Dienstag den 15. Mai Wo ISO KWener MnMger aufgehoben. risch besetzen und auch Hausdurchsuchungen nach Waffen vornehmen lassen. In Folge des Brandes von Tuturkai stellten die Türken den vom Senat beschlossenen Abänderungen angenommen. — Das Einfuhr von Rindvieh aus Hamburg und Altona nach Italien ist Verbot wieder Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Spedition: Schulstraße, Lit. B. Nr. 18. die mit der 1. < P. Ancar- militä- Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Brii y rlohn. Durch die Post bezogen vie-rteisährlich 2 Mark 50 Ps. Von Giurgewo, wohin gestern der Fürst abreiste, ist noch keine Action zu melden. — Die „Presse" meldet: Die Pforte unterhandelt mit englischen Finanz- Aeutschland. Darmstadt, 12. Mai. Das Großherzogthum Hessen zählte im Januar d. I. 1137 Gemarkungen, von denen 1059 mit legalisirten Grundbüchern und dazu gehörigen Karten versehen sind. Außerdem sind in den Provinzen Starkenburg und Oberheffen 8 Gemarkungen mit legalisirten Grundbüchern (ohne Karten) versehen, ferner in der Provinz Rheinhessen 15 Gemarkungen, deren legalisirte Grundbücher auf parzellarischen Vermessungen beruheu, welche vor Erlaß des Gesetzes vom 13. April 1824 erfolgt sind. Die Anzahl dec mit legalisirten Grundbüchern versehenen Gemarkungen beträgt hiernach im Ganzen 1082, die Anzahl der Gemarkungen, in welchen zur Zeit noch keine legalisirten Grundbücher bestehen, im Ganzen 55. Unter letzteren befinden sich die in Folge des Friedensvertrags vom 3. Septbr. 1866 von Preußen abgetretenen 18 Gemarkungen, weiter 18 Gemarkungen, von welchen Grundbücher auf Grund von Parzellenvermessungen bereits aufgestellt, aber noch nicht lega- lisirt sind, endlich 4 Gemarkungen, für welche gegenwärtig die Grundbücher auf Grund von Parzellenvermessungen in der Aufstellung begriffen sind. Von den hiernach verbleibenden 15 Gemarkungen kommt die mit Baden gemeinschaftliche Gemarkung Kürnbach, von welcher für Hessen kein bestimmter Theil ausgeschieden ist, hier nicht in Betracht. In 3 dieser Gemarkungen ist die Parzellen- vcrmessung vollendet und sollen die Grundbücher 1877 oder 1878 zur Aufstellung kommen. In 8 derselben ist die Parzellenvermessung gegenwärtig in Betrieb, in den 3 übrigen ist dieselbe noch nicht in Angriff genommen. Es sind dies die Treburer Auen, der Friedberger Burgwald und die Gemarkung Rendel. Außerdem sind 22 Gemarkungen mit bereits legalisirten Grundbüchern versehen, für welche bereits neue Grundbücher auf Grund von Parzellenvermessungen aufgestellt, diese aber noch nicht legalisirt sind. Für weitere 8 Gemarkungen sind solche Grundbücher in der Aufstellung begriffen. _ Die Flurvermessung hat in 1122 Gemarkungen stattgefunden und steht somit noch in 15 Gemarkungen zurück. In 669 jener 1122 Gemarkungen ist auch die Parzellenvermessung vollendet, in 53 Gemarkungen ist sie gegenwärtig in Betrieb. Berlin, 11. Mai. Die Matrikular-Beiträge für Hessen sind in dem Nachtrage zum Reichshaushalts-Etat pro 1877/78 auf 1,210,308 Mk. festgesetzt. Im Etat für 1876 waren angesetzt 1,162,731 Mk., mithin für 1877/78 mehr 47,577 Mk. Spanien. Bilbao, 11. Mai. Die Regierung hat, um einem im Bezirk taciones befürchteten Ausstande zu begegnen, geeignete Punkte desselben Der orientalische Krieg. Wien, 11. Mai. Die „Presse" meldet aus Bukarest: Die Kammer beschloß, die Regierung in Betreff der Situation zu interpelliren. An die Be- antwortung soll dann ein Antrag auf die Kriegs- und Unabhängigkeits-Erklärung geknüpft werden. Der Fürst und das Ministerium hätten beschlossen, der Initiative der Kammer zu folgen. — Die „Presse" meldet ferner aus Rust- schuk: Die Türken schieben größere Truppenmassen von Widdin ostwärts vor und verstärken die Garnisonen von Nikopoli-Rakowa (Rahova) und Lom (Lvm- Palanka?), da sie den Uebergang der Russen zwischen Widdin und Rustschuk erwarten. — Aus Bukarest geht endlich der „Presse" die Meldung vom 10. d. Mts. zu, daß wegen des Bombardements von Giurgewo der Fürst heute früh dahin abgereist sei. Heute wird Oltenitza bombardirt. Wien, H. Mai. Gerüchtweise verlautet, Prinz Reuß habe unserem Kaiser ein Handschreiben des Kaisers Wilhelm überbracht. Rumänien hat seine gesammte Flottille, zwei Fregatten, ein Kanonenboot, eine Schaluppe und sechs eiserne Transport-Barken den Russen zum Donau-Uebergang zur Verfügung gestellt. Der Fürst von Rumänien wird sein Hauptquartier nach Krajova verlegen. Die Donau-Dampfschifffahrts-Gesellschaft hat ihr bewegliches Material von der Schiffswerfte zu Turnseverin nach Orsowa in Sicherheit gebracht. — Der „Polit. Corresp." wird aus Bukarest von heute gemeldet: Gestern fand e(n heftiger Kampf zwischen einer rumänischen Batterie bei Oltenitza und einer vor der türkischen Stadt Tuturkai postirten, von zwei Monitors unterstützten türkischen Batterie statt. Tuturkai wurde dabei in Brand geschossen und zog zweimal die weiße Fahne auf; auch einer der Monitors erlitt starke 11. 1 2000, 1 30« upons <Öar ea md laut Wcht k r Mage v°n ®«"*: Men als I-Hd- (285 HijiisiN'L sitvereill nach' (2^ . 1 »• Italien Nom, 11. Mai. Die Deputirten-Kammer hat den Gesetz-Entwurf, betr. Unvereinbarkeit gewisser Beamten-Stellungen mit dem Deputirten-Mandat, . 15. 9» * Gießen, den 14. Mai 1877. Betreffend: Die Parcellenvermessung und Consolidation in der Gemarkung Saasen. Das Grvßherzogliche Kmsantt Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien Beltershain, Bersrod, Lauter, Lumda, Queckborn, Reiskirchen und Röthges. Unter Hinweis auf unsere specielle Verfügung vom 4. l. M. beauftragen wir Sie wiederholt, den darin genannten Personen den Inhalt der Bekanntmachung im Anzeiger No. 106 alsbald zu eröffnen und wie geschehen umgehend anzuzeigen. v. Röder. r Ml! ,0 W Pf England London, H. Mai. Im Unterhause antwortete Unter-Staatssecretär Bourke auf eine Anfrage Erington's: Wir sind davon benachrichtigt, daß die Schließung des Suez-Canals gegen russische Kriegsschiffe beabsichtigt ist, haben aber keine Reglements darüber erhalten. Gegenüber Schiffen anderer Nationalität ist, wie wir erfahren haben, keine Schließung beabsichtigt. — Der russische Botschafter, Graf Schuwaloff, reist heute zum Antritt seines Urlaubs von hier ab und gedenkt Montag jn Petersburg einzutreffen. London, 12. Mai. Einem hier eingegangenen Telegramm zufolge hat in Peru ein großes Erdbeben staltgefunden, wodurch die Stadt Jquique fast gänzlick zerstört wurde. London, 12. Mai. „Reuter's Bureau" bezeichnet auf das Entschiedenste die Nachricht des „Rußki Mir" als unbegründet, wonach Lord Beaconsfield unmittelbar vor der Kriegserklärung die auf den Berichten des britischen Militär-Bevollmächtigten in Petersburg Wellesley fußende Ueberzeugung ausgesprochen habe, daß Rußland nicht zum Krieg schreiten würde. — Die Schiffbau-Arbeitgeber am Clyde haben ihren Arbeitern die Mittheilung gemacht, sie würden in einigen Tagen entlassen werden; in Folge dessen werden 30,000 Mann arbeitslos. k> Iche eine 4 Ür. GiaS* ^isarzt ' alten Q.i' Q lBer “SS?» Bandwur^Ol-^ ZMZ k^LMGto^cnfhit loyd. Straßburg, 11. Mai. Der Oberpräsident veröffentlicht nachstehenden kaiserlichen Erlaß, der an ihn gerichtet ist: Nachdem seit den Ereignissen, welche den Wieder-Anschluß von Elsaß-Lothringen an das deutsche Reich zur Folge gehabt baben, eine Reihe von Jahren verflossen ist, habe ich dem längst gefühlten Drange, diese Lande in ihrem neuen Berhältniß mit eigenen Augen kennen zu lernen, nackzugeben mich beschlossen. Um einer ernstlichen fürstlichen - Pflicht zu genügen, bin ich in die Reichslande gekommen. Ihre Erfüllung aber hat sich für mich je länger desto mehr zu einer Quelle angenehmer Eindrücke gestaltet, welche durch freundliche Erinnerungen wohlthuend in mir fortwirken werden. Ich verdanke diese vorzugsweise dem rücksichtsvollen Entgegenkommen eines großen Theiles der Bevölkerung. Allenthalben auf meinem Wege durch die Reichslande bin ich huldigenden Aufmerksamkeiten mannichfacher Art begegnet, welche ich gern als ebenso viele Beweise dafür betrachte, daß das Vertrauen, mit dem ich diese Lande betreten, auf gutem Grunde geruht hat. Jetzt nehme ich von denselben mit dem Bewußtsein Abschied, daß mein Aufenthalt dazu beitragen wird, die Beziehungen zwischen ihnen und dem Reiche zu befestigen und ersprießlich zu gestalten. Indem ich tief den Unfall beklage, von welchem während meiner Anwesenheit in der Hauptstadt Deutsch-Lothringens die dortige altehrwürdige Stätte christlicher Frömmigkeit betroffen worden ist, verlasse ich die Reichslande mit herzlichen Wünschen für die friedlich fortschreitende Entwickelung ihrer geistigen' sowie materiellen Wohlfahrt und ertheile Ihnen zu ___ bem Zwecke, der Bevölkerung meinen Dank für die mir zu Theil geworden" Beschädigungen. _ _ .. Aufnahme kund zu geben, hierdurch den Auftrag, den gegenwärtigen Erlaß als- Abends das Feuer gänzlich ein und zogen in der Nacht die Batterie zurück. — bald zur öffentlichen Kenntniß zu bringen. Metz, den 9. Mai 1877. lCk OI^-* gez. Wilhelm. Ü ist.0« 1)M| t Kche an ««("* ! ■hlatter. nach ierika frew-OHeanii om September bis einmal monatlich. Cajüle 630 jl Zwischendeck 150 * rddeutschen Lloyd ;oölhM Hessen Kduaro ! in Gietzen. (38; ika sind stets zum tyä ■ W» Dietz. [B r’sche uösl-Wastto männern über ein neues Anlehen von 5 Millionen Lstrl., für die als specielles Pfand die türkischen Minen und Waldungen haften sollen; Zuhdi Bey reise in dieser Angelegenheit nach London. — Aus Triest meldet dasselbe Blatt: Auf Reclamation der Seebehörde^hat die türkische Regierung das von ihr mit Beschlag belegte österreichische Schiff wieder freigegeben. — Der österreichische Botschafter in Konstantinopel, Graf Zichy, ist heute früh, und der deutsche, Prinz Reuß, heute Mittag von hier abgereist. — Ein Telegramm der „Neuen Fr. Pr." aus Konstantinopel vom 9. d. Mis. meldet, Ismail Pascha, Vali von Erzerum, hätte sich mit 40,000 Kurden in Bewegung gesetzt, um einen Einfall in das russische Gebiet zu machen. Petersburg, 11. Mai. Der „Ruff. Invalide" meldet: An der gestern auf dem Marsfelde stattgehabten Truppen Revue waren alle in Petersburg und Umgegend stehenden Truppen bethelligt. Eine große Zuschauermenge wohnte derselben bei. Um 1 Uhr Mittags erschien der Kaiser, von lauten Hnrrahs der Truppen und des Publikums begrüßt. Nach Beendigung der Parade drückte der Kaiser seinen Dank aus für den guten Zustand der Truppen. — Der „Regierungs-Bote" veröffentlich ein Telegramm des Oberbefehlshabers, d. d. Kischeneff, 10. Mai. Daffelbe bestätigt die Nachricht von der Beschießung des Klosters Theraponte am 7. d. Mts. durch die Türken, wobei auf russischer Seite ein Soldat getödtet und zwei schwer verwundet wurden. Petersburg, 11. Mai. Heute wurde im Thronsaale des^kaiserlichen Palais Großfürst Sergius feierlich für volljährig erklärt. — Seiteng des Marine-Ministeriums wird constatirt, daß die Blokade der Häfen des Lrchwar- zen Meeres Seitens der Türken keine effechoe sei; ein russisches Schiff konnte Nikolafeff ungehindert verlaffen. Tiflis, 11. Mai. Die Ruffen haben Diadin ohne Kampf besetzt; die Einwohner kamen ihnen freundlich entgegen. Bukarest, 11. Mai. Die Türken fahren fort, Schiffe, die aus rumänischen Häfen auslaufen, meazunehmen, und jene, die sich weigern, nach den türkischen Ufern hinüberzufahren, in Brand zu stecken. Türkische Soldaten sind gestern in der Nähe von Oltenitza gelandet und haben ein rumänisches Wacht- Haus angezündet. Bukarest, 11. Mai, Nachts. Der größte der türkischen Donau-Mont- tors näherte sich heute Nachmittag 3 Uhr Braila und nahm Position hinter der Insel Ghiacet, von wo er die Stadt Braila beschoß. Die am Ufer und den Donau-Quais aufgestellten Russen erwiderten anfänglich das Feuer mit leichter Artillerie, ohne zu treffen. Daraus eröffneten die rnssischen Batterien, welche auf den die Stadt beherrschenden Höhen hinter Weingärten maskirt sind, das Feuer. Nachdem dieses eine Stunde lang fortgesetzt war, schlugen zwei russische Granaten in den Dampfkessel des Monitors ein, welcher explodirte und das Feuer der Pulverkammer mtttheilte. Der Monitor flog in die Luft; 200 Soldaten und Schiffsbemannung gingen in den Wellen unter; nur ein Lootse ward gerettet. ~ — Die Deputaten Kammer berieth heute die Interpellation Stolojanu's betreffs der von der Negierung gegenüber den türkischen Bombardements ergriffenen Maßnahmen. Die Minister Cogalniceann und Bratiano erklärten, die Türkei selbst habe Rumänien den Krieg erklärt. Der Letztere bemerkte noch, Rumänien habe eine gute Armee und Officiere; daffelbe müsse und könne seine Lebensfähigkeit erweisen. Die Kammer nahm darauf mit 58 gegen 29 Stimmen eine Tagesordnung an, wonach die Regierung unter Berufung auf die von den Türken ausgegangene Aggression ermächtigt wird, Maßregeln zu ergreifen, welche die Existenz Rumäniens sichern und ihm gestatten, nach Herstellung des Friedens eine wohlpräcisirte politische Stellung einzunehmen, um seine historische Mission int Orient zu erfüllen. Konstantinopel, 11. Mai. Der Sultan hat sämmtlichen am bulgarischen Aufstande betheiligt gewesenen Personen Amnestie gewährt. Petersburg, 12. Mai. Die Nachricht des „Daily Telegraph" über eine angebliche Niederlage, welche die Ruffen gelegentlich des Versuchs eines Ueberganges über die Donau bei Reni am 9. d. Mts. erlitten hätten, wird hier für durchaus erfunden erklärt. Konstantinopel, 12. Mai. Eine Depesche aus Widdin meldet Näheres über den Artillerie-Kampf zwischen Widdin und Kalafat am letzten Dienstag. Die Citadelle von Widdin eröffnete das Feuer gegen die von den Ruffeit auf geführte siebente Batterie in Kalafat. Die Ruffen erwiderten daffelbe, indem sie das muselmanische und christliche Viertel von Widdin bombardirten. Lste wurden aber schließlich gezwungen, die Arbeiten an der siebenten Batterie zu verlassen und sich außer Schußweite der Kanonen von Widdin zurückzuziehen. — Die Journale erwähnen eines Gerüchtes, wonach die Ruffen vor Kars und Ardahau eine Rückzugsbewegung gegen die Grenze angetreten hätten. Wien, 12. Mai. Die „Wiener Abendpost" bezweifelt die Gerüchte, wonach Rußland eine Revision des Dardanellen-Vertrags in fein Programm ausgenommen hätte. — Der Czar bat befohlen, daß sämmtliche waffenfähige Prinzen in die active Armee eintreten sollen. Vermischtes. — Aus San Franzisco wird eine ergreifende Szene, welche sich an Bord des Dampfers „Colon" zugetragen hat, mitgetheilt. Das Schiff hatte in New-Aork außer der gewöhnlichen Anzavl seiner Reisenden mehrere reißende Thiere für die Menagerie Moitgomeiy in San Francisco mitgenommen, auch ein Rhinoceros aus Java, das mit Milch, Zucker und Heu gefüttert wurde. Die Käfige der Thiere befanden sich auf dem Verdeck. In der Nähe des Kap Hatteras (Norocarolina) zerstörte eine gewaltige Welle plötzlich einen Theil detz Rhmoceros-Käfigs. Das Thier, das sich bislang stets sehr .anft und ruhig gezeigt hatte, bekam einen wahren Wuthanfall, als es seine Behausung überschwemmt sah. Mit Hörnern und Füßen arbeitete es nun an der Vollendung des von den Elementen begonnenen Werkes. Es gelang ihm, zwei Eisenstäbe zu zerbrechen und einen Thetl seines Körpers durch die entstandene Lücke zu drängen. Die Matrosen ergriffen Angesicht« der drohenden Gefahr Vorsichtsmaßregeln, wäh-end die Reisenden sich in ihre Kajüte» flüchteten. Einige Augenblicke später hatte sich das Rhinoceros befreit und sprang wild auf dem Verdeck umher. Zuerst stürzte es sich auf em Racepferd, welches für den Präsidenten von Peru bestimmt war, und tödtete es. Dann stürmte das scheu gewordene Thier mit gesenktem Kopfe in rasender Schnelligkeit nach allen Richtungen hin und zerstampfte Alles, was sich auf seinem Wege befand. In den Kajüten hörte man sein Entsetzen einflößendeS Grunzen. Kapitän Grifft», der sich und seine Leute bewaffnet hatte, befahl Feuer auf das Rhinoceros zu geben. Unglücklicherweise prallten die Kugeln von dem dicken Fell deffelben ab. Roch wüthender gemacht, drang es in die Kajüte des Schlffsarztes Agnew ein, wo es zwei Hunde zer« fleischte. Es entfernte sich ohne den bebenden Arzt erblickt zu haben, der sich hinter ein Sopha versteckt hatte Die Schreckensszene dauerte fast eine Stunde und der „Eolon" war tm Begriff von seiner Bahn adzulenken, da Kapitän und Matrosen in ihre Kajüten geflohen waren und die Leitung des Schiffes dem Zufall überlassen hatten, als es dem Tyierwärtcr Henry Grl-, der in die Raaen geklettert war, gelang, das Rhinoceros mittelst eines Lasso zu bändigen. — Bücherpreise vor 200 Jahren. Der Frankfurter Buchhändler Christian Harmsdorf lieferte einstmals dem Landgrafen Georg II. verschiedene Bücher, wofür nach- itehende Preise bezahlt wurden: für eine Lüneburger Bibel in Getto 3 fl. 10 alb., für Ge-Hard's Schola pietatis in Quart 3 fl., für Graf's Edles Herzpuloer in Quart 14 alb. und für Seberi hortula in Octao 20 alb- — Die Bücher aus dieser und früherer Zeit hatten häufig ganz absonderliche Titel: so erschien 1588 ein solches unter dem Titel: Bi mntforb des heiligen Römischen Jmmen-Schwar ns, seiner Hummels-Zellen, Hur» naus-Nester, Bramen Geschwurm und Wespen-Getöß ic. Ein anderes ist betitelt: Wunder-Geburt des allen Höll-Gottes Lucifers; wie derselbe vor Jahren zu^Rom unversehens schwanger worden und mit großer unsäglicher Pein, Qual und Schmerzen den ersten Jesuiten in diese Welt geboren habe. Sehlffeberlelit. Mitgetheilt von dem Agenten deS Norddeutschen Lloyd C. W. Dietz in Gießen. Baltimore, 9. Mai. (Per transatlantischen Telegraph.) Das Postdampfschiff Nürnberg, Capt. A. Jäger, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welches am 25. April von Bremen abgegangen war, ist gestern wohlbehalten hier angekommen. Newyork. 11. Mai. (Per transatlantischen Telegraph.) Da« Postdampfschiff Rhein, Capt H. C Franke, vom Norddeutschen tllyod in Bremen, welche- am 28. April und am 1. Mat von Southampton abgegangen war, ist heute 2 Uhr Nachmittags wohlbehalten hier angekommen. Handel und Verkehr. Frankfurt, 12. Mai. Der heutige Heu-und Stroh-Markt war gut befahren. Heu kostete je nach Qualität per Gentner X 4 50—6.15, Stroh per Centner X * bis 5. Butter im Großhandel das Pfund 1. Qualität X 1.15—20, 2. Qual. X 1 im Kleinhandel 1. Qual. X 1.30—40, 2. Qual. X 1.20—30. Eier, gewöhnliche, da- Hundert X 4.50, italienische X 5.50—6. Camberg, 8. Mat. 160 Pfd. Rothe Weizen X 23.30, 150 Pfd. Jtorn X 17.80, 130 Pfd. Gerste —, 100 Pfd. Hafer X 9, Kartoffeln X 3 40. Weilburg, 9. Mai Weizen per 160 Pfd. X 24.02, Korn per 150 Pfd. X 17.80, Gerste per 130 Pfd. X 15.40, Hafer per 100 Pfd. X 9.95, Kartoffeln per Centner X 4.40, Erbsen per Pfd. —. Mainz, 11. Mai. Das Getreidegeschäft begann die Woche in sehr fester Haltung, dieselbe schwächte sich jedoch wieder ab. Die Haltung des heutigen Marktes war eine ruhige mit belebtem Umsätze. — Wir notiren: Weizen eff. X 27—29.50, per Mai 27.60; Korn eff 20—22.75, per Mai 19.30; Gerste 19.75—21.50; Haser eff. 15.00 bi« 18 50, per Mai 17,60. Rüböl eff. robeS 36, gereinigtes 30.00 ohne Faß. per Mai 35 50 mit Faß; Kohlsamen 37 00—38.00, Mohnöl 68—72, Leinöl 31.50, Repskuchen 172—182. Worms, 11. Mai. Im Productengeschäft ist seit der Vorwoche keine Aenderung eingetrrten. Die immer noch hohen Preise lassen das Geschäft zu keinem lebhaften Aufschwung gelangen, da jeder nur von Hand zu Mund kaust. Zu notiren ist: Weizen X 26—30, Roggen X 20—22, Gerste X 19.50—20.25, Hafer X 18—19, alles per 100 K'l. netto, je nach Quälst. Mehl die laufende Partie X 36—37, Weizenoorschuß X 42—44, Kornvorschuß X 29—30, per 100 K'l. brutto incl. Sack. RepS X 36—37 ptr 100 K>l netto erste Kosten. Rüböl X 37—38 per 50 Kil. netto ohne Faß. Briefkasten. Herrn F. H. hier. Der neue Chorrock des Herrn Pfarrer« interessirt un« sehr wenig. Der Herr wird wohl einen gebrauchen können und darum praktische Regeln bdol g'm.___ Am 20. Mai, Pfingstsonntag, um 9 Uhr. Altkathotischer Gottesdienst in der Hospitalktrche. Der Vorstand« Allgemeiner Anzeiger. Japaiiisclie Schreib- ß copir-Tinte (Euere violette ä copier). Dieselbe ist von violetter, dem Ange angenehmer Farbe, wirb indeß beim Gebrauch nach kurzer Zeit schwarz, trocknet augenblicklich, greift weder Papier noch Feder an, ist leicht fließend, schimmelt selbst bei längerer Aufbewahrung nicht und ist unauslöschbar. 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Bruchsteinen zum Bau der Wasserstation und des Locomotivschuppens auf Bahnhof Wetzlar, soll im Wege der öffentlichen Submission vergeben werden. Zu diesem Zwecke ist Termin im hiesigen Abtherlungs-Bureau auf Freitag den 18. Mai er., Vormittags 11 Uhr, anberanmt. Sämmtliche Offerten sind portofrei und versiegelt einzureichen und Probesteine beizufügeu. Offerten ad I und II können auch getrennt abgegeben werden. Die Bedingungen können Hierselbst eingesehen, auch gegen Erstattung der Copialien bezogen werden. Wetzlar, den 7. Mai 1877. Der Abtheilungs-Baumeister: Kluge. Bekanntmachung. In Folge Einführung der Eisenbahn-Sommerfahrpläne werden die nachbezeichneten Posten ic. vom 15. d. Mts. ab die dabei angegebenen Kurszeiten erhalten: 1) Personenpost Altenstadt - Niederwöllstadt: auö Niederwöllstadt 820 V., in Altenstadt 105 V. aus Altenstadt 530 V. in Niederwöllstadt 720 V. aus Altenstadt I5 9t. in Niederwöllstadt 255 N. 2) Botenpost Niederwöllstadt-Rodheim v. d. Höhe: aus Niederwöllstadt 750 V., in Rodheim v. d H. 915 V. 3) Personenpost Friedberg-Ortenberg: aus Ortenberg 440 V-, in Friedberg 740 V. 4) Privatfuhrwerk Berstadt-Friedberg: aus Berstadt 545 V-, in Friedberg 735 V- aus Friedberg 720 N-, in Berstadt 910 N- 3) Personenpost Bad Nauheim-Usingen: aus Bad Nauheim 725 N-, in Usingen 940 N- 6) Privatfuhrwerk Butzbach-Münzenberg: aus Butzbach 1140 V-, in Münzenberg 1255 N. 7) Botenpost Butzbach-Niederkleen: aus Butzbach 9 V-, in Niederkleen IO25 V aus Niederkleen 625 V-, in Butzbach 750 V. 8) Personenpost Laubach - Lich Bahnhof: aus Lich Bhf. 915 N-, in Laubach UN- 9) Personenpost Hersfeld - Schlitz : aus Hersseld 610 N-, durch Niederaula 720, jn Schlitz 920 N. aus Schlitz 610 V, 80 in Hersfeld 915 V- Gießen, den 13. Mai 1877. Kaiserliches Postamt. Lochmann. Bekanntmachung. 2734) Für Steinsalz-Transporte in Ladungen von 10,000 Kilo ab Jagstfeld nach Bad-Nauheim kommt fortan ein Frachtsatz von 64,40 JL. zur Anwendung. Caffel, den 5. Mai 1877. Königliche Direktion der Main - Weser - Bahn. Bekanntmachung. 2733) Martin Iüngel von Lehn- heim ist als Verschwender unter Curatel gestellt worden. Es wird dies unter dem Anfügen zur Kenntniß gebracht, daß Rechtsgeschäfte nur mit dessen bestelltem Curator Johannes Dick- Hardt von Lehnheim abgeschloffen und Zahlungen nur an diesen gültig geleistet werden können. Grünberg, den 8. Mai 1877. Großh. Landgericht Grimberg. Sellheim, Ittmann, Landrichter. Landger.-Assessor. Versteigerungen. Dienstag den 26. Juni, Nackmittags 2 Uhr, "soll auf dahiesigem Ortsgericht die Hof- raithe des Johann Friedrich Simon als Flur V332 31 Meter Hsfraithe in der Kathartnengasse meistbietend versteigert werden. Gießen, den 12. Mat 1877. (2739 Großherzogltches Ortsgericht Gießen. Müller. Dienstag den 15. Mai, Nachmittags 1 Uhr, sollen im Pfandlocal dahier eine Nähmaschine, Bettwerk, Kleider und Möbel an den Meist bietenden versteigert werden. Gießen, den 12. Mai 1877. (2738 Großherzogltches Ortsgericht Gießen. Müller. Dienstag den 13. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, sollen in dem Hause des Schlossers Nagel in der Brandgasse die zum Nachlaß der Heinrich Schneider Wtttwe gehörigen Mobilen, bestehend tn Möbeln, Weiß- und Bettzeug und gut erhaltenem Schreinerwerkzeug, meistbietend versteigert werden. Gießen, den 11. Mai 1877. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. 2697) Lüdektng. Mittwoch den 16. Mai, Nachmittags 2 Uhr, soll im hiesigen Pfandlocale eine Partie Wirthstische, Bänke, Stühle, Gläser, Lampen rc. meistbietend versteigert werden.— Gleichzeitig soll eine große Partie Struppm- band, sowie L>chuhmacherahlen, versteigert werden. Gießen, den 14. Mai 1877. (2747 Großherzogliches Ortsgericht Gießen. Müller. Heute Dienstag, Nachmittags 2 Uhr, werden in der Brandgasse Falz- und Glattziegel gegen gleich baare Zahlung versteigert. 2744) H. Schne ll. -firfjtm - Stamm - unö Stangenholz in verschiedensten Dimensionen verkauft die unterzeichnete Stelle bei Auswahl einzelner Stücke zu 13, in größeren Partieen mit fortlaufender Nummerfolge zu 11 «X. per Kubikmeter; ferner Flößholz, Fichtenstämme von 12—42 Ctm. Durchmesser und bis 23 Meter Länge, zu 20 — 28 eX Per Kubikmeter; Beschlagenes Bauholz, Fichten und Kiefern, kantig in Stärken von 10—27 Ctm., zu 25—35 «X per Kubikmeter; Kiefern - Rundscheitholz von 21/2 und 3 Meter Länge zu 5 per Raummeter. Das Hol; lagert i/2 bis 1 Stunde von hiesiger Eisenbahnstation und theilweise unmittelbar an chaussirten Straßen. Lich, den 12. März 1877. Fürstliche Oberförstern Lich. 2727) Wimmenauer. Holzversteigerung. Oberförsterei Oberscheld. Freitag den 18 Mai, Morgens präcis 10 Uhr Revier Ranzenbach. District Meerbachstannen. Circa V/2 Stunden bis Dillenburg, guter Weg. 44 Fichten 1. Klaffe mit 123,18 Feftmeter, 610 „ 2. ff 515,25 1546 „ 3. 414,07 2 Kiefern 2 ff 1,08 11 „ 3. ff 3,53 ff 496 Fichtenstangen 1. Klasse, 210 „ 2. „ 98 „ 3. Nach Umständen Fortsetzung der Versteigerung Sonnabend den 19. Mai 1877 Dillenburg, den 12. Mat 1877. Der Königliche Oberförster: Genth. (2737 Wnldstmi- u. Holzvcrsteigcrung in den Waldungen des Größtmöglichen Hauses der Gbersörsterei Uicder-Ohmen. 2726) Es werden versteigert: 1) Freitag den 18. d. M., Morgens 8 Uhr, bei Gastwirth Schäfer zu Lumda: 200 Haufen Streulaub aus den Districten Tränkkopf, hinterst. Heuk, Btlskopf, vorderer Winkelkopf, Sauplatz und Streithainskopf; an demselben Tage, Vormittags 11 Uhr, bet Gastwirth Weber zu Nieder-Ohmcn: 100 Haufen Streulaub aus den Districten junger Zwilling, Eisenkaute, Heegkopf und Linnes. 2) Mittwoch den 23. und Donnerstag den 24. d. M in den Districten Burgwald, Beunewalg, Haag, Eichheege, Eselskopf, GänSheege, O/4 Stunde von der Station Mücke): 62 Eichen-Stämme von 16—42 Centim. Durchm., 4—14 Meter Länge, — 24 Cubikm., 1292 Kiefern-, Fichten- und Lärchen Stämme von 15—56 Centim Durchm, 7 bis 24 Meter Länge, — 786 Cubikm. (darunter Stämme von 4 Cubikm.), 2 Ulmen-, 16 Birken-, 5 Aspen- und Linden-Stämme und 1 Eicken-, 261 Nadel- Derbstangen, darunter viele Sparren. Zusammenkunft jeden Tag Morgens 8 Uhr am Pflanzgarten. 3) Freitag den 23 und Samstag den 26. d. M., von Morgens 8 Uhr an, bei Gastwirth Reitz zu Merlau aus District Burgwald, Keilskopf, Haag und Pseifenfack rc.: Scheiter und Knüppel Reisig Stöcke Raummeter Buchen 41 148 22 Eichen, Birken 101 136 Nadelholz 2908 915 455 Aspen 64 — — Steigliebhaber wollen das Holz, zu dessen Vorzeigung Bauer angewiesen ist, vorher ansehen. der Großh. Forstwart Grünberg, am 12. Mai 1877. Großh. Oberförsterei Nieder-Ohmen. Hüter Aeitgebotenes. Kleesamen, Grassamen, empfiehlt Wilhelm Seibert, 2742)_______________Marktstraße._________ 2732 t Ein sehr guter Wagen u. Pferdegeschirr für einen Einspänner ist sehr billig abzu- geben bei Johannes Weidemüller, __iN-Nordeck. Frische Hefe von Mittwock an bei 2753) Bierbrauer Weller. 2709) Scheuer mit Stallung zu ver- miethen. Wo? sagt die Exped. d. Bltts. Flaschenbier Verkauf. Lagerbier der Herren Förtsch u. Jost, Lagerbier der Herren Gebr. Lotz, Gießener Actienbier (Export), in ganzen und halben Flaschen empfiehlt billigst 2745)_________I. Retter. Petroleumherde, mit ganz neuen Vorrichtungen versehen, empfehlen zu außerordentlich billigen Preisen 2389) Flick & Kröll. Frische Seezungen und Schollen, Sauerkraut, Prima Waare, bei 15 Pfd. Abnahme h Pfd. 16 neue Kartoffeln, gelbe Rüben, Kopf-Salat, täglich frische Maikräuter, empfiehlt 2751)H. Kurth. Neu! Papier-Anfruchter, Neu! Leveson Patent. t Hierdurch empfehle den mir am 22./1. 1877 patentirten Copirbuch- Anfeuchter, a!s unentbehrlich für jedes Comptoir. Derselbe vereinfacht das bis her so umständliche Anfeuchten frer Copir-Papiere dadurch, daß er Pinsel, Schwamm und Wasserbehälter in sich vereinigt und ist einmaliges Anfeuchten desselben für monatelangen Gebrauch hinreichend. Köln, Paul Leveson. Detail-Verkauf: bei der Expedition des Gießener An- ___________zeigers ü 2 ____________ Kleesaat, alle Sorten, empfiehlt L. Müller, 2003) Mäusburg B. 4* > Kinder bestens empfohlen werden. (681 h/c^n^tU(x^.angenehm • | ^"«.Magen u.Zähne | H. Adami. anderweit vermietbet. Su der Herren BI. Mofmann eröffnen. Louis Hahn. 2723) Ein möblirtes Zimmer zu vermiethen. Ph. ITIil, I. Sprecher. Kreuz, Lil. B. 114. 2674) 2752) 2731) Ein stud. phil. sucht Privat stunden zu geben in der lateinischen, griechischen und deutschen Sprache. Auch ist derselbe geneigt in einem Pensionat oder einer Familie tägl. die schriftlichen Arbeiten zu überwachen. Offerten erbeten unter B. 25 in der Exped. d. Bltts. .2 -2 2698) Ein HauS mit Scheune und Stall von Eichenholz hat wegen des Baues ocr Eisenbahn auf dm Abbruch zu verkaufen Conrad Schiefer ft ein in Launsboch. 2301) Ein freundliches Logis auf dem Seltersberg, bestehend auS S ineinandergehenden Zimmern nebst Zubehör u. Gartenbenutzung, ist zu vermiethen und vom 1. September d. I. an zu beziehen, auf Verlangen auch schon früher. Näheres bei H ••lf,t rU t, ^ch njxt an „."Mm A a( Berlin, äafter in Londoi Mdrichsruh zum «ntreffen. — Der ruf ’• Uhr hier einget Ttuttgar der mtiichei ^''llaßungen von ^ränkuntz der A ätzende tDaien « wurden erb W" M tun ftnb . ^tnierfbar.