzoglichen Bürgermeistereien -es Bezirks ml. Gießen. Die Ihnen k. H. zukommenden Gewerbspatente wollen Sie ausfertigen, von den Gewerbtretbenden unterschreiben lasten und solche sodann, nach den Nummern geordnet, binnen 4 Wochen wieder anher einsenden. Gießen, 16. Novbr. 1877. Großherzogliches Steuer-Commiffariat Gießen. Süffelt. Amtschlimd. ®erlitt, 16. November. Der „Reichs-Anz." meldet: Die Handels- Convention zwischen Deutschland und Rumänien, über welche schon längere Zeit verhandelt war, ist am 14. Novbr. von den beiderseitigen Bevollmächtigten im Reichskanzler-Amte unterzeichnet worden. Stuttgart, 16. November. Der „StaatS-Anz." meldet: Die Commission zur Vorberathung der Einführungs-Gesetze zu den Reichs-Justiz-Gesetzen ist unter dem Vorsitz des Ministers v. Mittnacht zusammengetrcten. Der gleichfalls vom „Staats-Anz." mitgeiheilte Bericht des Ministers an den König, betr. den Stand der Arbeiten behufs Einführung der Reichs-Justiz-Gesetze, constattrt, daß die württembergische Gerichts-Berfastung ohne einschneidende äußere Veränderungen, namentlich ohne erhebliche Bauten, in die reichsgesetzltchc Gerichts-Verfassung hinübergeleitet werden kann. Die bezüglichen Gesetz-Ent- würse sind bereits festgestellt, ausgenommen hinsichtlich der Straf-Proceß-Ordnung; rücksichllich dieser ist noch der Entwurf landesgesetzlicher Bestimmungen über die Regelung der polizeilichen Befugniß zur Erlastung von Straf-Verfügungen, sowie der Entwurf eines Gesetzes für die Bestrafung von Forst-Freveln abzuwarten. Oesterreich. Wien, 16. November. In der Sitzung des Abgeordnetenhauses machte der Präsident die Mitlheilung, er habe Schriftstücke erhalten, betr. die indt- rccte Niederlegung des Mandats durch 32 tschechische Abgeordnete, v. Keller- sperg erklärte es für wünschenswert!), daß die böhmischen Abgeordneten im Hause erschienen, um die Hand zu gemeinsamem Wirken zu bieten. Redner bemerkte ferner: es habe sich seiner Zeit in Böhmen Anfangs nur um geringe Meinungsverschiedenheiten gehandelt, die sich erst später zu der jetzigen Kluft erweitert hätten. Auf Verlangen Prazak's wurde die Zuschrift der 32 Abgeordneten verlesen. In derselben protestirten dieselben gegen den Dualismus, die directen Wahlen und die Rechtsbeständigkeit des Hauses und stellen das Gesuch, ihr Mandat als erloschen zu betrachten, falls das Haus über ihre Zuschrift zur Tagesordnung übergehe. Der Antrag Prazak's, die Zuschrift dem Ausschüsse zu überweisen, wurde abgelehnt. Hierauf ging daS Haus zur Fortsetzung der General-Debatte der Bank-Vorlage über. Pesth, 15. November. Einer Meldung des „PestüNaplo" zufolge wird die Angelegenheit der verhafteten Szekler am 19. Novbr. vor den Straf- Senat des obersten Gerichtshofes zur Verhandlung kommen. Aramkreich. Paris, 16. November. Dem bei der gestrigen Senatorenwahl erfoch- tenen vollständigen Stege der Rechten wird große Bedeutung beigelegt, da man die 141 Stimmen, die dem Bonapartisten Grandperret zuftelen, 'u* eln etwaiges Votum auf Auflösung der Deputirtcn-Kammer als sicher^ betrachtet. Tie vier neuen Senatoren haben gestern Abend mit beinahe sämmtlichen Mlt- gliedern ter Rechten des Senats und der Kammer dem Empfang beim Jux e r H h e i l. schall-Prästdenten im Präfektur-Gebäude zu Versailles beigewohnt. — Gambetta soll einen starken Anfall von Blutspeien gehabt haben. — Die Königin Isabella ist gestern Morgen hier ringetroffen. Paris, 16. November. Gambetta widerlegte glänzend Broglte's beredte und geschickte Vertheidigung. Beide erndtetcn großen Beifall ihrer Anhänger. General Berthaut's Erklärung machte bedeutenden Eindruck. Die geringe Majorität in der auf vorherigem Uebereinkommen beruhenden Senatoren-Wahl dürfte ein nochmaliges Auflösungs-Votum in Frage stellen. Versailles, 15. November. Abends. Die Kammer beschloß, daß die Bureaux morgen die Mitglieder der Enquete-Commission wählen sollen. Versailles, 15. November. Deputirtenkammer. Der Kriegsminister legt Gesetz-Entwürfe vor über die Armee-Vtrwältung, über die Beförderung der Unter-Officiere und betreffend die Abänderung des Gesetzes vom 13. Mai 1875. Der Minister-Präsident Herzog v. Broglie ergreift das Wort: „Die Mitglieder des Cabinets, heute noch Träger der Gewalt, bald vielleicht Angeklagte, sind auf ihrem Posten verblieben, um die gegen sie gerichteten Angriffe zu beantworten. Sic haben nicht ein anderes Terrain innerhalb eines privilegirten Kreises aufsuchen wollen. Wenn jene Pflicht erfüllt sein wird, mag der Marschall-Präsident sehen, was zu thun ist. Wenn man ihm sagen kann, daß ein Ministerium, in welches Louis Blanc und Leon Renault eintreten würden, im Stande wäre, ein gemeinsames Programm zu formuliren, so wird bamU der parlamentarische Weg geöffnet sein. Wenn dem aber nicht so ist, so muffen die Grundlagen einer Lösung anderweitig gesucht werden." Broglie will eine Versetzung in den Anklagestand mit den Garantien der Justiz annehmen; aber er kann nicht annehmen eine Untersuchung, die lediglich eine Versetzung in An- klazezustand ohne gerichtliche Formen ist, mit der Tendenz, die Anklage den Anklägern zu überantworten. „Man wird niemals einen Präsidenten finden, der versöhnlicher verfahren könnte, als der Marschall bei der Wahl seiner Minister. Achtzehn Monate lang hatte derselbe als Minister Männer, die ihm feindlich gesinnt waren. Er hielt erst inne, als er sah, daß man ihn auf die Bahn des Redikalismus ziehen wolle. Das Ministerium übernimmt die Verantwortlichkeit für seine Acte vor der Geschichte, die öffentliche und selbst die strafrechtliche Verantwortlichkeit. Alles, was das Ministerium gethan hat, war gesetzlich. Man kann ihm nichts vorwerfen, was der Drohung mit der Budget- Verweigerung gleicht, durch welche man die executive Gewalt unter das Joch zwingen will; und ebenso wenig etwas, was der gestern formulirten These gliche, welche einen Appell an die Jnsurrection zu enthalten scheint. Mögen Diejenigen, welche an so etwas denken könnten, sich in Acht nehmen! Sie würden der Repression begegnen! Und wollte man annehmen, daß sie Erfolg hätten, so mögen sie sich gegenwärtig halten, daß der 31. October nicht weit vom 4. September ist." Broglie entwickelt nunmehr ausführlich, welche Ver- läumdungen von der Opposition ausgegangen seien, u. A. habe man verbreitet: das Cabinet wolle den Krieg zur Wiederherstellung der weltlichen Macht des Papstes. „Dieselben Männer, welche 1871 Anhänger des Krieges bis zum Aeußersten waren, wurden jetzt im Partei-Interesse friedliebend um jeden Preis. Durch solche Mittel wurden die beihörten Mafien znr Wahl-Urne getrieben." Das flad große Mißverständnisse, Redner confiatirt, daß die Sprache dieser Männer so sehr der Sprache der deutschen Zeitungen ähnele, daß man fragen könne, was mit solchen Leuten am Ruder ans dem Baterlande wohl werden würde. Der Minister beendigt seine Rede mit einem Protest gegen die beantragte Untersuchung und einer Verwahrung gegen deren etwaige Resultate. (Lebhafter Beifall auf der Rechten). Garnbetta nimmt das Wort, um dem Minister folgendermaßen zu erwidern : er erkenne in den Worten Broglie's die perfide Geschicklichkeit wieder, welche durch die Künste des Truges Wahlsitze eroberte. Redner protestirt gegen die Imputation, welche ihn als den Agenten des Auslandes hinstelle. Indem die Kammer zu der beantragten Untersuchung schreite, bleibe sie innerhalb ihrer legislativen Befugnisse. Den Senat über das allgemeine Stimmrecht stellen, das hieße: einen lilienweiß gefärbten Convent machen (faire Convention blanche) Nach Austausch verschiedener lebhafter persönlicher Bemerkungen zwischen Mitgliedern der Rechten und Linken wurde der Antrag Albert Grevy's auf Einsetzung einer Commission zur Überwachung der Wahl-Mißbräuche mit 320 gegen 203 Stimmen angenommen. Versailles, 16. November. Der Senat hat die Wahl des Bona- partisten Grandperret zum lebenslänglichen Senator vernichtet, weil in Folge eines Jrrthums ein Wahlzettel zweimal gezählt war. — Der Senat hat die neue Abstimmung zur Wahl des vierten Senators an Stelle der annullirten Wahl Grandperret's auf heute über acht Tage ange setzt. — Die Deputirten-Kammer erklärte zahlreiche Wahlen für gültig, baruib ter die der Conservativen Janvier, de la Mothe, Lamothe und Darfort de Civrac. brr ^Ov' ,®on r?cn bcr gestern abgehaltenen Erganzun-swahl circa lb«00 an ff l«00 hiesigen Einwohnern waren ^u^ubunp ibre« Stimmrechtes gehindert, weil sie mit Em Rnckitande waren Von den übrig gebliebenen 400 rer^unVeTfKtnM M8f DOm ib,rem 53a6Irct6t @tbrau*- (Wir machen die Einwoh- in b bi‘fen Punkt nochmal« oufnui fiam. Von 900 Siimmberechtiaten i^Gießm soll.n auch erst c°. 270 ihre Steuer bezahlt haben.) D. R ° Zweck und Wirksamkeit des Hülfsvereins im Frieden. , 3" 6cr Kürze wird, wtc alljädrtich, die Erhebung der ständigen ticinägt der ^'tglieoer des hiesigen Zwetg-Hul,»Vereins statifiadcn und es ergebt dabei auch an öoldje, welche sich seily-e ocm oüessvereln fern gebalten haben, die «llte, sich den Beilredungen desselben anzuschließen. Durch diele Veranlassung finden wir uns aufge fordert über die seitherige Wilkiamkeit unsres Vereens zu berichten und badet in kurzen n.n.Cn Pedcutnng und den Zweck des Hülfsvereins in Friedenszeiten klar zu * ,r,cn/ *>“'n 0ür vaustg begegnet man noch oer Meinung, ^dah nur i- ftt nach bjabngem tfneöen, da kein verwundeter und Kranker mehr zu verpflege-i, kein Soldat im Felde mehr zu unterstützen sei, auch keiner HülfSveretne mehr bedürfen.- DaS ist ein Irrthum, der nicht Wurzel fassen darf, wenn er nicht zu einer schweren Lchaotgung emer der obersten nationalen Pflichten führen soll. Freilich liegen die großen Tage der begeisterten Erhebung, die in den Jahren 1870/71 die ganze Nation u,nC> nJue™3ntercnm und Eindrücke haben bet Vielen die Thetl- ?er ^^ahr erprobten HülfSveretne in den Htnterarund gedrängt. Aber deßhalv Ist es gut von Zeit zu Zeit daran zu erinnern, daß wir auch be^rnte« die Hulfsvereme brauchen, und daß diese unablässig im Dienste der Hu- manrtatS' und nationalen Zwecke thatig find. ü demichen Eentral-Eo.ntt« in Berlin vereinigten und durch ein von Zweig-Vereinen über das ganze Vaterland verbreiteten HÜIfso-reine haben In akUf °"schiedenen Gebieten der freiwilligen Hülfsthätigkeit et. In dem Großherzogthum Hessen repräfentirtn die von Beginn des Kriegs dis zum 1. Mai 1871 gesammelten Gaben an Geld und Naturalien den Gc- sammiwerth von 1,239,902 fl. 7 kr., und es ist dadurch, abgesehen von sonstigen Werken der WohlthLttgkeit, nicht nur die direkte Unterstützung der im Felde stehenden Krieger »ad der Feld-Lazareihe, sondern auch die Verpflegung zahlreicher Verwundeter und ^ranker in selbstständig verwalteten pazarethen möglich geworden, «der die Erfahrungen °er damaligen Zeil haben bewiesen, daß noch weck wvhlthuendere Resultate hätien erreicht werden können, wenn die Hülfsvereine bereits mit einer festgegliederten Orzant- atlon m den Krieg eingetreten wären und nicht diese Organisation in drängender Eile hatte geschaffen werden müssen. Detzhalb haben es die verbündeten HülfSveretne nach beendigtem Krieg als eine Hauptaufgabe erkannt, nicht allein die einmal gegründete Organisation beizubehalten, sondern auch diese möglichst zu vervollkommnen und in den Tagen des Friedens die nothigen Einrichtungen zu treffen, damit sie ein künftiger "yricd ~ ÖOr welchem wir noch lange bewahrt bleiben mögen — nicht unvorbereitet Nnde. Dazu gehört vor Allem die Erhaltung und Gründung von Zwetq-Veretnen mit ständigen Mitgliedern, deren Beiträge (nach Bestreitung der laufenden Bedürfnisse) zur Bildung eines Fonds dienender den Hülfsvereinen im Kriegsfall das Auftreten mit einem für die Anfangszeit disponibelen Kapital sichert. Im Jahr 1874 bestanden m unsrem Lande 34 Zweig-Vereine mit 4973 Mitgliedern und einem Gesammt-Jahresbet- tr,a8 uon 2746 fl. 36 fr. Diese Ziffer hat sich in den letzten Jahren gemindert, es muß aber das Bestreben darauf gerichtet sein, sie allmähltg ansehnlich zu erhöben. Denn abgesehen von der den Zweig-Vereinen zugefallenen Mitwirkung bet der Fürsorge für die Invaliden und Htnterbliebcnen des letzten Krieges, wovon unten die Rede sein wird, bietet die künftige Einrichtung und Verwaltung der Reserve-Lazarethe, die Einfügung in die durch die neue Feld-Sanitäts-Jnstruktion zu schaffende Organisation, ein weites ber. vorbereitenden Tbättgkett. Die Zweig-Vereine find die Sabres, welche im Kriegs- - rJ osortige Mobilmachung der freiwilligen Hülfsthätigkeit der ganzen Nation ermöglichen. Ju diesem Sinne hat der Hütssoerem bereits im Jahr 1h74 eine Verein- barung mit der fönigl. Intendantur des XI. Armee-Earps avgeschiossen, welche die nn denen künftig Reserve-Lazarethe zu errichten sind, mit vorausbestimmter Betten- und die selbstständige Verwaltung dieser Lazarethe durch die Organe des HülfSoereinS gegen Aoersional Vergütung regelt. In diesem Geiste nimmt der pülfnDeretn Thetl an den Bestrebungen des Alice-Frauen-VeretnS, des D'acomssen- bausis Elisabethenstift, und her barmherzigen Schwestern zu Darmstadt zum Zweck der Ausbildung von Pflegern und Pflegerinnen; fordert durch seine Bethülfe die Bildung und Organtfatton JretroiUtaer Sant'ä S Corps. Seine Gesammt-Thätigkeit zielt darauf ab schon im Frieden möglichst dazu beizutragen, daß der in der (Senser Sonventiou ausge- druckte große Humanitatsgedanke in Zeiten des Kriegs zur That würde, daß die Leiden und unabweisbaren Opfer des Kriegs durch umfassende Vorsorge gemindert werden. Hat doch dieser HumanitätS Gedanke gerade tn unsrer Zett ferne Kraft bewährt, und unS daS erhebende Schauspiel gezeigt, daß alle cioiltstrte Staaten, und daS Deutsche Reich voran, für bie menschliche Behandlung der in dem orientalischen Kriege Verwundeten etngetreten sind ; ferner, daß die unter dem rotben Kreuz stehenden Vereine der neu e tanber ihre Thütigkeit entfalten, um den Kranken und Verwundeten jenes Ktieas Hülfe und Linderung zu bringen. Wohl mögen schon diese Zweige der FriedenSthSligkeil der Hülfsvereine ollen Poiriolen und vor Allem unsrer deutschen Armee die beruhigende Gewltzheit geben, daß nichts versäumt wird, um wohlaeiüstel in den Tagen der Gefahr den Kämpfenden und Leidenden zur Seite stehen zu können. Aber noch eine andere Friedensthätiqkeit ift nn dl- Hülfsoerelne berange- treten, welche zugleich die Erfüllung einer nationalen Pflicht und einer segensreichen Auf- gäbe umsaßt. ES ift die Fürsorge für die Invaliden und die Hinterbliebenen Gefallener auö dem Krieg von 1870/7 !♦ Dem Hülfsverein im Großherzoglhum Hessen liegt nach § 1 poi. 3 seines Statuts die Verpflichtung ob: "Die im Felde invalid gewordenen Soldaten, sowie auch die Hinterbliebenen ;mm£C'aU o^tsen zu sorgen; daß aber zu einer sortwährenden Heran,iebnng der ‘f51*,??11 fflnf Veranlassung oorliege.« DaS sind große Mißverständnisse, welche wir aufzuklören suchen werden. sfleichs-Pensions-Gesetz von 187, hat allerdings besser, als dies in 6- 3'jI* 1868 der Fall sein konnte, durch höhere Pensionen Ut I® Ütf(n*ebed flrl<9<8 ««sorgt. Für manche Fäll- mögen diese au«- ”? J n,t für,, h.e* Weitem dt- meisten Fälle sind sie e, aber nicht. Wir könnten Erfahrung aus,ählen, in denen verstümmelte «der an langsam schleichen- „J. ”r“nrt,e« h'nstechendc Invaliden, verwaiste Kinder, des Ernährers beraubte Wiitwen rn lrrB b1t5.?5n£n bewtll.uten Pensionen, dem bittersten Mangel anheimgefalleu “sm n e ni*t «n dem HulfSvcrein einen kräftigen Helfer in der Noth gefunden hatten. Weil man solche Erscheinungen voraussah, hat man , v 2‘ KaiseEilhelm-Stiftung gegründet und damit ein neues nationales Band auf dem Felde der Wovlthätigkeit geschaffen. Aber es wäre ein schwerer Jrrthum, k„eand bei Stiftung bagegcii ift vorzugsweise zur Ausgleichung her lnieafn Zweig-Vereinen zu deren verfügbaren Mitteln sich ergebenven Miß- Ihf, ■SLä un^ 1U diesem Zweck haben diejenigm Vereine, deren Einnahmen |Dtc ^"'6aben übersteigen, einen entsprechenden Theil der ersteren für d-n Eentralsond Der orieittaiisehe Ärtcfl. Konstantinopel, 15. November. Abends. Der gestrige Ministerrath - Seraskierat unter dem Vorsitze des Sultans beschloß, der Armee Mehemed Alt Paschas namhafte Verstärkungen zugehen zu lasten. — Nachrichten aus Erzerum zufolge haben die Ruffen am 14. d. bei Tagesanbruch die Befestigun- gen von Topdagh angegriffen und das Fort Azizie erstürmt, wurden dann aber gezwungen, letzteres wieder zu Verlusten. Der Kampf dauerte bis halb 2 Uhr Nachmittags. Es war starker Schneefall etngetreten. London, 16. November. Einer Depesche des „Standard" aus Pora- dtm vom 13. d. zufolge erwiderte Osman Pascha auf die ihm von einem russi- schen Par amentar überbrachte Aufforderung zur Uebergabe: seine Vertheidtgungs- Mtttel seien noch nicht erschöpft. ö ö Petersburg, 16. November. Amtlich wird aus Bogot vom 15. d. «mdbtt: Heute Nacht zwischen 12 und 5 Uhr griffen die Türken in der J , s°n 10 bl$ 11 $a6or8 bleimaI die befestigte Position des Generals Skobeleff an, wurden aber jedesmal durch anhaltende Salven zurückgewiesen. Die Türken hatten große Verluste; die Ruffen verloren 100 Mann tobt oder verwundet. Wien, 16. November. Die „Polit. Corresp." meldet aus Cettinje vom Heutigen: Die Montenegriner beschoffen gestern anhaltend Antivari: ein aiibere« montenegrinisches Corps zieht gegen die Hauptstadt Skutari. Auf dem Mar che gegen Antivari wurden die Montenegriner von mohamedanischen und katholischen Albanesen angegriffen undniachten viele Gefangene.__________ orbntteT^6"/ng19DomT'&m^lfo&ffn‘-' ’“8 @tabtDers vpa wiederholte Gesuch des Herrn Heinrich 99aum II. um Erweiterung soll geantwortet werben, baß es zur Zeit weder £<*3 teref[e ber tabt notbig mache, noch es überhanpt wünschenSwerth erscheine an ermeitmi 00 ®ltl^eöer Grundeigenthum erworben habe, den Bauplan zu Bewohner der Schwarzlach haben um Straßeneröffnung nach- §Esuchi- Bevor sich aber auf das Gesuch schlüssig gemacht wird, sollen vorerst die in bem fraglichen Quartier bereits stehenden neuen Häuser im Stadtbauplan ein-e-eichnet werben™ *** Flachengehalte der zunächst in Betracht kommenden Straßen festgestellt ^mlfff)3nnn9^ß^,TSn^prt i»°£ Bauunternehmer Heinrich Adami vorgeschlagenen o:0Jl^CfAnbC "».be^SlephanSmark konnte nicht eingegangen werden, weil daS frei wirb Q0C fommenbc Weggelanbe der Stadt vor Eröffnung der Bleichstraße nicht ^»trägen der Commission für Feuerlöschwesen entsprechend ist die sch l offen "wo r dem *** ExtincteurS und von noch zwei weiteren Krückenspritzen be- 5. Eine Schulgeldbefreiung wurde auf Nachsuchen bewilligt, ebenso einem Gesuch wegen Erlaß von Cornrnunalfteuer stattgegeben. 6. Nachdem wegen des Trinkwassers in den öffentlichen Brunnen Verhandlungen fHrhXn TX UnbhbkJc ,ein^Un^crfud,un0 °ller städtischen Brunnen wünsch-ns-verth erscheinen lassen, wurde heute die Vornahme dieser Untersuchung nach der von Großh. Kreisgesundhcitsamt vorgeschlagenen Methode beschlossen. fu-rrn a rn 5' b‘ Mts. erfolgten Uebernahme des Standesamtes durch den Herrn Bürgermeister Bramm wurde Kenntniß gegeben. des art' 87nbebrsfshtU,nrhn,‘!m m war der Finanzdeputation in Gemäßheit TnnrLn Städteordnung die Prüfung der Stadtrechnung vom Jahr 1876 Über, vorgeschobene P»töc° "unterschoben "" PrÜfungsgeschaft Bericht erstattet und das re9; 0x8 Unverzagt hat von einem städtischen Weg in der Schwarz- 6obeneoerbtn0C6ObCn' bkfer Eiilenmächtigkeit soll gegen denselben Klage -r- . 10' ®as, besuch des Georg Stiehler wegen Erbauung eines öolestalls soll nach dem vorgelegten Plan befürwortet werben. t’Dli,lau9 ,ou Brie fkaste n. *"*=*”’ flth,n Dorschlag, bie Stadtrathsstellen an den Meistbietenden zu ver- Semriiit dem Parteigetriebe ein Ende zu machen, ist doch wohl nicht ernst Charakt'ersiiruna bnrrfAusnahme Ihres „Eingesandt" beanstanden müssen Jh'e werden ° verschiedener Candidaten kann zudem nicht öffentlich besprochen anbern durch einen Plombenverfchluß und dem Controlstreifen obiger Administration. —7 Seit und^Bru^lcidem ^^selben des Rufes einer ausgezeichneten Heilwirkung gegen alle Hals- zu resiroiren, damit die Central-Verwaltung hierüber zu Gunsten weniger günstig situüter Vereine verfügen kann. Zu Ende des Jahres 1871 betrug der Centralfond nach Abzug der bis dahin bestrittenen Ausgaben 1,386,800 Thlr. oder 4,160,400 JL Dieser Bestand war bU 31. Dccbr. 1876 durch fuccessioe Verwendung des Kapitals zu Unterstützungen auf die Summe von 3 692,954 JL 70 herabgesunken, und es ist noch dem neuesten Rechen schastsbericht des Verwollungs-Ausschusses der Stiftung ein fortgesetzter Kapital-Verbrauch zu erwarten, weil die Erträgnisse und die von Jahr zu Johr spärlicher fließenden freiwilligen Gaben zur Befriedigung des steigenden Bedürfnisses nicht ausreichen. Der Hess. Landesverein ist, was die Fürsorge für die Invaliden und Hinterbliebenen innerhalb des iÄroßherzogthums anlangt, auf seine eignen Kräfte angewiesen. Er hat seither keinen Zuschuß aus der Stiftung erhalten und auch nicht an- aesprochen, weil auf das anderwärts, z. B- bet den zahlreichen Familien gebliebener Landwehrmänner in Preußen, ausgetretene Bedürfnitz billige Rücksicht zu nehmen war. Er hat aber auch keinen Ueberschuß an den Centralsond abführen können, weil ihm seither nicht einmal die Mittel zu völlig ausreichender Jnvaltden-Versorgung zu Gebote standen. 3 Der Hess. Landesverein besitzt ein Vermögen von ungefähr 170,000 X, dessen Erträgnisse — nach Erfüllung der sonstigen Aufgaben des Hülfsveretns — für die Jn- validen-Versorgung bestimmt sind. Hierzu treten jährlich die Zuschüsse der Zwetg-Ver eine, welche statutenmäßig % ihrer Einnahme an den Hauptverein abzuliefern haben, während sie über Vs frei verfügen, und über einmalige Gaben. Schon im Jahr 1873 stellte sich klar heraus, daß drese Gesammt-Beträge für den beabsichtigten Zweck nicht ausreichten. Denn damals waren 232 Invaliden nud 97 Hinterbliebene unterstützungsbedürftig, und zur einigermaßen genügenden Deckung des Bedü fnisses erschienen etwa 15000 fl. per Jahr nothwendlg. Um diese Summe aufzubrtngen, hätte jährlich ein Theil des Kapitals verwendet werden müssen. Deßhald richtete der Vorstand des Hülfsveretns im Jahr 1873 an die Großh. Staats-Regierung ein Gesuch um Bewilligung eines jährlichen Zuschusses aus Staatsmitteln. Diesem Gesuch wurde bereitwillig durch eine Propositwn an die Stände des Großherzogthums entsprochen, und von Letzteren einstimmig beschlossen, duß zur Beihülfe für bedürftige Invaliden und Hinterbliebene, soweit das laufende Bedürfnitz es erheischt und insolange von Seiten des Reichs für dieses Bedürfnitz nicht ausreichende Vorkehrungen getroffen werden, vom 1. Januar 1874 an ein jährlicher Betrag bis zu 10,000 fl. bewilligt und außerdem genehmigt werden sollte, daß die etwaigen Ueberschüsse des Staatsverlags zu demselben Zweck verwendet werden sollen. Der Staat hat hiernach das Seinige gethan, denn seit dem Jahr 1874 erhallen die Invaliden und Hinterbliebenen neben den aus der Hülfsvereins-Kasse fließenden ständigen und einmaligen Beihülfen einen, noch dem jedetzmalioen Vorschlag des Vorstandes d'es Hülfsvereins bemtssc en Zuschuß ans der Staats-Kasse. Dem ungeachtet läßt sich noch nicht mit Beruhigung sagen, daß in allen Fällen und in hinreichender Weise für die unglücklichen Opfer des Krieges gesorgt fei. Denn die auch durch den stüalUchen Zulcdufi oeiftäikten verfügbaren Mittet gestatten immerhin nur die Unterstützung einer beschränkten Zahl von Bedürftigen. Wie sehr wir bezüglich der Jnvsliden-Versorgung gegen andere Länder zurückstehen müsten, mögen die uachsteb^nden Ziffern dartbun. Nach dem neuesten Rechenschafts-Bericht des Verwaltungs-Ausschusses der Kaiser- Wilhelm-Stiftung wurden im Jadr 1876 verwendet: 1) im Königreich Württemberg für 1002 Bedürftige (540 Invaliden, 439 Hinterbliebene, 17 Offiziere und Hint rbliebene derselbe,,) der Bettag von 59,484 X 65^. 2) im Großherzogthum Baden für 829 Bedürftige, (503 Invaliden, 324 Hinterbliebene, 2 Offiziere) der Betrag von 67,149 X 50 3) im Großherzogthum Hessen für 256 Bedürftige (153 Invaliden, 99 Hinter- bltebene, 4 Offiziere und deren Familien) aus der Hülfsver.-Kasse..... 9564 x 90 staatlicher Zuschuß ca....... 15000 „ — im Ganzen ca. ........ 24564 x 90 Diese Zahlen sprechen für sich und es geht namentlich aus den fpeciellen Nachweisen hervor, daß in Württemberg und Baden nicht nur eine wett größere ^ahl von BedÜrfnißsällen berücksichtigt, sondern auch, daß die Beibülfen für die am Schwersten Betroffenen (Schwerverwundete, Verstümmelte, verwaiste Kinder rc.) reichlicher bemessen werden konnten, als dies in Hessen möglich war. Und doch bat die beff. Division in dem Keiege von 1870/71 relativ die größten Verluste an Gebliebenen und Gestorbenen erlitten, wie dies Dr. Engel in Berlin statistisch nachgewiesen hat. Aus dem Vorstehenden erqiebt sich das Resultat, daß weder die Reichs-Pensionen, noch die Kaiser-Wilhelm-Stiftung, noch die staatliche Subvention allein und zusammen genommen im Stande sind, die unsrem Lande obliegende Pflicht gegen die in dem Krieg invalid gewordenen Krieger, gegen die ihrer Ernährer beraubten Wittwen und Waisen in ausreichendem Maße zu erfüllen; daß vielmehr die freiwillige HülfSthätigkeit mit allen Kräften eintreten muß, damit die dem Hess Landesverein zugefallene Hobe Aufgabe einigermaßen erreicht werden kann. Darum sind die Hülfsvereine und ihre Organe die größte und unentbehrlichste Wohlthat für unsre nothleidenden Landes-Ange- hörigen, darum muß das Streben der Hülfsververeiue unausgesetzt dahin gehen, durch Belehrung nnd Aufklärung das Interesse für ihre Sache lebendig zu erhalten, den Bestand ihrer Mttqli der von Jahr zu Jahr zu erhöhen, und ihre Leistungsfähig- feit im Frieden wie für den Kriegsfall zu sichern. Wir schließen mit der in deni Rechenschaftsbericht des Hülfs Vereins für die Jahre 1872 bis 1874 (Wirken und Wollen) an alle Glieder und Freunde der Hülfs- vereinssache, aber auch an Alle, welcher seither dem großen Wohlthätigkeitswerke fern standen, gerichtete Mahnung: „Es ergiebt sich aus Allem, wie nöthig auf diesem Gebiet (der Jnvaliden-Fiir- sorge) noch immer die Privat-Wohlthätigkeit und ihre Steigerung ist, und die Mahnung an Alle, nicht nachzulasjen in der Erfüllung der patriotischen Pflicht dankbarer Fürsorge für die Opfer des großen nationalen Krieges, die Invaliden und die Hinterbliebenen der Gefallenen." Gießen, den 6. November 1877. Der Vorstand des Zweig-Hülfsvereins. Hahn. vr. Boekmann. vr. Stammler. Haberkorn. vr. Milbrand. Arnold Müller. Dr. W. Diehl. Allgemeiner Anzeiger. Berichtigung. 6527) In der die Ergänzungs-Wahl zur Stadtverordneten- Versammlung betreffenden Bekanntmachung vom 15. d. M. muß es unter Nr. 2 statt K bis R heißen Bl bis !*• 6509) Nachdem Grcßherzogliches Ministerium des Innern, Abthetlung für Schulanqelegenheiten, der Stadt Hungen die Genehmigung ertheilt hat, eine höhere Schule zu eirichten, und dem Stadtvorstand es gelungen ist, in der Person des Herrn Dr. phil. Kellner, seitheriger Oberlehrer der Realschule zu Hanau, sowie des Herrn Pfarramtscandidaten Gauert, seitheriger Jnstitutslehrer dahier, anerkannt tüchtige Lehrkräfte zu engagiren, so wird hiermit zur allgemeinen Kenntniß gebracht, daß diese Schule am 1. December 1877 ihren Anfang nimmt. Bezüglich des in dieser Schule ertheilt werdenden Unterrichts sowohl, als auch der zu leistenden Schulgeldern ist der Unterzeichnete bereit, jede gewünschte Auskunft zu ertheilen, sowie Anmeldungen entgegen zu nehmen. Hungen, den 19. November 1877. Großherzogliche Bürgermeisterei Hungen. Bender. Oeffentliche Aufforderung. Forderungen jeder Art an das überschuldete Vermögen des Kaufmanns Heinrich Battenfeld dahier sind im Termin Freitag den 14. December l. I., Vormittags 9 Uhr, bei unterzeichnetem Gericht anzumelven. — Von den weder persönlich erscheinenden, noch durch Bevollmächtigte gehörig vertretenen Gläubigern wird angenommen, daß sie in allen im Termin zur Sprache kommenden Punkten, namentlich bezüglich eines etwaigen Arrangements den Beschlüssen der rechtlichen Mehrheit der erschienenen Gläubiger zusttmmten. Gießen, am 6. November 1877. (6517 Großhcrzogliches Stadtgericht Gießen. _________Bötticher._______Gebhardt.________ Oberhessische Eisenbahnen. Die Lieferung nachstehender Betriebs - und Werkstättcmaterialien, als: verschiedener Metalle und Metallwaaren, Dielen resp Bohlen von Kiefern, Eichen- und Pappelholz, Reiserwellen, Oele und Petroleum, Firnisse und Lacke, Fruchtgummi, Mennige, Bleiweiß, Kupfervitriol, Lampen- cplinder, Wasserstandgläser und Glasscheiben, Filz, Dochtband und Wollendochigarn, Hanf, Oelsaugpolstcr, Stopfbüchsenpackung, Putzleinen und Putzbaumwolle, Schmirgel- leinen, EPinsel, Plombirkordel, Waschleder, Zündhölzer, Gras und Kleesamen, soll für das Jahr 1878 im Wege der Submission vergeben werden. Lieferungsangebote sind spätestens bis zum 12. December d. I., Vormittags 10 Uhr, portofrei, versiegelt und mit der Aufschrift: „Offerte rur Lieferung von Betriebsund Werkstättematerialien^, an die unterzeichnete Direction einzureichcn. Die^ Lieferungsbedingungen nebst dem Ver- zeichniß der Materialien können bei unserer Kanzlet und Magazinsverwaltung dahier, sowie auf der Station Alsfeld eingesehen, auch gegen eine franco einzusendende Gebühr von 60 durch unsere Kanzlei bezogen werden. Gießen, den 15. November 1877. Großherzogliche Direction. Mohn. (6516 Versteigerungen. Bekanntmachung. Am Mittwoch den 28. d. M, Vormittags 10 Uhr, sollen auf dem hiesigen Pofthofe öffentlich und meistbietend gegen Baarzahlung versteigert werden: 1) ein im Postdienfte nicht mehr verwendbarer sechssitziger Postwagen, 2) eine Packkiste. Gießen, den 18. November 1877. Kaiser!. Postamt. I. V.: 6508) Pagenftecher Dienstag den 11. December, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dabiesiaem Ortsaericht die Grundstücke des Wilhelm Steinmüller in Lang-Göns, als: Flur Mtr. lo/3ooa 781 Acker auf der Hardt über dem Garten, 12/404 $69 Acker daselbst, auf den hintersten Trischen, 12/405 669 Acker daselbst, 11/487 519 Acker an der Landwehr, 14/225 806 Acker in der Schwemme, 14/141 363 Acker daselbst, unter der Landwehr, 15/273 1219 Acker auf der kleinen Weide, 15/291 825 Wiese daselbst, meistbietend versteigert werden. Gießen, den 18. October 1877. Großherzogl. Ortsgericht Gießen. 5936) Müller. Brauerei-Inventar - Verkauf. 6503) Wegen Aufgabe des Geschäfls sollen Dienstag den 27. November, Vormittags 11 Uhr, sämmtliche Inventar-Gegenstände der Gräflich Stolbergischen Brauerei dahier unter den bei der Versteigerung bekannt zu machenden Bedingungen öffentlich meistbietend verkauft werden. Es befinden sich darunter: 1 kupferner Braukessel, 43 hl haltend, 1 „ f 12 1 gußeisernes Kühlschiff, 51 „ „ 1 Maischbütte mit gußeisernem Senkboden, 102 hl haltend, 1 Maischbütte, 28 hl haltend, 9 Gährbütten, 46 u. 28 hl haltend, 1 Quellbottig, 46 hl haltend, 40 Stück Lagerfässer ä 16 hl, 40 „ „ A 8 „ 30 „ „ ä 4,8 , 500 Transportfäffer, ca. 80, 40 und 20 1 haltend, 1 Maischpumpe und 1 Malzschrotmühle, 1 Kastenkühler und 1 Bierwürgel, beide ganz neu, 1 Decimal- und 1 Schnellwaage, Schläuche, Blechrohre rc. rc. Vorbenannte Gegenstände sind theils erst in den letzten 10 Jahren neu angeschafft und befinden sich meistens noch in sehr gutem Zustande. Ferner werden versteigert: ca. 115 Etr. Malz, 5 „ Saazer Hopfen von 1876. Gedern, den 16. November 1877. Gräflich Stolberg'sches Rentamt Brumhard, Domänenrath. Dienstag den 11. December, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dahnsigem Ortsgericht die Grundstücke des Philipp Weller in Heuchelheim, als: Flur Mtr. 12/79 931 Acker in der Koppelhuth, 15/153 919 Wiese am Wolssfurth, 13/i37 263 Wiese auf der Hardt, die vor- terften Trischen, i°/278 1213 Acker auf der Hardt über den Graben, meistbietend versteigert werden. Gießen, den 18. October 1877. Großherzogl. Ortsgericht Gießen. 5914) Müller. Donnerstag den 22. November, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dahiesigem Ortsgericht die dem Karl JacobSchmittgehörigen Grundstücke: Flur Mtr. 2/Z6 1287 Acker am Wismarerweg an der Lahn, 2/27 1287 Acker daselbst meistbietend versteigert werden. Gießen, am 14. November 1877. Großherzogl. Ortsgericht Gießen. 6397)_________Müller._____________ Bekanntmachung. Mittwoch den 28. d. Mts., von Vormittags 9 Uhr an, sollen im Schuldenwesen des Oeorff Phi lipp zu Königsaasen: 2 Pferde nebst Pferdegeschirr, 1 Kuh, 10 Hühner, 2 Wagen mit Zugehör, 2 Pflüge, 1 Egge, 10 Fuder Korn, 5 Fuder Waizen, 60 Ctr. Heu, sowie sonstige Oeconomiegeräthschaften und Hausrath aller Art, versteigert werden. Nieder-Ohmen, am 18. November 1877. Gr. Ortsgericht Nieder-Ohmen. 6504) Ohnacker. Seilgeöotenrs. 6513) Ein faßt neuer Militär-Rock b;l- lig zu verkaufen. _________W L ö b, Wetzsteinsoasse A. 62. Kinser Pastillen 6506) (in plombirten Schachteln) aus den festen Bestandtheilen der Emser Quellen bereitet, seit Jahren gegen Haisund Brustleiden bewährt, sowie Emser Victoria quelle die kohlensäurereichste und daher haltbarste aller Emser Quellen, stets vorräthig : in Giessen bei EMIL FISCHBACH. König Wilhclms-Felsenquellen,Ems. 6510) Eme pure Zither zu verkaufen. Nähtrrs in der Exped. e. Blris.___________ Prima ital. Maronen empfiehlt (6529 Gg. Wilh. Weldip. Feinster Losodinischer Dor|"dj=£cüert(jran von K. Sardem ann in Emmerich, we^en fitner Güle und Wirksamkeit allseitig von den Aerztrn empfohlen ist stets vorräthig in Or'ginolflaschen ä 1 JL Dersilte eisenhaltig ä «X 1 20 H in Gitß n bei (6505 I- 21. Busch Söhne. Alpen - Schmelzbutter ! (durch Dortbtilbaften Einkauf) zu habe> empfiehlt (6499 bei I. Rothenberger, Ktnil Fischbach.Lindenplatz. MDrk2sotr tieorg Schultheis Kürschner- und Pelnvaarenhändler empfiehlt sein wohlossonines Laper In alLn Ät en Marktstr. D. 20. 6450) (rtn Haus mit WerkstälK, weiches sich für Schlosser, ßccftrcr, Schreiner, Wagner 2C. eignet, ist für 13000 «X zu verlausen Anzahlung 3700 JL Näheres bei I Blitz. Einzelne Buch tp]7T staben (Mono- ri 244k gramms)zum Wä- Tv7A(JP sch^Zetchnen in jeder <57ywL Große und ge- >Ü*C$T schmackooller Aus- fübrung zu baden bei (6414 Ernst Balser, Mäusburg. ' <083) Einzelne Bettthetle: Dcck- und UatrrbcUm, Kfisen ic., sowie mehrer« voll- ftäflMge ein- und zweischläfrige, febr gut erhaltene, reinliche Betten mit Bettstellen billig zu verkaufen. I. Rothenberger, " ____________________Lindenplatz. Julienne, Julienne-Gries, Tapioca, Tapioca-Julienne, empfiehlt (8498 Emil Fischbach. 6426) Metzgergcräthe, als: Iüllmaschiuen, ^letschwieger, Hackmesser, Fletschsägen u. s. w. empfehlen ^licF 8? fitoll* 6512) Einige Wagen Fundament Mauersteine zu haben im „Rappen". Feinster medicinischer Dorsch-Lebertbran fast geruch- und geschmacklos in Flaschen mit gaetempeltem Metall-Verschluss Mi Originalflasche «X 0.60, Vs n X 1.00, Vi n x 1.70. Derselbe eisenhaltig pro Flacon b JL 1. — m haben bei (3416 C. F. SEMMLER in Giessen. Neunaugen empfiehlt (6500 _______________Emil Fischbach. Angekommen alle Sorten Bunzlauer und Frankfurter gutes Koch- und Küchengeschtrr. (6453 ______PH Pfeiffer, Tiefenweg D. 48. Waschklammern 6388) ___bei F. E. Winter. 6425) Dtckwurzmühlen empfehlen ______________________Flick L5 Kröll ITeue ital. Haselnüsse empfiehlt (6523 ______Emil Fischbach. Sauerkraut, eingemachte Gurken, empfiehlt (6113 Carl Hoffmann. Verkauf von Buchen- und Birken-Stammholz aus dem Domanialwald der Oberförsterei Eichelsdorf. Etwa 120 Festmeter Rothbuchen-, 20 Festmeter Weißbuchen- und 20 Festmeter Birken- Stammholz der 1878r Holzernte sollen auf dem Soumissionswege verkauft werden. Die Rothbuchen heben einen mittleren Durckmesser von 45— 90 Zentimeter. Das Holz lagert 1 bis 2 Stunden von den Eisenbahnstationen Hungen und Nidda. Die pro Festmeter in Reichsmarken rc. zu stellenden Gebote sind längstens bis 8. Deecm- ber d. I. bei unterzeichneter Oberförsterei einzureichen, welche auf Verlangen jede wünschens- werthe Auskunft ertheilt. Die Abnahme kann sich auf das ganze Holzquantum, oder auch auf einen Theil desielben erstrecken. Eichelsdorf, am 13. November 1877. GreHerzogliche Oberförsterei Eichelsdorf. Heyer. (6507 Das Flaschenbier ■ Geschäft von L. Textor im Darmstädter Haus versendet nur feinstes Tafelbier .... per Flasche 20 H „ „ Exportbier (Pilsner) „ „ 24 „ Bestellungen, welche in jeder Quantität sofort ausgeführt und frei in'S HanS geliefert werden, bitte in meiner Wohnung: Darmstädter Haus, 1 Stiege hoch, machen zu wollen._______________________________________(6521 Als paffende Weihnachts-Geschenke Ihr Kinder Mode- und Reisepelzen 6528) in bekannter Güte und reichhaltigster Auswahl, unter Garantie zu den billigsten Preisen. BiNam-ti arnituren von 15 x an. Reparaturen und Veränderungen werden schnell und gut ausgesübrt. Cin- und Verkauf von Kauchwaaren und Fellen» Kermlelyuugen. 6514) Eine gewöhnlich luSmöblirte Stube zu vermiethen. ___________________Wetzsteinsgasse A. 62. 6511) Möbltrtes Zimmer zu vermiethen _____________________Lindenplatz A. 244 6524) Zwei möblirte Zimmer zu vermied then. C. Fr. Conrad, Friseur, Mäusburg._______ 6518) MobUrteS Zimmer zu vermiethen _______________bei E. Sauer, Bäcker. 6515) Ein großes unmöbltrteS Zimmer zu vermiethen. August Hofmann, __________________Metzger, Wallthor.____ 6501) Der 2. Stock mit Zubehör zu vermiethen und gleich beziehbar. ________P h. Morgel, Krofdorferweg. 6472) Im Hause des Herrn Feldwebel Bruchhäuser an der Grünberger Straße, sind 2 möblirte Zimmer sofort oder auch später zu beziehen.____________________________ 6203) Der 2 und 3. Stock metnes Hauses zu vermiethen. ___________________Chr. Schopbach. 6491) Ein kl. Logis zu vermiethen, sowie einige Schläfer finden billige Schlafftäite. ________________________Neustadt D. 93. 6490) Zwei Familtenlogis zu ve miethen und sofort zu beziehen. Lud. Geißler Wtttwe, ______________Reichensand-Bahnhofstraße. 6460) Einige kleinere schön eingerichtete Familten-LogiS mit allen Bequemlichkeiten zu vermiethen. Näheres bei _______________Herrn Architekt Bröl. 6433) Ein Laden mit oder ohne LogtS zu vermiethen. Näheres bei der Expedition d. Bltts.______________________________________ 5851) Ein kleines Familienlogts zu ver- iniethen. L. Müller, ________________Mat - u. Farbw.-Hdlg. 6468) Ein Mansardenzimmer zu oct; miethen. Ferd. Felsing. Neuenweg. 6365) Ein Laden mit Logis in bester Lage, zu vermiethen. Näheres bet ___________________________I Blitz 5786) Möbltrtes Zimmer zu vermiethen. _________________________________Ltt. D. 16. 5599) FamtltenlogtS, aus 5 Zimmern und sonstigem Zubehör bestehend, zu ver miethen bet_________K. Jutzi, Gartfeld. 3526) Eine Wohnung an eine ruhige Familie zu vermiethen ___________bei Alexander Mayer. 6101) Mehrere Logis von verschiedener Größe, außerhalb der Stadt, zu vermiethen. Nähere« bet I. Blitz. 5784. Eine Familienwohnung, bestehend aus 6 Zimmern, 2 Kammern rc. zu »er- mi then. Auf Wunsch kann Comptoir und Lagerraum dazu vermiethet werden. _______________Moritz Heichelheim 6411) Kleine» möbltrtes Zimmer zu ver-^ miethen. L. Möller, Sonnenftraße 103. 6341) Etn Familienlogts von 5 Zimmern nebst großen Mansarden und ein S7lches von 2 Zimmern zu vermtethen- Betde mit Gartrnanthell. Dr. Weder- vermischte Anzeigen. 6502) Ein paar kräftige gute zugfeste Pferde werden zu kaufen gesucht. Bon wem? sagt die Exped. d. Bltts.__________ 6525) Vergangenen Samstag Abend wurde vom Marktplatze bis Neustädterthor von einem Fuhrmann ein Sack mit Bohnen verloren. Man bittet, denselben im $ io* menadenhaus obzuaeber.________________ 6526) Etn 17jäbrtges Mädchen au- gute- Familie sucht baldigst Stellung in diu in Geschäft, gleichviel welcher Branche. Nähere Auskunft bet Her, n LehrerS ch l e u ch e r in Wetzlar uud A. Belinas (Wittwe) tn Gießen.__ 6522) Das Flechten von Stroh- und Rohrfiühlen, Anferttgen aller Gattungen in Stühlen von den gewöhnlichsten bis zu feinsten wird prompt und reell ausgesührt von Philipp Henkel, Stuhlmacher in dem Hause des Herrn Julius Strack am Wallthor._______________________ 6420, Em ordentliches Mädchen für Küche und Hausarbeit per sofort oder auf Weihnachten gesucht von ________Frau M Rosenthal. ”6462) Einen ganz tüchtigen Südelookrei- ner auf antike Arbeit sucht zu sofortigem Eintritt Wilh. Barthel, Bildhauer. 6464) Große weiße Gänseleber kauft _____ Frau Müller, Läwengafse._ 6459) Aus ein Grundstück mit Wohn- und Hintergebäude im Werthe von 30000)atfe», AehtkopseS u. der Luitröhre werden sofort gelindert u. beseitigt durch den Gebrauch von C.F.Asche's Bronchial Pastillen von (£, I. 21 schc in Hamburg, von Aerzten angewandt und empfohlen. Jeder Schachtel ist ein Auszug von Gutachten über die vorzügliche Wirkung dieser Pastillen worunter die ersten Eorypbäen der Welt vertreten sind. Preis ä Kästchen Mk. L—• Depots in den meisten Apotheken des In- und Auslandes. 'S a® = - OD C £ H 1*1 u 8 £ --cs = g = Franenvereins Nerlvosmig. ‘ T u* beieus angekündigte Verloosung wird nächsten Donnerstag den 22. November, Nachmittags 1 Uhr im alten Rathhaus- faale stattfinden. Am demselben Tage, Vormittags von 9 bis 12 Uhr und Tags zuvor, Mittwoch den 21. November, Nachmittags von 2 bis 4 Ubr werden die zu verloosenden Gegenstände daselbst zur Ansicht ausgestellt sein, auch sind daselbst noch Loose zu haben. Dienstag den 20. November, Nachmittags von 2 bi? 4 Uhr und Mittwoch Vormittag von 9 bis 12 Uhr sind im Ver- lcosungstokrl Damen zur Entgegennabme der Gaben bereit und bitten wir die Frcilude unseres Vereins, rvelche sie bis dahin noch nicht abgegeben haben, sie dorthin senden zu wollen Der Vorstand. 6464) Da Herr Cduard Sack jede Candidatur für die Stadtverordneten-Versammlung entschieden abgelchnt hat, so werden die Vercinsmitglieder zu einer Autzerordentl. Generalversammlung auf Dienstag den 20. d. M., Abends 8 Zlhr, in den Leib'schcn Kaal eingeladen, um über die Ergänzung der Candidatenliste vom 10. d. M- zu beschließen. Der Vorstand. Todes - Anzeige. 6520) Den gestern Vormittag um 9 Uhr erfolgten Tod meines einzigen Sohnes, des (Sroßher^oglichkn Gerichtsaccesllstkn Karl Scliildköter, Dr. jur. zeige ich Verwandten und Bekannten ergebenst an und bitte um stille Theilnahme. Gießen, den 19. November 1877. Die tiefgebeugte Mutter Amalie Schildköter, geb. Staudinger. Die Beerdigung findet Dienstag den 21. d- M, Nachmittags um 3 Uhr, statt. VeramwortUche Redaction: A. Sckeyda. — Druck und Verlag der B.rühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen-