SIi !u ssaffei. IVo. TVL Mittwoch, den 5. September 1872 AMigk- Kn) Kmtsdintt für heu Kreis Gießen. Erscheint täglich mit Ausnahme deS MontagS. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Ex-editton t Schulstraße, Lit. v. Nr. 18. Durch die Post bezsgen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. w- djflft. Statut neu «“ffl'Ä Ltt.A. Nr. ».Mm äS-tsa ffimter von S " " Witina arbtlkf ffr 8« wem? j,: 2iusschli!tk tunblper jun« Theilhaber in eine > M- bestehende Hanbluno Artikeln mit einigen Säufer Ml Nur schriftliche Osse pe\ b. Witz.________y i Drrnstm^chen, welches f beit untnjieht, wirb flucht Eonncnstraße Nr. 104 r höchste Preis für Wch fte und Hafer wirb bejatill: V-SÜB, W 32 Markt wirb ein ©di diesigen Lebranstaltrn btfc ision aewünfchf.___________ n Gymnasiast ober Heal1? ■er Beamtenfamilie Pensir ? sagt bie Exykb- b^Mi- ittöh und Heu zu t* L- Süß, NeB n fiurfd)' bei ein Pseri # Carl P!»i _______m Psav^ Dienstmädchen ju Läutz!'- iefUd,t Nbalf Lyncker sraths: der. . Mokitisch Deutschland. Berlin. Das preußische Obertribunal hat vor Kurzem aus Anlaß einer Untersuchung gegen einen Schulvorsteher wegen Hausfriedensbruchs in einem Erkenntniß folgende bemerkenswerthen Sätze ausgesprochen: „Das Eingreifen der Schulvorsteher in das Innere des Schulwesens ist dem Berusskreise der Schulvorsteher gänzlich entzogen und dem Local-Schulinspector zugewiesen. Betritt ein Schulvorsteher die Schulstube während des Unterrichts, um sich ein Eingreifen in das Innere des Schulwesens anzumaßen, so macht er sich des Hausfriedensbruchs schuldig." Berlin, 1. September. Der „Reichs-Anz." meldet, daß sich den Vor- stellungen in Konstantinopel wegen der inhumanen Behandlung von gefangenen und verwundeten Soldaten, auch die spanische Regierung angeschlossen habe. — Das kaiserliche Reichs-Gesundheits-Amt war in den letzten Wochen mit der Untersuchung des Brunnenwasters eines hiesigen Hauses, in welchem zahlreiche Typhuserkrankungen vorgekommen sind, betraut. Das Amt hat die Gesundheitsgefährlichkeit dieses Wassers fistgestellt unD das Untersuchungs- Ergebniß der Oeffentlichkeit mit der Bitte an die Aerzte und Sanitätsbehörden übergeben, beim Auftreten von Typhusepidemien gleiche Untersuchungen anstellen und die Resultate derselben an das Amt gelangen zu lassen, damit die Bedeutung schlechten Trinkwassers für das Zustandekommen von Infektionskrankheiten, speciell Typhus, welche physiologisch festzustellen bisher nicht gelungen ist, eine möglichst ausgedehnte empirische Begründung erfahre. Auf eine frühere Aufforderung des Gesundheits-Amts, bezw. der Einsendung von Material für das auszuarbeitende Gesetz gegen Verfälschung der Lebensmittel sind dem Vernehmen nach schon viele Zuschriften eingegangen, welche darauf schließen lassen, daß dem Amte eine sehr umfangreiche Unterlage für seine betr. Arbeiten zu Gebote stehen wird. — Das deutsche Reich hat setzt folgende Festungen: Magdeburg, Cüstrin, Spandau, Torgau, Wittenberg, Erfurt, Minden, Ulm, Ingolstadt, Königsberg, Graudenz, Thorn, Posen, Glogau, Eosel, Reiße, Glatz, Königstein, Danzig, Colbcrg, Memel, Pillau, Stettin, Swinemünde, Stralsund, Friedrichsort, die Kieler Hasenbesestigung, Sonderburg, Düppel, Wilhelmshafen, die Befestigungen bei Cuxhafen und Geestemünde, Wesel, Köln mit Deutz, Coblenz mit Ehrenbreitstein, Mainz, Germersheim, Rastatt, Straßburg, Reu-Breisach, Metz, Die- denhofen, Saarlouis und Bitsch. Fortificatorische Erweiterungs- und Unter- haltungsbauten werden vorgenommen in Köln, Coblenz, Spandau, Cüstrin, Posen, Thorn, Danzig, Königsberg, Glogau, Reiße, Memel, Pillau, Colberg, Swinemünde, Stralsund, Friedrichsort, Sonderburg, Düppel, Wilhelmshafen, au der unteren Weser und an der unteren Elbe. Die dazu erforderlichen Grundstücke, soweit nicht deren freihändiger Ankauf durch gütliches Ueberein- kommeu bewirkt werden kann, werden auf Anordnung des Kaisers vom 29. Mai 1876 im Wege der Expropriation für die Militärverwaltung erworben. Der Termin für den Endabschluß dieser Bauten ist auf 1884 angesetzt, jedoch wird Seitens der Militärverwaltung dahin gestrebt, diesen Abschluß früher zu erwirken. Regensburg, 2. September. Der Kronprinz des deutschen Reiches ist heute früh um 5 Uhr 15 Min. von hier abgereist. Derselbe wurde vom deutschen Kriegerbunde mit Fahne und Musik begrüßt. Kesterreich. Pesth, 1. September. In der heutigen Sitzung des Zoll-Ausschusies beantragte der Minister-Präsident Tisza, die weiteren Berathuugen bis zur Vorlage des Vertrages mit Deutschland zu suspendiren. Der Minister Tre- sort bemerkte, die Chancen eines günstigen Resultates der Verhandlungen hätten sich in den letzten Tagen sehr vermehrt. Der Antrag Tisza's wird angenommen. Arankreich. Pari-, 2. September. Die „Agence Havas" meldet aus Karajal vom 1. Septbr.: Der Großfürst Michael wird den unmittelbaren Befehl über das Corps des Generals Loris-Melikoff übernehmen. , , — Die „Agence Havas" meldet: Der Tag der Wahlen für die Kammer ist definitiv aus den 14. October festgesetzt. Das betr. Decret wird am 20. d. erscheinen. Der orientalische Krieg. Konstantinopel, 31. August, Nachts. Ein Telegramm Mehemed Ali Paschals vom Donnerstag bestätigt, daß bei Karakusneler, zwischen Rasarad und Tjuma, ein heftiger Kampf stattgesunden habe und die Rusten zurück- geworfen wurden. Die Türken hatten 300 Todte. — Ein Telegramm Osman Pascha's aus Plewna vom Donnerstag berichtet von einem Gefechte, das eine gegen Bekiffed entsendete türkische Recognoscirungs-Abtheilung zu bestehen hatte. Die Rusten wurden geschlagen und verloren 30 Mann. Wien, 1. September. Das „Tageblatt" meldet aus Serajewo: In der Herzegowina und in den Sandschaks Bihatsch, Banjaluka und Travnik er H ö ei l'. wurde der Belagerungs-Zustand proclamirt. — Aus Kadiluk, Totscha, Tscha- nitsch und Prcwage werden Scharmützel mit den Insurgenten gemeldet. Zwei Anführer derselben sind gefallen. London, 1. September. Der Korrespondent der „Times" im Hauptquartier Mehemed Ali Pascha's berichtet via Therapin, 31. August: Heute früh rückte Redjib Pascha von Adakollmit aus mit 3 Brigaden, 2 Batterien, 2 Schwadronen Kavallerie und einer Brigade Infanterie-Reserve gegen die russischen Positionen vor. Die Rusten eröffneten Morgens um 9 Uhr ihr Feuer aus den Batterien hinter dem Dorfe Sadina. Redjib Pascha stürmte das brennende Dorf, worauf--die Rusten nach Karaschastankoi retirirten und daselbst energischen Widerstand leisteten. Salih Pascha machte eine Diversion durch einen Angriff auf Haydekeni. Das Gefecht wurde nun ein allgemeines und dehnte sich über eine Fläche von 15 Meilen aus. Um 4 Uhr stand Kara- hastanköli in Flammen. Die Russen ließen allmählig nach und zogen sich gegen Sonnen-Untergang zurück. Petersburg, 1. Septbr. Officiell. Gorni-Studen, 31. Aug. Gestern griffen die Türken die Avantgarde der Rustschuker Colonne an, welche sich hierauf von Sadina, Karaschastankoi und Chaidarkioi auf die Haupt-Position zurückzog. Weitere Nachrichten fehlen. — Heute Morgen um 9 Uhr griffen die Türken von Plewna aus unsere Positionen bei Belisted und Zgalitza, indem sie bedeutende Kräfte entfalteten, an. Morgens um 10 Uhr entwickelte sich eine heftige Kanonade und starkes Gewehrfeuer. — Am Schipka Paß herrscht vollständige Ruhe, allem Anschein nach etne Folge der von der Armee Suleiman Pascha's gemachten erfolglosen mehrtägigen Angriffe. Alle Balkan- Pässe sind, wie früher, von den Rusten besetzt. — General Leonoff telegraphirt Nachmittags 3 Uhr: Mehrere Angriffe der Türken wurden heldenmüthig zurückgeschlagen. Nach einer zweiten Depesche war der gestrige Kamps der Avantgarde bei Karaschastankoi sehr hartnäckig. Genecal Leonoff behauptete sich gegen 12,000 Türken mit geringer Macht 12 Stunden lang. Das Dorf wurde sechsmal genommen und wieder verloren. General Leonoff wich, zuletzt gezwungen, Schritt für Schritt zurück und traf Abends um 8 Uhr, alle Verwundete, 400 an der Zahl, mit sich nehmend, bei der Haupt-Position ein. Heute, bereits seit Vormittags, ziehen die Türken bei Gabrowa und Popskoi bedeutende Kräfte zusammen. Gleichzeitig concentrirten sich acht türkische Bataillone mit Kavallerie auf der Chaustee zwischen Rustschuk und Rasgrad und begannen den Vormarsch auf Kadikoi. Weitere Details fehlen. Zara, 1. September. Die türkischen Truppen überschritten gestern bei Kadina-Buka die österreichische Grenze bis zwei Kilometer landeinwärts, trieben österreichischen Unterthanen gehöriges Rindvieh weg und zündeten Heuschober, worin sich 2000 Kilogramm befanden, an. Hieraus ließen sie die herbeigeeilte Gensd'armerie und eine Jäger-Patroille, welche weiße Tücher schwenkten, bis etwa 1000 Schritte herankommen und empfingen dieselben alsdann mit Gewehr- schüsten. Glücklicherweise wurde Niemand beschädigt. — Der Statthalter, Freiherr v. Rodic, ist gestern nach Süd-Dalmatien abgereist. Wien, 1. September. Das „Tageblatt" meldet aus Schumla vom 31. August: Das ägyptische Corps nahm zur Unterstützung Nedschib Pascha's an der gestrigen Schlacht Theil und schlug die Rusten in einem siebenstündigen Gefecht. Konstantinopel, 1. September. Osman Pascha meldet: Gestern fand ein neues Gefecht bei Dorf Pishaz östlich von Plewna statt. Die zur Necognoscirung ausgesandten Truppen bemächtigten sich der russischen Verschanzungen. Die Rusten wurden deroutirt und ließen eine Kanone zurück. — Abends. Ein Telegramm Osman Pascha's meldet: Nach mehrstündigem Kampfe am Freitag erstürmten die Türken bei Pishaz, südöstlich von Plewna, drei russische Verschanzungen. Die Rusten wurden gänzlich geschlagen und deroutirt trotz der erhaltenen Verstärkungen von 30,000 Mann. — Ein Telegramm Suleiman Pascha's vom Donnerstag signalisirt keinerlei neue Gegebenheiten. Der Geschützkamps und das Gewehrseuer dauern am Schipka-Paß fort. Die Türken behaupten ihre Stellungen. Petersburg, 2. September. Officiell. Gorni-Studen, 1. S?ptr. Auf der rechten Flanke der Rustschuker Colonne, aus der Straße nach Osman-Bazar, sowie in den Balkan-Pässen und gegen Lowtscha war Alles ruhig. — Am 31. Aug., Morgens, verd 'ngten acht türkische Bataillone, welche aus Rusts kamen, unsere Vorhut aus der Stadt Kadikoi, narben aber von dort d^rch die angekommenen Verstärkungen hiebet vertrieben. - Der am 31. bei Plewna stattgefundene Kamps hatte solgenden Verlust: Um 6 Uhr Mogens verdrängte die türkische Kavallerie unsere Vorposten. Gegen 0 Uh? r* ltete der Feind Infanterie und Artillerie, wor^f eine Kanonade begann. Später erfolgten mehrere Angriffe auf Sgalevitza und Omrag, zwisch j Sgal." - ’hib Pilischat. Der letzte Punkt war mehrere Male in unserem mchre. 1 J in türkischem Besitz. Nachdem alle Angriffe zurückgeschlagen ro tten, e g.ist.? -fr die Offensive und wiesen die Türken, deren Zahl gegen 25,000 Ma.n », ' t, endgültig zurück. Am Nachmittag um 4 Uhr war der Kampf bändigt. U^srr Verlust belief sich auf ungefähr 600 Mann. Konstantinopel, 2. September. In dem am Freitag bei ^i.'ischct stattgefundenen Kampfe betrug der Verlust der Rusten 1500 Mann. Bei der am Donnerstag von Rustschuk aus unternommenen Recognoscirung wurden die Rusten bei Kadikoi geschlagen und verloren 400 Mann. Die Türken haben unkerdesten eine ausgedehntere Recognoscirung in der Umgebung von Kesrowa gemacht. Bei Rasgrad wird ein Zusammenstoß erwartet. — Vom Schipka- Paß liegen bis jetzt feine neuen Nachrichten vor. Die beiderseitigen Verluste sind groß. Petersburg, 2. September. Gorni-Studen, 2. Septbr. Unsere Verluste am 31. August bei Kadikoi beliefen sich auf 7 tobte und 30 verwundete Soldaten. — Bei Plewna wurden im Ganzen 30 Officiere und 1020 Soldaten kampfunfähig. — Der Verlust der Türken ist enorm. Bei dem Dorfe Pilischat wurden allein vorläufig 300 Leichen aufgezählt. — Bei dem am 31. August zwischen unseren Batterien in Giurgewo und denjenigen des Feindes in Rustschuk stattgefundenen Geplänkel hatten wir auf unserer Seite weder Verluste, noch Beschädigungen zu constatiren. — An dem nämlichen Tage näherten sich türkische Monitors Küstendsche, gingen aber bald darauf nach Varna ab. Am 1. Septbr., Morgens, drangen eine Menge Baschi-Bozuks und Tscherkesten in das Dorf Selenedrewo im Balkan ein, zerstreuten sich jedoch bei der Erscheinung unserer Truppen. Im späteren Verlaufe des Tages herrschte überall vollständige Ruhe. London, 3. September. Der Correspondent der „Daily News" im Hauptquartier des Großfürsten Thronfolgers, welcher dem Kampfe bei Kha- rachassanskiöi beiwohnte, meldet aus Gngowo von gestern Abend : Der Kampf war keine Schlacht mit ziemlich gleichmäßigen Streitkräften auf beiden Seiten, sondern ein bloßes Treffen, in welchem eine kleine Streitmacht heroischen Widerstand leistete gegen eine gewaltig überlegene Truppenzahl. General Leonoff hatte nur 3000 Mann Infanterie, 500 Mann Kavallerie und 10 Geschütze zu seiner Verfügung. Die Türken dagegen griffen mit 12,000 Mann an und überflügelten beständig die Ruffen. Der Verlust der russischen Positionen ist nur von geringer Bedeutung, falls nicht die Türken nunmehr die von den Ruffen besetzten Höhen forciren werden. Die Verluste der Russen belaufen sich auf zusammen 500 an Todten und Verwundeten. — „Daily Telegraph" meldet aus Datum, 31. August: Die Türken räumen Sukhum-Kale wegen der Annäherung der Ruffen. Wien, 3. September. Das „Tageblatt" meldet aus Belgrad : 25,000 Türken unter dem Cornmando von Salih und Zekki Pascha besetzten die bosnisch-serbische Grenze. — Fürst Gortschakoff hat die Bitte der Bosnier um russische Hülfe ablehnend beantwortet. Lokal-Notiz. Gießen, 3. Sept. Langsam aber in stetem Fortschreiten macht die freiwillige Feuerwehr auch auf dem Lande ihre Eroberungen. Den seit Jahresfrist in unserer Nachbarschaft gegründeten Feuerwehren von Lollar, Lich, Laubach und Allmdorf a. d. Lda. reiht sich jetzt auch eine Groß-Busecker Feuerwehr an. Am Vorabend des Sedantages wurde dieselbe unter Leitung des Ortsvorstandes und unter Beihülfe der hiesigen städtischen Feuerwehr gebildet. Die Anwesenheit auch vieler älteren Ortsbürger bekundete die allgemeine Theilnahme, deren sich die neue Einrichtung in der strebsamen Gemeinde erfreut und sichert derselben ein gedeihliches Ansehen. Es steht zu hoffen, daß auch die anderen größeren Gemeinden unseres Kreises, wie Groß-Linden, Grüningen und Heuchelheim rc. nicht länger zurückbleiben im Begriff der Wohlthat solch neuer Ordnung des LöschwesenS, daß es weder den Ortsvorständen an Einsicht, noch der Bürgerschaft an Thatkrast fehlen werde zur Gestaltung freiwilliger, geordneter, gehörig ausgerüsteter Feuerwehren. Engherzige Sparsamkeit im Löschwesen ist di- ärgste Verschwendung und ein schlimmeres Armuthszeugniß könnte sich eine Bürgerschaft nicht ausstellen, als wenn sie sich unfähig zeigte einen so gemeinnützigen Dienst zu übernehmen und einzurichten, wie der der freiwilligen Feuerwehren ist. Auch unserer Einwohnerschaft darf man übrigens noch gute Beispiele zur Nachahmung vorhalten. In Stuttgart, das neulich dem X. deutschen Feuerwehrtag seine 2 Löschbataillone vorführte, überzeugten wir uns, daß dort kein sonst befähigter Bürger von Anspruch und Ansehen ist, der nicht der freiwilligen Feuerwehr angehörte. So weit sind wir hier leider noch lange nicht, man zollt zwar der Feuerwehr alle Anerkennung, aber selbst in der jungen Bürgerschaft hält Trägheit und Dummstolz noch allzuoiele Kräfte vom Feuerwehrdienfte ferne, während die Ehre jedem jungen Mann verbieten sollte, Arbeit und Opfer, die auch ihm, wie Jedem zugut kommen, nur den Andern zu überlassen. t c „ Gießen, 4. Septbr. Der nationale Fest- und Jubeltag, das Sedanfest, wurde auch in diesem Jahre, verbunden mit unserem schönen Jugendfest, in unserer Stadt festlich gefeiert. Am Sonntag Mittag zog unsere liebe muntere Kinderschaar, Knaben und Mädchen, über 1500 an der Zahl, in den Philosophenwald und feierte da ein Fest, wie es eben nur in Gießen existiren und gefeiert werden kann, ein Iugendfest. Einen schöneren rührenderen Anblick kann es unseres Erachtens gar nicht geben, als diese lieblichen Kinder in munterem Zuge, geleitet von ihren Führern durch die Stadt ziehen zu sehen. Und dieser Festjubel im Walde! Kein Mißton störte die Feier. In ihren Kindern, reich oder arm, freuten sich die Eltern, welchem Stande sie auch angehörten und welcher Gesinnung sie auch huldigen mochten. Mit einbrechender Nacht wurde der Festplatz eben so wieder verlassen. Alles zog mit den Kleinen wieder nach Hause und wenn fremde, der hiesigen Verhältnisse Unkundige, diesen Festzug gesehen haben, werden sie es sich kaum zu erklären wissen, wie Alle einem inneren Triebe und Ordnung folgten. — Der Abend vereinigte dann noch diejenigen, denen die Last des Tages noch nicht genügte, zu einem fröhlichen munteren Bankette in Wenzel'S Garten, allwo viele Reden und Toaste der Weihe des Tages Ausdruck verliehen und von der hiesigen Regimentsmusik unter Leitung der Kapellmeister Krausse u. Wenzel muntere Weisen gespielt wurden.___ Eingesandt. Staufenberg. Um irrigen Aeußerungen über die Anlegung und Ausführung der Wasserleitung für die Gemeinde Staufenberg entgegen zu treten, dürften einige Mittheilu..gen über unser in jeder Hinsicht gelungenes Wasserwerk von Interesse sein. Srit über Vs Jahr erfreuen sich die hiesigen Bewohner der Zuführung vortrefflichen Trinü- und Kochwassertz, was früher für unsere Bewohner nur mit vieler Mühe und zu räi.i'zr8ieit mit großer Schwierigkeit verbunden war, das nöthige Trink- und Kochwass^ w,?t Fuß des Berges aus nach Staufenberg herauf zu schaffen. Mcn renn sich daher leicht denken, daß es mit allgemeiner Freude begrüßt wurde, cl9 jahrelangem Umhersuchen und vergeblichen Projecten, auf Anrathen der höhern Verwaltungsbehörde der Gemeinderath endlich im September 1876 dazu kam einen desirUiven Vertrag mit dem Ingenieur Max Hefsemer aus Ems wegen der Sinter' eines Wasserwerks für die runde Summe von 27,000 JC abzuschließen. M x Hessener, dessen Specialität die Ausführung derartiger Anlagen ist, und der uefcrivc Wasserwerke projectirt und ausgeführt hat, hat die an ihn gestellten zu unserer vollkommenen Zufriedenheit gelöst, sämmtliche Arbeiten billigst itnb in gut'm Einvernehmen mit uns, derart rasch hergestellt, daß wir ihn in dankbare . 55nl. mken bchalten werden. Dr.s techr.Hche GuLuchten Großherzogl. Kreisbauamtes hebt die solide Ausführung der Ard ' arson'^rs hervor, welchen Eindruck die ganze Anlage auf jeden Beschauer ausübt. Dc. i der am Fuße Staufenberg's circa 600 Meter entfernt gelegenen Quellen, u'r. ys ' em 3,5 Meter weiten und 8 Meter tiefen (Sammelbrunnen ausgenommen vul vermittelst einer Balancier-Damvfpumpe durch die 75 Millimeter weite DrrckrVerleitung nach dem 66 Meter hohen und oberhalb Der Straßen Stausenberg's unterirdisch angelegten 7 Meter langen, 3 Meter breiten und 2,5 Meter hohen gemauerten Reinwasserreserooir gepumpt, von wo es durch die 400 Meter langen 75 und 50 Millimeter weiten Fallrohrleitungen nach den an verschiedenen Punkten ausgestellten, den Verbesserungen der Neuzeit entsprechenden Ventilbrunnen fließt und daselbst beliebig entnommen werden kann. Die Anordnung des Betriebs des Werks ist so getroffen, daß in 6 Stunden das Wasserquantum, welches die Gemeinde m 2 Tagen verbraucht, gepumpt wird und sind ür das jedesmalige Pumpen nur l1/» bis IV« Centner Steinkohlen erforderlich, was uns die Ueberzeugung gibt, daß alle Arrangements im richtigen Verhältniß zu einander berechnet sind. Ist das Reservoir gefüllt und die Pumpen werden weiter in Betrieb gehalten, o läuft das Wasser durch den Unterlauf in die beiden Sammelweiher; auch ist eine Schiebevorrichtung angebracht, daß sämmtlicher Reservoir-Inhalt, nach dem einen oder dem andern Sammelweiher geleitet werden kann, was uns bei Feuersgefahr jeglichem Wassermangel enthebt. Die Einsicht ist jedem gestattet. Vogel. Der Milzbrand. Jedermann kennt wenigstens vom Hörensagen die Krankheit des Milzbrandes und ihre schreckliche Ansteckungsfähigkeit. In der neuesten Zeit hat sie für die Medicin eine besondere Bedeutung gewonnen, als die erste der ansteckenden Krankheiten, von der man annehmen darf, das man ihrem Wesen ziemlich vollständig auf die Spur gekommen sei; die gewonnenen Resultare werden in der Geschichte der blutvergiftenden Seuchen jedenfalls eine große Rolle spielen und ind so interessant, daß wir sie unfern Lesern in Kürze vorlegen wollen. Sie sind hervorgegangen aus Pasteur s Untersuchungen über die Fortpflanzung der mikroskopisch kleinen Organismen. Der Milzbrand ist in gewissen Gegenden endemisch, in andern tritt er, wahrscheinlich durch Einschleppung, sporadisch auf. Am häufigsten zeigt er sich bei Wiederkäuern und Schweinen, läßt sich aber auf alle Säugethicre, den Menschen nicht ausgeschlossen, übertragen. Die befallenen Individuen sterben an Blutzersetzung; das Blut wird schwarz, die rothen Körperchen, welche ihm im normalen Zustande seine Farbe verleihen, verfärben und verkleben sich, es bilden ich Anschwellungen, Pestbeulen :c. Die Milz wird schwarz und zerfließlich, meist unter starker Anschwellung; daher der Name der Krankheit. Ist einmal der Organismus ergriffen, so ist der Tod unvermeidlich. Berührung mit kranken Thieren steckt häusig an; Impfung sicher. Ein unmeßbar kleines Blutströpfchen, von einem kranken Thier in das Blut eines andern gebracht, überliefert dies dem Untergang und macht, daß sein Blut nach kurzer Zeit gleichfalls eine Giftquelle für andere Thiere wird. Die Fliege, welche an einem kranken Individuum gesogen hat, stirbt bald, aber wenn sic vor ihrem Tode ein zweites Thier ansaugt, theilt sie diesem die Krankheit mit. In solchen Fällen localer Einimpfung, wo das Gift nicht sofort in den Blutstrom gelangt, bildet sich häufig eine Beule an der verletzten Stelle, und wenn diese rechtzeitig ausgebrannt wird, kann Heilung erfolgen. Der Umgang mit Häuten rc. gefallener Thiere kann bei Menschen karbunkelartige An'chwAlungen und milzbrandige Erkrankung des ganzen Körpers herbeiführen. Die ansteckende Kraft des Milzbrandes ist so lange bekannt, daß die polizeilichen Vorschriften überall die Verscharrung der befallenen Thiere unter einer dicken Schicht von Kalk und Erde verlangen. Wir haben es beim Milzbrand offenbar mit einem „Gift" zu thun, welches von einem Körper auf den andern übergeht und sich in jedem befallenen Thier auf's Neue erzeugt, so daß dieses zu einer neuen Giftquelle wird. Welches ist nun dieses Gift? Im Jahre 1850 entdeckten Naver und Davaine im Blut der milzbrandkranken Thiere kleine fadenförmige Körper ohne Bewegung, etwa doppelt so lang wie die Durchmeffer der Blutkörperchen. Sie sind selbstständig lebende Wesen, und haben den Namen Bacteridien erhalten. Sie vermehren sich einestheils durch Spaltung; man findet sie in allen Stadien der Theilung, von der einfachsten.Zelle bis zu dem Zustande, wo gerade ein neues Wesen sich vom alten trennt Anderntheils können sie, wie Koch entdeckt hat, sich unter gewissen Umständen in kleine, glänzende Körperchen verwandeln. — Aehnliches ist für andere niedere Organismen bekannt —, welche offenbar ihre Keime alS Eier darstellen, sehr dauerhaft sind und wahrscheinlich von einem Jahr zum andern übergehen können, ohne zu sterben, welche also die Erhaltung der Gattung unter schwierigen Verhältnissen vermitteln Der Gedanke liegt nun nahe, daß diese Bacteridien die Ursache des Milzbrandes sind. Die kleinen Wesen dringen in das Blut der kranken Thiere ein, vermehren sich, erzeugen dort eine Gährung, welche daS Blut vergiftet, und machen dieses Blut, indem sie es mit Ihresgleichen bevölkern, zu einer neuen Giftquelle. Damit ist die Art der Verbreitung des Milzbrandes augenscheinlich erklärt. Aber der Beweis, daß die Bacteridie, und nur sie, wirklich die Krankheit verursacht, muß erst in aller Schärfe beigebracht werben Das ist, hauptsächlich durch die Arbeit von Pasteur und Joubert, neuerdings geschehen Ihre Begründung setzt sich auS folgenden Beobachtungen zusammen: 1) Es ist constatirt, daß das Blut aller milzbrandkranken Thiere bis zur Zeit ihres Todes von lebenden Bacteridien wimmelt. 2) Das kranke Blut enthält keine andere Organismen. Entzieht man es dem Körper vorsichtig und bewahrt es so auf, baß es nicht mit Der Luft in Berührung kommt, so entwickeln ich in ihm keine Jnfusionsthiere, keine Viberionen, und es fault eben so wenig, wie gesundes Blut unter denselben Verhältnissen. 3) Die Bacteridien kann man aus dem Blut herauslesen und sie in eine Flüssigkeit irgend welcher Art bringen, welche geeignet ist, niederen Thieren als Nahrung zu dienen, Eiweißlösung, Augenflüssigkeit, Urin, Aufgüsse rc. Dort vermehren sie sich und gedeihen durch Hunderte von Generationen. 4) Ein Tröpfchen einer solchen Flüssigkeit, in welcher man die Bacteridien cultivirt, unter die Haut eines lebenden Thieres, z. B. eines Meerschweinchens, gebracht, erregt bei bicem alle Erscheinungen des Milzbrandes und töntet dasselbe. Nach Der Erkrankung findet sich fein Blut mit Bacteridien angefüllt, und diese können aufs Neue in andern Flüssigkeiten cultivirt werden, ohne etwas von ihren gefährlichen Eigenschaften zu verlieren. 5) Man nimmt eine Quantität der bacteribienhaltigen Flüssigkeit oder auch von milzbrand- krankem Blut und preßt sie durch eine Filter von Gyvs, welches die Bacteridien zurückhält. Die durchgcgangene Flüssigkeit ist vollkommen unschädlich; die Emimpfung derselben ruft keine Erkrankung hervor Das tödtliche Agens steckt also nicht in der flüssigen Masse, sondern bloß in den organisirten Theilen, d. i. in den Bacteridien. 6) Läßt man milzbrandkrankes Blut faulen, oder entnimmt man das Blut einem feit längerer Zeit gestorbenen Thiere, so verschwinden die Bacteridien aus-ihm ; sie sterben und lösen sich auf. Dennock ist solches Blut giftig; aber es erzeugt nicht den Milzbrand, wenn es cin- qeimpft wirb, sondern eine ganz andere Krankheit, die Blutfäule. Diese Blutfäule tritt eben jo ein, wenn man gewöhnliches Blut faulen läßt und einimpft. Sie ist früher wohl mit dem Milzbrand verwechselt worden und diese Verwechslung ist der Erkennung deS wahren Thatbe- standes lange hinderlich gewesen. . , So weit schließen sich, wie der Leser ohne Schwierigkeit sieht, die That,achen völlig zusammen zum Beweise, daß die Bacteridien wirklich Die Ursache des Milzbrandes sind. Da kam aber vor Kurzem ein Experiment des Physiologen P. Bert und machte anscheinend einen dicken Strich durch die schöne Rechnung. Bert hat vor längerer Zeit gefunden, baß verdichteter Sauerstoff ein tödtliches Gift für alle Thiere ist. Er schloß nun: Wenn die Bacteridie wirklich den Milzbrand verursacht, muß das milzbrandkranke Blut unschädlich werden durch längeren «ufenh halt in verdichtetem Sauerstoff; denn durch diesen stirbt Die Bacteridie. Er stellte Den Versuch an und brachte das kranke Blut in Sauerstoff von zehnfacher Dichtigkeit. Die Bacteridien starben in der That, aber das Blut blieb giftig und erzeugte bei Der Einimpfung nach tote vor ächten Milzbrand. Ja, er ging noch weiter: aus Den giftigen Flüssigkeiten konnte er durch Weingeist weiße Flöckchen abscheiDen, welche, eingeimpft, Den Milzbrand Hervorrufen. Somit sah es plötzlich schlimm aus um die Bacteridientheorie und es hatte den Anschein, als ob neben den Bacteridien noch ein besonderes, lebloses Milzbrandgift existirte, welches vielleicht von den Bacteridien erzeugt werden, jedenfalls aber getrennt von diesen existiren könnte. Indessen bei geduldigem Nachsuchen klärt sich alles auf, und auch diese Schwierigkeit wurde, theils von Pasteur und Toulot, theils von Bert selbst glücklich ins Reine gebracht. ... . Wir haben nämlich schon oben bemerkt, daß die Bacteridien die Fähigkeit haben, sich m glänzende Keimkörperchen zu verwandeln, und daß diese Keimkörperchen sehr widerstandsfähig sind. Sie überdauern Angriffe, welchen die reifen Thierchen sofort unterliegen. Letztere sterben schon bei geringer Erwärmung; die glänzenden Körperchen behalten bas Leben und die Fähigkeit, neue Bacteridien zu erzeugen, selbst bei kurzer Erhitzung auf 100 ®taD; sie können wahrscheinlich auch, wie so viele andere Keime, eintrocknen unb getrocknet umherfliegen; (te ertragen Den comprimirtcn Sauerstoff und einen mäßigen Alkoholrausch. Bei näherem Nachsuchen fanD sich, daß in den giftigen weißen Flöckchen, welche Bert erhalten hatte, einzelne glänzende Keime eingeschlosien waren; entfernte man diese, so waren die Flöckchen unschädlich. Nahm man eine Flüssigkeit, die bloß erwachsene Bacteridien enthielt, und setzte sie dem verdichteten Sauerstoff aus, so verlor sie ihre giftigen Eigenschaften; mit der Bacteridie starb auch ihre ansteckende Hiernach darf man sagen: es ist bis zur Gewißheit wahrscheinlich, daß der Milzbrand nichts Anderes ist als eine Schmarotzerkrankheit, wie die Krätze, hervorgebracht durch ein besonders lebendes Wesen, die Bacteridie, welches sich im Blut der höheren Thiere ernährt und Die» ses verdirbt. bQ6 in 6 L. . .•Jumpt m|rhu,lben das fob jU «nanber nach öfmul *il dm SSüSB^JOfltl. ife*; «■ eu S * --d Mbrajtn. Di,d,K 3,' J“ »‘Sn »irjnta MA 18 Rn? des ganzen Körpers ber- aml, dah die polizeilichen ner dicken Schicht von Kalk 1 Hun, welches von einem nus's Reue erzeugt, so das ? Im Jahre 1850 entdeck- ! fadensömige Körper ohne rchen. Sie sind selbstständlz vemehren sich einesthelli on der einfachsten Zelle bü ni Anderntheils können fie, zende Körperchen verwandeln, de offenbar ihre Keime all Zahr zum andern übergeben irer schwierigen BerbälMisso die Ursache des Milzbranle; rin, vermehren sich, .erzeug lut, intim sie es mit Jhm- Strbreihmg des Mzbic- und nur sie, mtrflid) tie tert, neuerdings geschehen Ityttt W F Zelt chrek entlieht man es dem N tübning kommt, so ent» e ben so wenig, wie g«F® Nie in eine «feit ung ju dienen, öMlosunz, Zen durch ^nterte m •S-i-Ä i SU KL '•* * un Mbranv, ^{1 ' Diele ®Iutra L mit de« fetmung w -bc, die kJ « EI einen dB ,.ite nn'chemeu° „S^ i-Ä ■tttitit 6* % *■*«*»♦ ‘SÄSs £t neben'“ ^^5**-**i?j* kAZS r.e \ flu4 v a ^tie avil^ Die Bacteridie ist ein luftathmendes Wesen, welches des Sauerstoffs bedarf, um zu leben. Sie entzieht daher den rothen Blutkörperchen ihren Sauerstaff, und dies ist wahrscheinlich eine der vornehmsten, wenn auch wohl nicht die einzige Ursache ihrer tödtlichen Wirkung Es scheint, daß sie Stoffe ausscheidet, welche sich in der Blutflüssigkeit lösen und welche verderblich auf den Organismus wirken. Sie wächst und vermehrt sich noch leichter in andern Nährflüssigkeiten als itn Blut. Zwar scheint, daß das Blut der Säugethiere nur eben noch die Bedingungen erfüllt, unter denen sie existircn kann, denn schon im Blut der Vögel, welches nur wenig wärmer und sauerstoffreicher als das der Säugcchiere ist, kann sie nicht mehr leben; den Vögeln kann man Den Milzbrand nicht emimpfen Sie verträgt die Concurrenz anderer ähnlicher Organismen nur schlecht. Säet man in eine Nährflüssigkeit neben der Bacteridie Keime von anderen sauerstoffath- menben Organismen, z. B. einen der gemeinen Bactcrien, so stirbt die erstere; sie wird von Den anderen im Kampf ums Dasein unterdrückt. Im lebenden Blut hat sie mit den Blutkörperchen selbst zu eoncurriren, die auch ihrerseits den Sauerstoff festhalten. Beim Säugethier ist die Bacteridie stärker, beim Vogel das Blutkörperchen, aber selbst im lebenden Säugethier entwickelt sie sich viel langsamer und schwerer, als im Blut desselben Säugethiers, wenn es tobt an der Lust steht. Vielleicht liegt darin ein Fingerzeig für die künftige Heilung deS Milzbrandes; jedenfalls ist es ein enormer Fortschritt in der Lehre von den ansteckenden Krankheiten, daß wir fefrt im Stande sind, die Natur von einer derselben mit Klarheit zu bezeichnen und zu verfolgen. (Köln. Ztg ) Handel und Verkehr. Gießen, 4. Sept. Auf dem heutigen Wachenmarkt kostete: Butter, per Pfd. X 1.40—50, Hühnereier, per Stück 6 $, Käse, per Stück 5—9 $, Kasematte, per St. 3 X Erbsen, 1 Liter 18 Linsen, 1 Liter 20 Tauben, das Paar 65 Hühner, per Stück 75$, Hahnen, per Stück 70 H, Enten, per Stück X 1.50, Kartoffeln 100 Kilo 6 X Frankfurt, 3. September. Der heutige Viebmarkt war gut befahren. An- gttrieben waren: 460 Ochsen, 130 Kühe und Rinder, 220 Kälber und 300 Hämmel. Die Preise stellten sich per 100 Pfd. Fleischgewicht: Ochsen 1. Qual. X 70—73, 2. Önal. X 65—68, Kühe und Rinder 1. Qualität X 60, 2. Qualität X 50—53, Kälber 1. Qual. X 70—75, 2. Qual. X 58—60, Hämmel 1. Qualität X 52—54, 2. Qualität X 48-50. Fra nkfurt, 3. Sept. (Fruchtbericht) Am heutigen Markte machte sich rege Frage für ungar. Weizen geltend und wurden dafür bis X 25.50 bez. hiesiger Weizen ungern genommen. Roggen kaum genannt, feinste Qualität X 18, hiesiger X 17. Gerste, weiße und grobkörnige Waare sehr rar, soll zu X 23 gehandelt worden sein, ■fiifer ruhig, nur Prima coulant zu lassen, geringer malt. Am Mehlmarkt keine Aenderung. Futterstoffe ruhig. Wir notiren heute: Mehl Nr. 1 X 42, Nr. 2 x 38, Nr. 3 X 34, Nr. 4 x 30, Nr. 5 x 24, Roggenmehl °/i (Berliner Marke) X 26, do. II. (Berl. Marke) X 21, Weizen, effect- hies., ab Bahnhof hier X 23, ab unserer Umgegend X 22.25—22.50, do. fremder je nach Qual- X 23—25.50, Roggen je nach Qualität X 17—18, Gerste X 17—23.—, Hafer X 12—17.75, Kohlsamen X 37—38, Erbsen X 21—24, Wicken X 17.50, Linsen 'M. 21—30, Rüböl, detail, X 81. Stimmung fest. Dringend offerirt Roggen und hie- fia-er Weizen. (Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfund Zollgewicht — 100 Kilo ) Regenwetter. Gültige Privat Banknoten. Die beschränkenden Bestimmungen des $ 43 des Reichs-Bankgesetzes vom 14. März 1875 sind (nach den im Retchsgesetzblatte erschienenen Bekanntmachungen) bezüglich nachstehender Prioat-Notenbanken als nicht anwendbar erklärt worden und es dürfen daher die Noten dieser Banken in ganz Deutschland, auch außerhalb desjenigen Staates, welcher denselben die Befugntß zur Notenausgabe erthetlt hat, zur Zahlung gebraucht werden: 1. Badische Bank in Mannheim. — 2. Bayerische Notenbank in München. — 3. Bremerbank in Bremen. — 4. Breslauer Bank in Breslau. — 5. Chemnitzer Stadtbank in Chemnitz. — 6. Cölntsche Privatbank in Cöln. — 7. Danziger Privatbank in Danzig. — 8. Frankfurter Bank in Frankfurt am Main — 9. Hannoversche Bank in Hannover. — 10. Leipziger Cassenveretn in Leipzig. — 11. Lübecker Commerzbank in Lübeck. — 12. Magdeburger Privatbank in Magdeburg. — 13. Posener Privatbank in Posen. — 14. Sächsische Bank in Dresden. — 15. Bank für Süddeutschland in Darmstadt. — 16. Württemberger Notenbank in Stuttgart. — Die Verwendung der Noten anderer deutscher Privat-Notenbanken oder Korporationen zur Leistung von Zahlungen außerhalb desjenigen Landesgebietes, für welches dieselben zugelassen sind, wird mit Geldstrafe bis zu 150 Mark bestraft. SS1 Seitens der Nationalbank für das Großherzogthum Luxemburg sind neuerdings auf Reichswährung lautende Banknoten in Abschnitten zu 5, 10 und 20 Mk. ausgegeben worden. Die Verwendung dieser Banknoten zu Zahlungen innerhalb des Reichsgebiets ist nach $ 11 des Bankgesetzes vom 14. März 1875 verboten und wird mit Geldstrafe von 50 bis 500 Mk., im Falle gewerbsmäßiger Ver- wendung daneben mit Gefänzniß bis zu einem Jahre bestraft. M i t t ung Französische Mühlsteine werden hiermit den Herren Mühlbesitzern aus der Fabrik aus Nordhausen zu entnehmen empfohlen, wo ihnen die drei- bis fünffache Dauer derselben gegen die Accord-, oder gar der feilen französischen Herstellung garantirt wird. Das beste Existirende bietet denn auch wirklich das größte aller Lager, das größer ist, als die einzelnen Lagervorräthe der Bruchbesitzer in Frankreich und dem alle Brüche steuern, namentlich die von Süd-Frankreich, die das feurige, starke Gestein liefern. Wir empfehlen so aus Ueberzeugung und aus Dankbarkeit für unsere in einer ungekannten Mahltüchtigkeit uns erfreuenden und die größtmögliche Dauer versprechenden Steine, nachdem wir Alle der meist aus Frankreich bezogenen Mühlsteine nach nur kurzer Benutzung verlustig gingen. Wendekind's Fabrik bietet uns in Nordhausen bequem die Prüfung unserer Mühlsteine ohne Decke und im Rohbau. Und dazu rathen wir. Man weiß seine guten Steine dann auch von der inneren Sorgfalt und Güte, also der wohlthätigen Beständigkeit. Die Namen der Einsender und Referenzen sind in der Exp. d. Ztg. zu erfahren. Temperatur in Gießen. August 1877: Niederste.................' . . 4-3,7 e r. Mittlere................... 4-13 99 „ Mittel früherer Jahre..............4-13,52 „ Höchste..................4-23,2 „ Niederschlag an 14 Tagen............. 2,42 Par. Zoll. Niederschlag im Mittel früherer Jahre an 14 Tagen . . . 2,31 „ Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. Beir. Das Aufreißen von in dem Gießener Stadtwald gesteigertem Holz. 4934) Auf Antrag Großherzoglicher Oberförsterei Gießen bringen wir zur öffentlichen Kenntniß, daß das Aufreißen von Holz, welches in den Waldungen der Stadt Gießen versteigert wird, ohne Erlaubniß der Großherzozlichen Oberförsterei strafbar ist. Gießen, den 3. September 1877. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V. d. B.: Keller, Beigeordneter. Versteigerungen. Dienstag den 11. und Mittwoch den 12. d Mts., Nachmittags 2 Uhr, sollen die zum Nachlaß des verstorbenen Landgerichtsactuars Borngesser gehörigen Mobilien, bestehend in Bett- u. Weißzeug, Möbeln, Kleidungsstücken, Büchern und verschiedenen Himsgeräthen in dessen Wohnung öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 1. September 1877. Großherzogl. Ortsgericht Gießen. 4930)__________Lüdeking._______________ Grummetgras-Versteigerung. in der Oberförsterei Treis a. d. Lda. Freitag den 7. d. Mts., Nachmittags um 2 Uhr, (off bei Wirt^ Walter zu Daubringen östs Grummetgras von der cameral-fiskali- Iben Sorauwiese ganz in der Nähe des Orts in 21 Loosen von je iy4 Morgen terftefgert werden. Treis a. d. L., den 3. September 1877. Großh. Oberförsterei Treis a. d. L. 1927) Amendt. Aeilgeöotenes. 4932) Eine Partie Treppenstäbe billig zu verkaufen in der Thiir-Drücker-Fabrik __von Chr Daudt. STeue marittirte Häringe mpfiehlr (4859 ftg. ff tlh. Weitliff. Nruzichrs-Gralulations-Katten für Israeliten bei W. Klee, 4905) am Rathhaus. Mir Taubenliebhaber! Wegen Umzug werden folgende Tauben, raceächt, zu billigstem Preise abgegeben: Schwarze Pfauen (Jitterhälse), weiße Pfauen, blaue Nö- mer, Hühnerschecken, rothe und gescheckte Perrücken, Rothschnippen, schwarte und rothe Fv, chinesische Movchen, blaugeschildete deutsche dto., mit schwarzen Binden, einfarb. gelbe Movchen, Elstertümmler, Karpfschuppen re. re. Wo? sagt die Exped. d. Bl. 4920) Eine Drehbank mit Schraube- schneid-Eisen, ein Schleifstein, 2 Ambose, Gtesofen, Löthmaschineund verschiedenes Handwerkzeug wird billig verkauft bet Louis Fuhr, Sonnenstraße 148. 4902) Prima Saat-Roggen bet L. Süss. Haarbalsam. Dieser Balsam reinigt die Kopfhaut, gilt als das beste Mittel, das Wachsthum der Haare zu befördern und das Ausfallen derselben zu verhindern. Er enthält so viele Fettstoffe, dass der Gebrauch von Haaröl, Pomade etc. dadurch überflüssig wird. Vz Flacon ä X 0 60, Vi n ä x 1.20, zu haben bei (3369 C. F. Semmler in Giessen. Bettsedern uni) Ammen !! Säcke I! ä 60 und 80 Pfg. Mild)- und schmrre Luchsäckr ä 1 Mk. 30 Pfg. Georg Grieb, ?b36) Schlossgasse. Zwillch und Barchent, Feder-Leinen, Lieferung vollständiger Betten in streng reeller Ausführung, bei 4519) Th. Brück, Kanzleiberg B. i. Weiße Vorhänge aller Art, Rouleaux, Drell in den gangbarsten Dessins Anfertigung jeder Decorations - Arbeit in geschmackvollster Ausführüng, bei 4518) Th. 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I.: jH-lssionsfesl zu Klein-Linden bei Gießen. Anfang Vormittag« 10 Uhr. Festredner: die Herren Pfarrer Schmidt zu Rodheim und Missionär Schrenk zu Frankfurt a. M- , (4862 Alle Freunde der Mission sind eingeladen. Der Kirchenvorstand. WENZELS GARTEN. 490°) Mittwoch den 5. September 1877: Großes Coneert ausgeführt von dem ganzen Musikcorps der Garde ■ Husaren zu Cassel. Anfang 6 Ahr. — (Entree ’iO Pfg. PROGRAMME an der Kasse. OdE* Bei ungünstiger Witterung im Saale. Erschienen sind Band I und IX und durch jede Buchhandlung zu beziehen: Brehms Thierleben Zweite Auflage mit gänzlich umgearbeitetem und erweitertem Text und grösstentheils neuen Abbildungen nach der Natur, umfasst in vier Abtheilungen eine allgemeine Kvmd.e der Tlrier-welt aufs prachtvollste illustrirt und erscheint in 100 wöchentlichen Lieferungen zum Preis von 1 Marie. / Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig. 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October. DerpflegungSanftalt mit Casernrment für 500 Schüler. Programm mit Lehrplan auf Ansordern gratis- Meldungen möglichst frühzeitig zu richten an Den Direktor: ,„ßl G. Haarmann. 9500—10,000 Mark Aermiethungen. 4928) Ein kleines Familienlogis ist fo- fort zu vermiethen. __Asterweg Lit. A. 110. 4929) Ein Paterrezimmer, als Verkaufslocal geeignet, zum 1. Oktober zu vermiethen.__________________Neuenweg B- 194. 4936) Ein kleines Logis zu vermiethen und sofort zu beziehen- Chr. Noll III., _______________________Canzleiberg B- 66. 4942) Ein unmöblirtes Zimmer zu oer- miethen bei I. Balser, _________________________Grünbergerstraße. 4944) Ein großes und ein kleines Fa- miltenlogis zu vermiethen das erste den 25. November, das kleine den 28. September bei Georg Noll, Gartner, ________________neben dem Schützenhof. 4945) In meinem neuerbauten Hause vis-A-vis dem Ludwigsplatze ist noch eine Famtlienwohnung von 5 bis 6 Zimmern nebst Zugehör und sonstigen Bequemlich- Feiten, sowie .ine Mansardenwohnung von 3 Zimmern, zu vermiethen. ____________________I- Schmidt. 4382) Marburgerstraße Nr. 161 mö- blirte Zimmer zu vermiethen._____________ 4524) Das von Herrn Fried r. Seibel bewohnte Logis wird mit dem 1. November er. frei und ist anderweitig zu vermiethen __A. Katz. 4569) Der untere Stock meines Hauses auf sofort, und ein kleines Familienlogis per 1. October zu vermiethen bei Wilh. Faber, Küfer, Seltersweg. 4572) Eine Familienwohnung zu vermiethen und alsbald beziehbar. .__E. Harms, Schützenhof. 3723) Eine Wohnung von 6 wimmern reist zu vermiethen und bis 1- October beziehbar._______Garten-Straße B- 165s/<0. 4861) Ein möblirtes Zimmer ist zu vermiethen und sofort zu beziehen. __Emil Lotz, Kirchenplatz. 4896) Ein Familicnll'.gis ist wegen Wegzug von hier sofort zu vermiethen. Emil Becker, Neuenweg. 4922) Eine Familienwohnung von 5 Zimmern zu vermiethen bei ______________________ r>r. Weber. 4890' In der Nahe des Bahnhofes ist eine Bodenraumlichkcit, zum Fruchtspeicher geeignet, zu vermiethen. Zu erfragen bei der Exved. d. Bltts__ 4515) Die Wirthschastsräume im Adler, bestehend auS 5 Zimmern und Küche sind als Wobrung zu vermiethen. E. Pitt b a n. vermischte Anzeigen. 4943) Die Eltern der Kinder vom zweiten Kinderzuge sprechen hierdurch dem Zugführer Herrn Loiila Stohr ihren Dank für die freundliche und aufmerksame Behandlung ihrer Kleinen bei dem Jugend- feste ^aus.______________________________________ 4941) Eine Frau wünscht einen Lauf dienst anzunehmen. Zu erfragen bei ______________K Becker, Grünberger ft-. 4935) Lehrmeister gesucht für einen Jungen von 16 Jahren, der Kost und Logis im Hause hat. Neflectan- tcn wollen ihre Adresse unter Nr. 548 mit Angabe des Lehrgeldes in der (Sxped. d. Bltts. niederlegen. _______ 4926) Muiwoch heu 29. August ist auf dem Wege von Gießen nach Groß Buseck ein Cigarren-Etuis in Leder mit Stahlbügel verloren gegangen. Der redliche Finder wird gebeten, dasselbe gegen Belohnung an die Exped. d. Bltts. abzugeben.________ 4939) Ein Glasergefelle (Rahmen- madier) erhält dauernde Arbeit. Das Nähere bei der Exped. d. Bltts.___________ 4938) 2 Schüler ober anständige Herren können bei bescheidenen Ansprüchen Kost und Logis erhalten. Zu erfragen bei der Exped. d Bltts.____________________________ 4937) 10 — 11000 Gulden werden gegen mehr wie doppelte Sicherheit zu leihen gesucht. Zu erfragen bei der Exped. d. Bltts. 4947) Erne Achatbroche in Silber gefaßt (die Form eines Kranzes), wurde beim Jugendfeste verloren. Dem redlichen Finder eine Belohnung. Abzugeben _____________Lö bers Hof, (Neustadt). 4946) Eine belle Sommer-Shaw! ist am Sonntag auf dcm Wege aus dem Philosophenwald verloren worden und bittet man den redlichen Finder, ihn bei der Exped. d Bltts. gegen eine kleine Belohnung abzu- geben.______________________________ 4924) Empfehle für Umzüge gefälligste Benutzung meines Möbelwagens. Billigste Preisberechnung _____F. Eürst Wtlw. 4280; An- und Verkauf von getragenen Kleidern, Stiefeln, Hemden, Weißzeug, Betten, Gold und Silber, außer Cours gesetztem Geldc, alten Oelgemalden, Anti- auiiäten, Kupier, Messing, Zinn, Roßhaaren, Werg, Möbiln :c. bei Louis Rothenberger, Neuenweg 193, neben dem „Gasthaus zum Löwen. 4919) Ein Dienstmädchen, welches sich aller Hausarbeit unterzieht, wird gesucht. _________________Sonnenstraße Nr. 104. 4888) Ein Dienstmädchen zu häuslicher Arbeit wird gesucht. Adolf Lyncker. werden gegen erste hypothekarische Sicherheit zu leihen gesucht. Näheres bet der Exped. d. Bl. ___________________(4^3 4860) Ein Zapfjunge zum sofortigen Eintritt gesucht. Restauration Busch- Verantwortliche Redac:ion: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Univ-Druckerei lFr. Ehr. Pietsch) in Gießen. j Großhttjc S pflichtet, i r ksNIächtlgl, 9 1. b. M. Die 8nuqttot am 15. Nv aMtti. DH ballend, h Äelrgenhei theoretisch, Entwerfen die Baugei bienen. Der von folge, Professor. L. W. 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