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Seitdem Pius IX. in seiner Allocution die Bischöfe aufgefordert, darauf hinzuarbeiten, daß ihm die angeblich verlorene Freiheit und Unabhängigkeit wiedergegeben werde, gibt sich überall, wo man dem Winke des „Unfehlbaren" gehorcht, eine außerordentlich lebhafte Bewegung kund. J3n Frankreich, Spanien, Belgien, Holland, England und Oesterreich werden Seitens der Bischöfe und der katholischen Bevölkerung Petitionen an die Regierungen und Parlamente gerichtet, in denen die Gläubigen darauf dringen, daß man sich des „armen gefangenen heil- Vaters" annebmen wöge. Am energischsten wird die Agitation in Frankreich betrieben. „Durch! vorwärts für die Unabhängigkeit des heil. Vaters!" so lautet die Losung des klerikalen „Univers." Natürlich ist darunter nichts anderes verstanden, als die Wiederherstellung der weltlichen Macht des Papstes, die Zerstörung des Königreichs Italien! Mit Absicht ist gerade der jetzige Augenblick für die Lösung der römischen Frage gewählt. In dem Augenblick, wo die große orientalische Frage in das Stadium der Entscheidung getreten ist, hofft man einen Weltbrand entzünden und bei dem dann entstehenden allgemeinen Wirrwar den früheren Zustand der Dinge wiederherstellen zu können. Kein Geringerer als der Cardinal Manning hat's am Ostersonntage von der Kanzel herab verkündet: „Die Orient-Frage wird die Lösung empfangen, die ihr die Vorsehung bestimmt hat, nämlich die Unabhängigkeit des heil. Stuhles; die Menschen werden ihr umsonst eine andere zu geben versuchen." Ueber den scheinbar etwas räthselhaften Zusammenhang der römischen mit der orientalischen Frage gibt uns ein französisches Blatt Aufschluß, indem es darauf hinweist, die Curie habe Polen ausersehen, um ihre Hebel anzusetzen: ein Ausstand in Polen würbe nach der Meinung des Vaticans Rußland verhindern, nach Konstantinopel zu marschiren, und zugleich eine Allianz zwischen Rußland, Deutschland und Italien veranlassen; gegen diese würde sich aber nothwendig ein Gegenbündniß zwischen den übrigen Mächten , Frankreich an der Spitze, und dem heil. Stuhle bilden, und der Kamps beider Parteien mit einander müßte dann mit der Zertrümmerung des Königreichs Italien die Wiederherstellung des Kirchenstaates herbeiführen. In der That nicht übel ausgedacht! Wir zweifeln zwar, ob das angegebene Mittel wirklich zu der gewünschten Parteigruppirung führen, glauben vielmehr, daß eine Revolutionirung Polens Oesterreich offen in die Arme Rußlands treiben würde. Doch dem sei, wie ihm wolle, das steht jedenfalls fest, daß der heil. Vater gegenwärtig Böses wider die „schismatiiche" Macht des Nordens im Schilde führt. Hat er doch so eben noch einer französischen Pil- acrschaar versichert, auf jener Macht laste wegen der seit Jahren von ihr be- nicbenen unmenschlichen Verfolgungen der Katholiken schwer die Hand der göttlichen Gerechtigkeit — der „Stellvertreter Gottes auf Erden" fühlt sich ja als das Werkzeug, welches die Urtheile der Vorsehung „unfehlbar" zu erkennen und auszuführen berufen ist. Die Verhandlungen, welche kürzlich in der belgischen Deputirten-Kammer über die Petition der Bischöfe an den König stattsanden, haben es auch schon verrathen, auf welchem Wege man zur Erreichung des Zieles vorzugehen denkt; ein Congreß der katholischen Mächte soll die römische Frage in Berathung ziehen, und wenn man auf demselben darüber einig würde, daß dem Papst seine frühere Herrschaft wiedergegeben werden müffe, würde sich ja wohl bald die eine oder andere Macht bereit finden, im Namen Europas die Execution an dem kirchenschänberischen Italien zu vollziehen 1 Glücklicher Weise ist von der Fassung dieses Planes bis zu seiner Ausführung ein großer Schritt. Frankreich hat durch den Mund seines Minister- Präsidenten so eben laut erklärt, daß es die gesetzwidrigen Agitationen seiner Bischöfe nicht länger dulden und sich mit dem befreundeten italienischen Nachbar keineswegs verfeinden will; Oesterreich wünscht Nichts mehr als in Rübe ge- lnssm zu werden; von den übrigen Mächten kann keine Rede sein; selbst das nltramontane belgische Ministerium versichert, daß es von dem P ane der Cune Nichts wissen wolle. Für den Fall aber, daß Frankreich wirklich Lust haben sollte, mit dem Segen des heil. Vaters ausgestattet, den Rachekrieg gegen Deutschland zu führen, hat ja schon der General-Feldmarschall Moltke durch seine neuliche Rede im Reichstage keinen Zweifel darüber gelaßen, daß wir zur Vertheidigung gegen seine Angriffe bereit sind. Die Jesuiten mögen freilich nicht so unrecht haben, wenn sie sich aus eine baldige Lösung der „römischen Frage" vorbereiten. Um diese wird es sich allerdings auch unseres Erachtens in einer nicht allzu fernen Zukunft handeln, nur in einem etwas andern Sinne als die Ultramontanen es sich heute denken, und vielleicht auch um eine noch gründlichere Lösung, als sie ihnen vorschwebt. Wenn Pius IX. das Zeitliche segnet, wird nicht sowohl die Wiederherstellung der weltlichen Macht des Papstes, als seine geistliche Macht, ja die ganze stenz des Papstthums überhaupt in seiner bisherigen Gestalt, in Frage kommen Und ebenso sicher wie Deutschland wider den Papst, wird dann Frankreich au dessen Seite stehen. Aber gerade die Erinnerung an 1870/71, wo die Jesuiten im Bunde mit Eugenien traurigen Angedenkens ebenso leidenschaftlich zum Kriege gegen Deutschland Hetzen, wie jetzt, scheucht auch alle Sorgen von uns hinweg. Hat damals doch schon Cardinal Antonelli, erschreckt durch den unerwarteten er H h e i I. Verlauf der Dinge, gerufen: Gott selbst ist protestantisch geworden! Wozu soll der da oben wieder römisch-katholisch werden, nachdem sein „Stellvertreter" sich durch die Beilegung der göttlichen Unfehlbarkeit auf seinen Thron gesetzt hat? ____________ 4 t Deutschland. Berlin, 8. Mai. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Am nächsten Donnerstag kehrt der Kriegs-Minister aus Elsaß Lothringen zurück. Voraussichtlich dürften dann die Ausgleichungs-Maßregeln zur militärischen Sickerung des Reichslandes angeorduet werden. Es muß jedoch nachdrücklich bemerkt werden, daß alle Mittheilungen der Blätter über die nähere Beschaffenheit dieser Maßregeln entweder ganz unrichtig sind oder wenig Richtiges mit ganz Falschem vermischen. — Die „Nordd. Allg. Ztg." meldet ferner: Die Behauptung mehrerer Blätter, die Vorlage in Betreff eines Ausgleichs in der Zollfrage sei erfolgt, um dem Kaiser eine Genugthuung zu bereiten, während das Staats-Ministerium in dieser Angelegenheit mehr oder weniger neutral sich verhalten habe, beruht auf einer totalen Verkennung des Verhältniffes zwischen dem Kaiser und dem Staats-Ministerium. — Der „Reichs-Anz." veröffentlicht eine lange Liste von Personen, denen der Kaiser anläßlich seines Besuchs in den Reichslanden Orden verliehen hat; darunter das Großkomthur-Kreuz des Hohenzollern-Ordens an den Ober-Präsidenten v. Möller, den Kronen Orden zweiter Classe mit dem Stern an den Bischof Räß, den Kronen-Orden zweiter Claffe an den Ober-Rabbiner Aron und die geistlichen Jnspectoren der protestantischen Kirche, Büchsenichütz und Ungern. Dasselbe Blatt publicirl ferner die Ernennung des Ober-Regierungsraths von Reitzenstein zum Bezirks-Präsidenten von Lothringen. Stuttgart, 9. Mai. Gestern Abend starb hier der Major a. D-, v. Schiller, Enkel Schiller's, dessen Mannesstamm damit erlischt. Arankreich. Paris, 8. Mai. Der „Moniteur" schreibt: Die von Marquis Gon- taut-Biron dem deutschen Kaiser dargebrachten Huldigungen sind ein neuer Beweis der freundschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich. England London, 7. Mai. Im Unterhause erwiderte der Schatzkanzler Northcote auf eine Anfrage Hubbard's: Layard sei bezüglich der bei der Bank von England als Sicherheit für die Verzinsung der türkischen Anleihe von 1854 hinterlegten Gelder neuerdings bei der Pforte vorstellig geworden. Der Staats- Secretär der Colonien, Earl Carnarvon, theilte mit, daß eine amtliche Meldung über die geschehene Einverleibung des Transvaal-Staates noch nichts vorliege; er halte es jedoch für wahrscheinlich, daß der britische Commiffär Shep- tone nach Erschöpfung aller Mittel behufs einer anderweitigen Auskunft endlich zur Vornahme der Einverleibung gezwungen gewesen sei. Bei der darauf folgenden Berathung der von Gladstone vorgeschlagenen Resolutionen erklärte dieser: er nehme das von Trevelyan zu der zweiten Resolution eingebrachte Amendement an; daffelbe besagt: „Das Haus ist der Ansicht, daß die Pforte durch das Verhalten gegen ihre Unterthanen und durch die Verweigerung von Garantien für eine bessere Verwaltung jeden Anspruch auf materielle oder moralische Unterstützung Seitens der britischen Krone verloren hat. „Auf die dritte und. vierte Resolution erklärte Gladstone selbst verzichten zu wollen. Der Führer der Opposition, Lord Hartington, äußerte: wie er glaube, werde seine Partei nunmehr allgemein die Resolutionen unterstützen können. Der Schatzkanzler erklärte sich mit der Berathung der Resolutionen aus der jetzt hergestellten neuen Basis einverstanden. London, 8. Mai. Im Unterhause erklärte Kriegs-Minister Hardy, es existirten keine speciellen Listen der Truppen, welche für den Dienst im Aus- lande bereit seien. Unter-Staatssecretär Bourke erwiderte auf eine Anfrage Hubbard's, die Regierung könne der Pforte das Recht, Blokade-Reglements zu veröffentlichen, nicht absprechen. — Die Pforte hat den englischen Sckiffen einige Tage Frist zum Auslaufen aus den in Blokade-Zustand erklärten Häfen bewilligt. London, 8. Mai. Unterhaus. Im weiteren Verlaufe der Debatte führte Gladstone aus, fein Capitel der englischen Geschichte sei so beklageus- werth, wie dasjenige der letzten 8 Monate. Die Antwort Derby's auf das Rundschreiben Gortschakoffis gebe die Gefühle und Ansichten des Landes nicht wieder, wage sogar einen Vorwurf gegen Rußland daraus herzuleiten, daß dieses sich zum Organ feierlicher Entschließungen gemacht habe. Die Pforte habe seit dem Krimkriege nichts zur Verbefferung der Lage des Landes gethan; letztere sei im Gegentheil sogar viel schlechter geworden. Die Interessen Englands schwebten in großer Gefahr. Man könne nicht sicher sein, ob die orientalische Frage nicht durch Rußland oder Oesterreich eine gesonderte Lösung erfahre. Gladstone schloß mit einem beredten Hinweis auf die heilige Sache der unterdrückten Christen. Wolff beantragte die Ablehnung der Resolutionen Glad- stone's, die nur der Regierung Schwierigkeiten zu bereiten bezweckten. Groß (?) Der orientalische Krieg. Kirchliche Anzeige» der evangelischen Gemeinde zn Gießen. Gottesdienst. Sonntag, den 13. Mai. Morgens: Schulinspector Vigelius. Nachmittags: Pfarrverwalter Schlosser. (Prüfung der Confirmanden). Die Pfarrgeschäfte für die Woche vom 13. bis 19. Mai besorgt Pfarrverwalter Schlosser. Der Vormittagsgottesdienst beginnt mit diesem Sonntage wieder um 9 Uhr Fr 11 d) b ä dt er ?u Gießen. Sonntag den 13. Mai. Ludwig Kroneberg in der Neustadt. Hermann Vogt auf dem Seltersweg. Gustav Eger auf dem Lindenplatz. vertheidigte die Regierung: Rußland trage die Verantwortung dafür, daß tie einheitliche Äction Europas aufgehört habe. Euglaitd jei bemüht, den Krieg iU lokaMren und die Neutralität zu bewahren. Wenn der Kaiser von Ruß- ] land feinem Worte treu bleibe, daß er Konstantinopel nicht angreifen werde, so ; komme ein Conflict mit britischen Interessen überhaupt nicht in Frage. Hierauf wurde die Fortsetzung der Berathung auf morgen vertagt. London, 9. Mai. Im Oberhause griff Ruthland die Regierung wegen der Antwort Derby's aus das russische Ctrcular-schreiben an. Derby bestritt, daß seine Depesche große Unruhe in Europa erzeugt habe, und vertheidigt deren Inhalt. England konnte dem Berliner Memorandum nicht zustimmen, weil es dadurch mit Rußland zusammen in den Krieg gegen die Türkei hineingezogen worden wäre. Er zweifle auch nicht an der Aufrichtigkeit der Erklärung, die seiner Zeit Lord Loftus durch den Kaiser von Rußland ertheilt worden sei, aber man dürfe nicht aus dem Auge verlieren, daß damals die russische bereits für den Krieg vorbereitet war und die Erklärung des Kaisers in Mos- kau aller Welt offen vorlag. Schließlich erklärte sich Lord Derby noch gegen die fortgesetzten Anfragen über delicate Fragen des Völkerrechts. Granville erklärte, er könne Derby's Antwort auf Gorlschakvff's Circular weder billigen noch tadeln. Seiner Ansicht nach sei dieselbe mehr für England selbst bestimmt. Cairns trat für die Derby'sche Depesche ein; dieselbe habe die Ansichten der Regierung und, wie er glaube, auch die Ansichten des Landes über die in dem Rundschreiben Gortschakoff's behandelte Frage wiedergegeben. — Die „Morning Post" meldet: Das Kriegs-Amt design,rte den General Simmons zum Befehlshaber der Armee, die eventuell nach dem Orient ab- gehen würde. erwartet. t Wien, 9. Mai. Der „Pesther Lloyd" bringt dustere Nachrichten über die türkische Armee bei Kars. Die Pforte wolle im Nothfalle die Moscheen- Güter zu Kriegszwecken verwenden. Die Priesterschaft sei damit einverstanden. Aus Bukarest wird berichtet, daß die Abmachungen .betreffs der Cooperation der rumänischen Armee mit Rußland perfect sei. Die Proclamirung der Unabhängigkeit sei bevorstehend. Die Ruffen besetzten Ginrgewo. Die türkischen Donaii-Monitors hatten mit den russischen Batterien vor Statunowo einen Geschützkamps. Bei Widdin wollten die Türken den Donau-Uebergang forciren. Bukarest, 9. Mai. Gestern Abend 5 Uhr nahm das Feuer der türkischen Batterien ab. Die türkischen Kugeln erreichten Kalafat nicht; die rumänischen erreichten blos die Schiffe vor Widdin. — Geheime Vorberathungen von Senatoren und Deputaten beriethen über die Frage wegen Thcilnahme am Kriege. Die Majorität der Deputirten scheint bei Theilnahme am Kriege geneigt, die Majorität des Senats noch zweifelhaft zu sein. Lokal-Srotiz. Gießen, 11. Mai. Mit militärischer Pünktlichkeit traf am Mittwoch Abmd der Kaiserliche Extrazug Punkt 7 Uhr ein. Frisch und munter betrat unser olloerehrter Heldenkaiscr den Perron und verfügte sich in den Salon um das Diner dasblbst em- runehmen Eine ungeheure Menschcnmasse hatte sich zur Begr'üßung Semer Maj tt auf dem Bahnhofe eingefunden und hatte die Polizei alle Hande voll zu thun, um bi Passage nach den Wartesälen frei zu halten und die Verblndung zwischen dem Wrgen Seiner Majestät des Kaisers und Seiner Kaiser!. Hoheit des Kronprinzen beizustellen. Nach Ablauf vop 50 Minuten dampfte der Extrazug begleitet von tausendstimmigem Jubelrufe nach Kaffel weiter. Gießen, H-Mai. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag verübten mebrerc Scklinael vor dem Neuenwegerthor noch dem Schiffenberg wieder einen Akt der Noh- hcit an Gartenthüren, -Spalieren rc wie er lange nicht dagewesen. Das schone Mm- aehen dürfte den Bmsckchen jedenfalls theuer zu stehen kommen. — Am Ludwigs- brunncn wmde das Himmelfahrtfest mit einer solennen Holzerei elngelettet. wurde ein Biauer durch einen Steinwurf am Kopfe sehr verletzt. Auch die bewaffnete Macht bethetligte sich dabet und büßte ein Krieger bei dem Kampse sem Seilen- gewbhh^>m Wal. Auf dem am 8. u. 9. Mai d. Js. dahier stattgehabten Viehmarkte waren aufgetrieben: 1310 Stück Rindvieh -und 2453 Schweine Bukarest, 7. Mai. Fürst Karl nahm heute die Adreffe des Senats entgegen. In seiner Erwiderung an die Deputation zählte der Fürst die von den Türken begangenen feindseligen Acte gegen rumänische Häsen, Schiffe, offene ' Städte und friedliche Einwohner aus und fügte hinzu: Gegenüber der aggresst- i ven Haltung wird die rumänische Regierung nicht ihre Vorsicht, aber auch nicht die Energie verleuguen, welche beide Kammern ihr vorgeschrieben haben. Ick sehe jedoch mit Kummer voraus, daß all' unsere Mäßigung nichts nutzen wird. In diesem Falle werden wir Gewalt mit Gewalt zurückweisen, denn wir haben die Pflicht, unser Land zu vertheidigen. Wien, 8. Mai. Aus Serbien sind ungünstige Nachrichten eingelaufen. Die Bildung von Jnsurgenten-Banden wird schwungvoll betrieben. Wien, 8. Mai. Der „Polit. Corresp." wird aus Bukarest von heute gemeldet: Im Hinblick auf die Eventualität einer nahen militärischen Action der rumänischen Armee werden von der Regierung finanzielle Maßnahmen zur Vorlegung an die Kammer vorbereitet. — Aus Rustschuk wird gemeldet: Das türkische Armee-Commando hat angeordnet, daß alle ttn Bereiche der türkischen Donau-Flottille befindlichen Schiffe nebst Ladungen ohne Rücksicht auf ihre Staats-Zugehörigkeit unter Vorbehalt des später seitens der Elgenthumer zu nehmenden Regresses mit Beschlag belegt werden sollen. Es soll dadurch verhütet werden, daß die Ruffen Schiffe zum Brückenschlägen vorfinden. _ Der deutsche Botschafter Prinz Reuß ist heute hier emgetoffen. Er besuchte den den abwesenden Grafen Andraffy vertretenden Sectwns-Chef Orczr. Am Freitag wird der Prinz die Reise nach Konstantinopel fortsetzen und durfte, der Polit. Corresp." zufolge, mit dem ebenfalls nach Konstantinopel zuruckkeh- renden österreichischen Botschafter, Grafen Zichy, in Triest zusammcntreffen. Bukarest, 8. Mai. Die Türken bombardiren von Wwdm aus Kalafat. Die rumänischen Batterien erwidern das Feuer. Konstantinopel, 8. Mai. Die Polen-Emigration bat zum Zweck der Bildung eines 40,000 Mann starken Freicorps eine Proclamativn erlassen. Die Pforte wird die nöthigen Gewehre und Kanonen stellen. Jaffy, 8. Mai. Tschernajcff ist zum General-Major m der russischen Armee ernannt und beaiiftragt, eine Bulgaren - Brigade zu formiren. Die Rilssen traciren eine Bahnlinie von Maracesli nach Buses. chRustschuk, 8. Mai. Abdul Kerim und Achmed Ejub halten hier fortwährend Kriegsrath. Die Dampf-Flottille macht Jagd lediglich auf Schiffe, welche den Ruffen Lebensmittel zusühren. — Die Ruffen werden in Giurgewo Vermischtes. — (M-ßoerständn.sse.) Einem in Berlin tu Garnison stehenven höheren Stabsoffizier hatte kürzlich ein Unteroffizier eines anderen Regiments verschiedene Ordres zur Unterschrift vorzulegen und begab sich zu diesem Behufe in die in der Potsdamerstratze befindliche Wohnung des Vorgesetzten. — Auf sein Läuten wurde ihm denn von einem hübscken jungen Wesen geöffnet, das ein Kind auf dem Arme trug. „Ist der Herr- Oberst zu Hause, mein Sckätzcken", fragte der galante Unteroffizier und kniff das Schätzchm recht tüchtig in die Wangen! — „Was unterstehen L>ie sich", rief ärgerlich die mit solcher Zärtlichkeit Bedachte — und zeigte ihm dann die ^bür, welche zum Dienstzimmer des Obersten führt; sie selbst aber begab sich in ein Nebenzimmer und rief von da — ihrem Gatten, dem Herrn Oberst zu: „Ach, sei so gut, nur auf eine Minute hier hereinzukominen — ich will Dir etwas mittheilen." „Bitte, warte einen Augenblick, bis ich den Unteroffizier da abgefertigt habe" — „Nein, nein, ich möchte Dich eben sprechen, so lange der Unteroffizier noch da ist." Der Oberst begab sich in's Nebenzimmer, der Unteroffizier, der seinerzeit im Kugelregen gestanden, ohne zu zucken — schwitzte Tropfen der Angst; schon sah er sich in epanbau, denn daß es die Frau Oberst und nicht ein Kindermädchen war, die er gekniffen, das sah er nur zu deutlich! — „Ich möchte Dick bitten," wandte sich die Dame zu ihrem Gemahl, „dem Unter? osfifirr zu sagen, er möchte, wenn er wieder einmal kommt, unsere Mädchen draußen in N-.'he lassen, — ich kam gerade dazu wie er eine recht tüchtig in die Wange kniff." — „Wenn Du's wünschest, will ich's ihm verbieten," — erwiderte der Oberst lachend, aber eigentlich, was ist denn da viel dabei. Na, ich will'S ihm Vorhalten. Damit begab er sich wieder in fern Dienstzimmer, wo der Unteroffizier, voll banger Ahnungen ihn erwartete. „Hören Sie, Unteroffizier, diese Kneifereien im Vorzimmer lassen Sie künftig bleiben!" - „Entschuldigen Herr Oberst, aber ich wußte nicht, daß es die Frau Oberst —" — „Ja, daß es die Frau Oberst gesehen hat," — ergänzte der Oberst, einerlei, es schickt sich unter keinen Umständen, hauptsächlich nicht, wenn Sie sich im Dienste befinden. Rechtsum, Marsch! — Erstaunt Über das unbegreifliche Pflegma seines hohen Vorgesetzten, verließ der Unteroffizier das Haus und dankte seinem Schöpfer, so billig davon gekommen zu sein. — Die Frau Oberst aber hat die kleine Geschichte zur großen Erheiterung ihrer Gäste kürzlich gelegentlich einer Soiröe zum ■ Besten gegeben, nachdem der Gatte ihr versprochen, es bei der dem Unteroffizier ge- gebenen einmaligen Lektion bewenden zu lassen. Allen Kranken Kraft und Grsunddeit ohne Medicin und ohne Kosten durch die Heilnahrung: llevalesciere «eit 80 nahten hat keine Krankheit dieser angenehmen Gesundheit«, speise widerstanden und bewährt sich bielelbe nirften Unoerdaulichkeit, Verstopfung, Diarrhöen, Schlaflosigkeit, Schwache, Hamor- ffiSit. Fieber, Schwindel, Blutaufsteigen, Ohrenbrausen, Uebelfe-t unb brechen se bst während der Schwange schall, Diabetes, M !ancho -e n ' .iheumaUsmus, Gicht, Bleichsucht; auch ist sie als Nahrung für Sauglmg- schon von er Geburt an selbst der Ammenmilch oorzuziehen. - Ein Auszug au- 80.000 Certi aten über Genesungen, die aller Medicin widerstanden, worunter Eertificate vom nffffnr Dr 9Ruuer Medicinalrath Dr. Angelstein, Dr. Shoreland, Dr. Campbell, ^ofessor Ör. DödL, Dr. Ure, Gräfin Castlestuart, Marquise de Bröhan, und vielen .nbeten hochgelellten Person», wird franco aiif Abgekürzter Auszug aus b0,000 Certificatcn. Nr. 62476. Dem läben Gott und Ihnen fei Dank. Die UevsIeselör« frat meine 18jähr,gc" Leiden im Magen und in den Nerven, verbunden mit allgemeiner Schwache nächtlichem Schweiß Sainte Romaine Nr. 89211. Oroaux, 15. April 1875. Seit vier Jahren genieße ich die kostUche Kevalesci^re imd leibe seitdem nicht mehr an den Schmerzen in e- während langer Jahre fürchterlich gefoltert hatten. In meinem Jahre stehend, e.. freue ick mich jetzt der vollkommensten Gesundheit. Nr. 45270. I. Robert. Von seinem 25 zahrigen Leiden an Schwindsucht, Huste., Erbrechungen, Verstopfungen und Taubheit gänzlich bergestellt. 62845. Pfarrer Boilct von Esrainville. Von Asthma mit häufigen Erstickungen DiSUig ZU-st-U^ Major Deutsch, geb. von Horn in Pofen: deren Kinder vvm DrüfenMden hergeyM.^^^ zgröhan van 7jähriger Leberkrankheit, Schlastosigkeit Mtern an allen Gliedern, Abmagerung und Hypochondrie. „„„ Q„n„n. 3 Nr. 75877. Florian Köller, K- 3t. Militarverwalter, Großwardetn, von Lungen- unb ^^b;ren-ostatarrb,K°psich ^Tr^ffeXen höheren Hondels- siehranstait in Wiem in einem verzweif-lien Grade von Brusiübel und^Ner°-nurrattung. Nr. 65715. Fräulein de Monilouis, von Unoerdaulichkeit, Schlaflosigkeit uno *75928. Baron Sigmo von 10 jähriger Lähmung an Händen und Füßen rc D c Revalescifere ist vienmol so nahsgast Fleisch und erspart bei Erwachsenei ; ,,nd Kindern 50 Ma! ihren Preis in anderen Mitteln und Speffen. Preise her Revalesciöre y, Pfd. 1 JL 80 1 Pfd 3^50^, 2 Pfd. 5^70^ 12 Revll^re ChocolaUe 12 Tassen 1 JL 80 24 Tassen 3 JL 50 48 Taffer 1 r. C || । Revalesci^re Biscuites 1 Pfd. 3 JL 50 2 Pfd- 5 JL 70 (Qn\\v Bu beziehen durch Du Barry u. Co. m Berlm W., 20 Paffa-e (Katstt Galleries und bei vielen guten 2Ipo?hefern, Droguen-, L-pecere- und Deltcate.senhan •m ganzen Lande, in Gießen bei Schwager.--1— • soll im Dege Zwecke ist greife .«nberaunit. B ' Probe-eine w- • werden. Die 8 I Eopialien V Wetzlar Ker Dienstag von Bl M dem Vornahme .25 °°nn. Ebkt ML" ätmmtrati, 9. l,l6bl"b« ■ fg ff’Wniii ^ienfta bli,n.„. »«i n 4 4SÄ vesfentlich GroßherzoMe ebnhchrn hat fi' dabin btn form fair.it. E4 wnt welche vemiyer -arlSchühzu dieselben Im Tn' Monta-1 s8orv bei Meldung A «e» ji L. Rothenberger, Neuenweg 193. L. Hartmann, Asterweg. 2679) I. «X 282,77 196 92 217,31 50,00 370 79 247.3« 65,21 373 10 113,60 190.- 610 — schlagt ZU 4) Steinbrechen, Anfahren, Aufsetzen» Steinschlagen u. Sand- 2689) Mehrere gut erhaltene Confirmanden-Nocke werden billig abgegeben g in der Neustadt. Her- m Lindenplatz. Bruteier, diverse Sorten, empfiehlt A. Scheyda- 2698 Ein Haus mit Scheune und Stall von Eichenholz hat wegen des Baues der Eisenbahn auf den Abbruch zu verkaufen Conrad Schieferstein in Launsboch._______ Versteigerungen. Dienstag den 13. l. Mts., von Borut. 9 Uhr an, soll en auf dem hiesigen Rathbause — be- husts Vornahme von Bauveränderungen in dem vorm. 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Mai 1877. bilien (Bettwerk, Bettladen von eine starke eiserne Bettlade, Tische u. s. w.) gegen baare Zahlung meistbietend versteigert. (2507 Abtbeilung I. Die Anlieferung von 400 Cbm. Bruchsteinen zum Bau Bahnhof Kinzenbach, 600 Cbm. Bruchsteinen zum Bau Lokomotivschuppens auf Bahnh> *2. Glaserarbeit 8 Weißbinderarbeit S. Spenglerarbcit IO«. Fuhrleistungen 11. Handarbeit Gießen, den 11. Mai 1877. (Jroßherzoglicke Bürgermeisterei A. B r a m m. werden: 615 2 426 anschlagt zu 14) Planirarbeit am Jckerweg, vei anschlagt zu 15) Maurerarbeit an der Brücke bei der Mühlwiese, veranschlagt zu 16} Zimmerarbeit daselbst, veranschlagt zu OeffentlicheAufforderung. Großherzogliches Hofgericht der Provinz Obcrhessen hat gegen Wirth Karl Schutz bnbier den förmlichen Concursprozeß erkannt. Es werden daher alle diejenigen, welche vermögentzrechtliche Ansprüche an Karl Schütz zu bilden Haber., aufgefordert, dieselben im Termin Montag den 25. Juni l. I., Vormittags 10 Uhr, bei Meldung Ausschlusses von der Maste anzumelden und unter dem Nechtsnachtheil des Verzichts etwaige Vorzugsrechte geltend zu Machen. Im Termin soll zugleich die (güt e versucht und erforderlichen Falls wegen ©eiferet Behandlung dieses Concurses Beschluß gefaßt werden und werden in diesen Beziehungen die ausbleibenden Gläubiger als den Beschlüssen der Mehrheit der er- fchtiinenden Gläubiger britretend angesehen. Gießen, den 25. April 1877. (2511 Großherzogliches Stadtgericht Gießen. Bötticher. Oppermann. Brennholz-Lieferung. Dienstag den 15. d. Mts., Vormittags 11 Uhr, s-ll in dem Unioersitäts-Canzlei-Gebäude die Lieferung des in die verschiedenen Uni- veiffitäts - Anstalten und das Gymnasium datier für den Winter 1877/78 erforderliche" Brennholzbedarses mit ca. 290Rmtr. im Soumissionswege vergeben werden. Die bezüglichen Bedingungen können in Anßerem Geschäftszimmer eingeseben werden. (Küßen, den 7. Mai 1877. (2647 Groß herzogliches Universitäts-Rentamt. Schmitt- Arbeitsversteigerung Montag den 14. Mai, Vormittags 9 Uhr, 2026) Ein 1- und 2spännigen Wagen zu verkaufen bei T h. V o g t, Schmied. 1) Maurerarbeit in der Kirche, veranschlagt zu 2) Zimmerarbeit daselbst, veranschlagt zu 3) Seilerarbeit das., veranschl. zu 4) Wetßbinderarbeit im Schulhause, veranschlagt zu 5) Maurerarbeit am Backhause, veranschlagt zu 6) Zimmerarbeit daselbst, veranschlagt zu 7) Küserarbeit im Brauhaus, veranschlagt zu 8) Maurerarbeit an den Wegen, veranschlagt zu 9) Zimmerarbeit daselbst, veranschlagt zu 10) Pfla verarbeit daselbst, oevan- . Du Barry j von London. 40 Salzgurken, „J Sauerkraut, (219° ^empfiehlt Carl Hoffmann. sollen auf dem Rathbause zu Treis a. d. Lda. uachverzeichnete Arbeiten öffentlich wenigst- nebmend in Accord gegeben werden: im Wege der öffentlichen Submission vergeben werden. Zu diesem ist Termin im hiesigen Abtheiluugs-Bureau auf Freitag den 18. Mai er., Vormittags 11 Uhr, I Die Zusammenkunft ist im District Sämmtliche Offerten sind portofrei und versiegelt e uzureichen und Steinberg, Abth. 3, bei Holznummer 1. besteine beizufügen. Offerten ad I und II können auch flehe .nt abgegeben Keffelbach, am 10. Mui 1877. Die Bedingungen können hierselbst eingesehen, auch ge-.en Erstattung Die Freiherrlich von Rabenau'sche Copialien bezogen werden. Obersörsterei Rabenau. Wetzlar, den 7. Mai 1877. |2703)_________Hoppe._____________ Der Abtherlungs-Baumeister: Mienen lm KJäass 5, lß an4';J,nr schon von r,ktisientkN' meint '»SS?«®»“1 ivtN * S^otn6l-b«= Ä« N ,bn^err (■t,R ^benn« iet io gut uni, ,1" .Ifte,' ."Nein, nein X ?ntn 5,rOb«S unsere LUnltr: LZN. ! n,(fy.M es die Fran ^/lganzte her Obeff * wenn Sie sich 2 K und banhe feinem 'bnft aber hat die klein, einer SoirVS ber Unteroffiziers Künftigen Montag, den 14. d. M., Nachmittags 4 Uhr, sollen im Schulsaal zu Daubringen nachverzeichnete Arbeiten öffentlich wenigstnehmend in Accord gegeben werden: st Heute, Sonnsfirnsi und Morgen, Sonnüig 2703) zuni Letztenmale zu sehen. 2655) Ein schwarze'. Schleier verloren. Abzugeben gegen Belohnung in Lit. B. 77., 2615) Damen- und Kinder Garderoben werden billigst angestrligt. Auch werden alle Arten Rähmaschinen-Arbetten übernommen. Näheres bei 6g. Unverzagt, Caplansgasse, 2. Stock. Köln-Gietzener Bahii. Bom 15. Mai ab. Abfahrten von Gießen nach 7 Deutz 6", 12, 4*3. Dillenburg 6", 12, 4", 95. (2684 Stegen 645 12 Wetzlar 6", 8*o, 9» 12, 4*», 7, 9*. Verantwortliche Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brübl'scken Univ.-Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch! in ließen.