J¥o. 1L8. Donnerstag, den 12. Juli 18W. Kießcner MnMger Anzeige- und Amtsblatt fit bei Kreis Gießen. Amtlicher Hheit. Bekanntmachung. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß nach $ 12 des Regulativs vom 26. Februar 1875 der Provinzialausschuß während der Zeit tOtl’ 21' Währmd dtesm°Ferien^kennen" «»"öffentlicher Sitzung nur schleunige Sachen zur Verhandlung gelangen, dagegen wird der Lauf der gesetzlichen Fristen dadurch nicht unterbrochen. Gießen am 6. Juli 8 ^er Provinzialausschuß der Provinz Oberhesten. v. Röder. Bekanntmachung. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß nach § 10 des Regulativs vom 26. Februar 1875 der Kreisausschuß während der Zeit vom 21. Julias ^:cj®c^tec^c6nerf^inen in'öffentlicher Sitzung nur schleunige Sachen zur Verhandlung gelangen, dagegen wird der Laus der gesetzlichen Fristen dadurch nicht unterbrochen. Gießen, den 6. Juli 1877. Der Kreisausschuß des Kreises Gießen, v. Röder. Bekanntmachung. Die Amtstage des Landgerichts Gießen werden Dienstag und Mittwoch abgehalten und zwar des Vormittags von 8 bls 12 und des Nachmittags von 2 bis 5 Uhr. Gießen, den 10. Juli 1877. Großherzogliches Landgericht Gießen. ___________________ (Erdmann.___________________ Bekannjinaehung. Zn Folge des Baues der Brücke über die Wieseck in der Reichen,and.Bahnhossstraße ist es »»'hwendig geworden, den Verkehr über den dort befind- licken Steg einzristellen. Es ist daher der Weg zu dem Letzteren bis auf Weiteres gesperrt und der Steg an der Main-Weser-Bahn am Fuße des Felsen kellers ausschließlich zu benutzen. Gießen, am 11. Juli 1877. Großherzogliche Polizeiverwaltung Gießen. FresentuS. __- hobenen Möglichkeiten ausschließen solle. Die hier proponirte Bestimmung liegt nach Ansicht der Regierung sowohl im Jntereffe der Lehrer als auch im Interesse der Kirchen- und Schulbehörden. Die Regierung kann sich daher mit dem gestellten Anträge nicht einverstanden erklären und insbesondere auch damit nicht, daß das dem Lehrer aus kirchlichen Mitteln zufließende in seiner Besoldungs-Note ausgeführte Einkommen bei Festsetzung seines Gehaltes auch insoweit nicht in Anschlag gebracht werden solle, als es die Beträge von 100, bezw. 200 Mk. übersteigt. Hat die Frage, ob dies geschehen solle oder nicht, auch im Ganzen wenig praktische Bedeutung, indem nur selten die Vergütungen für die Functionen eines Organisten ic. mehr als 100 resp. 200 Mk. betragen werden, so sind doch einzelne Fälle vorhanden, in denen das in der Besoldungs-Note ausgeführte Einkommen aus kirchlichen Mitteln eine solche Höhe hat, daß eine gänzliche Nichtberücksichtigung desselben bet.Festsetzung des Lehrergehaltes auf der einen Seite das Einkommen des betr. Lehrers ohne Grund allzusehr erhöhen und aus der anderen Seite die betr. Gemeinde wesentlich mehr als seither belasten würde. Zu dem Antrag Sr. Erlaucht des Herrn Grafen zu Solms-Lauback bemerkt das von Herrn Ministerialrath Knorr ergangene Schreiben an den Aus- schußreserenten der ersten Kammer: Die Regierung ist fortwährend der Ansicht, daß die Gehaltsregulirung, wie sie sich nach den von dem Ausschuffe der zweiten Kammer in Uebereinstim- mung mit der Regierung primär gestellten, indeffen von der zweiten Kammer nicht acceptirten Anträgen ergeben würden, dem Bedürfnisse am meisten entspricht. Der Antrag des Herrn Grafen von Solms-Laubach Erlaucht, zu Art. 1 steht nun, was die Höhe der Gehalte anlangt, den bemerkten primären Ausschußanträgen etwas näher, als die Beschlüsse der zweiten Kammer, der beabsichtigte Zweck, — Unterscheidung zwischen Landstädtchen und Landorten nut ganz einfachen Lebensverhältnisten, wird indeffen durch den Antrag keinenfalls in der erhofften Weise erreicht werden und würde aus der anderen Sette eine Genehmigung des Antrags den mißlichen Erfolg haben, daß vielfach zwischen Gemeinden mit ganz denselben Lebensverhältnissen sehr geringen Bevölkcrungs- , unterschieden und die dazu häusig ganz nahe beisammen liegen, ein Unterschied in der Höhe der Lehrergehalte gemacht werden müßte. So müßten, um einige Beispiele anzusühren, nack dem Anträge des Herrn > Grafen von Solms-Laubach Erlaucht, die Lehrergehalte betragen: m Wetter- . stadt 1000 Mk., in Bickenbach und Hühnlein 1000 Mk., in Semd und Leng- I eld 1000 Mk., in Groß-Felda und Nieder-Ohmen 1000 Mk., in WixhaistkN t 900 Mk., in Alsbach und Jugenheim 900 Mk., in Klein-Umstadt 900 Mk., Deutschland. , Darmstadt, 9. Juli. Der Gesetz-Entwurf, die Gehalte der Volks- < schi.llehrer betr., welcher mit wenigen von der Regierung gebilligten Modisica- ] honen die Zustimmung der zweiten Kammer fand, hat auf Antrag Sr. Erlaucht j des Herrn Grafen zu Solms-Laubach nochmals einer Berathung des Gesetz- gebungs-Ausschusses der ersten Kammer unterlegen. Der von Sr. Erlaucht dem Herrn Grasen von Solms-Laubach zu diesem Gesetz-Entwurf gestellte Antrag, sowie der weitere Antrag des Herrn Domkapitular Dr. Moufang wurden bereits früher mitgetheilt und sind wir heute in der Lage, die dem Berichterstatter des Gesetzgebungs-Ausschusses der ersten Kammer, Herrn Geheimerath v. Willick, aus desfallsige Anfrage Seitens des Ministeriums ertheilte Antwort in srag- licher Angelegenheit mittheilen zu können. Zu dem Antrag des Domkapitular Moufang wird bemerkt, daß die hier in Frage stehende Bestimmung des Art. 8 des Gesetz-Entwurfs lediglich den Zweck habe — in Ausführung des Art. 50 des Volksschulgesetzes und gegenüber den zahlreichen Desiderien hinsichtlich der Vergütung für kirchliche Dienste — eine feste Norm zu haben, eine bestimmte Summe sestzusetzen, bei deren Lei stung der betr. Lehrer verbunden ist, bezw. von seiner vorgesetzten Behörde dazu angehalten werden kann, die Functionen eines Organisten, Cantors k. zu übernehmen. Keineswegs soll hiermit ausgeschloffen werden, daß durch freie Ueber- einkunft zwischen dem betr. Kirchenvorstande und dem Lehrer, die Vergütung, des Lehrers für kirchliche Dienste anderweit regulirt wird, oder daß, soweit nicht bereits wohlerworbene Rechte in Frage stehen, die betr. Kirchenbehörde oder Kirchengemeinde von dem Lehrer als Organisten ganz absieht, und eine anderweite Einrichtung hinsichtlich der Versehung des Organistendienstes trifft. Es scheint der Regierung, daß der Antrag des Herrn Domkapitular Moufang wesentlich mit durch die nach Vorstehendem nicht richtige Unterstellung veranlaßt worden ist, daß die betr. Bestimmung des Gesetz-Entwurfs die eben hervorge- tn Kirtorf und Romrod 900 Mk. u. s. w. Derartige Consequenzen haben die Großh. Negierung namentlich veranlaßt, die im Gesetze vom 26. November 1872 beliebte strenge Scheidung der Gemeinden nach der Seelenzahl, insbesondere in Gemeinden von 2000 und unter 2000 Seelen in dem neuen Entwurf fallen zu lasten und die Steigung der Gehalte mehr nach der Zahl der Lehrerstellen zu bemesten. In einer Anlage sind die Gemeinden aufgeführt, bei denen nach dem vier in Frage stehenden Anträge gegenüber den Beschlüsten der zweiten Kammer eine Erhöhung des Gehalts einer oder zweier Lehrerstellen von 900 Mk. auf 1000 Mk. stattfinden müßte. Es sind dies, — wenn man von den Gemeinden mit 4 Lehrerstellen, bei denen schon nach den Beschlüsten der zweiten Kamme Oberhe 1 < •5 f General Grant ist hier eingetroffen. Gutem Vernehmen nach ist die Zusammenkunft unseres von Oesterreich auf den 8. August d- I. in Aussicht 381 bezeichneten misterei-B Gie 388' zur Rrvisi festgesetzt i worden. Wir ierung, ib' Gie tauschen. Seitens der werden. Köln, 9. Juli. VmS, 9. Juli. Kaisers mit dem Kaiser genommen. Bru Diri soll dahiu Krofdorf u ^stehend in ^Brunner Erofdorf, 3894) Bett.: Aus von der 3893) V Ausnohmetc von Tteinl Rheinischen nen ^ur Ein N-h-r-s ( oitlonen zu Gießen, bi Gro Hesterreich. Wien, 10. Juli. Oesterreich bewilligte der Pforte die Benutzung des Hafens von Klek zum Transport der Verwundeten, von Sanitäts-Zeug und Proviant. Wien, 10. Juli. Das „Tageblatt" meldet aus Belgrad: Die Regierung hat in Paris eine Anleihe im Betrage von 2 Mill. Ducaten abgeschloffen. — Fürst Milan inspicirte die in Nigotin unter General Harvatovic stehenden Truppen. — Serbien schloß am 4. d. Mts. einen Allianz-Vertrag mit Rumänien ab. Der Zeitpunkt der Cooperation ist auf Mitte August festgesetzt. Lemberg, 10. Juli. Zwei in Sokal verhaftete russische Officiere wurden hier eingebracht. England London, 9. Juli. Unterhaus. Northcote antwortete auf eine Anfrage Mack's, daß die Nachricht, der Botschafter Layard habe dem Sultan die Mit- theilung gemacht, die britischen Jntereffen dürften die Besetzung Konstantinopels und der Dardanellen erheischen, un vahr sei. — Der Kriegs-Minister Hardy erklärte in Beantwortung einer Anfrage Anderson's, die morgen in Windsor stattfindende Truppen-Revue habe nicht die Bedeutung, daß Truppen in das Ausland abgesendet werden sollen, wovon keine Rede sei. Amerika. Washington, 10. Juli. Dem Vernehmen nach hätte Präsident Hayes sich damit einverstanden erklärt, daß die Indianer an der mexikanischen Grenze durch Truppen der Union auch auf mexikanisches Gebiet verfolgt werden. Demnach ist es nicht wahrscheinlich, daß die vom General Ord ertheil- ten Befehle abgeändert werden. Die mit Venezuela entstandenen Differenzen sind nunmehr ausgeglichen. Der orientalische Krieg. Konstantinopel. Ueber die russischen Grausamkeiten im Kaukasus wird aus Sukhum Kale Folgendes gemeldet: Die Ruffen haben gegen die Bewohner des Kaukasus mit 'der äußersten Strenge und Grausamkeit gehandelt. Sie haben den unglücklichen Bauern alles geraubt, was nicht niet- und nagelfest war — selbst deren Bettzeug, und Alles zerstört, was zerstört werden konnte. Dies hat besonders Bezug auf einige ländliche Districte, durch welche die russischen Streitkräfte marschirt waren. In Folge der nomadischen Gewohnheiten der Bevölkerung ist es gegenwärtig unmöglich, einen Ueberblick über die volle Ausdehnung der Züchtigung zu erlangen. In dem District Zaimis ist jedes Dors niedergebrannt und in dem Ardlera-Thale sind 1500 Tscherkeffen- Familien absolut dem Verhungern preisgegeben. Fazli Pascha hat Vorräthe für ihre Unterstützung abgesandt. Später liefen jedoch Nachrichten ein, daß die abgesandten Vorräthe nutzlos waren. Die Hülfe kam zu spät. Die ganzen 1500 Familien waren dem Hungertod erlegen, bevor die Unterstützung sie erreichen konnte. Wien, 9. Juli. Ein Telegramm der „Polit. Corresp." meldet aus Bukarest von heute: Morgen geht der Fürst von Rumänien nach dem Hauptquartier Pojana bei Kalafat ab. Gegen den vom Fürsten mit der rumänischen Armee beabsichtigten Donau-Uebergang herrscht im ganzen Lande, welches eine Offensive der Armee offen perhorrescirt, die größte Agitation. — Die Einnahme Tirnowa's wird in russischen Militär-Kreisen als eine glänzende Waffenthat gefeiert. Theile eines neuen russischen Corps haben heute früh dir Stadt vassirt. Konstantinopel, 9. Juli. Der Commandant der englischen Flotte, Admiral Hornby, ist gestern hier eingetroffen. Derselbe wird demnächst vom Sultan empfangen werden. — Tscherkeffen sind in großer Zahl nach dem Kriegsschauplätze abgegangen. — Mukhtar Pascha rückt weiter gegen Kars vor. — Die Türken bombardiren Scheftekil im Süden von Poti. — Die Ruffen concentriren zahlreiche Truppen bei Ardahan. — Die Einfahrt in den Hafen von Smyrna zur Nachtzeit ist durch amtliche Bekanntmachung untersagt. Konstantinopel, 9. Juli. Da die Pforte den friedlichen Versicherungen des serbischen Agenten Christics wegen authentischer Nachrichten über militärische Vorkehrungen nicht vollständig traut und für den Fall, daß die Rumänen die Donau überschreiten würden, eine Betheiligung Serbiens an dem Kriege fürchtet, sowie auch über Oesterreichs Stellung nicht ganz beruhigt ist, so erfolgten abermals vertrauliche Anfragen an den Grafen Andraffy. Dieser ließ hier ebenfalls vertraulich erwidern, Oesterreich werde ein serbisch-rumänisches Kriegsbundniß nicht dulden und im Nothfalle serbisches und rumänisches Gebiet besetzen. Oesterreichischen Rathschlägen zufolge ist, wie ich auf's Bestimmteste versichern kann, die Abberufung Suleiman's aus Montenegro erfolgt. Eine Patent-Aemter soll ein „Patent-Blatt" veröffentlicht auch der Gehalt- der geringst bohrten Lehrerstelle auf 1000 Mk. festgesetzt werden kann, ganz absieht, — im Ganzen 107 Gemeinden mit 153 in B.tracht kommenden Lehrerstellen, so daß sich der Aufwand für Aufbringung der Mini- analgehalte gegenüber den Beschlüffen der zweiten Kammer um 15,300 Mk. steigern, andererseits aber der Aufwand für Dieustalterszu'azen sich etwas ermäßigen würde. Nach dem Angeführten kann sich die Großh. Regierung mit dem zu Art. 1 des Entwurfs von des Herrn Grafen zu Solms-Laubach Erlaucht gestellten Anträge nicht befreunden. — Die zu den übrigen Artikeln gemachten Abänderungsvorschläge sind wesentlich nur Consequenzeu des zu Art. 1 gestellten Antrags und glaubt deshalb Herr Ministerialrath Knorr von einer näheren Erörterung hinsichtlich dieser Vorschläge hier absehen und sich etwa weitere gewünschte Aufschlüsse für die mündliche Verhandlung vorbehalten zu können. (D. Ztg.) Berlin, 10. Juli. Das soeben zusammengetretene Reichs-Patent-Amt hat in einer an die gleichartigen Behörden des Auslandes gerichteten Zuschrift die Grundsätze seines Verfahrens auseinandergesetzt und zugleich Den Wunsch ausgesprochen, mit den Patent-Behörden des Auslandes in Verbindung zu treten, um die Beschlüffe der Entscheidungen auf dem Gebiete des Patent- Wesens, sowie die Veröffentlichungen patentirter Erfindungen gegenseitig auszu- erwaige Mllbesetzung bosnischer Gebietstheile würde wahrscheinlich türkis he Billigung finden. London, 9. Juli. „Reuter's Bureau" meldet aus Erzerum von heute: Nördlich von Bajazio ist ein Kampf entbrannt, welcher noch fortdauert. In Erzerum ist die Ansicht verbreitet, Mukhtar Pascha würde gezwungen sein, den Ruffeu, welche im Thale von Olti vorrücken, eine Schlacht anzubieten, bevor er seinen Vormarsch gegen Kars fortsetzen könnte. — Eine russische Colonne, welche den Versuch machte, in Ardanutsch einzudringen, wurde geschlagen und zog sich nach Ardahan zurück. — Mustapha Pascha ist von der Armee Mukhtar Pascha's mit 4000 Mann abmarschirt, um sich nach Kars hineinzuwerfen. Konstantinopel, 10. Juli. Ein Telegramm Derwisch Pascha's aus Datum bestätigt, daß eine türkische Fregatte St. Nikolaus (Schefketil) bombar- sirt hat. Die Türken landeten und vertrieben die Grrnison, worauf die Expedition nach Batum zurückkehrte. Der Marine-Minister, Reuf Pascha, ist zur Znspicirung der Balkan-Befestigungen abgereist. Das Corps Suleiman Pascha's wird nach der Donau abgehen. Adel Ä Hchni Arten Mrn- n? Ttnitl 5 ä« ml 8 ätn:S; •&? Ä «f,,r dm l 'Ä* dasDerho fier Saub' bcn E reden'E Mr, 7 ,11 strafen- rathung u AngeklE borM" jkrankenbet ganz nnn>e Ml sei" bas Schuld richtshof oe iO Zähren Hol fm Gi Mori soll Ä: A^rictrn uj ’S« »Ml ^rzeichiit Lokal'-totiz. Gießen, 11 Juli. Ein seltenes, in Gießen wohl noch nie gesehenes Schauspiel tzog gestern eine große Zuschauermenge nach den Ufern unserer Lahn. Es galt der ersten Auf- fahrt unserer hiesigen Rudergesellschaft, eines Vereins, welcher trotz seiner Jugend, wahrhaft Staunenswerthes in seinen Leistungen darthat. — Der Wassersport, von England tmportirt ward in Den größeren Städten am Rhein uno Main schon längere Zeit gepflegt und regt vle kräftigende Arbeit auf dem nassen Elemente, sowie die vielfachen Rezattas mit ehrenden Anerkennungen und Preisen, den Sinn für dieses Vergnügen ungemein an. So konnte es denn auch nicht fehlen, Daß in Gießen, das sozusagen mit Vereinen und Vrrbindungen, mögen sie Namen und Zweck haben, welchen sie wollen, so vielfach beglückt ist, auch eine Rudergesellschaft sich biloete, welche gestern an ihrem ersten Ehrentage gezeigt hat, daß Kern und Zug in der Gesellschaft ist. — Gearündet von einigen Herren, worunrer namentlich unser Turnlehrer Herr Ehr. Rübsamen sich der größten Anstrengung befleißigte, hat sich die Gesellschaft, unterstützt von passiven älteren Mitgliedern, einen eigenen Platz zur Erbauung einer Bootshalle, einer Landestelle erwerben können. Sechs Boote, welche elegant auf Den Wellen schaukeln, bilden Dann auch das eigene Inventar des Vereins. — Doch nun zur gestrigen ersten Auffahrt. Punkt 5 Uhr begann die am jenseitigen Ufer placirte Kapelle der Wetzlarer Jager ihre munteren Weisen als Einleitung der Auffahrt über die Lahn zu schmettern. Zuerst traten Die zwei 4ruderigen Boote Hecht und Lahn (Hecht besetzt von den Herren Kautz, Battenfeld, Roll, Bock, Gregori alt Steuermann; Lahn besetzt von Den Herren Wittich, Petri, Hoch- stätter, Nauheimer, Gail als Steuermann) in Coneurrcnz. Die Bahn auf 3200 Meter abgesteckt, wurde von beiden Booten in kürzester Zeit durchfahren und schlug Lahn den Hecht um Vr Bootslänge, Bei dem zweiten Lauf eoneurrirten die beiden Grönländer G r ö t e (v. Münchow) und Christoph (Nauheimer). Die Kröte schlug den Christoph um 2 Bootslängen. — Bei dem dritten Lauf wetteiferte das englische raceboot Welle (2Ruder besetzt von den Herren Balser und Kreuder, Hochstättcr als Steuermann) gegen Stöhr (4Ruder besetzt von den Herren Petri, Berger, Wittich und Hochstätter, v. Münchow als Steuermann). Welle schlug bei hartem Ringen beiderseits den Stöhr um ca^4 Bootslängen. — Nach diesem Wettrudern folgten die Exercierübungen mit den beiden Schulbooten Hecht und Lahn, eommandirt durch v. Münchow. Bot daS Wettrudern schon dem Auze des Interessanten viel, so war dies bei den Erereierübungen in viel größerem Maße der Fall. Die Uebungen wurden mit größter Präclsion ausgeführt und war es eine wahre Lust, diesen Manövern vom Lande aus zuzusehen. Bei einbrechender Dunkelheit war das Lahnufer und speeiell der reservirte Zuschauerraum mit einer Unmaffe farbiger LampisßsL deeorirt, welche dem Ganzen einen anheimelnden magischen Zauber verliehen. Auch hatte der Verein für ein recht hübsches Feuerwerk gesorgt und erregten einzelne Pieeen deffelben stürmischen Applaus des Publikums. Rechnen wir noch dazu die ausgezeichneten Leistungen der Kapelle, namentlich eine wahrhaft künstlerisch vorgetragene Solopieee, sowie die vortreffliche Restauration des Herrn Balser, so fehlte nichts, um Allem und Allen zu genügen. Ein Beweis dafür,, daß eß gewiß gefallen, zeigte das Verweilen auf dem Festplatze bis zu der Zeit, wo die Uhr anfing, klein zu schlagen. Der Rudergesellschaft aber gebührt das Lob und die Anerkennung, daß sie uns einen Genuß geschaffen, wie wir in Gießen noch keinen gehabt und wünschen wir, daß es der Gesellschaft ermöglicht werde, uns einen solchen in diesem Sommer noch einmal zu verschaffen, sowie daß durch zahlreichen Beitritt von Mitgliedern der Verein immer mehr gestärkt werde. Gießen, 11. Juli. Am 9. d. M. sand eine Sitzung des Vorstandes des Vereins der nationalen und liberalen Partei statt, um darüber zu berathen, ob und wie der Verein zu den bevorstehenden Ergänzungs-Wahlen für die Stadtverordnetenversammlung Stellung nehmen solle. Der Vorstand war dabet einstimmig der Meinung, daß der Verein gegenüber einem so wichtigen Vorgänge des communalen Lebens nicht unthätig bleiben dürfe, zumal in dem bei Gründung des Vereins veröffentlichten Ausrufe ausdrücklich gesagt wird: „Das öffentliche Leben der heutigen Zett beschränkt sich nicht auf die Reichstagswahlen; es beruht, tn höherem Matze als sonst, bet der Selbstverwaltung in Gemeinde, Kreis und Provinz, bei den Wahlen für die Gemeinde- Vertretungen, bet den Wahlen für den Landtag, jeden Staatsbürger zur polittfchen Mitarbeit. Nur festes Zusammenhalten aller Gleichgesinnten bietet jedoch eine Gewähr dafür, daß biefe politische Pflichterfüllung stets in einem auf das Wohl des Ganzen gerichteten Sinne geübt wirb.* Auch wurde mit Recht geltend gemacht, daß ein die besten Elemente der Bürgerschaft umfassender aus ungefähr 600 Mitgliedern bestehender Verein nicht nur verpflichtet, sondern auch am meisten befähigt sei, der aus dem Heretnziehen kleinlicher Interessen für das öffentliche Leben erwachsenden Gefahr zu begegnen und der Ueberzeugung allgemeine Anerkennung zu verschaffen, daß nur solche Männer ein Gemeinwesen zu erstreben würdig sind, deren Geistes- u. Charaktereigenschaften dafür bürgen, daß sie ihre Pflicht unabhängig nach oben wie nach unten üben werden. Die Ergänzungswahlen werden erst im Herbste d. I. stattfinden; es wird deßhalb auch erst in einigen Wochen eine Versammlung des Vereins der nationalen und liberalen Partei einberufen werden, in welcher diese Ergänzungswahlen den Gegenstand der Tagesordnung bilden sollen. Vermischtes. Berlin. Unter der Anklage einer mit fast viehischer Bestialität verübten Mard- that stand am Montag Vormittag vor dem Schwurgericht in Spandau die Wiitwe Boger aus Spandau, welche beschuldigt war, ihren Mann zu Tode verbrüht oder ver- drannt zu haben. Die Verhandlung entrollte ein entsetzliches Bild menschlichen Elend« und sittlicher Verkommenheit wie sie einzelne Ehen der untersten Schichten der Bevölkerung darzubieten pflegen. Die schon vielfach bestrafte Angeklagte lebte mit dem Arbeiter Boger in höchst unglücklicher Ehe; ihr Mann war ein profeffionirter Säufer, der Frau und Kinder zum Betteln anhielt, sie wurde der Unzucht beschuldigt. Daß unter solchen Umständen der eheliche Himmel ein getrübter war, ist selbstverständlich, und die Angeklagte ging wiederholt eine Bekannte um Rath an, „rote sie ihren verfluchten Kerl um die Ecke bringen fönne*. In der Nacht zum 16. Februar wurden die beiden Söhne des Boger, der l3jährige Hermann und der 8jährige Fritz durch den Schreckensruf des Vaters aus dem Schlafe geweckt: „Hermann steh' auf, ich brenne am ganzen Leibe, Mutter hat mir das Bett angezündet.- Die Knaben sprangen auf, der Jüngste eilte zu den Nachbarsleuten, und diese erblickten ein furchtbares Nachtstück, wie es gar nicht grausiger gedacht werden konnte. Der Mann lag wimmernd im Bett, das Bett bis zur Brust von heißem Wasser durchnäßt, der ganze Hals, der vordere Theil der Brust vollständig mit Waflerblasen bedeckt, der Hal«, der Bart und bie ganzen Fleischtheile des Gesichts dicht mit Asche bestreut, die tiefe Brandwunden her- oorgerufen hatte. Es war fein Zweifel, der unglückliche Mensch war durch siedendes Wasser zunächst am ganzen Körper verbrüht und dann durch Aufstreuen von glühender Steinkohlenasche schrecklich verbrannt worden. Die Anklage bezichtigte nun die Angeklagte dieser Unthat, an deren Folgen der Mann bereits am 20. Fedr. gestorben ist, vorsätzlich verübt, d. h. einen Mord begangen zu haben, während die Angeklagte, die einen sehr Jdjledjten Eindruck machte, in einer widerspruchsvollen Erzählung behauptete, daß sie. während sie Abends wusch, mit ihrem Manne Streit bekommen, daß dieser dann Miene gemacht habe, ihr den Eimer über den Kopf zu gießen und daß sie im Akte der Nothwehr an den Eimer gekommen sei, dessen Inhalt dann ihrem Mann AS über den Oberkörper ging. Die Zeugenaussagen fielen nun absolut zu Ungunst.n der Angeklagten aus und ließen gar keinen Zweifel darüber zu, daß der Ermordete, als ihn die scheußliche Unihat traf, im Bette gelegen, daß die Frau gar nicht gewaschen, sondern das Waschgefäß nur zum Schein hingestellt habe und daß die Asche auf dem Gesicht nicht von den zur Laugenbereitung brauchbaren Holzkohlen, sondern von Steinkohlen herrührte und augenscheinlich mit einer Kelle aus dem eisernen Ofen genommen worden war. Einen tiefen Eindruck auf das Auditorium und auf die Angeklagte machte das Verhör der beiden Kinder, die beide sich jetzt im Armenhause befinden und in höchster Sauberkeit erschienen. Der ältere, 13jährtge Knabe kann sich nur auf Krücken sortbewegen- Beide Kinder gaben auf die väterlichen Anfragen des Präsidenten nach dm Geboten „Du sollst Vater und Mutter ehren" und „Du sollst nicht falsch Zeugniß reden" offene und präctse Antworten und zeigten sich überhaupt als zwei sehr geweckte Kinder, die unter Thränen gezwungen waren, die Angeklagte, ihre Stiefmutter, Lügen zu strafen. Nach dem Ergebniß des Zeugenverhörs war die Verurthetlung der Angeklagten zum Tode kaum zweifelhaft und die Geschworenen hatten sich bereits zur Be- rathung zurückgezogen, als ein unerwarteter Zwischenfall die Situation zu Gunsten der Angeklagten noch im letzten Augenblick änderte. Es ließ sich nämlich der Pfarrer des dortigen Krankenhauses anmelden und bekundete, daß ihm der Verstorbene auf dem Krankenbette zugegeben, daß er an jenem Abend, im Bette liegend, allerdings einen ganz unwesentlichen Wortwechsel mit seiner Frau gehabt, worauf diese auf ihn zugestürzt sei und ihn so furchtbar zugerichtet habe. Hiernach sprachen die Geschworenen das Schuldig wegen schwerer Körperverletzung mit tödtlichem Erfolge aus und der Gerichtshof verurthetlte die Angeklagte mit Rücksicht auf die unmenschliche Brutalität zu 10 Jahren Zuchthaus. — Nachdem der Koloradokäfer leider Gottes von reblausähnlicher Bedeutsamkeit für Deutschland zu werden droht, dürfte ein curriculum vitae dieses „Burschen" nicht ohne Interesse sein. Im Jahre 1859 war dieser aus dem Felsengebirge Nord- amerika's stammende Käfer noch 100 Meilen westlich von Omahe in Uebraska entfernt- 1865 überschritt er den Mississippi und brach in Illinois ein, 1870 hatte er sich bereits in Indiana, Ohio, Pmnsyloanien, Massachusetts und im Staate New-York etngeniftet; 1871 bedeckten Schwärme desselben den Dotovit-Rloio in Michigan und begannen ihre Verwüstungen zwischen den Flüssm St Clair und Niagara. Dieser Käfer vernichtet die grünen oberirdischen Theile der Kartoffel und damit mehr oder weniger die ganze Ernte. Ein schmutziges, rohem Leder vergleichbares Gelb bildet die Grundfarbe deS Käfers. Außerdem ist jede Flügeldecke mit 5 schwarzen Längsstriemen verziert; dieselben bilden mit alleiniger Ausnahme des unvollkommensten Aeußeren, in der Oberansicht nicht bemerkbaren Streifens von je zwei unregelmäßigen Rethen tieferer Punkte eingefaßt, deren einzelne sich, namentlich in der Außenhälfte der Deckschilde, in die gelben Zwischenräume verlaufen. Die feiste, fleischige Larve ist dem Baue nach den heimischen Chrysomelen vollkommen ähnlich, stark glänzend, von Farbe schmutziggelb, am Kopfe, dem Hinterrande des Halskragens und den Beinen pechschwarz. Außerdem ziehen an den Seiten zwei Reihen schwarzer runder Flecken entlang, welche am zweiten und dritten Ring merklich kleiner sind, wenn sie nicht ganz oder theilweise fehlen. Hoffent- lich sind die zu seiner Vertilgung getroffenen energischen Maßregeln von bestem Erfolg. Handel und Verkehr. Grün berg, 7. Juli. (Fruchtpretse.) Wetzen 13 37, Korn 11.24, Gerste 9.52, Hafer X 7.88, Erbsen JL 9.72, Saamen JL 15.50, Kartoffeln JL 4.83. (Alles per 50 Kilo oder 1 Ctr.) Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. Betr.: Die Impfung. 3887) Von Großherzoglichem Kretsgesundheitsamt Gießen ist Termin zur Revisiion der am 9. d. Mts. geimpften Kinder auf Montag den 16. Juli, Nachmittags 3 Uhr, festgesetzt und als Local hierfür der Rathhaussaal auf dem Marktplatz bestimmt worden. Wir bringen dies zur Kenntniß der betreffenden Eltern mit der Aufforderung, ihre Kinder in dem erwähnten Termin und Local vorzustellen. Gießen, am 10. Juli 1877. Großherzogliche Bürgermeisterei Giehen. I. V.: ____________________________Keller, Beigeordneter.____________________________ Bekanntmachung. Betr.: Die Vergebung der Zinsen des Vermächtniffes des Christian Gerhard Hast für das Jahr 1877. 3813) Anmeldungen wegen Berücksichtigung bei Vergebung der oben bezeichneten Zinsen haben bis zum 14. d. Mts. einschließlich auf dem Bürger- meisterei-Bureau zu geschehen. Gießen, am 2. Juli 1877. Eroßherzogliche Bürgermeisterei Gießen. A. Bramm. Oberhessische Eisenbahnen. Bekanntmachung. Betr.: Ausnahmetarif für die Beförderung von Steinkohlen rc. von Stationen der Rheinischen Eisenbahn. 3893) Mit dem 10. b. MtS. gelangt ein Ausnahmetarif für die directe Beförderung von Steinkohlen rc. von Stationen der Rheinischen Bahn nach diesseitigen Stationen zur Einführung. Näheres hierüber ist bei allen GütereWe- ditionen zu erfahren. Gießen, den 9. Juli 1877. Großherzogliche Direction. ___________Mohn.___________ Brunnenanlage. Dienstag den 17. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, soll dahier die Anlage eines Brunnens in Jtrofborf und eines solchen in LaunSbach, bestehend in Abteufung und Ausmauerung des Brunnenschachtes, vergeben werden. Crofdorf, den 10. Juli 1877. Der Bürgermeister: 3894)Colnot Versteigerung. Holz-Versteigerung im Gießener Stadtwalde. Montag den 16. Jul, 1877, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwalde, in den Districten Unterwald, Steinertswald und Bannwald — Forstwartet Fernewald — nachverzeichnetes Holz versteigert werden: Nadel Eichen Aspen Birken A. Brennholz: Scheith. Prügelh. Stockh. Reish. Raummeter Wellen 141,1 458,1 263,9 10050 — 4 — — 4,6 26,8 8 — — 3 — — B. Bau-, Werk- und Nutzholz: 700 Kiefern- und Fichten-Stämme bis zu 33 Ctmtr Durchmesser und 18 Meter Länge mit 222,92 Fstmtr. 5 Eichen-Stämme mit 1,07 Fstmtr. 8 Birken-Stämme mit 1,71 Fstmtr. 602 Kiefern - und Fichtenstangen mit 41,75 Fstmtr. Ein großer Theil deS Kiefernholzes eignet sich zum Bergbau. Die Zusammenkunft ist an der StrangS- wiese. Gießen, den 11. Juli 1877. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V. d. B.: 3886) Keller, Beigeordneter. Neilgeöotenes. 3888) Eine neue Zither (noch sehr wenig gebraucht), mit Mechanik, und Zitherkasten ist zu »erkaufen. Wo? sagt die Exped d. Bltts.________________________________________ 3659) Feuerfeste diebssichere Greld-, Bücher- unv Documentenschränlxe bester und solidester Construction, prämiirt in Caffel, Wien u. Büdingen, mehrfach bewährt bei Brand und in Diebsgefahr, empfehle zu billigen aber festen Preisen in schöner Auswahl. Weidengasse P. 92, Gießen. ___Rudolph Wolff» 3882) Ein Haufen Mist ist zu verkaufen bet Bäcker Kuhn, __auf dem Kreuz. Feinster medicinischer Dorsch-Leberthran fast geruch- und geschmacklos in Flaschen mit gestempeltem Metall-Verschluss Originalflasche Jl. 0.60, Vr 7, 100, V1 » . at 170. Derselbe eisenhaltig pro Flacon ä 1. — zu haben bei (3416 ____________C. F. SEMMLER in Giessen. 3830) Ein Wohnhaus mit Ladeneinrichtung, an der Hauptstraße gelegen, mit Hinterhaus, großem Hosraum, Garten, fließendem Wasser, ist zu verkaufen. Näheres bei______________J. Blitz. 3731) Zwei Chaisen und zwei schwere Wagen, sowie ein gut erhaltenes Chaisengeschirr, sind preiswürdig zu verkaufen. __________Carl Ockel, Ludwigspatz. Schwester, Kmlmrger u. Nahm-Käse 1 empfiehlt €lg. Willi. Weldig. efidjten=Stamm= unö Stangentjofj in verschiedensten Dimensionen verkauft die unterzeichnete Stelle bei Auswahl einzelner Stücke zu 13, in größeren Partieen mit fortlaufender Nummerfolge $u 11 per Kubikmeter; ferner Flößholz, Fichtenstämme von 12—42 Ctm. Durchmesser und bis 23 Meter Länge, zu 20—28«/#. per Kubikmeter; Beschlagenes Bauholz, Fichten und Kiefern, kantig in Stärken von 10—27 Ctm., zu 25—35 JL per Kubikmeter; Das Holz lagert i/2 bis 1 Stunde von hiesiger Eisenbahnstation und theilweise unmittelbar an chaussirten Straßen. Lich, den 12. März 1877. Fürstliche Oberförsterei Lich. 2727)______________ Wimmenauer.__ Seltersweg C. 194, gegenüber Herrn Buchbinder Lüdeking: Nur noch bis zum 18. d. Mts.: Chlorkalk, Eisenvitriol, (3357 Carbolfäure, flüssig, sowie in Pulver, empfiehlt__________Gg.JVilh. Weidig. _ Toilette , Bade-, Ienfler- unr> Pserdeschwämme in größter Auswahl empfiehlt 2950) Emil Fischbach. Neue Matjes-Häringe empfiehlt (2949 Emil Fischbach. Prima naturellen Mostrich in Vr-Pfd.-Glasbüchsen empfiehlt 3533) Gg. Wilh. Weidig. Großer Ausverkauf zu Fabrikpreisen in neu empfangenen Florentiner und römischen Marmor-Kunst-Gegenstanden, als: Vasen, Schalen, Gruppen, Statuetten, Pendals, Lustres, Kandelaber Toilettenspiegel, Thierstücke wie Pferde, Elephanten rc., Phantasie-Gegenstände^ Nippsachen, Briefbeschwerer, Handleuchter, Fruchtschalen, Tafelaufsätze u. s. tr-, prachtvolle runde Tische mit Platten in Mosaik, Achat-Vasen u. s. w. NB. Reparaturen werden billigst und bestens ausgeführt. Egisto Capitini, 3891) Fabrikant aus Volterra in Jtaliett. Wiener und eiserne Gartenmöbel b" Th. Brück, 3420)__Schloßgasse B. 1.___________ Reglements und Tarife der hiesigen Dienstmänner sind in der Expedition d. Blatte- zu haben. Warme Bäder. Erlaube mir, meine Bade Anstalt in empfehlende Erinnerung zu bringen. 87)____________iwrfr. Euler. Vollmacht. 3726) Meinem Sohne Philipp ist hiermit die Vollmacht ertheilt, Geschäftssachen abzuwickeln, sowie Geld einzutreiben. Gießen, am 3. Juli 1877. PH. Größer. 1 4 1 i s i 1 i S h t o t $ t t Z ( < 5 1 f I t I 1 s t t e WENZELS GARTEN. 3879) Donnerstag den 12. Juli 1877: Großes Militär-Conccrt ausgeführt van dem auf einer Kunstreife beurlaubten König!. Sachs. Husaren-Regiment (Kronprinz), unter Leitung feines Kapellmeisters und Trompetinen-Viltuofen Herrn Alwin Müller. PROGRAMM: I. Theil. 1) Eriksgang und Krönungsmarsch a. b. 0p.: „Die Folkunger" von Kretschmer (neu) 2) Jubel-Ouverture von C. M. v. Weber. 3' Gagltostro-Qnodrille von Strauß (neu). 4) Arte und Variationen über ein Thema a. d. Op. „Anna Bolena" von Donizetti, auf der Trompettne oorgetragen vom Concertgeber. II. Theil. 5) Ouvertüre a. d. Ov.: „Pique-Dame" von Fr. v. Supv^- «) Arie a. d. 0p.: „Travtata", Solo für Flügelhorn, von Verdi. 7) Ständchen von Shakespeare (Horch, horch, die Lerch' im Aetherblau), Musik von Fr. Schubert. 8) Spinnerlied und Ballade a. d.0p.: „Der fliegende Holländer" von R. Wagner- Ill. Theil. 9) Eine Nacht in Berlin, großes Potpourri von A. Parlow. 10) Königs-Reveille, comp. zur 47. Geburtstagsfeier Sr. Maj. des König« Albert von Sachsen von A. Müller. 11) Variationen über den „Carneval von Venedig", vorgetragen vom Concertgeber- 12) Große Fantasie a. Verdi's „II Trovatore“ von Franz. Zum Schluß: Märsche und Tänze, ansgeführt ans den nur bei der Sächs. Cavallerie geführten Feldtrompeten. Anfang 6 Ahr. — (Entree 80 Pfg. ä JJerfon. Bei ungünstiger Witterung findet das Concert im Saale statt. ! ! I Nach dem Concert Bier im G-lase ! ! ! 3743) Der seither von Herrn Steuereinnehmer Walther bewohnte mittlere Stock ist anderweit zu vermiethen und bis zum 15. September ober Ende August beziehbar Ehr. Schopbach. 3693) Der mittlere Stock meines Hauses vis-ä-vis von Wenzel's Garten, bestehend aus 5 Zimmern nebst allem Zubehör, ist bis 1. 0ctober zu vermiethen. I. B. Singer. Bürgerclub. 3898) Sonntag den 15. d. M.: Parthie nach Staufenberg. Der Vorstand. Sänger-, Turner- und Krieger-Fest verbunden mit Fahnenweihe des Kriegervereins in W1ESECK an, 15. nnd 16. Juli 18 77. 3660)___Das Comite. Hattenrod. Sonntag den 15. Inti: Fahnenweihe mit Stiftungsfest des Gesangvereins „Eintracht“- 3883) Feslzug: Nachmittags 2 Uhr. Es ladet hierzu höflichst ein_____________Her Vor stand. | Todes Anzeige. | ffl Verwandten und Freunden statt besonderer Anzeige die traurige B H Nachricht, daß unser unvergeßlicher Ggtte, Vater, Bruder und Schwager M | Varl Strulinff | (H heute Nacht sanft entschlafen ist. Um stille Theilnahme bitten M M Die trauernden Hinterbliebenen. L 1) Gießen, den 10. Juli 1877. ■ H NB. Die Beerdigung findet Donnerstag Abends 6 Uhr W M vom Sterbehause aus statt. (3896 M Aermietstungen. 3885) Ein unmöblirtes Zimmer ist zu vermiethen an eine einzelne Person. __________________________________Lit. A. 244. 3897) Nahe der Kaserne, ist ein fein möblirtes Parterre-Zimmer zu vermiethen. I. Bärmann, Kanzleiberg B. 1 3889) Einige Famtltenlogts in meinem neu erbauten Hause an der Reichensand Bahnhofsstraße, enthaltend je 5 Zimmer, Küche, Speisekammer, abgeschlossenen Corri- dor und sonstiges Zubehör, per 1. 0ctober -u vermiethen. I. Stein, Architekt. 3890) Ein Logis zu vermiethen und den 1. August beziehbar in B- 90 Neue-Bäue. 3331) Zwei ineinyndergeheiibe Zimmer sind zu vermiethen im vormals Ehr. Horeyseck'schen Hause, Reichensand-Bahn- hofsstraße._____________A. Marcus. 3661) Logis zu vermiethen bet ___________Louise Wille, Alicenstraße. 3841) Ein neuer Laden mit Wohnung und Lagerraum, in bester Lage der Stadt, Ser 1. September zu vermiethen. Wo? sagt ie Exped. d. Bltts.________________________ 3782) Der untere Stock meines Hauses mit zugehörigen Bequemlichkeiten ist per 1. 0ctober rc. anderweit zu vermiethen. _________Caspar Vogel, Garifeld. 3769) Laden mit Logis in bester Lage der Stadt ist zu vermiethen und vom 1. August beziehbar. Näheres bei _________________I. Blitz. 3526) Eine Wohnung an eine ruhige Familie zu vermicihen _____bei Alexander Meyer. 3296) Ein Famttienlogts auf dem Markt- Platze, aus 4 Zimmern nebst Zubehör bestehend, zu vermiethen. Näheres bei ___________________________I. Blitz. 3793) Der dritte Stock meines Hauses ist zu vermiethen und alsbald beziehbar. ___________Chr. Noll III., Canzleiberg. 3867) Zwei mödltrte Paterre-Zimmer auf 1. August zu vermiethen. _________________Fritz Fürst Wiitwe. 3869) Wolkengasse C. 90 ein möblirtes Mansardenzimmer mit und eins ohne Cabt- net zu vermiethen________________________ 3866) Ein guter Keller zu vermiethen. ______________________H. M. Iughardt. 3842) Der zweite und dritte Stock mei-- nes neuerbauten Hauses in der Neicbensand- Babnhofsstraße sind, per 15. August beziehbar, zu vermiethen. Näheres zu erfragen bei Herrn Metzger Klein. ________Ludwig Geißler, Wittwe. 3818) Alicenstraße 98 Monsardenwoh- nunfl, 4 Zimmer, Küche mit Wasserleitung, zu vermiethen.______________________________ 3805) Der untere Stock meines Hauses, bestehend aus 5 Zimmern mit Zubehör und sonstigen Bequemlichkeiten, ist zu vermiethen und per Anfang 0ctober zu beziehen. Joh. Fischer, _____________Alicenstraße 104. 3730) Ein möblirtes Zimmer zu vermiethen Carl ©del, Ludwigsplatz. 3876) Ein Mädchen, welches bürgerlich kochen kann und ein Kindermädchen, werden per 1. August zu miethen gesucht. Seltersberg C. 185. 3856) Ein tüchtiges Mädchen zum bal- digen Eintritt gesucht. Näheres Markt- straße Lit. D- 32._____________________________ 3863) Ein junger verheiratheter Mann, mit guten Referenzen, sucht eine Stelle aus einem Bureau oder bei einem Advokaten. Gefl. Offerten sub F. G. besorgt die Ex-ed. d. Bltts. 3892) Verflossenen Dienstag den 10. Juli ist ein gelbes Mutterkalb mit weißer Blesse, und kennbarem Zeichen am linken 0hr, in der Richtung nach Heuchelheim querfeldein entlaufen. Der Finder wolle dasselbe auf der Pulvermühle gegen Belohnung abgeben. 3874) Ein Sandacker auszugraben ober zu kaufen gesucht. Offerten unter F. G. werden franco an die Exped. d. Bltts- erdetem___ 3871) Ein Näh-Mädchen sucht Arbeit im Kleidermachen für Damen. Wallthorstraße, A. 140. Vermischte Anzeigen. Gesucht ein gewandtes, braves Mädchen, welche? bereit wäre, demnächst mit einer Herrschaft nach Nord-Amerika zu gehen. Freie Hin- unb Rückfahrt. Salair 400 jährlich. Näheres bei der Expd. d. Bltts. (3895 3884) Ich wohne jetzt in der Lud- wigsstrasje bei Herrn Schreinermeister Euler, parterre. Lehrer 8. Mayer- SommerfaOrpfaii. »ain-Wesrr-Bahn. Abfahrten von Gießen nach t Frankfurt 59. 65«. 8is*. 11" Vorm. I5®- 43i Nachm. 6N*. 750 Abds. 2^ Nachts. Cassel 45. 9-5* 1152 Vorm. 4" Nachm. 841* AbdS. 140* Nachts. Marburg 4\ 92. 955* 1152 Vorm. 4" Nachm. 841*. 851 Abds. 140 Nachts. Ankunft in Giesten von: Frankfurt 834 941*. 1143 Vorm. 34-. 4-s Nachm. 730. 8-«* Abends. 1054. 124 Nachts. Cassel 8H*. hsi Vorm. 4-4 Nachm. 650* Adds. Ilio. 225 Nachts. Marburg 63«. 8"*. 113« Vorm. 4-4 Nachm. 650*. 725 Abds. 1140. 225 Nachts. * bedeutet Eilzug. Cöln GiehencrEisenbahn. Abfahrten von Gießen nach: Deutz (Cöln) 6>5 Vormittags. 12 Mittags. 443 Nachm. Dillenburg 645 Vorm. 12 Uhr Mittags. 443 Nachm. 9-5 Abends. Wetzlar 6". 840. 955 Vorm. 12 Mittags. 443 Nachm. 7. 95 Abends. Ankunft in Gießen von: Deutz (Cöln) 1133 Mittags. 42’ Nachm. liro Abends. Dillenburg 7-50. 1133 Vorm. 427 Nachm. 1120 Abends. Wetzlar 750. 935. 1133 Vorm. 4-7. 645 Nachm. 825. 1120 Abends- OberhtsfischeEisenbahnen Abfahrten von Gießen nach: Fulda 730. 1155 Vorm. 735 Abends Alsfeld 730. 1155 Porm. 5. 7'5 Nachm- Gelnhausen 8>5 Vorm. 12 Mittags. 4*v Nachm. Nidda 8« Vorm. 12 Mittags. 440 Nachm. 840 Abends. Ankunft in Gießen von: Fulda 810 Vorm- 247. 427 Nachm. 1030 Abends. Gelnhausen 1035 Vorm. 33» Nachm. 6“ Abends. Nidda 6ie [(i„! “ 1 Wjliübe re." "«d- @1