Sonntag, den 4. März 1S?7. Io. 53 Pitthan. Peiler, |C Nachricht, daß Btfl* wird, weil das Deckerssche Grundstück in der Wilhelmstraße, welches an das Reichskanzler-Amt grenzt, über kurz oder lang für andere Reichszwecke nutzbar gemacht werden dürfte. Eine vielfach verbreitete Angabe will wissen, das besagte Grundstück sei für Zwecke der Reichspost angekauft. Altona, 2. März. Bet der Neuwahl zum Reichstage erhielt nach den bisher vorliegenden Ergebnissen der Candidat der vereinigten liberalen Parteien Karsten (Fortschritts-Partei) 13,196 Stimmen, der Candidat der Social-Demo- kraten Hartmann 12,425 Stimmen. Aus zehn Wahlbezirüen fehlen noch die Berichte. neuer Pumpe« -Humpen pünktlichst h Weber. tseld. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. (1160 11 Taal: Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Expedition: Schul st raße, Lit. B. Nr. 18. stellt hätte. Berlin, 2. März. In der Deckersschen Geheimen Ober-Hofbuchdruckerei ist allen Angestellten mitgetheilt worden, daß am 1. Juli d. I. die Anstalt in andere Hände übergehen wird. Nach hiesigen Blättern hat das Reich nach dem kürzlich erfolgten Ableben des Herrn R. v. Decker die schon früh r eröffneten Verhandlungen wegen des Ankaufs des Grundstückes und des Geschäftes so rasch in Fluß gebracht, daß sie nunmehr zu einem gedeihlichen Ende gebracht werden konnten. Falls der Reichstag zustimmt, wird die Druckerei unter der Bezeichnung: „Kaiserliche Geheime Reichs-Druckerei" in allerdings etwas beschränktem Umfange weitergesübrt werden, denn sie soll sich lediglich aus die Ausführung solcher Arbeiten beschränken, welche ihr von Reichswegen znfallen. Wahrscheinlich ist es auch, daß die Officin in ein anderes Gebäude verlegt Keutschlavd. < Berlin, 1. März. In der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses j wurden tn dritter Lesung die Gesetz-Entwürfe bezüMch der Ausdehnung des I Fischerei-Gesetzes aus Lauenburg und der Grenz-Regulirung mit Hamburg angenommen. Anläßlich der Anträge der Abgg. Bernhardt und Meyer beschloß 1 das Haus, an die Regierung die Aufforderung zu richten, daß die Aufforstun- ' gen im Interesse der Wald-Cultur rascher, als bisher, erfolgen und über die > vorhandenen Forst-Ländereien, sowie die aufzuforstenden Strecken statistische Er : Hebungen angeordnet werden. Zum Bericht der Staatsschulden-Commission über die Verwaltung des Staatsschuldenwesens pro 1875 wurde ^Decharge er» theilt und gleichzeitig dem Commissions-Antrage gemäß gegen die Stimmen des Centrums und der Fortschritts-Partei folgender Beschluß gefaßt: Das Haus erklärt, daß der im Berichte der Staatsschulden-Commission dem Finanz-Mini sterium gemachte Vorwurf, wonach dasselbe tn Widerspruch mit den gesetzlichen ■ Bestimmungen an Stelle der Staatsschulden-Commission die Vorbereitungen zur Anfertigung von 100 Mill. Mark Schuldverschreibungen veranlaßt habe, nach Lage der Acten unbegründet und das Verhalten des Finanz-Ministers und der Hauptverwaltung der Staatsschulden durchaus gesetzmäßig ist, daß die in jenem Berichte enthaltenen Berechnungen über die noch offen stehenden Credit-Bewilli- gungen mit den Abtheilungen des Finanz-Ministers nicht übereinstimmen, daß endlich die Staatsschulden-Commission aufzufordern ist, ihrem nächsten Berichte eine Uebersicht über die noch offenstehenden Credit-Bewilligungen beizugeben. Im Verlaufe der Debatte über diese Angelegenheit legte der Finanz-Minister in längerer Auseinandersetzung die solide Basis der preußischen Finanzen dar, wohingegen Lasker, der im Uebrigeu die vom Finanz-Minister bei Geld-Operationen bewiesene Geschicklichkeit anerkannte, es als Streitfrage bezeichnete, ob diese Geschicklichkeit stets zum Segen des Volkes ausgeschlagen sei. — .Im Herrenhause wurde der Gesetz-Entwurf betreffs Anwendung gewisser Bestände für außerordentliche Bedürfnisse der Bauverwaltung im Etats-Jahre 1877/78, unverändert genehmigt und hierauf eine Anzahl Petitionen erledigt. Morgen stehen der Staatshaushalts-Etat und die Vorlage wegen der Berlin-Dresdener Eisenbahn zur Verhandlung. Berlin, 1. März. Die russischen Abrüstungs-Gerüchte in erglischen Blättern, im Parlamente schon amtlich widerlegt, waren offenbar daraus entstanden, daß gegen Ende voriger Woche verlautet hatte, man sehe in Petersburg dem Rarhschlage Englands entgegen, der Türkei eine gewisse Frist zu bewilligen und inzwischen abzurüsten, wie das ja Lord Derby in seiner Rede im Parlament angedeutet hat. Dies stand auch keineswegs im Widerspruche mit der schon vorige Woche aus Wien und Paris telegraphirten Nachricht, die Türkei werde sich an die Mächte wenden, daß sie Rußland zur Abrüstung fcr wegen sollten, aber Rußlands Gegenforderung einer collectiven Garantie ist vorhergesehen. Jene Gerüchte sind daher um so problematischer für den Frieden, als das Verlangen der Abrüstung in ähnlichen Fällen die Lage nur verwickelt hat und die Mächte sich daher, wenigstens in osficieller Form, damit vorsehen werden. Berlin, 1. März. Die Schließung des Landtags wird dem Verneh. men nach am Sonnabend, 2 Uhr Nachmittags, durch den Vice-Präsidenttn des Ministeriums, Finanz-Minister Camphausen, stattsinden. - Wie die „Post" vernimmt, wäre die Berufung Maybach's zum Unter- Staatssecretär im Handels-Ministerium auf die specielle Initiative des Handels- Ministers zurückzusühren, der dem ersteren schon vor der ebenfalls auf seinen Vorschlag geschehenen Berufung zum Präsidenten des Reichs-Eisenbahnamtes den Posten als Unter - Staatssecretär im Handels-Ministerium in Aussicht ge- Pari-, 1. März. Der Deputirte Marquis de Castellane, der, wie die hiesigen Blätter melden, unter gerichtliche Vormundschaft gestellt worden, ist ein so rasender Spieler, daß er eines Tages 18 Stunden lang hintereinander spielte, obgleich er zuletzt so ermüdet war, daß er sich die Karten von einem Bedienten halten ließ. Eine bekannte Dame des Faubourg St. Germain wurde ebenfalls unter Vormundschaft gestellt. Dieselbe spielt zwar nicht um Schätze dieser Welt, aber um Schätze des Himmels, denn sie gab ungeheure Summen an die Geistlichkeit. Trotzdem sie unter Curatel steht, erschien sie doch wieder auf der Liste der Dupanloup'schen D^fense für die Militär-Geistlichen mit der Summe von 200 Franken. — In Dünkirchen verweigerte die katholische Geistlichkeit die Einsegnung eines jungen Mädchenö katholischen Glaubens mit einem Israeliten. Man war in Rom eingekommen, aber es erfolgte eine abschlägige Antwort. Knglaud. London, 1. März. Dem „Reuter'schen Bureau" wird aus Washington telegraphirt : Im Repräsentantenhause haben aufgeregte Debatten stattgefunden, da die Demokraten Verzögerungen bei Prüfung der Wahl-Stimmen herbeizu- führxn suchten. Hayes ist aus seiner Reise von Columbus nach Washington in Ohio mit Ovationen gefeiert worden. — Die Schuld der Vereinigten Staaten hat sich im Februar um 2,704,000 Doll, vermindert; im Bundesschatz befinden sich 90,264,000 Doll, in Gold und 9,123,000. Doll, in Papiergeld. London, 2. März. Bei der Parlaments-Wahl in Oldham siegte der liberale Candidat Hibbert. Malta, 27. Februar. Bekanntlich ist vor 18 Monaten der Oberst Baker des 10. englischen Husaren-Regiments wegen Beleidigung einer jungen Dame aus einer Eisenbahnfahrt des Dienstes entlassen worden. Nach ausge- ftandenem einjährigem Arrest nahm er Dienste in der türkischen Armee und erhielt letztlich das Obercommando der Kavallerie. Nun haben sich jetzt durch seine Vermittelung 150 auf Halbsold stehende englische Officiere dem Sultan erboten, bei ausbrechenöem Kriege mit Rußland in türkische Dienste zu treten; der Antrag wurde mit Wohlgefallen ausgenommen, und schon hat Oberst Baker 6 Officiere kommen lassen, von denen jeder das Kommando eines Kavallerie- Regiments erhalten soll. — Mittlerweile hat sich jetzt die englische Flotte in der Levante zerstreut; ein Theil ist in Athen geblieben, mehrere Schiffe sind in Coifu, Smyrna und anderen türkischen Häfen. Der Viceadmiral Drummond mit feinem Flaggenschiff „Herkules" wird hier erwartet, und der Prinz Alfred, Herzog v. Edinburgh mit seiner Fregatte „Sultan" ist vor einigen Tagen angekommen. Seine Gemahlin, die russische Prinzessin Alexandrowas, ist mit dem Kanonenboot .Helicon" von Athen zurückgekehrt. Drummond ist zum Admiral avancirt und geht nächstens nach London ab. Zu seinem Nachfolger wurde der Viceadmiral Hornby ernannt, und dieser ist schon unterwegs mit einer neuen, noch größeren Fregatte, der „Alexandra." Wir werden somit (1157 liebtnen. R 4. Marz187/ irM rst- und Domänen? ist mir untern ptt für das Groß? hierdurch zur össinl- Kfct ohne weitere Emilie zu vermiethen 'ziehbar. tot, Franksurterstraße, dilkdrtz ilogis per 1. IM 8, Grünberger Straße. le Lnzeige«. itn in Mathematik . Stereometrie! echiil Ik'Ngasse 88, t Tr. M Df§ Mädchen in mim vtr 25. Mar- ßtW mWnU it an wobne ich id ,hl, Reichend C-M ;er, Herrenkleidcrmachtt. i 6—8000 X zum M ingtzgeldern bereit. Wal Bltts.__ Hesteneich. Wie«, 1. März. Die „Polit. Corresp." enthält eine Meldung auS Belgrad, wodurch bestätigt wird, daß das Friedens-Instrument die drei Punkte in sich begreift: Status quo ante bellum, allgemeine Amnestie und Rückzug der beiderseitigen Truppen hinter die alten Grenz-Linien binnen 12 Tagen. Bon Garantieen findet sich, wie ebenfalls bekannt, in dem Document keinerlei Erwähnung. Pesth, 2. März. Das Unterhaus hat in zweiter und dritter Lesung das Gesetz angenommen, wodurch die. mit der Südbahn abgeschlossenen Verträge theilweise abgeändert, bezw. ergänzt werden. ArauLreich. Lehrer-Conferenz der Conferenzbezirke Gießen, Großen Linden, Lollar. Samstag den 10. März, Anfang 10 Uhr, in Gießen (Caf6 Ebel.) Gießen, den 2. März 1877. Büchner, Kreisschulinspector. zwei Admiralschiffe hier haben, da der „HerkuleS" die Flagge des Contre- admtralS Rice aufziehen wird. — Italien besitzt jetzt das größte und stärkste in Europa existirende Dampfschiff, „Duilia", genannt; dies ist ein Mißstand, welchen England nicht dulden kann, und schon ist ein noch größeres und stärkere- in Bau genommen worden. (A. Z.) Kutzlasd. Petersburg, 1. März. Die Nachricht der „Times" über eine angebliche Sitzung des Ministerraths unter dem Vorsitze des Kaisers, in welcher beschloffen wäre, nach Abschluß deS Friedens zwischen der Türkei und Serbien, sowie Montenegro die Armee zu demobilisiren, ist durchweg unbegründet; weder liegt ein solcher Beschluß vor, noch fand ein derartiger Ministerrath statt. Conseil-Sitzungen, wie fie in anderen Staaten zur regulären Organisation gehören, sind hier überhaupt nicht herkömmlich und könnten nur in Folge aus- nahmsweiser Berufung stattfinden. Ein Staats-Ministerium, welches reguläre Sitzungen hielte, exis.irt in Rußland nicht; das vorhandene Minister-Comitö ist etwas anderes und zählt auch andere Personen, als die Minister zu Mitgliedern. • Türkei. Konstantinopel. Die Wiener „Preffe" schreibt: „Die bei Täbris conceutrirte persische Armee beträgt 22,000 Mann Infanterie; 8000 Mann Kavallerie werden in nächster Zeit aus dem Innern in Persien eintreffen. — Ans verschiedenen Theilen des türkischen Reiches lausen Berichte über maffen- hafte Fälschungen der türkischen Banknoten ein. Die Regierung hat Special- Commissionen in die einzelnen Provinzen zur Untersuchung der Angelegenheit entsendet. — Seit zwei Monaten schon fällten im Auftrage der Behörden von Rustschuk 80 Arbeiter, die von einigen Aufsehern begleitet waren, Holz auf der Insel Guramnei, die zu dem Donau-Vilajet gehört und nie von der fürstlich rumänischen Regierung als ihr Gebiet beansprucht wurde. Diese Arbeiter wurden am 21. Februar von 50 Walachen unter Anführung eines Osficiers mit Pistolenschüssen angegriffen. Ein Gemeinderath und ein Arbeiter wurden ge- tödtet und darauf 13 Arbeiter als gefangen nach Giurgewo geschleppt." Konstantinopel, 1. März. Das Friedens-Instrument ist heute vou dem serbischen Abgeordneten und dem türkischen Minister des Auswärtigen unterzeichnet worden. Die montenegrinischen Unterhändler treffen heute Abend hier ein. Heute haben auch die Deputirten-Wahlen stattgefunden. Aurnänien Bukarest, 1. März. In der Deputirten-Aammer gab der von der Regierung vorgelegte Gesetz Entwurf über das Staats-Rechnungswesen zu einer lebhaften Debatte Anlaß, bei welcher das Ministerium erklärte, aus der Annahme der Vorlage eine Cabinets-Frage machen zu wollen. Kriechenland. Aus Athen, 28. Februar, wird der „Agence Havas" telegraphisch gemeldet : „Die englische Admiralität hat der gesammten englischen Mittelmeer- Flotte den Befehl gegeben, sich sofort in Malta zu sammeln. Hier im Piräus bleibt nur der Research. Dieses Zurückgehen der englischen Flotte aus den türkischen und griechischen Gewäffern wird als die Folge einer Verständigung der Großmächte betrachtet." Amerika. Aew-Aork, 2. März. Der oberste Gerichtshof hat der Regierung die Vefugniß zur definitiven Regelung der Personen-Tarise auf den Eisenbahnen zugesprochen. Washington, 1 März. ^>ayes ist heute von der Stadt Columbus nach Washington abgereist. Dec Senat hat mit Einstimmigkeit die gegen die Wahl-Certificate des Staates Vermont vorgebrachten Einwendungen zurückgewiesen. Washington, 2. März, 4*/4 Uhr früh. In gemeinschaftlicher Sitzung beider Häuser der Congreffes wurde Hayes als mit 185 Stimmen gewählt zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Nordamerika proclamirt. Lokal-Notiz. Gießen, 3. März. Der derzeitige Rector unserer Landes-Universität, Professor Dr. Bürkel, ist beute Morgen fernen Leiden erlegen. Gießen, 3. März. Bitte, Bitte! Das schwere Gewölk, welches uns am Dienstag Abend das himmlische Schauspiel der gänzlichen Mondve-finsterung öfters verhüllte, bat gleichzeitig Schneemassen herabgeschüttet, daß die gütige Erde wieder weit uno breit mit dem weißen Leichentuche bedeckt ist und die armen gefiederten Frühlinas- boten, welche dem Lenz-Prospekt des trügerischen Winters trauten, um ihr tägliches vrod sich gebracht seben. Die lieben kleinen Gesellen, welche so weite Reisen gemacht haben, um in unserer Brust die Hoffnung auf eine bessere Zeit zu wecken, sie müssen Roth leiden und kläglich enden, wenn ihnen die fürsorgliche Hand des Menschen nicht schleunig Hilfe bringt. Die Futtermagazme, die zu früh ihren Einzug bei uns gehalten, sie liegen unter dem Schnee und zwitschernd flehen die HunMigen: „Gedenkt unserer Roth und gebt uns Brod!" «ießen, 2. März. In bet heute stattgehabten öffentlichen Sitzung Großherzog- liche,' Hofgerichts der Provinz Oderbessen wu?bcn bie Haupt- unb ErgänzunaS-Ge- schworenen für bie mit Montag den S. April, Vormittag- 9 Uhr, beginnenden Sitzungen be8 Schwurgerichts vom II. Quartal, für welches der Grotzherzoglicbc Hof genchtsrath Herr Dr. ftlein zum Präsidenten unb Großherzoglicher Hofgerichtsrath Herr von Herff zu dessen Stellvertreter bestimmt worben ist, in folgender Reibenfolae ausgeloost- ’ b I. Ergänzungs-Geschworene. 1. Heinrich Michael Merz. Bauunternehmer, 2. Dr. Tuisko Lorey, Professor, 3. Wilbelm Reiber. Tapezierer. 4. Dr. August Streng, Professor, 5. Friedrich Textor, Bierbrauer, 6. Dr. Wilhelm Oncken, Professor, 7. Ernst Wallenfels, Bäcker, 8. Dr. Theodor Keim, Professor, 9. Dr. Hermann Hofmann, Professor, 10. Philipp vchlatter, Kurzwaarenhändler, 11. irrtedrich Vartb, Hofgerichts-Advocat, 12 Dr. Karl Mubl, Hofgerichts Advocot; sämmtlich in Gießen. _ K Haupt-Geschworene. 1. Ludwig Kopp, Oeconom in Ossenheim. 2. Richard Westeruacher, Pachter in Lindheim 3. Heinrich Kasper, Landwirth in Altenburg. 4 Johannes Reibling, Landwirth in vrauerschwend. 5. Johannes Becker II., Landwirth in Ober-Ofleiden. 6. I. K. Brückmann, Oeconom in Dortelweil. 7. Johannes Specht, Landwirth in Leusel. 8. Philipp Schmidt I Müller in Holzhausen. 9. Moritz Stahl, Fruchkhindler in Friedberg. 10. Seligmann Bauer, Leberhändler in Scholten. 11. Emanuel Reis, Fruchthändler in Echzell. 12. Louis Wießler, Ellenwaarenbändler in Butzbach. 15. Heinrich Drcffrndach XI., Landwirlh in Berstadt. 14 Jean Beck-r, Elsenhänbler in. Lauterbach. 15. Karl Gross, Kaufmann in Homberg a. b £). 16. Heinrich Rühl I., Landwirth in Gettenau. 17. Johannes Hormann, Landwirth in Nieder-Ofleiden. 18. Heinrich Adam Brack, Landwirth in Düdelsheim. 19. Heinrich Fauerbach. Oeconom in Rieder-Wöllstadt. 20. Heinrich Muth IV., Bürgermeister in Gettenau. 21. Ioh. Heinrich Jhring, Bierbrauer in Lich. 22. Heinrich Kalbfleisch, Müller in Billertshausen. 23. Wilhelm E'k, Müller tn Nidda. 24. Jacob W'lhelm Otto, Oeconom in Büdesheim. 25. Heinrich Wilhelm Alles, Pochier in Nieder-Florstadt. 26. Friedrich Habicht, Branntweinhändler in Lauterbach. 27. Kar! Fried ich Wilhelm Keller, Oeconom in Ossenheim. 28. Karl Ludw a Zimmer II, Müller in Nieder-Be,fingen. 29. Georg Stoll vi., Landwirth tn Echzell 30. Adolph Schlaffer, Landwirth in Elpenrod. Vermischtes. Schlüchtern. In diesen Tagen cirkulirte nach dem »Schl. Krbl" unter der hiesigen Bürgerschaft eine Petition um Aufhebung der Frohnden. Es hat sich nämlich sonderbarer Weise unsere Stadt ein altes Herkommen erhalten, wonach jeder Bürger jährlich einen Haufen Chausseesteine zu zerschlagen hat. Natürlich verrichteten nur die weniger bemittelten Bürger diese Arbeit selbst, während die bemittelteren solche für ca 2 Jt von den Steinklopfern versehen ließen. Es bildeten diese Frohnden sonach eine — und erfreulicher Weise in Schlüchtern die einzige — Art von Lommunalfteuer Da nun aber die Nichtbürger (ein nicht unbeträchtlicher Theil der hiesigen Einwohnerschaft) von der Frohnde befreit waren, so wird tn der erwähnten Petition um der Gleich, ftellung willen Abschaffung derselben verlangt. — Aus der Oberpfalz wird die Copie deS folgenden Leumunds- und VermSgens- zeugnisses mitgetheilt, welches unlängst ein dortiger Dorfbürgermeister einem Ortsein- wohner ausgestellt hct, der Anstellung im niederen Bahndienst sucht: „Sein Leumulh ist talentvoll unb bctragenswerth. Vermögensoerhältnisse besitzt er keine. Doch lebt er in Contumaziam." (Csncubinat ist gemeint). — In Paris fiel neulich eine wirlich einzige, eben so galante als tragische Kuß, geschichte vor. In einer lustigen Gesellschaft von Herren unb Damen Sußerie Jemand, er wolle, wenn es eine Wette gälte ferner Geliebten in zwei Stunden 500S Küsse geben. Ein Engländer hört dies unb fühlt seinen Instinkt sich regen; er wettet um t00 LouiS- d'or auf das Gegentheil. Der Kußtapfere macht sich mit Bewilligung seiner lachenden Geliebten an das Werk, aber bringt eS höchstens auf 1600 Küsse. Unb habet haben sich beide Iheile so angestrengt, daß er den Lippenkrampf, sie eine starke Ohnmacht unb ber Engländer bie 100 Louisb'or baoon trägt. — Die Sternwarte von Cambridge verbittet sich die Nachbarschaft einer Eisenbahn. Es wird in dem Berichte derselben darauf hingewiesen, daß die Great-Northern Eisenbahn-Gesellschaft die Erlaubniß des Parlaments zur Anlage einer Bahn nachsuche bie nicht mehr als 520 Meter von der Sternwarte entfernt sei. Eine derartige Nachbarschaft würde die Genauigkeit ber Beobachtungen ernstlich schädigen ober sogar völlig verloren gehen lassen. Die Oberfläche bes Quecksilbers werde oftmals von einem Elsen- bahnzuge, ber 1V» Kilometer von einer Sternwarte entfernt sei, beeinflußt, noch ehe man das Geräusch des Zuges vernehme. Auch werde die Lage der Instrumente durch die Schwingungen geftBrt, daS Schlagen der Uhr durch den Lärm und das Pfeifen der Locomotioe unhörbar gemacht. Die Behörde empfiehlt daher eine Gegenpetition an das Parlament durch die Universität Cambridge. — Aus Appenheim häufen sich die Klagen über Zuchtlosigkeit der Schuljugend. Neuerdings wird uns berichtet, daß bei einer Tanzmusik am Fastnachtsonntage die liebe Jugend so stark vertreten war, daß, nachdem bereits die Lichter angezündet gewesen, vom Orchester herab geblasen unb verkündet wurde: „Eben gibts einen Tanz für die Schulkinder!" worauf dann in der That die Klänge einer Ealoppade mit obligatem Text die gesammte Jugend in Bewegung gesetzt hatten. Man könne sogar bet jeder Tanzmusik noch um Mitternacht Schulkinder lärmend herumlausen ober schlafend tn den Ecken sitzen seben. Unser Correspondent bezweifelt, ob dies auch in anderen Orten vorkomme (leiber ja!) und ob daS neue Schulgesetz solches zulasse. Gewiß nicht; mir sinb jedoch ber Meinung, daß dem Unfug radikal gesteuert werden könnte, sofern die Ortspolizeibehörde, wozu sie das Recht hat, nur einigermaßen energisch einschritte. — In einem der New-Yorker Polizeigerichte trug sich dieser Tage folgender Fall zu: Der erste Arrestant, der dem besonders gut gelaunten Richter Smith oorgeführt wurde, war ein Deutscher Namens Chr. Kahn. Er hatte als alter Unionssoldat eben feine Pension erhoben und zur Stärkung zwei Gläschen Bier getrunken, die ihm tn den Kopf gestiegen waren und bie ihn verhindert hatten, seine« Weg nach Hause zu finden. Nach Anhörung des Thatdestandes erklärte der Richter, sein wohlwollendes Gesicht in ernste Falten zwingend: „Ich vergebe Ihnen, daß sie betrunken waren; aber daß Sie als Deutscher nicht mehr als zwei Glas Lagerbier vertragen können, Haden Sie mit zwei Dollars zu büßen!" (Doch erwischt!) Er kam sehr spät in der Nacht nach House und war augenscheinlich in einem Zustande schwankender Gemüthsftimmung. Nachdem er eine Viertelstunde lang an dem Schlüsselloch berumgearbeitet und schließlich die Thür geöffnet hatte, sprach er leist zu sich selbst: , Ich muß ver — verdollt leise sein, damit ich Me «ölte nicht aufwecke". Cr schlich sich wie ein JltiS aus seinen Kleidern heraus und gratulirtc sich selbst zu seinem Erfolge, als er im Bette lag, ohne daß seine OeGahlrn aufgewacht war. Schon mochte er ungefähr fünf Minuten an ihrer Seite geruht haben und war dem Entschlummern nahe, da sprach zu ihm eine ruhige, klare und scharfe Stimme: „Wie, mein Liober, willst Du wirklich Deinen Cylinderhnt über Nacht auf« behalten?" — Ein Franzose, ber längere Zeit in Deutschland gelebt hatte unb etwas Deutsch verstand, machte einst folgende drollige Verse: Wie die Knosp am Rosenstock Abbeißt, auffrißt Ziegenbock, So der Tod das Mensch frißt auf Nach sein kurzes Lebenslauf. — Ein weiser Mann, von welchem der König Salomo hatte lernen können, ist Richter Duffy in Newyork. Vor ihm erschienen jüngst, gegenseitig sich bett Diebstahls anklagend, zwei achtbare Bürger, John Koler und Paul Kan.tz, und der Gegenstand ihrrtt Strcites war ein gewaltiger Nv»de mit obligaieni inne sogar bei jeder en oder schlafend m uch in anderen Orten t. (9e»i6 nicht; wir m könnte, fofern die ergisch einfchritte. r Tage foigender^ü er Smith oorgefilört et Uniinssoisat eben inlen, die ihm in den nach Hause zu finden, lmollendes Gesicht waren; aber daß St nnen, haben Sie mit -m berührten früher Ufer'scken beraeOellt. Meine Wohnung befludet sich von Heute an in dem früheren Metzger Plank' scheu Hause, Ecke der Mausburg und Wettergaffe. 1189) Rau lenst rauch. y Italienische u. deutsche Eier H in Originalkisten zu Cngrosvreisen " Rothe Zwiebeln, sowie Knoblauch, prhxa Qualität, Heilgevotenes. 1166) Ein Seyner Kochofen, Stein' koblencinrichtung, 1 kupferner Waschkessel stehen billig zu verkaufen bei _______Joseph Beyfuß, Neustadt. Gute Cßkartoffeln, per Malter 6 je 50 auch in kleineren 1162) Von Heute a> wokne ich be Herrn Georo.M ödl, Reicden'and C. 132. Hermann Malthc-, Herrcrklcidermacher 1156' Em braves SJ/äbctcn m einen Fle nen Hiusbalt per 25. März gesucht. Neustadt D. 219. Holzversteigerung im Oppenröder Gemeindewald. Donnerstag den 8. Mäiz 1877 soll in dem District Gründchen nachverzeichnetes Holz oeifteiflert werden, als: 1 Eichen-Baustomm von 1,66 Festmtr. 178 Fichtm-Stämme von 15—30 Ctmtr. Durchmesser und 6—18 Mir. Länge, zus. 57 Festmeter, 350 Fichten-Derbstangkn von 7—14 Etmtr. Durchmesser und 6—16 Mtr. Länge, zus. 38 Festmeter, 86 Reisstangen, zus. 2,31 Festmtr., 24 Rmtr. Bucher- u. Nad- I-Nundscheith., 34 „ Nadel-Knüppelbolz, 60 „ „ Stockholz, 2,230 Wellen deSgl. Reisbolz. Vie Zusammenkunft ist Bormittags 9 Übr an dem Vicinalweg nach Aldach und der Anfang an dem Bau- und Wetkbolz. Bemerkt wird, dost sämmiliches Holz mit chaussirten Weg liegt, und kann zu jeder Zeit abgefahren werden. Oppenrod, am 1. März 1877. Großherzogliche Bürgermeisterei Oppenrod- ____________Petri ________1J30 Holz-Versteigerung im Gießener Stadtwalde. Montag den 5. Mürz 1877, von Vorm ttags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadlwalde, in dem Di- ftiicte Philosophenwald, nachverzeichnetes Holz ve>steigert merken: 44 E'chen-Stämme, mit 23,70 Festmtr., 1062 Kiefern-Stämme, ,, 404,62 „ für Sch»ksNer geeignet. 87 Klesrrn-Staugen, mit 4,44 Die Zusammenkunft ist bet per Leib'schm Wirtbschaft im P^llosopbenwold. Gießen, den 27. Februar 1877. (1117 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. A. B r o m m. Permlschte Anzeigen. 1184) Letzten Donnerstag wurde eine Pferdedecke verloren. Gegen Belohnung abzugebrn in der Exped. d. Vl.____________ 1187) Ein Arbiter kann sofort Schlaf- stelle bekommen. Walllhorstraßc Nr. 143. Scheukttiuiuen finden sehr gute Stellen durch Frau MatheS, 1174) Klappergasse 55, II. Stock, Sachsenhausen bei Frankfurt a. M 1152) Pnoaistunden in Malhemattk(M 'Cbra, Planimetrie. Stereomenie > ertheilt C. Cbeliu". W lk n-.-oss- 88, 1 Tr. hoch. Wermreryungen. 1185) Zwei ineinandergehende, gut mö; blirte Zimmer sofort zu vermiethcn. ___________________A. Petri, B 88z. 1172) Ein kleines FamilienlogiS ist auf sofort zu beziehen. ___________________Löwengasse Nr. 117. 1171) Schloßgasse A. 258 ist ein Familien- logis, aus 4 Zimmern bestehend, zu ver- mietden. __________________________ 1181) Möbiirtcs Zimmer zu vermietden. ________________Neustadt Lit- D. Nr. 57. 1186) Ern Laden mit Logis ist bis im Juli zu vermiethen bei Georg Vogt, Scltersweg. Zur gest. Beachtung. 1178) 31 (len geehrten Kunden diene hiermit zur Nachricht, daß ich das seither von meinem verstorbenen Manne betriebene Geschäft fernerhin fortführe, und werde stets für reelle Bedienung und solide Arbeit bestens Sorge tragen. Achtungsvoll ___________Ludwig Geissler Uwe. FrciWe städt. Feuerwehr« Stiftungsfest / am 10♦ März 1877, von Abends 8 Uhr an, in WENZEL’S Saalbau. Karten und Lieder zu 35 H bei Herrn E- Gail, Mäusburg, und am Eingänge des Saales. Die Feuerwehr würde sich freuen, in zahlreichem Besuch aus allen Ständen ein anregendes .Reichen des Dohlwollens zu finden. 1068) Der Vorstand-