1S77. der Loosung ausgeschlossen und ihr sich der Prüfung eines Glücklichen. Für die im spätestens bis zum 1. Februar 1877 Der Nachweis aut! ßa»- Sießr" te Anzeigen. esucht Mädchen zur Stühe der er kleinen Familie in Postsecrelair Troms- ersckienene Nr. 13 to'.jr ^Iheln, h*n- Tast"mh August , ^tnq, Sid). Mvll, Me„- stiligen an ihrem Domicii Personen kann der Vcr- (lanqbaren und couranten, Gebrauchs-Artikels unter ; Provision übertragen Nebenverdiensi ersordert noch FaLkenninih. Ami- innerbalb 8 Togen franco , S. 333. poste re- sruhe (Äaden) ein zu- machen zu laffcn. Gießen, den 4. Januar 1877, Erscheint täglich mit Ausnahme M Montag«, «xpedition: Schuistraße, Ltt, B. Nr. 18. rris vierteljährlich 1 Mark 20 Pf. mit Brmgerlohn. Durch die Post bezogen virrieljähAtch » Mark i» Pf. Großherzotzliches Kreisamt Gießen I. V.: Dr. Hoffmann, Regierungsrath. "-G.Mt.n°u-dm. ‘'(Mer. V. «Blir und Suvstluii!ttli;pa entweder durch 4. Außerdem bleibt die wissenschaftliche Befähigung für den -,nzahr,g srnwulligen Dienst noch nach uwetfen. D,es kann entweder cy Beibringung von Schulzeugniffen oder durch Ablegung einer Prüfung vor der Prufungs-Commisston geschehe - g..f5t.ia.lna na*aclritien 5. Der Meldung bei der Prüfungs-Commission sind daher entweder die Schulzeugnisse, durch welche die wisiechchastliche Bf ,g g kl werden kann (§. 90) beizufügen, oder cs ist in der Meldung das Gesuch um Zulassung zur Prüfung ouszusprechen. Die Einreichung der Zeugnisse darf bis zu dem unter Nr. 1 genannten äußersten Termin ausgesetzt werben. In dem Gesuche um Zulassung zur Prüfung ist anzugeben, in welchen zwei fremden Sprache,4d-r sich,Meldende geprüft se,n will (Aul. 2. §. 1). Auch hat der sich Meldende einen selbst geschriebenen Lebenslauf beizusugen. rc. rc. 1Ce s. 91. Nachweis der wiffenschaftlichen Befähigung durch Prüfung. .. & 1. Wer die wissenschaftliche B-fähigu,^ für den einjährig freiwilligen Dienst durch eine Prüfung nachweisen will, hat sich auf Vorladung der Prufungs- 2. Äff’ÄT“ Ä*. w ..d.r. - N* Dn- »I- - » «* jahrsprüfung spätestens bis zum 1. Februar, für die Herbstprüsung spätestens bis zum 1- August angebracht werden- §. 89. Nachsuchung der Berechtigung. Die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst darf nicht » o t bd 11 c n b e t c m 1 7 ? c b e n 8 j ab t ua ,gcfu wer^^ „bringen rc. derselben istbeiVerlust des Anrechts spätestens bis zum 1- April des ersten MlUtärpsUchtiahre« , 1 » 23 0 24.) Die Berechtigung wird bei derjenigen Prüfungs-Commission nachgesucht, m deren Bezirk der^Wehrpflichtige p «Ibruar des Wer die Berechtigung nachsuchen will, hat sich bei der unter Nr. 2 bezeichneten Prufungs-Commisston spätestens bis zum üevruar Mit Bezug auf die Bestimmungen der Ätschen !der"welch-^hinsichttich^ch!°^ z^r'KimAtt oder' ihr» Befreiung^v!m ren Jahren geborenen, welche sich noch nicht zur Musterung^gestell h / dauernden Aufenthalt haben, oder in demselben als Studenten, Militärdienste noch keine definitive Entscheidung erhalten und entweder ^/^^^sbeamte, Handlungsdiener, Lehrlinge, Handwerksgesellen Lehrburschen Gymnasiasten und Zöglinge anderer Lchranstal- ' oder Trmit au sich behu s Eintragung ihrer Namen in die Stammrolle 'n der Zeit ÄTWWW«'«. ** 3-11 *Hf-» f». f* d„.» «te«, w« ich.., B,.d.««» W*™ 1" *** ’»■ m‘ttU'em”Äl.ell*« W>,>.»„><««>, Vorstchendcs I. Ihte E.-.md.« ».« »f «* W“‘ •"b" 75Ä.KSSSÄI-SÄ...P.üf.nd,« «<».«> «■«»'»- 61° siÄ M $üf,«««.!t „m I«1, !«»(. d<« «„.(«, N--.W d(, Prüfung |M|W, „!->«> »«»« «».nlm.chun» Eine specielle Laduug erfolgt nicht. Darmstadt, den 7. December 1876. , , . Großherzogliche Prüfungs-Commission für einjährig Freiwillige. Der Vorsitzende: von Marquard, Reg.-Rath.! Deutschland. Darmstadt, 4. Januar. Durch eine vom 28. v. Mts. darirte Verordnung ist das Medicinalwesen in unserem Lande neu organisirt worden. Die Obermedicinal-Direction ist mit Beginn dieses Jahres als besondere Behörde aufgehoben und tritt an ihre Stelle eine besondere Äbtheilung des Ministeriums des Innern unter der amtlichen Benennung: Äbtheilung für öffentliche Gesund' heitspflege, welche aus einem Referenten für Mediciual-Angelegenheiten aus dem Ministerium als Vorsitzenden und mehreren technischen Rüthen (zwei Aerzten einem Veterinärarzte und einem chemisch-pharmaceutischen Sachverständigen) be steht. Diese Minlsterial-Abtheilung hat bei der oberen Verwaltung des Sani täts- und Medicinalwesens theils durch Begutachtung oder Vortrag im Ministerium, theils durch unmittelbare Thätigkeit mitzuwirken. Zur Vorberathung besonders bezeichneter Angelegenheiten des öffentlichen Gesundheitsdienstes sollen zeitweise auch andere Sachverständige zugezogen werden und ist zu diem Behufe ein ärztlicher, ein veterinärärztlicher und ein pharmaceutijcher Central-Ausschuß in Aussicht genommen, welchen ärztliche Krelsvereine, veterinärärztliche und phar- maceutische Provinzialvereine zur Seite treten. Regelmäßig bilder jeder Kreis den Bezirk eines Kreisgesundheitsamts, welchem ein Saaitätsbeamter unter der Benennung „Kreisarzt" vorsteht. Dtesem kann ein Kreisassistenzarzt beigegeben werden. Die sehr bewährten Mitglieder der aufgelösten Obermedicinal-Direc tion wurden in die neue Ministertal-Abtheilung versetzt. Wir haben somit an Stelle der Oberstudien-Direction eine Äbtheilung für Schulangelegenheiten, an Stelle der Obermedicinal-Direction eine Äbtheilung für öffentliche Gesundheitspflege im Ministerium des Innern, an Stelle der Oberbaudirection eine bautechnische Äbtheilung im Ministerium der Finanzen. Berlin, 3. Januar. Die „Prov.-Corresp." bestätigt, daß die Eröffnung des Landtages am 12. Januar erfolgen wird; voraussichtlich werde der Kaiser in Person den Eröffnungsact vornehmen. Außer dem Staatshaushalts- Etat und dem Gesetz-Entwurf über die Vorbereitung zum höheren Verwaltungsdienst würden dem Landtage nur ganz dringende, minder erhebliche Vorlagen zugehen. Berlin, 3. Januar. Das kaiserlich deutsche Gesundheitsamt wird, der „Nordd. Allg. Zlg." zufolge, unter dem Titel: „Veröffentlichungen des kaiserlich deutschen Gesundheitsamtes", vom Januar 1877 ab eine Wochenschrift herausgeben, die alle diejenigen thatsächlichen Mittheilungen von allgemeinerem Jntereffe enthalten wird, welche dem Gesundheitsamt bezüglich der Erkrankung und Sterbllchkeits-Verhältmffe im In- und Auslande zu Gebote stehen, insbesondere einen regelmäßigen wöchentlichen Nachweis der Sterblichkeit in den deutschen Städten von 15,000 oder mehr Einwohnern, und in den großen Städten des Auslandes, zugleich mit einer Witterungs-Uebersicht über die verschiedenen Klimakreise Deutschlands für jede BerichkSwoche. Außer diesen aus die Erkrankung und Sterblichkeits-Verhältnisse, auf den Gang der Epidemieen im In- und Auslande, sowie auf den Witterungsverlauf bezüglichen fortlaufenden Mittheilangen, werden in den Kreis der Veröffentlichungen auch alle sani- tanschen Gesetze und Verordnungen gezogen werden, welche im deutschen Reiche oder in den deutschen Einzelstaaten zur Einführung gelangen, sowie diejenigen neuen Einrichtungen zur öffentlichen Gesundheitspflege und Fortschritte der sani- tarischen Gesetzgebung und Verwaltung im Auslande, welche einer allgemeinen Beachtung werth erscheinen. Wiffenschaftliche Ausführungen oder Controversen liegen vorläufig außerhalb des Zweckbereichs dieser Veröffentlichungen. Dagegen werden alle thatsächlichen auf sauitarische Zustände ober Vorgänge im deutschen Reiche bezüglichen Mittheilungen aus zuverlässigen, insbesondere ärztlichen Berichtsquellen zur etwaigen Verwerthung gern entgegengenommen. Berlin, 4 Januar. Die Nachricht, daß Feldmarschall Gras Moltke kein Reichstags-Mandat mehr annehmen wolle, bestätigt sich nicht. Der Landrath des Memeler Kreises erklärt, wie der „Graudenzcr Gesellige" constatirt, ausdrücklich, daß Graf Moltke wieder als conservativer Candidat des Wahlkreise- Memel-Heydekrug auftreten werde. — Officiös wird geschrieben: Es war beantragt worden, daß die Bestimmung im § 26 des Reglements für die Reichstagswahlen, nach welcher die Ermittlung des Wahlergebnisses am vierten Tage nach der Wahl erfolgen soll, mit Rücksicht darauf, daß dieses Mal der vierte Tag aus einen Sonntag fällt, für die bevorstehenden Wahlen abgeändert werden möge. Nach einer jetzt erfolgten Verfügung des Ministers des Innern hat das Reichskanzler-Amt eine solche Aenderung abgelehnt. Doch soll die Feststellung erst nach Beendigung des Gottesdienstes erfolgen. Berlin, 4. Januar. Die hiesige Juristen-Fakultät verlieh dem Abg. Miquel wegen seiner hervorragenden Verdienste um die Begründung des neuen Reichs-Rechtes das Chren-Doctor-Diplom. — Den Bemühungen des auswärtigen Amtes und des General-Postmeisters Dr. Stephan ist es gelungen, daß vom 1. Februar d. I. zwischen Deutsch- la d und der Schweiz durch die Post Gepäckstücke bis 10 Pfund gegen eine Gebühr von einem Frauken befördert werden können. Weitere Verhandlungen bezwecken, nun eine gleiche Paket-Beförderung mit Belgien, Holland, Dänemark, Schweden und Norwegen zu erreichen. Die dänische Regierung hat bereits ihre Geneigtheit erklärt, in weitere Verhandlungen zu dem genannten Zweck einzutreten, und wird voraussichtlich ein glücklicher Erfolg wie mit der Schweiz erreicht werden. Obwohl Oesterreich-Ungarn mit dem deutschen Reiche auf derselben Grundlage des Briefportos verbunden ist, so hat sich für das Gepäckporto eine gleiche Einheit noch nicht erreichen lassen, jedoch darf ma: die Erwartung hegen, daß fernere Bemühungen nach dieser Richtung nicht erfolglos bleiben werden. Posen, 4. Januar. Die Criminal-Abtbeilung des Kreisgerichts ver bauoelte heute gegen den Redacteur des „Kuryer Pozn.", Herrn v. Geyzler, in • liier Anklage wegen Verleumdung des Fürsten Bismarck, begangen durch Aufnahme eines Artikels aus der „Reichs-Glocke." Der Gerichtshof beschloß die Vernehmung des Frhrn. v. Rothschild in Frankfurt a. M. Hesterreich. Wien, 3 Januar. Die „Polit. Corresp." meldet aus Konstantinopel ÜD' gestern, daß Angesichts Der großen Spannung der Sachlage im türkiichen Ministerrath nicht mehr volle Einigkeit herrsche. Midhat Pascha fei gegen jede Nachgiebigkeit und drohe für den Fall einer solchen mit feinem Rücktritt.! In Folge beffcn sei die Möglichkeit des Ausbruchs einer Ministerkrisis mit etwaigem Rücktritte Midhat's vorhanden. Wien, 3. Januar. Die rumänische Kammer nahm ihren Beschluß in Betreff der Truppen - Entlastung zurück. In dem Donau - District Rumäniens sind schwere Juden-Hetzen vorgcfallen. — Es geht das Gerücht, Rußland wolle noch 6 Armee Corps mobilisiren. — Die „Neue Fr. Pr. erfährt, Elliot ermuntere die Pforte zum Widerstand. A-uS dem südlichen Oesterreich, 2. Januar. Die österreichische Regierung bat jetzt an die Directionen der meisten größeren Eisenbahn-Linien den Befehl erlösten, alle Personen- und Güterwagen, welche irgenwie entbehrlich sind, in möglichster Bereitschaft zu halten, um solche aus die erste telegraphische Weisung sofort dem Armee-Obercommando zur Benutzung für militärische Zwecke zur Verfügung stellen zu können. Alle zeitweilig beurlaubten Officiere und Soldaten sollen sich ebenfalls bereit halten, auf die erste Ordre sofort bei ihren Trnppen-Corps einrücken zu können. DaS Verbot der Pferdeaussuhr wird streng gehandhabt und kein Pferd mehr »ach Italien durchzelasten, was für die italienischen Händler, welche große Transporte in Ungarn und Böhmen angekauft hatten, von dem empfindlichsten Nachtheil ist. Die Regimenter, welche die drei Corps in Siebenbürgen, Kroatien und Dalmatien bilden sollen, sind schon bezeichnet nnb werden marschfertig gemacht; auch für die Transporte von Lebensrnitteln und Munition ist schon die umfastenvste Sorge getragen. Aranöreich. Paris, 4. Januar. Aus Konstantinopel telegraphirt man dem „National" : Die Conferenz soll fortan in Bern tagen, ohne Zulassung der Türkei. Rußland vertagt feine militärische Action in Erwartung der Beschlüste d.eser zweiten Conserenz. tznglaud. London, 3. Januar. Die Nachrichten von den neuen Verwickelungen sind hier im Allgemeinen unerwartet gekommen. Sie ändern wesentlich die Lage. Aus zuverlässiger Quelle erführe ich, daß Midhat Pascha dem Marquis v. Salisbury am Montag in einer privaten Zusammenkunft erklärt hat, ein weiteres Nachgeben sei unmöglich. Da Midhat seit Dem Antritt seine- Amtes durchaus consequent gehandelt hat, so sieht man der auf morgen anberaumten Sitzung der Conferenz-Bevollmächtigten mit Besorgniß entgegen. Jndesten wird der sofortige Ausbruch des Krieges nicht erwartet, wenn auch der Waffenstillstand, der ja nur Serbien und die Türkei, nicht aber Rußland und die Türkei bindet, solchen durchaus nicht hindern würde. London, 4. Januar. Die meisten Morgen-Blätter bezweifeln eine friedliche Lösung der orientalischen Frage. Die „Times" spricht die Ansicht aus, daß die Hoffnung auf Frieden nicht aufgegeben zu werden brauche, selbst wenn die Conferenz ohne Ergebniß auseinandergehe; die Pforte würde in diesem Falle eben den Frieden theurer erkaufen müffen, als jetzt. Kußlaad. Warschau, 3. Januar. Die Nachricht, daß die neue Recrutirung in Russisch-Polen ststirt sei, entbehrt der Begründung; vielmehr werden die Rüstungen in ganz Polen mit Energie fortgesetzt. Aus Preußen langen Extra-Züge mit Pulver an. Türkei. Konstantinopel, 1. Januar. (Verspätet.) Die „Agence Havas" meldet: Die türkischen Bevollmächtigten erklärten nicht blos gewisse Punkte nicht discutiren zu können, sondern ihre Gegen-Vorschläge entfernen sich vollständig von den Vorschlägen der Mächte, welche ganz einig unter einander sind. Jgnatieff soll in heutiger Sitzung erklärt haben, über die türkischen Vorschläge nicht discutiren zu können. Die anderen Bevollmächtigten sollen diese Ansicht theilen. Die Sitzung am nächsten Donnerstag wird wahrscheinlich die entscheidende sein. Konstantinopel, 2 Januar, Abends. Ueber die gestrige Unterredung des GroßvezirS mit dem Marquis Salisbury meldet die „Agence Havas" noch Folgendes: Salisbury betonte das Interesse der Türkei, die Vorschläge der europäischen Mächte anzunehmen, worauf der Großvezir erwiderte, die Pforte könne wohl in einigen Punkten nachgeben, müsse aber alle der Würde der Türkei widerstrebenden Bedingungen ablehnen. — Die Bevollmächtigten der Großmächte hielten heute Besprechungen, welche morgen fortgesetzt werden sollen. Der Großvezir hat heute mehreren Bevollmächtigten Besuche abgestatj-t. Morgen faßt der Ministerrath seine Beschlüsse, und diese werden sodann der am Donnerstag tagenden Conferenz mitgetheilt. Im Falle eines ablehnenden Bescheides der Pforte würden Salisbury und Jgnatieff sofort abreisen. Die türkische Regierung entfaltet Die eifrigste Thätigkeit betreffs militärischer Vorbereitungen. Mukhtar Pascha ist zum Gouverneur von Kreta ernannt. Kahlil Sherif Pascha soll als Botschafter nach Berlin gehen. — Die demnächst beabsichtigte Ausgabe von 7 Millionen Livres Papier- Geld soll theils zur Amonisirung Der schwebenden Schuld, theils zur Einziehung von Kupfer-Geld dienen Konstantinopel, 3 Januar. Es wird das Eintreffen des Legations- Raths Busch von Berlin erwartet, der angeblich als Geschäftsträger nach der eventuellen Abreise des deutschen Gesandten, Baron Werther, sungiren soll. Kmnänierr. Bukarest, 4. Januar. In der gestrigen Nacht-Sitzung der Depu- tirten-Kammer erklärte der Minister des Aeußern in Erwiderung auf die bezügliche Interpellation, die Pforte habe die Anfrage der rumänischen Regierung dahin beantwortet, daß sich die Art 1 und 7 der türkischen Verfassung auf Rumänien milbeziehen. Die Kammer votirte zunächst mit Einstimmigkeit eine Motion, welche die Haltung der Regierung billigt und letztere zu einem energischen Protest gegen die Auffassung Der Pforte bezüglich der staatlichen Stellung Rumäniens auffordert. Der Minister Bratiano gab hierauf die Versicherung, die Regierung werde in jedem Falle ihre Pflicht thun und nicht ruhen, bis die Türkei durch einen so feierlichen Act, wie die neue türkische Verfassung darstelle, erklären werde, daß Rumänien keinen Theil des türkischen Reiches bilde. Die Kammer beschloß ferner, keine Ferien zu halten. New - Kork, 3. Januar. Die republikanische Legislatur von Loui- rtan, hat erklärt. der Republikaner Pockard sei zum Gouverneur gewählt; die demokratische Legislatur hat dagegen den Demokraten Nichols als Gouverneur proclamirt. Lokal-Notiz. «Meßen, 5. Januar. Um auch entgegengesetzten Meinungen Geltung zu verschaffen, geben wir nachstehendem Referat über eine Versammlung im Cafe Ebel 6erne Am vergangenen Mittwoch fanden sich 26 hiesige Einwohner im Caf^ Ebel ein, um die Frage der Errichtung einer höheren Mädchenschule m unserer Stabt zu beiv recken %n längerer, recht belebter Debatte, wurden die betreffenden Verhältnisse eröttert und es fand sich, daß allen Theilnehmern der Versammlung eine so che Anstalt !l! unabweisbares Bedürfniß erschien, da dieselbe nicht bloß den berechtigten For- d runaen, w-lcke unsere Zeit für Mädchenbildung ausstellen muß, entsprechen, sondern anck iür den RuAUß von solchen Familien, die für ihre Kinder eine tüchtige Bildung ?rstrebm, von bedeutendem Einflüsse sein würde. Gerade der jetzige Zeitpunkt mußte aur Betreibung der Angelegenheit um so geeigneter erscheinen, als durch Errichtung von Parallelklassen an der vorhandenen Schule die Schaffung neuer Lehrstellen nothig ^ird ohne daß durch eine solche Einrichtung die vorhandenen Uebelstande beseitigt würden; auch wird die Entscheidung der Frage, ob die bestehende Schule als höhere Schule im Sinne des Gesetzes anzusehen sei, kaum länger hinauszuschieben sein; wie dieselbe entschieden werden wird, kann kaum Zweifelhaft sein. Auch für eine wirkliche, nicht bloß sogenannte höhere Mädchenschule werden die städtischen Mittel kaum in höherem Maße in Anspruch genommen werden müssen, als dies zur Bdt der Fall ist, da erfahrungsgemäß die Erhöhung des Schulgeldes den Mehraufwand für Lehrergehalte deckt. Die Besorgntß endlich, daß durch Errich tung einer solchen Schule eine Trennung der einzelnen Bevo kcrungsklassen in wefter- gebender Weise stattfindcn werde, als dieselbe bereits hier wie überall, und Nicht bloß heutzutage, sondern zu allen Zeiten vorhanden war und ist, schien durchaus unbegründet zu sein. Kein Mensch vermag einzusehen, mit welchem Rechte das , was in^dem Unterrichte der männlichen Jugend vorhanden ist die Trennung n Volksschulen, Realschulen 2ter Ordnung und Gymnasien mit verschieden abgestuftem Vchulgelde verschiedenen «ildungszielen und verschiedenem Bildungsgänge, auf bcm ©ebtete beS Mädchenunterrichts ein besonderes Unglück und eia besonderes Mißoerhaltniß sein oll. Wo wäre denn der Beweis zu liefern, daß aus diesen männlichen Btldungsanstalten irgend eine Beoölkerungsklasse ausgeschlossen wäre? Der Sohn des Ministers sitzt aus derselben Schulbank wie der Sohn des Arbeiters. Und dock hat sich auch hier thatsächlich das Verhältniß so gestaltet, daß eben jeder Vater dicientge schule wäalt, die seinen Bedürfnissen und Mitteln am meisten entspricht. Werden durch eine solche Einrichtung nun auch nicht Mißgriffe unmögl'ch gemacht, so werden sie doch erheblich seltener vorkommen, als zue Zeit. Wie jetzt die Verhältnisse an der höheren Mädchenschule liegen, 10 sind in einer Anstalt, die mit bestimmten Mitteln und m bestimmter Qnt gewisse Hiele erreichen will, eine Menge von Mädchen, welche an diesen Mitteln sick nicht betheiligen und die zu einem gewissen Abschlüsse der Bildung nothige Zeit nicht aufwendek» wollen und können. Das Resultat ist eine mißliche Halbbildung, der schlimmste Feind aller Bildung. m . - Die Versammlung einigte sich auf Grund der Debatte in dem Vorsatze, die Errichtung einer höheren Mädchenschule nack Art der in Darmstadt und Offenbach bestehenden Anstalten, wie eine solche auch für die hiesige Stadt von dem Ministerium Dorgeschla^en ist, zu erstreben und zu diesem Zwecke die noch vielfach vorhandenen tbeils unklaren, theils irrthümlichen Ansichten durch Belehrung in Schrift und Wort zu klären. Die Einleitung der erforderlichen Maßregeln wurde einem engeren Ausschüsse übertragen. Ausdrücklich und einstimmig wurde von den Anwesenden die treue Pflichterfüllung der zur Zeit an der höheren Mädchenschule wirkenden Lehrkräfte anerkannt, der es hauptsächlich zu danken ist, daß die in Folge der Organisation und namentlich der Uebersüllung nothwendtg erwachsenden Rachthetle nicht größere Aus- dehnung gewannen. __ _____________ Vermischte-. — Zur Illustration der Dienstbotenfrage wurde kürzlich in Karlsruhe, wie die dortigen „Nachrichten" mittheilen, nachstehendes artige Stückchen geliefert: Eine nobel ausstaffirte Repräsentantin der höheren Wasserstein-Aristokratte tritt in'S Zimmer und unterzieht sich der Mühe, die Hausfrau folgendermaßen zu examintren: „Haben Sic Wasserleitung? Wann wird das Haus geschlossen? Sind noch kleinere Kinder zu besorgen? Was geben Sie Lohn? Unter 22 fl. könnte ich nämlich nicht eintreten; Ge- sckenkc zu Weihnachten und Messe sind ja selbstverständlich, auch werden Sie ledenfallS die Wäsche hinausgeben und Jemand haben zum Kohlenberauftragen, Holzspalten und größeren Putzgeschäften?" „Natürlich haben Sie für dieses nicht zu sorgen," erunederte der inzwischen hinzugekommene Ehemann. „Meine Frau tragt bte Noblen und besorgt auch die Putzgesckäfte, das Kleinholz mache ich selber, bann putze ich Morgens bte Schuhe unb die Stiefel , so daß sie inzwischen bequem den Kaffee trinken können. Jetzt aber macken Sie schleunigst, daß Sie fortkommen oder ich schmftße £>te das Fraulein geruhte der freundlichen Andeutung umgehend Folge zu leisten. — Professor Dr. R e c l a m macht auf die Nachtheile einer zu starken Zimmer-^ Heizung aufmerksam- Wer die Zimmerwärme über 15 Grade erhöht, wird bald merken, daß fein Wärmebedürfniß sich stets steigert und bald 17, ja 20 Grad nicht mehr genügen. Der Grund ist folgender : Beim andauerd starken Heizen trocknen die Wände sowie die im Zimmer befindlichen Gegenstünde aus. Je mehr sic ihre Feuchtigkeit verlieren, um so mehr saugt b;e trockene Luft die Feuchtigkeit da auf, wo sie dieselbe fast allein noch findet: bei den Menschen. Die unmerkliche Ausdünstung der Haut und Lunge wird gesteigert. Da nun diese Verdunstung von Feuchtigkeit uns viel Wärme entzieht, so wird durch die gesteigerte Ofenwärme allmählich auch das Wärmebedürs- nitz gesteigert — und der Ofen erscheint als bester Freund. — Kein Freund — ein Feind! denn in der erhöhten Zimmerwärme dünsten auch alle anderen Gegenstände mehr aus und — die Luft rotrb verschlechtert. In ber warmen Luft athmen wir weniger Sauerstoff (unser nothwendtgstes Lebensbedürfniß!) und der Stoffwechsel wird langsamer und geringer — der Appetit mindert sich, — es tritt mürrische Stimmung ein, — der Schlaf ist kurz und unruhig, — alle Verrichtungen des Körpers lassen zu wünschen übrig. — Da haben wir daS treue und betrübende Bild der Bureauarbeiter, der älteren Kaufleute, der viel im Zimmer lebenden Frauen und alten Mädchen, kurz der meisten Stubenmenschen im Winter! Nur Diejenigen, welche ihrem Ofen niemals gestatten, die Luft über 15. Grad zu erwärmen, sind diesem Leiden nickt unterworfen. Die „Verzierung der Damenhüte" mit Vogelbälgen. Kaum ist der Sommer vorüber, so ändert sich auch schon wieder die launische Beherrscherin der Welt, die Mode. So lange sie sich auf einem unschädlichen Gebiete bewegt, so lange sie sich nur mit «enderungen „gebackener Blumen, Schleifen und dergl. abaibt, so lange die Mode nur Gefallen daran findet, sich selbst lächerlich zu machen, können die Dinge gehen wie sie wollen, oder wie es der Geldbeutel der Einzelnen erlaubt. Sobald sie jedoch ein Gebiet betritt, wo sie Schaden anrichtet, ist eS Pflicht, energisch dagegen zu kämpfen. Kaum glaubten wir, daß die „Verzierung" der Damenhüte mit Vogelbälgen aufgehört habe, so fängt diese schmähliche Geschmacklostgkelt wieder an, sich breit zu machen. In allen Putzmacherläden sieht man wieder Damenhüte garnirt mit angemalten Bälgen nützlicher einheimischer Vögel, so daß ein solches Hutgebäude aussieht wie der Schmuck eines Indianerhäuptlings. Auch aus Hamburg geht uns die Nachricht zu, daß dort die Putzmacherinnen wieder Aufträge für solche Hüte haben und halten wir es deßhalb für eine heilige Pflicht eines jeden Thier- freundes, nach Kräften gegen das Wiederaufleben dieser grausamen Mode anzukämpfen. Jetzt ist es noch Zeit, jetzt läßt sich das Uebel noch an der Wurzel fassen. Allüberall vtivatim unb in der Presse weise man auf dies gemeinschädliche Beginnen hin; man yöre nicht auf, daran zu erinnern, daß eine Mode, wie die, wegen welcher so viele nützliche Sänger, was da fliegt, singt und schmettert in Wald und Feld, den Erwürgungstod sterben müssen, nicht barbarischer gedacht werden kann. Haben unsere Damen, die nicht müde werden, den geschmacklosesten Mummenschanz nachzuahmeu, wenn er nur neu ist, nicht mit Schuld an dieser Barbarei, befördern sie nicht dieselbe alle Tage? Verträgt sich dies mit der echten, wahren Weiblichkeit? Nehmen wir an, eß geschehe aus Gedankenlosigkeit unb Unüberlegtheit. Aber Zeit ist es, schon jetzt gegen biese Mobethorbeit, bie einen solchen enormen Schaden durch die Vertilgung von Millionen mseclenfressenber Vögel hervocbringt, vorzugchen, ehe größeres Unheilange- rlchtet wirb, unb machen wir es uns beßhald zum Wahlspruch: Nieder mit der Mode, es leben die Vögel! Es giebt wenig Bücher, welche für alle Glieder des HauseS, für Jung und Alt gleich brauchbar unb passend sind; zu ihnen gehört ber Daheimkalender. Fri, chbäckkr z u Gießen. Sonntag, den 7. Januar 1877 - H. Voat auf dem SelterSweg. C hr. Noll W w e. in ber Reustabt. D. Rühl am RathhauS. Kirchliche Anzeigen der evangelischen Gemeinde zu Gießen. Gottesdienst. Sonntag den 7. Januar Landes-Misstonsfe ft. Morgens: Pfarrverwaltcr Schlosser. Nachmittags Pfarrvicar Schöner. (Collecte für die Mission.) (Die Pfarrgeschäfte in der nächsten Woche besorgt Pfarrverwalter Schlosser.) Besondere Bekanntmachung. Bekanntmachung. Die Reftauration auf dem Dabnhofe G untersh ausen soll vom 1. April 1877 ob auf unbestimmte Zeit im Wege ber Submission anderweit verpachtet werden. Die desfallsigen Pachtbedingungen können in unserem Secretariat eingesehen, and) auf portofreies Ersuchen gegen Einsendung der Copial- Gebühren von 40 Pfennigen von uns bezogen werden. Rcflectanten wollen ihre Offerten mit der Auffckrift: ^Verpachtung der BahnhofS-Restauration zu Gunter-Hausen" versiegelt bis zum 21. Februar 1877 hierher einsenden, an welchem Tage Vormittags 10 Uhr dieselben im Beisein der etwa erschienenen Submittenten eröffnet werden. Cassel, den 21. December 1876. König!. Direktion der Main-Weser-Bahn. (93 Permieryungen. 79) Die von Herrn Lieutenant Gold- mann noch bewohnten 2 Zimmer sind vom ersten März b. I. ab anderweit zu vermiethen. __A. Petri. ~~ 41) Ein möblirtes Zimmer mit Cabmet zu vermiethen. I o h. Fischer, ________________Alicenstraße 97j Ein Logis zu vermiethen bei I. Benner, Neustadt. Nadel 5992) Hochachtungsvoll Fr« Fehlet* Gebrannten Java-Äaffee I. 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