As«. «87. Erstes Blatt. Sonntag, den 9. December 1877. Kichencr WlMger Anjeigk- iiüd Amtsblatt für iei Kreis Gieße«. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags Expedition: Schulstraße, Lit. B. Nr. 18. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher Hheit. B e k a n n t m a ch u n g. Es wird zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß der Provinzial-Ausschuß der Provinz Oberhessen zu Mitgliedern der Landes-Commission für die Einkommensteuer pro 1878 die Herren Hofgerichts-Advocat Dornseiff zu Gießen, Bürgermeister Jacobi zu Rodheim, Bürgermeister Zimmer zu Villingen und zu Ersatzmitgliedern die Herren Jacob Witzler zu Butzbach und Jost Korell zu Schwabenrod ernannt hat. Gießen am 6. December 1877. Großherzogliche Provinzial-Direction Oberhessen. Dr. B o e k m a n n. • Folitisch Deutschland. Berlin, 6. December. In der heutigen Sitzung des Abgeordnetem Hauses brachte v. Schorlemer-Alst eine Interpellation, betreffend die Verhandlungen wegen der Zoll-Verhältnisse mit Oesterreich ein. In dem Fortgänge der Berathung über den Antrag Richter, betreffend den Welsen-Fonds, erklärte sich v. Schorlemer für diesen Antrag, Löwe gegen denselben; Letzterer hob die Uebertreibungen in den Darstellungen über bie Verwendung des Welfen-Fonds hervor. Virchow befürwortete den Antrag. Lasker erklärte: das Haus habe nicht das Recht auf Rechnungslegung, wohl aber das Recht auf Controle. Letzteres jetzt auszuüben, halte er nicht für opportun. In der national-liberalen Partei habe sich keine Stimme für den Antrag erhoben, wohl aber möchte man dem unheilvollen Zustande ein Ende machen; deßhalb wünschte Redner, die Regierung möchte die Hand dazu reichen, um den Welsen-Fond ans der Welt zu schaffen. Brüel, der dem Antrag zustimmte, wünschte Auskunft über die 5 Millionen Thaler, die dem König Georg baar bezahlt werden sollten. Minister Camphausen erklärte daraus: „Ich habe gestern weder von 11 noch von 5 Millionen gesprochen. Heute erkläre ich, daß das gesammte mobile Vermögen des Königs Georg, soweit es in Obligationen vorhanden war, ebenso unangetastet ist, wie die 5 Millionen verzinslich in Gemäßheit des Vertrages angelegt sind. Ich verwahre mich dagegen, eine Äeußerung als Vice-Präsident des Staats-Ministeriums in einem anderen Sinne zu machen, wie in meiner Stellung als Finanzminister, wie mir dies von Windthorst (Meppen) unterstellt worden ist. Ich habe mich niemals einer solchen jesuitischen Praxis schuldig gemacht, eine Äeußerung in anderem Sinne zu thun, als ich sie ausspreche (großer Widerspruch und Lärm im Centrum, stürmischer Beifall auf der Linken und Rechten.) Ich will wiederholen, daß die Regierung den Welfen-Fonds niemals als erwünschte Einrichtung angesehen hat. Ich wünsche, daß der Zeitpunkt herangenaht sei, wo der Kampf gegen die römische Hierarchie sein Ende nehmen kann, und wünsche ebenso, daß der damit auf das Engste zusammenhängende Kampf gegen die welfischen Agitationen auch sein Ende finde," (Stürmischer Beifall). Miquel sprach seine Anerkennung der bona fides der Regierung aus, wünschte aber den Mißständen ein Ende gemacht zu sehen. Damit schloß die Debatte. Der Antrag Richter's wurde gegen die Stimmen der Fortschrittspartei, des Centrums und der Polen abgelehnt. Darauf wurde die eiste Berathung des Communalstener-Gesetzentwurfes fortgesetzt. An derselben beteiligten sich Sombart, Raffe, Richter und Miquel. Die Vorlage wurde sodann an eine Commission von 21 Mitgliedern verwiesen. Gegenüber dem Abg. Richter bezeichnete der Regierungs-Commiffär die Behauptung, daß die Vorlage ein Ausfluß von finanzwirthschaftlicher Reaction sei, als vollständig unbegründet. Derselbe rechtfertigte zugleich die fakultative Beibehaltung, resp. Einführung der Mahl- und Schlachtsteuer als Communalsteuer. Die Fortsetzung der Berathung wurde auf morgen vertagt. — Die „Rordd. Allg. Ztg." hält die Zeitungs-Meldung, daß ein Antrag Oesterreichs, den gegenwärtigen Handelsvertag bis zum 1. Juli 1878 zu verlängern, am 4. December, Abends, in Berlin eingetroffen fei, für zuverlässig. Arankreich. Paris, 5. December. Ein heutiger Artikel der „Rspubl. fran^aise" schließt: Das Land weiß jetzt Alles und übersieht genau die Lage und die Gefahr; es sieht, daß jede Hoffnung einer Verständigung zwischen dem Willen des Präsidenten der Republik und dem durch den Wahlkörper ausgedrückten Willen des Landes verloren ist- Die Deputirten sind entschlossen, nichts von ihrem Rechte aufzugeben; — man ist entschlossen, dem Mandate und Gewalten, die sie erhalten, keine Rechnung zu tragen. Wir sehen jetzt nur noch eine friedliche Lösung der Krisis : der Präsident der Republik und der Senat können noch die drohenden Katastrophen abwenden — Ersterer, indem er nicht darauf beharrt, sich dem Volke aufzudrängen, das feine Handlungen und Ideen miß- er Hheil. billigt; Letzterer, indem er die Zustimmung zu einem versaffungswidrigen und verbrecherischen Unternehmen verwe'.gert, We>:m man diese Zustintmung verlangt, bann möge ber Genius bes Vaterlanbes die verwirrten Gewiffen unb zögernben Herzen aufklären! Paris, 6. December. Ein Cabinet Dufaure-Batbie ist unwahrscheinlich. Die Auflösung bei Kammer ist im Senat nicht burchzubringen, ba die Linke durch ihre Abwesenheit den Senat beschlußunfähig machen würde. Mac Mahon's Rücktritt scheint der einzige Ausweg. England. London, 5. December. „Reuters Bureau" meldet aus New-'Iork vom 4. Decbr. : Rach dem Riogrande wurden weitere Truppen beordert, jedoch nicht in Folge neuer Verwickelungen, sondern lediglich zur Vermehrung Oer bereits dort befindlichen Streitmacht zur Verhinderung vorkommender Raub- Einfälle. Türkei. Konstantinopel, 4. December. Das Parlament soll am 13. d. im Palast vorn Sultan mit einer Thronrede eröffnet werden. — Bei Silistria fanden unbedeutende Scharmützel statt. Rumänien Bukarest, 4. December. Die Kammer vertagte bie Berathung der Antwort auf bie Thronrebe bes Fürsten auf morgen, um ter Fünfer-Commission zu gestatten, mit einigen Deputirten in Betreff leichter Modifikationen, welche sich nur auf bie Form unb nicht auf ben Inhalt beziehen, sich verständigen zu können. — General Jgnatieff ist heute Morgen in bas Hauptquartier abgereist. — Die gefangenen britischen Aerzte Douglos unb Vachell würben auf Befehl bes Großfürsten in Freiheit gesetzt unb kehren biefelben nach Eng- Der orientalische -krieg. Bukarest, 5. December. Der griechische Consul Rangabe ist gestern wegen ber im Schwarzen Meere erfolgten Beschlagnahme von griechischen Fahrzeugen in das Hauptquartier abgereist. — General Lupu, Oberbefehlshaber der bei Lom Palanka operirenden rumänischen Division, ist angewiesen, seinen Marsch auf Widdin zu verlangsamen, um sich, wie es heißt, mit ber serbischen Division unter Horvatovic zu vereinigen. — Tie Bewohner ber Umgegend von Widdin sind nach Widdin berufen und dort bewaffnet worden. In Widdin befinden sich jetzt 12,000 Vertheidiger. Petersburg, 5. December. Die „Agence Ruffe" meldet vom Heutigen aus Bukarest, man bestreite entschieden die Richtigkeit der Depesche der „Times" aus Wien, daß England einen Ausweg gefunden habe, damit die britische Flotte in die Dardanellen einfahren könne, ohne die Neutralität zu verletzen. Wenn ein solcher Ausweg gesunden wäre, so würde dies zur Folge haben, daß die Pforte zum Widerstande bis zum Aenßersten ermuthigt würde und Rußland sich gezwungen sehe, behufs Erreichung des Friedens Konstantinopel anzugreifen. Konstantinopel, 6. December. Von der Regierung wird verbreitet: Saleh Pascha's Division rückte gestern aus Osman-Bazar gegen Kesrowa vor und eröffnete die Kanonade gegen den Feind. Dieser räumte in der Nacht Kesrowa und ging auf Timowa zurück. Kesrowa wurde daraus von Saleh Pascha besetzt. Vermischtes. ** In diesen Tagen fühlte sich ein Landmann in der Nähe von Gießen plötzlich recht unwohl, so daß er fick niederlegen mutzte. Bald darauf erfolgte mehrm .liges Erbrechen. Auch seine Frau fühlte Uebelkeiten, ohne daß es bei ihr zum weiteren "lus- bruch kam. Am nächsten Morgen kamen die Leute auf die Vermuthung, der Kaffee, den sie getrunken hatten, sei nicht rein; sie nahmen eine kleine Partie ungebrannter Kaffee- sich wie Hur Frage der Verfälschung der Lebensmittel. bert, „ , J von Wurst, Milch rc genannt, höchstens ganz heimlich raunt Einer Auszug ,us -en Nirchknbüchern drr Stadl Gießrn. Evangelische Gemeinde. ©ttsuftt. 0ebCCben 4^Nov^^^^ ÄarI Flett, ein Sohn, Wilhelm Nikolaus Philipp Engel- , k<.?^lben. Dem Hetzer auf der Actienbraueret Konrad Jockel, ein Sohn, Friedrich Hemrtch Ludwig, geb. 19. Oct. i-r ^??lroleur an der Gewer bedank, Hetorich Wagner, eine Tochter, Emma Kathinka Karoltne Moritzine Friederike, geb. 10. Nov. ,njne ^b"6 Oct 2)6111 «•«mwlfor Wilhelm Weichardt, eine Tochter, Ottilie Her- 19. 3u^.Cnfdb6n* 2)601 Stu(fatcur ÄarI Haegele, ein Sohn, Heinrich August, geb. den Beerdigte. nzrfH/u n a .Mathilde Lemcke, geb. Pfaff, Ehefrau des Professors an hiesiger Uni- ozrfität Dr. Ludwig Lemcke, all 61 I. 2 M 6 T-, geft. 30 Nov Jacob a>äil,4 alt378 gn 2tea^a^t8e2.- ft*!?“1*' SB",a,e bcS °»ft-Su,machers Johann — „Auf mich wird'S nicht ankommcn," ist einer jener Trostgründe, mit dem die liebe Faulheit so oft zum allgemeinen Schaven vom Handeln und Mitwirken, i B. bet öffentlichen Wahlen zurückzteht. Was aber oftmals dabet herauskommt, das illuftrtrt der „Lahrer hinkende Bote- mit folgendem lehrreichen Geschichtchen: „In Lampenheim feierte der Bürgermeister sein 25jährige« Dicnstjubtlaum und weil er ein braver Mann und tüchtiger Bürgermeister war, so beschloß die Gemeinde, ihm ein Faß Ehrenwein zum Geschenk zu machen. Jeder Bürger sollte ein Krüzlein selbstgezogenen Wein betneuern und so suhr das Fatz von Haus zu Haus und jeder schüttete seinen Krug voll zum Spundloch hinein. Der Bürgermeister war hocherfreut über die Ehre, das Fatz wurde sogleich angcstochen, um das erste Glas auf das Wohl der Gemeinde zu trinken und siebe da, statt Wein lief — eitel Wasser heraus. — Jeder hatte gedacht: „Bah, aus mich allein kommt'- nicht an, bei 300 Bürgern merkt man's nicht, wenn unter 299 Krügletn Wein ein Krügletn Wasser ist," und jeder hatte sein Krüzlein Wasser hinein geschüttet. Und da standen sie nun mit langen Gesichtern und Jeder hatte eine Wuth auf den Andern, daß der andere sich so erbärmlich und schuftig auf- geführt habe und — erbärmlich und schuftig waren sie alle Dreihundert. — Gemischte Ehe. Als im Jahre 1655 Rudolf, Landgraf von Sulz, ein Katholik, sich mit einer Protestantin, der Gräfin von Hagenau, vermählte, stellte er auf Ansuchen und zur Beruhigung der ebenfalls protestantischen Verwandten seiner Braut folgenden, hier wörtlich wiedergegebenen ReoerS aus: „Ich, Rndoloe, Landgrave zu Sulz, versprech bet meine landgrävUchen Ehr (oder der Teufel soll mir holen!) daß ich meine künftige liebe Gemahlin bet ihre Religion pletben lassen, auch im wenigsten zu Abfall keinen Anlaß nit geben will. Ich habe droben zwei Bibeln; hat sie nit genug daran, so will ich ihr noch zwei kaufen; sie lese nur fleißig und tapfer darin, es soll sie Keiner nit stören. Ich pleib bet meine Religion, darin ich von Jugend auf erzogen bür. Will mein herzltebeS Ehegespons nit in den Himmel, so fabre sie in Gottes Namen zur Höll." Derb, aber nicht übel, und Zeugntß ablegend von einer so toleranten ^fianu.ng, lvte man sie in einer Zeit, welche unmittelbar auf diejenige deS großen d einjährigen Reltgionskrteges folgte, anzutreffen kaum erwartet haben sollte. Nro- 43 und 44 des Gewerdeblattes enthalten einen höchst beachtens- wen1 64 8ibt nichts Bertolte««. Und wie !k°nn sich mnÄe'ft wenn s,e nicht einmal die Ramcn der Btecermänner erfährt, welch" und bezahlen !-erk?ufen? ^ " * |On|t'9'' nichtgehörige Dinge anstatt der «erlangten “ “8 S g W'MKtÄ ÄDÄ SÄKtSW« »LV2r> - «-'»S2 SäSt -1 ~.--™ s;. * a. ö. Slandesamtsregiflern ürs JitänörMmtHES Vom 1. bis 7. December 1877. ?!c' Briefträger Georg Heinrich Ohly von Wehrheim, wfrhnhaft in Gietzen « rL mÄaun 8e*Äh- Sch-°ss-r^-ll- aoam%Tp'pe“* oo“%k6en -n" r nUt olel’r : „Allgemeines so tüchtigen Kraft, wie Herr Looff sie besitz: blc nur einer Dieses Fremdwörterbuch enthält d e Verbeutschuna unb f??6 tz ich Reichensand Bahnhof- nraye E. 129 eine Porzellan-Malerei errichtet habe. Empfehle mich besonders im Bemalen von Gläserdeckeln mit Studentenwappen, sowie ^nsPAel'enkÖpfen' Zusicherung reeller und prompter Bedienung bestens. B«s schreiben »on Namen auf Taffen und Grabschiidchen, von den einfachsten bis zu den femsten, wird bestens besorgt. Auch habe eine reiche Auswahl in gestopften Tassen, Leuchtern rc. , um Nadi reu stets vorrätbig. xlJ.eruet, °fferire noch bunte Glaskugeln zum Ansschmncken von Weih- nachtsbaumchen. Achnmasroll (6890 Ernst Gebhardt. Spielwerke 4 b! (6898 Ein wohlbekannter ITngenannter. 8“ dnn Weidnachrsscste empfehle ich mein reiches L.'qer von Schriften IN allen Fächern der Literatur, die sich zu Geschenken für Erwachsene, wie für die Jugend eignen. L)ämmtliche von andern Handlungen einzeln oder durch Verzeichnisse offerirten Schriften sind bei mir zu den angegebenen Preisen ebenfalls vorräthig oder können eventuell binnen wenigen Tagen beschafft werden. (6893 Unviversttäts-Buchhandlung von Ernst Heinemann. • r ===■' ----——-«----------------------..— Versteigerung. Dienstag den 11. December, Nachmittags 1 Uhr. werden im „Lindenhof" dahier eine Partie sehr gut gehaltene ^rauen- kleider, ein vollständiges Bett mit Haarmatratzen, 3 Pfühle, eine Nnstbaumko- mode, ein Kleiderfchrank, 1 Pfeilerspiegel mit Gold- rabmen, <> Stühle, 1 ovaler Tisch u sonstige egenstände öffentlich gegen Baarzahlung versteigert. Gießen, den I.-December 1877. Im Auftrag: 6877) M. Pilger. auf; gefordert, die Zahlungen an diesen Tagen in Empfang zu nehmen und hierzu durch Vorzeigung der Schuldscheine sich zu legitimiren. Zugleich wird bemerkt, daß die auf den Do merstag fallenden Zahltage für die Interessenten der Stadt Gießen, dagegen die übrigen Zahltage für die Auswärtigen bestimmt sind. 6721) Unterzeichnete empfiehlt sich im Verändern und Repariren von allen Arten Pelzwaaren. Neue Garnituren werden auf daS Geschmackvollste und Billigste auSgeführt. Frau jÜL Bel». Bestellungen nimmt Frau H. Hollman n, dteuenbäuen im Hause de- Herrn L. Möser entgegen, woselbst ich zeden Mittwoch anwesend sein werde. 6903) Em gcsun^cs Mädchen jucht S^lle als Amme; Näheres bei Margarethe Schmidt bei Aug. Noll, Judenaasse 36. 6817) Vor 14 Tagen wurde ein goldener Ring verloren. Der Finder wird gebeten, dem selben gegen gute Belohnung bei der Exped. d. BlttS. ab- zugeben.__________ 6910) Hiermit zur Nachricht, daß von hcute ab wieder Oefen gesetzt und gereinigt werden. Jacob^Muuß, Ofenputzer. Handelswerein. Dienstag den 11 d. Mts, Abends 8 Uhr, (6894 6847) Einen Burschen, der bei der Eavaüerie aedient bat.--- sucht 8 96840) Im Stuhlflechten und Korb- Salz von ber G,oßh:rzogltchkn Saline Bad Nauheim, aus gradirter Soole dorgestelli, durch seine Schärfe und Leichtlösiichkeit ausgezeichnet, ist stets vorräthig unc. zu billigstem Preisen zu beziehen in unserer Niederlage bei Großh. Rendanten Herrn Becker und Herrn Kaufmann I. (S. D. Bapft auf dem Markt n Gießen- (6891 Großherz0g1iches Salinen- und Bergamt Bad Nauheim. ■frü'ilrtrfj liiiijrr's Spielwaarenlager ist eröffnet. (6906 Schaukelpferde und neue Spiele in großer Aus wähl. Gegen Husten und Heiserkeit empfehle Gummi Pastillen, prima bairischen Malzzucker, sowie AltheebonbonS (6673 t*y. Wilh• Weiitiy• ZeUgebotenes. Ein Weihnachtsh^ns mit Gärtchen billig zu veKaufen. Wetzsteinsgaffe 60. llnnirrrAUifier empfiehlt (6833 ___________Emil Fischbach. Zn «erkaufen ein fast neuer JltiS-Muff, oer sch ebene billige Goldschmucksachen, Zeitun zspapiere rc) LouiS Rothenberger, 6885)______________Neurnwer 193.______ In Kordwaaren ompfthle: reichhaltigste Auswahl von Blll- mentischen, Sesseln, Kinder- tischen, Kindersesscln u. Stühlen, letztere von M 1.80 an. Gfg. Wilh. Weidig. Feinster Leberthran fast gerne,h- und geschmacklos in Flaschen m|t Metall-Verschluss ä 60 Pfg., M 1 __ und M. 1.70. Eisenhaltig pr. Fl. ä M. 1,—. 6^08) C. F. Semmler in Giessen. f 6814) Erne geräumige Wohnung im 3. L-tock, am Eck gegen das Thor, ist zu oermiethen bei Ina- H. Merz, R.-Bahnhofsstraße. 6751) Eine freundliche, neu hergerichtete Familienwobnuna, 4 Zimmer, Küche und sonstigem Zubehör, mit abgeschlossenem Corridor zu oermiethen. _______^)ul. Bach, Seltersweg. 5003) Der neu hergerichtete mittlere Stock meines Hauses ist zu oermiethen. Carl Hansel, Walltbor. 5416) Ein Familienlogis aus 6 geräumigen Zimmern nebst allem Zubehör bestehend, per 1. Januar 1878 zu oermiethen ___________bei A. MarcuS. 6754) Eine Wohnung ist zu oermiethen und alsbald beziehbar. __Christ. Weiß. 6783) Eine unmöblirte Stube mit Ca- net auf sogleich zu oermiethen __Sandgosse D. 189. 6786) Ein freundliches Logis zu »ermie- then und gleich zu beziehen. ___________________ Sandaasse D. 156. 6782) Geraumigk? (möblirtes) Zimmer, auf Wunsch mit Cabinet, zu oermiethen. __S. Loeser, Bismarckstraßc. 6788) Eine kleine Wohnung zu vermie- 'ben bei Emil Beil, Hamm. Bch'rntliche Aufforderung. Anspiüche aller Art an den Nachlaß der Hans Georg Reitz und dessen Ehefrau in Holzheim sind innerhalb 4 Wochen von dem Datum dieser Verfügung ab bet der unterzeichneten Gerichtsstelle anzumelden, aildernfalls dieselben bei der Regulirung dcs Nachlasses keine Berücksichtigung finden. Lich, den 27. November 1877 Großherzrgliches Landgericht Lich. 6901) Weyer. Oeffklltiiche Aufforderlluq. Heinrich Vogler von EttingshaUsen unb dessen Ehefrau haben in dem über ihr Vermögen eingeleit.ten Schuldenwesen mit ihren gerichtsbekannten Gläubigern ein Arrangement abgeschlossen, dessen -Einsicht Auf dem Actuariate der unterzeichneten Ge richtsstelle den Interessenten gestattet ist. Ansprüche jeder Art an die Gemeinschuldner und Einwendungen gegen dieses Arrangements sind innerhalb 4 Wochen von dem Versteigerung von Pelzwaaren. Dienstag den 11, und Mittwoch den 12. December, präcis 9’/2 Uhr und Nachmittags um 2 Uhr ansangend, werden wegen Geschäftsaufgabe über 100 Pelzgarnitureu jeder Art, in Muff, Boa, Manschetten, Pelzmützen und Knaben-Mufftaschen, Kindergarnitnren i^cn Saale öffentlich gegen gleich baare Zahlung an ben Meistbietenden versteigert. (6802 ____Die Maare ist gut und solid gearbeitet und wird für deren Güte garantirt. Schildkrot- u. Elfenbein-Kämme, lorote das Neueste in Ausstelkv- Kammen, empfiehlt billigst (6896 8. Abend, Kammmacher, Weideng. festgesetzt unb zwar: Dienstag den 11. Mittwoch „ 12. Donnerstag „ 13- Samstag 15 Dienstag „ 18. Mittwoch , 19. Donnerstag „ 20. Samstag „ 22. Donnerstag „ 27. Samstag „ 29. sowie: Mittwoch den 2. Donnerstag „ 3. Samstag w 5. Dienstag „ 8. Mittwoch „ 9- Donnerstag w 10. Samstag „ 12. üienftag „ 15 Mittwoch „ 16. Donnerstag „ 17. Samstag „ 19. Die Interessenten itt in bcn (Carnpoafocrcin Türkei. Hurrah! Do sein Erloschene und Nochgeborne Narren, Gestimmte u. Nichtgestimmte Mitbürger! Wir erachten es für unsere Pflicht, Sie nun wiever zur gemeinsokaftlichen Narrethei ^u- sammenzurufen. Indem wir uns zunächst zu weitgehenden Reformen, wie „freie stracke Ausübung christlich-jüdischer und türkisch-närrischer Barmherzigkeit", „unbeschränktes fideles Wahlrecht aller Feuereimer", „Preßfreiheit mit Spriymalerei und anderen Delikatessen", „Abschaffung der Querschreiberei, der Rangunterschiede und Maulkorbsperre" verstanden haben, begrüßen wir Sie mit Pritsche, Mütz* und Schellenklang und rufen allen Freunden eines gesunden Humors zu: Jetzt meldet Euch, jetzt meldet Euch, der Joeus fängt bald an denn in Kurzem beginnen wieder die rcytlmäßiskn Mvvgtv trs Larinvalricrrins Türkei. 3 --00000---- g Awr eingetreten nngenirt9 Seht^ wie es Jedem Türken wird: Türkei! Jetzt meldt So trommelfelle-krachelich, So ganz und gar behagerlich, So festlich, gästlick, sonniglich. So friedlich, freudig, wonniglich, So sympathetisch-brüderlich, Verführerisch und Liederlich, So treu, so offenherzerlich, So alles Leid verschmerzerlich, So sriedlich-freudlich-duselig, Zuweilen etwas gruselig, So viel die Wahrheit sagerlick, So orientalisch-fragerlich, So türklsch-christlich-mörderisch, So schön moralisch-förderlich, So furchtbar-ungeheuerlich, So fromm und sonntags feierlich, So volksversammlungs-schauerlich, । Vröffnungsmäßig-trauerlich, So wahlkampfmuthig-hetzerig, Viel Blech und unsinn-schwätzertg, So wünschelruthe-schwingerig, Zu wenig-wafier-bringerig, So humbug-charlatanerisch, So tugendhaft-spartanerisch So sonntags-früh-frischbäckeriq, An Zwirbelkuchen-leckerig, So coloradokaferlich — O Blaustrumpf, so hornbrilliglrL ’ Elise Polko liebst Du mich? So Parlow, Btls'-orchesterlrch, So Nanni-Peppi-schwesterlich So aschermittwoch-weinerlich, Nicht-hut-abzieh-vereinerlick, So türkisch-närrisch liberal, So froh beim schäumenden Pokal So wünsche, daß es werden mag In federn 6875) Drum eilet, komme Jeder wieder, (Karneval, der Weltgebieter, Laßt uns froh und lustig sein, .Peht in unser« Mauern ein. Anmeldungen nehmen jederzeit entgegen Die Pasrha’s des €’arnevali ereins Türkei. Die Mitglieder des Eoncertveretns werden darauf aufmerksam gemacht, daß nach S 4 der Statuten die Eintrittskarten nur von den Familien-Angehörigen oder von solchen Personen benutzt werden dürfen, welche als Gäste sich der der bttnffmdcn Familie vorübergehend auihalien, nicht aber von anderen Personen. Wer seine Karte solchen nicht berechtigten Personen zur Benutzung überlaßt, hat nicht allein zu fitroartigen, daß die betreffenden Personen zurückgewiesen werden, sondern er kann auch selbst ^us dem Vereine ausgeschlossen werden (§ 4, Absatz 4). Diese Bestimmung findet ihre Erklärung in dem § 6 der Statuten, wonach eint bedeutende Ermäßigung des Eintrittspreises fiatifindet, wenn mehrere Fomilienglreder an den Eoncerten Theil nehmen. Wäre hier eine Übertragung der Btllete aus andere Personen erlaubt, dann würden sich mchrerc Familien, ja mehrere Personen verbinden können und gemeinschaftlich einen weit geringeren Preis erzielen, als wenn sie einzeln bezahlten. So würden 5 einzelne Personen 45 JL zu entrichten haben; wenn sie aber zusammen 7 B'llete auf Einen Namen schreiben lassen würden, nur 30 was aus die Person 4 je 30 $ auemachen würde, während ein Einzelbillet 9 JL kostet Jede einzelne Person würde dann 4 JL 70 sparen; oder mit andern Worten, der ganze V.retn würde um 63 minus 30 oder um 33 oerkürzt werden. In den Museums-Eoncerten in Franksurt ist es Anders. Tort zahlen 2 Personen das doppelte, 4 Persomn das Vierfache von dem was Eine zahlt ; in Folge dessen kann man dort auch unbedenklich den Vereinsmitgltebern gestatten, ihre Biüete an Andere abzugeben. Uebrigens soll hier noch bemerkt werden, daß es Jedermann frei steht, einem andern Mitglieds des Eoncert-Vereins oder einem Nichtmitgliede, welches für ein bestimmtes Eoncert eine Eintrittskarte gelöst hat, seinen Sperrfitz abzutreten. Für die Eintrittskarten zu den Vorlesungen gelten selbstverständlich dieselben Bestimmungen, wie für bit-j n*. en zu den Eoncerten. (6889 Der Vorstand des Concerivereins. OOOÖOOÖÖCX3OOIÖÖIÜOCXX)OOQCX)O Q Comptoir und Ceder-Lager befindet Q Q sich von heute an Q 8 Marburger-Strafie Nr. 179. O O 6883) Ohler & Dofflein. ü OOCXXXXX300QOIOIOIOOOOOOOOOOO Frankfurter Hof. Heute Abend Streiclt ^vneert von der hiesigen Regimentsmusik. Anfang 8 Ubr. Entree 20 Pfg. (6902 6824) Eli em geebrren Publrkurn hiermit zur Nachricht, daß ich am 1. d. M. als Hebamme verpflichtet worden bm und halte ich mich zu aLen in meiner Praxis vorkommenden Leistungen bestens empfohlen. Hochachtungsvoll Wittwe Scbneider, wohnhaft im Hanse des Hrn.Kaufmann u. Schlosser Nagel in der Brandgasse, 4.Stock. NB. Am Eingang des Ladens befindet sich der SchcUcnzug. Zichmer (toncertoerein. Zweites Concert Sonntag; den $)• Deceinber, Abends 5 Ihr, im Clubsaale, unter Leitung des Grossherzoglichen Universitäts - Musikdirectors Herrn Adolf Felchner und unter gefälliger Mitwirkung des Herrn Concertmeisters Hugo Heermann aus Frankfurt a. M., des academischen Gesangvereins und des durch auswärtige Künstler bedeutend verstärkten Orchesters. PROGRAMM: 1. Gedächtnissfeier für Julius RIETZ. 1) Concert-Ouverture (A-dur) von J. Rietz. 2) Actus tragicus „Gottes Zeit“, für Soli, Chor und Orchester, von J. 8. Bach. II. 3) Jupiter-Symphonie (C-dur) von W. A. Mozart. a) Allegro vivace, b) Andante cantabile, c) Menuett (Allegrctto). d) Finale (Allegro motto). 4) Concert für Violine mit Orchesterbegleitung, von Max Bruch (vorgetragen von Herrn Hugo II e e r m a n n). 5) Weihnachtslieder für gemischten Chor : a. Es ist ein Ros’ entsprungen von Joh. Eccard. b. Du Hirte Israels von Demetrius Bortniansky. 6) Zwei Solostücke für Violine mit Streichquartett (vorgetragen von Herrn Hugo Heermann) : a. Abendlicd von R. Schumann. b. Fantasie über das Rheinlied von Hugo Heermann. Eintrittskarten für Nichtmitglieder sind in der J. Ri cker sehen Buchhandlung und R u d o 1 p h’schen Musikalienhandlung (in Ersterer nui bis Sonntag Mittag um 12 Uhr) zu haben. Nummerirte Plätze, soweit solche disponibel, v*t. 3. ___ , Anfang des Concertes giräcis 5 Uhr. — Oeftnung des Saales 4 Uhr. Es wird darauf aufmerksam gemacht, dass der kleine Saal neben der einen Scitengallerie auch geöffnet ist, und dass das Conccit ganz präcis 5 Uhr beginnt. Dauer desselben 2 Stunden. ___________ Hierzu ein „zweites Blatt" und „eine Beilage".