ÄTo» 161. Sonntag, den 15. Juli 181®. Kichener Anzeiger AnBse- und Amisdlntt fit den Kreis Gießen. Erschei^ täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mart 20 Pf. mit Bringerlohn. Expeditionr Schulstraß e, Lit. 8. Nr. 18. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher Theis. Bekanntmachung. „ , L 9n Gemäßheit des § 9 des Gesetzes vom 13. Februar 1875 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden, werden hiermit nachstehende Durchschnittsmarktpreise vom Monat Juni veröffentlicht: Hafer 18,64 .X, Heu 13,25 «X, Stroh 14 «X per 100 Kilogramm. Gießen am 13. Juli 1877. Großherzogliches Kreisamt Gießen. ______________________________ V. Röder. B e k a » n t m a ch ii ii q. Das Ableben des Kaminfegers Karl Neuling zu Gießen betreffend. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß nach Verfügung Großherzoglichen Kreisamts Gießen vom 11. l. Mts. die Geschäfte in dem Kammfegerbezirk des verstorbenen Kaminfegermeisters Karl Neuling dem Kaminfegermeister Karl Zwesch dahier bis auf Weiteres übertragen worden sind. Gießen, den 12. Juli 1877. ' Großherzogliche Polizeiverwaltung Gießen. Fresenius. politischer Hheil. Wochenübersicht. Nachdem Kaiser Wilhelm seine Kur in Ems mit glücklichem Erfolge beendet hat, ist er am Sonntag, den 8. d. Mts. unter den herzlichsten Ovationen der Einwohnerschaft zunächst nach Coblenz gereist, von wo er sich aus einige Tage zum Besuch der Großherzoglichen Familie von Baden nach Schloß Mainau begibt. An diesen Aufenthalt wird sich die gewöhnliche Nachkur in Bad Gastein anschließen, während welcher, gutem Vernehmen nach, eine Zusammenkunft mit dem Kaiser von Oesterreich stattfinden soll. Inzwischen herrscht auf dem Gebiete der inneren Politik, soweit diestlbe in äußeren Vorgängen ihren Ausdruck findet, ziemliche Stille. Fürst Bismarck hat die Hauptstadt nach kurzem Aufenthalt daselbst wieder verlaffen, um sich aus seine Güter in Pommern zu begeben, auch sind mehrere Minister von Berlin abwesend, von denen der Handels-Minister Dr. Achenbach zur Zeit in der Rhein-Provinz verweilt. Das vielbesprochene Pferdeausfuhrverbot ist auf Anregung der preußischen Regierung nunmehr nach eingeholter Zustimmung der übrigen Bundesglieder erfolgt; die Eile, mit der diese Angelegenheit betrieben und durchgeführt worden ist, gibt zu denken, wenngleich über die näheren Gründe der Maßregel bisher nichts Sicheres verlautet. Nicht geringes Aussehen machte in der verflossenen Woche die Unterdrückung einer zu Mülhausen im Ober-Elsaß bisher erschienenen Zeitschrift „Industrie! Alsacien", eines französisch geschriebenen und im französischen Interesse redigirten Blattes. Ursprünglich demokratisch-republikanisch, war der „Jndustriel Alsacien" zu einem Organ der französisch-gesinnten, mit dem Ultra- montanismus innig verbundenen Protestpartei geworden, als welches er nicht nur der Landesverwaltung im Allgemeinen Opposition machte, sondern auch gegen die Vereinigung des Elsasses mit Deutschland in theils perfider, theils frecher Weise agttirte. Besonders seit den jüngsten Reichstagswahlen war das saubere Blatt, welches seine Parole aus Paris, als dem Hauptquartier, empfing, bestrebt, das Vertrauen der Bevölkerung auf inneren wie äußeren Frieden in jeder Weise zu erschüttern, ein Treiben, dem die Regierung der Reichslande nicht länger unthätig zusehen durfte. In Bayern ist am Montag der Landtag eröffnet worden. Bei der Präsidentenwahl in der Abgeordneten-Kammer wurde wieder Frhr. v. Ow gewählt, zum Zeichen, daß der Zwist der gemäßigten und der extremen Partei der Ultramontanen wenigstens bei dieser Gelegenheit nicht zum Ausdruck kam. Es scheiut überhaupt, daß die Extremen sich vor der Hand noch nicht zu einer entschiedenen Action vorwagen wollen, vielmehr ihre Hauptjchläge für die Herbst- Action sich aufgespart haben; denn daß Herr Rittler und Genossen sich so bald als möglich geltend machen, nachdem sich ihr Anhang im Lande als so überlegen gezeigt hat, darf wohl erwartet werden. Der württembergische Landtag ist mit den Steueranlagen der Regierung beschäftigt gewesen. In Heidelberg ist der berühmte Rechtshistoriker Heinr. Math. Zöpfl im 70. Lebensjahre gestorben; auch den beliebten Schriftsteller Hackländer hat der Tod ereilt. Aus Oesterreich-Ungarn wird gemeldet, daß die Ausgleichs-Versuche in der größten Finanzfrage, welche durchaus im Vordergründe des öffentlichen Interesses gestanden hatte, vor der Hand völlig gescheitert find. Uebrigens war auch kaum zu erwarten, daß die beiden „Regnicolar-Deputationen" zu einer finanziellen Verständigung gelangen würden. Waren doch die Ansprüche beider Reichshälsten mit Ziffern begründet worden und Ziffern sollen bekanntlich beweisen. Man räumte also die auf ste gestützte Position auf keiner Seite auch den bestgemeinten Vermittlungsversuchen gegenüber. In Deutsch-Oesterreich ist man überzeugt, daß schon die Aufrechthaltung des bisherigen Verhältnisses die äußerste Concesstou sei, zu der man sich verstehen dürfe. Vom Kriegsschauplätze in der europäischen Türkei sind ununterbrochene Vorwärtsbewegungen der russischen Truppen zu berichten. Beide Donau-Uebergänge derselben wurden benutzt, um immer stärkere Heeresmaffen in die Türkei vorzuschieben, besonders die Brücke bei Simnitza, welche nach den geringsten Angaben bereits mehr als 100,000 Mann, dabet zahlreiche Reiterei und Artillerie passirt haben. Der linke Flügel der Russen, welcher in der Dobrudscha operirt, war bis zum sog. Trajanswall vorgedrungen, welcher keine besonders haltbare Position bildet, so daß, da die Türken dort überall ohne stärkeren Widerstand zurückweichen, in diesem Momente von den vordringenden Russen bereits die von Tschernawoda bis nach Kustendsche an das Schwarze Meer führende Eisenbahn erreicht sein mag; ein wichtiger Punkt, weil nach Besetzung dieser Eisenbahn durch die Russen deren Verbindung mit dem Hinterlande, besonders Rumänien, bedeutend erleichtert wird. Die russische Haupt- Armee aber ist über Sistowa und nach Forcirung des Jantra-Ueberganges bis nach Tirnowa, der alten Haupistadt Bulgariens, ohne besonderen Widerstand von Seiten der Türken zu finden, vorgedrungen und dort von der Bevölkerung, wie überall in Bulgarien, mit Jubel ausgenommen worden. Tirnowa ist insofern strategisch wichtig, als es den Knotenpunkt der bulgarischen Hauptstraßen bildet. Wo befindet sich denn aber zur Zeit die türkische Feld-Armee? Wie es scheint, hat sie sich in den Balkan zurückgezogen, um dort in dem unwegsamen Gebirge den Ruffen den weitern Fortschritt streitig zu machen: ein Umstand , der, wenn er sich bestätigen sollte, den Krieg wohl einigermaßen in die Länge zu ziehen geeignet ist. Aus dem asiatischen Kriegsschauplätze kämpfen die Russen mit weniger Glück, als auf dem europäischen. Dort waren sie, wie man sich erinnert, in drei Colonnen vorgedrungen und hatten schnelle Fortschritte gemacht, indem es ihnen gelang, die türkische Heeresmacht zu trennen und selbst die Belagerung von Kars zu unternehmen, indem sie sich zwischen diese Festung und Erzerum schoben. Aber es brach in ihrem Rücken ein Aufstand aus, der in der mohamedanischen Bevölkerung des Kaukasus nur zu schnell um sich griff. Dann ermannten sich die Türken und warfen die vorgedrungenen Feinde dergestalt zurück, daß neuerdings von einer allgemeinen Rückwärtsbewegung der russischen Truppenkörper berichtet wird, die vielleicht sogar das Aufgeben der schon begonnenen Belagerung von Kars zur Folge haben kann. Rustensreund- liche Korrespondenzen behaupten indeß, daß die türkische Hauptmacht sich noch in einer Entfernung von Kars befinde, welche die Fortsetzung der Belagerung nicht in Frage stelle. Eine ganz neuerdings eingetroffene telegraphische Nachricht meldet jedoch, daß die Ruffen gezwungen worden seien, sich vor der Ueber- macht der Türken von Kars zurückzuziehen und die Belagerung vorläufig aufzugeben. Um zum europäischen Kriegsschauplatz zurückzukehren, so haben die Kämpfe der Türken mit Montenegro, welche beiderseits viel Blut gekostet, durch den Abmarsch der osmanischen Truppen ihr Ende gefunden. Ob Oesterreich dabei die Hand im Spiel habe, wie behauptet wird, wiffen wir nicht; gewiß ist, daß die Türken ihre Streitmacht an andern Punkten bester gebrauchen können. Im Norden Griechenlands fängt es an, sehr unruhig zu werden, und was das Königreich Griechenland selbst anbetrifft, so sind alle Berichte darüber einig, daß dessen Eintreten in den Kampf nur noch eine Frage der Zeit sei. Die Griechen des Königreichs werden bei der außerordentlichen Küstenentwickelung ihres Landes vor Allem die türkische Flotte zu fürchten haben, warten aber nur auf entschiedene Niederlagen der Türken, um ihren noch unfreien Stammesbrüdern zu Hülfe zu eilen, welche ihrerseits nicht zögern werden, das ihnen längst verhaßte Joch der osmanischen Herrschaft abzuwerfen, sobald ihnen die Hoffnung der Befreiung winkt. England schien allerdings durch die Entsendung seiner Flotte in die nach Cheipakil, Karragal und Kedikdire zurück; unsere Truppen haben das berufen, um vor ein Kriegsgericht gestellt zu werden. Schäfer, ehel- Tochter. Getaufte. Mai. 7. stellung der 9. Schmiße des Stadtwaldes zur Ausführung kommen sollen. 5. Für die Anbringung der noch erforderlichen Anzahl Ruhebänke in den Anlagen wurde Genehmigung und der erforderliche Credit ertheilt. 6. Aus Veranlassung einer von Bewohnern der Reichensand-Bahnhofsstraße an Großherzogl. Ministerium des Innern gerichteten Vorstellung kam das Baugesuch des Herrn Bauunternehmers I Georg Krausgrtll nochmals zur Vorlage und wurde nach slattgehabter wiederholter Berathung beschlossen, bet dem am 21. Juni c. gefaßten Lager besetzt. — Die türkische Division bei Bajazid hat den Grenzort Ekdir besetzt." — Außer den Militär- und Civil-Gouverneuren von Sistowa und Tirnowa ist auch der Commandant von Osman-Bazar nach Konstantinopel erbeuteten 4 Geschütze, sowie 80 Gefangene. Bajazid wurde zerstört. Konstantinopel, 13. Juli. Eine Depesche Mukhtar Pascha's vom ler, ist heute Vormittag gestorben. SOtarburg, 12. Juli. Unter großem Zudrang des Publikums wurde gestern vor hiesigem Kreisgericht die Anklage wider den Landrath Mayer dahier wegen seiner gegen die hiesigen National-Liberalen gerichteten Spottschrift: „Die Stiefelputzer oder der Wahl-Kampf" verhandelt. Die Verhandlungen dauerten von Morgens 9 Uhr bis Abends 10 Uhr. Der Angeklagte wurde auf Grund des § 185 des Straf-Gesetzes der Beleidigung der dreizehn aufgetretenen Kläger durch genannte Broschüre schuldig erkannt und unter Berücksichtigung der während der letzten beiden Wahl-Campagnen auch ihm von denselben in Wahl-Aufrufen und Flugblättern zugcsügten Ebren-Kränkungen zu einer Geldstrafe von 500 Mk. und in die Kosten verurtheilt und den Beleidigten das Recht zuerkannt, das Urthetl in einer Zeitung aus Kosten des V rurtheilten zu publiciren. Letzterer zeigte sogleich die Appellation gegen dieses Urtheil an. Deutschland. Mainz, 12. Juli. Die Stadtverordneten haben auf Vorschlag ihrer Juristen-Commission mit 18 gegen 14 Stimmen beschloflen, daß bei den nächsten Ergänzungs-Wahlen für das Collegium die Stadt einen einzigen Wahl-Bezirk bilden solle. Als Haupt-Grund gegen das Wetterbestehen der Bezirks-Ein- theilung wurde die namentlich in Folge der Erweiterung der Stadt immer mehr hevortretende Verschiebung der Bezirke geltend gemacht. Die ultramontane Seite kündigte Petitionen bet dem Ministerium gegen diesen Beschluß an. Dagegen wurde die Ausloosung des austretenden Drittels nach Bezirken aufrecht erhalten. — Die letzten Nachrichten von heute über das Befinden des Bischofs v. Ketteler melden langsam steigendes Fieber mit 117 Pnlsschlägen, zunehmende Körper-Temperatur und herannahende Auflösung der Gewebe. Burghausen (Bayern), 13. Juli. Der Bischof von Mainz, v. Kette- Auszug aus Örn Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Getraute. Den 8. Juli. Johann Gottlieb Julius Exner, Schneider dahier, aus UHSmannS- dorf; und Wildelmine Schäfer, des verst. Bürgers und Schuhmachermetsters, Heinrich Beschlüsse zu beharren. 7. Zur Errichtung eines Grabdenkmals auf dem hiesigen Friedhof nach dem vorgelegten Plan wurde Genehmigung ertheilt. 8. Herr Bergdirector Bansa hat nach einer am 2. d. MtS. vorgenommenen Besichtigung der Versuchs-Vorarbeiten an der städtischen Quellwaflerleitung vorgeschlagen, daß die am s. g. Erlenbrunnen des Stadtwaldes in den letzten Tagen ange- zapste bedeutende Quelle in hölzernen Gerinnen dem Stollen zugeführt werden müsse, wenn nicht die Zimmerung des Stollens gefährdet werden und kein Einsturz desselben vorkommen solle und weiter ausgeführt, daß die Erhaltung des Stollens so lange erforderlich erscheine, bis der nach Beschluß der Stadtverordneten zu berufende Techniker ein Gutachten über die Fortsetzung der Arbeiten abgegeben habe. Da eine ein» auch zweimalige Befahrung des Stollens pro Woche genügt, so wurde beschlossen, daß diese Vorschläge zu accepttren seien. Zugleich ist für die hierdurch entstehenden unbedeutenden Kosten der erforderliche Credit genehmigt worden. Gießen, 14. Juli. Im weiteren Verlauf der Sitzungen deS Schwurgerichts vom III. Quartal I. I. wurde von dem Schwurgertchtshof In folgenden Anklagesachen erkannt: Am 7. Juli wegen Diebstahls: a) gegen Johannes Scheibe! von Ockstadt, Gefängnißstrafe von 4 Wochen, und b) gegen Jacob Meister von Rödgen, Gefängnißstrafe von 12 Tagen. Am 9. Juli, gegen Konrad Hörns von Ossenheim, wegen Verbrechens wider die Sittlichkeit und wegen Beleidigung, Gefängnißstrafe von 10 Monaten und 4 Tagen. Dieser Fall wurde unter Ausschluß der Oeffentltchkett verhandelt. Am 11. Juli, gegen Wilhelm Reinas von Michelbach, wegen des an seiner Ehefrau begangenen Todtschlags, Zuchthausstrafe von 10 Jahren unter Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte. _____— 11. Juli meldet: „Heute verließ der Feind das Lager vor Kars und zog sich Handel und Verkehr. Gießen, 14. Juli. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter, perPfd. 1 x _ a big 1 x 25 H, Hühnereier, per Stück 6 H, Enteneier per Stück 6—7 Käse, per Stück 4—8 Käsematte, per St. 3 Erbsen, 1 Liter 18 H, Linsen, 1 Liter 18 X Tauben, das Paar 65 Hühner, per Stück 80 Hahnen, per Stück 65 Alte Kartoffeln 100 Kilo 11 X, Neue Kartoffeln 100 Kilo 20—22 X Wiesbaden, 12. Juli. (Fruchtmarkt.) Weizen -, Korn —, Hafer (100 Kil.) X 16—19.50, Stroh (100 Kilogr.) X 4.40—6, Heu (100 Kilogr.) X 4-6. Cam berg, 10. Juli. 160 Pfd. rother Wetzen 22.80, 150 Pfd. Äorn X 16.40, Gerste —, 100 Pid. Haier X 8.40, Kartoffeln —. Limburg, 11. Juli. (Fruchtmarkt.) Durchschnittspreise: Rother Wetzen (160 Pfd.) X 23.55, weißer Weizen (160 Pfd.) X 22.80, Korn (150 Pfd.) X 16.90, Gerste (130 Pfd.) X 14, Hafer (100 Pfd.) X 9.50, Erbsen —. Weilburg, 11. Juli. Weizen per 160 Pfd. X 22.67, Korn per 150 Pfd. X 16.25, Gerste per 130 Pfd. X 13.73, Hafer per 100 Pfd. X 9.30, Kartoffeln per Centner X 5.50, Erbsen —. Beerdigte» Den 6. Juli. Karl Emil Metzler, Weißbinder dahier, deS verst. Fuhrmann« zu Weilburg, Gottfried Nicolaus Metzler, ehel. Sohn, alt 19 I. 11 M. 20 T-, gest. den 4 3U%cn 12. Juli. Karl Neuling, Bürger und Kaminfegermeister, alt 42 I. 5 M. 21 T., gest. dm 10. Juli. Bis Schluß des Blattes war uns der Auszug aus den Standesamtsregistern noch nicht zugegangen. D- Red. Den 7. Juli. Dem Postschaffner Wilhelm Wagner, eine Tochter, Johannette Wilhelmine, geb. den 11. Mai. Den 8. Juli. Dem Schreiner Johann Herr, ein Sohn, Alexander Hermann, geb- dm 30. Mai- Denselben. Dem Kaufmann Karl Lony, ein Sohn, Hermann Christian Emil, geb- den 23. Mai. ' m , Denselben. Dem Arbeiter Ludwig Schmidt VI., eine Tochter, Marie, geb- den 3 3UT$en 13. Juli. Dem Reftauratmr Ludwig Feidel, eine Tochter, Emilie, geb. den Besika-Dav der kriegerischen Intervention näher zu rücken, zumal zugleich be- Petersburg, 12. Juli. Die „Internationale Agentur" veröffentlicht bauvtet wurde daß Layard, der großbritannische Gesandte bei der hohen Pforte, folgende Depesche aus Tiflis vom 12. Juli: Die russische Garnison von eine Besetzung'Konstantinopels durch britische Truppen in nächste Aussicht ge- Bajazid, die 23 Tage lang eingeschloffen war, wurde durch die Truppen des stellt habe Aber bald erwies es sich, daß England seine bisherige Politik Generals Tergukaffoff befreit. Letztere erfochten einen vollständigen Sieg über kühler Enthaltung noch keineswegs aufzugeben Willens seü Die Regierung, im die in der Stärke von 30,000 Mann die Citadelle blokirenden Türken und Parlament über jene Flottenbewegung interpellirt, gab die Erklärung, sie be- «"-bluteten 4 Gelckmke. sowie 80 Gekanaen-. Raiarid wurde -erkürt, zwecke durch die neue Ausstellung nur die Flotte an einen sicheren und für die oberste Leitung bequemeren Aufenthaltsort zu bringen. Das ist Alles. Oesterreich zu Rußlands Ungunsten in den Krieg zu verwickeln, scheint England zwar noch immer zu wünschen, aber so lange Serbien den Weisungen des in der Thronrede Milan's hochgefeierten Czaren eingedenk, Friede halt, wird auch Oesterreich sich weislich zurückhalten. Den Fürsten Karl von Rumänien aber wollen die noch nicht einmal gepflückten russischen Lorbeeren nicht schlafen lasten. Er beabsichtigt, seine Armee stark zu vermehren und sie als äußersten rechten her Nüssen in der kleinen Walachei über die Donau zum Kampf zu eyraifpe-Pitg. Nen, wie denn noch von andern Uebe7gangen auch der Rusten über diesen ^Jut^Wlr lasten nachstehend das Protokoll der S.ad.oerordneten- Fluß neuerdings die Rede ist. _ 1. Eine Anzahl Bewohner des Gartfelds haben um Erwerbung des nöthigm In Frankreich war seit dem famosen Tagesbefehl des Marschalls Mac Grandes zur Straßenfortsetzung nach dem Wallthor und um Umbau de« Schoorwegs Madon das bedeutsamste Ereigniß der Zusammentritt der von der republlka- nachgesucht. Hierauf soll denselben geantwortet werden, daß zwar der Stadt die Ber- t < i 1 « 0 P (rnnfLffiDn welcke die aesetzliche Zulässig- vfltchtung zur Anlegung der fraglichen Straße nach den SS 4, 5 u. 6 der Bauordnung Nischen Partei niedergesetzten Justiz-Commission, welche Die 0bsetztt^e ^massig bj( @tabt @le6en 3ur $dt noch keineswegs obliege, daß jedoch die Stadtverord- keit der von der Negierung und deren Werkzeugen beliebten Zwangsmaßregeln, nd^n-Versammlung gerne bereit sei, den Wünschen jetzt schon insofern entgegeizu- die insbesondere gegen die republikanische Preffe gerichtet sind, prüfen sollte, kommen, als sie die von den Bittstellern mit den betreffenden Grundbesitzern, deren Diesp« (Xomitd nun bat am 8. d. Mts. eine erste Consultation veröffentlicht, Grundstücke zur Straßenanlage anzukaufen sind, hinsichtlich des Kaufpreises anzu- Dleses Com t6 nun yar am Mräsekten aeaen die Jo rnalv7r- knüpfenden Verhandlungen auf Vorlaae einer näheren Prüfung rücksichtlich der Anin welcher ausgesuhrt wird , daß die von den PrüMen gegenoie^urnaiver ^h^darkeit der gestellt werdenden Forderungen unterziehen will. käuser ergriffenen Maßregeln ungesetzlich seien. Das Ministerium wird dadurch 2. Den Herrn Kaufleuten Heinzerling und Tribus war auf Nachsuchen in nicht geringe Verlegenheit versetzt, weil nunmehr zahllose Proceffe gegen die bie Anlegung einer Ueberfahrt gestattet und ihnen für diese Bewillung eine Abgabe Regierung in Aussicht gestellt werden; es beabsichtigt mit einer Gegen-Consul- von 40 H auferlegt worden. Auf deren wiederholtes Gesuch ist beschlossen worden, orbtcJnttm h/tTAiif in antworten Maa nun auck diese letz- von der Entrichtung dieser Abgabe abzusehen, weil der städtische Raum, welcher hier tatton conservativer Advocaten darauf zu antworten. Mag> nun auch, ole e ietz kommt, auch von anderen Grundbesitzern daselbst benutzt wird. lere Maßregel nicht ohne Wirkung bleiben, so sieht man doch, daß die Repuvlb 3 Die Anlage zweier Abfahrten vom Schoorweg nach dem Bauplatz für'S kaner, wie sie auch in der Kammer vor dem Schluß angekündigt haben, tapfern Justizgebäude und die Benutzung des ganzen zwischen dem fraglichen Bauplatz und dem Widerstand gegen die Vergewaltigungen bürgerlicher Freiheit, welche Mac Mahon Schoorweg gelegenen städtischen Geländes zur Lagerung von Baumaterial wurde unter feine Seit« in's Werk setzen, zu leisten entschloffen sind. Andererseits ist ^Bedingung gestattet, daß sich der FtscuS mit dem Pächter des Grablandes ver- die Hoffnung der monarchischen Coalitior., bet den Wahlen Vortheile zu errin- an 4 wurde beschlossen, daß die zu 1395 x veranschlagten Arbeiten zur Hergen, sehr herabgestimmt und die Versicherung der Republikaner, daß die Wahlen - ■ '* ‘ diesmal ebenso entschieden günstig, als bisher, ja vielleicht noch günstiger für sie aussallen werden, verdient wohl Glauben. Der Gesundheitszustand des Papstes, welcher schon seit einiger Zeit Besorgniß erregte, wird immer bedenklicher. Vergebens haben die Aerzte dem alten Herren eine Luftveränderung als das letzte Mittel, der schwindenden Lebenskraft einen neuen Impuls zu geben, vorgeschlagen; Pius IX. will der Rolle, welche er sich seit Verlust seiner weltlichen Herrschaft auferlegt und so consequent durchgesührt hat, bis zuletzt treu und der „Gefangene im Vatican" bleiben. Inzwischen werden von der Curie alle Vorbereitungen zu dem bevorstehenden Conclave, an denen der Papst noch thättg mitwirkt, getroffen, damit man durch die Eretgniffe nicht etwa überrascht werde. Der orientalische Krieg. Bukarest, 12. Juli. Bis jetzt haben das achte, neunte, zwölfte und dreizehnte Armeecorps, sowie die Bulgaren-Brigade die Donau überschritten. Bei Sistowa werden ungeheure Proviant-Dorräthe aufgehäuft. Die Gerüchte von einem Unfall, der dem russischen Thronfolger zugestoßen, sind erfunden. Die Rnffen recognosciren zwischen den Flüffen Osma und Jantra. Wien, 12. Juli. Die „Pol. Corr." bezeichnet die Angaben ver schiedener Zeitungen über die Aufhebung der Sperre des Hafens von Kle! sowie über Pourparlers mit der Pforte und der englischen Regierung und endlich betreffs einer eventuellen Occupation von Bosnien als vollkommen unbegründet. — Ein Telegramm derselben Correspondenz aus Bukarest erklärt alle Gerüchte über eine bevorstehende Ueberschreitung der Donau Seitens der Rumänen und den Abschluß einer Convention Rumäniens mit Serbien für unbegründet. — Aus Belgrad wird der genannten Correspondenz gemeldet: S£)ie jüngst ans der Skupschtina ausgetretenen Deputirten werden wegen Beleidigung dieser Versammlung und Verleumdung des Cabinets gerichtlich verfolgt, sind somit nicht wieder wählbar. Der konservative politische Club in Belgrad ist polizeilich aufgelöst. In Kragujevatz und Jagodina sind zahlreiche Parteigänger der Minorität verhaftet. Der Fürst hat den Empfang einer Deputation der Opposition abgelehnt. Die heute ablaufenden Fristen betreffs der Geltung des Ausnahme-Zustandes sind weiter erstreckt worden. « ^dtverordneleil- bchovrweaz -k Stadt die wir. tiöl?rbnN ™ Stabtoerorb: m£jnt0eöeiW: JwjWftn, bereit KachreiieS ani£ ^Ech der Mn-' ? auf Nachsuchm W'ine Abgabe richiossen worben, °um, weicher hier Wird. m Bauplatz sür'z Sauplatz und dem erial wurde unter Grablandes ver- Ärbetten zur Her- lotten. -banke in den Än- öahnhofsstraße an >as Baugesuch des iorlage unb wurde t-Juni c. gesüßten , von Machen, und mirTagm. erbrechens wider die len und 4 Tagen. nbelL , ,,, । des an seiner Ehe- .r Aberkennung der - Butter, perPfd- i'prr Stück 6-7 i8Xä ,er Stück 6b »u * Pfd- Korn 16,40, m„tber Wetzen (160 fft 16.90, g.„ ?-r150 $fb„ leiste : Tochter- J M-* 6"”* :7.>- Aktgemeiner Anzeiger. 23 20 Ctm Durchm. Meter tr ft ff tr Zusammenkunft und der Anfang ist auf dem Vicinalweg nach Hatten rod an der Steinbruchsschneiße Morgens 9 Uhr. 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Bekanntmachung. 3812) Auf Anordnung Großherzoglichen Forstamts Grünberg werden die Steigerer von Holz aus den städtischen Waldungen, für welches die Abfuhr bis zum 1. d. Mts. bestimmt war, ausgefordert, das noch im Walde sitzende Holz sogewiß bis zum 21. d. Mts. abfahren zu lassen, als sonst von Seiten der Forstbehörde Anzeige gegen die Säumigen bei dem Forstgericht erhoben werden wird. Gießen, den 5. Juli 1877. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. A. Bramm. ’700 Kiefern - und Fichten-Stämme bis zu 33 Ctmtr Durchmesser und 18 Meter Länge mit 222,92 Fstmtr. 5 Eichen-Stämme mit 1,07 Fstmtr. 8 Btrken-Stämme mit 1,71 Fstmtr. 602 Kiefern- und Fich enstangen 41,75 Fstmtr. Montag den 16. Juli, Nachmittags um 2 Uhr, soll im Gasthaus zum Schwanen dahier eine Kuh meistbietend versteigert werden. DOCter & Katz, Bekleidungsmagazin, am Seltersweg in Gießen. 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Turntuch-Ansiige in allen Größen sind wieder vorälhig bei Bekanntmachung. Montag den 16. Juli 1877, Vormittags 10 Uhr, sollen in dem Rathhaussaale auf dem Marktplatz die zur Planirung der 9. Schneiße zwischen dem Anneröder Weg und der Wannschneiße im Meßner Stadtwald erforderlichen Arbeiten, veranschlagt zu 1395 JL an den Wenigftnehmenden vergeben werden. Forstwart Schlag zu Hausen ist ange- rviejen, Steigliebhabern vor der Versteigerung an Ort und Stelle nähere Erläuterung zu geben. Gießen, den 6. Juli 1877. Eroßherzogltche Bürgermeisterei Gießen. Die neuesten besten N/>nr-Kochh er