ch “«'Jttljor, 1.150. >n Einfassungen. ™ üllen Steinarten. billig besorgt. aller Systeme werb schinengeschäft m Eaubach, tcrsmeg 187. berg. sraelitek 116. Hi\ Fink» MtzM ib. M an: Wtsn-Vahn. von Gießen nacfe: 656 8«». 11« V0M. n.6^*. 7so W- * 11« Mm. 4« N»lhL. 5, M Wachts. 9Ä». n«$orm. 441 W .. 1« Dachls- . iB Gießen von: 9«., !i« Bor®. 31, 8^ Abends- »o iw $orm. 4H «*■ P ÄW iäi u«.«■«* jG^nnw- bin- 12 nhr W!t°^ form- /\äuv ’ 9t Abends- \v> JRitt»«ä- 4 dk»' 48 "* *»■ )1S Jot» 4”' ‘ 9f; AbeK-^.- ß2’. . -i)- flotö1' Mittag' iDIIb (ff- / rt. ,1^' st® ' ,# H®' 6 Mo LIS Donnerstag, den 17. Mai 1877. Uchener WKger AiiBze- uni AMsdktt für iirn Kreis Gießen. Erscheint tSglich mit Ausnahme deS MontagS. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringcrlohn. Expedition: Schul straßs, Lit. B. Nr. 18. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. MWWL Uli. ———M——1BSaMatKJtMin*irffUMtmMP?VSSE I "I 'RH l'lffl II1—) Amtlicher J 6 eit. Gießen, den 12. Mai 1877. Betreffend: Die Ausführung des Gesetzes über das Besteuerungsrecht der Kirchen- und Religions-Gemeinschaften. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen Ai die Großherzoglichen Bürgermeistereien Allendorf a. d. Lahn, Heuchelheim, Klein-Linden, Langd, Ober-Bessingen, Rabertshausen, Reinhardshain und Rödgen. Unsere Verfügung vom 25 Januar l. I. — Anzeiger No. 23 — haben Sie nunmehr unfehlbar binnen 8 Tagen zu erledigen. v. Röder. politisch Deutschland. Berlin, 14. Mai. Der russische Bolschafier in London, Graf Schu- troloff, welcher gestern den Fürsten Bismarck in Friedrichsruh besuchte, hatte bald nach seiner Ankunft dahier mit dem hiesigen russischen Botschafter v. Oubril eine Besprechung, wird heute vom Kaiser empfangen und morgen Vormittag nach P tersburg abreisen. Berlin, 14. Mai. Graf Schuwaloff verweilte heute Vormittag längere Zeit bei dem britischen Botschafter, Lord Russell, und hatte darauf eine Besprechung mit dem russischen Botschafter v. Oubril. Die Audienz bei dem Kaiser währte von 2^ bis 3 Uhr. Später fuhr Schuwaloff bei Feldmar- ichall v. Manteuffel und Staatssecretär v. Bülow vor und speiste bei Oubril. Borge" früh erfolgt seine Abreise. Köln, 14. Mai. Der „Köln. Ztg." wird aus Athen vom Gestrigen tclegraphirt: Schüler der Ecole frangaise (Tarchdologie d1 Athenes, welche auf Milo Ausgrabungen vornahmen, fanden einen Arm mit Spiegel aus, der sich als Ergänzung der Venus von Milo im Louvre darstellt. Hesterreich. Pesth, 14. Mai. Im Unterhause beantwortete der Minister-Präsident v. Tisza die Interpellation Jranyi's wegen Vorlegung von auf die orientalische Frage bezüglichen Actenstücken dahin, daß solche seiner Zeit den betr. Vertre- klingskörpern — den Delegationen — vorgelegt werden sollten. Auf die Jn- tttpellation Csatars über die in Congreß-Polen bei der gewaltsamen Bekehrung römischer Katholiken begangenen grausamen Handlungen antwortete Tisza, es ski nicht seine Aufgabe, sich in die inneren Angelegenheiten fremder Staaten zu mischen; solche Einmischung wäre eine Absurdität. Auf eine Interpellation betreffs der in Agram vorgesallenen Demonstrationen erwiderte derselbe Minister : Erzherzog Albrecht wurde in Agram officiell empfangen; die vor seinem Hotel aufgestellte bürgerliche Musik-Capelle spielte verschiedene Stücke, darunter such eines, das von einigen Zuhörern für die russische Volkshymne gehalten ttunbe; der Capellmeister erklärte hierauf, es sei ein von ihm selbst componir- tfs Stück, das übrigens der russischen Hymne ähnlich sei. Die croatischc Ltudentenschaft wollte dem Erzherzog eine Adresse überreichen, welche dieser jedoch nicht annahm. Das Haus nahm alle diese Beantwortungen zur tienntniß. England London, 14. .Mai. Im Unterhause erklärte Unter-Staatssecretär Vourke auf Veranlassung von Dilke, er glaube, daß Oesterreich, Frankreich, Deutschland und Italien das russische Rundschreiben noch nicht beantwortet haben. Derselbe erwiderte aus eine Anfrage von Harcourt: Die Regierung hat Maßregeln getroffen, die Verletzung der „foreign enlistment act“ zu ver- . hindern, nachdem sie in Erfahrung gebracht, daß ein für Rechnung der Pforte in England.erbautes Panzerschiff demnächst der Pforte übergeben werden sollte. - Eine Anfrage Gourley's beantwortete der Schatzkanzler Northcote dahin, laß, da Aegypten einen Tbeil des türkischen Reiches bilde, Rußland das Recht habe, die ägyptischen Häfen zu blokiren, Aegypten anzugreifen und für Aegypten hesrimmte Kriegscontrebande in Beschlag zu nehmen. Ferner erklärte Bourke auf Erkundigung von Rylands, das Gerücht, England und Oesterreich hätten sich zu einem Protest gegen die Unabhängigkeits-Erklärung Rumäniens geeinigt, lei unbegründet. Unter-Staatssecretär Lowther bestätigte die Einverleibung des Transvaal-Landes. Welgien. Brüssel, 14. Mai. Eine Correspondenz des „Nord" aus Petersburg führt aus, Rußland verfolge im gegenwärtigen Kriege als einzigen Zweck die Verbesserung des Looses der christlichen Unterthanen der Pforte. Wenn Rußland beim Ausgange des Kampfes umfaffendere, und namentlich wirksamere Garantieen für diese Verbesserung verlangen sollte, so dürfe Europa dabei nicht an angebliche ehrgeizige Absichten Rußlands denken, welche man ihm ohne Grund unterstelle. Rußland werde nach dem Kriege einen neuen Beweis seiner Mäßigung geben, indem es mit den Mächten über die Bedingungen zu Rathe Dhe, welche der Pforte aufzuerlegen seien, um neuen Greuelthaten vorzubeugen. er H h e i L Italien Nom, 14. Mai. Die Deputirten-Kammer hat den Antrag Bertani's, die Verwaltung der Civilliste unter die Controle des Parlaments zu stellen, verworfen und den Gesetz-Entwurf betreffs Modificationen der Civilliste mit 202 gegen 56 Stimmen angenommen. — Der Gesandte Graf Corti ist nach Konstantinopel abgereist. Rußland. Petersburg. Die polnischen Blätter in Galizien ermuntern zur Theilnahme am Kampfe gegen Rußland und zum Eü.tritte in die polnische Legion. Die „Gazeta Narodowa" schreibt: „Dem polnischen Volke müßte jede Existenzberechtigung abgesprochen werden, wenn es bei dem gegenwärtigen wichtigen Anlasse, da sich beinahe die ganze Welt zur Eindämmung der Russenmacht zu vereinigen sucht, den Ereignissen gleichgiltig Zusehen würde." Ein Wiener Cor^ipondent der Berliner „Tribüne" schreibt: „Ich bin in der Lage, Ihnen interessante Vorgänge aus dem polnischen Lager zu erzählen, für deren Authen- ticität ich mich vollends verbürgen kann. Am 4. d. Mts. wurde in Lemberg in einer geheimen Versammlung die Politik der Polen im türkisch-russischen Kriege festgestellt. Es kam ein neuerlicher Ferman des Sultans zur Verlesung, in welchem sich der türkische Souverain verpflichtet, polnische Freiwillige auf Kosten der Türkei auszurüsten, zu bewaffnen, um sie unter polnischer Standarte mit polnischem Commando gegen Rußland kämpfen zu lassen. Es wurde nun der Beschluß gefaßt, in dem ganzen ehemaligen Königreich Polen Filial-Comitäs zu gründen, mit dem Zwecke, ein polnisches Armee-Corps anzuwerben- Die Freiwilligen versammeln sich in Kars (?) und die polnischen Agitatoren geben sich der Hoffnung hin, eine Armee von mindestens 80,000 Mann zusammenzubringen. 6000 Mann sind bereits nach Kars abgegangen, und in kürzester Zeit dürfte Graf Plater Namens des Geheimen National-Comit^s mit einer Proclamation an die Polen hervortreten. Von einer Jnfurgirung Polens wurde mit Rücksicht aus Oesterreich vorläufig abgesehen. Man will die österreichischen Grenzen nicht beunruhigen, da man polnischerseits die ernste Absicht- Hat, mit Oesterreich in Frieden zu leben, denn das Endziel der polnischen Bewegung ist die Errichtung einer Habsburgischen Secundogenitur in Polen mit dem Bruder des Kaisers Erzherzog Karl Ludwig. Ob die Bewegung der Polen sich der Unterstützung der österreichischen Regierung erfreut, sei dahin gestellt, allein es hat den Anschein, als ob Oesterreich dieselbe gewähren läßt, denn sonst wäre es nicht möglich, daß in Lemberg ein, wenn auch geheimes, Comitö tagte; es wäre die Absendung von Freiwilligen nach der Türkei in den Massen, wie sie proponirt scheint, nicht durchführbar, nicht denkbar. Daß aber Beschlüsse, wie die oben erwähnten, gefaßt worden, ist unzweifelhaft; dem Verfasser dieser Zeilen ist ein Theil der Personen, die an der Lemberger Versammlung Theil nahmen, wohl bekannt — es sind auch Polen aus Wien, jedoch keine Abgeordneten darunter — nähere Angaben über die betheiligten Persönlichkeiten verbietet vorläufig die Discretion." Amerika. New-Uork, 13. Mai. Der Capitän des hier eingetroffenen Dampfers „City of Richmond" sprach am 8. Mai in der See die „City of Brüssels" an, welche die Schraube verloren hatte und unter Segel nach Liverpool ging. Washington, 10. Mai. Heute wurde in Philadelphia in Gegenwart des Präsidenten und unter Anwesenheit von etwa 100,000 Personen aus allen Theilen des Landes die ständige internationale Ausstellung eröffnet. Der orientalische Krieg. Rustschuk, 12. Mai, Abends. Bei der Kanonade der Russen gegen die türkischen Stellungen bei Turtukat schlugen einige Kugeln in die Wohnung des Gouverneurs. Viele Fremden verlassen Rustschuk. Bukarest, 13. Mai. Die rumänische Armee unter dem Commando des Fürsten soll, onrch 25,000 Russen verstärkt, dazu^bestimmt sein, bei Kalafat den Uebergang über die Donau zu versuchen. Die Anzeige von der Kriegs- Erklärung Rilmäniens gegenüber der Pforte ist heute den hiesigen General- Consnln der Mächte übergeben worden. Petersburg. Wiewohl der Operationsplan der Russen bis nun in ein tieses Dunkel gehüllt erscheint, jo kann man jetzt doch schon die Dermuthung aussprechen, daß der Uebergang über die Donau an zwei verschiedenen Punkten bewerkstelligt werden wird. Die Vorbereitungen zum Uebergange nach Ost' Bulgarien, bezw. in die Dobrudscha, sind bereits mit der in Jsmail-Kilia-Reni- Galatz-Barboschi-Jbrajla concentrirten Heeresmacht von 60,000 Mann vollkommen getroffen. Dieser russischen Macht gegenüber befinden sich soeben in Jnsaktscha und Tultscha nach zuverläßlichen Daten blos 15,000 Mann Türken. Die Annahme, daß die Ruffen hier den Uebergang zu bewerkstelligen versuchen werden, wird durch das Factum bestätigt, daß die russische Heeresleitung in Scherbescht am Szerethfluß eine sehr zweckdienlich construirte Brücke anfertigen ließ. Diese Brücke wird mittelst eines kleinen Dampfers aus dem Szeretfluffe in die Donau gebracht werden. Der Uebergangspunkt wird muthmaßlich zwischen Galatz und Jbrajla gegenüber dem am jenseitigen Donau-Ufer liegenden türkischen Dorfe „Azakli" gewählt werden. Letztgenanntes Dorf steht setzt durch Austritt der Donau unter Wasser; seine Bewohner, Türken und Bulgaren, haben es gänzlich geräumt. Sobald nur ein Theil der Ruffen dort Fuß gefaßt haben wird, werden sie sich unverweilt verschanzen, wozu ihnen die Bulgaren hülfreiche Hand bieten werden. Der zweite Uebergangspunkt nach West-Bulgarien wird aller Voraussicht nach bei Giurgewo statlfindeu. Nach Aeußerungen höherer russischer Militärs wird die Donau-Armee bis Mitte Mai auf 300,000 Mann completirt sein, wobei die Reserve-Armee von 120,000 Mann nicht mit eingerechnet ist. Wien, 14. Mai Dem „Tageblatt" wird aus Braila vom 13. Mai telegraphirt: Heute sind drei russische Dampfbarkassm nebst einem Schleppschiff über die Donau in den Canal von Matschin eingesahren und haben von den in Getschit lagernben Kohlenvorräthen der türkischen Donau-Flottille zwanzig Tonnen aufgeladen, welche sodann, ohne daß die türkischen Monitors sich dem widersetzten, nach Braila transportirt wurden. Bukarest, 14. Mai. Heute früh 2 Uhr versuchten die Türken nahe bei Giurgewo vor der Mocan-Jusel auf sechs mit Truppen bemannten Schiffen den Uebergang über die Donau. Auf das Alarmschlagen der rumänischen Vorposten eilten von Giurgewo Verstärkungen herbei und zwangen nach längerem Gewehrseuer die Türken, sich zurückzuziehen. Wien, 14. Mai. Der „Polit. Corresp." wird aus Bukarest vom Heutigen telegraphirt: Großfürst Nicolaus trifft heute in Plojesti ein, wo er von den Ministern Bratiano und Cogalniceano empfangen wird. Fürst Karl begibt sich heute gleichfalls nach Plojesti; unweit dieser Lftadt cantonniren zwei vollständig ausgerüstete bulgarische Brigaden mit Geschützen. Die rumänische Regierung hat mit der Banque de Roumanie ein Uebereinkommen abgeschloffen wegen Zahlung des Juli-Coupons der mit dem Bankhause Oppenheim contrahirten Anleihe. — Die „Presse" meldet, daß bei Kalafat 15,000 Rumänier concentrirt seien. Derselben Zeitung wird aus Konstantinopel geschrieben, daß die Pforte asiatische Beduinen für ihre Kaukasus-Armee aufbiete. Konstantinopel, 14. Mai. Ein amtliches Telegramm bestätigt die Explosion des türkischen gepanzerten Monitors „Luti Djellil", welche durch einen Zufall verursacht sei. Der Monitor sei untergegangen, und nur ein ein ziger Mann gerettet. Die Rnffen fahren eifrig fort, bei Kalafat Batterien zu errichten. Berlin, 15. Mai. Die Kaukasus-Völker im Rücken der russischen Armee haben rebellirt. Die Abchasier haben sich gegen die russische Herrschaft empört. Die Feldtelegraphcn-Leitungen wurden von den Aufständischen zerstört. Seit dem 12. Mai werden die Forts an der russisch-abchasischen Küste heftig bombardirt. — Kalafat ist gänzlich zerstört. — Iskender Khan ist in Konstantinopel eingetroffen und hat die Dienste Afghanistan's dem Sultan angeboten. Türkische Panzerschiffe sind vor Odessa erschienen. — In Konstantinopel ist der Fleck-Typhus ausgebrochen. Petersburg, 15. Mai. Vom asiatischen Kriegsschauplätze sind folgende Meldungen eingelaufen.' Alexandropol, 12. Mai. Eine 700 Mann starke, aus Bergbewohnern bestehende türkische Kavallerie - Abtheilung ist aus Kars geflüchtet, deffen Bevölkerung verlangt, daß die türkischen Truppen den Ruffen entgegenrücken. Achalkalaki, 12. Mai. Am 5. u. 10. d. sind Recognosci- rungen vorgenommen worden. Ardahan. 9. Mai. Bei einem Geplänkel mit türkischer Infanterie, welche einen Ausfall ans den Befestigungen machte, zog sich der Feind nach einigen Schüssen unserer Artillerie zurück; wir hatten keine Verluste. Poti, 12. Mai. Der russische Dampfer ..Constantin" ist zur Beobachtung der türkischen Schiffe aus Sebastopol hier eingetroffen. Konstantinopel, 15. Mai, Morgens. In der Dobrudscha, wohin ein russisches Corps, bestehend aus Infanterie, Kavallerie und Artillerie, nach Ueberschreitung der Donau bei Potbachi eingedrungen, ist es zum Kampfe gekommen. Vermischtes. — Ein lachender Defraudant. Der Platzläufer Mathias Despanser zu Wien ist nach Veruntreuung eines Geldbetrages von 45 Fl. flüchtig geworden. In dem bezüglich an die Polizüdirektionen gerichteten Cirkular wird als besonderes Erkennungszeichen des Defraudanten angegeben, daß er die Gewohnheit habe, „bei jeder Gelegenheit zu lachen." — Ein reparirter Storch. In der geologischen Grotte des Berliner Aquariums erregt augenblicklich ein Storch viel Aufsehen. Derselbe hatte sich bei irgend einer großen Storchrauferei die obere Schnabelhälfte zertplittert, beziehungweise abgebrochen. In diesem Zustande der Verwundung ist er aufgefunden worden und er würde dem icheren Hungerkode inmitten aller Frösche und anderer fetten Bissen verfallen sein, rann ihm nicht ein geschickter Chirurg bcigesprungen wäre und ihm ein neues Odertheil des Schnabels aus Blech gemachi hätte; die Operation ist so gut gelungen, daß F eund Langbein mit seinem Blechschnabel alle Funktionen eines gebildeten Storches ausführen kann. — Eine Krokodiljagd im bayerischen Hochgebirge dürfte auch noch nicht dagewesen sein! Am Jmmenstälter Maimarkte ist eines der dort zur Schau gestellten Krokodile — das größte, 4 Fuß lange — durchgebrannt und hat eine ^chwimmtour unternommen. Der Eigenthümer verspricht dem Glücklichen, welchem der Fang dieses Rep» ttls gelingt, eine hohe Belohnung; er gibt dabei folgende Verhaltungsmaßregeln: „Das Thier ist nicht giftig und kann ohne Gefahr am Genicke und Schweife gehalten werden. Bis zur Abholung möge man dasselbe in lauwarmem Wasser baden und mit rohem, in Streifen geschnittenen Fleisch füttern." Wenn er des Flüchtlings wieder habhaft wird, kann der Mann mit Recht die Firma erweitern und schreiben: der schrecken des Nil, der Aach und der Iller, was auf die Landbewohner sicher einen besonderen Eindruck wachen wird. Berlin. Die Gewohnheit, sich auf offener Straße die Cigarre in der Weise anzuzünden, daß man beim Benutzen von schwedischen Streichhölzern daS Schächtelchen bis zur Hälfte aufschtebt und sie, um die Flamme vor dem Ausloschen zu schützen, in Den entstandenen leeren Raum steckt, hat ein Herr schwer büßen müssen. Bisher war ihm dies Kunststückchen stets gelungen, ohne em Unheil anzurichten: Als er jedoch gestern wiederum das Hölzchen in Brand setzte und sofort in die Schachtel steckte, entzündeten sich die übrigen „Schweden" und eine helle Flamme schlug ihm in's Gesicht. Dertelde hatte anscheinend erhebliche Brandwunden erlitten und mußte mittelst Droschke nach seiner Wohnung befördert werden. — Die kleine Erfrischung. Wer sollte Schwarzenborn nicht kennen? Schwarzenborn ist im weiland Kurhessischen dasselbe was im Darmstädtischen Griesheim, in Sachsen Schilda, in Braunschweig Schöppenstedt, in Bayern Weilheim, in Schlesien Polkwih, in ganz Deutschland Krähwinkel ist, nämlich derjenige Ort, von dem all die schönen Stück.ein erzählt werden, welche seit Jahrhunderten die Spottoögel vieler Herren Länder auszuhecken vermocht haben. An allen diesen Orten hat man bekanntlich Heu- wclter in der Apotheke gekauft; hat das Sonnenlicht mit Säcken in das neue Rath, haus getragen, als man an demselben die Fenster anzubringen vergessen hatte; hat Käse gesäet, aus welchem Ochsen ausgehen sollten und einen Kürbis für ein Pferde-lsi gehalten, welches der Schulze ausbrühen sollte, und wie die Stücklein sonst noch alle heiß-n, bis herab auf die neuen Stiefel, aus denen Pantoffeln geschnitten wurden. Ein lustiges Stücklein haben aber die Schwarzenborner vor allen anderen Spießbürgern der weiten Welt voraus, nämlich folgendes: Auf einer Rundreise durch fein tanb wollte der Kurfürst auch nach Schwarzenborn kommen. Er verbiete sich jedoch, hat er hinschreiben lassen, alle Empfangsfeierlichkeiten, nur eine kleine Erfrischung wolle er a, - nehmen. Diese landesherrliche Willensäußerung verursachte den guten Schwarzw- bornerr. kein geringes Kopfzerbrechen. Auf die Ehrenpforten und Blumenguirlanden, nebst Böllerschüssen und Festjungfrauen hätten sie ja gern verzichten wollen, wenn nur herauszudringen gewesen wäre, was der Herr mit der „kleinen Erfrischung" eigentlich meine. All die vielen Magistratssihungen hat das Wirrfal in den Meinungen über diesen Punkt nur noch vermehrt Auch der Herr Präzeptor des Städtchens, ein Mann, der für gewöhnlich Über alle möglichen Dinge und sonst noch Einiges Auskunft geben zu können vermeinte, war mit seinem Latein zu Ende. „Fmsterniß bedeckte das Erdreich Ui.d Dunkel die Völker." Welch ein Segen deshalb, daß Emerentia, die tugend- begabte Hausfrau des Schulzen, auch diesmal, wie schon oft, die Schwarzenborner Rathsherren zu erleuchten vermochte! „Was setd ihr doch für Männer — sprach eines Tages Frau Emerentia — denkt ihr denn gar nicht daran, daß der Herr Kurfürst ein sehr dicker Herr zu fein geruhen und daß alleweil die Hundstage sind? Der Herr Kurfürst wollen hier in Schwarzenborn ein wenig Abkühlung finden, daß Hochdieseiben wieder frisch werden in der argen Hitze." . . . „Nichtig, so ist's", bestätigte hocherfreut der eheliche Hausherr der klugen Frau Emerentia, „und nun weiß ich auch schon, wie das zu machen/ist. Wir thun die große Feuerspritze heraus."--Der Tag ber landesherrlichen Ankunft war gekommen. Die ganze Stadtgemeinde war auf dem Marktplatz versammelt, woselbst im einzigen Gasthof des Städtchens das Absteigequartir fü: Den Kurfürsten bereitet war. In einiger Entfernung von der Menschenmenge, mitten auf der Straße, stand, wohlgeladen, und mit den kräftigsten Männern der Stadt zum baldigen Dienste besetzt, die große Feuerspritze, obenauf der Schulze, zum Kommando geschickt. „Aber das sage ich euch" ermahnte er zum zehnten Male die Spritzenmann- jchaft — „daß ihr nicht eher loslaßt, als bis ich kommandire: Fertig! Los! Und daß ihr mir nur genau zielt!' Endlich nach Stunden gespannten Harrens eilten albern- los die aufgestellten Posten, laut rufend. „Er kommt! er kommt!" — Und er kam Behaglich in die Kissen seines offenen Kutschwagens zurückgelehnt, seine Meerschaum« pfeife rauchend und sich mit dem ihm gcgenübersitzenden Adjutanten in heiterer Stimmung unterhaltend, war der Kurfürst auf dem Marktplatz angelagt, auf vierzig «vckritte Entfernung etwa von der Feuerspritze. Die Glocken läuteten, die Häupter entblößten sich und donnernd erschallte der Jubelruf: „Vivat hoch, der Herr Kurfürst soll leben!'1 Mitten im Hochrufen kommandirte der Schulze: „Fertig! Los! Und es ging los; als ob sich wie einst zu Noah's Zeit die Schleußen des Himmels aufgethan hätten, so ergoß sich, wohl gezielt, in doppeltem Strahl Wasserwege auf Wasserwoge über das Haupt des nichtsahnenden Kurfürsten; eine Sündfluth im Kleinen Die Kutsche glich im Handumdrehen einer bis zum Ueberlaufen ungefüllten Badewanne; die erfrischende Abkühlung war eine gründliche. Vor Schrecken starr und unter dem Wasser sch walle fast erstickend; konnte der Kurfürst nur mit Mühe stöhnen: „Herum Kutscher, herum!" Wie ein Kreisel drehte sich die Kutsche und sauste davon, daß die Funken aus dem Pflaster [toben. Der Schulze rief: „Brav ihr Männer! Von vorne hat er genug, jetzt von hinten bi auf." Das Volk aber schwenkte die Mützen und jubelte hinter dem fliehenden Landesherrn her: „Hurrab, der Herr Kurfürst soll leben hoch! und noch einmal hoch und abermals hoch! Das ist die wahrhaftige Geschichte von der „kleinen Erfrischung" zu Schwarzenborn.», Am 20. Mai, Pfingstsonntag, um 9 Uhr: Altkathoiischer Gottesdienst in der Hospitalkirche. Der Vorstand. Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. Generalversammlung des Spar- u. Vorschuß - Vereins Groh-Kuden (eingetragene Genoffenschaft) Dienstag den 22. Mai, Mittags 2 Uhr, aus dem Gemeindehaus zu Groß-Linden. Tagesordnung: 1) Abhör der Rechnung. 2) Ergänzungswahl des Aufsichtsraths. Groß-Linden, am 15. Mai 1877. 2801) Zörb, Director. Bekanntmachung. Die Hebregister für die Communalsteuer pro 1877 für die Gemarkungen Gießen und Schiffenberg liegen 8 Tage lang zur Einsicht dahier offen. Gießen, den 15. Mai 1877. (2802 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. A. Bramm. 1813) Mein Lager in allen Sorten Pinseln, Der golderartikeln, Spachtelmeffern, Maferwalzen rc., empfehle bestens. Emil Eis c* h b a ch. srsrs gfo.1' Lf btt 6*'° L'tMT-" fflSg 3) ouf i".Ak der'M^ 4) auf der öhj j afaeii2anjW AM W ."itßtiier 5) auf derStra Tonntrm'1 qt°r 9 Uhr j bahn-Wductr 6) auf dr°U f-ich'N Freita Morgens s t etWiM Die reip. OE Ttitn werben erfuc im Jnttksse ihrer fonnt machen j'.' (Rieften, dm H Grofcherzogliche' In M. Vahl, Donners Nach soll auf btWfli stiick des Karl als: Flur II/261287 s Flur Il/t, 1287 ’ mciftbieicnb ver Gießen, den ' Großherzogli Freitag ben 18. wirb in ber $rai und Lagerholz, 1 ( thor, 2 große Le jlddj baarc Zahl W7) An 2786) Täglich 2783) Gin schönster Lage, bei Hosg.-Advc 2'78iT^iT lrichendolz, ein! bad von Z'nj, braunem Rips, gebrauch Schreibpulte, sj t Unten, mir ßu Ochs ?tr Pf-, «« Bat UM! Hastkiil Serbin Min bn , ^etzener Ac 2745) ."Ws fih6eiib tinf n DerfaLÖi6tbt ,tlIt neues Hh ® Ner bfilten wt er befanS? unb t eitern ttWM «leb *S* k er lieber Ls-M ;, um 9 Uhr: toH 1 Mt kennen? Srf)mnr.. 7L-N E.Z5 , " Wbeim, in Schi^ bieS^nH "ÖOn b(m°u: ö,Mottooflel vieler^ UQl m1Dn bekanntlich Hi A-N in batz neue £ rmgen vergessen batte; | Erdis für ein Pferde dir Stücklein sonst not:. w®tiUn geschnitten wurir Mn anderen Spießbürcr ^rchreise durch fein tr :r verbiete sich jedoch, hct- eme Erfrischung wolle er: -chte den guten SchM- len und ^lumenguulöcic verzichten wollen, wenn r. innen Ersrlschung" eigeM al in den Meinungen 6k r des Städtchens, emfc 'och Einiges Auskeinst M finsterniß bedeckte d--A daß Emerentia, tit/i/m n oft, die SdjtDitjaiwr i für Männer - M (inti i, daß der Herr W m ibetagt finb? g finbtn, bafe Hschditß^ iß’i", betätigte m nwfe fdj and) schon, r u8."--Der Tag, l. leinbe war auf brrnMait dn mß ;tn Männern der Stadt r- ir SLulze, zum Äomrrar itni Male die Spnheinr ibire: Fertig! Los! lMi nnten Harrens eilten M er kommt!" - Unb i» lckaelehnt, feine ilsjutanten in beiterer,^; angelagt, auf olerz'«^ tten die Häupter entiLP „r Herr Kurfürst soll ! Los! Uno es ging nels aufgelban hatten, h - . auf WassE b» n Kleinen DteKuichU ?• K , (X Ht Junta ", »«Pi Ben unb jn ,, unb t ; äS « V-r«** Feinste (2208 Kleefarnen, Grassamen empfiehlt 2742) über 5) «) 2782) des 2650) Äug. Ilaubaeli. 2305) Für Gastwirthe I. Retter Öl (360 Pftteiit- QOOi ä 90 ä 95 ä 80 empfiehlt 2410) billigst 2745) S. Äatzenftein, Holzbandlung, Gießen Das Verkaufslocal befindet sich im Hause des Herrn Metzger Seng, Seltersweg. E. Schmall, Frankfurter Hof 2776) Frische Hefe bei J» lueiiii. Wallthor. Wilhelm Seibert Marktstraße. Flaschenbier Verkauf. Lagerbier der Herren Förtsch u. Jost, Lagerbier der Herren Gebr. Lotz, Gießener Actienbier (Export), 4m ganzen und halben Flaschen empfiehlt 2792) Einem geehrten Publikum die ergebene Anzeige, daß ich von heute an Wein in Flaschen aus Herrn C. Weber’s Keller in Bingen Nächsten Samstag Abend den 19. Mai r Schluss 2 empfehlen: Billardbälle in Hartgummi und Elfenbein, in jeder Größe, Billardkreide, per Dutzend zu 45 „ in Holzsutter mit Gummiunterlage, sowie Aalhaut oder Glaspapier zum Abrauhen der Queuelever, Billardleder nebst Klebstoff, in Schachteln ä 100 St., Bockholz Kegelkugeln, Kernholz ohne Splint», in jever Größe, fertige Kegelfpiele Ebenso besorgen wir das Abdrehen von Kegeln, Kegelkugeln und Billardbällen, sowie alle Reparaturen an sonstigen Billardutensilien, prompt und billig. 2337) Moritz Gregor! abcn. _ Die »el «an solgenden Tas Sie It selbst bereit bal jU 1 ,»r r» 5 Einem verehrt. Publikum zur Nackricht, daß ich einem schon lonq gehegten Wunsche nachgekommen bin, und vom 2. Pfingstfeiertage an (Bier-Fression) Bier im Glase täglich zu haben ist (3/e Lir.). 474) An- und Verkauf von getragenen Kleidern, Stiefeln, Hemden, Weißzeug, Betten, Gold und Silber, außer Cour» gesetztem (Selbe, alten Oelgemälden, Antiquitäten, Kupfer, Messing, Zinn, Roßhaaren, Werg, Möbeln rc. bei Louis Rothenberger, Neuenweg 193. ______neben dem „Gasthaus zum Löwen^. Es teil bcr Grohhnzog Gil Ein möblirtes Zimmer zu vermtethen. 2752)Kreuz, Lit. B. 114. Wvhnuttgs Veränderung. 2785) Von beute ab wobne ich im Hause des Herrn Schlofiev- meister Ch. JVoIl in der CaplanSgaffe. Gießen, den 16. Mai 1877. Die Ai I hinreicht, um bv Falls i ibies alsbald an. Nach t und es würde \ Achtungsvoll Wilf». Wewsel stets im Saale Hall, "jkc Ferner mache ich ein verehrl. Publikum darauf aufmerksam, Glase, per Liter 1 Mk. und per Vir-Liter 50 Pfg., verzapft wird, Saison bestimmten sänimtHcheii Weine aufmerksam zu machen. 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