JWo» Mittwoch, den 17. Januar 1877. (Wljcucr WiWx Anreize- eei Amtsblstt fir iti Kreis Gießen. Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagA. PreiA vierteljährlich 2 Mart 20 Pf. mit Bringerlohn. Expeditionr Schulstraße, Lit. B. Nr. 18. Durch die Post bezogen Vierteljährlich 3 Mark M Pf. Amtlicher Hßeit. Gießen, am 15. Januar 1877. Betreffend: Gesuch der Frankfurter Hypothekenbank um Zulassung der von ihr ausgegebenen Pfandbriefe zu Kapitalanlagen der Gemeinden-, Kirchen- und Stiftungsfonds. Das Großherzogliche Krcisamt Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien. Nackdem zufolge Verfügung Großherzoglichen Ministeriums des Innern vom 6. Mai 1873 die Anlegung von Kapitalien der Gemeinden, Kirchen- und Stiftungs-Fonds in Pfandbriefen der Süddeutschen Boden-Creditbank zu München genehmigt worden ist, ist nun zufolge Verfügung Großherzoglichen Ministeriums des Innern vom 4. l. M. die gleiche Genehmigung hinsichtlich der Pfandbriefe der Frankfurter Hypothekenbank ertheilt worden, wovon wir Sie zu Ihrem Bemessen hiermit in Kenntniß setzen. v. Röder. Gießen, am 13. Januar 1877. Betreffend: Armenkrankenpflege. Das Grvßherzogliche Krcisamt Gießen an die Großberzoglichen Bürgermeistereien. Nach § 19 pos. 7 der Allerhöchsten Verordnung vom 28. December v. I , betreffend die Aushebung der Ober-Medicinal-Direction 2C., ist die Verpflichtung der Kreisärzte zur Behandlung der armen Kranken in Wegfall gekommen und nur in denjenigen Fällen, wo eine Gemeinde nicht im Stande ist, durch Vertrag mit einem praktischen Arzte für die ärztliche Behandlung ihrer Armen genügende Fürsorge zu treffen, kann der Kreisarzt von seiner vorgesetzten Behörde für verpflichtet erklärt werden, jene Behandlung gegen entsprechende Vergütung aus der Gemeindekasse zu übernehmen. Indem wir Sie in Gemäßheit Ausschrcibenö Großherzoglichen Ministeriums des Innern vom 6. l. M. hierauf, aufmerksam machen, sehen wir innerhalb 14 Tagen Ihrer Vorlage darüber entgegen, in welcher Weise in Ihren Gemeinden für die Armenkrankenbehandlung gesorgt ist. Sollte in einzelnen Fällen die ausnahmsweise zugelasseue Vetheiligung des betreffenden Kreisarztes an der ärztlichen Behandlung der Armen erforderlich erscheinen, so wollen Sie dies angeben. • v. Röder. politisch Deutschland. Darmstadt, 13. Januar. Die zweite Kammer wird nun doch nicht, wie früher beabsichtigt, am 22. d. M., sondern erst später und zwar wahrscheinlich am 29. d. M. zusammentreten, indem der Druck ausführlicher Berichte, insbesondere des Finanz-Ausschusses, vorerst noch beendet werden mich. Ter Petitions- und Beschwerde-Ausschuß wird sich am 19. d. M. zur Er- ledigung zahlreicher Angelegenheiten, und zwar für mehrere Tige hier eilifinden. — Abg. Heinzerling hat mit neun Genossen einen Gesetz-Entwurf wegen Auf- hebuug der althessischen Verordnung vom 29. Juli 1791 über die zwangsweise Abtretung benöthigter Bau'Plätze zum Neubau von Häusern eingebracht. Diese Verordnung, der Ausfluß eines wohlwollend absolutistischen Regierungs-Systems, gewährte, um das Bauen zu fördern, eine Zwangs-Entäußerung zu Privat- Bauten und paßt jedenfalls nicht mehr in die heutige Zeit, die, abgesehen von den Fällen, wo das Eigenthnm zn öffentlichen Zwecken in Anspruch genommen wird, volle Unverletzlichkeit des Grund-Eigeulhums verlangt. In Rheinhessen kennt man eine solche oder ähnliche Vorschrift nicht. Dem Antrag sind ausführliche Motive beigefügt. Darmstadt, 14. Januar Die amtliche Ermittelung hat folgende Resultate der am 10. d. Mts. im Großherzogthum Hessen 'statlgehabien Wahlen zum Reichstage ergeben: 1. Wahlkreis (Gießen, Grüuberg, Nidda.) 13,139 abgegebene Stimmen. Gewählt ist Frhr. Adalbert v. Nordeck zur Rabenau auf Friedelhausen mit 9167 Stimmen gegen Georg Zimmer zu Winnerod mit 2513 Stimmen und Wilhelm Liebknecht zu Leipzig mit 1431 Stimmen. 2. Wahlkreis (Friedberg, Vilbel, Büdingen.) 10,927 abgegebene Stimmen. Gewählt ist Dr. Bernhard Schröder zu Worms mit 8855 Stimmen gegen Oberrechnungsrath Back6 zu Darmstadt mit 1400 Stimmen und Hof- gerichts Advocat Curtman zu Friedberg mit 523 Stimmen. 3. Wahlkreis (Alsfeld, Lauterbach, Schotten.) 11,092 abgegebene Stimmen. Gewählt ist Eduard Wadsack in Alsfeld mit 7740 Stimmen gegen Graf Friedrich zu Solms-Laubach mit 2110 Stimmen, Theodor Kübel in Herbstein mit 330 Stimmen und Eugen Richter in Berlin mit 298 Stimmen. 3. Wahlkreis (Darmstadt, Groß-Gerau.) 12,190 abgegebene Stimmen. Es sielen auf Fabrikant Wilhelm Büchner zu Pfungstadt 4672 Stimmen, guf Geb. Obersteuerrath Welcker zu Darmstadt 3679 Stimmen, auf Johann Most zu Berlin 2909 Stimmen, auf Dr. Max Rieger zu Darmstadt 466 Stimmen, aus Frhrn. PH. v. Wambolt zu Bensheim-Birkenau 333 Stimmen. Engere Wahl zwischen Büchner und Welcker erforderlich 5. Wahlkreis (Offenbach, Dieburg.) 20,217 abgegebene Stimmen. Es fielen aus Redacteur Friedrich Dernburg zu Berlin 9891 Stimmen, auf Wil- helni Liebknecht zu Leipzig 5304 Stimmen, aus Nikolaus Nack6 zu M stnz 4655 Stimmen, auf Pfarrer Gustav Schlosser zn Frankfurt a. M. 271 (Stirn men. Engere Wahl zwischen Dernburg und Liebknecht erforderlich. > e r H ß e i l. 6. Wahlkreis (Bensheim, Lindenfels, Neustadt, Erbach.) 14,684 abgegebene Stimmen. Gewählt ist Georg Martin, Rentner zu Darnistadt, mit 10,627 Stimmen gegen Hofgerichtsrath Eugen Frank zu Darmstadt mir 3826 Stimmen und Hofprediger Baur zu Berlin mit 227 Stimmen. 7. Wahlkreis (Worms, Heppenheim, Wimpfen.) 15,149 abgegebene etimmeii^ Gewählt ist Fabrikant Cornelius Wilhelm Heyl zu Worms mit 10,585 Stimmen gegen Staarsrath a. D. Arnold v. Bieaeleben zu Darmstadt mit 4531 Stimmen. 8. Wahlkreis (Bmgen, Alzey, Wörrstadt.) 16,821 abgegebene Stimmen. Gewählt ist Ludwig Bamberger aus Mainz mit 12,203 Stimmen gegen Philipp Wasserburg zn Mainz mit 4456 Stimmen und Karl Julius Preetorius zu Alzey mit 149 Summen. 9. Wahlkreis (Mainz, Oppenheim.) 18,768 abgegebene Stimmen. Es fielen auf Dr. Georg Oechsner zu Mainz 9360 Stimmen, auf Dr. Christoph Moufaug zu Mainz 7465 Stimmen, auf Johann Most zu Berlin 1884 Stimmen. Engere Wahl zwischen Oechsner und Moufang erforderlich. (Darmst. Ztg.) Darmstadt, 14. Januar. Wie erheblich die Abstriche waren, welche die Stände an den in dem vorgelegten Budget vorgesehenen ordentlichen Ausgaben gemacht 'haben, erhellt aus der soeben im Druck erschienenen Zusammenstellung des Finanz-Ausschusses der zweiten Kammer. Während die Negierung an solchen Ausgaben vorgesehen hatte: 17 899,309 JL. 52 H, haben die Stände nur bewilligt 17,444,331 JL 45 H, das heißt weniger 454,978 Jl. 7 H. Von den Abstrichen entfallen auf Lasten und Abgänge 11,428 Jl., auf Pensionen 50,000 «M., auf Bedürfnisse des Großh. Hauses und Hof-Staats 31,428 «/#., auf Matricular-Beiträge 95,756 auf Gesammt-Ministerium 575 7 J4, sowie weiter 6885 JL. auf das Ministerium des Innern 88,973 JL, auf daö der Justiz 8315 «X, ans das der Finanzen 65,903 aus garantirte Ltaals-Zuscküste an Privat-Eisenbahn-Unternehmungen 100,000 Berlin, 13. Januar. Herrenhaus. Der Herzog von Ralibor zeigte telegraphisch die Annahme der auf ihn gefallenen Wahl als Präsident und sein demnächstiges Eintreffen an. Es folgte die Vereidigung neuer Mitglieder und die Entgegennahme mehrerer unerheblicher Vorlagen und deren Verweisung an Commissionen. Die nächste Sitzung ist unbestimmt. — Ein bekannter Staatsmann soll erklärt haben, er sei mit dem Ausfälle der Berliner Wahlen gar nicht so ganz unzufrieden; denn wenn die Berliner Bürger zur Besinnung kommen sollten, müßte ihnen vorher das Mester an der Kehle stehen. Erfreulich ist bei den Wahlen der Hauptstadt wenigstens, «daß die Thnlnahme lebendiger war als seit lange. Am rührigsten waren die Social-Demokrateu, deren Wahlorganisation den übrigen Parteien zum Muster dienen könnte. Von ihnen erfuhr man auch zuerst das Wahlergebniß. Sie hielten unmittelbar nach der Wahl eine große Volksversammlung auf Tivoli ab. Nicht nur war der Saal, der größte in Berlin, dickt gedrängt voll, auch draußen im Dunkeln stand eine ungeheure Menge, die auf 5000 Mann veran- des Miststätte. Vermischtes. Ach« land zu erwirken. Norde?. Spaniens ist durchaus falsch, es ist kein Anzeichen von Gährung in den nöc licheu Provinzen. nacb Nizza. London, 15. Januar. Eine Depesche der „Times" aus Calcutta de- mentirt das Gerücht, daß die Beziehungen zwischen England und Afganistan getrübt seien. Landesirrenanstalt. 16 Die definitive Anstellung des Reallehrers Dietz betr. 17. Die Oberhessischen Eisenbahnen betr. Spanien. Madrid, 14 Januar. Das Gerücht von bewaffneten Banden im Türkei. Konstantinopel. Ueber die neuen Judenverfolgungen in Rumänien berichtet der Secretär der anglo-jüdischen Gesellschaft in London, Ä. Löwy, auf Grund directer MitiPeilungen: In Vaslin wurden über 400 Personen verschiedenen Alters und Geschlechts auf Befehl des Präfekten von Gckatz mir nichts dir nichts aus Hans und Hof getrieben und aus dem Orte verbannt, weil das rumänische Gesetz Jud entschiedenste Staatsmann Europas, Der nutzlosen Wortkämpfe müde, eine Entscheidung fordere. „Morning Post", Daily Telegraph" und „Standard" meinen, Der deutsche Reichskanzler wolle dem Kokettiren Rußlands und Frankreichs einen bedeutsamen Wink erteilen; „Standard" meint dazu, Rußland werde durch Bismarck's Haltung Krieg oder einen beschämenden Rückzug wählen muffen. „Daily News" billigt ebenfalls, daß Bismarck auf den Abschluß der Stambuler Komödie dränge. — Jgnatieff kam vorgestern vertraulich auf den früheren Vorschlag zurück, daß die britische Flotte Stambul festhalte, während ein russische- Heer die Bulgarei besetze. Doch hat ein derartiger Vorschlag, trotz der von der .Times" ihm mitgegebenen Empfehlung, keine Aussicht auf Erfolg. — Der feindselige Ton der über den indischen Kaiser-Titel spottenden russischen Preffe bleibt hier nicht unbeachtet. — Tschernajeff geht dieser Tage schlagt wird. Die Sendboten der Social-Temokralen überbrachten mit großer Pünktlichkeit die Berichte aus den 369 Wahlbezirk n, die dann zusammengkstell- 1 und den draußen harrenden Schaaren proclamirt wurden. __ Die Conferenz in Konstantinopel ist noch nicht beendigt. In der nächsten Sitzung will die Türkei aus Grund der Ändraffy'ichcn Note vom 30 December 1875 unterhandeln. Aber die Mächte dringen aus eine Entschei Dung. Wenn in jüngster Zeit gemeldet wird, der deutsche Gesandte träte in leinen Forderungen an die Türkei strammer auf, als selbst der russische, so bedarf dies der Aufklärung. Als man vom deutschen Reichskanzler verlangte, er solle einen Druck auf Rußland ausüben, um es zum Kriege anzutreibeir, erklärte er sehr bestimmt, daß er nicht gedenke, auf die Entschließungen Rußlands einen Druck ausüben zu wollen. Man kann also nicht glauben, daß Fürst Bismarck feinem ausgesprochenen Grundsatz untreu geworden fei, wie es doch der Fall ein würde, wenn er Rußland zum Kriege drängte, indem er sich unnachgiebiger gegen die Türkei zeigte als Rußla.-d selbst. Allerdings ist es ,ehr zu wünschen, daß die Türkei jetzt, wo die Mächte ih e ursprünglichen Forderungen sehr her- abgemäßigt haben, sich nicht halsstarrig beweise. Unnöthig t[t es aber , daß sich gewisse Blätter für die „Ehre" der Conferenz oder wie sie sagen, für die Ehre Europas so erhitzen. Wenn Rnßla id zufrieden ist, dann muß es auch Europa fein, das im Grunde mit der Conferenz nichts anderes bezweckte, als Rußland auf friedlichem Wege zufrieden zu stellen. Hier herrscht übrigens die Meinung vor, daß Rußland mit seinen Kriegsrüstungen zu weit gegangen fei, um den Degen wieder einzustecken, und die Verhandlungen wahrscheinlich nur fortsetze, weil die Jahreszeit zur Kriegführung noch nicht geeignet. Berlin 15. Januar. In dem Befinden des Gcotzsursten Nikolaus ist ein Rückfall eingetreten, Der italienische Militär-Devöllmächtigte in Kischenew ist gestorben. Der Fleck-Typhus ist daselbst ausgebrochen. __ Don den einzelnen Ergebnissen der Wahlen zum Reichstage, welcher insgesarnmt 397 Abgeordnete zählt, sind bis jetzt 358 bekannt. Dieselben ver teilen sich folgendermaßen: In 65 Wahlkreisen muffen engere Wahlen Ra h finden; endgültig gewählt sind: 27 Conservative 27 der deutschen Reichspar ei Anaehörige, 95 National-Liberale, 18 Mitglieder der Fortschrittspartei 89 Klerikale, 10 Social-Demokraten, 11 Polen, 6 elsäffer Autonomisten, 3 Anhänger der elsäffer Protestpartei, 7 keiner Fraktion Angehörende, darunter 3 von der zur Ttraßei m 8-rfdlag. ? 3]br 167 'ou Qn nadjbemr L Doiinirstzg mX?/ ®tr' 'A'tflß I SD ÖDlflQ0 ,vl®U t-VA LtzP L'ötzs r 3*600 so uii®' v .um worl l* irnutr M •tefÄ MN'g gelb klebt, bfl kjto Zeit in her An i>gh die englischen Au B b-kc-nete ln e n< W Minister Jmt! Nschen Untertbanen b (juritiba lewobnt ba Lande jurücf, nachoev verirren hatte, außer ,r uiilflenommen hn vtlchr überredet wad auszuwandern, über welche dor den iluim dieß thun, Tonnen sie tciondere den wichltft Dleß ist hauptl tzmfian-hauseS sür d $ortebiu*6 sür Pest in Bezua auf aUboD Einrichtung von Le Touren, ols auch ihre i indessei! ungeachtet bi Littoland-Colonie zu bk EMiischunz die M8gm alle Ai 1>es Beispiel nehmen. Nicht penug d schisiantz bereits der Antwerpener Premr^ Einschiffunfl rechnen, NMsindet und die ? verschämt cn Verpfl bringen; ober daß l und dm Leinen, die ist schon r vhnb pretöpegedin ^chjünast haben 1 Kirchheim, 6. Jan. „Wer Anderen eine Grube gräbt, fällt selbst btnem- Dies Sprickwart bewahr beitet sich auch bei dem Anstifter der Dynamitexplosion, indem derselbe, ein 24jähriaer Gärtner, dabei furchtbar verbrannt und fern ^viehgeselle, em 34jährtger verheiratheter Steinhauer, der Wache hielt, nicht unerheblich verletzt wurde. Der „Sckw. Merk." selbst kennzeichnet die Bewahrung der Familie Heim als ein ^wahres Wunder." Das von den Rachsüchtigen verwendete Dynamit und Pulver war einem Fuhrmann vorn Wagen weg entwendet worden. Bei solchen Ausgeburten der Boshe t darf es den „Schw. Merk" nicht wundern, wenn unsere Zuchthäuser nickt mehraus- reichen wollen und z. B. das Landesgefängniß Rottend -rg das nicht einmal für 20i Gefangene eingerichtet ist, vor einigen Tagen deren 399 veherbergte, Leute sich Köcperverleliungen bei — Sonntafisscklagereien hatten -u Schulden kommen lassen wobei sich, wie der „Schw. Merk.' beisüqt, neuerdings das, Kompiottmaßi^ die Massenscklägerei, bemerkbar m-cht"; ferner zahlre'che „Verbrecher wider die eitt- lichkeit". Dazu kommen, da es FestunaShaft („Asperg") nicht mehr gibt, -Beamte, Studenten, Fabrikanten und Barone", kurz -Gebildete, die mit rohen Dicken zu- sanmeng'sperrt sind und die Gleichheit vor den Gesetz in einer freilich für t£r Rom- fortbebüvfnife minder angenehmen Weiie versönlick verkosten müssen- So muh! der Staat nickt nur auf Vergrößerung der Kasernen, sondern auch der Zuchthäuser siunen, da man sich nun einmal an die Verstopfung der Quellen solcher Vergehungen auf religiös-sittlichem Wege nicht ernstlich wagen will. Frankfurt, 9. Jan. Ein Frankfurter Metzger wollte seinen beiden Ladnerinnen seine äufrtebtnbeit durch ein ftnntjeS Ch'istgeich-ns au»drück,n. Er W“ vorauf Se», worauf -r sie mit vielen ankeren in den Kessel t6ai. Im Dranqe der Geschäfte °er»a« |bre löärfte unk ein Surf*e ihat sie, nachdem das gan,- Qnanium beraus wobei die «uszeichnuna der beiden Tbristklndchen verloren ging^ Stur »u wat wurde'solches bemerkt, denn eine der beiden lÄoldwürste war schon verkauft, w°brend ^ie andere --och glücklicher Weise im Laden entdeckt wurde Der Käufer dreier kostbaren Wurst hat sich bis zur Stunde noch nicht gemeldet. — (Rath^dienersä >el.) Der Rath der Stadt Leipzig hatte im Haushaltsplan für 1877 vorqesehen, die bisher unbewaffneten RatbSdiener mit P'^'baubem und Säbeln ,U nerfeben. Der betreffende Rathsb-schlutz wurde aber trotz der glanzenden Verthet- : Itauna seitens des Herrn Stadtratd S»liefen« und d-S Stadtverordneten Herrn r. Aani Blum mit ungeheuerer Majorität im Ltodtverordneten-Kollegium zuruckgewief . ; Di Debatte war reichan erheiternden Jnterme„os. Herr Dr Slum motivtrt«tu. S_ bie Nvtbwendiakeit des Säbel- für die Ralhsdiener mit dem Hinweis daraus dotz d^r Säbel im Interesse des Änseheus Autorität) der Rathsdiener undedmgt ersorde l,ch - Herr Gumpel hüt dagegen ein, d.fe es jur Erreichung dieses Zwecke« genu -en würde den RatbSdienern Södel ohne Klinten um,uha„g-n, und dofe der Rtt->«dt^er im sri'edsichen Verk-br- mit Marktwetbern, «kt-nbündeln, Kosten,ktieln :c. w°bl iAroer^ [teb tu die Lage kommen könnte, Menschenblut zu vergtetzen. Von anderer Sttte tou bc H?rrn Dr. Blum empfohlen, daß, wenn a«»- t fOH" Ä motauf ®olb?S««an »er Wl* y»* Ärs"> Mtte 'n' Plü auch befinden sich Italiener und Russen tn kleine.er Anzahl . batU"*®ian woat nicht doron ,u denken, wie es diesen armen Leuten im fremden Land. > bei einem ün^ewohnten «lima, tdeilweise ungesunden «egenden und entblößt non allen Ä Dir" Die englische Regierung hat jüngst w.eder, veranlaßt durch dos Schicksal einiger beschwindelter Colonisten, eine Warnung durch die Presse ergehen zu lassen, ^wandetunos^Comtnissions-Bevollmächtlgten sind non dem S°l°nien- Mtnister g-bet-n worden, solgend- weitere Not'z, welche dte Auswanderer, vor der Etni- gration n°» B-afiU-n warnt, Juni dieses Indres waren die Auswan- r>erun.s.v-°°Umäch,igten durch dte Regierung Ihrer M°,est«t angew eien wotden, Auswärderer not Kr Einwundnung rach Brasilien zu wainen. Es scheint bessim un- geachtet nach Berichten des Ministers Ihre, Majestät 'n Rl° de Jane r° daß Aus- w'ndercr immer noch v^n bithm Lande nach der Colonie genannt "Kittsland in die Nrovini Parana in Süd-Brasilien ziehen unb daß nach emgelaufenen Nachrichten in R'o de ^Janeiro diese Auswanderer in einer bedauernswertheu Lage find. Unter diesen Umständen sind die Auswanderungs-Eommissionäre rotcberl-olt angewiesen worden, ihre Warnung Leuten, welche angelockt wurden nach Kittoland oder irgend einer anderen Colonie in Brasilien, ousiuwander»-, zu wiederholen, damit diesdlden wohl überlegen, was ft tbun. Der Minister Ihrer Majestät in Rio bat einen Bericht vor> emem ach- run^gswerthen Ausa anderer nach Hause gesandt welcher letten Juni ««ch Kittoland etnwänderte und in Wirklickkdt bei seiner Ankunft tn der Ansiedlung fand, daß es sehr wenig Feld giebt, daß aber dorten dichte Walder seien, daß im ^^meinen gesprochen, bfe Geaend ganz untauglich zum Bewohnen fei. Hierzu kommt noch, daß nicht etn einziges Haus errichtet worden und daß innerhalb 20 Meilen kein Weg war daßi zu dieser Zett in der Ansiedelung nur 3 Engländer waren, welche unter Zklh.n^lebten, und daß die englischen Auswanderer, welchen er auf feinem Wege nach Kittoland in Euri- tiba begegnete in einer verzweiflungsvollen Lage schönen, tiefer Bericht wurde von dem Ministern J^rer Majestät in Rio eidlich sestgrftellt und ist durch 2 anderen brit- tischen Unterthanen bestätigt, von deren Einem festgestellt ist, daß er seit 8 Jahreni ir Curitiba gewohnt hat. Zuletzt kehrte der Auswanderer auf seinem Wege -u diesem Lande zurück, nachdem er bei seiner Auswanderung nicht weniger als 17£„L. an verloren hatte, außer dem Werthc an Geräihschasten und anderen Gegenständen, welche er mitgenommen hatte. Die Auswanderungsbevollmachttgten ratben allen Leu en, welche überredet werden, nach Kittoland oder irgend einer anderen Colon«^in Brasilien auszuwandern, über obigen Bericht ernstlich nackzudenken und ihn mit den Aussichten welche von den Auswanderungsagenten angepriesen werden, zu vergleichen. Wenn ste dieß thun, können sie nicht fehlen einz sehen, daß er jenen Erwartungen in allen, rnS hcionberc den wichtigsten Punkten widerspricht. . _ Dieß ist hauptsächlich der Fall in Bezug auf die versprochene Einrichtung eines Empfanghauies für die Bequemlickk tt der Ansiedler bei ihrer Ankunft, in Bezuß aus Vorkehrung für Beschäftigung an öffentlichen Aasten für solche welche es ,verlangen, in Bezug auf alsbaldigen Bau einer Trambahn zwischen der Colon« Curitiba und bb Einrichtung von Verkaufs-Magazinen, wo die Auswanderer sowohl ihren Bedar kaufen, aiS auch ihre Ueber-P,oduction zu günstigen Pretsen^verkaufen könMen. Wem, tndeffen ungeachtet dieser Warnung die Auswanderer sich dennoch entscheiden, nach bei Kiltoland-Colonie zu ziehen, mag die Verantwortlichkeit hiefur und da« Ungemach unb bk Enttäuschung die sie erfahren werden, aus sie selbst zurückfallen. Mögen alle Auswanderüngslustigen nach diesen Staaten sich hieran ein warnen- C. Löwe. (213 unb JL 1.70 echt zu hoben bei (305 C- F. Semmler. Betre an dik Schulvors ZU füllen. Viele Eonsumentcn. Wir en (253 3) (313 coo-oooooooooi'oao'oooooooooooi 0 Dns AreisAatt I. ö. Difffueis OOOOOOOQOOOO OOOOOOOÖOOOOOOl — Abonnementpreis durch die Die Einrückungsgebühr beträgt Dillenburg. Die Redaction fofort\efu(fct. f Neustadt Köln-Gießener Dähn Abfahrten von 'Gießen nach: in Gießen 12) KmtihesrlMt MebacHMn: «. Sch-yd«. - Druck und B-rl-a der »rübl'fch« Univ-Drucker«« (St. Lhr. Pietsch) in «Biegen 0 0 o J. Rothenberger, Llndenplatz. :S Einen Lehrling sucht die mechanische Werkstätte von C- Staudinger & Cte. 289) Ein kleines Cello (Vz—3A) ist zu verkaufen bei Th- Küchler, Seltersweg. vermischte Anzeigen. 316) Dem Herrn Bäckermeister W- L ö b e r, welcher sich ermannt, die Hrodpreise auf einen reellen Preis herabzusühren, unseren Dank Er hat damit gezeigt, daß feit Jahren der Consument überfordert wurde, ohne mensch, ltche Rücksicht, um nur den eigenen Beutel erscheint wöchentlich 2 mal. — Auflage 950. Post 1.35. 273) Ein verheirotheter Mann, in der kaufmännischen Buchführung und uh Rechnungswesen gtübt, wünscht seine heic Zeit mit dem Beischreiben von Geschäftsbüchern gegen mäßiges Honorar auszufüllen. Näheres bei Herrn Gastwirth Arnold un Deutschen Hof, Neuenweg ö. 115. Alien Kranken, gleichviel, an welcher Krankheit sie leiden, theile ich nuine lanr,jähri- oen Erfahrungen unentgeltlich mit. Adresse: Professor Ij. Wund- rani, Leipzig, Leibnitzstrasse 2. Cs sollte Niemand, selbst wenn das Uebel noch so veraltet und hartnäckig ist, die Hoffnung aufgeben, geheilt zu werden, ebne sich vorher vertrauens voll an mich gewandt zu haben. (161 317) Eine Hofraithe, worin schon viele Jahre eine Specerei- und Effen- waarenhandlung betrieben worden, ist unter günstigen Bedingungen billig zu verkaufen. Nähere Auskunft ertheilt I. Blitz. Holzversteigerung. Freitag bür mehrerwäbnte Schleichwachc darzubringen. Was der Wunsch anbelangt.' Sie Heppen zu lassen, so bemerken wir, daß er vollständig über- stüssig ift, da derselbe jedenfalls ohnedies in Erfüllung geben wird. Ferner bemerken wir, daß bei Einfendung Ihrer Annonce „Erwiederung" rc., die Orthographie ver» loren gegangen ist. Commune flefefffdjflftsüerein zu Zietzen. 304) Von nächster Woche ab ist die Bibliotheksstunde auf Donnerstag, Nachmittags 2 Uhr, verlegt. Gießen, den 15. Januar 1877. Im Manien des Ausschusses: Der Bibliothekar: Prof. Dr. Ducken. _ dem Blatt die sehr zahlreichen Holzversteigerungen des Dillkreises veröffentlicht werden. Agenten Gesuch. 188) Für eine Mrberei, Druckerei und chemische Waschanstalt wird eine Agentin gesucht. Näheres durch die Expedition dieses Blattes. EXTRÄ-COMCERT ausgefiihrt von der Kapelle des 2. Grossh. Hess. Infant.-Reg- No. 116, unter Leitung ihres Kapellmeisters C. Hrausse. (ter Anfang ‘/28 Uhr. Entree 40 Ff. Das Concert wird in derselben Weise, wie die bisherigen Abonnements^ Concerte, ausgeführt. Lüchssurellen empfiehlt 228) Emil Fischbach. Stollwerk’sche Brustbonbons aus der Fabrik von Franz Stolwerk, Hoflieferant in CöIn, nach Vorschrift des Universitäts-Professor Dr. Hari ess, Geh. Hofrath zu Bonn gefertigt, vorräthig in versiegelten Packeten ä 50 Pfg. in Giessen bei J. A. Busch Söhne u. Louis Fronhäuser; in Lieh bei: H. C. Bingmann. (312 Flaschenbier zu haben bei (291 A. Guldan, Löwengasse. Cafe Leib. Donnerstag den 18 Januar 1877 Großes Holzversteigerung in der Mrstl. Oberförsterei Hohensolms. Künftigen Montag, den 22. d. M., soll in den Districten „Lappenberg" und „Hollerberg" nachstthendeS Gehölz ver- steiaert werden: 18 Rmtr. Buchem, Eichen- und Tannen- Prügelholz, 81,5 Rmtr. dergleichen Stockholz, 1580 Wellen desgleichen Rcisholz, 76 geringe Eichen - Stämme, mit 20,32 Festmeter, 71 Fichten Stämme von 15—43 Ccntimtr. Durchmesser und 10—18 Mtr. Länge, mit 39,25 Feftmeter, 12 Fichten-Slan-^en, zu Sparren tauglich. Ter Anfang der Versteigerung ist Morgens 9 Uhr in dem Drstrict „Lapp en berg" zunächst Hohensolms. Hohensolms, am 15. Januar 1877. Fürstliche Oberförsterei Hohensolms. _______Dörmer, Revi.rförfter. (280 Donnerstag den 18. Januar 1877, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dahtesigem Ortsgericht auf frei- wlliges Ansuchen des Ludwio Lony die d.mselbkn gehörigen Grundstücke meistbietend versteigert werden: Kreppel täglich bei (298 oll. 303) Täglich frische Kreppet und Kuchen empfiehlt ___________Conbiior H. Kinkel. Feinster Dorsch-Leberlliran fast geruch und geschmacklos, in Flaschen mit gestempeltem Metalloerschluß ä 601.— Berlin, 15. tags-Wahlen bckfinn Libcrale, 28 Miigl ter Korljchrnts-PiU remijitn, 3 der el| höieude, unter Atzte trsefferlich find, foi fraten, 15 §o«fert> 9 Milglikter der b Vkitere amtli DüM Houikck (ulti töI) 5841 Stimmm n>en flehen Atvocat wor.tan) 10,516 (§t Straubing-. Gras s Föckerer mit 2565 S ^225 Stimm Wurzbmg: gr*r gln?ählt. Berlin, 15. Wrt, irelches Paladine qe p im Laufe ge,allen 0f^Jten rvmdr. bin ’cr^a* üuLM Berlin, 15 *1 unb 382 g 35' «"b 384 g in- W tourtf. n™ 6tn 383 m «"‘»rtMst N