jtfoe ®S9. Mittwoch, den 7. November 1877. chicheiler Mureiger A«M- wb Amtsblatt fit bell Kreis Gießen. Srfchetnl t»Dttch mit Ausnahme beß MontagS. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn, «rpsdttisrrr Schulstraße, Lit. B. Nr. 18. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher HHeit. Bekanntmachung. Nachstehende- wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht. Gießen am 5. Novbr. 1877. Großherzogliches Kretsamt Gießen. Dr. Boekmann. III. periodische Mittheilung bezüglich der Kinderpest pt Geisenheim und Eibingen, Kegierungs-AezirKs Wiesbaden. In Verfolg unserer Mttlheilung vom 25. October c. I. C. 4412 bringen wir weiter zur allgemeinen Kenntniß, daß sich am 26. d. Mts. in Elbingen leider ein zweiter Rinde, pestfall in einem Gehöfte gezeigt hat und constatirt worden ist, welches entfernter von dem Gehöfte liegt, in welchem der erste Pestfall constatirt worden, so daß hier die Weiterverbreitung über Straßen und andere Gehöfte hinweg erfolgt ist. Die in diesem zweiten verseuchten Gehöfte befindlich gewesene eine Kuh und eine Ziege sind an demselben Tage getödtet und verscharrt worden. Da dies das Gehöste des Bürgermeisters W allenstein ist, welcher gleichzeitig als Ortskommissor fur.girt hatte, so mußte demselben das letztere Amt abgenommen werden und ist solches einem zuver- lässigen Gendarmen übertragen worden. Am 27. d. Mts. wurde ein dritter Pestfall an der einen im Stalle befindlichen Kuh des Peter Joseph Fen del in Eibingen in einem Gehöste constatirt, welches wiederum mit Ueberspringung mehrerer Straßen und Gehöfte sowohl von demjenigen des rc. Riedel als auch des Wallenstein entfernt ist. Da nach diesem Auftreten der Rinderpest in drei von einander durch Straßen und Gehöste getrennten Besitzungen in Ebingen angenommen werden konnte, daß die Rinderpest nach und nach auch in den übrigen Gehöften zum Ausbruche kommen werde, sämmtliches Vieh bereits infiztrt sei und daß das noch nicht befallene Vieh nicht erhalten werden könne, so hat die am 27. in Eibingen gerade anwesende Kommission unter Vorsitz des Herrn Regierungs-Präsidenten v on Wurm b, (welche aus dem Retchs- kommissar, dessen technischlm Betrath und dem Regierungs-Kommissar nebst Landrath bestand) zur Vermeidung der Wetterverschleppung der Rinderpest auf andere Ortschaften, die Verfügung der absoluten Gemarkungssperre über Eibingen und die Tödtung alles Rindviehs, der Ziegen und Schafe begutachtet, welchem Beschlüsse die Königliche Regierung betgetreten ist. Dieser Beschluß ist außer den angeführten Gründen durch die besondern Verhältnisse in Eibingen veranlaßt worden, weil in den umliegenden Gemarkungen die Weinlese in 10 bis 12 Tagen begrünt, bis dahin die Gehöfte desinfiztrt sein können und die Bewohner von Eibingen, meist unbemittelte Tagelöhner des im Ganzen dürftigen Ortes, ihrem so nothwendigcn Erwerbe, durch Aushülse in ändern Gemeinden während der Weinlese und im Tagelohne, ungehindert nachgehen können. Rcchdem die absolute Sperre der Gemarkung Eibingen und die Tödtung alles Rindviehs, der Ziegen und Schafe angeordnet worden, wird heute, da das Ausweisen der erforderlichen Gruben eine frühere Ausführung nicht ermöglichte, die Tödtung der xesamrnten Wiederkäuer, nämlich der noch vorhandenen 75 Stück Rindvieh, 104 Ziegen und 2 Schafe erfolgen. Außerdem sind bereits 5 Stück Rindvieh aus den beiden zuerst constattrten Seuche- gehöften früher getödtet worden. Bemerkt wird hierbei, daß Eibingen etwa 700 Einwohner und 45 bis 50 Gehöste zählt. Die Desinfizirung der beiden ersten verseuchten Gehöfte ist bereits erfolgt, diejenige des dritten wird voraussichtlich heute beendet werden und demnächst unausgesetzt mit der Desinfizirung der übrigen als seucheverdächtig angenommenen Gehöste in Eibingen, in welchen Wiederkäuer gestanden haben, sortgefahren werden. Dieselbe erfolgt unter Leitung des Departements-Thierarztes durch den herangezogenen Kreis-Thierarzt Kolb aus Dillenburg. Außerdem sind dem Landrath zur besseren Durchführung der polizeilichen Anordnungen drei auswärtige Gendarmen zur Verfügung gestellt worden. Irr Geisenheim ist seit der letzten Mittheilung noch in einem Gehöfte, und zwar in einem der nicht zur Evacuirung bestimmten Häuser-Komplexe die Rinderpest ousgr'- brochen, in Folge dessen am 23. drei Stück Vieh getödtet worden sind. Seitdem ist ein miur Pestfall in Geisenheim nicht constatirt, so daß hier das Erlöschen der Pest gehofft werden darf. In Geisenheim sind bis jetzt von 272 Stück Rindvieh in 151 Gehöften, Im Ganzen 129 Stück Rindvieh und außerdem 37 Ziegen und 2 Hammel getödtet worden. Von en 70 zu desinfifirenden Gehöften waren bis zum 28. d. Mts. 18 Gedöste des- ii fizül und vom Departements-Thierarzte abgenommen, 3 beinahe fertig gestellt und 22 Gehöfte in Arbeit genommen und werden die Desinfektions-Arbeiten unausgesetzt gefördert. Wiesbaden, den 30. October 1877. Königlich Preußische Regierung, Abtheilung des Innern. v. Meusel. Aolilisch Aerrtschland. Darmstadt, 4. November. Se. König!. Hoheit der Großberzog haben allergnädigst geruht : Am 29. Octbr. den Revisor bei der 2. Abtheilung der Justificatur Großh. Oberrechnungs-Kammer Adam Schnudt zum Generalreceptor des Mainzer Universitäts- und Stipendien-Fonds, und den Hospital - Rentamtmann i. P. Gustav Ludwig August Valentin Dittmar zum Oberrechnungs-Revisor bei der 2. Abtheilung der Justificatur der Oberrechnungs Kammer zu ernennen. Berlin. In französischen Blättern und Köpfen fängt wieder ein von Deutschland beabsichtigter Angriffskrieg gegen la pauvre France bedenklich an zu spuken. Die „Post" tritt diesen Hirngesptnnsten in einem Artikel entgegen, in welchem es u. A. heißt: Die in Frankreich laut werdenden Befürchtungen, als plane Deutschland einen Angriffskrieg, beruhen auf völliger Unkenntniß der Verhältnisie. In Deutschland denke Niemand an einen Krieg gegen Frankreich. Wir würden uns jedoch eines unverzeihlichen Leichtsinns schuldig machen, wenn wir uns nicht vorsichtig rechtzeitig von der Tragweite der neuesten Ereignisse in Frankreich Rechenschaft ablegen wollten. Die Alternative, ob die Conservativen oder Republikaner siegen, sei gleichbedeutend mit Ruhe oder Unruhe, vielleicht sogar mit Frieden oder Krieg. Ruhe, wenn die Republik nicht durch einen Gewaltstreich zu Grunde gerichtet wird; fortdauernde Unruhe, ja Möglichkeit eines Krieges, wenn die unter dem römischen Banne vereinigten Bonapartisten und Royalisten an die Regierung kommen. Darum ist im Jntereffe der Aufrechterhaltung des Friedens zu wünschen, daß Marschall Mac Mahon die Consoli- dirung der Republik als die vornehmste Aufgabe seiner Regierung betrachte. Berlin, 2. November. Die deutsche Reichsregierung hat der Regierung von Nicaragua wegen der bekannten „Eisenstuck-Affaire" ein Ultimatum gestellt, welches folgende Forderungen enthält: 1) zu veranlassen, daß die an den Attentaten vom 23. October und 9. November v. I. betheiligten Individuen verfolgt und den Gesetzen gemäß auf das Schärfste bestraft werden; 2) gegen die der Verschleppung der Processe schuldigen Beamten und besonders gegen den, durch deffen Einwilligung oder Nachlässigkeit der rc. Leal die Polizeiwache erhalten, sofort das Strafverfahren einleiten, dieselben ihrem Vergehen gemäß bestrafen lassen und solches officiell dem deutschen Geschäftsträger anzuzeigen ; 3) wegen der erwähnten Vorgänge an den deutschen Vertreter 30,000 Dollars zu zahlen, die alsdann zur freien Verfügung des deutschen Consuls in Lyon gestellt werden, und 4) als Genugthuung und öffentlichen Beweis des Bedauerns der Nicaraguensischen Regierung über das Vorgefallene die deutsche Consular-Flagge in näher mit dem Geschäftsträger zu vereinbarender Weise zu saluttren, Forderungen, die im Falle der Verschleppung erhöht er HH eil. und durch Entsendung von Kriegsschiffen erzwungen werden würden. Da diese Forderungen von der Regierung von Nicaragua abgelehnt wurden, hat der deutsche Gesandte Nicaragua verlaffen und es sind, wie das „Berliner Tagebl." berichtet, deutsche Kriegsschiffe zur Vollstreckung der Execution in die dortigen Gewässer abgegangen. — Ueber den Buchhändler Erlecke, welcher in Brüssel wegen einer ziemlich dunklen Tocumenten-Angelegenhett sich in Haft befindet, schreibt man der „WeserZtg." : Erlecke begann im Sommer dieses Jahres die Veröffentlichung einer Serie „von osficiellen und privaten Aktenstücken" unter dem hochtönenden Titel: „In tyrannos !“ Den Anfang derselben bildete eine Schrift: „Wird die Schweiz eine preußische Provinz?", in welcher angeblich Noten des Fürsten Gortschakoff an den Fürsten Bismarck, Enthüllungen preußischer Spione und dergleichen publicert wurden. Darunter befand sich auch ein Brief des Redac- teurs der „Germania", Herrn Majunke, an einen Pfarrer in Hanau, der von dem angeblichen Verfasser sofort sür eine infame Fälschung erklärt wurde. Aus verschiedenen Andeutungen in der Broschüre war zu ersehen, daß der Verfaffer das angeblich in seinen Händen befindliche Documenten-Material zu Erpressungen benutzen werde. Diese Vermuthung hat der Vorgang in Brüssel bestätigt. Berlin, 5. November. Gerüchtweise verlautet, es sei eine russische Note vorhanden, betr. die neue Ordnung in der Türkei. Offictöse versichern, der Czar verzichte auf Eroberungen; der Sultan sowohl, als Kaiser Alexander seien zu Unterhandlungen geneigt; die Diplomatie hält indeß den Zeitpunkt nicht für günstig. Breslau, 3. November. Nach der „Schles. Preffe" erhielt Kanonikus Künzer von dem päpstlichen Staats - Secretär Simeoni ein Schreiben, worin ihm wegen der Befolgung der Mai-Gesetze die fernere Ausübung priesterlicher Functionen untersagt wird. Oesterreich. Wien, 3. November. Das deutsche Anerbieten betreffs Verlängerung des bestehenden Zollvertrags erscheint hier unannehmbar, hauptsächlich wegen der Nothwendigkeit, den Ausgleich vor Jahres-Ende abzuschließen. Oesterreich wird das Anerbieten ablehnen, dagegen auf den ältern Antrag zurückgreifen, wonach mit Deutschland als der meistbegünstigten Nation ein Vertrag abzu schließen wäre. Wien, 4. November. In der gestrigen Abend-Sitzung des Ausgleichs- Ausschuffes gab der Handelsminister v. Chlumetzky bezüglich des Abbruches der Verhandlungen mit Deutschland eine Erklärung ab, welche im Wesentlichen mit der gemeldeten Ausführung der „Montags-Revue" übereinstimmt. Ferner thetlte der Minister mit, daß die Verständigung mit Ungarn in allen Punkten erreicht sei. — Die „Montags-Revue" tritt der Anschauung entgegen, daß der den Parlamenten beider Reichs-Hälften vorzulezende Zoll-Tarif schutzMnerisch sein werde, und theilt ferner mit, daß Oie ciSleithanischen Minister aus Pesth ganz liche Zoll-Freiheit für Getreide und Mehl an der ganzen österreichisch ungarischen Grenze mitbringen. Den Gang der Verhandlungen mit Deutschland resumirt die „Montags - Pevue" folgendermaßen: Die deutschen Bevollmächtigten hätten zuerst einen Vertrag mit Einräumung der meistbegünstigten Nation gefordert, jedoch die von Oesterreich-Ungarn aufgestellten Gegenbedingungen abgelehnt. Offchon sodann auch der von deutscher Seite aus gemachte Vorschlag, den bestehenden Vertrag um ein Jahr zu verlängern, von Oesterreich Ungarn abgelehnt worden sei, hätte sich letzterer Staat doch vorbehalten, die Verhandlungen über einen Vertrag auf der Basis der meistbegünstigten Nation zu gelegener Zeit wieder aufzunehmen, welche Verhandlungen aus dem gewöhnlichen diplomatischen Wege geführt werden würden. — Dasselbe Organ bezeichnet die Nachricht, daß der Coupon der ungarisch-galizischen Eisenbahn verkürzt werden solle, als vollständig unbegründet. Pesth, 3. November. Abgeordnetenhaus. In Beantwortung der Interpellation Apponyi's über den Handels-Vertrag mit Deutschland constatirt der Minister-Präsident Tisza: Allerdings seien die Unterhandlungen wegen eines Tarif-Vertrags derzeit abgebrochen, aber die Regierung habe mit dem Wunsche, daß kein außervertragsmäßiges Verhältniß zu Deutschland hervorgerusen werde, die nöthigen Schritte gethan, um Deutschland zum Abschlüsse eines Vertrags auf dem Fuße der meistbegünstigten Nation zu vermögen bis zu dem Zeitpunkte, wo es möglich wäre, einen Tarif-Vertrag abzuschließen. Andererseits hält die Regierung die Vorlage eines Zoll-Tariss jur nothwendig und dürfte dieselbe Ende nächster Woche erfolgen. Tisza rechtfertigt die Nothwendigkeit einer Tarif-Vorlage damit, daß kein Staat die Lage acceptiren könne, bezüglich innerer Beschlüsse von dem Willen eines anderen Staates abzuhängen und weil, wenn auch ein Vertrag aus dem Fuße der meistbegünstigten Nation abgeschlossen werde, mit dem Deutschen Reiche dennoch ein besonderer Tarif festgestellt werden müsse. Noch nothwendiger sei eine Tarifs-Vorlage, weil, wenn der Vertrags Abschluß nicht gelänge, der allgemeine Zoll-Tarif von 1853 in's Leben träte, dessen vollständig schutzzöllnerlsche Natur die ungarischen Handels-Interessen wesentlich schädigen würde. Der Interpellant Graf Apponyi erwiderte, er behalte sich vor, die Frage wegen der Ursache des Abbruches der Zollverhandlungen seiner Zeit zu wiederholen. Die Vorlage eines allgemeinen Zoll-Tarifes halte er nicht für dringend. Redner fordert die Regierung auf, mit den anderen europäischen Staaten Verträge abzuschließen. Die Antwort Tisza's wurde zur Kenntniß genommen. Ara»kreich. Paris, 3. November. Der „Agentur Havas" wird aus Konstantinopel gemeldet, daß russische Truppen-Abtheilungen von der Jantra nach Plewna marschirt seien. Bestätigung dieser Nachricht liegt nicht vor. — Ter „Moniteur" gibt Mac Mabon den Rath, Gambetta mit der Cabinets-Bildung zu betrauen, um zu prüfen, ob die republikanische Majorität eine Regierungs-Majorität werden könne. — Calmon hat in der Versammlung der Fractionen der Linken des Senats eine Rede gehalten, in welcher er die Handlungen der Regierung lebhaft kritisirte und jeden Vergleich für unmöglich erklärte. Paris, 4. November. Es wird für wahrscheinlich gehalten, daß am Dienstag im Amtsblatt die Ernennung des neuen Cabinets, welches man als Geschäfts-Cabinet bezeichnet, verkündet werden wird; Pouyer-Quertier würde den Vorsitz desselben und Graf Vogu6 das Ministerium des Auswärtigen übernehmen. Hinsichtlich der übrigen Mitglieder des Ministeriums scheinen noch keine endgültigen Bestimmungen getroffen zu fein. Paris, 4. November Das Journal „Le Fran^ais" dementirt die Meldung von dem Rücktritt des französischen Botschafters in Berlin, Vicomte de Goutaut-Biron. Der augenblickliche Aufenthalt desselben in Frankreich sei durch die Erkrankung seines Vaters veranlaßt. — Der „Agence Havas" zufolge werden der Präfekt des Nord-Departements, Welche, und die Senatoren Montgolfier, Clement und Delsol als Mitglieder des neuen Cabinets genannt. Paris, 5. November, Morgens. Bis jetzt sind noch wenige General- raths-Wahlen bekannt. Der Herzog v. Broglie unterlag gegen Fouquet, Admiral La Ronciöre gegen den republikanischen Candidaten. — Die bisher aus den Departements bekannt gewordenen Resultate der gestern vorgenommenen Generalraths-Wahlen betreffen hauptsächlich städtische Wahlbezirke; danach haben die Republikaner einige Sitze gewonnen. Paris, 5. November. Die Republikaner haben die Mehrheit bei den Generalraths-Wahlen. Broglie wurde vom Bonapartisten Baron Rothschild, Prinz Wagram durch einen Republikaner geschlagen. Ein Cabinet Pouyer- Quertier ist unhaltbar. Der orientalische Krieg. Konstantinopel, 3. November. Suleiman Pascha inspicirte die Positionen bei Eskidjuma. Admiral Hobart ist nach dem Schwarzen Meere abgegangen. Petersburg, 3. November. Amtlich wird aus Bogot vom 2. Novbr. gemeldet: General Kanzeff berichtet, daß er Teterveu genommen habe, wo sich 7 große und 30 kleinere Befestigungen befinden; die Türken ließen über 100 Todte zurück. Der russische Verlust war unbedeutend. Große Vorräthe von Proviant, Schanzzeug, Patronen und Vieh wurden von den Russen erbeutet. Gestern besichtigte Großfürst Nikolaus die bei Gorni-Dubniak genommenen Positionen, v»n wo sich die Türken in der Nacht, Angesichts der sich am 31. Oct., Abends, annähernden Russen, nack Plewna zurückgezogen hatten. Auf diese Weise ging der genannte wichtige Punkt ohne Kampf in russische Hände über. Am selbigen Tage rückten die Russen von Gorni-Dubniak aus noch 2 Werst näher an Plewna heran; dieselben befestigten sich auch in den neuen Positionen nach der Richtung von Orkhanie. Die russische Infanterie besetzte Lukowitza, während die Kavallerie noch mehr vorwärts rückte. Chefket Pascha hat sich ohne Kampf gegen Orkhanie zurückgezogen. Petersburg, 4. November. Aus Medowan wird officiell unterm 3. Novbr. gemeldet: 3000 bis 4000 Türken mit Gebirgs - Geschützen griffen am 2. Novbr. das Sewski'sche Infanterie-Regiment auf der ^Position Marian über Helena an, wurden aber nach einem Kampfe von drei Stunden zurückgeschlagen. Die Türken hatten viele Verwundete und Todte und ließen gegen 100 der Letzteren auf dem Kampfplätze zurück. Der Verlust der Russen ist unbedeutend. — Am 2. Novbr. erreichte eine Escadron des Leibzarde-Dragoner- Regiments, welche über Kornrrewo vorrückte, Dschuralowo am Ursprünge des Skitfluffes, wo sie ein Gffecht mit Tscherkeffen hatte. Die Escidron erbeutete 100 Wagen und vieles Vieh. Der Verlust der Russen betrug 2 Verwundete. General Ticherewm, mit der k luk isischen Kosaken Brigade das Dorf Poschterna links von der Chaussee nah Sofia besetzend, trat in Verbindung mit der Infanterie des Generals Karzew, welche Türky Jsoor besetzte. Eine Streiswache des Generals Tscherewin pasnrte bei Verfolgung der Türken den Engpiß von Jablonitza. Kanstantinopel, 5. November. Der Sultan begibt sich nach Adna- nopel behufs Untersuchung der Urtheils-Sprüche gegen die Bulgaren. 8 o f a bR p t i Gießen, 7. Nov. Wir lassen nachftebend die Tagesordnung für die (Stabt* verordneten-Sitzung am Donnerstag den 8 November 1877, Nachmittags 4 Uhr, .im SitzungSsaale des alten Realschulgebäudes, folgen: 1. Gesuch des MaschinenschlOsserS Heinrich Baum II. um Erweiterung des Stadtbauplans in der Schwarzlach. 2. Gesuch mehrerer Bewohner der Schwarzlach um Straßeneröffnung u. s. w. 3. Tauschvertraa zwischen der Stadt Gießen und Bauunternehmer Adami. 4. Das Feuerlöschwesen betr. 5. Gesuche um Erlaß von Schulgeld. 6. Gesuche um Erlaß von Communalrückstäuden. 7. Friftgesuche auf Communalrückilände 8. Tauschvertrag zwischen der Stadt Gießen und Vauunternehmer Adami. 9. Die Untersuchung dcr öffentlichen Brunnen. 10. Das Standesamt betreffend. 11. Die Prüfung der Rechnung vom Jahre 1876. Gießen, 7. Nov. (Auszug aus dem Jahresbericht der Handelskammer in Gießm für das Jahr 1876.) (Fortsetzung.) Zu Rubrik DerkehrSanstalten bemerkt der Bericht: ») P o st w e s e n. Ein Circularschreiben des Herrn Generalpostmeisters, welches auSfÜhrt, daß der Aufschwung, welchen der Postauftragsverkehr durch die Einziehung von Wechseln und durch das Verfahren der Einholung von Wechselaccepten im Wege des PoffauftragS genommen, der Reichspostverwaltung die Erwägung nahe gelegt habe, ob nicht daS Postauftragsverfahren zweckmäßig dahin zu erweitern sein mochte, daß auch die Pro- testirung der der Post zur Einziehung mittelst Postauftrags Übergebenen Wechsel durch Postbeamte stattfinde, wurde von uns auf Wunsch gutächtlich beantwortet und erklärt, daß diese Einrichtung einem wirklichen Bedürfnisse abzuhelfen geeignet sein würde, weil damit dem Geschäftsverkehr durch Abstellung mannigfacher Weiterungen und Kosten eine hochzuschätzende Förderung geschaffen würde. Insbesondere waren wir auch mit der Ansicht vollkommen einverstanden, daß die Form der Protesterhebung wesentlich vereinfacht werden könne, jedoch müsse eG alS dringend wünschenswerth und nothwendig bezeichnet werden, daß die rechtzeitige Protesterhebung dem Auftraggeber gewährleistet würde. An dieser Stelle müssen wir auch einer Zuschrift der Kaiserlichen Ober Post birection Darmstadt, die Einschränkung des PostdtensteS an Sonn- und Festtagen betreffend, erwähnen. Bet den Verhandlungen der evangelischen Landessynode für das Großherzogthum Hessen mir es gelegentlich eines Antrags auf strengere Handhabung der Sonntagsfeier als wünschenswerth bezeichnet worden, daß der Postdienft bei den Postanstalten des Grotzherzogthums angemessen eingeschränkt werde. Im Anschluß an dieses Schreiben der Ober-Postdirection gedachte das Kaiserliche Postamt dahier folgende Aenderungen an Sonn- und Festtagen eintreten zu lasten: 1) die Schließung der Annahme- und Ausgabeschalter bei dem Postamt, sowie bei der Zw.igstelle in der Stadt in der Zeit von 9 Uhr Vor- bis 5 Uhr Nachmittags, in Uebereinftimmung mit den Vorschriften des S 25 der Post- Ordnung und den bestehenden Einrichtungen bei den Postanstalten des deutschen Reichßpostgebiets außerhalb Hessens, 2) den Ausfall des dritten Bestellgangs der Briefträger (12 den Jahren 1H48—1850. I. — Die zoologische Station in Neapel. Von Dr. D. Brauns. — In die Stadt 'nein! Nach dem Bilde von Eggert. — Am Familientische: Die Deutschen in Singapore. Von O. Lohan — Die Monde des MarS. Von Dr. Klein Mtt einer Beilage. Zu Bestellungen empfiehlt sich: die Ferber'sche Univ-Buchhandlung E. Heinemann, I. Ricker. i Ilitl. Maronrn empfiehlt Emil Fischbach. 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Beitrittserklärungen zum Verein der nationalen und liberalen lrfr^cn am Zugänge des Saales noch entgegengenommen. __ ____ Der Vorstandeins deutscher Ingenieure, ij Deutsche Jagd-Zeitung. 6238) Zu möglichst baldigem Eintritt suche ich gegen hrhen Lohn eine gewandte eifahrene Köchin, welche einen Toeil der Hausarbeit übernimmt Frau Landrath vsn Ttefchowitz _________In Wetzlar.__________ Druckarbeiten übernimmt die Buchdruckerei des „Deutschen Volksfreunds“ in Giessen, 6247) Bismarckstraße 170. 6240) Eta ordentlicheH^Mädchem m Nähen uud Bügeln besonders bewant.it, suckt in Gießen eine Stelle, am liebsten zur Siühe der Haussran. Näheres in der ip. d. Bltts.____________________________________ 4280) An- und Verkauf von getragenen Kleidern, Stiefeln, Hemden, Weißzeug, Betten, Gold und Silber, außer CourK gesetztem Gelde, alten Oeloemälden, A» ti- quitäten, Kupfer, Messing, Zinn, Roßhaaren, Werg, Mölbeln rc. bei Louis Rothenberger, Neuenweg 193, neben dem „Gasthaus zum Löwen". 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