JVo. ISS Mittwoch, den 4. Juli 1S?7. einer Anzeige- mH AmiÄntt fir den Kreis Gießen. Erscheint täglich mit Ausnahme deS Montagö. Expeditionr Schulftraße, Lit. B. Nr. 18. .BJLJ__■___________ . —a PreiA vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. -injj .ilj.jiii inri irir^nr iiH iiiTimiiii i nn i ~~T~rjniiii ■im■■■■■ 11«i i in minw■mi iii um Amtlicher Pheil. Bekanntmachung. Betreffend: Das Ober-Ersatz-Geschäft für 1877. Das Ober-Ersatz-Geschäst für 1877 wird im Kreise Gießen Freitag den 13. und Samstag den 14. Juli, in dem alten Rathhause zu Gießen, jedesmal Vormittags präcis 8 Uhr, Montag den 16. Juli, int F l i ck'schen Saale (Gasthaus zum Rappen) zu Grünberg, Vormittags präcis 9 Uhr, und Dienstag den 24. Jnli, in dem Rathhause zu Lich, Vormittags präcis 10i/3 Uhr, stattfinden. Es haben sich nach Maßgabe der besonders ergehenden Vorladungen an den genannten Tagen vor der Großherzoglichen Ober-Ersatz-Commission im Bezirk der 49. Infanterie-Brigade zu stellen: in Gießen und Grünberg, a. die von der Ersatz-Commission als dauernd unbrauchbar erkannten Militärpflichtigen; b. die zur Ersatz-Reserve II. Klasse und zur Ersatz-Reserve I. Klasse designirten Militärpflichtigen; c. die von den Truppentheilen zur Disposition der Ersatz-Behörden entlassenen Soldaten; d. die von den Truppentheilen abgewiesenen einjährig Freiwilligen; v. die von der Ersatzcommision als brauchbar und einstellnngsfähig erkannten Militärpflichtigen, einschließlich der vorweg einzustellenden und vorzu- merkendeo Militärflichtigen früherer Jahrgänge, in Lich, die vorstehend unter b bis e bezeichneten Militärpflichtigen. (Die unter a bezeichneten brauchen nicht zu erscheinen). Den Großherzoglichen Bürgermeistereien werden besondere Ladungen für die Militärpflichtigen f. H. zugchen, welche den Betreffenden unverzüglich zuzustellen sind. Der Vollzug der Ladungen ist innerhalb 8 Tagen anzuzeigeu. Die Militärpflichtigen sind außerdem anzuweifen, ihre Loosungsscheine mit zur Stelle zu bringen. Sollte eine Ladung nicht vollzogen werden können, so ist der Grund hiervon berichtlich mitzutheilen und ist, wenn ein Militärpflichtiger von seinem bisherigen Wohnorte weggezogen ist, zugleich anzugeben, wohin derselbe verzogen ist. Die Großherzoglichen Bürgermeister haben an dem Tage, an welchem Militärpflichtige ihrer Gemeinde zur Vorstellung kommen, selbst anwesend zu sein und fich darum zu bemühen, daß die Letzteren rechtzeitig zur Stelle sind. Gießen, den 19. Juni 1877. Der Civilvorsitzende der Ersatzcommission Gießen. ________________________________________________________Dr. Hoffman n, Reg.-Rath. Folitisch Deutschland. Darmstadt, 1. Juli. Se. Großh. Hoheit Prinz Wilhelm sind im Allerhöchsten Auftrag nach Brüffel bezw. London abgereist, um Sr. Majestät dem König der Belgier und Ihrer Majestät der Königin von Großbritannien und Irland den Regierungsantritt Sr. König!. Hoheit des Großherzogs zu notificiren. Darmstadt, 2. Juli. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: Am 23. Juni den ordentlichen Profeffor an der Universität Rostock, Dr. Gustav Kretschmar, zum ordentlichen Professor in der juristischen Fakultät der Landes-Universität zu ernennen. Berlin, 30. Juni. Der deutsche Landwirthschaftsrath hat bekanntlich Schritte unternommen, um auf dem Wege der Gesetzgebung der überhandnehmenden Verfälschung der Lebensmittel beizukommen, und hat eine Denkschrift an das Reichskanzler-Amt gerichtet, in welcher zur Beurthetlung dieser heiklen Frage ein ausgiebiges thatsächliches Material beigebracht wird. Wie sehr mit der Landwirthschaft die gesammte Bürgerschaft unter diesen Fälschungen leidet, dafür mag folgende Zusammenstellung sprechen: Die Verdünnungen der Milch durch Wasser sind bekannt. Nach der „Landwirthschaftlichen Presse" berechnet sich das Quantum Wasser, welches allein in Berlin als Milch verkauft wird, auf 3 bis 4 Mill. Liter, der Consum an Milch auf 36V2 Mill. Liter, d. h. 38.3 Liter pro Kopf. Dem Mehle setzt man Schwerspath, Gyps, Kreide, Marmorstaub hinzu. Dem Brodteig wird Alaun oder Kalkwaffer beigemengt, um das Brod weißer zu machen, und Jalappenwurzel, um die verstopfende Wirkung des Alauns zu heben. Schlechter, verdorbener Kaffee wird gefärbt, sogar mit giftigen Farbstoffen. Im Stampskaffee finden sich Cichorien und Roggen. Im Cichorienpulver hat man wiederholt Ocker, Eisenoxyd, Ziegelmehl; im Cicho- rienkuchen mitunter alten Kaffeesatz, Baumrinde, ja, Erde nachgewiesen. Zur Chocoladenbereitung verwendet man mitunter anstatt der theuren Cacaobohnen als Zusatz Perubalsam oder Storax, anstatt des Zuckers Melassesyrup oder Stärke. Zur Vermehrung der Masse führt man derselben Mehl von Getreide, Hülsenfrüchten, Kastanien, gepulverte Cacaoschalen, Gummigyps, Kreide hinzu. Anstatt der Cacaobutter, welche man aus der Masse entfernt, wird Schmalz, Fett und Pflanzenöl genommen. Gewürze werden in großem Maßstabe mit mineralischen und organischen Substanzen verfälscht. Um Baumöl zu imitiren, versüßt man gemeines Rüböl mit Bleimitteln. Schlechter Essig wird oft mit scharfen, brennenden Gewürzen so scharf gemacht, als wäre er abgezogen worden. Welche eklen Stoffe zur Butterfabrikation genommen werden, ist bekannt; er Hö eil'. Schmalz, Talg, gekochte Kartoffeln müssen mitunter die Masse vermehren. Um Liqueuren Ansehen zu geben, werden lebensgefährliche Färbemittel angewandt. Zur Wurstfabrikation müssen scheußliche, ungenießbare Abfälle, Fleischreste und Stärkemehl dienen. Man hat sagar die feine Farbe der Cervelatwurst mittelst arsenikhaltigen Anilins hergestellt. Am übelsten aber ergeht es den Weintrin- kern. Aus Wasser, Kartoffeln, Gerstenmalz, Rohrzucker, Hefe, Weinsäure, Weingeist, Malvenblüthen, Veilchenwurzeln, Hollunderblüthen, Tannin, Weinstein, Rosinen, Kino-Gummi, Himbeersaft, Hopfen, Tamarinden, Melaffensyrup, Glycerin, jungen Rebenblüthen rc. werden Hunderte verschiedener „Weine" ohne einen Tropfen Naturwein fabricirt. So viel ist nach einem Vortrage des Chemikers Dr. Ziurek gewiß, daß, um saures Bier trinkbar zu machen, Potasche, Kalk oder Laugensalz verwendet wird, welches gefährliche Krankheitsfälle erzeugen kann. Natürlich ist die Liste der Lebensmtttelfälschungen hiermit noch lange nicht erschöpft, sondern sie setzt sich bis in's Unglaubliche fort. Der deutsche Landwirthschaftsrath hat in voller Erkenntniß der Wichtigkeit dieser Fragen die „Maßregeln", welche gegen die Ueberhandnahme der Verfälschung von Nahrungsmitteln anzustreben sind, abermals auf die Tagesordnung seiner diesmaligen Sitzungsperiode gesetzt. — Eine neulich in dem Gesetzblatt für Elsaß-Lothringen erschienene kaiserliche Verordnung vom 22. Juni bestimmt „im Namen des Deutschen Reichs, aus den Antrag des Rectors und des Senats der Universität Straßburg und auf Vorschlag des Reichskanzlers, für Elsaß-Lothringen, was folgt: die durch die Stiftungsurkunde vom 28. April 1872 begründete Universität Straßburg erhält den Namen: „Kaiser Wilhelms-Universität Straßburg" und führt als Siegel das ihr durch die Stiftungsurkunde verliehene Siegel mit der hinzugefügten Umschrift der neuen Bezeichnung." Die Verordnung ist vom Reichskanzler Fürsten v. Bismarck gegengezeichnet. Berlin, 2. Juli. Fürst Bismarck ist heute Mittag nach Schönhausen abgereist. Er geht von dort nach Friedrichsruh und wird sich im Laufe der Woche über Berlin nach Varzin begeben. Marburg, 30. Juni. Schon mehrfach ist in verschiedenen Zeitungen auf die unnatürliche Zutheilung des früheren Großh. Hessischen Kreises Biedenkopf (des sog. Hinterlandes) zum Regierungsbezirk Wiesbaden hingewiesen und über die damit verbundenen vielen Unzuträglichkeiten geklagt worden, ohne daß damit der Wunsch nach Anschluß an das Stammland Kurhessen seiner Erfüllung näher gerückt wäre. Die bevorstehende Justiz-Organisation bietet nun wieder eine erwünschte Gelegenheit, diese dringende Frage ihrer Lösung, wenn auch vorläufig nur theilweise, näher zu bringen. Soviel nämlich bis jetzt bekannt geworden, wird hierher ein Landgericht kommen, und es sollen demselben außer den vier oberhessischen Kreisen noch die viel näher bei Kassel als bei Marburg gelegenen niederhessischen Kreise Homberg und Rotenburg, der noch entfernter gelegene Kreis Hersfeld, sowie auch der waldeck'sche Eifenberg-KreiS zugewiesen werden. Diese Eintheilung würde aber wegen der Entfernung der Kreise Homberg, Rotenburg und Hersfeld eine durchaus unzweckliche sein, und es dürfte sich deshalb vielmehr empfehlen, statt dessen die an den hiesigen Kreis unmittelbar angrenzenden beiden Kreise Biedenkopf und Wetzlar dem hiesigen Landgerichtsbezirk zuzutheilen, wodurch der letztere ein gut und zweckmäßig arrondirter mit dem Sitz des Gerichts im Mittelpunkt desielben würde; ein Vortheil, der Angesichts des Zustandes, daß bei allen Schwurgerichtssachen die Geschworenen und Zeugen, wie auch in allen Beweis-Erhebungen bei Civil- und Strafkammer- Fällen die Interessenten und Zeugen an den Gerichts-Sitz zu reisen haben, von nicht zu unterschätzender Wichtigkeit ist. Dem Vernehmen nach regt sich auch im Kreise Biedenkopf eine lebhafte Agitation für die Zutheilung zum hiesigen Landgerichtsbezirk, und es wäre im Interesse der Bewohner sehr zu wünschen, daß dieselbe diesmal von Erfolg wäre. Oesterreich. Wien, 30. Juni. Der Ausschuß über den Ausgleich mit Ungarn nahm den Antrag des Sub-Comitss, eine Resolution an die Regierung zu richten und dieselbe aufzufordern, durch die Vorlegung von Bestimmungen über die Rübenzucker-Besteuerung eine Berichterstattuug des Ausschusses über diesen Gegenstand zu ermöglichen, an. — In der heutigen Sitzung der Quoten- Deputation wurde die Berathung über das zweite Nuntium beendet und zugleich beschlossen, die von der ungarischen Regnicolar-Deputation beantragte Comite-Wahl anzunehmen. Gewählt wurden die Herrenhaus-Mitglieder v. Plener und Winterstein und die Abgeordneten Demel, Gras Hohenwart, Dr. Herbst und Sturm. Wien, 1. Juli. Die „Montags-Revue" schreibt: „Die habsburgische Politik in der orientalischen Frage sei noch absolut ungebunden und frei und werde es im Verlaufe des Krieges bleiben. Es sei die sichere Gewähr vorhanden, daß der Krieg ein localisirter bleiben werde. Wenn man in Petersburg den wiederholt versicherten uneigennützigen Grundgedanken festhalte und nur das Loos der Christen verbessere, so wäre dies die verhältnißmäßig erfreulichste Lösung. Graf Andraffy könne sich aber unmöglich verhehlen, daß die Kriegs- Entscheidung auch Consequenzen habe, die die bestgemeinten Versprechungen umstoßen. Die österreichische Diplomatie werde Nichts dazu beitragen, daß, ausgenommen die Verbesserung des Looses der Christen in der Türkei, wesentliche Veränderungen in den derzeitigen politischen Machtverhältnissen eintreten. Oesterreich könne mit Zuversicht auf mächtige Bundes-Genossen rechnen, die in eigenstem Interesse zur Förderung der Interessen Oesterreichs gezwungen seien. Oesterreich werde seine Interessen in vollem Umfange geltend machen, wenn nöthig allerdings auch sein Schwert in die Wagschale werfen. Irankreich. Paris, 1. Juli. Heute hat im Bois de Boulogne, wie alljährlich, die große Revue stattgefunden. Das Wetter war prächtig, die Zuschauermenge enorm. Der Marschall wurde sympathisch empfangen. Alle Minister und das diplomatische Corps waren anwesend. Im Gefolge des Marschalls befanden sich zahlreiche Osficiere. Die Haltung der Truppen war ausgezeichnet. Nach der Revue ertönten Rufe: „Es lebe der Marschall!" Ein Zwischenfall hat sich nicht ereignet. England London, 1. Juli. Die Ausstellung von Schutzmarken ist gestern eröffnet worden. Eine große Anzahl von Vertretern der fremden Mächte wohnte diesem Acte bei. Das Markenschutz-Gesetz tritt heute in Wirksamkeit. Behufs Herbeiführung eines internationalen Systems der Eintragung der Schutzmarken haben sich mehrere Comit^s gebildet. Dieselben haben zu besserer Erreichung ihres Zwecks zur Bildung ähnlicher Comit6s im Auslände aufgefordert. Der orientalische Krieg. Wien, 30. Juni. Telegramm der „Deutschen Zeitung" aus Konstantinopel vom heutigen Tage: Ein türkisches Geschwader von zehn Schiffen ist vor Kanea angekommen. — Die Reserve-Armee von Sofia hat sich in Bewegung gesetzt. Konstantinopel, 30. Juni. Einem Telegramm Derwisch Pascha's aus Datum vom 29. d. Mts. zufolge hätten sich die Türken der von den Russen besetzt gewesenen Höhen von Khutzubani bemächtigt. Auch sei der Tschuruk-Fluß von den Türken besetzt. Bukarest, 1. Juli. Der Czar besuchte die Lazarethe in Simnitza und ging dann über die Donau nach Sistowa, wo er von der bulgarischen Bevölkerung enthusiastisch empfangen wurde. — In Matschin ist bereits ein von den Einwohnern gewählter nationaler Municipalrath eingesetzt, sowie eine Polizei- und Gerichtsbehörde constituirt worden. Wien, 2. Juli. Meldungen des „Tageblatts": Rustschuk, 1. Juli. Die in West-Bulgarien zerstreuten Truppentheile ziehen sich auf Timowa und Sofia zurück, wo ein Armee-Corps zur Bewachung des Balkan-Passes zusammengezogen wird. Konstantinopel, 1. Juli. Der Sohn Schamyl's verläßt demnächst den Kaukasus, um als activer Osficier in die anatolische Armee einzutreten. — Die „Presse" meldet aus Bukarest: Die Russen drangen unter Vor- poften-Gefechten von Sistowa bis Timowa vor. — Drei türkische Monitors liefen in der Sulina-Mündung ein und bombardirten die Ufer-Orte. Petersburg, 2. Juli. Officiell. Simnitza, 1. Juli. Der Bau der am 28. Juni begonnenen Brücke sollte gestern vollendet werden, die halbvollendete Brücke wurde aber durch den in der Nacht vom 29. auf den 30. Juni ausgebrochenen Sturm fortgerissen. 26 Pontons versanken. Die Brücke wird daber erst heute Abend fertig. — Officiell. Aus Simnitza wird vom 24. Juni gemeldet: Gestern ist das Hauptquartier des Kaisers und des Großfürsten Nicolaus nach Simnitza verlegt worden. Heute Morgen besuchten der Kaiser und der Großfürst die Verwundeten in den Spitälern. Der Verlust der Russen ist noch nicht genau bekannt Bis jetzt sind iOO Todte und 360 Verwundete aufgezählt, darunter einige Officiere. Der Kaiser verlieh den Georgs-Orden dem Chef des Generalstabs der Armee, General Nepokoitschitzki, den Generalen Radetzki, Dragomikoff, Richter und dem Großfürsten Nicolaus dem Jüngeren; ferner drei Brigade- Generalen. Am 28. Juni ging der Kaiser auf das rechte Donau-Ufer über, unter begeisterten Hochrufen der Truppen, denen er seinen Dank aussprach. In Sistowa wurde der Kaiser durch die Geistlichkeit und die christliche Bevölkerung enthusiastisch begrüßt. Er wohnte dem Gottesdienst in der Kathedrale bei. Frauen bestreuten den Weg mit Blumen. Abends kehrten der Kaiser und der Großfürst nach Simnitza zurück. Die Ueberfahrt der Truppen wird auf Pontons fortgesetzt. A-then, 2. Juli. Die britische Flotte ist mit versiegelten Befehlen aus dem Piräus ausgelaufen. Konstantinopel, 2. Juli. Am Mittwoch wurden die türkischen Truppen, die bei Tschamischova Befestigungen errichteten, von 15,000 Russen angegriffen. Nach einem erbitterten Kampfe, während dessen die Türken Verstärkungen erhielten und in welchem sie durch das Feuer mehrerer Panzerfregatten unterstützt wurden, mußten sich die Russen zurückziehen- Ihr Verlust wird auf 2000 Todte angegeben. Der Verlust der Türken ist relativ gering. — Einer Depesche aus Widdin zufolge ist die nächst Sistowa von den Russen geschlagene Brücke zerstört worden. — Die Russen wurden in der Umgebung von Bjela geschlagen.________________________________________________________________________________ Lokal-SLotiz. Gießen, 3. Juli. An der am Sonntag in Ems stattgehabten Kaiser-Regatta errang den Ehrenpreis des Kaisers die Frankfurter Ruder-Gesellschaft „Germania". Die hiesige Rudergesellschaft wollte sich auch an dieser Regatta betheiliqen, scheint aber durch irgend ein Manöver des Kötner Ruder-Vereins Union mystisicirt worden zu sein. Rach uns vorliegenden Correspondenzen des Präsidenten oes Kölner Ruder- Vereins „Union* wurde die Gießener Ruder-Gesellschaft veranlaßt, gestützt auf ein Vorgehen des Kölner Ruder«Elub, sich vorderhand an der Kaiser-Regatta nicht zu betheiligen, eoent. bet einer später zu arrangirenden Regatta mit zu concurriren, wie auch dieses von der Union beabsichtigt war. Die Gießener Rudergesellschaft vertraute fest auf das Wort der Union und concurrirte am Sonntag nicht mit, während die Union von Köln, entgegen dem gegebenen Versprechen ruhig mtlstartete, aber dennoch keinen Preis errang. Ein derartiges Vorgehen einer kameradschaftlichen Gesellschaft gegenüber richtet sich von selbst. Gießen, 4. Juli. Wir lassen nachstehend die T age S ord nu ng für die Stadt- oerordneten-^itzung am Donnerstag den 5. Juli 1877, Rachmittags 4l Uhr, folgen: 1. Die Anlegung einer Straße zwischen Wallthor und Neustadt. 2. Gesuch der Kaufleute Heinzerling u. Tribus wegen Anlegung einer Ueberfahrt. 3. Die Erbauung eines neuen Justizgcbäudes. 4. Rohrlegung auf dem Seltersweg betr. 5. Waldwegbau im Gießener Stadtwald. 6. Die öffentlichen Anlagen um die Stadt. 7. Das Bauwesen des Bauunternehmers Kraus grill betr. 8. Gesuch der Frau Elise Lind um Bauerlaubniß. 9. Gesuch des L>chmtedmeisters Theodor Vogl um Erlaubniß zur Vornahme von Bauoeränderungen. 10. Desgl. des Spenglermeisters Rühl. 11. Gesuch wegen Errichtung eines Grabdenkmals. 12. Gesuch des Justus Benner wegen Anlegung einer Pumpe. 13. Gesuch um Erlaß von Communalsteuer u. s. w. 14. Decretur von Kostenrechnungen. V ermischteS. Gotha, im Mai 1877. Der Rechenschaftsbericht der hiesigen LebenSver- sicherungsbank für 1876, welcher jetzt den Ausschüssen der Versicherten zur Prüfung vorliegt und demnächst veröffentlicht werden wird, liefert Nachweis über die fevr günstigen Ergebnisse dieser Periode. Der Zugang an neuen Versicherungen betrug 35d5 Personen mit einer Versicherungssumme von 28,814,400 Kein früheres Jahr hat einen so starken Zugang nachzuweisen. Nach Abzug des mäßigen Abganges, der, soweit er bei Lebzeiten Statt fand, nur Vs Procent des ganzen Versicherungsbestandes betrug, erhob sich dieser Bestand für den Jahresschluß auf 48,707 Personen mit 307,551,700 V*L Versicherungssumme und es fand im Vergleich mit dem Bestände am Anfang des Jahres ein reiner Zuwachs von 2104 Personen mit 19,292,300 JL Statt. — Gleich günstig waren die finanziellen Ergebnisse des vorigen Jahres. Die Einnahme an Prämien und Zinsen im Jahre 1876 betrug 13,979,720 JL Nach Abzug der in 10,051,987 bestehenden Ausgabe stellt sich ein Zuwachs zum Bankfonds von 3.927,733 JL und nach Feststellung der Bilanz ein reiner Ueberschuß für 1876 von 3,773,573 JL heraus. Der letztere Betrag ist höher als in jedem früheren Jahre. Der Grund dieses günstigen Resultates liegt theils in dem guten Zinsertrag des Bankvermögens (der Durchschnittszinsfuß beträgt 4,78 Procent), theils in der mäßigen Ausgabe für Sterdefälle (507,985 JL unter Der rechnungsmäßigen Erwartung), theils in den geringen Verwaltungtzkosten, welche noch nicht 5e am Ansang des < Statt- - Gleich i Einnahme an M der in 10,051,987 ^ >27,733 JL und nach 73 F heraus. Der nb dieses MW 5 (bet Durchschallt^ ?rl)efätl( [507,985 «X 1 Jerwaltungskosten, x ftr 996 Stabe- «KL iftÖTiÄ f btt101 fäfliMÄ« zsicht na» atttl „ 6al6t3«wl*,t .Att die aus glaubte, 0( Ultl*, Id* tüt E---b" „rli-e'fjZnU" KK LOS 1 ,.i oers^ ' »ell rth tücf 60 Alte Kartoffeln 100 Kilo 10 A, Neue Kartoffeln 100 Kilo 35—38 A Der Bazar, Illuftrirte Damenzeitung ist das tonangebende, reichhaltigste Modejournal der Welt. Laut der beim Reichskanzler-Amt eingegangenen offtcteöen Liste der auf der Ausstellung in Philadelphia prämiirten Zeitungen ist dem „Bazar" von der Jury die Verdienst-Medaille zugesprochen worden. Diese Prämitrung erscveint um so werthvoller, als von allen deutschen Modezeitungen dem „Bazar" nur allein diese Auszeichnung zu Tbeil wurde. Bestellungen auf das Sommer-Quartal (Juli-Sep- tember) nehmen alle Buchhandlungen und Postanstalten jederzeit entgegen. Preis nur A 2.50 (in Oesterreich nach Kurs.) Probe-Nummern sind in jeder Buchhandlung vorräthig und gratis z» erhalten. (3613 Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. 3708) Nom 1. Juli an befindet sich die Spar- und Leilikasse in dem von ihr erkauften Hause in der Gartenstrasse (vor Wenzels Garten). Gießen, den 30. Juni 1877. _______________________14 ehr« Sparkasse-Rechner. Bekanntmachung« Die Verwaltung der Reichsbank-Nebenstelle zu Gießen wird am 6. d. Mkts dem Bank-Agenten Herrn C. W. Dietz II. daselbst übertragen werden. Frankfurt a. M., den 2. Juli 1877. Reichsbank-Hauptstelle: 3717) Faelligexi. Lohff.. 3705) In unserem Firmen-Register ist heute folgender Eintrag vollzogen worden: Jacob Bär mann zu Gießen betreibt dahier seit 18. März I- I. unter der Firma „I B ä r m a n n" ein kaufmännisches Geschäft. Gießen, den 30. Juni 1877. Großherzoglickes Stadtgericht Gießen. Bötticher. Versteigerungen. Arbeitsversteigerung zu Lollar. Donnerstag ben 5. Juli, Nachmittags um 5 Uhr, f- llen auf dem Rathbaus zu Lollar nachstehende Arbeiten durch öffentliche Versteigeren - in Accord gegeben werden, als: 1) Lieferung von Schicht-Pflaster- A H ft einen, veranschlagt zu 516 — ”2', Sandl eserung, veranschlagt zu 96 — 3) ©teinhredien, „ „ 54 60 4) Steins ähren, „ „ 105 — 5) Steinsetzen, „ „ 16 80 ■6) Sieinichlagen u. Decken derselben, veranschlagt zu . . 189 — Gießen, den 30. Juni 1877. I. A.: Körner, 3683) Bezirksbauaufseher Versteigerung von Ban arbeiten. Montag den 16. Juli d. I., Vormittags 10 Uhr anfangend, sollen nachstehende Arbeiten und Lieferungen zum Neubau einer Schul-Hofraithe für die Gemeinden Hachborn und Ilschhausen, unter den alsdann bekannt gemacht werdenden Bedingungen, an die Wenigstnehmenden in hem Bureau der unterzeichneten Stelle versteigert werden, nämlich: Maurerarbeit, veranschlagt zu 5398 A Steinhauerarbeit, „ 850 „ Zimmerarbeit, „ ff 3162 „ Dachdeckerarbeit, „ ff 2032 „ Schreinerarbeit, „ II 4012 „ Schlosserarbeit, „ ff 1385 „ Glaserarbeit, „ ff 1155 „ Weißbinderarbeit, „ ff 2385 „ Spenglerarbeit, „ ff 416 „ Schindeldeckerarbeit, „ ff 225 „ Pflasterarbeit, „ 394 „ Lieferung von 63 Cbm. Eichen- Stammholz, veranschlagt zu 3150 „ Lieferung von 113 Cbm. Nadel- Stammholz, veranschlagt zu 1469 „ Brechen, Anfuhren und Aufsetzen von 580 Cbm. Mauersteinen, veranschlagt zu 1334 „ Liefer, von 10 Mill Kaminsteinen und Plättchen, veranschlagt zu 304 „ Mesgl. von Tuffsteinen, veranschlagt zu . . . . 1t6 „ Desgl. von 590 Ctr. Kalk, veranschlagt zu . . - - 1062 „ Desgl. von 140 Cbm. Grubensand, veranschlagt zu 98 „ Desgl. von 15 Cbm. Schlackensand, veranschlagt zu .99 „ Desgl. von 25 Cbm. Kiefern- Stückholz, veranschlagt zu . 250 , Desgl. von 36 Ctr. Kornstroh, veranschlagt zu . . . 72 „ Desgl. von 70 Gebund Zäumgerten, veranschlagt zu . 35 „ Pläne und Voranschläge liegen bei unterzeichneter Stelle zur Einsicht offen. Hachborn, am 28. Juni 1877. Der Bürgermeister: 3706) Preiß. Aeilgcbotenes. Bade-Netze für Kinder und Erwachsene, empfiehlt Louis Senner. 3701) Neues und gebrauchtes Bettwerk billigst zu verkaufen bei LouiS Rothenberger, ___________________Neuenweg 193. > Gothaer Cervelatwurst, prima Qualität, empfiehlt 3361)____________Gg. Wilh Weidig. 3712) Einen schönen rothscheckigen Berner Bullen, dienstfähig, hat zu verkaufen __________Konrad Zimmer, Lich. Aus den Abbruch verkaufe Mittwoch den 4. Juli, Vormittags H Uhr, meinen Holzbau in der Dreihäusergasse. L. Müller, 3691)Mäusburg B. 48. Fr. 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B K"nn Wittwe, _______________________Frankfurterstroße. 3626) Ein Familienlog'S, bestehend aus 5 schönen Zimmrn nebst Zubehör, ist zu oermiethen und den 1. September zu beziehen. Emil Lotz, Kirchenvlatz. Iermischte Anzeigen. 3700) Ein junges Mädchen sucht Stelle in einem Ladengeschäft, oder als Stütze der Hausfrau; zu erfragen in der Expeo d. Bltts. CXXXXX2DQDOIOCOQO E . Unserem lieben E. Men . la seinem heutigen Wiegenfeste die Q beste Gratulation. ö 3709) I 3715) Ein gut empfohlenes Mädchen für Küche und Hausarbeit wird auf sofort gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 3703) Weißbinder Gesellen finden dauernde Beschäftigung gegen hohen Lohn bei Steinmüller S» Schneider, _____________am Hamm._________ 3711) Einen Lehrling sucht Friedrich Doael, Schuhmacher in Wieseck. H 3319) (1114 Monatsversammlung Julius jRueft. Donnerstag den 5. Juli, Abends 8 llljr, im Cafe Geilfus Einladung. 3719) Am Donnerstag den S. Juli, Abends 8V4 Uhr, beabsichtigt C- R a i t h, Methodistenprediger aus Kasiel, im Saale des alten Rathhauses dahier, wieder einen bibl. Vortrag zu halten. Der Zutritt ist frei und Jedermann wird hiermit freundlichst eingeladen. Gesdiälls-Verlepng; Einem verehrten Publikum die ergebene Anzeige, dass ich mit Heutigem mein seitheriges Local verlassen und meinen Laden in das von mir erkaufte, frühere Plank- sche Haus (Laden des Rhein. Kleider -Bazars), verlegt habe. Durch die Vergrösserung meines Locals habe meinem happen - Geschäft eine weitere Ausdehnung gegeben und bin jetzt in der Lage, grössere Lieferungen von Mützen jeder Art für Militär, Eisenbahnbeamte und Gesellschaften etc., in kürzester Frist bei solider und geschmackvoller Ausführung zu übernehmen. Gleichzeitig empfehle die Filiale meines Schwagers WILLSTÄDT aus Mainz in allen Arten Mainzer Schuhwaaren von den gewöhnlichsten bis zu den feinsten Sorten zu billigsten Preisen. Haupt lag er des Schuhlagers in Mainz. — Filialen: Giessen, Aschaffenburg, Zürich und Bern. swr Alle vorkommenden Reparaturen werden prompt und billigst besorgt. Bestellungen nach Maass werden innerhalb 48 Stunden ausgeführt. Achtungsvoll 3632) Die Mitglieder des Konsum Ncrcins wollen ihren Bedarf an Stück-, Knabbel- oder gemischten Lteintohlen bei Herrn Kalkhof schriftlich angeben. Pöschel’s Bierhalle. 3722) Mittwoch den 4. Juli: Großes Coneert, ausqeführt vom Musikkorps des 2. Grofih. Hcff. Jnf.Reg. Nr. 116, unter Leitung ihres Kapellmeisters Herrn C. Krausse. Anfang V28 Uhr. — Entree 25 Pfg. Sonntag den 8. Juli 1877: Saal-Einweihung bei Ji (>. llaarmann. (ol mittags 3 Uhr, vom Sterbehause aus statt. (3720 I Todes Anzeige. Statt besonderer Mittheilung Verwandten und Bekannten die traurige Nachricht von dem heute Nacht nach längerem Leiden erfolgten Ableben unseres unvergeßlichen (statten, Vaters und Schwiegervaters Jolle Heinr. Fuhr« Wir bitten um stille Theilnahme. Die trauernden Hinterbliebenen. 'S) Die BccrdMNst findet Mittwoch bcn 4. Juli, stlach- Technische Fachschulen der Stadt Buxtehude bei Hamburg. (Reorgan.Technikum)Bau- gewerk-, Kunstgewerbe-, Maschinenbau- u. A'chttektur-Schule.— Diplom- u. Meisterprüfungen. — Städtische Logirbäuser. — Vorschule d. 9. Oktober, Hauptkursus den 6. November. Programme u. Lehrpläne gratis. Schleunige Anmeldungen an den 3716) Direktor lllttenkofer. Besuch im Winters. 1876/77 — 226. g 3710) Eine gute Köchin, ges. Alters, welche auch einer Haushaltung selbstständig üovfleben kann und gute Zeugnisse besitzt, sucht baldigst Stelle. Nähere Auskunft ertheilt die Exped. d. Bltts._________________ Oelgemälde werden retoucdirt und gc firnißt. Wo? fugt dieExp. d. Bltts._________________ 3692) Ein Mädchen, das kochen kann und gute Zeugnisse aufzuweisen hat, wird auf alsbald nach Offenbach a. M. in Dienst gesucht. Näheres zu erfragen bei der Erped d. Bltts. 3680) Ein Mädchen sucht eine Stelle für alle Hausarbeit oder als Kindermädchen. Zu erfragen bei Margaretha Ger lach zu Fellingshausen bei Rodheim a. d. Bieber. o #/ / .v *> s* den Landg fachen; die ft baßere Verdienst !'* ben d-mgend 1'1*2 “'m in ?'[ldb »ach j bl«it aber in f ilnroeie Wen ei'J "uzutrrten. mr rinjn Mensche nen Armen inm J" «’Ä Lin 0Me unb , ■»Tiit" Kn * p-rs >‘Rer0efo' bin '°>ch, .Vl1 fei*l Mft 9=1 > barfit 41,1,1 SÄ «’t ''tiii'a* "'inbe '* Srttenb