18». . Samstag, den 20. Januar No. le Erscheint LLglich mit Ausnahme deS MontBAS. Grptzdittonr Schurstraße, Lit. V. Nr. 18. iia. ksstunde auf sen. istalt bnchmer in jeder Wien, 17. Januar. vkg 44. icn, AranLreich. «Javi«, 18. Januar. Der „Liberia» wird aus Konstantmopel telegra- phirt, daß tm Falle eines Bruches zwischen Rußland und der Turke, Deutsch- land und Oesterreich zusammen vermittelnd austreten wurden. Em H'rlen- (0 Gvirth ®xinr jtgtbtn werden, gsvol! Spies^- Wahl erforderlich sein. Hesterreich. ► ßt, im Saale der Neichstagswahl für Glauchau Stichwahl, sondern eine neue Enteignungsgesehes nicht als Grund zur Hinausschiebung^ang^ührt^wert'ew Darmstadt, 17. Jauanr. Deutschland. Darmstadt, 17. Januar. Der Abg. Heinzerling und Genossen haben bei der zweiten Kammer einen Antrag auf Erlaß eines Gesetzes folgenden In- -n We xeo*e essener BreiS vierteljährlich i Mark 20 Pf. mit BrinAerlohn. Durch die Post Se-ogen vierteljährlich » Mark SS Pf. früh geSo^cn.^^ M Ableben« der Frau Prinzessin Karl ist die Feier des Krönungs- und Ordensfestes vorläufig bis zum 18. Januar aufgeschoben. Dresden, 17. Januar. Nach dem „Dresd. Journ." nahm Bebel die wieder an, daher wird in Dresden-Altstadt keine n EinS vom „ per yxSoh»' schäft« lingswesen." immluucj tingeiabeiL i Nummer 51 be8 Vorstand. irh’gen ^uMifum Frankfurter Rheinhessen, Regiernngsrath Dr. Johannes Julius Braden, zum Kreisrathe des Kreises Friedberg, den Kreisaffestor bei dem Kreisamle Offenbach, griebr. Hetz, zum Rathe bei der Provinzial-Direetion Rhetnheffen mit dem Amtstitel als „Regierungsrath" zu ernennen. r ä . Berlin, 18. Januar. Die Prinzessin Karl von Preußen ist heute Kichener ^imeiger Avskigt- uni Amtsblatt str ben Kreis Gieße«. Bekanntmachung. x nm 9 etanuAT 1877 von dem k.mmandirenden General des XL Armee-Corps bestätigtes Erkenntniß vom 18. December 1876 ist UMerofficter^(Hilfshautboist)' Io"h"annffiejft ein S 3. Compagnie 2. Großh. Heff. Infanterie-Regiments No. 116 von Lauter tm Kreis Meßen in oöntumaeiain für fahnenflüchtig erklärt und in eine Geldbuße von Einhunderiundsechsziz Mark verurthe.it worden. Darmstadt, den 12. Januar 1877. ^^herzogliches Gericht der Großherzoglich Hessischen (2S) Division. Feldkirch, 13. Januar. Die „Neue Fr. Pr. schreibt: Heute fand eine friedliche Revolution im Fnrstenihum Liechtenstem gegen die Goldwährung statt. Sechshundert Mann aus der unteren Landschaft zogen «euch fcem 8an= deshaupton Vaduz und verlangten vom Landesverwe er durch Deputirte die Landtagsauflösung und die Zurücknahme des neuen Münzgesetzes w.dr.gensalls s... sw„tAb,6 ^esterreick, anstreben wurden. Der Landesverweser ver- . Kiepe" Gießen, am 17. Januar 1877. Betreffend: Die Feuervisitation im Kreise Gießen, hier die Ernennung eines Stellvertreters für den Feuervisitator Konrad Bock in Grünberg. Das Großherzvglichc Kmsamt Gicfim „„ dl. Gr°«b»,°«Uch-n ®urflerm.ifl,r,i/n °?S «»U--. "-Ich- dem »oem-Iig.» ®ttab«9 «««.< Bi, l«6.n d,m G,I»ch, d,- «onrob sich I» ->»!'<"-» d»,ch f<«" »<« «»""> und Weißbindermeister Daniel Bock in Grünberg, vertreten zu lasten und den Letzteren als stellvertretenden Feuervlsttator verpfi chtet. Sie wollen dieses in Ihren Gemeinden bekannt machen lassen. I. V. d. K. : Dr. Hoffmann, Regierungsrath. __________________________ ______ __________________ Graf Andraffy besuchte den Fürsten Auersperg heute Vormittag, um längere Zeit mit ihm zu conferiren. & Wien, 18. Januar. Das „Telegr. Corresp.-Bureau meldet aus Konstantinopel, 17. Januar, Abends: Die Situation ist unverändert, man glaubt, der morgen stattfindeude „Große Rath" werde die bekannten zwei Punkte ab- lehuen. Wenn die türkischen Bevollmächtigten am Sonnabend eine negative Antwort ertheilen, reisen die Botschafter ab; nichtsdestoweniger hofft nian den Frieden zu erhalten. Der Sultan sagw beim Empfang des Persftchen Gesandten, er wolle mit Persien die freundlichsten Beziehungen pflegen. Die Regierung wird die 7 Mill. Livres Papiergeld, deren Emstsion jüngst deeretiit wurde, nicht in Umlauf bringen, die citculirenben drei Millionen sollen blos um ein oder zwei Millionen vermehrt werden. Wien, 18. Jannar. In Konstantinopel hat vorgestern zwischen dem dentscheu Botschafter v. Werther und dem österreichischen Jnkernuntms Grafen Zichy wegen einer Privat-Augelegenheit eine heftige Scene stattgeftu den. Polu tische Motive sollen weniger dabei mitgespielt haben. — Der Basziret meldet, daß in Turkestan ein Ausstand gegen die Russen ausgebrochen sei. Uns der Umgebung des Sultans verlautet, Konstantinopel werde nach der Abreise der Botschafter illuminiren. Die Haltung der Pforte ist unerschütterlich maretb , , «rt, robe w- r »., (io ech renunq.__ sie den Anschluß an Oesterreich anstreben würden. spr-ch, einen Bericht an den Fürsten zn entsenden, worauf die Demonstranten in größter Ordnung abzogen." Halts eingebracht: „Wir Ludwig III. rc. verordnen hiermit, wie folgt: Einziger Artikel. Die Verordnung vom 29. Juli 1791 über die zwangsweise Abtretung benöthigter Banplätze zum Neubau von Häusern ist ausgehoben." Die dem Antrag beigegebenen Motive führen aus, wie diese althesstsche Verordnung eine zwangsweise Abtretung beuöthigter Bauplätze zum Neubau von Häusern sestsetze und zur Zeit noch in rechtlicher Geltung bestehe. Die Grunde der Notwendigkeit seien von der Verwaltungsbehörde zu ermitteln. Es werde dabet nicht vorausgesetzt, daß gar keine anderen Bauplätze mehr vorhanden sind, sondern vielmehr als genügend erachtet, wenn nur der angesprochene Bauplatz nach den Verhältnissen und Bedürfnissen des Antragstellers als der entsprechendere zu erachten ist. Diese Verordnung , der Ausfluß eines toobU wollend absolutistischen Systems, passe nicht mehr in unsere Zeit, ja fte Jtelje in directem Gegensatz zu den unser Staatsleben beherrschenden Grundsätzen. Es verstehe sich von selbst, daß das Privateigenthum für öffentliche Zwecke in Anspruch genommen werden könne; die fragliche Verordnung nehme es aber in Anspruch für einen anderen Privaten Bei dem Widerstreit zwischen öffentlichem und Privat-Jnteresse müffe bas letztere weichen; warum aber der besitzende Private einem baulustigen anderen Privaten soll weichen müssen, sei schwer einzusehen. Die dafür wohl maßgebende Begünstigung von Neubauten müsse jedenfalls zurückstehen gegen den Grundsatz der Unverletzlichkeit der Pri- vatrechte. Das gelte doppelt, wo es sich nicht blos um Fälle eigentlicher Notwendigkeit handelt, sondern schon eine größere Entsprechendhcit genügt. Unser Recht kenne wohl einen „Nothweg", aber blos für den Fall des unbe- dingten Bedürfniffes und dann mit der denkbar geringsten Einschränkung des zu belastenden Grundstückes; hier aber könne dem Grundeigenthümer sem Eigen- thum genommen werden, weil es einem Privaten als der entsprechendere Platz für einen ganz unnöthigen Bau erscheint. Diese Bedenken werden nicht dadurch beseitigt, daß ja volle Entschädigung eintrete. Die Annehmlichkeit emes Hausgartens, den sich ein Dritter zum Bauplatz ausersieht, könne z. B. gar xw mand ersetzen. Sobald das Eigenthum der Liebhaberei eines Druten prelsge- geben sei, sei es in der That kein Eigenthum mehr. Em Bedur Nitz über die Bestimmungen jener Verordnung bestehe nicht, die Bauentwickelung unserer Städte und Dörfer beruhe aus einer anderen Grundlage, als auf der jener Bestimmungen. In Rheiuheffen kenne man eine Bestimmung der Art nicht. Sei hiernach die Verordnung aufzuheben, so hindere auch der Umstand, atz eine allgemeine Bauordnung für Heffen vorbereitet sein wird, den sofortigen Erlaß des oben vorgeschlagenen Gesetzes nicht, weil es sich hier um einfache Beseitigung einer gesetzlichen Vorschrift handle, die ohnehin keinen Platz m er neuen Gesetzgebung erhalten werde und immerhin noch längere Zeit vergeyeii werde, bis die neue Bauordnung ausgearbeitet vorliegt. Aus gleichen Grün »uwmmen vermmemo aunrntii ivuium. — ....... V.n e* W t. „..«m,,,. »•«!»»» SV?« et. »Ti« * ro'egen'ber qehä'ssigen Angriffe, welche e""ieÄ'Stni?'L®"1 £ sssSiäss;. «-,»»**** -».t- e-* «"'■ --'"-u" alkergnädigst geruht: am 11. Januar den Rath bei der Provinzial-Direclion worden. Krrglim». London, 16. Januar. Der Festjubel in Britisch-Jndien ist verrauscht und noch beschäftigt sich unsere Phantasie mit der märchenhaften Pracht, welche Indiens Fürsten zur Feier ihrer Unterwerfung entfalteten — da ruft plötzlich eine neuere Botschaft aus dem indo-britischen Kaiserreich nach seiner glänzenden Eingangs-Vision wieder die traurige Wirklichkeit der Alltagsverhältniffe in unser Gedächtniß. Der verschwenderische Luxus einiger hundert eingeborener Fürsten, die unter dem Schutze der britischen Kanonen ihr Satropen- Regiment fortführen, findet einen natürlichen, aber erschreckenden Gegensatz in dem Elend der zweihundert Millionen, deren harte Arbeit die üppige Unthätigkeit der einheimischen und der fremden Herren erhalten' muß. Aus Madras und Bombay kommt die Kunde von einer Hungersnoth. deren todbringende Gegenwart bald in dem ganzen Gebiet der genannten Präsidentschaften und darüber hinaus bis nach dem Hochlande der Deccau bemerkt werden dürfte. Während die Vasallen der „Kaiserin" Victoria auf dem „Burbar" in Delhi in Verschwendung wetteiferten und die Schilderungen der orientalischen Märchendichtung durch den blendenden Pomp ihre- Auftretens zu überbieten suchten, empfing der Vicekömg Lord Lytton Berichte aus dem Süden und Westen der Halbinsel, welche ihm schilderten, wie Tausende und Hunderttausende, nein, Millionen von Eingeborenen die Diener der Regierung bestürmten, um Beschäftigung stehend, damit sie eine Hand voll Reis kaufen könnten und leben. Schon vor 3 bis 4 Monaten hatten englische Blätter auf die Gefahr hingewiesen, daß die Calamität, welche im Jahre 1874 trotz der umfassenden Hilssmaßregeln der indo-britischen Regierung Hunderttaus-nde von Menschenleben zum Opfer forderte, sich zum Beginn des Jahres 1877 erneuern könnte, indeß wurden diese Befürchtungen durch spätere Ernteberichte beseitigt, bis sich jetzt plötzlich die betrübende Gewißheit gezeigt, daß jene Warnungen berechtigt waren. Die Hungersnoth ist leider kein seltener Gast in dem Riesenreiche, wo eine nach mehrere hundert Millionen zählende Bevölkerung sich unter dem fned- lichen Regiment der englischen Eroberer ungewöhnlich schnell vermehrt. Schon früher, als noch Kriege der verschiedenen eingeborenen Stämme untereinander die Bevölkerung decimirten, sind ganze Völkerschaften durch den Hungertod vom Boden Hindostaus hinweg getilgt worden. Die Religion und die Sitten des Landes machen auch dem Aermsten frühes Heirathen beinahe zur Pflicht, während der arbeitenden Menge das Sparen unbekannt, weil es unmöglich ist. So steht die indo-britische Regierung vor der Aussicht, dem unheimlichen Gast, die Hungersnoth, in Zukunft oft und öfters an die Pforte klopfen zu hören, ohne ihn von der Schwelle scheuchen zu können. Das indische Budget, welches gegenwärtig schon kaum im Gleichgewicht zu erhalten ist, würde die wiederholte Belastung mit Nothstands Anleihen nicht ertragen, und jo bleibt den Staatslenkern am Ganges für's Erste nur das eine sehr gewagte Aushilfsmittel, die regelmäßigen Einnahmen durch Erhöhung der Zölle und Steuern in guten Jahren so zu vermehren, daß sie einen Ueberschuß gewähren, aus dem die Menge in schlechten Zeiten ernährt werden können. London, 17. Januar Das der Pforte bereits vorgelegte Programm der Mächte war sehr bezeichnend „resume mitigd“ betitelt, Die Ablehnung tst trotzdem wahrscheinlich. — Die russischen Verwundeten tu Serbien sollen zufolge Befehls aus Petersburg baldmöglichst in ihre Heimath befördert werden. — Die „Times" gesteht heute zu, daß der Widerstand der Pforte gegen jedwede Beschränkung ihrer Souveränetat unwiderlegbar sei; die Pforte erscheine als Siegerin, die Mächte als Supplicanten. London, 18. Januar. „Reuter's Office" meldet aus Washington vom 17. Jan..' Die Repräsentanten-Kammer befahl die Verhaftung des Comit^ö für die Wahlen in Louisiana, wegen der Weigerung, die Documente, welche von der Kammer-Commission verlangt wurden, auszuliefern. Schweiz. Bern, 17. Januar. In den Weltpostverein wurden sämmtliche nieder- ländischen und spanischen Colonieen, Brasilien, die britischen Besitzungen Ceylon, Straits - Settlements, Labuan, Trinidad, Britisch - Guyana, Bermudas-Inseln, Mauritius ausgenommen; der Beitritt wird muthmaßlich am 1. Juli d. . in Kraft treten; der Beitritt Hongkongs und Japans augenblicklich. Zur tvr» Handlung ist neu angemeldet Argentinien. Schweden. Stockholm, 17. Januar. Der Reichstag wurde heute eröffnet. Die Thronrede kündigte eine Gesetzes-Vorlage, betr. die Erweiterung der Militär- Dienstpflicht und der Militär - Uebungen, welche die Grundlage der neuen Heeres-Ordnuug bilden soll, an. Ferner wurden Gesetzes-Vorlagen, die Herabsetzung der Grundsteuer, Geldmittel für die Flotte und Schutz des literan- schen Eigenthumsrechts betr., angekündigt. Graf Henning Hamilton wurde zum Präsidenten der ersten Kammer ernannt, sonst blieb Alles wie im vorigen Jahre. Men. Calcutta, 16. Januar. Die Regierung schlägt den Betrag der zur Linderung der Hungersnoth in den Präsidentschaften Bombay und Madras erforderlichen Mittel auf 61/? Mill. Pfd. Sterling an. Lokal-Notiz. Gießen. Wir machen unsere Leser nochmals darauf aufmerksam, daß mit dem 15. Februar der Termin zur Einlösung der Zweithalerstücke und der Zehngroschenslücke abläuft. Nach btm 15 Februar haben diese Münz^. nur Roch den Metallwerth, eine Einlösung resp. UmweckSlung derselben findet nicht mehr statt.________________________ Vermischtes. — Das Unglück auf der Ohio-Bahn. Daniel Maguire, der Ingenieur derLoco- motioc „Sokrates", welche sich an der Spitze des Zuges befand, dem am 29. Dccember vorigen Jahres der schreckliche Unfall auf der Ohio-Bahn begegnete, erzählt: Der Zug bewegte sich langsam, und in dem Momente, als wir die Hobe Brücke von Ashstahula pajsirlcu, welche etwa 40 Ruthen (1 englische Ruthe — 5 Meter) von dem Depot entfernt ist, fühlten wir (in heftiges Schütteln: in einem Augenblicke brachen die Verb n- dungsketten zwischen den beiden den Zug führenden Locomotioen und der Zug stürzte von der B.ücke in den Fluß, in eine Tiefe von 6» Die Brücke bestand aus Eisen nnd war ungefähr 1t Jahre im (Gebrauch gewesen. Es wsrd oermuthet, daß das schwere Gewicht der Wagen das Eisen springen (?) machten. Die entsetzliche Scene in der Tiefe spottet jeder Beschreibung. Die Spannung der Brücke tst ungefähr 100' breit, und darunter lauft der Fluß, der nur eine T'efe von 4 bis 5* hat und um diese Zeit dick mit Eis bedeckt war. In diesen Raum stürzten 11 Wagen und eine Maschine mit dem skohlenwagen- Natürlich verursachte der Fall ein Zerbrechen des Eises und eine Zertrümmerung der Waggons. Die fieben Passagier-Waggons enthielten im Ganzen ungefähr 165 Erwachsene und außerdem eine Anzahl von Kindern. Diejenigen, welche sich in dem vordersten Wagen befanden, sind mit dem Leben davongekommen, haben aber mehr oder weniger schwere Verletzungen dav^ngetragrn. Wenige Minuten noch der Zerschmetterung brachen Flammen fast gleichzeitig aus jedem Wagen, und ehe Hülfe kommen konnte, kämpften die Flammen mit dem Eiswasser, gleichsam wetteifernd, wer von ^ihnen die größere Anzahl von Menschenleben zerstören sollte. Herr Frank Belknap, der zuerst auf dem Schauplatz erschien, sagt, daß das jammervolle Hilfege- schret all der Opfer das festeste Herz rühren ko nte. Hier befand sich ein junge«, fein gekleidetes Mädchen, ungefähr 10 Jahre alt, welches sich vergeblich anstrengte, seine Hüfte von dem Gewichte zu befreien, das ihre zarte Gestalt zerquetschte. Dicht hinter ihr brachen die Flammen hervor, die einen Augenblick später das Kind in ihrer furchtbaren Umarmuiifl vernichteten. Dort befand sich ein Gentleman in mittleren Jahren, der auf seinem Lritze aufrecht saß und ganz außer Stande war, sich aus dem Wirrsual zu befreien, indem er ruhig den Flamm«n entgegensah, die sehr bald auch in ihm ihr Opfer erreichten. Wiedern n sah man Leichname aus dem Wrack der Wagen heraus- schwimmen, und ebenso andere Körper, die sich in halb erstickten Zustande befanden und vergeblich versuchten, das Ufer zu erreichen. Eine große Menschenmenge bahnte sich bald, trotz des furchtbaren Schneesturmes, einen Weg zu den brennenden Trümmern und mit Hülse von Beilen und Tauen wurden Manche heroorgezogen, auf Bahren ge» legt und nach einem nahen Hügel getragen, wo ihnen die größtmöglichste Pflege zu Theil wurde. Die Hotels am Wege waren bald überfüllt, und die Prioathäuser in der ganzen Stadt wurden den Leidenden geöffnet. Die Schätzung gebt dahin, daß reichlich ein volles Hundert Opfer bei dem entsetzlich-n Unfälle ihr Ende fanden. — Merksprüche für Brustkranke und Solche, die eS nicht werden wollens Was Speise und Trank für den Magen, das ist reine Luft für die Lunge; was Gift für jenen, das ist unreine Luft für dieje. Wie man den Magen nicht von der Lunge aus curtrt, so hilft es auch der Lunge nichts, wenn man für sie mit dem Magen einnimmt. Frische Luft, ordentlich eingeathmet, ist daS Lungenuniversalmittel. Der Lunge zu Liebe müfsen wir unsere Haut zu Markte tragen, uns abhärten. Von der Lunge her kann man sich nicht erkälten, wohl aber erhitzen. Weg mit dem Jeffrey'schen Respirator. Die Lhüren sind dazu da, daß sie geschloss.n, die Fenster dazu, daß sie aufgemacht «erden. Die Gefundbeitslehre verlangt für jede Person im Binnenraum einen Luftwechsel von 60 Kubikmetern in der Stunde Ventilation und Zug sind zweierlei. Kinder legen sich Nachts nur bloß, wenn die Schlafstube zu »arm, kein Fenster offen ist. Stickhusten kommt meistens von Staubluft. Nicht auf dem Wege zu oder von der Schule, sondern in der Schulstube werden sie krank. Tänzerinnen bekommen Auszehrung nicht von kaltem Trünke, sondern von der heißen staubigen Luft und vom Scknür- leib. Blutsturz darf nicht lüft- und wasserscheu behandelt werden. Briefträger bleiben gesund, weil sie sich stets in freier Luft bewegen, Stubenhocker werden brustkrank, weil sie das Gegentheil thurr. Die Lungenschwindsucht hat sich die cioilirte Gesellschaft selbst als „Geißel" aufgebürdet: nicht die Stadtluft, sondern die städtische Lebensweise erzeugt sie. An Luftcur- und Brunnenorten wird man gesund, weil man beweglich uno nüchtern lebt, draußen fleißig athmet, Wasser trinkt und badet. Lungenschwind- iucht ist heilbar, wenn gleich der „Ganbibat" eine Athrnungs- und BewegungScur gebraucht; nachher ist's oft etwas zu spat! — Großes Unheil wurde durch die Geistesgegenwart eines Soldaten in Neu- dreifach verhindert. DaS „Elf. Journal" berichtet: „Am 30. v. M Abends 5 Uhr hatte die Magd einer JJ/abame Br aus unserer Lrtadt eine Kanne Petroleum gefüllt und näherte sich mit derselben dem Licht, um zu sehen, ob sie voll sei. Sofort gerietb die Flüssigkeit in Brand und theilte bas Feuer auch bem Fasse mit. Da roirf sich ein Unteroffizier deS 17. Regiments Namens Ottmar, über das Faß und rollte dasselbe mit eigener Lebensgefahr auf die Straße. Ohne die Geistesgegenwart dieses tapferen Soldaten wäre das ganze Stadtviertel in Flammen aufgegangen, denn das Magazin, wo das brennende Faß lag, enthielt noch viele Oel- und Weingeistfässer, und zudem befand sich ein Vorrath von Jagdpulver in dem Hause, während das Nachbargebäudc, eine Scheune, voll Heu und Stroh lag." Köln. Ein Briefwechsel eigener Art wurde zwischen einem hiesigen Banquicr und dem Inhaber eines großen Stockfisch-Geschäfts in Amsterdam geführt. Dieser erhielt eines TageS von seinem hiesigen Banquier zu seiner größten Berwundccuvg einen Brief nachstehenden Inhalts: „Ihre Briefe haben einen zu unangenehmen Geruch, und falls Sie dieselben nicht deSinficiren können, müssen wir die Correspondenz mit ihnen abbrechen." Der Stockfischhändler erwiderte sofort: „Dann nehmen Sie Eau de Cologne, Sie sitzen ja an der Quelle." Ob darauf der Briefwechsel fortgesetzt wurde, wissen wir nickt. Den Inhalt bei angeführten Briefwechsels können wir aber verbürgen. Kutzland. Warschau. Der kaiserliche Ukas, der den polnischen Emigranten bisher unter möglichst leichten Bedingungen die straffreie Rückkehr nach dem Königreich Polen gestattete und von dem Hunderte im Auslande der größten Notb preisgegebenen Emigranten Gebrauch gemacht haben, ist neuerdings vorläufig außer Wirksamkeit gesetzt worden. Der Grund dieser Maßregel ist jedenfalls in der Furcht der Regierung vor der ruffenfeindlichen Propaganda der zurück gekehrten Emigranten zu suchen. Im Zusammenhänge damit steht die neuer» dings verschärfte polizeiliche Ueberwachung der früher zurückgekehrten Emigranten. (Osts.-Ztg.) IftdUi. Konstantinopel, 17. Januar. Die Mittheilnng englischer Blätter, daß die Türkei die Propositionen der Mächte acceptire, und daß der Sultan sich in dieser Richtung gegen Salisbury geäußert, wird für unrichtig bezeichnet. Die Beschlüffe des hohen Rathes stehen noch ans, die regierenden Staatsmänner äußern ficb wie bisher ablehnend. Koustantinvpel, 18. Januar. Die türkische und serbische Regierung haben eine Übereinkunft wegen gegenseitiger Auslieferung von Kriegs-Gefange- nen abgeschloffen. Frijchbäcker ?u Gießen. Sonntag, b e n 21. Januar 1877. W. Hartmann in der Neustadt. Ludwig Kämmerer auf dem Seltersweg. Ernst Wallenfels in der Wallthor- straße._________________________________________________________________________________________________ Kirchliche Anzeigen der cvangclischen Gemeinde zu Gießen. Gottesdienst. Sonntag ben 21. Januar. Morgens: Pfarrverwalter Schlosser. Nachmittag«: Pfarrvicar Schöner. (Die Pfarrgeschäfte für die Woche vom 21. bi8 27. Januar besorgt Vfarrverwalter Schl ff er.) en n ©iti11' " betrag «,s von ötm N^ula brachen Ä'nt; „m ,y Seit bi« ,®“fd"»' mit dm und dne a„. S.. ,®l"|i™ un, »ujmieen, gelte onaefommen, |)ak,n “*JL j®tauten n.ch " unb ,he ItKjlam rottteifernb, ’0tIte- Herr Frank °mmeroolle Hilffge- slch ein jungrS, fein '® anftreRfltr, seine W Dicht hinter °>nd In ihrer furcht; W mittleren Jahren, cv au4 dem IBtrrfoal )«lb auch in ihm ihr der Wagen heraus. n Buftanlt besandm Menschenmenge bahnte irtnntnben Trümmern ogm, auf Babren gc« kmöglichste Pflege zu r Prioathäuser in der t dahin, datz reichlich 'anden. lerben wollen'. Was ungr; was Ast für t von der Lunge aus )em Magen einnimmt. [. Der Lunge zu Liede der Lunge her kam ffrey'schen Respirator. daß sie ausgemacht nenraum einen Lufl- j sind zweierlei. Km» kein Fenster offen ist. ge zu oder von der en bekommen Uuszeh» iuft und vom Tchnür- n. Vrtesträger bleiben .erben brustkrank, weil ■ cioilirte Gesellschaft ’ ftiMifte Mentoelfe »eil man beweglich atzet. Lungenschwind» ntz Lewegungscur ge» -i 8»ld°t->i inJleu« W «öenbi 5 ,nt Petroleum «-!?" n iet Sofort flettetb , D« wirf fti El i Lar »* W*f . henn Ma«».". S&ÄÄ r 6iSÄ it». Nadel, Prügelholz, theilS von 2Vz Mtr. Länge, 118 Rmtr. Nadel Stockholz, 3,100 Wellen desgleichen Reisholz. Zusammenkunft jedeSinal Vormittags 9 Uhr im Oit. Oppenrod, den 18. Januar 1877. (362 Großherzogliche Bürgermeisterei Oppenrod. Petri. Aeilgeöotenes. 367) Ein starker zweispänniger Wagen billig zu verkaufen. Sodann eine Partie Dickwurz, per Ctr. 80 Pf., bei ___________Jakob Vogt, Wallthor. Waschkiammern empfiehlt 381) Wilh Äohlermann, ___Neustadt 56.__ Patent- (36° Saticytstiure - Präparate: Salicyl-Mundwasser pr. Fl. Jü. 1. 75. * Zahnpulver „Sch. „ 1. — w Zahnkttt „ Fl. „ — 50. mit ausführlicher Gebrauchsanweisung stets ächt aus Lager bei 0. F. Semmler. Ballorden in großer Auswahl. 356), Wilh, Klee, fadjufintllni empfiehlt 228) Emil Fischbach. werden billig abgegeben. 325) Gartseld A. 118. 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Chor u. Orchester Einen Lehrling sucht die mechanische Wcrkstätte von C- Staudinger & Cte. Rechnungsablage, Neuwahl des Vorstandes, Umänderung des Namens- Der Vorstand. In der Dämpfschnkidkinühle JVe Hiegel zu Lieh wird von jetzt an fortwährend Holz Schneiden angenommen. 1-zöll. - 13/4-zöll. für 3 2 zöll. und dicker für 4 per rHFuß_________________________ 319) Ein Mädchen, das Hausarbeit gründlich versteht und gute Zeugnisse auf- zuwetfen hat, wird in Dienst gesucht von I Zur buch. Ziehener Concertoerem. Viertes Concert Samstag den 80. Januar, Abends 5 Ulir, im Clubsaale unter Leitung des Grossherzoglichen Universitäts-Musikdirectors Herrn Adolf Felchxier und unter gefälliger Mitwirkung der Königl. preuss. Kammersängerin Fräulein Lilli Lehmann aus Berlin, des Herrn Musikdirectors 6. Enzian aus Creuznach und des akademischen Gesangvereins. j. P. 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Ein Zimmer, unmöblirt, nach der StrahV. zu vermiethen. Wallthorstraße 135. 49) Der zweite Stock meines Hauses in der Gartensti atze, 6 Zimmer rc. enthaltend, ist zu vermiethen und am 1 Mai beziehbar. Auf Wunsch kann Stallung abgegeben werden. Schmitt, Univ.-Ger.-Actuar. Mitglieder haben mit Familie freien Eintritt. Einzelkarten für Nichtmitglieder ä 60 sind in der RickeF- scheu Buchhandlung und Abends am Eingang des Saales zu haben. 368) Der Vorstand. Academischer Gesangsverein. 380) Die Vereinsmitqlieder werden zur Generalprobe auf heute vormittag 11V2 Nhr dringend eingeladen. Der Vorstand. Der Flügel aus der Fabrik von Blüthner in Leipzig ist aus Rudolp b'schen Pianoforte-Lager dabicr. Eintrittskarten für Nichtmitglieder sind in der Rick ersehen Buchhandlung und Rudolp h’scbcn Musikalienhandlung u «X 2 zu haben. Nummerirte Plätze JL 3. Nummerirte Plätze werden denjenigen auswärtigen Besuchern dieses Concertes fest reservirt, welche den Betrag für die gewünschten Plätze bis zum 18. Januar an eine der bezeichneten Firmen einsenden und sind daselbst die Billete in Empfang zu nehmen oder werden auf Wunsch vor- Svnntag den 21. d. M. r Generalversammlung präcts 3 Uhr im Vereinslocale. Tagesordnung: I. Symphonie in A-dur von Mendelssohn-Bartholdy. II. Arie aus d. Op. : „Der schwarze Domino“ von Ander. III. Sonate für Clavier in Es-dur (op. 31) von L. van Beethoven. PermistÄit -Äinnan». 374) Tüchtige Cigarren- und Wickel- macher gesucht von I. Bernhardt. 371) Ein junger Mann, unoerheirathet, sucht Stelle als Hausbursche, oder sonst Beschäftigung. Zu erfahren bei Hrn. Carl Retter, kleine Lowengasse. 379) Ein Laufdienst auf fofort gesucht. Näheres bet Gärtner Becker Wittwe. 376) Ein tüchtiger Accordant zur Backstein- fabrikation gesucht. Offerten nimmt die Expd. d Bl entgegen.__________ 365) Ein studiosns philologiae wünscht Knaben, die das hiesige Gymnasium be^ suchen, im Lateinischen, Griechischen, in der Gtschichte und Geographie Unterricht zu erthetlen. Näheres zu erfragen in der Expedition unter Nr. 402. kaufmännischer Ucrnn. Dienstag den 23. Januar 1877, Abends 81/; Uhr, im Saale des Gasthofs zum „Prinz Carl“: her zugesandt. . Wegen rechtzeitiger Benutzung der Eisenbabnzüge ist der Antang des Concertes präcis 5 Uhr festgesetzt, worauf hierdurch speciell auf- merksam gemacht wird. _______________________ ____________(288 2^" Ausreisten ist noch nicht heilen, sondern die völlige 34F Zerstörung der Zähne, des Mundes, sowie des Cffens.'WS Mr. Li. Meyer, Zahickiiiisller, ist her Erste, welcher von Paris nach Deutschland kommt zur Conser- virung und gänzlichen Heilung kranker und angesteckter Zähne durch Einbalsa- mirung und Verstopfung. Er setzt künstliche, der Natur ähnliche Zäbue ein; sein Specialfach ist aber: die Zähne gesund zu machen und für die Lebensdauer zu erhalten. (369 ItJr. JL» Meyer ist ui consultiren von 8 bis 9*/, Uhr Vormittags und von 5 bis 8 Uhr Nachmittags Lindenhof, Zimmer Kr. 4, Gießen. Aurentbnlt drei Tage. verantwortliche Redactton: 8L Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schm Univ^Druckeret (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen Bettes! Da ein von bem d-r ° bi* M S-hi-i nur di- unbaueTitbe in» A-ß-» Die Grohh 288 auch für ih Gießen,' Darmstadt 1876 stattgehablen ler jy ßnbe ausführliches Älwsch entnihrnen, daß die gkndes Ettzebniß gel €itütn zm Äbdruc I. t Es i|t jtrenp d. h. innerhalb ein Die Standes § 7® R Lermeidl hi den Buhandluw ^ters, dir Anzeig! pachteten erstattet ^W-Erstaltung zmüä^iejen werd 2hatsachr vyrharrde Weber W t'thält das Reicht beamten im «liget ^e jvon Geburll und nach bi ^''"tiprechende, ^Wtung des Stai ?r dieselbe w jtti V ’ Ernannten An » H'ttzu wir! *»6« b,m “«b mit bt fl?or ^amenqe mit n-i,,.. 7*- d- „ ®inb b $ M UV23! 'du