Sonntag, den 16 September 1821. No. «1L idiener WWW Aykigk- M Amtsblitt fit de« Kreis Gießen Erscheint tLOttch mit Ausnahme bei 9 t Schutstraße, Ltt. B. Nr. 18. ständigen Schulvorstände innerhalb 3 Tagen entgegen. Dr. Boekmann. Preis vierteijützrlich 1 «ark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen Vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Gottes-Erscheinungen und Wunderheilungen getrieben wird, dauert in ungeschwächter Kraft fort. Fast schien es, als ob die ultramontane Presse durch die „himmlischen Offenbarungen", welche verschiedene fromme Jungfrauen, auf dem Bette liegend, unter scandalösen Convulsionen zum Besten gaben, ernüchtert worden sei — ein Caplansblatt rief wenigstens den Beistand der Polizei dagegen zu Hülse — aber die „Germania" veröffentlicht nach wie vor Artikel, welche die Glaubwürdigkeit der von Marpingen und Dietrichswalde berichteten Dinge vertheidigen, und der Bischof von Ermeland will sich durch den Besuch des letztgenannten Ortes seiner Diöcese persönlich überzeugt haben, daß dort kein Schwindel vorliege! Auch die Nachrichten aus dem außerpreußischen Deutschland schlagen großentheils in das Gebiet des Culturkampfes hinein. Das Mainzer Dom- Cap it el hat die regierungsseitige Versagung der Anerkennung des Dr. Mou- faug als Btsthumsverwesers mit der Behauptung beantwortet, daß die Wah eines solchen von der Zustimmung der Regierung unabhängig, der Einspruch der letzteren mithin rechtlich unhaltbar sei. Der Bischof Hefele von Rottenburg hat in aller Stille das Dogma von der päpstlichen Unfehlbarkeit in den Kaiser Wilhelm hat sich während der vergangenen Woche mit un- ermüt lichem Eifer der Besichtigung des 7. und 8. Armee-Corps gewidmet. Tie zahllosen Huldigungen, welche ihm Seitens der rheinischen Bevölkerung allerorten in begeisterter Weise dargebracht wurden, sanden eine würdige Zusam- menfaffung in dem Fest, welches ihm die Stände der Provinz in Düsseldorf gaben und bei welchem der Fürst von Wred den Kaiser im Namen aller Rheinländer ihrer treuesten Anhänglichkeit versicherte. Unter den Ansprachen, welche der Kaiser an verschiedene Deputationen richtete, war die an die Vertreter der evangelischen Geistlichkeit am bedeutsamsten: er gab darin seinem Festhalten an dem sog. apostolischen Glaubensbekenntniß Ausdruck, sprach seine Befriedigung über die durch die neue Kirchenverfassung geordnete Herbeiztehung des Laien- Elementes ai s und lieh seiner Ueberzeugung von dem Segen einer innigen Verbindung zwischen Kirche und Schule Worte, unterließ aber auch nicht, die Nothwendigktit der Pflege der Anhänglichkeit an Krone und Vaterland hervor zuhebel. Bemerkenswerth ist auch, was über die Unterredung des Kaisers mit den Vertretern der Industrie berichtet wird. Als der Präsident der Krefelder Handelskammer auf die Frage nach dem Stande der Industrie antwortete, man sei gebeugt, aber wahrhaftig nicht gebrochen, bemerkte der Kaiser: „So ist es richtig, meine Herren ; wir litten wohl an Ueberproduction, es ist in den verflossenen Jahren zu viel producirt worden." Fürst Bismarck weilte noch in Gastein und empfing u. A. den Geh.- Rath Tiedemann aus dem Ministerium des Innern zum Vortrag. Die Nachricht, daß der Reichskanzler auf seiner Rückreise eine Zusammenkunft mit dem Grafen Andraffy haben werde, wird von verschiedenen Seiten her bestätigt. Das auswärtige Amt ist übrigens während der Abwesenheit seines obersten Chess nicht müßig gewesen; das ergibt sich aus der Thatsache, daß Deutschland ebenso wie Frankreich eine Note an die Pforte gerichtet hat, in welcher sie gegen die Freilaffung der Urheber des Consul-Mordes in Salonichi prote- pirt und die Wiedereinschließung derselben fordert. Das deutsche Panzergeschwader im Mittelmeer ist durch das Kanonenboot „Albatroß" und die Corvette „Hertha" verstärkt worden. Der Schwindel, der in römisch-katholischen Kreisen mit Mutter- Gießen, am 14. Septbr. 1877. Betreffend: Die Errichtung und Einrichtung der Fortbildungsschulen. , Die Großherzogliche Kreis-Schul-Commlsston Gießen an die Schulvorstände des Kreises. Unter Hinweis aus unsere Verfügung vom 22. v. M. (Anzeiger No. 195) sehen wir der Einsendung der Schülerverzeichniffe seitens der noch ruck- VckrWu. von Gießen nach! C56 11" V0M. I’6- . 6^'. 750 W 2«9W 11« $orm. 4il M Ito* ilachts. ja* l"Nachu> Ms. 1“* in Gieß«» von - 911*. U*3 DortU. 3 • -30 gti* Abends. 10 x ÄS« 8 • J 4W 2» Nachts- v> Ms- 11 In Frankreich hat das L-ichenbegängniß seines größten etaatsmann-s zu Zank und Streit zwischen der Regierung und ihren Gegnern Anlaß gegeben. Die Regierung wollte die Fo.derung, welche Frau Thlers 2ut--e,'- dcr Freunde ihres Mannes in Bezug auf die Anordnung des L '-h-n^ges stellen zu muffen glaubte, nicht erfüllen und betheiltgte sich deshalb °Mellgar nicht an dem Begräbniß. Di- F-i-r selbst verlief .roß der ungeh urnSeth«- ligung der Bevölkerung ohne die geringste Storung, wurde aber eben d, ch zu einer um so bedeutsameren Kundgebung gegen die Regierung. Dl- ö1 | 1 8 ^er republikanischen Partei hat an Thiers' Stelle nunnwhr Grövy d r bisherige Prästtent der Deputirten-Kammer, übernommen; derselbe hat auch scho gleich in der Gedächtnißrede, die er in Thiers Grabe hielt, das Program ,s ^oinnllaüs- im* io uhr 95 Aberds- 't in KieKkN ^^' ^ , Mittag unb5. 42? Na^ 1,-r $orm. codS- y jßorfli. *111 w «« Ab-vdz "iUt Eiiilrachia g-s°rg. unv “ ^kundli-hst tin n Zluser, «Mg. in dem frühklkii udserer seitherige« Sauer, iüiÄHT iersläiizllche Rente « läge kam bis p 150 g. -Tete Altnsklafsen beteile Hinterbliebenen, auf bn festen Leibtenlen. ih °/0 und alsbaldigi, d°/0. sowie auf Wetli- en, RechenschastsbeM., ie Ausscblüsse beteitivilli-i . Müller, Drucksache- ____________________(321 17. September: ilftnberg, . Hammel. Gießen, am 13. September 1877. Betreffend: Die Statistik der Bewegung der Bevölkerung im Jahr 1877. , Das Großherzogliche Kreisamt Gleßen an die Großyerzoqlichen Bürgermeistereien. Di- Großherzogliche Centralstelle für die Landesstatistik klagt darüber, daß trotz vielfach gegebener Anleitungen und Erläuterungen dennoch häufig Zählkarten unrichtig ausgefüllt und unregelmäßig oder unvollständig eingesendet würden, wodurch nicht allein bedeutende Kosten verursacht, sondern auch die Verarbeitung des statistischen Materials äußerst erschwert werde. Wir müffen Ihnen daher wiederholt, namentlich mit Bezug auf unsn Ausschreiben vom 24. April l. I. und die Ihnen durch die Großherzogliche Centralstelle unter dem 2. Juni mitgetheilte Zusammenstellung der hauptsächlichsten Anstande, gewissenhafte und sorgfältige Beobachtung aller bezüglichen Vorschriften zur Pflicht machen. Dr. Boekmann. __________________________________ Katechismus seiner Diöcese eingesührt. Dagegen hat der bayerische Cultus- minister die Beschwerde der Münchener Geistlichen über den Beschluß des dortigen Magistrats betreffs Einrichtung von Simultanschulen abgewiesen. Sonst sind aus Deutschland nur zwei Vorkommnisse aus dem volkswinh- chaftllchen Gebiet zu melden. In Wiesbaden hat der 18. Vereinstag der rutschen Erwerbs- und Wirthschafts-Genossenschaften getagt und den italieni- chtn Volksbanken per Telegraphen die Hand zu friedlichem Ausbau des Staatswesens gereicht; sodann hat eine Versammlung von süddeutschen Baumwoll-Industriellen in Stuttgart beschlossen, eine weitere Beschränkung der Production in den süddeutschen Webereien zu befürworten. In Wien ist das Abgeordnetenhaus nach zweimonatlicher Pause wieder znsammengetreten und hat die Berathung der Steuerreform begonnen; auf eine Einigung ist aber bet bem Zwiespalt der Parteien kaum zu hoffen. Der Präsident des Hauses, Dr. Rechbauer, hat es sich nicht versagen können, Frau Thiers ein Beileids-Telegramm zu senden, in welchem er den Verstorbenen als „einen der edelsten Kämpfer für Freiheit, Recht und Bildung" feiert, eine Anzahl Abgeordneter hat sogar einen Lorbeerkranz für dessen Sarg nach Paris expedirt; der österreichische Botschafter bat sich indeß geweigert, den Kranz auf den Sarg zu legen. Die Ungarn wissen sich kaum zu fasten vor Freude über den vermeintlichen Sieg, den ihr Ministerium durch die Enthebung des Slaveufreundes, Feldzeugmeisters Mollinary, von seinem Posten als comman- direuder General in Agram über die MilitäiPartei davongetragen habe. Aber die Regierung hat ihnen dies Vergnügen offenbar nur darum gemacht, um ihren heißesten Herzenswunsch, der auf ein Bündniß mit der Türkei gegen Rußland hinausgeht, unerfüllt zu lasten. Der enragirteste Türkenfreund, Kossuth, gibt ihr durch seine neueste Brandschrist, in welcher er die Wiederherstellung Polens fordert, den gänzlichen Zerfall der Monarchie prophezeit und der Dynastie sogar mit dem Abfall Ungarns droht, den begründetsten Anlaß, die Türkenfreunde als ihre Feinde zu behandeln. Die politische Ruhe Englands ist nur durch Aeußerungen seines auswärtigen Ministers und seines ehemaligen Premier-Ministers für einen Augenblick unterbrochen worden. Lord Derby erklärte, der gegenwärtige Augenblick sei nicht günstig für eine Intervention zu Gunsten des Friedens, er werde aber den hoffentlich nicht mehr fern liegenden Zeitpunkt, wo Englands gMe Durste annehmbar erscheinen würden, nicht unbenutzt vorübergehen lasten. £>etn Gegner Gladstone suchte dagegen die öffentliche Meinung rückhaltlos für eine Vernichtung der türkischen Herrschaft in den christlichen Provinzen des osmamschen Reiches zu gewinnen und sprach sich dahin aus, daß die Türkei gegenwärtig ; noch weniger Sympathie verdiene, als im vorigen Herbste nach den bulgarischen Ih ctobet . *löi) 8 Mt. H Meßen nw n V0N ö 1 >riotm- \ ?zz r form- ’• 11 $or0b _ mb-- , • , * * ..",«...' der Republikaner klar hingestellt, indem er sagte, die Republik sei die Regierung der Ordnung, des Frieden« und der Freiheit, die einzig conservative, den Interessen und Bedürsniffen Frankreichs allein entsrechende Regierung. Ob eS ihm aber gelingt, die Furcht der Bourgeoisie vor dem rothen Gespenst durch dieses Programm und seine eigene Persönlichkeit zu beschwichtigen, ist sehr zweifelhaft. Für>S Erste hat Mac Mahon in der Person deS Papstes einen nicht hoch genug anzuschlagenden Bundesgenossen gefunden; dieser hat nämlich den französischen Pilgern, die er vor einigen Tagen empfing, ohne allen Rückhalt empfohlen, sich bei den bevorstehenden Wahlen aus die Seite der Regierung zu stellen. Pius IX. hat zwar durch den Empfang der Pilger von Angers bewie sen, daß er noch nicht ganz ohne Kräfte ist; trotzdem gibt sein Gesundheitszustand notorisch zu den begründetsten Besorgnisien Anlaß. Im Vatican macht man sich mehr und mehr mit dem Gedanken an einen baldigen Tod des Papstes vertraut, und die Jesuitenpartel thut in Erwartung des folgenschweren Ereignisses Alles, was sie thun kann, um die bevorstehende Papstwahl nach ihren Wünschen zu lenken. Mittlerweile hält der König von Italien große Manöver ab und seine Regierung macht sich, nachdem sie das Brigan- tenweserr mit Erfolg bekämpft, nunmehr auch an die Ausrottung des anderen Krebsschadens der socialen Verhältnisse in den südlichen ProvinM, der söge nannten Camorra. _________________ Deutschland. Darmstadt, 13. Septbr. Se. König!. Hoheit der Großberzog haben allergnädigft geruht, mittelst Allerhöchster Entschließung vom 12. September 1877 zu verleihen : dem Stcuer-Commissär des Großh. Steuer Commissariatö Butzbach, Johannes Hechler, sowie dem Steuer-Commifsär des Großh. Steuer Commissariats Worms, Ludwig Pfannmüller, den Charakter als „Steuerrath." Dresden, 13. September. Die verwittwete Königin Maria ist heute Nachmittag 5 Uhr gestorben. Stuttgart, 13. September. Heute trat hier unter dem Vorsitz des Gelnral-Staatsanwalts Schwarze (Dresden) der Verein der deutschen Strafanstalts-Beamten zusammen. Ueber die Regelung des Strafvollzugs entwickelte sich eine lebhafte Debatte, welche zu nachstehenden Beschlüsien führte: Die Einzelhaft ist als die regelmäßige Art des Vollzuges der Gefängniß- und Zuchthaus-Strafe zu betrachten; demnach niuß gesetzlich sichergestellt werden, daß die Gefängniste in bestimmter Frist nach diesem System emzurichten sind. Ueber die Frage des einem jeden Gefangenen zustehenden Raumes wurde im Sinne der die Staatskasse weniger belastenden Anträge Jlling's (Berlin) Beschluß gefaßt, unter Verwerfung der Ausschuß-Anträge, welche die zu normiren- den Dimensionen höher gegriffen wissen wollten. Der orientalische Krieg. Belgrad, 13. September. Die serbischen Truppen sind heute nach der Grenze abmarschirt. Wien, 13. September. Die „Polit. Corresp." meldet aus Cettinje, 12. Septbr.: Bei Jezero fand ein größeres Gefecht statt, in welchem die Montenegriner glänzend siegten, eine Abtheilung des türkischen Corps wurde abgeschnitten. Am 8. d. fand em Treffen bei Pharmaki Dinos statt; die mit Uebermacht angreifenden Türken wurden nach 6 Stunden dauerndem Kampfe mit großen Verlusten zurückgeworfen und darauf noch weiter verfolgt. — Dasselbe Organ meldet aus Belgrad, 13. Septbr.: Der Abmarsch des regulären Mili tärs aus dem Lager von Topschider nach Alexinatz hat heute begonnen; von hier ist der ganze Fahrpark jammt den Munttions-Colonnen nach der Grenze abgegallgen. — Die „Polit. Corresp." meldet: Die vereinigte russisch - rumänische Armee hat Grivica, die stärkste Position Osman Pascha's bei Plewna, erstürmt. — Das „Tageblatt" meldet aus Schumla, 11. Septbr.: Türkische Kavallerie rccognoscirte bis Stunden von Bjela, ohne auf Ruffen zu stoßen. Nach Erstürmung des Forts Bostepe zwischen Travna und Gabrowa ist Sulci- mau Pascha ungehindert nach Norden vormarschirt. — Officieller Versicherung zufolge ist die Gefahr für Plewna beseitigt. Wien, 13. September, lieber Bukarest wird gemeldet: Die Kämpfe um Plewna sind beispiellos blutig. Die Rumänier verloren bereits an 7000 Mann; sie sind gezwungen, im Vordertreffen zu kämpfen, hinter ihnen stehende russische Colonnen verhindern jede Bewegnng nach rückwärts, während das Feuer der Türken ihre Reihen declmirt. Die Volks-Stimmung dahier ist furchtbar erregt. — Es verlautet, der serbische Agent in Konstantinopel habe heute seine Päffe verlangt und werde morgen abreisen. — Die Tschechen-Blätter fordern Wuiidärzte und Aerzte zur Reise nach Belgrad auf unb gewähren denselben Reise-Vorschüsse. — Das ungarische Amtsblatt veröffentlicht den Wortlaut des Kaschauer Trinkspruchs des Kaisers Franz Joseph; in demselben fehlt das Wort „Alliirter." Die Aufregung der Bevölkerung hat angenommen. — Das „Tageblatt" bringt folgende Nachrichten: Belgrad. Das Kriegs- Manifest des Fürsten wird am 18. ds. erscheinen. Montenegro hat den vorjährigen Allianz-Vertrag mit Serbien erneuert und sich zum Vormarsch gegen Sjenitza verpflichtet. Das „Amtsblatt" veröffentlicht einen Aufruf zur «ei fd)affiing von Verbandzeug. Fremde Aerzte treffen hier ein. — Sistowa. Die Türken haben die vorderen Schanzen bei Plewna in guter Ordnung geräumt, ebne irgenb welchen Verlust an Gefangenen. Der russische Verlust beläuft sich auf 2000 Todte und 5 — 6000 Verwundete. — Serajewo. Aus ganz Bosnien ist jetzt der Belagerungs-Zustand mit Standrecht ausgedehnt worden. Mpii^tantinppel, 13. September. Der Gouverneur von Widdin meldet untenn 10. ds.: Das Bombardement von Kalafat aus bat gestern drei stunden lang gedauert und wurde von türkischer Seite erwidert; die Mehr- jabl der Redouten und Gebäude des Feindes wurde zerstört. In Widdin wurden 13 Gebäude in Brand geschoffen und 5 Personen verwundet. — Das Bombardement von Rahowa dauert fort. — Eine Depesche Hafiz Pascha's meldet aus Novibazar vom 9. ds.: 5000 Montenegriner haben türkische Bersch anzungen am Fuße des Gebirges angegriffen und ließen nach 15 Stunden bauernccm Kampfe 300 Todte zurück. - Von Osman und von Suleiman Pa cha liegen keine amtlichen Nachrichten vor. — Der Schah von Persien beglückwünschte den Sultan zum Jahrestage seiner Thronbesteigung. — Der Khedlve bat eine neue Division ägyptischer Truppen nach Europa gesendet. — tss werden Vorbereitungen zu einer inneren ZwangS-Anleihe getroffen. Lokal-Skoki». Gießen, 15. Septbr. Endlich ist eS den Bcmühuigen der Polizeibehörde gelungen, desjenigen habhaft zu werden, der vor etwa 14 lagen mit Hülfe eines Soldaten den biefijen Uhrmacher W Böger um 6 goldene Damenuhren uns 5 Medaillons befchwindelt hat. Der Betrüger wurde in der P rson des GeometergehÜlfen Christian Schmiegel von Butzbach in (SaHel verhaftet und ist gestern gefänglich hier eingeliefert worden. Der verhaftete Soldat beftnbet sich in Darmstadt noch in Untersuchungshaft- Bezüglich einer weiteren Person, die sich dahier als verdächtig, an dem Betrüge Theil genommen zu haben, m Haft befunden hat, hat es sich herausgestellt, daß sie nicht an dem Betrüge betheiltgt gewesen. Dieselbe wurde gestern Abend noch auS der Haft entlassen. Giften, 15. September. Gestern Abend sprach Herr Professor Robert von Schlag» intw eit auf Einladung des hiesigen kaufmännischen Vereins im Saale des Hotel Prinz Earl vor einer großen Zuhörerschaft in anderthalbstündiger spannenden, sehr interessanten, fließenden Rede über die von ihm zweimal ihrer ganzen Ausdehnung nach bereifte Paeifie-Eisenbahn tn Rord- Amerika und erläutert« sie durch eine größere Karte und zahlreiche stereoskopische Ansichten. Der berühmte Rei'ence gab in anziehender Weise dem Auditorium ein vortrefflich,? Gesammtbilv der an Großartigkeit alle Eisenbahnen der alten, wie der neuen Welt übertreffenden von New-Iork biS San Francisco führenden 717 deutsche Meilen langen Bahn, welche den Transport von Ocean zu Ocean auf 6 Tage abkürzt. Der Vortrag erstreckte sich insbesondere über die eigentliche Pacisic^ Bahn, welche, 415 deutsche Meilen lang, bei Omaha am Missouri beginnt, durch die weiren Prairien und ungeheuren Oeden von RebraSka und Colorado fort über die jähm Felsengebirge nach der Mormonenstabt am großen Salzsee, durch Nevada und über die schneegekrönte Sierra Nevada aus esner Höhe von mehr als 7000 Fuß hinab in die gesegneten Landschaften des gold- reichen Galiforpien führt, um bei San Francisco zu endgen. Der hochgHchätzte Gelehrte schilderte nicht nur seine ganze Reise auf dieser Bahn, sondern auch die verschiedenen merkwürdigen Bauten und praetischen inneren Einrichtungen der Bahn, die Sehenswüroigkeiten in der ganzen Ausdehnung derselben, die Bevölkerung dieser Gegenden, insbesondere noch verschiedene Indianerstämme und die Mormonen, welchen letzteren ein großer Antheil am raschen Ausbau der Bahn zufällt, während von den Indianern trotz ihrer Be dürftigkeit und der hohen Arbeitslöhne sich keiner an der Bahn beteiligte. Wie sehr der Vortrag allgemein angesprochen, möge der dem geehrten Herrn Redner nach Beendigung seines Vortrags zu Theil gewordene allgemeine laute Beifall darthun. Wir hoffen, ihn noch öfter hören zu können. r. Oeffentlichc GesundoheitSpficge. *** Von dcr Universität zu Athen schreibt unS der berühmte dortige Prosissor Dr. Länderer: „Daß ich die von dem König!. Preutz. Apotheker I CI Herrn Dr. Ludwig Tiedemann in Stralsund a. d. Ostsee (für 7 jfc) bereiteten Pen-te»o:)>räparate für einen mir seh' befreundeten jungen Mann in Athen, der durch die bösen Folgen geheimTr^Jugendsünden völlig geschwächt war, mit dem besten Erfolge gebraucht, bestätige ich durch diese Zeilen. Ebenfalls bestätige ich, daß sowohl das Elixir, wie auch der Balsam in keiner Weise schädlich wirkende Ingredienzien enthalten, sondern nur solche, welche stärkend und für den Organismus heilbringend wirken, und spreche ich demgemäß mein unpartheiisches Urtheil dahin aus, daß diese Mittel als die vorzüglichsten aller mir bisher bekannten Präparate dieser Gatttung zu empfehlen sind. Dr. Länderer, Professor an der König!. Universität zu Athen, 5131) Ritter hoher Orden rc. Handel und Verkehr. Gießen, 15. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter, per Pfd. JL 1.10—40, Hühnereier, per Stück 6 H, Käse, per Stück 5—10 Kasematte, per St. 3 H, Erbsen, 1 Liter 18 Linsen, 1 Liter 20 Tauben, das Paar 50 Hübner, per Stück 90 H, Hahnen per St. 60 Enten p. St. JL Niederschlag ir^Gießen. Januar bis August incl. 1851—1872 23 33 p. Zoll 15.85 p. Zoll (Normal-Mittel) 1873 15.39 „ 11.21 „ 1874 15 69 „ 9.71 „ 1875 28.80 „ 19 30 „ 1876 30.18 „ 18 55 „ 1877 — - . - 18 86 „ ■'! MU......HW Illi fll ww Auszug s. d. Standesamtaregiitkrn dkg Stsndesamls Gießen. Vom 8. bis 14. September 1877. Aufgebote. 8. September. Fabrikant Heinrich Ludwig Myiius von Gießen mit Johanna Elisabethe Karoline Busch von Gießen. 14. Sept- Kaufmann Johann Philipp Julius Schulze mit Johanna Wilhelmine Grüneberg, beide von Gießen. — Arbeiter Georg Appel von Londorf mit Anna Margarethe Stielet von Grob-Buseck. — Fuhrmann Konrad Hofmann von Grebenau mit Sophie Größer von Groß-Linden. Eheschließungen. 12. Sept. Schuhmachermeister Wilhelm Jung von Butzbach mit Johanna Louise Noll von Gießen. Geborene. 3. Sept. Ein Kind männlichen Geschlechts (noch ohne Vornamen) von Heilgehilfen Chnstian Frech. 13. Sept Ein Kind männlichen Geschlechts lohne Vornamens von Schneider Johann Georg Wagner. 8. Sept. Ein Kind männlichen Geschlechts inod) ohne Vornamen) von Briciträger Johannes Weber. G e st o r b e n e. 7. Sept. Marie Margarethe Ebel, geb. Vogt, 70 Jahre 3 Monate 29 Tage alt, Wittwe des Rentners Karl Ebel I. 9 eept. Clementine, 5 Monate 13 Tage alt, Tochter von Heizer Jacob Maurer. 10. Sept. Ein in der Geburt verstorbenes K>nd männlichen Geschlechts von Bahnarbeiter Johannes Wagner. 14. Sept. Ein Kind männlichen Geschlechts (ohne Vornamen), 103/4 Stunden alt, von Schneider Johann Georg Wagner. Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Getraute. Sept. 9. Otto Bernhard Müller, Schlosser dahier, des Eisendrehers zu Chemnitz Friedrich August Müller, ehel. Sohn: und Marie Louise Susanne Josephine Wein- Hardt, des verstorbenen Flurschützen Wilhelm Meinhardt, ehel. Tochter. Sept. 12. Wilhelm Jung, Schuhmacher zu Butzbach, des verstorbenen Schuhmachers Jacob Jung daselbst, ehel. Sohn; und Johanna Louise Noll, deS Bäckermeisters @mil dahier, ehel. Tochter. Getaufte. Den 9. Sept Dem Gepäckträger Gottlieb Helfenbein, eine Tochter, Marie Elisabethe, geb. den 18. August. Denselben. Dem Schreiner Cdristoph Weiß, eine Tochter, Lina Elisabethe Eleonore Margarethe, geb. den 25. Juli. Denselben. Dem Agenten Johann Boeck, eine Tochter, Auguste Karoline Louise Kunigunde Jobanna, aeb. den 16 August. Denselben. Dem Schreiner August Biek, eine Tochter, Elisabethe Christiane Henriette, geb. den 21. August. Denselben. Dem Bremser an der Main-Weser-Bahn, Jakob Wagner, ein Sohn, Wilhelm Georg Martin Reinhard, geb. den 12. August. Denselben. Dem Gastechniker Okto Bergen, eine Tochter, Wilhelmine Adolphinc Ottilie, geb. den 10. August. Beerdigte. Den 8. September. Elisabethe Zinn, geborene Henkel, Wittwe des verstorbei en Dienstmanns Conrad Zinn, alt 29 I. 1 M- 26 T-, gest. den 7. Sept- Den 9. Sept. Margarethe Ebel, geborene Vogt, Wittwe deS verstorbenen Bürgers und Rentners Karl Ebel!., alt 70 I. 4 M , gest. den 7. September. Dievstak '•rf ediu6m.id) breitste, W V«rlchen: Vollstäi man nli sowie der hr inftänbe, wi, nit, Abnahi -ehvermogei fixeres uni Dr. Lavie, bin ihre Geh Mid gtften § in löriffmarfen chhanblung lsiuvrst vnfan' H. v( Flec besitzt in höc »He Fette und geringsten Rüc ’ s FJ. mit G '1 b n 1 • n Putzpulver, zu hab C. F. e,ni$ Iraub Honi mte borttgc Prof-ff-r !C (in0tlttteh n^lttn ’?.s< •" 6ä fanten Sr«« '^anSport von f)Ln £Stt8 ■Ä 'anb,Nen brögS US"®* s°ndm Mhingen ber Bahn 4«n|»e’" ®e3ent'n' Jen letztirm ein qrofir Jönern tr°k ihrer Be- Alk. "'n Hem Redner nach darthun. Wir h°ffm. Herrn De. Ludwig o-ts,o-Präparate rch die bösen Folgen rfolge gebraucht, b"e= das Eli^ir, wie auch Malten, sondern nur lken, und spreche ich littet a!5 die vorjüg- empsehlen sind. derer, UniveWi zu Athen, Drdrn ic. etr: Butter, per Psd. 10 5], Mulatte, per s PaaröOH, Hübner, [n1OOftllo5Jl 504 mar bis August inet. 15.85 p. Sott N21 „ 9.71 „ 1930 „ 1855 „ ^886^^^ Itssmls Eich». Hießen mit JohE ohann Philipp 3* en - Arbeiter Georg l^ufed. - Fuhrmann ,-Linden. ach mit Johanna Louise S-SS M Eichen- :*‘3'w oll, ®«t ®‘n 3*"" e. fite» .... $axU* i-chter, * Msabelhk Ater, Liv« ’ hfl^r,d»6* ,aI i.,8bolpf”t trf ,rf**"* flitf*119 WILHELM BALSER jetzt Neustadt BRITANNIA-METALL 5143) Alabaster- und Marmor-Waaren. Kein ladrirte Theebretier in Blech. Goldfische. Photographie-Ziatzmem Leihanstalt für Pianos und Harmoniums. 5130) 5121) BInlle u Saale. 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