lnng. > von W. Kensler Tflcricbteteii Ladin vtr» üerftbiebrnen Werten, V Wiener Meer- ' Neigetli Ute,?. I- A. E q ** 5) agsg DZU/ ’k" 32 fliSß* 10 ein zu- tretet ' Äb& °°«n-r».dL e„ 6 ,n Frankfurt a. M ■s---------lM5 Bewerbung um eine ^rsiken Comptoir, ^"ige kleine Gebaliä- A. werden schrlftltche ^iO bei b- L8S-. Mittwoch, den 14. März No. et Weßener MnMger Ameize- und AmtBtatt für den Kreis Gießen f Deutschland. Berlin, 10. März. In der heutigen Sitzung deS Reichstags wurde die erste Lesung des Etats pro 1877/78 vorgenommen. Der Präsident des Reichskanzler-Amtes Hofmann erläuterte den Etat und erklärte dabei, daß der im vorigen Jahre erhoffte Ueberschuß nicht erreicht worden sei, sondern nur ein solcher von 6 Mill, erzielt wäre; auch blieben in dem laufenden Vierteljahre die Einnahmen hinter den Voranschlägen zurück; es werde zwar gelingen, die Ausgaben zu decken, jedoch werde ein Ueberschuß schwerlich erzielt werden kön- Prcio vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Brinqcrlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Großherzogliches Universitäts-Gericht. Haberkorn. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags, (f.xpedition: Schulstraße. Lit. B. Nr. 18. nen. Die Ausgaben pro 1877/78 sind um 68 Mill, höher als im Vorjahre, und es sei daher eine Erhöhung der Einnahmen um die gleiche Summe geboten. Die Minder-Einnahmen gegen das vergangene Jahr seien beträchtlich und zwar hauptsächlich deshalb, weil die Ueberschüsse aus den vorhergegangenen Jahren sich erheblich verringert hätten. Die Erfahrungen früherer Jahre hielten jedoch davon ab, Anträge auf Vermehrung der Reichs-Einnahmen durch neue Steuern zu stellen. Durch eine Erhöbung der Matrikularbeiträge sei es ohne große Belästigung ausführbar und würde bei der jetzt beantragten Erhöhung derselben aus den Kopf ein nicht höherer Betrag entfallen, als im Jahre 1872. Hieraus wurden drei Anträge, die Seitens der Abgg. Rickert bezw. Richter und Schröder gestellt waren, verlesen, durch welche die Verweisung des Etats an die Budget-Commission vorgeschlagen wird. v. Maltzahn- Gültz befürwortete die Verwendung der Zinsen aus dem Parlaments-Baufonds zur Deckung der Ausgaben und erklärte, daß neue Reichssteuern der Erhöhung der Matrikularbeiträge vorzuziehen seien, wobei aber jedenfalls die Initiative der Reichs-Regierung gebühre. Er sei nicht gegen Errichtung von Reichs- Ministerien, wolle jedoch nicht von deren Einsetzung die Inangriffnahme der Steuer-Reform abhängig gemacht sehen. Richter (Hagen) plädirte für verantwortliche Reichs-Ministerien und gegen Erhöhung der Matricular-Umlagen. Redner erachtete ferner die ungünstige Veranschlagung der Zölle und Verbrauchs-Steuern für ungerechtfertigt und empfahl seinerseits folgende Finanz- Maßregeln: Uebernahme gewiffer Pensionen und anderer Ausgaben auf den Reichs-Jnvaliden-Fonds, Verwendung der Zinsen aus dem Parlaments-Baufonds, , sowie der Zins-Ersparnisse aus der Kriegs-Contribution und der Restbestände aus der Restverwaltung, wodurch das Deficit gedeckt werden könne, ohne daß ■ eine Erhöhung der Matrikularbeiträge erforderlich würde. Bei Prüfung der Ausgaben seien nicht blos die Ziffern, sondern das ganze System der Etats- ; Ausstellung in'S Auge zu fasten. Endlich bekämpfte Redner im Speciellen die i Forderung für neue Hauptmanns-Stellen und andere Erhöhungen des Militär- - Etats. Lasker erklärte sich mit der Etats-Aufstellung einverstanden und gab - der Hoffnung Ausdruck, man werde auf möglichste Ersparniste hinwirken, jedoch > Alles bewilligen, was für das Interesse des Reiches erforderlich sei. Es sei ; zu wünschen, daß die Ausgaben für sämmtliche Invaliden aus dem Reichs- Jnvaliden-Fonds bestritten würden, ohne daß noch weitere Summen für diesen > Zweck bewilligt würden. Hierdurch werde sich das Deficit auf die Hälfte redu- i ciren lasten. Redner sprach sich schließlich für die vom Minister Hofmann in -Aussicht gestellte principielle Steuer-Reform aus, dieselbe erheische aber i die Erichtung eines Reichs-Finanz-Ministeriums. Fürst Bismarck sprach zunächst sein Bedauern und Ersuchen um Entschuldigung wegen der verspäteten Vorlegung des Etats aus und fuhr sodann folgendermaßen fort: Der Abg. Richter sei von vornherein gegen jede Regierungs-Vorlage; sein Vorschlag, auf Bestände zurückzugreifen, liege wohl nahe, reiche aber nicht aus, um dem Be- dürsniste zu entsprechen, und wäre dies auch der Fall, wie sei es möglich, dauernd wiederkehrende Ausgaben durch Angreifen des Capitals zu decken? dann brauche man nur heute den Jnvaliden-Fonds anzugreisen und morgen die Reichs-Eisenbahnen unter den Hammer zu bringen; er bitte dringend, den Jnvaliden-Fonds nicht anzutasten. Mit der Steuer-Erhöhung habe die Regierung Darmstadt. Ueber die Organisations-Aenderungen, welche in Hessen i im Gefolge der neuen Justizgesetze eintreten werden, verlautet aus guter Quelle , das Folgende: Das Oberappellatisns-Gericht in Darmstadt wird eingehen, ; fcie beiden Hofgerichte in Darmstadt und Gießen, sowie das Obergericht in ; Mainz werden gleichfalls aufgehoben; aus deren Mitgliedern wird jedoch das ■ neue für das gesammte Großherzogthum bestimmte Oberlandesgericht nut dem Sitz in Darmstadt erstehen. Darmstadt, Mainz und Gießen erhalten Landesgerichte. Die bisherigen Stadt- und Landgerichte werden in Amtsgerichte umgewandelt und wahrscheinlich in ihrem bisherigen Bestand und an denselben Orten verbleiben. Namentlich erwartet man dies, sofern die Verwaltung der freiwilligen Gerichtsbarkeit wie bisher den Gerichten belassen wird. Die Bezirksstrafgerichte in Darmstadt und Gießen fallen weg, diejenigen in Michelstadt und AlSseld werden schon in der Kürze aufgehoben. Darmstadt, 12. März. Die zweite Kammer der Stände hat dem von der Regierung auf deßfallsigen Wunsch beider Kammern vorgelegten Gesetzentwurf, die Compctenz der Gerichte in Strafsachen in den Provinzen Starken- btng und Oberhessen betreffend, einstimmig ihre Zustimmung ertheilt und dazu den Zusatzartikel beschloßen: „Finden bei der Untersuchung der von den Landgerichten nach Artikel 2 abzuurtheilenden Beleidigungen Vernehmung von Zeugen oder Sachverständigen statt, so ist bei solchen dem Ankläger und Angeklagten die Anwesenheit und Fragestellung durch den Untersuchungsrichter gestattet. Von dem Teimine sind dieselben vorher zu benachrichtigen. Auf die Verlegung des Termins wegen Verhinderung haben Ankläger und Angeklagter keinen Anspruch." Der Gesetzgebungsausschuß der ersten Kammer, Namens dessen Herr Hofgerichtspräsident Dr. Buff Bericht erstattet hat, beantragt Zustimmung zu sämmtlichen Beschlüssen der zweiten Kammer. Bezüglich des angeführten Zusatz- artckels sagt der Bericht: „Wenn auch nach der Strafprozeßordnung in dem Untersuchungsverfahren bei den Landgerichten und in der Voruntersuchung die Vernehmung von Zeugen und Experten in Gegenwart des Anklägers und Angeklagten nicht zulässig ist und diesen noch weniger ein Fragerecht zusteht, so ist dieses doch anders in der Hauptverhandlung vor den erkennenden Gerichten; in dieser ist der Beschuldigte, resp. sein Vertheidiger ebenso, wie die die Anklage vertretende Staatsanwaltschaft zur Fragestellung an die Zeugen und Experten berechtigt. Jener Zusatzartikel scheint uns deßhalb einen berechtigten und entsprechenden Ersatz für die in dem Untersuchungsverfahren der Landgerichte als erkennende Gerichte wegfallende Hauptverhandlung zu gewähren und können wir uns darum mit denselben nur einverstanden erklären." (D. Ztg.) Bekanntmachung, s bie aeiecklicken Aorderunaen an Studirende aus dem Winter Semester 1876/77 betreffend. Die in i&m SeSer entftanbenen gStzlkchen.Forderungen an Studirende müssen bis den 24. Monats mittelst s P - c r s. c " Rechnu g- znr Anzeige gebracht und längstens bis den 5. Mai d. 3- geltend gemacht werden, widrigenfalls dieselben den ihnen durch Art. der DuScipttnarstat zugewiesenen Vorzug verlieren. Gießen, den 9. März 1877. Der diesjährige Frühjahrs-Faselmarkt de« landwirthschafllichen Bezirks-Vereins Friedberg soll Dienstag den 27. März laufenden 3"hres ?-Bi ;S=SS« S Nich?g-nügmd gefesselte Thiere werden vom Platze weggewiesen. Die zum Abschluß kommenden Verkauf- wollen dem Großherzoglichen Burger, meister, Herrn Küchel zu Butzbach, zur Anzeige gebracht werden. Zn zahlreichem Besuche des Marktes wird hiermit eingeladen. Friedberg, den 2. Marz ,87^ M landwirthschafilichen Bezirks-Vereins Friedberg. Dr. traben. feine ermutigenden Erfahrungen gemacht; er (Bismarck) kämpfe dafür mit aller Kraft, habe aber, da der Plan noch nicht für die Ausführung reif, zur Erhöhung der Matrikular-Beiträge greisen müssen, wobei ihm die Verfassung zur Seite stehe. „Ich erkläre, daß wir im Reichskanzler-Amt unter Zuziehung der preußischen Finanzverwaltung mit der Steuer-Reform beschäftigt sind, und zwar mittelst besierer Ausbeutung der indirecten Steuern. Ich bestreite, daß die ärmeren Classen dadurch gedrückt werden, und verweise auf den Vorgang bei Aushebung der Mahl- und Schlachtsteuer in Berlin. Während der jetzigen Session war die Vorlegung des Reform-Projectes nicht möglich. Mit einer einzelnen Steuer vorzuzehen, erschien nicht rathsam, zumal die Ablehnung von Seiten des Reichstags wahrscheinlich war. Ist dies ein Jrrthum, so steht es dem Reichstage jeden Augenblick frei, solche Steuer zu fordern. Ich hoffe aus die Bereitwilligkeit der Regierungen, in die Erhöhung der Matrikular-Umlagen zu willigen, und auf die Unterstützung des Reichstages. Reichs-Minister ohne Macht werden nichts nützen, auch nicht zu schaffen fein. Ich erinnere an den Präsidenten des Reichs-Eisenbahn-Amtes, der sein Amt niederlegte, weil er sich hülslos fühlte und alle seine Anordnungen an dem Widerstand der Partikular- Staaten scheitern sah." Gerade so würde es etwaigen Reichs-Ministern gehen. Der größte Gegner eines Reichs-Finanz-Ministers würde der preußische Finanz- Minister sein. „Gerade deshalb (so suhr der Reichskanzler fort) strebte ich danach, einem hohen Reichsbeamten Sitz und Stimme im preußischen Ministerium zu schaffen, um den größten Partikular-Staat für das Reich zu gewinnen, wobei ich bemerken möchte, daß die anderen Staaten nicht minder partlkulari- stisch wie Preußen sind. Der partikularistische Strom war stets bedeutend bei uns, und scheint jetzt wachsen zu wollen, ist vielleicht auch nur ein Durchgangspunkt. Jedenfalls brauchen wir Zeit, um solche Hinderniffe zu überwinden. Ich empfehle das Budget Ihrer wohlwollenden Beurtheilung; mögen Sie den Umstand, daß Sie eine provisorische Bewilligung aussprechen, in einer Resolution erklären, das kann ich hinnehmen, obwohl ich damit nicht einverstanden bin, aber seien Sie überzeugt, daß das Menschenmögliche geschah, um das Reformwerk fertig zu stellen; es ist aber nicht fertig und war mit Menschen- fräften nicht fertig zu stellen. (Beifall.) — Nach der Rede des Fürsten vertagte sich das Haus auf Montag. — Wie die „Kreuz-Ztg." erfährt, habe der Kaiser kürzlich das Staats- Ministerium aufgefordert, ihm einen Bericht über die gegenwärtigen Nothstands- Verbältniffe zu unterbreiten und wäre demzufolge eine bezügliche Denkschrift zur Vorlegung an den Kaiser ausgearbeitet worden. Hesterreich. Wien, 10. März. Das Abgeordnetenhaus beschloß in feiner heutigen Sitzung, in die Special-Debatte über die Anträge auf Revision des Preßgesetzes einzugehen, nahm die bezüglichen zwei Gesetz Entwürfe betreffs Abänderung der Sirasproceß-Ordnung und des Preßgesetzes an; bezüglich des Preßgesetzes unter Ablehnung der §§ 5, 6 und 7, fcetr. die Aufhebung der Cautionm der Zeitungen, sowie die eventuelle Straflosigkeit des Verlegers, Druckers^oder Verbreiters einer Druckschrift. — Der „Polit. Corresp." zufolge sind die Osterferien des Reichsraths für die Zeit vom 25. März bis 19. April in Aussicht genommen. Die Landtage werden auf den 4. April zu kurzer Session berufen werden. Frankreich. Paris, 10. März. Graf Schuwaloff ist heute Vormittag nach London zurückgekehrt und wird nunmehr der englischen Regierung von den neuesten Dispositionen Rußlands Kenntniß geben. Paris, 11. März. Der „Agence Havas" zufolge hatte der hiesige Correfpondent der „Times" heute Vormittag eine Unterredung mit General Jgnatieff, aus welcher er den Eindruck mit fortgenommen hätte, daß Jgnatieff auf seine Reise nach London noch nicht definitiv verzichtet habe. England London, 10. März. „Reuler's Bureau" veröffentlicht eine Depesche Savfet Paschas an den hiesigen türkischen Botschafter Muffurus Pascha vom 8. Marz, in welcher der Entschluß, an der Durchführung der Reformen in der Türket unablässig zu arbeiten, hervorgehoben wird; die einzelnen Reform-Maßregeln zerfielen in zwei Classen; die eine begreife die unmittelbar eönzuführenden in sich, die andere umfaffe die zuvörderst dem Parlament in Form von Gesetz- Entwürfen vorzulegenden. Erstere bezögen sich auf die Einrichtung der Gensd'ar- tnerie, die Canton-Eintheilung, die Zulaffung auch von Nicht-Mohamedanern zu den Militär-Schulen, das Verbot der Maffen-Ansiedelung von Tscherkeffen und des Gebrauches irregulärer Truppen, sowie auch des Waffentragens ohne Er- laubniß, ferner die Amnestie für die Aufständischen aus der Gegend von Phi lippopel, die Cultns-Freiheit, den Erlaß der ruckständifchen Steuern in den durch Unruhen heiingksuchten Distncten, und endlich die Anerkennung des Eigen- thumS-Rechts der Christen. Von den itr Aussicht genommenen Gesetz-Vorlagen waren die erheblichsten die, welche die Presse, daS Gerichtswesen/die Communal- Ordniing, das Budget und die öffentlichen Arbeiten in Konstantinopel betreffen. Die Eröffnung des Parlaments solle Mitte Mär; erfolgen. London, 10 März, Abends. Dem „Reuter'schen Bureau" wird aus Washington tklegraphirt: Der Senat hat nahezu etnstimmtg sämmtliche Mitglieder des neuen Cabinets in ihren Aemtern bestätigt. Der Schatz-Secretär kündigt die Einlösung von weiteren 10 Mill. 5/20tx Bonds an. Belgien. Brüssel, 10. März Dem „Journal de Bruxelles" zufolge ist gestern von den Bevollmächtigten Belgiens, Frankreichs und der Niederlande ein neuer Vertrag, betreffend die einheitliche Behandlung der Zucker-Zölle, abgeschloffen worden. Italien , 11. März. Cardinal gerrieri ist an Stelle des Cardinals Bo- naparte zum Camerlcngo des heiligen Collcgs ernannt worden. Der Deputirten- Kammer sind Seitens des Finanz Ministers Depretis Gesetz-Entwürfe betreffs Abänderung der Mahlsteuer und der Steuer auf das bewegliche Eigenthum, sowie Reorganisation der Grundsteuer vorgelegt worden. Anßkand. Petersburg, 10. März. Gestern hat bei dem deutschen Botschafter v. Schweinitz eine glänzende Abend-Gesellschaft ftattgesunden, welcher Der Kaiser, der Gropfürft-Thronfolger, Großfürst Wladimir, die Minister und viele Mitglieder des diplomatischen Corps, der Aristokratie und der deutschen Colonie beiwohnte^. Türkei. Kouftantiuopel, 9. März, Abends. In einer heute stattgehabten Conferenz der Friedens-Bevollmächtigten wurden Seitens der molitenegrinischen Unterhändler die Gründe für die von ihnen aufgestellten Forderungen bärge» legt; letztere müßten sie behufs Herstellung eines dauerhaften Friedens für nothwendlg erschien. Wie versichert wird, erklärte hierauf der türkische Minister des Auswärtigen, die öffentliche Meinung der Türkei mache die Annahme dieser Forderungen unmöglich. Hauptsächlich soll der Minister der Abtretung von Niksic und des Hafens Spizza, sowie der Vergrößerung Montenegros nach der albanischen Seite hin seinen Widerspruch entgegengesetzt haben. Morgen sollen die Besprechungen fortgesetzt werden. Griechenland. Athen, 10. März. Das neue Cabinet hat sich wie folgt zusammengesetzt : Deligeorgis ist Präsident und außerdem Minister des Innern und des Acußern, Leoides ist Finanz-Minister, Äntonopulos Justiz-Minister, A. Mau- romichalis Kriegs-Minister, Zochios Marine, Komvahiö Rongabls (?) Minister des öffentlichen Unterrichts. Amerika. Washington, 10. März. Die Commission des Senats stellt den Antrag auf Bestätigung von Schurz, Devens, Maccary und Thompson als Mitglieder des Cabiiiets. Der Präsident Hayes erklärte gegenüber einer von ihm empfangenen Deputation von Farbigen aus Carolina, unter denen sich auch Mitglieder der Legislatur befanden, er wünsche den Racen-Unterschied vollkommen aufgehoben zu sehen. Wenn die Demokraten des Südens die Rechte ihrer politischen Gegner nicht achteten, so wäre die Anwendung von Waffengewalt unvermeidlich. Schließlich befürwortete der Präsident die vorläufige Beibehaltung des status quo in Carolina; bevor er weitere Schritte thue, werde er die «Sachlage prüfen. Lokal-Notiz. Gießen, 13 März. Am Sonntag Nachmittag sand auf Lony's Vierkeller die vsn den hirsigen Socialdemokraten angekündigte Volksvclsammlunq statt, in welcher übrigens den Abstimmungen nach zu urtbeilen die Partei der Socialdemokraten erhetz- lich in der Minorität war. Nachdem ohne Einspruch von anderer Seite das Präsidium und Schriftführeramt an die Einberufenen besetzt war, hielt dec RcichstagSadgeordnele Fritzsche einen anderthalbstündigen Vortrag über das Wesen und die Grundlagen der sociatdemokratischen Bestrebungen, über deren Parteidisciplin und das versah!en der feindlichen Karteien, insbesondere der Nalionalliberalen und des hiesigen Kriegerverein«. Die Rede, welche mit »oller Beherrschung des Materials in vollendeter Form, mit größter Sicherheit und Ruhe, habet durch drastische Beispiele sowie derbe und feine Stichelreden verziert, oorgetragen wurde, hat zum großen Theile die Wahrheit enthalten und darf mit den gewöhnlichen Parteiphrasen und verbrauchten Schlagwörtern keineswegs auf eine Stufe gestellt werden. Die Widerlegung der landläustgen «nsich- te» über die Theilungsgelüste und die freie Liebe der Socialdemokraten war du.chauS gut und hat der Redner, den ein einnehmendes Acußere und ein ansprechendes Organ unterstützen, die ethische Grundlage der Socisldemok,alte unter glücklichem Bezugnahme auf Männer wie Albert Lange und Eugen Dühring klargelegt; nur schade, daß bte Uebertragung solch idealer Gestaltungen in bte Wirklichkeit vorerst und auf lange hmauS ein Ding der Unmöglichkeit ist. Die darauffolgende Kritik der Reichsgesetzgebung war meistens stark aufgetragen. Der Vortrag des Herrn Fritzsche hat aber trotz deS vielen unbestreitbar Wahren und Richtigen gleichwohl ein charakterischeS Bild an der Unfertigkeit und inneren Un- oollftändigkeit der socialdemokratischen Theorien gegeßen,- man kann einem großen Theil her Ausführungen deS Redners zustimmen ohne damit den socialdemokrat.scheu Lehren ein Zugeständmtz zu machen. Die Stärke des Redner- und deS von ihm »ertretenen Standpunkts liegt int Verneinen, in der Kritik der bestehenden socialen und wirthschaftlichen Zustände; er hat aber unterlassen, Mittel und Wege anzugeben, wie Abhülfe zu schaffen sei. Denn die Verweisung auf Produktiogenossenschaften mit Staat-Hülfe, auf sittliche Gestaltung de* Lebens und der VolkSwirthschüft und auf Volksbildung genüzt nicht und fönn.m solche allgemein gehaltene Gesichtspunkte die brennenden Fragen nicht lösen; die oom Redner angedeutete staatliche Bodenwirthschaft möchte ein bedenkliches Experiment fein. ES ist zu bedauern, daß den zahlreichen Zuhörern, welche mit gespannter Aufmerksamkeit dem Vortragenden folgten, die Kehrseite der Sache nicht gezeigt wurde und hätte man wohl von een Wortführern der liberalen Partei eine Entgegnung erwarten dürfen. Ein Mann wie der Reichstagsabgeordnete Fritzsche ist einer Gegenrede werth uav vornehmes Schweigen, wie vorgestern beliebt wurde, ist sicherlich nicht geeignet, die Irrlehren der Socialdemokraten ii ihrer Verderblichkeit zu beschränken. Vermischtes. Darmstadl, 5. März Dem Rhein. Herold wird au8 Langkat auf Sumatra, 15. Jan. 1877, peschriebea. .vielleicht erinnern Sie sich noch, da» vor ungefähr l'/r Jahren die deutschen Behörden einen gewissen Herrn Major Steck verfolgten, da er in Hessin für die holländische Armee in Atsch-tz anwerbea wollte, derselbe entkam glückuch den Verfolgungen und begab sich altzdann nach Dell auf Sumatra. Mitte 1876 eröffnete Major ivteck eine Tabaksplantage in Langkat und hatte bald die Freude, zu sehen, daß (ein Unternehmen von dem schönsten Erfolge gekrönt «ar. Ueber Neujahr ging er nach Deli und nachdem er auf der Rückreise beinahe um das Leben gekommen, indem die Wellen des unruhigen MeereS über Deck schlugen und in dem Maschinenraume das Feuer auslöschten, kam er endlich an seinem Wohnorte an. Aber wer beschreibt sein Erschrecken, als er Alles verödet und abgebrannt findet, da ein Volksstamm der Atschinesen in sein Gebiet gedrungen wor und Alle sich zur Wehr setzenden ermordet, alle» Geld, alle beweglichen Güter rc. mitgeschleppt, da» Zurückgelassene jedoch in Stücke geschla-eu hatten. Mehr ist mir von diese» UeberfaHe nicht bekannt, denn d e Commission, die sich dorthin begeben bat, ist noch nicht -urückzekehrt. Dieser Vorfall wird vielleicht die deutschen Behörden mit ihm aussöhnen, wenn sie erfahren, wie dieser Mann, zwar ihrer Strafe entronnen, nun heimzesucht ist von Denen, gegen welche zu kämpfen, er Deutschlands Jünglinge anwerben wollte.' Frankfurt, 4. März. Gestein Nachmittag wurde von einem großen beladenen Bierwagen an der Brücke ein etwa 9 ^Zadre alter Knabe überfahren Derselbe haschte nach dem au8 dem Spund quellenden Schaum, glitt dabei aus und kam unter das Rad. Er blieb augenblicklich tobt Die Hälfte deS KopfeS ist zerquetscht, Krm und Bein zermalmt. Karlsruhe. Ein Vorfall, der diesem Tage zwischen zwri Schülern deS hiesigen Gymnasiums stattfand, macht gegenwärtia viel von sich reden Nach genauen Erkun- bTQU,.gcit kann die .L- Ldz.^ mittheilen, daß in genennt.-r Anstalt, in Folge geringfügigen Streite«, emtr der Streitenden plötzlich eine kleine Pistole auS der Tasche zog n-.b seinem Gegner in den Rücken schoß. So qräßlich die Mugaben auch klingen, so ist die ganze Sache dennoch nichts Anderes, der unbesonnene Streich eineß jugendlichen Hitzkopfs, der demselben indessen theuer zu stehen kommen kann. Bremen- Eine eigentbümliche Ueberraschung wurde am 25. o M. einem hei- rathslustigen jungen Manne, der „auf diesem nicht mehr ungewöhnlichen Weae* eine Lebensgefährtin suchte, zu Theil. Derselbe hatte sich unvorsichtiger Weise bad Bilduiß der Bewerberinnen um sein Herz und seine Hand in dem een rhm erlassenen Inserate nicht mit den vewerbungsbriefm erbeten und war deshalb gezwungen die Anziehung«- '*"* 5*ä-. a?“ 8 ®in«f8 Mt ben unb Thompson als gegenüber einer von a' ""ter denen sich ^cen-Unterslhied voll- i Südens die Reihte ^unz von Waffenze- lt vorläufize Beitritte thue, werde ui Lony'S Bierkeller die mlunq statt, in welcher Sscialdemokralen erlebter Seite das Prästdiui» :r Reichslazsadgeordnete :ni> die Grundls^n der und das Beriahren der \ hiesiM-riegervereia^ in vollendeter Form, mit jowie derbe und feine ile die Wahrheit enthal- brauchten Schlagwörtern Der tanbliufwn inftd)- nwfrdten mar durchaus n ailotechendes Orgw glücklrcher Bezugs , nut ichnde, dod w st uni auf lange himl -ieichLgefetz^buag wat en unbestreitbar Wahren trgkert und inneren Un= kann einem großen Thtil cidlbemefrat:l4en Lehren i Standpunkts liegt im chaftlrchen Zustände; « V tu fchaffen Jet Denn ' auf Mich- Wtung enüjt nicht und können en nicht lösen; d.e jo« enfMri ePltim‘”‘S sats* as*Ä« ist sicherlich ^t ßeei-ne, u K'schMn- ___ t« 1,816 81eui«»t m das Leo .Lj^lne«-- Md 'N 6-5-- °n i-- .Rbet, va e'' erfl6r; ,r Ä'br jessch in 3urüdi/ S< enn b-t M '"Ki B-ck- ;**!«•*’ , ,»• <8eS rfabren Lba^fl6, KM >KL-S „ganltH traft der auf sein „ernstgemeintes Anerbieten" eingehenden Schonen an ihrer Handschrift und Schreibweise zu messen Unter den ihm poste restante zuge-angenen Briefen befand sich einer, der dem jungen Manne deshalb besonders auffiel, weil ihm sowohl die Schriftzüge als die Rede feiner unbekannten Verfasserin bekannt erschienen, während der Name thm fremd war. Kurz entschlossen bittet er durch einen postlagernden Brief bie interessante Verfasserin um ein Stelldichein auf der Promenade, das Sonntag Nachmittag stattfinden sollte. Die üblichen Zeichen waren bestimmt. Im strömenden Regen spazierte der Ltebessehneude um 4 Uyr in der Nähe des Theaters auf und nieder, bis er plötzlich das sisnalisirte blaue Kleid in der Ferne auftauchen und unter einem nach vorn gehaltenen Regenschirme sich ibm nähern sah. Erwartungsvoll stürmte er entgegen, die Regenschirme sanken, und gegenüber stand er--seiner ebenfalls heiraths- lustigcn Schwester, die unter einem falschen Namen sich, ohne es zu wissen, um ihres Bruders Hand beworben hatte. — In einer Plauderei eines Elb-Flsrentinischen Blattes findet die ,.Berl. Fr. Pr." folgende theologisch-biblische Abhandlunken über die „Gründungen": „Welch ein schauerlich Ende und die Schöpfungsgeschichte war doch so reinlich und zweifelsohne, so ganz nach dem biblischen Original: Im Anfang war die Kasse, aber die Kasse war wüst und leer, der Geist des Gründers schwebte über ihr. Da sprach der Bankdirector: „ES geht mir ein Licht auf", und siehe, es ging ihm ei» Lickt auf. Und er sprach: „Es mögen sich alle Gelder versammeln, und an einem Orte inS Trockene gebracht werden," und siehe, es geschah also. Und er nannte den Ort Bank. Und er machte keinen Unterschied zwischen den Geldern, die sich versammelt hatten und solchen, die nur auf dem Papier standen, und nennte ihre Namen Actien. Und er setzte zwei Lichter über die Bank, darüber zu herrschen. Das große Licht war er selbst und daS hieß „Direction", und das kleine nannte tr Verwaltungsrath. Dann rief er alles kleine Gethier, so da ckreucht und fleucht. Und er schuf die große Brillenschlange und das kleine Federvieh, und das Relinthier und den Eoupon-Krebs, und nannte das Ganze: Personal. Dann sprach er: „Kommt, wir wollen Menschen machen", und er nahm Menschen, blies ihnen Wind in die Ohren und Sand in die Augen, daß sie Übergingen, und siehe, sie „waren gemacht". Und er sah Alles, was er gemacht hatte, und sah, daß eS gut für ihn sei. Aber für die Anderen scheint es nicht gut gewesen zu fein, mindestens sind wir jetzt in der Bank-Bibel offenbar beim Eapitel der Sündfluth angelangt, und den Eon tremimur§, die sich noch in der Arche Noah etwas über Wasser halten, widme ich das folgende Tafellied: Flau in die Börie schon komm' ich hinein, Welch' ein Getöse und Lärmen und Sckrei'n! Rechter Hand, linker Hand, Alles verrückt, Börse, ich merk' es wohl, du bist gedrückt. Und gar die Banken erst, was muß ich seh'n! Die können alle nicht pari mehr steh'n. Wackeln und fackeln herunter gar sehr, Geh'» in die Brüche mit sammt Actionäv. Alles gefallen rings, Großes und Klein, Banken und Bahnen in schönem Verein! Scheint sehr bedenklich mir, kaufe fein Stück, Da fix' ich lieber, 's geht weiter zurück. Literarische-. Die von Ernst Eckstein redigtrte im Verlage von Joh. Fr. Hartknoch in Leipzig erscheinende „Deutsche Dichterhalle" bringt in ihrer 5. Nummer folgenden interessanten Inhalt: Gedichte von Ernst Scherenberg, Albert Möser, Bruno Salmer, Otto Vischer, Hermann Lingg, August Sturm, Feodor Wehl. — Epischer Theil: Ortolf und Wipold von Rappoltstein. Von Theodor Renaud. — Fragment. Von Ernst Eckstein. — Lyrische Charaktere. Von Hieronymus Lorm. — Robert Hamerlings Aspasia. Von Alexis Aar. — Vermischte Mitthetlungen. — Der Kuß. Von Theodor Winkler. — S- H- v. Mosenthal, f — Offener Sprech- faal. — Briefkasten. Wir machen wiederholt darauf aufmerksam, daß die „Deutsche Dichterhalle" nicht nur den anerkannten Größen unserer Literatur, sondern auch solchen Dichtern und Schriftstellern von Talent offen steht, die einen Namen sich erst erwerben wollen. Die Annoncen-Exped ition Th. Dietrich Co. in Cassel übernimmt die prompte Besorgung von Anzeigen in sämmtliche Zeitungen Deutschland- und des Auslandes zu Originalpreisen. (Alleinige Jnseraten-Annahme f. d. „Casseler Tagespost") Frucht- und Mehlpreise in verflossener Woche von nachbenannten Orten und Fruchtmärkten. Normalgewicht per Malter: Walzen 200, Korn 180, Gerste 160, Spelz und Hafer 120, Erbsen, Linsen, Wicken 220, Kartoffeln 200, Mel.l 140 Pftmd Die M ainzer und Lauterbacher Preise verstehen sich zu 200 Pfd., die von Grünberg zu 50 Klgr. Kruchtmärktt 1 arz. en. Korn. Gerste. Spelz. Hafer. Erbsen. Linsen. Wicken. Kartoffeln. Weiß, mehl. Ro^en Auf dem Markt preis Auf dem Markt Mii- preis Auf dem Markt Mit.- preis Auf dem Markt Mit.- preis Auf dem Markt Mit.- preis Auf dem Markt Mtt preis Auf dem Markt Mit.- preis Auf dem Markt Mit.- preis Auf dem Markt Mtt.-i preis a « verk. P. 1 auf; 1 gef. | M P. a *=d 1 , joert M P. 1 °Uf- 1 gef. verk. M P. a «> » M P- I auf- 6ef. 1 verk. M^P. | aufs ,1 verk. M P. auf? gef- 1 „ |pcrt M P. <3 a> n M P- M P. M Gießen Alsfeld M. Ti. M- M. M. M. M. M. M. M. M. M- M. M. M. M. M- M- 10 10 24 _ 7 7 20 25 31/2 31/4 17 20 20 16 — 4V. 4 18'— — — — — — — — — IV2 l*/2 5 — — — _ Grün berg Äouterback Mainz 10. — 27 12 18 — 40 — 46 10 25 17 9 19 — — — — — 189 9 12 81 — 4 9 30 — — — — — — — — — — — — — — 10. — 2 — — 10 16 52 — 11 ü 86 1/40 1 10 7 Attgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. Es wird ersucht, den zeitigen Aufenthalt des Arbeiters (früher Schuhmacher) Wilhelm Zahrt, geb. am 22. September 1856 zu Butzbach, Kr. Friedberg, unverzüglich hierher mitzutheilen. Siegen, den 10. März 1877. ________________Die Polizei - Verwaltung.________________ Bekanntmachung. Anmeldungen zum Bezüge von Zinsen aus der Schottischen Stiftung haben bis zum 24. l. M. bei Armenkasse-Rechner Wittich zu erfolgen. Gießen, den 12. März 1877. Die Armen - Deputation daselbst. A. Bramm. Holzversteigerung. 1366) In den Waldungen der Stadt Lich, Districte Unterer und Oberer Speierlingskopf und Fichtenkopf, kommen Mittwoch den 21. und Donnerstag den 22. März l. I. zur Versteigerung: 1. Bau und Werkholz. Mittwoch den 21. Mär;: 480 Fichtenstämme von 14 — 31 Cntm. Durchmesser und bis 18 Meter Länge, 12 Eichen- und Birkenstämme von 14—17 Cntm. Durchmesser und dis 6 Meter Länge, 69 Eichen- und Birkenstangen von 8—14 Cntm. Durchmesser und bis 8 Meter Länge, 159 Fichtenstangen von 9 — 12 Cntm. Durchmesser und bis 14 Meter Länge. SB. Brennholz. Donnerstag den 22. März: 12 Raummeter Buchen-Prügelholz, 210 u Nadel- und Weichholz-Prügel, 900 „ Nadel - Stockholz, 13000 Nadel-Wellen. Der Anfang und die Zusammenkunft ist in dem Fichtenkopf zunächst dem hohen Etchwald an dem Vicinalweg von Lich nach Hattenrod links, Morgen- 9 Uhr. Bei genügender Bürgschaft wird Zahlungsftist bis Martini 1878 gestattet. Lich, den 10. März 1877. Großherzogliche Bürgermeisterei Lich. I h r i n g. Oberbessische Eisenbahnen. Bei den Oberhessischen Eisenbahnen ist die Etelle eines Bahnmeisters mit eine« Anfangsgehalt von 1550 jl und der Aussicht auf definitive Anstellung für den Fall, daß wäbrekid der Probezeit genügende Be- sähigung nachgewiesen wird, zu besetzen. Bewerber, welche das 35. Lebensjahr »ich! überschritten Baben und von gesunder und kräftiger Constitution sind, auch die Prüfung für Kreisbauaufsebeniellen bestanden haben und sich außerdem bezüglich der erforberlicben Kenntnisse im Eisenbahnwesen , insbesondere des Oberbaues der Bahn, ausweisen können, werden aufge- sordert, sich dis zum 35. d. M. bei der unterzeichneten Stelle zu melden. Gießen, den 12 Marz 1877. Großherzogliche Direction. ___________Mohn.________(1372 Oberhessische Eisenbahnen. Bekanntmachung. Betr.: Den Mitteldeutsch-Galizisch-Rumänischen Eisenbahn-Verband. Zu dem Specialtarife für Holztransporte in rirbriclrtem Verbände vom 1. August 1875 ist der ab 1. k. MtS. gültige VI. Nachtrag, Aenderungen:n den Tarifbcstlmrnungen enthaltend, zur Ausgabe gelangt. Das Nähere ist bei unserer hiesigen Güter-Expedition zu erfahren. Gießen, den 10. März 1877. Großherzogliche Direction. Mohn. (1373 Gummiliftlle in allen Größen und Farben zu sehr billi- (Ctt Preisen. (1330 Moritz Gregori K» Sohn Wiederverkäufer erhalten hohen Rabatt. Oeffentlicke Aufforderung. In der Prozeßsache des Konrad Pf ann- knch von Birklar, Klägers, gegen dessen Ehefrau Elisa bet he gebsrne Weigel, Beklagte, eheliche Folge betr. wird dem mit unbekanntem Aufenthaltsort abwesenden Kläger unter Gestattung der Acteneinsicht eröffnet, daß von Seiten der Beklagten bei Klage mit dem Einwand, daß Klager feinen bleibenden Wohnsitz in Birklar nicht habe, auch keinen zur Ernährung seiner Familie hinreichenden Verdienst habe, be» gegnet und Widerklage auf Trennung der Ehe, gestützt auf unüberwindliche Abneigung und Ehebruch erhoben worden ist, weßhalb die Aufforderung an ihn ergeht, sich innerhalb 60 Tagen bezüglich der Vernehmlassung und Widerklage bei Vermeidung Zugeständnisses und Einredeausschlusses zu erklären. Zugleich wird ihm aufgegeben, innerhalb 14 Tagen an seine Ehefrau eine Kostenvorlage von 60 JL bei Vermeidung der Pfändung zu leisten. Alle weiteren Verfügungen an den Kläger, resp. Widerbeklagten werden demselben lediglich durch Anschlag au das Gerichtsbrett bekannt gemacht. Gießen, den 5. März 1877. (1358 Großherzogliches Stadtgericht Gießen Bötticher. Gebhardt. Merfleitzecuttgen. Die Holrversteiaernng in der Ober- sörsterei Schiffenverg von dem 8. und 9. l. M. ist genehmigt. Die Abfubrscheine können von dem 34. l. M. an bei Großh Rentamt Gießen erhoben werden, lieber: lieferung des Holzes und erster Abfuhrtag Montag den 26. I. M. Gießen, den 13. Mär; 1877. (1367 Großherzogliche Oberförsterei Schiffenberg. Georgi. Bekanntmachung. Dienstag den 20. d. M-, von Morgens 9 Uhr an, sollen im Jnteressentenwald zu Bellnhausen, in den Schlägen Rekkenbach, Eichelschule, Kirberg und alte Hegewald eine große Quantität Eichen-Stammyolz bis zu 16 Mtt. Länge und Lis zu 68 Centimtr. Durchmesser, überhaupt 100 Festmeter, sämmtlich von sehr guter Qualität und zu Bau-, Schreiner- unb Küscrholz sich eignend; ferner ca. 60 Fest« mrter Tannen - Baubolz, bis zu 14 Meter Länge und bi- zu 43 Centtmtt. Dicke, versteigert werden. Bellnhausen, am 10. März 1877. Der Waldverwalter: C. Löwe. (1356 Miihlen-Derfleigeruug. Montag den 19. d. Mts., Nachmittags um 2 Uhr, läßt Jacob Jnderthal II. dahier, seine Mühle (die s. g. Spitzmühle) mtt circa 10 Nomolmorgen Land, Acker unb Wiesen, größtenthetls um die Mühle gelegen, mit zwei Mahlgängen und Brunnen, etwa 15 Minuten von der Bahnstation Großen-Buseck entfernt, auf dem BÜresu deS Unterzeichneten öffentlich, freiwillig, unter den gewöhnlichen ortsüblichen Bedingungen, versteigern- Großen-Buseck, am 6. März 1877. Großh. Ortsgericht Großen-Vuseck. Wagner. (1280 Loose zur Geflügel- und DogelauSstellung am 8. — 10. April in der hiesigen Turnhalle sind in der Expedition d. Bi. ä 50 ZU haben. — Wiederverkauf er gesucht- Holzversteigerung. Montag den 19. d. M-, Morgens um V Uhr onfangend, sollen in dem ^emeindewald zu Bersrod, District Spitz, Oberhäuschen, WnldwteS u. Unterhäuschcn, nochoerzrichnete Holzsrrti- mente versteigert werden, alS: 14 Buchen Stämme von 39—55 Ctmtr Durchmesser und 5- 12 Meter Länge, 360 Nadel-Släwme von 15—36 Ceutimtr. Du chmesser und 9—16 Mete« Länge, 446 Siück Fichien-Derbstangen 34,46 Fest- meler haltend, zu Sparren, Spalter uno Latten, 122 Rmtr. Vuchen-Scheidholz, 18 „ Prügelholz, 700 Buchen-Wellen, 50 Rmtr. Vuchen-Stöcke, 106 „ w Prügel, 4400 Nadel-Wellen, 144 Rmtr Nadel-Stockholz, Bemerkt wird, daß die Buchen-Stämme vorzüglich schön sind und zu jedem Gebrauch sich eignen. Die Zusammenkunst ist Morgens 9 Uhr im Ort. BerSrod, den 12. März 1877. Großh. Bürgermeisterei BerSrod. _______________vöcher.__________(1361 Holzversteigerung bei der Stadt Allendorf a. d. Lda. Freitag den 16. März l I., Vormittags präcts 9 Uhr anfangend, sollen in den hiesigen Waldungen, District Langeseif rc., folgende Holzsorttmcnte versteigert werden: I. Bau-, Werk- u. Nutzholz. 11 Eichen-Stämme, mit 3,93 (Subifmtr., 186 Nadel- „ „ 10-35 Ctmtr. Durchmesser, 7—14 Mtr. Länge, zusammen 48,29 Cubikmcter, 95 NadeUStangen, mit 8,14 Cubikmtr. II. Brennholz. 8 Rmtr. Eichen-Scheidholz, 170 „ Radel- 2 „ Aspen- „ 2 „ Eichen-Prügelholz, 6 „ Nadcl- 300 Wellen Eichen ReiSholz, 8,500 „ Nadel- 6 Rmtr. Buchen-Stockholz, 5 „ Eicken- „ 153 „ Nadcl- Die Zusammenkunft ist an der Dreiser Steinkaule am Weg von Treis n. d. Lda. nach Jlschbausen. Allendorf a. d. Lda, am 10. März 1877. Großh. Bürgermeisterei Allendorf a. b. Lda Bieber. (1344 Aeilgevotenes. Sauerkraut, frische Fische, Stetnbutten, Kabillou, Sckol» len,Hrcht, geräucherten Lachs, Aal, Bratbückinge, Aal in Gelse, Cav'ar, Eervelatwurft, piiwa Liwbutger u. franz. Rah» käse, Butter, E>er, Blumenkohl, Kopf und Endiviensalat feine Cigarren, sowie Flaschenbier, empfiehlt 1375)H Kurth Zur Beachtung. Die Quelle der meisten Krankheiten ist unbestritten die Vernachlässigung der Erkältungen ; Heiserkeit u. Husten im Beginn unbeachtet, haben leicht die bedenklichsten Folgen, als Lungenentzündung, Schwindsucht etc. Das einfachste und probateste Mittel sind anerkannt die Stollwerck’schen Brust- caramellen, welche in allen hervorragenden Geschäften und den meisten Apotheken käuflich sind. (716 Feinstes Schweineschmalz empfiehlt (753 ______________Emil Fischbach. Fr. Müller II., Specialitiit in Bau-Artikeln empfiehlt Forbacher Formziegel von Gebr. Couturier, als ancrka nt bestes und billl-stes Deckmarerial. (1230 1354) Ein Haufen Mist, 1 Pfuhlpumpe und 3 Krippen sind zu verkaufen bet L ouis Lony, __Marktstraße D- 210. Feinster Dorsch-Leberllirau fast geruch- und geschmacklos, in Flaschen mit gestempeltem Metalloerschluß h 60^, 1.— und Jt. 1.70 echt zu haben bei (305 ____________________C- F- Semmler. Marinirte Häringe empfiehlt 515) Gg» Wilh» Weidtg. Stöcke in großer Auswahl zu sehr billigen Preisen empfehlen (960 _________Moritz Gregori Sohn. Amerikanische Rinderroulade, „ Ochsenzunaen, in 2-Pfd.-Dosen ü 2, resp. 4 JL empfiehlt (814 Emil Elschbach. Weifte Volhung!' aller A I, Rouleaux, Drell in den gangb rsten De sin Anfertijiuna jeder Decorakions - Ärtuit b geschmackvollster Ausfübruna bei <433 Th. Brück, Kanzleiberg B- 1. Neue süße Apfelsinen, per Stück 15 empfiehlt 516) Gg. Wilh. Weidig. Grosie Kisten werden billigst per kauft von 1302) H. Rudolph's Wwe., ____________________Neuenweg.________ 1288) Ein schwerer zweispänniger Wagen ist zu verkaufen. __Karl Plank im Pfau. Amerikanisch. Aal) (marinirt in Gelöe), empfiehlt 752) Emil Fischbach. Rechten Berger Medicinal-Merthran in Vi und Vr Flaschen, sowie im Anbruch empfiehlt 517) Gg. Wilh. Wei tilg. 906) Einen Schretbsecrctair, 1 Glas- schrank, 1 Tisch oval, von Nußbaum, 2 iranz. Mahagoni - Bettstellen, 2 Bettstellen von Nußbaum, Bettstellen mit Sprungfede' - Einlagen, Sophas, Komoden: Wlrth- schaftSgerathschaftenr 1 Büffet, Tische, 1 dreiarmigen Petroleum - Lustre, Lustre, Spiegel u. dgl. 1 fast neuen doppelten Eomptoirpult, 2 Comptoirstühle, und sonstige Comptoir-Einrichtungen, verkaufe ich zu sehr billigen Preisen _____I. Rothenber ger, Linbenplah. Marinirte Häringe empfiehlt (754 Emil Fischbach. 1359) Tuche und Buckskins, Regenmantelstoffe, sowie alle Qualitäten 6/4* und 12/4*Steinen und sonstige AuS stattnngsgegenstände in prima Waaren, empfiehlt M. Kaan, vorm. S. Weiinersdeim. o rs=P(ifeto(sfürjjerren in soliden modernen Stoffen, empfehlen "93) Gebt*. Stamm. 1334) Schwarze Cacbemire, Tbibet, Batiste, Lustres n. Alpaccas, sowie schwarze Seidcnzeuge U. Seidensammt empfehle in vorzüglichen Qualitäten zu billigsten Preisen. Moritz Heichelheim. 1360) Zur bevorstehenden Saison bringe mein reich affortirtes Lager der neuesten Damenkleiderstoffe, sorvre schwarze Seidenzenge, Sammte, CachemircS, Merinos, Battiste und Alpacca's, unter Zusicherung reellster Bedienung, in empfehlende Erinnerung. vorm. S. Weimersheim. Nennietöungen. 1371) Zwei oder drei ineinandergehende Zimmer, möblirt oder unmöbltrt, vermiethet ____________________H. Adami 1352) Eine freundliche Familienwohnung, bestehend auS 5 Zimmern, 1 Cabinet, ge- schlosienem Corrtdor, Küche und sonstigem Zubehör, zu oermiethen und am 15. Mai beziehbar. Näheres bet ___________Metzger Ptrr, Neue-Bäue. 1346) Sin möblirteS Zimmer an einen einzelnen Herrn zu oermiethen bet Karl Schwan, Löwengasse E. 159 1305) Ein kleines FamilieMlogts ist zu oermiethen und am 1. April beziehbar bei Georg Unverzagt, KaplanSgasse. 1092) Zwei ineinandergcdende möblirte Zimmer vermiethet' per 1. April Eugen Kaufmann, Al i c en st r a ß e. 1142) DaS von Herrn Obertelegraphtft Schmidt bewohnte Logt- ist per 25. April anderweit zu oermiethen. Fabrikant Jugbardt, ______________________Kanzleiberg 72.______ 1274) Das von Herrn Max Pilger seither bewohnte LogiS ist bis 1. April anderweit zu oermiethen. ___________Bäcker Faß, Neue Bäue 81. 1124) Ein möblirteS Zimmer zu ver- miethen. Neustadt D. 01. Vermischte Anzeigen. 1157) Eine brave Person im Alter von 40—50 Jahren, welche bürgerlich kochen kann, und daS Reinigen versteht, wird in einen kleinen HauShalt zu dem Lohne von 90—100 fl. gesucht, und werden derselben nach lOjähriaen treuen Dienste» 350 jl. zu- gefichert. Näheres in der Exped. d Bl. 1348) Eine Unfalloersichcrungs-Actien- gesellschaft sucht für Gießen und Umgegend einen thätigen Agenten. Offerten nimmt die Exped. d. Bl. unter Nr. 1348 entgegen._______________________ 1289) Ein Pferdeknecht wird gesucht. __________Karl Plank im Pfau. 1210) Für die Bewerbung um eine LehrltngSstelle auf einem hiesigen Comptoir, mit welcher eine sofortige kleine GehaltS, Zahlung verbunden ist, werden schriftliche Anmeldungen unter Nr. 1210 bei der Exp. d. Bl. entgegengenommen. —____________ 862) Em ordentliches Dienstmädchen gesucht. Asterweg 105. 1363) Ein prima Haus in Bordeaux sucht Agenten für Verkauf von Wein re. an Hotels, Delikateffenhänd- ler. Private rc. Offerten mit Referenzen an Hoffmann 3. Kirchgaffe in Hanau. 1368) Ein schwarzer Italiener Hahn zu verkaufe». Lit. B. Nr. 21.___________ coocxxxxxxx2cx:iccxxxxxiococi t Allen Freunden und Bekannten bei p meinem Abschiede ein herzliches > C 1374) Herrn. Feix. ' DOOGOQOCXXXXJIOCOCQCXXXXXSCX 1370) Einen guten Schuhmacher sucht Dchudmochermeister Michel, Neustadt. Zur Anfertigung aller in sein Fach einschlagenden Arbeiten, bei billiger und reeller Bedienung, empfiehlt sich Adolf Gersienberg, Tapezier und Decorateur, 1369) Löwengasse im Hause des ________SchlossermeifterS Schmidt. 1365) Ein junger Mann sucht für die Dauer eine- 2monatlichen Aufenthaltes vom 1. April ab ein schönes möblirteS Zimmer- Offerten mit Preisangabe unter A. R. an die Exped. d. Bltts_________________________ 1353) Zwei Arbeiter finden dauernde Beschäftiguna bei G. Löb, Schneider- . Bettnässen heilt in den schlimmsten Fällen burä ein sich tausendfach bewährte- Mittel Honorar JL 3. Unbemittelte gratis. Franz Bauer, Specialist, Wertheim a. M 846) Junge Leute finden Pension in einer anständigen Familie, Nachhülfe in den Schularbeiten, Musikunterricht gratis. Näheres bei der Exped. d. Blttö._______ 1070) In einer kleinen Familie wünscht man zu Ostern einige Pensionäre aufzunehmen. Freundliche Begegnung und gute Verpflegung werden zugest-bert. Zu cifragen bet Frau Decan Dingeldey Wittwe, Marburgerstraße Nr 181. Bor6ereituiifls--3n(litut in fließen. Planmäßige und gründliche Vorbereitung für" alle Arten Militär-, spezielle Finanz - und Geometer - Examina, für den kaufmännischen Beruf, sowie behufs Aufnahme in polytechnische und sonstige höhere Schulen. Für Geschäftsleute, welche sich für ihren Beruf oder ein Examen vorbereiten wollen, an den gewöhnlichen Cursusstnnden theilzunehmen aber behindert sind, ist ein Abend-Cursus eingerichtet. 1355) Der Dorltrl)cr: Dr. Kübel, Neichensand - Bahnhofstraße Nr. 93,6. tr, nicht - W| Die Pst f/. 9m- D M «tenf 6 di,