AMERIKA Neu « ' U 'N @ie6?n B'• ^Botheo”9'8"' Pt® Uolitisch Deutschland. Darmstadt, 14. April. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: Am 7. April ven Kreisarzt Dr. Julius Glasor zu Grünberg zum Kreis: arzte des Kreisgesnndheitsamtes Gießen, an dems. Tage den Universitäts-Rent- amtmann i. P. Idam Schmidt zum Oberrechnungsrevisor bei der 2. Abtheilung der Juftificatur der Oberrechnungskammer zu ernennen. Mainz, 14. April. Die Nachricht, daß die Untersuchungen wegen der Militär-Excesse an Kaisers Geburtstag niedergeschlagen seien bis auf jene wegen Insubordinations-Vergehen, muß widerrufen werden, indem das Militärgericht: Uche Verfahren noch vollständig im Zuge ist, und in diesen Tagen nach dem Ergebniß der Untersuchung noch weitere Verhaftungen erfolgten. Verwundete beherbergt das Lazareth noch 14 ober 16 Mann, von denen jedoch auch die Schwerverletzten nun außer Lebensgefahr sind. Berlin, 13. April. Reichstag. Auf der Tagesordnung befindet sich das Schreiben Bismarck's, betr. dessen Beurlaubung. Hänel bestreitet die Behauptung verschiedener Zeitungen, wonach sein Antrag auf Besprechung des Schreibens eine Demonstration oder der Ausdruck der Opposition sei. Das Abschiedsgesuch Bismarck's sei ein europäisches Ereigniß. Daffelbe sei zu einer Zeit eingetreten, während welcher die deutsche Volksvertretung auf Ferien abwesend gewesen sei; dieselbe habe aber die Pflicht, in diesem Augenblicke ihre Stimme zu erheben, um zu betonen, wie ein schweres Unglück der Rücktritt Bismarck's im kritischen Augenblicke der gegenwärtigen auswärtigen Lage wäre. Deutschland dürfte ruhig fein, so lange Bismarck seiner jetzigen Politik getreu bleibe. Ebenso wäre der gegenwärtige Moment im Hinblick auf die innere Politik für eine Verabschiedung Bismarck's unglücklich gewählt. Die kirchliche Gesetzgebung, welche unter der Devise „nach Canoffa gehen wir nicht" inaugu- liit wurde, ferner die Justiz-Gesetzgebung, vor Allem jedoch das gelammte wirthschaftliche Gebiet erheischen die starke Hand Bismarck's, von dem sie aus- gegangen sind und dessen Name das System bedeute, nach welchem auf diesem Gebiete verfahren worden sei. Es sei auch ein Zeichen hoher Regentenweisheit, daß das Abschiedsgesuch Bismarck's abgelehnt worden und daß man demselben ausgewichen sei. Auch eine Stellvertretung des Reichskanzlers sei nicht wün- schenswerth gewesen, sie hätte eine Versaffungs-Aenderung erheischt und diese höchstens zu einer Organisation ad hoc geführt. Auf diese Weise wäre die eben getroffene Auskunft die beste gewesen, denn sie sei auch juristisch unanfechtbar, wenn die Contrasignatur, die volle Verantwortlichkeit und die Stellung des Reichskanzlers zum Reichstage unverändert dieselbe bleibe, worüber der Redner Auskunft vom Bundesraths-Tische erwarte. Die Kanzler-Krisis beweise jedoch die volle Unhaltbarkeit der Organisation der oberen Reichsbehörden. Hier fei eine Lücke, die man bei guten Zeiten auszusüllen bedacht fein müsse, und dazu gebe es keinen andern Weg, als die Errichtung von Reichsministeriell. Die Partei des Redners (Hänel) habe aus tactischen Gründen von einer Resolution Abstand genommen, da sie erfahren, daß die Majorität, wenn auch aus formellen Gründen, nicht dafür zu gewinnen war. Staatssecretär v. Bülow erklärt: es werde weder bezüglich der Contrasignatur, noch der vollen Verantwortlichkeit des Reichskanzlers während der Beurlaubung desselben eine Veränderung eintreten, v. Bennigsen meint, daß der Reichstag in diesem Augenblicke nicht schweigen dürfe; es sei dankenswerth, daß der Reichskanzler, trotz seiner angegriffenen Gesundheit, sich in diesem kritischen Augenblicke habe bewegen lassen, auf seinem Posten zu verbleiben. Es gezieme dafür dem Reichstage, seinem Danke für diese That Ausdruck zu gebe». (Beifall.) Man bedenke doch die Stellung, zu welcher Deutschland unter den Mächten durch des Kaisers und des Reichskanzlers Wirken in einem Zeitraum von noch nicht einem Dutzend Jahren, trotz der Gegnerschaft Oesterreichs und Frankreichs gelangte, die Staunen und Furcht heroorgerufen, zu der Stellung, die nun den friedlichen Ausbau des Rechtsstaates gestatte. Das sei das Verdienst des Kaisers und des Kanzlers und da habe die Vertretung der Nation sicherlich die Pflicht, ihre Anerkennung dieser Verdienste auszusprechen. Das Schreiben Bismarck's sei formell — zumal nach den Erklärungen Bülow's — unanfechtbar. Der Redner hofft, daß auch bezüglich der wichtigen handels-politischen Fragen der Reichstag eine bestimmte verantwortliche Erklärung nicht vermiffen werde. Der Redner hält die Ordnung der höchsten Reichsorgane für unerläßlich, aber für durchaus unthunlich, dieselbe in Abwesenheit des Kanzlers in Angriff zu nehmen. Solche Dinge könnten nicht allein aus der Initiative des Reichstages hervorgehen, und selbe in einem ungeeigneten Momente beginnen, hieße beabsichtigen, den Erfolg derselben zu verkürzen. Im Bundesstaate seien diese Fragen schwieriger zu lösen, wie im Einheitsstaate, und sei man deshalb bislang nur schritt, weise vorgegangen. Der Redner und seine Partei hätten niemals die Lücken der Reichs-Verfassung bezüglich des Reichs-Ministeriums verkannt und hielten früher wie jetzt stets die Hoffnung aufrecht, daß die vorhandenen Lücken auch ausgesüllt werden. Auch für die Reichs-Regierung könnten die Vorgänge der letzten Zeit nicht wirkungslos gewesen sein. Es sei zu hoffen, daß die Regierung selbst Institutionen schaffen werde, um das Amt des Reichskanzlers zu erleichtern. Dahin werden Redner und seine Partei nach Rückkehr Bismarck's er HHeil. zu den Geschäften mitwirken. Habe in Deutschland großes Mißtrauen bestanden, daß man den Einheitsstaat wolle, Bismarck's Name und Regierungs- Princip habe diesem Mißtrauen ein heilsames Gegengewicht erhalten; das sei nicht zu unterschätzen. Nothwendig sei eine verantwortliche Finanz-Verwaltung, vielleicht die Vereinigung der Finanz-Verwaltung des Reichs mit der von Preußen in einer Person. Hoffen wir, daß, wenn der Reichskanzler gestärkt zurückkehrt, er mit uns Hand anlegt an die Fortentwicklung der inneren Zustände Deutschlands auf Grund der bestehenden Verfaffung 1 (Lebhafter Beifall.) Windthorst (Meppen) spricht nach längerer Rede über die äußere Politik, die er billige, und die bisherige innere Politik, gegen welche er Widerspruch erhebe, den Wunsch aus, den Wortlaut der Cabinetsoidre kennen zu lernen, durch welche Fürst Bismarck beurlaubt worden fei. Dann erst werde der Reichstag sich darüber entscheiden können, ob die Sache nicht an eine Commission zu verweisen sei. Die frühere Vertretung Bismarck's durch Delbrück sei eine generelle gewesen; die jetzige scheine mehr eine partielle zu sein. Er frage daher den Staats-Minister v. Bülow, ob er seine heutige Erklärung im Auftrage des Reichskanzlers gegeben habe. Staats-Minister v. Bülow antwortet : Ja! Windthorst fährt fort: „Das freut mich; ich werde aber diese Frage bei jeder neuen Erklärung wiederholen." Redner hält übrigens die Einsetzung zweier Stellvertreter der Verfassung zuwider; er kann das Schreiben des Reichskanzlers nur dahin interpretiren, daß derselbe nach wie vor die Geschäfte fortführt und für sie voll verantwortlich bleibt, v. Kleist-Retzow hält die Beurlaubung des Reichskanzlers für verfassungsmäßig zulässig; die jetzige ernste politische Zeit ändere nichts an ihrer Gesetzmäßigkeit; man gehe zu weit, wenn man jetzt verantwortliche Reichs-Minister fordere. Der Reichskanzler werde nach wie vor auf den Gang der Politik Einfluß üben. Graf Bethusy-Huc betont, der Urlaub des Reichskanzlers werde nach der ganzen bisherigen Entwicklung des Reiches deffen Weitergedeihen nicht aufhalten. Alle Reichs Ministerien würden nicht soviel ausrichten, als der Kaiser mit Bismarck, Moltke und dem Heer gethan. Die Hauptsache sei, daß das Reich kein loses Gefüge sei, sondern eine einheitliche Verwaltung habe, und dazu werde der Reichskanzler wohl die nöthigen Rathschläge gegeben haben. Damit schließt die Besprechung dieser Angelegenheit. Weimar, 11. April. In der heute stattgefundenen Nachmittags-Sitzung beschloß der Landtag nach mehrstündiger Debatte mit großer Majorität den Fortbestand der Lehranstalt für Landwirthe an der Universität Jena in seiner bisherigen Organisation. Hesterreich. Wien, 16. April. Der russische Botschafter Novikoff hatte gestern eine längere Audienz beim Kaiser, sodann eine Conferenz mit Andraffy. Nach Berechnung hiesiger Diplomaten ist der Uebergang der Ruffen über den Pruth erst gegen Ende der Woche zu erwarten. Pesth, 15. April. Bei Topola bat ein Zusammenstoß zwischen Türken und Aufständischen stattgefunden. Die Türken haben sich in die Schanzen zurückgezogen. Suleiman Pascha versucht Nikfic, Derwisch Pascha Podgoritza zu verproviantiren, wo heiße Kämpfe bevorstehen. IranLreich. Paris, 14. April. Der „Moniteur" bemerkt bei Besprechung der gegenwärtigen Lage der orientalischen Frage: Das Londoner Protokoll ging aus dem aufrichtigen, anerkennenswerthen Bestreben hervor, die Souveränetät der Türkei intact zu lasten. Man forderte von der Pforte nur die Durchführung derjenigen Reformen, welche sie aus eigenem Antriebe in's Werk setzen wollte. Die Declaration Rußlands betonte vor Allem die Entwaffnung. Die Declarationen Englands und Italiens findet der „Moniteur" sehr begreiflich und fährt dann fort: Frankreich hatte nicht nöthig, sich diesen Vorbehalten annischließen, um von ihnen Vortheil zu ziehen. Die in Konstantinopel gefaßte Entschließung bezüglich des Protokolls sei beklagenswerth. Frankreich werde Angesichts der nunmehrigen ernsten Eventualitäten strenge Neutralität bewahren. Seine Haltung sei ihm von Anfang an in der gemeinsamen auf Erhaltung des Friedens gerichteten Action Europas vorgezeichnet gewesen. Hiervon werde Frankreich auch ferner nicht abweichen. Paris, 15. April. Midhat Pascha hat sich heute Vormittag in Marseille eingeschifft, um sich nach Barcelona zu begeben. — Layard ist gestern Abend nach Brindisi abgereist und wird sich daselbst auf der Yacht der Königin Victoria nach Konstantinopel einschiffen. England London, 15. April. Das Journal „Observer" schreibt: Man dürfe annehmen, daß England den österreichischen Vorschlägen bezüglich gemeinsamer Schritte beider Mächte zu Gunsten des Friedens nicht beitreten würde, da die englische Regierung sich keinen zufriedenstellenden Erfolg davon verspreche. London, 16. April. Dem „Standard" zufolge wird englischerseits ein letzter Versuch zur Abwendung des Krieges gemacht. Das Blatt bezweifelt jedoch den Erfolg dieser letzten nach Petersburg gerichteten Mahnung. Die Gesuch des Kaufmanns M. Scheel umErlaubniß zur Vornahme von Bau« 17. 1 20. 31. Veränderungen. . _ 18. Gesuch des Löb Süß wegen Erbauung einer Waschküche. Die Parcellenvermessung betr. Den Straßenzustand vor dem Neustädter Thor. Klage gegen die Wittwe des Wagnermetsters Ludwig Geißler wegenBe- Etgenthumsstörung. Lehrmittel für die Vorschule der Realschule^ Theilung von drei Classen der höheren Mädchenschule. Besetzung einer LehrersteÜe an der Stadtmädchenschule. Wohnungsvergütung für einen städtischen Lehrer- Die Benutzung des unteren Stocks der alten Realschule für die höhere Mad- Decretur von Kostenrechnungen. Verhandlungen wegen Eröffnung der Plockstraße. Gesuch der Gewerbebank um Bauerlaubniß. Gesuch des Christian Zimmer um Bauerlaubniß Serbien. Belarad, 16. April. Von Seiten der Regierung wird ausgestreut, daß die Einhaltung des mit der Pforte abgeschlostenen Friedens unmöglich werden dürfte. chenschule- 10. 11. 12. 13 14. 15. Lich. Haben fSe*uft Be^anntfthast mit der Wilhelmsburg zu machen. 2. 3. 4. sitz- und 5. 6. 7. 8. 9. Desgl. des Ludwig Klinkel. Desgl. der Philipp Schmoll Wittwe. 16 Desgl. des Locomotrvführers Gustav Bergen. gesprochen wurde. bfl§ für die Stadt eintretende größere Bedürfmß an Bäumen zur Bepflanzung von Wegen und Anlagen befriedigt werden kann, soll Grotzy. Oberförsterei Gießen ersucht werden, bei der Bewtrtbschaftung des Pfl-nzg-rt-n u» Stadlwald darauf Rücksicht zu nehmen, daß vorzugsweise Linden aber auch Ahorn, Kaftairicn und Platanen gepflanzt werden. Gießen, 18. April. Wir lassen nachstehend die Tages ordnung fstr dieStadt- vervrdnetcn'Sitzung am Freitag den 2V. April 1877, Nachmittags 4 Uhr, folgen. 1 Wahl eines Dtitglieds für die Verschluß-Commisston. 19. Desgl. des Schlossers C- Flett. Gesuch der Joh annette Lein um Srlaubntß zur Anlegung eines Spaliers. Gesuch des Bauunternehmers Louis Kauf um Angabe der Baulinie für Lokal-Notiz. Gießen, 18. April. Wir lassen nachstehend das Protokoll der Tagesordnung der Stadtverordnetensitzung vom 5. April folgen: h Mit Eröffnung der Sitzung verliest der Großherzogl. Bürgermeister das Dankschreiben welches auf die an Se. Königliche Hoheit den Großherzog wegen des Ablebens Sr. Großherzoglichen Hoheit des Prinzen Carl abgesandte Berlerdsadresse ern- gelroffm ist. folgende Gegenstände der Tagesordnung erledigt: 1. Bei der Herstellung einer unterirdischen Telegraphenleitung von Berlin über Halle und dis Mainz wird auch Gießen berührt und für die ^stge Stücke waren zwei Richtungen vorgeschlagen worden, nämlich die erste direct durch die Stadt vom Seltersthor nach dem Walllhor, die andere vom ZelterSthor um di«- Schoor nach bem Neuenweg, durch die Neuebäue über den Brand, Brandgasse nach dem Wallthor. D e Stadtverordneten-Versammlung hat aber auf Vorlage dieser beiden Dorschiage m Rücksicht darauf, daß durch eine solche Anlage das Straßenpflaster bedeutend Roth leidet und die Stadt bet Ausführung der demnächstigen Wasserleitung u. s. w. Hindernisse entstehen werden, beschlossen, auf keine dieser beiden Richtungen etnzugehen, viel- mehr soll dahin gewirkt werden, daß die Leitung entweder rechts oder links vomSeltersthor ab um die Stadt angelegt und zugleich die jetzt bestehende überirdische Leitung in der ©ta@ * n & e Erlaß von Communalsteuer aus dem Jahre 1876 wurde nicht stattgegebem jn Wteseck nicht zu hindern, war cs nöthig, daß die darin befindlichen Weidensträuche u. s. w- entfernt wurden. Hierdurch sind öb »u Kosten entstanden, welche auf die Stadtkasse übernommen worden find. 4. Für die Anlieferung von 75 Kubm. Basaltstetne zu dem Umbau des Schoor^ wegs Im Gartfeld fand sich tn dem anberaumten Termin kein Übernehmer. Die nun stattgehabte Vergebung dieser Lieferung aus der Hand für den Voranschlagsbetrag an Herrn Karl Port von Steinbach wurde genehmigt. .. 5 Ebens» wurde genehmigt eine von Philipp Kolb II. von Wteseck für 180 ersteigerte Planirarbett am Schoorweg und die von Herrn Christian Hau- bach für 520 ersteigerte Planirarbett am Hammweg. 6. Von den Herren Fabrikanten Koch L Patz kam ein die Vergrößerung ihrer Fabrikräume bezweckendes Baugesuch zur Vorlage, für welches sich befürwortend aus- Hürkei. Konstantinopel, 14. April. Der Generalissimus Abdul Kerim Pascha ist nach Schumla abgereist, um das Commando der Donau-Armee zu übernehmen. Der russische Geschäftsträger hat bisher noch nicht Anweisung rur Abreise erhalten. . r Konstantinopel, 15. April. Eine russisch«-Fach-ist "n hiesigen Hasen eingetroffen, um das Personal der russischen Botschaft, sobald Befehl zur Abreise desselben eintrifft, nach Odeffa zu befördern. Die russischen Unter» thanen in der Türkei sollen alsdann unter den Schutz der deutschen Botschaft gestellt werden. Rumänien Bukarest, 15. April. Der Kaiser von Rußland wird nächsten Dienstag in Kischeneff erwartet. Der Großfürst Nikolaus hält heute eine große Revue über die Truppen am Pruth ab. — Michael Cogalniceanu ist zum Minister des Auswärtigen ernannt. Die Deputirten-Kammer soll Mitte der nächsten Woche zusammentreten; die Senatswahlen werden am Ende derselben stattfinden. __ Morning Post" hofft, Rußland roetbe, bevor es den Frieden brech«, daran erinnert werden, daß es durch den Pari,er Vertrag verpflichtet fei, dt« Mediation der andern Mächte anzurusen. Wenn der Ezar, trotz aller Frredens- Betheuerungen, den Krieg erkläre, werde England annehmen, er trachte die Türkei für Zweck- der E-oberung und Annexion zu vernichten. Der Ton der Blätter Daily News" ausgenommen, ist allgemein sehr anttrussisch. firnes bespricht die voraussichtliche Haltung Englands während des bevorstehenden Krieges und empfiehlt stricte Neutralität, so lange der Kampf blos gegen die Ursachen der Friedensstörung gerichtet sei. Die türkische Mißwirtschaft mache eine Verfechtung der türkischen Sache unmöglich. Vermischtes. Von der Ohm, 9. April. In der vergangenen Woche wurde auf der Ober- beisiscken Eisenbahn in der Nähe der Station Stiebetobmen der im kräftigsten Mannes- alter stehende Freiherrlich v. Schenck'sche FotNfchutzbeamte H. aus Burggemunden von dem van Gießen kommende Nachlzug, ungefähr 8 Meter von dem innachst gelegenen Wärterhäuschen entfernt, überfahren, bezw. mitten entzwei gefahren, so daß die eine Hälfte des Köipers etwas diesseits, die andere jenseits der Böschung zu liegen kam. Während der Fahrt felbft wurde man nichts Außergewöhnliches gewahr, wohl aber oll der betreffende Heizer, als er in Fulda die Maschine "trugen und ölen wollte zucrst die verdächtigen Blutspuren ii. s. w. entdeckt haben. Der Verblichene hinterlaßt eine Wli^tmlr^fi ^b e n< Jtrn^berEine ergötzliche Scene spielte sich vor eintgen Tagen in einer Chemnitzer Restauration ab. Em Gast wollte seine Zeche bezahlen und legte zu diesem Zwecke einen Thaler auf den Tisch^ Sofort wurde derselbe von einem im Locale befindlichen großen Hunde anncct.rt. Der Hund war aber nicht dazu zu bewegen, sondern nahm vielmehr eine so drohende Haltung em, daß der «ast es Mr gerathen fand, gelindere Saiten auizuziehen und es nunmehr m Güte versuchte, seinen Thaler wieder zu erlangen. Aber alle Schme.chelworte: Komm, mern Hündchen, gtv her" u. s. w-, verfingen bei dem Hunde nicht, derselbe hielt unbeugsam den Thaler fest. Jetzt gedachte der Gast denThaler durch List wieder zu erhalten, ind em^erfolg rte. Wenn der Hund Wurst frißt, so kann er dabei den Thaler nicht im Munde behalten, und auf diese Weise gelangst du wieder zu deinem Thaler. Rasch wurde seitens deS Gastes dem Hund ein Stück Wurst gekauft und vorgesetzt. Lewer trat abeder erwartete Erfolg nicht ein, denn der Hund fraß wohl die Wurst, er verschlang aber dabei auch den krampfhaft festgehaltenen Thaler. — Das Mitglied des in Bukarest versammelten rumänischen Senates, Herr Dcschlin, hat die Interpellation gestellt: warum der Regletabak mit Gras gemischt sei / Es ist bis zur Stunde noch nicht bekannt, was von der dortigen Regierungaus diese , verfängliche Frage geantwortet worden ist. Daß uns adel bet Lesung jener Juttr- , pkllation ein tiefes Gefühl der Sympathie beschlich, wollen wir "icht leugnen. Wozu 1 auch Gefühle unterdrücken! Wir haben für die Gras rauchenden Brüder m Rumänien die lebhafteste Theilnahme, denn wir w'ffen, was es heißt, wenn man Tabak zu oer dampfen glaubt und trockenes oder naffes Gras, Heu oder Grunfut erÖfchen se ne Zähnen hält. Aber das Maß ihrer Leiden scheint noch nicht voll zu sein, GraS ist da« ärgste Uebel nicht, es müssen noch Haatnadeln, Haare, Abfälle von H^bfchuhen " Bänderreste tn ihr Cigarren- und Cigarrettenktaut kommem bE erst werden sie wissen was dulden heißt, und dann eist wird der diplomatische Ruf der jntcrpeUation tn einen wilden Schrei der Verzweiflung übergehen. Bis dahm aber rufen wir ch unferen aufrichtigen Gruß zu: Gras ist ein schlimmes Ding, aber es gibt noch Schlim- metes m In einer ungarischen Schenke trafen sich einst ein Deutscher, ein Magyar, ein Slovake und ein Tscheche. Als sie die Schenke verlaffen, entspann sich folgende Unterhaltung. Der Deutsche: „Hobt ö fl schaut, °^ ben Tisch drinnen hat a stlbern's Krurfirerl g',landen? — Der Slovak. I hob s schon. (Er hatte es einge steckt.) Der Tscheche: Host's g'hobt! (Der Tsebeche hatte es dem Slovaken schon wieder Rußland. Petersburg, 15. April. In auswärtigen Zeitungen ist wiederholt das Gerücht verbreitet, der Kaiser von Rußland leide am Ottern und mu|e sich einer Operation unterziehen. Neuerdings ist diese Behauptung sogar noch wie hierher telegraphirt ist, durch die Angabe unterstützt, daß der englische Arzt Thompfon unterwegs nach Petersburg sei, um hier die Operatwn S" vollziehen. Von competenter und autoritativer Seite wird T-em gegenüber auf das Bestimmteste erklärt, daß alle diese Angaben vollkommen unrichtig sind und mch das Geringste vorliegt, was zu derartigen Gerüchten nur den leisesten Anlaß zu bieten im Stande wäre. Kischeneff, 16. April. Der Palast Katargm wird zum Quartier für den Czaren hergerichtet. Der Hasen von Odessa ist für fremde Schiffe gesperrt. einen Neubau in der Caplansgasse. 22. Gesuch des Johannes Anzer um Ueberlassung von städtischem Gelände zur Lagerung von Bauholz. „ , . .. . 23. Gesuch des Christian Keller um Ueberlastung eines Bauplatzes. 24. Gesuch des Wilhelm Löber IV. um Erlaubniß zur Anlegung emer Brücke nach seinem Grundstück auf dem Sand. 25. Gesuch des Ludwig Kl'nkel um Erlaubmtz zur Anlegung einer hölzernen Brücke nach seinem Acker aat Gleiberger Weg. 26 Die Veipachtung der Pipplschen Schanze. 27. Die Unterhaltung der städtischen Wiefin. 28. V kigebun^ von We^ ebauai betten. ------ wegg-st°hl-n.>^^^ Delic°tesftn-H°ndler haben in den letzten Tagen vom Süden her namentlich aut Ob-r-Jtalien ungeheure Masi-n -hbarer Vogel -rhaU-n d^dort -ul ihren miaen nach Norden gefangen worden, beider befanden sich nicht nur Vwn ps , Krammetsvögel und Lerchen, also sogen. „Delicatefsen ', unter den Sendungen, onde n auch Singvögel die bet unS nie gegessen werden, wie Stieglitze, Drosseln, u. a. Die Thiere werden auf ihren Wanderzügen mittelst Schlagnetzen gelangen oder an ihren Ruhestätten in der Nacht überfallen und dann ohne Unterschied getodtet. E neuer Fingerzeig, wie nöthig ein internationales Vogelschutz-Geietz «euer . ^rum, zum Schockschwerebrett, behalten Sie denn Aewe^ auf, wenn Gewehr ab ksmmandtrt wird?" — ^^cutc:. nrnftänbl'' .ter- Se aommandiren dvch gleich wieder Gewehr auf! Wotzu also de Umstandl zier. 1 cvn hj7siaen dem Hose nahestehenden Kreisen cirkulirt ein hübscher Ausspruch d°ü mau d°rFrLuKr°npr.n^sm°aläbl,ch der st°t'»°h°b'-n^B-r odung ihrer ällesten Tochter Charlotte mit dem Erbpnnzen von achsen-Meiningen in den Mund legt. Als sich nämlich ihr gegenüber,eine sehr hohe Perlon ich et über de» doch immerbin aerinaen Rana, welchen der Bräutigam unter den deutschen Furften em Znt Ä«? befremdet gezeigt habe soll die erwidert haben: da ja nun doch einmal früher oder pater alle Fürsten medtalis ri ooer depösed'r. werden könnten, so sei -i> für M. Frau «m» hl*« »m »ftn(*«•- wcnh, daß ihr Mann außer feiner Souveranetat auch noch andere ihn auszercynenoe Eigenschaften, wie^^ Geist,b wohnte, der einen Ows-n im Schckd- führte, gewöhnlich den> „Ochsenback r nannte aas --»wsWEs Bäcker neben dem Ochsen." ।« Handel und Verkehr. Krnnksnrt 14 Avril (Fruchtber'cht.) Unsere Consumenten konnten sich heute nur sch^ersällig mit hiesigem Weizen ^"'°rg-n, °d Umg.^nd ^ » b., fremder s»r . «; iWr» 2- Ä Ä ounlitäi «abnhof hier JL 27.50, ad unserer Umgegend ^ 26 7o-^7 ir-md-r bis X 74. Stimmung s-st. Hauptsächlich gefragt war Wch-m, driu»-nd -st-rirt d""' z^'nnuN 'L"ÄL'"D« »-W«Am.'r« »°r bei -Um,rch.r Zufuhr f-h- t Heu er. Biel wurde rheinabwärts und nach Elsaß-Lotbrmgen, mr kauft Angetrieben wa?en, 320 Ochsen 210 Kühe und Rinder, IW KA«^» Hammel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qualität^ 6 , i oual. : bis 66, Kühe und Rinder 1. Qualität 3L 60, 2. Qualität JL ' [jtät 51—54. 65—70, 2. Qual. JL 56-60, Hümmel 1. Qualität 58, 2. Quaurar e‘6”’®trflnb»U.nb1460^dI. sFruch,presse.) Weizen g 2b Hafer 8.70, Moller Jt 1190, Erbsen M N.W, Saamen 17 20, xn troffeln'tX 3^41. sSämmtliche Preise verstehen stch^er 50 Ktto oder )—.— llrrkauf i,u •« einzureichen. Herborn, den 10. Apri Der Bürgern Todt, Dechiger Holzverstch Bau-, Werk-1 ■üM* ®rfin'nßfr und Freitag ben Montag den 21 “'Ä und 30—50 b ^vrji nmV^tttn s Dr. Weber. zu verkaufen. 1. Busch Böhne Gerhard. 2148) den Seltertzweg. 1961) Submission 89 2E" M. Ul. eJughardl, "W Marktstrasse. 2145) (1979 N 8 L. W. Plank, Neustadt 2038) pfehle bestens. 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Ahn da wir i kie Leitung der answar ^ei der jetzigen Ordnm "ognr, daß die zeitweil Geschäfte eine gewiffe welche Fürst Wmarck Mehrheit des Reichstag ^l^grn hat, auch fern peil dienen wird. Da Wirren nicht unmittelbi m des ausgebrochtni ^ europäischen Mach! landet werden, als bi aus Urlaub geht Äiuvernehmens zwischen tonA ' Quf diesem S»ade feieVi' J m geführt ba6 ° bnun X'r mV kn ti? d,t jni( * ft- A Englischer $ 2160) Der 2. Stock meines Hausen nebst^097 ^as von Herrn Rechner Karl allem Zubehör ist zu vermrethen und G^üneberg bewohnte Logis ist ander- 1. Jult beziehbar; auch kann Stallung für I ü oermiethen und im Mai d. I. be- Pferde dazu gegeben werden. z-ehbar. Pb Leib. --------- cr 2109) Zwet möblirlc Z'mmer zu ver- 2163) Em möblirtes Zimmer zu ÖCl- mie|hcn ; auch kann auf Verlangen Kost ge miethen bei P. H e r b e r t, Neuenweg. ^ben werden. 2164) Zwet Logrs zu vermiethen. \ Bahnmeister Binnecker, Bahnhof. Nestaurat on 6ramm.— 2105) Gin schön möblirtes Zimmer mit 2162j . 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Leo, Seltersweg. | vermiethen. 2150) Mädltrtes Zimmer zu vermiethen möbl'N^ Zimmer vermiethet bei Löbcr's W'ttwe, Neuenweft B- 194. | Eugen Kaufsmann.