Wo «ELI. Dienstag, den 13. November 1877. Meßmer Wiyeiger A«;eigr- unb Amtsdktt für den Kreis Gießen. Erscheint tLgttch mit Ausnahme deS MontagS. Grpsdtti^nr bchulstraße, Lit. B. Nr. 18. Noli 1 ischer Preis vierteljährlich 2 Mart 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Zur allgemeinen politischen Lage. Auf beiden Kriegsschauplätzen gestaltet sich die Lage der Dinge immer günstiger für die Russen. In Asien stehen sie nach ihrem neuesten Siege schon unmittelbar vor Erzerum und in Bulgarien ist der Fall des auf allen Seiten eng eingeschlossenen Plewna nur noch eine Frage der Zeit. Die Russen bilden sogar schon eine neue Armee, um über den westlichen Balkan auf Adrianopel vorzugehen. Der Winter wird von ihnen als ein erwünschter Bundesgenosse angesehen, keinenfalls wollen sie sich durch denselben abhalten lasten, den Feldzug so energisch als möglich fortzusetzen. Unter diesen Umständen erscheint die Aeußerung, die dem Kaiser Alexander in den Mund gelegt wird, er hoffe den Krieg rasch zu Ende zu führen und den Frühling schon in der Heimath begrüßen zu können, nicht eben unglaubwürdig. Die Gerüchte über Friedensverhandlungen sind freilich gerade in der letzten Zeit wieder verstummt. Aber Nichts begreiflicher als das! Jedermann fühlt, daß erst die entscheidenden Schläge gethan werden müsten, um eine Unterlage für den Friedensschluß zu gewinnen. Aus Konstantinopel kommen sogar neuestens Nachrichten von einer dort herrschenden äußersten Erregung, welche darauf dringe, den Krieg bis aufs Aeußerste zu führen. Diese kriegerische Stimmung wird indeß, wenn sie wirklich vorhanden sein sollte, ohne Zweifel, sobald die Entscheidung gefallen ist, dem Charakter der Mohamedaner entsprechend, stiller Ergebung Platz machen. Somit darf man in der That für den Fall, daß den Rusten das Glück hold bleiben sollte, wohl aus eine baldige Beendigung des Krieges rechnen. Auch die Basis für die Friedensverhandlungen würde in jenem Falle von selbst gegeben sein. Armenien würde ein hinreichendes Object zur Compensation der russischen Kriegskosten bilden, im Besitz Bulgariens würde Rußland die gewünschten Garantieen für Siche rung des Looses der orientalischen Christen in Händen haben, auch die Neu- trolisirung des Bosporus und der Dardanellenstraße, welche allen Nationen zu Gute käme, würde voraussichtlich auf keine unüberwindlichen Schwierigkeiten mehr stoßen: wird doch Englands etwaiger Widerstand gegen'eine solche durch bte jüngst dort erfolgte Bildung eines Vereins speciell zur Erreichung dieses Zieles geschwächt. Während indeß eine definitive Schließung der Wunden, deren periodisches Aufbrechen den Frieden Europas vom Orient her seit Jahrzehnten beunruhigte, in sicherer Aussicht steht, bietet der politische Horizont im Westen Europas leider noch immer kein Vertrauen erweckendes Aussehen. Noch immer ist es nicht entschieden, wohin sich das Zünglein der Wage, die der Marschall Mac Mahon in seiner Hand hält, neigen wird. Außerhalb Frankreichs betrachtet man ebenso wie die französischen Republikaner selbst die Consolidtrung der Rtpublik als eine Bürgschaft für den Frieden, die Restauration des Kaiseroder Königthums unter der Aegtde des Vaticans hingegen als den ersten Schritt zum Revanchekrieg. Die päpstliche Partei dringt nach wie vor in den Marschall, auf der Bahn des 16. Mai fortzuschreiten und das Regiment der „moralischen Ordnung", wie sie es versteht, d. h. im Sinne des Syllabus und des Kampfes gegen die ganze moderne Bildung, schonungslos durchzuführen. Wie wenig man in Rom geneigt ist, auf die Wiederherstellung des Kirchenstaates und den Gedanken einer päpstlichen Weltherrschaft zu verzichten, geht schon daraus hervor, daß der Vatikan in der ganzen Welt, wo nur immer Zündstoff vorhanden ist, auf Vermehrung deffelben und somit auf den Ausbruch einer allgemeinen Umwälzung der Dinge hinarbettet. Von welch' ernster Seite die deutsche Regierung insonderheit die allgemeine Lage ansieht, ergibt sich aus dem Umstande, daß der Kriegsminister v. Kamecke bei der Berathung über die Aufhebung des Pferdeausfuhr-Verbots noch von der Möglichkeit einer Mobilmachung gesprochen hat. Die Fortdauer der feindseligen Gesinnungen der Curie gegen Italien und Deutschland ist in der That Niemanden ein Geheimniß. Glücklicher Weise haben die fremden Regierungen nicht verfehlt, die französische Regierung, das Werkzeug, welches der Vatican zur Ausführung seiner friedensstörerischen Pläne zu benutzen gedenkt, bestimmt wissen zu lassen, daß die Fortführung einer den Willen der Nation mißachtenden, dagegen den Winken des „Unfehlbaren" gehorchenden Politik mit der Ruhe und dem Frieden Europas unvereinbar scheine. Die Hoffnung, daß die Männer des 16. Mai endlich zur Raison kommen und keinen weitern Versuch zur Störung des Weltfriedens machen werden, bleibt daher noch nicht ausgeschlossen Aerrtschlaud. Darmstadt, 8. November. Das Verordnungsblatt für die evangelische Kirche des Großherzogthums Hessen, Nr. 2, enthält: 1. Ausschreiben, die Sonn- und Feiertagsheiligung betreffend. Dasselbe lautet: Das Großh. Oberconsistortum an die Großh. evang. Dekanate, die evang. Pfarrämter und die evang. Kirchenvorstände. Nachdem Großh. Ministerium des Innern unterm 18. Septbr. I. I., aus Veranlassung einer von uns in Folge eines Antrags der Landessynode höchsten Orts gemachten Vorlage, die „Beachtung der bestehenden Bestimmungen über die Sonn- und Feiertagsheiligung (Polizei-Strafgesetz Art. 224—232) der besonderen Aufmerksamkeit der Großh. Kreisämter empfohlen" hat, halten wir es für sachgemäß und nothwendig, daß auch die kirchlichen Verwaltungs-Organe vornehmlich innerhalb der betreffenden Staatsgesetzgebung, aus aller Kraft das Ihre thun, um die Sonntagsruhe und Heiligung zu erhalten und zu heben. Wir beauftragen deshalb die Großh. evang. Dekanate: 1) auf den für das Volkswohl, sowie für die Kirche so wichtigen Gegenstand ein ernstes Augenmerk zu richten und, wo sie es für erforderlich und thunlich erachten, durch Belehrung und Mahnung aus Geistliche, Kirchenvorstände und Gemeinden zur Beachtung desselben einzuwirken; 2) die Dekanatsausschüsse zu veranlassen, Dasjenige, was zur Förderung der Sonntagsfeier in ihren Synodalkreisen dienen kann, in Berathung zu ziehen und, soweit es in ihrer Competenz liegt, auszuführen, die Zustände der evang. Gemeinden ihres Bezirks in Bezug auf die Sonntagsheiligung fortgesetzt genau zu beobachten und wo dieselben der Besserung bedürfen, zunächst die Großh. Polizeibeamten und vornehmlich die Großh. Kreisämter aus die vorkommenden Gesetzes-Uebertretungen aufmerksam zu machen. Die Kirchenvorstände verweisen wir auf § 47, Pos. 3 der Ktrchenver- fassung, wonach auch die „Wahrnehmung alles dessen, was den Zustand der Kirchengemeinde rücksichtlich der Sonntagsfeier betrifft", zu ihren Amtspflichten gehört, und fordern sie auf, nicht allein selbst in dieser Beziehung mit gutem Beispiel voranzugehen, sondern auch ihreu ganzen Einfluß in ihren Gemeinden geltend zu machen, um Störungen der Sonntagsfeier zu hindern und wahrhaft christliche Sonntagsheiligung zu fördern. Sollten in ihren Gemeinden häufigere Uebertretungen des Gesetzes über die Sonntagsfeier vorkommen, so ist den Großh. Polizeibeamten und insbesondere den Großh. Kreisämtern, aber auch den Großh. evang. Dekanaten und den Tekanatsausschüssen zur weiteren Amtshandlung, davon Mittheilung zu machen. Ein denunciatorisches Verfahren gegen einzelne Uebertreter des betreffenden Gesetzes, wenn nicht besonders grave Fälle dies unbedingt erfordern, halten wir indeß nicht für geeignet, glauben vielmehr, der guten Sache werde dadurch am besten gedient, daß die kirchlichen Organe das Augenmerk derjenigen Behörden, welche das Gesetz zu handhaben berufen sind, auf die sich zeigenden Mißstände im Allgemeinen richten und es ihnen überlassen, dem Gesetz die nöthige Geltung zu verschaffen. Von den Geistlichen und Religionslehrern erwarten wir, daß sie durch Predigt und Unterricht die christliche Pflicht der Sonntagsheiligung dem evang. Volke mit allem Ernste vor Augen halten und dasselbe unermüdet auf die großen religiösen, sittlichen und materiellen Schäden Hinweisen, welche dasselbe durch vielfache Vernachlässigung jener Pflicht bereits getroffen haben und noch ferner treffen werden, wenn Sonntagsruhe und Sonntagsheiligung von seiner Seite nicht diejenige Beachtung finden, welche sein eigenes leibliches und geistiges, zeitliches und ewiges Wohl erfordert. Darmstadt, den 23. October 1877. Dr. G o l d m a n n. Ackermann. 2. Ausschreiben, die kirchliche Statistik, insbesondere diejenige des Jahres 1876 betreffend. 3. Ordensverleihungen. 4. Ermächtigung zur Annahme und zum Tragen eines fremden Ordens. 5. Dienstnachrichten. 6. Charakterertheilungen. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben aller- gnädigst geruht: Am 16. Febr. dem evang. Pfarrer Johann Karl Friedrich Kißner zu Eberstadt, im Dekanate Eberstadt, an demselben Tage dem evang. Pfarrer Dr. Wilhelm Wägner zu Kettenheim, im Dekanate Alzey, am 26. März dem evang. Pfarrer und Dekan Georg Marx zu Echzell, im Dekanate Nidda, den Charakter als „Kirchenrath" und am 25. August dem Mitglied und Rath bei dem Oberconsistorium, Geheimen Oberconsistorialrath Karl Melior den Charakter als „Geheimerath" zu verleihen. 6. Sterbefälle. Karlsruhe, 10. November. Die Landstände sind auf den 15. November einberufen. Hesterreich. Pesth, 10. November. Dem Abgeordnetenhause wurde heute der allgemeine Zoll-Tarif, sowie der Post- und Schifffahrts-Vertrag mit der austro-ungarischen Lloyd-Gesellschaft und außerdem ein Petroleum-Steuergesetz vorgelegt. Israukreich. Paris, 9. November. In den Büreaux des Senats haben die Republikaner die Mehrheit. — Der Marschall soll sehr betroffen darüber sein, daß ihm blos ein officiöser Senatoren-Besuch anstatt eines Vertrauens-Votums dargebracht wurde. — Die Orleanisten im Senat sind einem Conflict abgeneigt. Chabaud-Latour, Saiffet, Brun und Grandperret werden als lebenslängliche Senatoren bezeichnet; vielleicht ist es auch möglich, die Kandidatur Lesranc durchzusetzen. Türkei. Konstantinopel, 9. November. Amtliche Meldung: Hsmdy Pascha erhielt an Stelle des zum Minister des Evkof's ernannten Djevdet Pascha das Ministerium des Innern, Kemal Pascha an Stelle des zum Handelsminister ernannten Munif Effendi das Unterrichts-Ministerium. Ohannes Tschamitsch behält das'Portefeuille der öffentlichen Arbeiten. Said Pascha, erster Secretär des Sultans, ist zum Minister der Civilllste ernannt. Der Oriente iifcbe .Krieg. Wien, 9. November. Der „Polit. Corresp." aus Bukarest zugegangene Nachrichten drücken wiederholt die Überzeugung aus, daß bei Plewna Angesichts des Proviant-Mangels der Armee Osman Paschals und der vollständigen Cernirung eine Katastrophe unausbleiblich sei. Bei Sistowa haben die Russen den Bau einer neuen Donaubrücke begonnen. Gestern wurde ei» erneuter Versuch der Türken, auf rumänischem Ufer nächst Oltenitza Fuß zu faffen, blutig vereitelt. Konstantinopel, 9. November, Abends. Ein Telegramm Mukhtar's meldet über einen heute erfochtenen Sieg Folgendes: Die Schlacht dauerte 11 Stunden. Die Russen griffen in zwei Colonnen die Redouten auf der Süd- und Ostseite von Erzerum an. Die im Osten angreifende Colonne wurde jedoch, nachdem sie ein Blockhaus occupirt hatte, mit bedeutenden Verlusten zurückgeschlagen und weithin verfolgt. Auch die im Süden angreifende Colonne ward zum Rückzug gezwungen und von Haffan Mussa Pascha auf der Straße nach Dewe-Boyun verfolgt. Die Ruffen ergriffen später neuerdings die Offensive, und es gelang ihnen auch einen Augenblick, dem Vordringen der Türken Einhalt zu thun und dieselben zurückzuwerfen. Bald jedoch gewannen die letzteren die Oberhand und warfen die Russen schließlich auf Dewe-Boyun. Die Türken machten 15 Gefangene und erbeuteten große Masten von Waffen und Munition. — In Orkhanie sind Verstärkungen eingetroffen. — Mittags. Den hier vorliegenden Nachrichten zufolge waren die Armeen Mukhtar und Ismail Hakki Pascha's nach der Niederlage von Dewe- Boyun in großer Unordnung nach Erzerum gelangt. Das Gerücht von der angeblichen Verwundung Mukhtar Pascha's hat sich nicht bestätigt. Die Erzerum beherrschenden Positionen sind von den Rusten besetzt. Die Einwohner fordern die Capitulation. Der britische Militär-Bevollmächtigte Kemball verließ Erzerum. Die erwarteten Verstärkungen sind nicht eingetroffen. Die Ver- bindung zwischen Erzerum und Trapezunt ist bedeutend erschwert. 8 o t a lTÄ o t i j. Gießen, 12. Nov. Die Versammlung des nationalen und liberalen Vereins am verflossenen Samstag im Saale des Casä Leib war sehr zahlreich besucht. Ohne uns vorläufig des Näheren über die Verhandlungen einzulassen, bemerken wir, daß nachstehende Herrn als Candidaten zu der demnächst stattfindenden Stadtverordnetenwahl seitens des Vereins vorgeschlagen waren: Herr Ford. Gail, H. Hochstätter, Ortsoorsteher Lüdeking, Louis Petri II., Hofgertchtsrath Pfannmüller, Eduard Sack. Gießen, 13. Nov. Wir lassen nachstehend das Protokoll der Stadtverordnetensitzung vom 1. Nov. 1877 folgen: 1. Ein Gesuch um Befreiung von Zahlung des Schulgeldes wurde mit Rücksicht auf die Verhältnisse des Nachsuchenden abgeschlagen. 2. Herr Kaufmann L. Kalkhof will an seinem, ehemals Emmerich'schenHause am Seltersthor, auf der Sette nach der Schoor hin einen Eingang Herstellen und zu diesem Zwecke einige Fußtritte anlegen, wodurch das städtische Etgenthum berührt wird. Diesem Gesuche soll widerruflich unter der Bedingung stattgegeben werden, daß Bittsteller für diese Begünstigung jährlich 5 Abgabe entrichtet und alle Kosten trägt, welche durch Entfernung des Buschwerk, Plantrung und etwa als erforderlich erkannt werdende Einfriedigung entstehen. 3. Das Gesuch des Herrn Schreinermetsters Hermann Werner um Verlängerung eines an der Ludwtgsstraße proj^ctirten Htnterbaues fand keine Beanstandung. Auch gegen sein weiteres Gesuch, um Erlaubniß zur Errichtung eines Nebengebäudes an der Btsmaicksstraße sollen keine Einwendungen erhoben werden, wenn sich Bittsteller durch Ausstellung eines Reverses verpflichtet, bei Auffüllung der Quai-Straße an derselben eine Mauer zu errichten, welche den Erddruck aushält und sich für die Wasser- ablettung aus seinem Eigenthum zu sorgen. 4. Die Scheuer bei der sogen. Untermühle soll von dem jetzigen Besitzer Herrn Ferdinand Burk wohnlich eingerichtet werden. Es soll sich für Befürwortung des desfallsigen Gesuchs ausgesprochen werden. 5. Zustimmung fand das vorgelegte Gesuch des Herrn Maurermeisters Martin Langsdorf, wegen Errichtung eines Vorder- und Nebengebäudes an der Ludwtgs- straße nach den vorgelegten Plänen. 6. Nicht beanstandet wurden die Pläne zur Erbauung eines Nebengebäudes durch Herrn Philipp Stiehl am Krofdorferweg und einer Waschküche von Herrn Johannes Schneider II. am Wteseckerweg. Beide Nachsuchenden besitzen schon Wohnhäuser an den bezeichneten Stellen. 7. Der mit Herrn Philipp Schupp von Balduinstein abgeschlossene Vertrag wegen Lieferung des für die Wegunterhaltung pro 1878 erforderlichen Lahnsandes für den Preis von 1 JL 90 pro Kubikmeter wurde genehmigt. 8. Mit der von der Baudeputation vorgeschlagenen Herstellung der Banquets auf der linken Sette deS Krofdorferwegs bis an den Harthweg ist sich einverstanden erklärt worden. Gießen, 12. Nov. (Auszug aus dem Jahresbericht der Handelskammer in Gießen für das Jahr 1876.) (Fortsetzung.) II. Berichte über Thatsachen. Tabak- und Eigarrenfabrikation. Der Druck, welcher im Jahre 1876 allgemein auf der Industrie Deutschlands lastete, verfehlte auch seine Einwirkung nicht auf die Eigarrenfabrikation. Der Absatz war während dieser Periode kein befriedigender zu nennen und konnten die Preise, welche erforderlich gewesen wären, um das Geschäft zu einem lohnenden zu machen, kaum erzielt werden. Die früher geschilderte Calamität über zu hohe Preise der Decktabake besteht nicht allein fort, sondern hat noch größere Dimensionen angenommen, während die Preise der Fabrikate nicht verhältntßmäßig höher bezahlt werden, sondern sogar heruntergegangen sind. Als wünschenSwerth wird von den Betheiltgten bezeichnet, wenn endlich einmal eine definitive Entscheidung darüber getroffen würde, ob die gegenwärtigen Tabakszölle bestehen bleiben oder erhöht werden sollen, denn durch daS Offenhalten dieser Frage ist eine Unsicherheit entstanden, die auf alle Unternehmungen lähmend etnwtrkt. Einer hiesigen Firma wurde auf der internationalen Weltausstellung in Philadelphia die große Medaille zuerkannt, nachdem ihr in Wien im Jahre 1873 auch der erste Preis, die Fortschritts-Medaille, zu Theil geworden war. Textilindustrie und Handel mit deren Erzeugnissen. Wenn wir in unferm vorjährigen Berichte hervorhoben, daß die Aussichten auf eine Besserung der Geschäftsverhältnisse für das Jahr 1876 ungünstige seien und daß diese sich nur nach einer völligen Rückkehr des Vertrauens und nach einer Ausgleichung der Ausschreitungen der Vorjahre vollziehen könne, so hat sich diese Voraussetzung vollkommen bewahrheitet, denn eS darf dieses Jahr wohl als das ungünstigste des letzten DecenniumS bezeichnet werden. Der große Nothstand auf den industriellen und commerciellen Gebieten übte auf den Absatz in Baumwollenwaaren, gemischten und leinenen Fabrikaten nunmehr einen vorher noch nicht gekannten hemmenden Einfluß. Es wurden Betriebsein'chränkungen nothwendig, welche Lobnreductionen zur Folge hatten und die Lage der Aroetrer ungünstiger gestalteten. Wenn diese trotzdem diesseits noch eine erträgliche geblichen war, so dürfte es wohl dem Umstande zuzuschreiben sein, daß ein großer Theil derselben tm Frühjahr den Webstuhl in größerem Maße als sonst verlassm und sich anderweitiger Beschäftigung in Oeconomie- und Baugewerben zugewandr hatte, welche letzteren in unserem Bezirke glücklicher Weise im Gegensatz zu vielen anderen, wo auch diese Thätigkeit gelähmt ist, bis heute noch ungeschwächt fortarbetten können. Wenn die bevorstehenden günstigen Ernteaussichten für manche Dtftricte auch einen Aufschwung annehmen lassen, so wird doch eine durchgreifende Veränderung zum Guten erst dann zu erwarten setn, wenn die Nachtheile der Ueberproduction gänzlich beseitigt sein werden und der lohnende Absatz wieder durch den reellen Bedarf zur Geltung kommen wird, welcher seither durch Nothverkäufe, Preisreductionen und die allgemeine L'ane htntangehalten wurde. Manufacturwaarengeschäft im Detail. Die Lage des Manufacturwaarengeschäfts ist tm Wesentlichen dieselbe wie im Vorjahre geblieben. Solide und feine Bedarfsartikel fanden guten Absatz, wogegen geringere Qualitäten weniger gesucht waren. Es darf constattrt werden, daß die htcsigen Geschäfte im Allgemeinen für die Inhaber noch recht lohnende waren, was ein erfreuliches Zeichen für die günstigen Verhältnisse des Dtftrictes ist, da dieser Zweig fast überall za berechtigten Klagen über mangelhaften Absatz Veranlassung gegeben hatte. Eorsettenfabrikation. Die allgemeine Geschäftsflaue äußerte sich bei dem dahier bestehenden Etablffse- ment dadurch, daß vorzugsweise billigere Qualitäten Absatz fanden. Wenn sich trotzdem der Umsatz nicht verringerte, so war dies mit größeren Opfern, welche vermehrte Geschäftsreisen auferlegten, zu erreichen. Während bei den Kleinhändlern dieser Branche der Nachtheil, welcher ihnen durch Wanderlager und Aucttonsgeschäfte zugefügt wird, eine stehende Klage bildet, haben auch die Fabrikanten mit einer Concurrenz der ZuchthauSarbeit zu kämpfen, welcher mit freier Arbeit bis jetzt nicht erfolgreich ohne erhebliche Schmälerung des Gewinns die Spitze geboten wurde, da hier bei außergewöhnlich billigen Löhnen mit einem stabileren Arbeiterpersonal Massenproduclionen zu Wege gebracht werden können, ohne daß die Fabrikate in der Qualität zurückstehen. Da diese Vortheile stets nur Einzelnen zu Gute kommen, so muß natürlich die Mehrzahl unter solcher Concurrenz leiden. Lederhandel. Die schlechten Zeitverhältnisse konnten selbstverständlich auch den Lederhandel nicht verschonen. Die arbeitenden Klassen mußten sich mehr einschränken, als dies in den Vorjahren der Fall war, was eine bedeutende Verminderung des Absatzes hervorgeruien hat. In Sattler-, Wagenbau- und Maschinenriemenleder hatte der Consuut ebenfalls nachgelassen, doch machte sich in letzterer Zeit eine Besserung bemerkbar. Durch den orientalischen Krieg sind rohe Häute in England und Amerika bedeutend im Preise gestiegen, was jedenfalls nicht ohne Einfluß auf gegerbte Waare bleiben dürfte. Wollenspinnerei. Das Jahr 1876 hat hier ebenfalls einen ungünstigen Verlauf genommen, indem abgesehen von der allgemeinen kritischen Geschäftslage, das seit längerer Zeit schon bestehende Mißoerhältniß zwischen Rohmaterial und Garnpreisen noch immer nicht gehoben werden konnte. Außerdem beeinträchtigte die Concurrenz mit Belgien und Frankreich den Absatz, welche mit ihren unoerhältnißmäßig billigen Fabrikaten diesen Geschäften empfindlichen Schaden beibrachten. Der Wunsch, möglichst vollständig gegenseitig gleichmäßige Zollsätze mit Frankreich herbeigeführt zu sehen, ist schon in unserem vorjährigen Berichte ausgesprochen worden, und bleibt derselbe heute noch bestehen. Zum Zwecke der mit den Interessen des Handelsstandes innig verbundenen Regelung der Zollangelegenheiten machte sich das Bedürfntß nach Herbeiführung einer umfassenden Enquete über die Verhältnisse der deutschen Production geltend ur.b wurde ein diesbezüglicher Antrag bereits in der letzten Session des Reichstages gestellt, ohne jedoch bis jetzt Aussicht auf Berücksichtigung gefunden zu haben. (Fortsetzung folgt.) Vermischtes. Jüterbogk, 29. Oct. Am vergangenen Freitag spielte sich hier ein Schauerdrama in zwei Acten ab. Am Abend dieses Tages kam es zwischen dem Restaurateur Alex und seinem aus Berlin zum Besuche eingetroffenen Schwiegersöhne wegen Auszahlung der versprochenen Mitgift zu so ernsten Streitigkeiten, daß der Alex de i Tochtermann unter der Drohung, ihn andernfalls sofort nlederzuschießen, anwies, augenblicklich sein Haus zu verlassen. Während der Bedrohte noch kurze Zett in der Blllaro- stube verweilte, erschien schon der aufgeregte Schwiegervater mit einem geladenen Revolver und feuerte in Gegenwart mehrerer Gäste zwei Schüsse auf den Schwiegersohn ab. Von dem zweiten getroffen, sank dieser zusammen; er ist an den Folgen der erlittenen ernsten Verletzung in der Nacht zum Sonntag verstorben. Der zweite, gleich schauerliche Akt spielte in einer anderen Restauration. Der Polizeisergeant Ändersohn erhielt noch am späten Abend den amtlichen Auftrag, dem rc. Alex den Revolver abzufordern. Dieser wurde ihm auch ohne Weiteres überlassen. Unterwegs glaubte A. die noch mit Schüssen versehene Waffe entladen zu müssen und feuerte dreimal in die Luft. Angelockt durch eine versammelte fröhliche Gesellschaft betrat der Sicherheitsbeamte dann noch die Dalicho'sche Restauration, um ein Glas Bier zu trinken. Der Revolver wanderte nnterdeß von einer Hand zur andern, und der Versicherung des Andersohn Glauben schenkend, daß kein Schuß mehr im Gewehr fei, erlaubten sich mehrere Gäste damit Scherze zu treiben. So auch der Bürger A. Müller. Er zielte auf den ihm gegenübersitzenden Artillerieunterofficier Höneburg und drückte los. Aus dem Revolver krachte noch ein Schuß und nach einer halben Stunde war der in den Hals getroffene Unterosficter eine Leiche. In der verhängnißoollen Nacht wurden außerdem hier zwei größere Diebstähle ausgesührt. Vier Millionen Kellerwechsel! Der jähe Zusammenbruch der Ritterschaftlrchen Privatbank für Pommern beschäftigt nicht nur die kaufmännischen Kreise. Die nach und nach bekannt werdenden Einzelheiten sind in der Geschichte der Banken wohl unerhört Nur durch eine Jahre lang fortgesetzte Täuschung ist c8 möglich gewesen, die Katastrophe, die im natürlichen Laufe der Dinge schon längst hätte eintretcn müßen, bi8 jetzt hinauszuschieben. Die Folge davon sind vier „Millionen Kellerwechsel", d. h. solcher Wechsel, für die eine Deckung überhaupt nicht vorhanden ist. Diese Thatsache ist so ungeheuerlich, daß sie mit Recht die Aufmerksamkeit jedes Volkswirths verdient. Sie enthüllt einen Krebsschaden deS kaufmännischen Verkehr-, der die größten wirthschaftlichen Nachtheile in sich birgt, ganz abgesehen von der Thatsache, daß er ein erschreckendes Sinken der öffentlichen Moral bezeichnet. Das System der Kellerwechsel ist kein neues. Auch früher gab es verkommene Subjekte, die gegen aeringe Vergütlgung ihren Namen zu allerhand Wechselverbindllchkeit hergaben. Sie konnten sich getrost für die größten Summen verpflichten, denn wurden sie wirklich haftbar gemacht, so genügte dem Exekutor ein Blick in die nur mit dem Nothwendigstcn ausgestattete Mansarde des Schuldners, um ihm zu zeigen, daß, wo nichts ist, auch der Kaiser sein Recht verloren hat. Gewöhnlich bestand ihr gesammtes Vermögen nur in einem — FirmastempA. Dadurch erhielten ihre Papiere einen kaufmännischen Anstrich, der namentlich in kleineren Pro» vinzialstädten einen sicheren Effekt hervorbrachte. Aber doch trugen die Kellerwechsel noch so sehr den Stempel des Gemachten an sich, daß ein einigermaßen gewiegter Geschäftsmann sie bald erkannte und energisch rurückrvies. Es waren eben noch Anfänger, die selbst noch keine Ahnung davon hatten, auf welche Höhe ihre „Kunst" gebracht werden konnte. Heut ist daS anders. Die Fabrikation der Kellerwechsel ist geschäftsmäßig orzanisirt und wird mitunter ganz im Stlle der Großindustrie betrieben. Da der Name „Kellerwechsel" zu an- rüchtig klingt, so hängt man ihnen ein kleidsames Mäntelchen um und nennt sie „Aushüffswech- sel" oder „Finanzwechsel", wahrscheinlich weil sie den geschwächten Finanzen auf die Beine helfen sollen. Daß die Fabrikanten den Zeitpunkt richtig gewählt haben, beweist der enorme Aufschwung, den das „Geschäft" in der Neuzeit genommen hat. Jeder Leiter eineS Bankinstituts wird darüber Auskunft zu geben vermögen und auch das traurige Factum bestätigen können, daß diese Art der Wechselreiterei in Kreise gedrungen ist, die noch vor wenigen Jahren mit Entschie- Lenheit ein solches Geschäftsgebahren verdammt hätten. Es ist oft und viel darüber gesprochen und geschrieben worden, welch' heftigen Stoß die öffentliche Moral durch^bie Gründerzeit erlitten hat. Die Sucht, rasch reich zu werden, ist zur allgemeinen geworden und läßt kein Mittel als zu verwerflich erscheinen, um das ersehnte Ziel zu erreichen. Dle enorme, fast könnte man sagen, die allgemeine Verbreitung der Kellerwechsel ist ein sprechender Beweis dafür. Der Jnseratentheil unserer gelesenstcn Zeitungen enthält fast täglich das Anerbieten, datz ein „Bankinstitut" gegen geringe Provision auf sich trassiren läßt. Wechsel, deren Valuta erst zur Verfallzeit zu berichten ist, werden zu Hunderten angeboten. Die Vermittelung der verschiedenen Annoncenbureaux erleichtert den Schwindlern ihr Geschäft, insofern sie nicht direkt vor die Oeffentlichkeit zu treten brauchen, sondern sich der schützenden Maske einer beliebigen Adresse bedienen können. Diese Vorsicht ist nöthtg, um sie vor der Thätigkeit des Staatsanwalts zu schützen Freilich sind manche dieser Geschäftsleute von der Ncellität und den wirthschaftlichcn Vortheilen ihrer Sache so überzeugt, daß sie nichts Unrechtes in ihrem Beginnen erblicken und eine besondere Vorsicht bei ihren unsauberen Manipulationen verschmähen. Um jedem Hülfsbe- dürftigen die Vortheile derselben zugänglich zu machen, besitzen sie in allen größeren Städten Agenten, durch deren Hülfe sie im Stande sind, jeder Zeit Wechsel in beliebiger Höhe auf beliebige Plätze offeriren zu können. Daß die meisten der auf dem Wechsel befindlichen Firmen überhaupt nicht oder nicht in dieser Form existiren, thut dem Geschäft keinen Abbruch. Wird ja doch bei Eingang des Geschäfts dem Kunden sofort mitgetheilt, daß der Uebersender der Wechsel für die Bonität der Wechselverpfiichteten nicht hafte, daß der Uebernehmer derselben selbst für rechtzeitige Einlösung Sorge tragen müsse. Die augenblickliche ungünstige Lage des Marktes kommt dabei den Schwindlern in ausgedehntestem Maße zu Gute. In fast allen In- vustriezweigen ertönen die Klagen über das Darniederliegen der Geschäfte; zu Hunderten werden die Arbeiter entlasten, ohne daß der verminderte Betrieb die Folgen der Ueberproduktion aufzuheben vermag. In vielen Branchen wird es schon als Gewinn betrachtet, wenn nur die Geschäftsunkosten gedeckt werden, in eben so vielen aber wird nur mit Verlust gearbeitet. Die Folgen dieses nun schon Jahre lang anhaltenden Zustandes sind natürlich auf der einen Seite ein gesteigertes Creditbedürfniß der Geschäfte, während auf der anderen die Banken mit ihren Ca- ■ji Italien weit mehr zurückhalten, als dies in normalen Zeiten der Fall ist. Gewiß ist dadurch der Boden für die Fabrikanten der Kellerwechsel ein außerordentlich günstiger. So mancher —ll ll IMW »MI «ÜIIIIIM solide Kaufmann mag aus Noch sein Heil bei ihnen versucht haben, in der Hoffnung, daß-Zeit gewonnen — Alles gewonnen sei. Einzeln mag dies vielleicht auch geglückt sein, aber die Meisten hat die Speculation aus eine bessere Conjunktur getäuscht, und nun müsten sie unaufhaltsam weiter auf der schiefen Bahn der Wechselreiterei. Nur -in plötzlicher, enormer Aufschwung der Geschäfte vermag sie noch zu retten und aus den drückenden Fesseln zu befreien. Das Vorhandensein jener fabelhaften Summe von Kellerwechseln in den Depositen der Eingangs erwähnten Bank zeigt, in wie weite Kreise ihr Gebrauch gedrungen ist- Wie groß mag die Summe aller in Umlauf befindlichen Kellerwechsel erst sein? Es ist zu befürchten, daß sich eine solche Summe fiktiven Kapitals ergibt, daß die möglichen Folgen einer Katastrophe nicht schwarz genug gedacht werden können Was ist hier zu thun? Die Gefahren für das öffentliche Wohl liegen auf der Hand; dasselbe muß vor allen Dingen geschützt werden. Dazu gehört zunächst, daß jeder Geschäftsmann im Wechselverkehr die größte Vorsicht beobachtet und jeden nur einigermaßen verdächtigen Wechsel mit Entschiedenheit zurückweist. Ein corporatives Vorgehen der Hanpel und Gewerbetreibenden würde hier vielleicht von bedeutendem Vortbeil sein. Man müßte die Oeffentlichkeit zu Hülfe nehmen und alle jene sogenannten Firmen, die auf als Kellerwechseln erkannten Papieren als Strohmänner figuriren, bekannt machen, die Kenntniß derselben in den weitesten Kreisen verbreiten und so das Geschäft jener Fabrikanten möglichst brach legen. Ein Kaufmann, der sich durch dergleichen Manipulationen zu retten sucht, müßte öffentlich gebrandmarkt werden- Jeder aber, der allzuschwer unter der wlrthschaftlichen Conjunktur leidet und sein Geschäft nicht mehr aufrecht erhalten kann, muß liquidiren oder Concurs anmelden. Denn ein derartiges Geschäft mit Hülfe von Kellerwechseln fristen oder gar retten zu wollen, ist nicht nur ein thörichtes, sondern auch ein strafwürdiges Unternehmen. Durch einen hochseltenen Glücksfall kann und wird eine Rettung eintreten, in den meisten Fällen wird der Zusammenbruch nur aufgeschoben sein. Cs wird sein endliches Eintreten nicht allein den Schuldigen, sondern auch die Unschuldigen treffen. Jedenfalls ist es für einen Kaufmann ehrenhafter, zur rechten Zeit sich mit seinen Gläubigern zu einigen, als durch unwürdige Manipulationen und durch Mißbrauch des öffentlichen Vertrauens Unschuldige zu schädigen und sich selbst — vor den Staatsanwalt zu bringen. Selbstnkennt- niß und Selbsthülfe sind die einzigen Mittel, um dauernd den Kaufmannsstand von dem Schwindel zu befreien, der durch seine weite Verbreitung eine wirthschaftl. Kalamität herbeiführen muß. (Trib.) Allgemeiner Anzeiger. Versteigerung. Dienstag den 13. November, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dahiesigem Ortsaerickt die Grundstücke der Herren Philipp Oppermann Erben zum letzten Mal öffentlich an den Meistbietenden versteigert werden und wird mit dem Zuschlag die Genehmigung ertheilt. Gießen, den 8. November 1877. Großherzogl. Ortsgericht Gießen. 6311) Müller. KeUgevotenes. ffemdcu nach Maaß in guter Maare und solider Arbeit in : Doppel Shirting mit glattem Leinen- Einsatz per Vr Dutzend . . dl 31 Chiffon mit Leinen - Einsatz per 7» Dutzend . . . . dl 36 prima Chiffon mit Leinen-Einsatz per Vr Dutzend . . . dl. 42 empfiehlt (5973 H. Rübsamen, Mäusburg D. 9. 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F.Asche's Bron ch ial Pa st i 11 e n diu st en, Heiserkeit ,Verschleimung 6347) Die Zeche Nachtigall Tiefbau bei Witten, welche anerkannt die beste Kohle für Herd- und Ofenbrand liefert, hat uns den Alletnverkauf für Gießen und Umgegend übertragen. Wir empfehlen diese Kohle zur gefl. Abnahme mit dem Bemerken, daß wir dieselbe in Partieen von mindestens 25 Ctr. franco an's Haus liefern. E. Bergmann S? Gabriel. einer großen Partie englischer Teppiche ( Brüssels) am Stück. 6291) Hierdurch einem verehrlichen Publikum zur Anzeige, daß ich im früheren Geschastslokal des Herrn Hermann Geriete (neben der Expedition d e s „Gießener Anzeigers') eine große Partie oben genannter Teppiche in den schönsten Dessins und in reichhaltigster Auswahl zum Ausverkauf ausgestellt habe und dieselben in Folge oortheilhaften Einkaufs unter dem Fabrikpreise verkaufen kann. Gießen, den 3. November 1877. ________________S. Neis Wittwe. Kermretyungen. 6351) Alicrnstraße 102 (Parterre) ein möblirtes Zimmer zu vermiethen._________ 6352) Möblirtes Zimmer zu vermie- then.____________________Lmdenplatz 244. Zu vermiethen ein kleines möblirtes Stübchen an einen Arbeiter. (6353) Lindcnplatz A. 242. 6354) Em einfach möblirtes Zimmer an einen an ft. Herrn sofort zu vermiethen. __Schloßstraße B. 6 1. Stock. 6365) Ein Laden mit Logis in bester Lage, zu vermiethen. Näheres bei ______________________________I Blitz. 5654) Em Famillenlogis zu vermiethen. ______________________Neuenweg 134. 6227) Gleich bezieh, are kleine Logis zu vermiethen.__________Neuenbaue". B 90. 6307) Ein freundliches möblirtes Zimmer zu vermiethen. _______________Fr. B ieler am Kreuz. 6203) Der 2. und 3. Stock meines Hauses zu vermiethen. _____________________Ehr. Schopbach. 5851) Ein kleines Familienlogis zu ver- mtethen. L« Müller, ________________Mat.- u. Farbw -Hdlg. 6329) Ein kleines Logis zu vermiethen Jacob Thomas, Schiffenbergerweg. 6325) Ein kleines Famillenlogis zu vermiethen. __W. Wendel, Gartfeld. 6318) Ein möblirtes Zimmer mit oder Cabinet ist auf sofort zu vermiethen bei __Carl Wcidig Wittwe, Gartenstraße. 6337) Ern kleines Logis von 2 Zimmern Küche rc. in dem ehemals Ronst a dt'schen Hause in der Neustadt zu vermictben. Näheres bei Herrn Ehr. Vix Neuen- wegerthor.________________________________ 6345) Das seither von Herrn H. Gericke bewohnte Logis ist bis zum 15. Januar 1878 anderweit zu vermiethen. Auf Verlangen kann dasielbe auch schon früher über: nommen werden.______Wilh. Orbig. 6342) Ein Stübchen mit oder ohne Möbel, gleich beziehbar, zu vermiethen bei ______________Ph. Müller, Löwengasse 161. 6284) Ein freundliches möblirtes Zimmer zu vermiethen bei I o h. Becker, Gartfeld _______________neben G. Unverzagt I. 6101) Mehrere Logis von verschiedener Größe, außerhalb der Stadt, zu vermiethen. Näheres bet___________________I. Blitz 5786) Möblirtes Zimmer zu vermiethen. _________________________________Lit. D. 16. 5715) Ein möblirtes Zimmer zu ver- miethen.________________Neustadt D. 27. 5599) Famtlienlogts, aus 5 Zimmern und sonstigem Zubehör bestehend, zu oer- miethen bei__________F. Jutzi, Gartfeld. 5123) Wolkengasse C. 90 ist ein möblirtes Mansardenzimmer mit Cabinet an einen Herrn zu vermiethen._____________________ 3526) Eine Wohnung an eine ruhige Familie zu vermiethen ___________bei Alexander Mayer. 5784) Eine Familienwohnung, bestehend aus 6 Zimmern, 2 Kammern rc. zu vermiethen. Auf Wunsch kann Comptoir und Lagerraum dazu vermtethet werden. _______________Moritz Heichelheim. 6070) Ein kleines Famtlienlogis (Monarde) zu vermiethen. Hck. Schmid t, Braugasse. Kermtschte Anzelgen. 6361) Vier Arbeiter können Schlafstelle erhalten.______________Sellersweg C. 188. 6348) Ein Restaurateur wird zur Uebernahme einer Restauration gesucht. Sänuntliches Inventar ist vorhanden-__Wo? sagt die Erp d Bl- In einem hiefigen Fabrikge- fchäft kann ein mit den nöthigen Norkeuntnissen versehener junger Mann alsbald in die Lehre treten. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 6363) Ein braves Mädchen, nut guten Zeugnissen versehen, für Haus- und Küchen- arbcit auf Weihnachten in eine Stelle gesucht Jährlicher Lohn 90 bis 100 fl. Näheres bet Vermietherin Frau Langsdorf, ________________LindtNplatz 244.___________ Ein braves Mädchen mit guten Zeugnissen und vertraut mit HauS- und Stubenarbeit, findet zu Weihnachten Stelle bei jyrau Schirmer hier, Wallthorfiraße A. Nr. 18N. 6366) E'U un NaymaichineiiNä^en erfahrenes Mädchen wird auf sogleich gesucht. WEthor A. 66 tm 2. Stock. Salon Fernando. Täglich große Vorstellung u der.Magie, Physik und Optik. (6355 Anfang, Abends V2S Uhr. ——————7'^ in — । imnra 6359) Em Bür.-^ehltfe w. l. s. FreUto' Geschäftsleuten d. Bücher zu führ. Adr erb. sub Z. postlgd. hier. Für kapilalislen! Eine größere Hypothek aus ersten Einsatz wird zu cediren gesucht. Schriftliche Offerten mit Aufschrift ^Hypothek6,6 bittet man an Haasenstein 4* Vogler tn Gießen bei der Exped. d. BlttS. abzugeden. 6282) Für einen einzelnen Herrn wird zum ersten April eine Wohnung von 3 bis 4 guten Zimmern, unmöblirt, aber mit Bedienung, gesucht. Adr. innerhalb der nächsten 8 Tage an die Exped. d. Bl. sub 8. 12 erbeten._______________________________ 6356) Meine Werkstätte befindet sich von jetzt an bei Herrn Posthalter Krausch, Schloßgaffe. Chr. Faber« Spengler. 6309) Fuhrleute auf sofort gesucht von ^ug. Nauheimer Wittwe. 6340) Ein tüchtiger Metzgerbursche, der selbstständig arbeiten kann, wird auf sofort gesucht. Otto Luft im Löwen. Oberhessische Gesellschaft für llatur- und Heilkunde. Sitzung: Mittwoch den izi. November, Abends 7 Uhr, in der kleinen Aula. Vortrag des Herrn Professor Dr. Sattler: Ueber Farbensinn und Aarbcnblindbeit. Aucb Nichtmüglieoer babcn Zutritt.___________________ (5358 i Zur „St