Ho. s. Donnerstag, den 4. Januar 1877. chiekcncr HWiger Anzeige- imb A«jsM für its Kreis Gieße«. Erscheint täglich mit Ausnahme deS Montags» Gxpe-itionr Schulstraß's, Lit. B. Nr. 18. Preis vierteljährlich 1 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Poft bezogen vierteljährlich 3 Mark 50 Pf. Amtlicher Hheit. M e k a n n t m a ch u n g. I < ^Die Reichstagswahlen betreffend. Nachdem der Unterzeichnete für die vorstehenden Reichstagswahlen zum Wahlcommissär des ersten Wahlkreises des Großherzogthums, bestehend aus den früheren Kreisen Gießen, Grünberg und Nidsta ernannt worden ist, so bringt derselbe hierdurch zur öffentlichen Kenntniß, daß Sonntag den 14. Januar 1877, Vormittags 11 Uhr, in dem Sitzungssaale des Rathhauses zu Gießen die Durchsicht der Protocolle über die Wahlen in den einzelnen Wahlbezirken und die Zusammenstellung des Resultats der Wahlen stattfinden und sodann das Ergebniß der Wahl öffentlich verkündigt werden wird. Der Zutritt zu dem Local steht jedem Wähler frei. Gießen, den 2. Januar 1877. Der Wahlcommissär: v. R ö tf c r, Provinzial-Director. Gießen, den 3. Januar 1877. Betreffend: Die Reichstagswahlen. . Das Großherzogliche Kreisamt Gießen f an die Groscherzoglichen Bürqermeistereien Allendorf an der Lahn, Allendors au der Lumda, Bellersheim, Beltershain, Beuern. Birklar, Garbeuteich, Geilshausen, Gießen, Göbelnrod, Grünberg, Harbach, Heuchelheim, Hungen, Lauter, Lich, Muschenheim, Odenhausen, Röthges, Ruttershausen, Saasen, Steinbach, Stockhausen, Treis an der Lumda und Weitershain. Wir erinnern Sie an Erledigung der Verfügung vom 4. December 1876 binnen 3 Tagen b ei Meidung von 3 Mk. Strafe. v. Röder. . Gießen, den 29. December 1876 zu erledigen. v. Röder. Betreffend: Darstellung über den Zustand der Schulen, hier Verwendung des Geldbetrags der Schulstrafen für unerlaubte Versäumnisse. , Die Großherzogliche Kreis-Schul-Commission Gießen an die Schulvorstände des Kreises. Unsere Aufiage in rubricirtem Betreff, Anzeiger Nr. 288, ist von denjenigen Schulvorständen, welche noch im Rückstände sind, innerhalb 3 Tagen " Gießen den 29. December 1876. Betreffend: Darstellung über den Zustand der Schulen, hier der für Schulhausbauten entstandenen Kosten in den Jahren 1874, 75 und 76. Die Großhcrzogliche Kreis-Schul-Commisswn Gießen an vie Schulvorstände des Kreises. Wir erwarten von denjenigen Schulvorständen, welche unserer Auflage in rubricirtem Betreff, Anzeiger Nr. 287, noch nicht nachgekommen sind, Erledigung derselben innerhalb 3 Tagen. v. Röder. politisch Deutschland. Berlin, 2. Januar. Die in der Sitzung des Reichstages am 15. December v. Js. von dem Abg. Liebknecht aufgestellte Behauptung, „daß in neuester Zeit Kreuzbandscndungen, die von Seiten des socialistischen Central-Wahl- Comttäs nach Kirchhain adressirt wurden, in der Stadt Finsterwalde von der dortigen Postbehörde direct der Polizei überliefert worden sind", ist unrichtig. Eine ähnliche Beschuldigung gegen das Postamt Finsterwalde, wie solche der Abg. Liebknecht ausgesprochen, ist in der Nr. 27 der Zeitschrift „Vorwärts" enthalten gewesen. Auf den Antrag des Postamtes in Finsterwalde und unter Zustimmung des Rechtsbeistandes der Oberpost-Direction in Frankfurt a. d. O. ist die König!. Staatsanwaltschaft in Luckau bereits unterm 12. Decbr. v. Js. ersucht worden, gegen die Redaction der Zeitschrift „Vorwärts" das Strafverfahren wegen Verleumdung einzuleiten. Darmstadt, 30. Decbr. Die Nr. 56 des Großherzoglichen Regierurrgs- blatts hat folgenden Inhalt: 1. Finanzgesetz für die Jahre 1876, 1877 und 1878. 2 Verordnung, die Aushebung der Ober-Medicinal-Direction und die Organisation der Medicinalbehörden, sowie die Bildung der Medicinalbezirke betreffend. 3. Verordnung, die Fortführung der Grundbücher, insbesondere die dafür zu vergütenden Gebühren betreffend. 4. Bekanntmachung Großherzoglichen Gesammtministeriums, die Bestellung der Wahlcommissäre für die Wahlen der Abgeordneten zum deutschen Reichstag betreffend. , Zur Leitung der Wahlen der Abgeordneten zum deutschen Reichstag sind in Gemäßheit des § 24 des Wahlreglements vom 28. Mai 1870 folgende Wahlcommissäre bestellt worden: er T K e i l. 1) für den ersten Wahlkreis — bestehend aus den vormaligen Kreisen Gießen, Grünberg und Nidda — der Großh. Provinzial-Director Freiherr v. Röder zu Gießen; 2) für den zweiten Wahlkreis — bestehend aus den vormaligen Kreisen Friedberg, Vilbel und Büdingen — der Großh. Kreisrath Kekul6 zu Büdingen; 3) für den dritten Wahlkreis — bestehend aus den vormaligen Kreisen Alsfeld, Lauterbach und Schotten — der Großh. Kreisrath v. Kopp zu Lauterbach; 4) für den vierten Wahlkreis — bestehend aus den vormaligen Kreisen Darmstadt und Groß-Gerau — der Großh. Regierungsrath v. Marquard zu Darmstadt; 5) für den fünften Wahlkreis — bestehend aus den vormaligen Kreisen Offenbach und Dieburg — der Großh. Kreisrath v. Grolman zu Offenbach; 6) für den sechsten Wahlkreis — bestehend aus den vormaligen Kreisen Bensheim, Erbach, Lindenfels und Neustadt — der Großh- Kreisrath Usinger zu Bensheim; 7) für den siebenten Wahlkreis — bestehend aus den vormaligen Kreisen Heppenheim und Wimpfen, sowie aus dem Kreise Worms — der Großh. Kreisrath Lotheißen zu Worms; 8) für den achten Wahlkreis ■— bestehend aus den vormaligen Kreisen Bingen und Alzey, sowie aus dem Friedensgerichtsbezirk Wörrstadt Kreises Oppenheim — der Großh. Kreisrath Parcus zu Bingen; 9) für den neunten Wahlkreis — bestehend aus dem Kreise Mainz und dem Friedensgerichtsbezirk Oppenheim — Kreises Oppenheim der Großh° Provinzial-Director Geheimerath Dr. Goldmann zu.Mainz. 5. Bekanntmachung Großherzoglichen Gesammtministeriums, die Organisation der Medicinalbehörden betreffend. 6. Bekanntmachung Großherzoglichen Gesammtministeriums, den Ausschlag der birecten Steuern und der Beiträge zu den Kosten der Staatsstraßen für das Jahr 1877 betreffend. 7. Dienstnachrichten. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben aller- gnädigst geruht: am 14. Decbr. dem Schulverwalter Johann Peter Rettig aus Breitenwiesen die vierte Gemeinde-Schulstelle zu Groß-Rshrheimdem Schulverwalter Karl Daniel Guyot aus Heubach die zweite Gememde-Schul- stelle zu Heubach zu übertrugen; am 16. Decbr. den Landgestütsbeiknecht Heinrich Metz aus Dannenrod zum Landgestütsdiener bei dem Landgestüt auf Widerruf zu ernennen. 8. Concurrenzeröffnungen. Erledigt sind: die Gemeinde-Schulstelle zu Ober-Scharbach mit einem jährlichen Gehalt von 771 Mk. 43 Pfg.; die Ge metnde-Schulstelle zu Dors-Gill mit einem jährlichen Gehalt von 685 Mk. 71 Pfg. und einer Vergütüng für Versetzung des Organistendienstes im Betrage von 100 Mk.; dem Herrn Fürsten zu Solms-Braunfels steht das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu; die Gemeinde-Lchulstelle zu Feldkrücken mit einem jährlichen Gehalt von 685 Mk. 71 Psg. Berlin, 1. Januar. Durch das neue Strafgesetzbuch ist angeordnet worden, daß Kinder unter 12 Jahren, welche sich einer mit Strafe bedrohten Handlung schuldig gemacht haben, nach Befinden der Vormundschaflsbehörde in eine Erziehungs- und Befferungs-Anstalt gebracht werden sollen. Das dabei zu beobachtende Verfahren, sowie die Kostenaufbringung soll den Landesgesetzen gemäß erfolgen. Da nun in Preußen bisher bezügliche Vorschriften nicht bestanden, so soll diese Lücke in der Gesetzgebung ausgefüllt werden und sind darauf gerichtete Vorarbeiten bereits im Gange. — In dem ehemaligen Herzog- thume Nassau und in den srüher zu Nassau gehörigen Gebietstheilen des Regie- rungsbezirs Wiesbaden galt die Bestimmung, daß Eltern vor zurückgelegtem 60. Lebensjahre durch eigentliche Dispositionen Grundbesitz an ihre Kinder nicht abtreten durften. Es besteht die Absicht, diese Bestimmung aufzuheben. Eine bezügliche Vorlage wird ausgearbeitet. Berlin, 1. Januar. Zur Feier des 70jährigen Militärdienst-Jubiläums deS deutschen Kaisers hielt der Kronprinz von Deutschland und von Preußen im Namen der Versammlung eine Ansprache an den Kaiser. Hieraus antwortete derselbe: Wenn alle Herren, deren Anwesenheit hier heute mich ganz besonders erfreut, mit den von meinem ^ohne auSgedrücklen Gefühlen überein- stunrnen, kann ich mich um so glücklicher schätzen und spreche zunächst Ihnen meinen Dank dafür aus. Wenn ich auf den Tag zurückblicke, an welchem ich in die Armee eintrat, muß ich ja auch der Verhältnisse gedenken, unter denen es geschah. Dann aber ist auch von dem Augenblicke an, wo mich die Hand meines Vaters in die Armee einfützrte, meinen ganzen Lebenslauf hindurch bis zur heute mir vergönnten Freude, mein erstes Gefühl gewesen, dem Lenker unserer Geschicke demüthigen Dank zu sagen. Meine Stellung brachte es mit sich, daß der größte Theil meines Lebens der Armee gewidmet war. Darum gebührt aber auch Allen, welche mich und meine rnilttärische Laufbahn begleiteten und meine Bemühungen unterstützten, meine Erkenntlichkeit, deren ich mich stets gerne erinnere. Der Tapferkelt, Hingebung und Ausdauer der Armee verdanke ich die Stellung, die ich jetzt einnehme. Von Fehrbellin bis auf die neuesten glorreich beendeten Kriege 'stehen die Thaten der brandenburgischpreußischen Armee unauslöschlich in den Annalen der Weltgeschichte. WaS Preußen geworden, ist es hauptsächlich durch die Armee geworden. e>ie, die heute mir gegenüber die Armee repräsentiren,. bitte ich, Allen, die Sie vertreten, meinen persönlichen Dank zu sagen, einen Dank, der um so verdienter ist, als ich mich so lange Zeit hindurch von der Gesinnung und dem Geiste des Heeres überzeugen konnte, einem Geiste, der mit Ihr Werk ist, und dem, in Verbindung mit demjenigen der deutschen Truppen, es gelang, ein einiges Deutschland und ein einiges Heer zu schaffen. Hesterreich. Wien, 1. Januar. Das „Telegr. Corresp.-Bureau" meldet aus Bu karest vom 1. Januar: In Folge der Verlängerung des Waffenstillstandes soll die rumänische Armee auf den Friedens-Etat gesetzt werden. Araukreich. Paris, 1. Januar. Die „Agence Havas" meldet: Man glaubt, die Pforte werde die Vorschläge der Mächte schließlich annehmen; auch würden d e Mächte der Pforte einige Zugeständnisse machen. Dieselben würden Modifica- tionen und Details betreffen, die den Vorschlägen der Mächte zu Grunde liegenden Principien aber unberührt lassen. Die Pforte beabsichtigt, 3 Millionen Livres Papiergeld zu emittiren. — Heute sand Empfang beim Präsidenten Mac Mahon statt und verlief derselbe ohne Zwischenfall. -Ugland. London, 1. Januar. „Reuter's Bureau" meldet aus Konstantinopel vom 30. Decbr.: Die Pforte weise absolut jedwede ausländische Occupatio« ab, biete jedoch als eine Art Garantie die Unterzeichnung eines Protokolls an, in welchem sie die getreue Ausführung der zugesagten Reformen feierlich gelobe und darin einwilligt, daß die Conferenz nach zwei Jahren wieder zusammentrete zu Beglaubigung der loyalen Ausführung der neuen Verfassung. Die Pforte genehmigt auch die Bildung einer türkischen Gensd'armerie unter Befehl von türkischen und europäischen Officieren. — An der schottischen Küste scheiterten während des Sturmes in der vorigen Woche 80 Schiffe und zwar meist deutsche und norwegische Schiffe. Hierbei ertranken 270 Seeleute. Belgien. Brüssel, 1. Januar. In seiner Ansprache an den König beim Neujahrs-Empfang sagte der Bürgermeister von Brüssel: „Dank seiner Neutralität braucht unser Land seine nationale Wehrkraft nicht außerhalb seiner Grenzen zu entsenden und wird daher unter dem Schutze Eurer Majestät seine fruchtbare Thätigkeit auf sich selbst concentriren können." Spanien. Madrid, 1. Januar. Als vor einiger Zeit der Dice Gouverneur von Mahon in dem Augenblick, wo in der protestantischen Schule Gottesdienst ge halten wurde, daselbst eindranz und unter dem Vorwande, daß der Gesang die Nachbarn störe, denselben untersagte, gaben der spanischen Regierung nahe stehende Zeitungen hinterher Erklärungen ab, welche, zwischen Ableugnung und Mißbilligung deS Vorfalls in der Mitte stebend, die Hoffnung gestatteten, daß die Oberbehörden den Wunsch hegten, die Ausbrüche gesetzwidrigen Protestan- tenhaffeö in Zukunst auf das kleinste Maß beschränkt zu sehen. Diese Annahme cheint sich indeffen nicht zu bewahrheiten, wie aus verschiedenen Zwischenfällen neuern Datums zu entnehmen ist. So ward z. B. dem englischen protestanti- chen Geistlichen in Cadix, wenn derselbe im dortigen Hospttal kranke englische Matrosen besuchen wollte, regelmäßig der Zutritt verweigert, das letztemal mit dem Bemerken, daß es dabei jein Bewenden habe. An betr. Stelle versucht man, das Auftreten des Hospital-Directors durch die Erklärung zu begründen, daß das Hospital durch Provinzialsonds erhalten werde und deshalb die Staatsgesetze, welche einen gereiften Grad von religiöser Freiheit versprechen (Art. 11 der Verfassung), dort nicht zur Anwendung kommen könnten. -Die Stellung der englischen Regierung zur Sache ist kaum zweifelhaft, jedoch har bisher nichts darüber verlautet. Türkei. Konstantinopel, 29. December, (Verspätet.) Der Großoezir richtete ein Schreiben an die ottomanische Bank, in welchem er die Aufhebung des Decrets vom 6. October mittheilt und zugleich erklärt, er werde den Kammern einen, vorher den Gläubigern mitzutheilenden Gesetz-Entwurf vorlegen, der geeignet sei, die Besitzer von Schuldtiteln zu befriedigen und die Ehre des Reiches zu wahren. Konstantinopel, 30. December. Heute fand die vierte Conferenz- Sitzung statt; doch wurden nur einige Meinungen ausgetauscht, da die türkische Regierung die erwarteten Gegen-Anträge noch nicht überreichte. Der französische Bevollmächtigte, Graf Chaudordy, bemerkte: die Vorschläge der Conferenz seien praktische, die durchaus nichts mit der Autorität und Integrität der Pforte in Widerspruch Stehendes enthalten. Jgnatieff sagte hierauf, daß Rußland alle nur möglichen Zugeständnisse gemacht habe, um zu einem Einver- ständniß zu gelangen, und daß es im Interesse der Türkei liege, die Vorschläge der Mächte anzunehmen. Nachdem noch Marquis Salisbury fast in feierlicher Weise die Worte Chaudordy's und Jgnatieff's gebilligt hatte, schlossen sich auch Graf Zichy, der österreichische, und Graf Conti, der italienische Bevollmächtigte, diesen Erklärungen an, um das Einvernehmen der Mächte untereinander zu bekunden. Die nächste Conferenz Sitzung findet am Montag statt, wo die türkischen Bevollmächtigten wahrscheinlich ihre Gegen-Anträge überreichen werden. Lokal-Notiz. Gießen, den 3. Januar. Das dritte Concert des hiesigen Concert- vereins ist der Kammermusik gewidmet. Es findet bereits nächsten S o nn taq den 7. Januar statt und ist hierfür, wie fchon früher erwähnt, das Florentiner Quartett gewonnen. Wer erinnert sich nicht mit Freuten des genußreichen Abends, den uns die Herren Jean Becker, Masi, Chiostri und Hegyesi voriges Jahr am 18. Februar bereitet haben und ist eigentlich jedes w.'iteres 2ßort zur Empfehlung dieser Künstler überflüssig. Auch dem verwöhntesten Ohr lassen bfefeibe bezüglich Fülle und Adel des Klangs, Reinheit der Intonation, Durchsichtigkeit der Gestaltung und präcises Zusammenfpiel Nichts zu wünschen übrig. ^Dabei hat man das Gefühl, als ob nur ein Wille sämmtliche 4 Bozen lenfi, eine Seele im Vortrag lebt und otbmet. Ein solches Forte, ein solches Crescendo ist bisber noch niemals von einem Streichquartett gehört worden. Anderseits mochten wir auch das duftige P ia nis sim o zu dem Niedagewesenen rechnen. Welcher Farbenreichthum ergibt sich nun daraus und welche Mannigfaltigkeit des Ausdrucks steht den Florentinern deshalb zu Gebote. — Jeder Spieler ist ein Virtuos und jedes der vier Instrumente ist vorzüglich Herr Hegyesi der Cellist der dem Quartettverein seit einem 1^2 Jahre eist angehört, braucht den Vergleich mit seinem trefflichen Vorgänger Hilpert (jetzt Cellist des Fleischbauerschen Quartetts in Meiningen, das nächsten Winter hier woyl mal concertiren wird) in keiner Weise zu scheuen. Er verfügt über einen außerordentlich schönen gesanqreichen Ton, Übereine unfehlbare Technik, kurz er erweist sich in jeder Hinsicht seiner aristokratischen Genossen würdig. Erwiederung. (Im Interesse dcr Unpartheilichkeit gewähren wir nachstehender r ro teb erun g* Raum, müssen aber im Voraus bemerken, daß wir unsere Spalten keinerlei Polemik über Politik anläßlich der Reichstagswahlen ferner öffnen werden. Die Red.) Gießen, 2. Jan. Erwiederung auf die Mittheilung über die Wahl-Versamm- lung in Nr. 303 d. Blattes. I. Sind die, an den Freiherrn von Rabenau gestellten Interpellationen nicht „prompt und schlagend" sondern lahm und nur zum Theil beantwortet worden. II. Mawte der Herr Professor O n cf en. neben einer allgemein gehaltenen Ausführung, bezüglich der Diätensrage noch auf die Calam tät bei den L indtagswablen aufmerksam, wo Diäten bezahlt würden, sagte aber nicht, daß bei den Landtagswahlen noch dem Dreiktassensystem gewählt würde, welches ja bekanntlich selbst vom Fürsten Bismarck als das „schlechteste Wahlsystem" bezeichnet wurde. III. Sprach sich Herr (3r öning er von Grünberg tum Theil in einer Weise aus, wo er von den Socialdemokraten vollständig Recht bekam, denn wenn Jemand einem Socialdemokraten sein Familrenglück zerstören will, findet er seine gebührende Zurechtweisung. Die Socialdemokraten halten bekanntlich d et auf dasselbe. UebrigenS verlangt die sociale Frage einer gründlicheren Bekanntschaft als wie die des Herrn Gr ö ni ng er, der nach seiner eignen Aussage zum ersten Male Socialdemokraten hörte. VI. Wäre auf das Schlußreferat des Herrn Vorsitzenden schlagend tu erroiebern gewesen, aber die Gelegenheit war nicht mehr geboten. Dem Herrn Vorsitzenden aber zur Notiz, daß derjenige, der viel vergißt, dadurch beweist, daß er feinen Geilt nicht anstrengt, dieses aber bei den Socialdemokraten nicht zutrifft und keine Partei richtet so streng das Thun und Lassen ihrer sogenannten Führer, als wie dieselbe. Wenn man übrigens wiiklich soviel Theilnahme für die Irregeleiteten Arbeiter bat, so käme es ja auf einen Versuch an, dieselben wieder auf die rechte Bahn zu leiten. Die Annoncen-Expedition Th. Dietrich # Co. in Cassel übernimmt die prompte Besorgung von Anzeigen in sämmtliche Zeitungen Deutschlands und des Auslandes zu Originalpreisen. (Alleinige Jnseraten-Annahme f. d. „Casseler TageSpost'.) Ueujahrsgeschettke an die Kleinkinderschule. Unsere Anstalt haben ferner noch mit Gaben bedacht: Advokat Dornsei ff. Gaswerk^director Heß. Provinzialdirector von Röder. Präsident Dr. Buff. Prof. Dr. Baltzer. yankvorftand Wort- mann. Fabrik-nt Benber. Stabtrich'er B ö t t i cher. Pfarroicar Schö ner. Rentner Peters. Hofgerichtsratd Wortmann Prof. Dr. Äöllner. Prof. Dr. Weiffendacd. Kanzler Dr. Birnbaum. Herzlichen Dank allen gütiaen Gebern! Gießen, den 3. Januar 1877. Tür den öorft and: Pfarrer Dr. Seel. Nadel 57) Fran L. (25 darf daselbst. Wedekinds Mühlstein-Bruche und -Fabrik (50 (38 Sendungen die Spinnerei. u If Schnellste unv beste Bedienung wird zugesichert. Die Eisenbahnfrachten hierher und zurück bezahlt bei größeren 2) 3) 4) 5) 6) man Sie würdigt. 42) 59) Ein freundliches Zimmer zu vcr miethen und alsbald zu beziehen. Zu er- fragen bet der Exped. d. Bltts. Gg. Kißner in Grünberg, Balth Wagner I V. in Allendorf a. d.Lda. 17) Eine solide, rentable Restauration, oder kleine, gute Gastwirth- schäft, wird sofort zu pachten, eventuell auch zu kaufen gesucht. Offerten befördert unter Z. 25. die Exped. d Bltts.__________ besondere Bekanntmachungen Bekanntmachung. Arbeits-Versteigerung Samstag den 6. Januar 1877, Vormittags 11 Uhr, sollen auf der Bürgermeisterei zu Langsdorf, die Lieferung von 98 Cul . Meter 1. SoNe Pflastersteine, sowie die Anfertigung von 12 Stück Straßenlaternen, öffentlich versteigert werden. Vellingen, am 31. December 1876. He in eck, Beznksbauaufseher. (21 54) Die vielfach verlangten Sopha's sind wieder eingetroffen. K. G-rünebaum. Die Interessenten werden daher aufgc fordert die Zablungen an diesen Tagen in Empfang zu nehmen und hierzu durch Vorzeigung der Schuldscheine sich zu legitimiren. Zugleich wird bemerkt, daß die auf den Donnerstag fallenden Zahltage für die Interessenten der Stadt Gießen, dagegen die übrigen Zahltage für die Auswärtigen bestimmt sind. Die Herren Bürgermeister werden ersucht, dieses in ihren Gemeinden auf ortsübliche Weise bekannt macken zu lassen. Gießen, am 28. November 187.6. Btt Rechner der Lpar- und Leihkasse: Kehr. Zu dem vom 1. Juli 1876 ab gültigen Tarif für die Beförderung von Personen und Reisegepäck im Lokalverkehre der Main- Weser'Bohn ist der III. Nachttag mitGüllig- keit vom 1. Januar 1877 ab erschienen und durch die Billel-Expeditionen zu beziehen Derselbe enthält Bestimmungen^ über Nacklösung von Zuschlagsbillets für In äaber von Retourd'llets 5 , Cassel, den -31. December 1876. Königl. Direction der Main - Weser-Bahn. 55) Ein Familienlogis zu vermiethen und alsbald zu beziehen bei Wirth Ferd. Felsing, Neuenweg. Gegenwärtiger Preis in der Gasanstalt 95 Pf» per Centner, „ „ in's Haus geliefert 1 Mr. „ " Der Transport in das Haus erfolgt von der Gasanstalt' aue bei Abnahme von mindestens 5 Eentncr, von Herrn Emil Pi stör auch in kleineren Quantitäten. ^0 Gesucht ein anständiges Mädchen zur Stütze der Hausfrau bet einer kleinen Familie in Dillenburg von Postsecretatr Troms- An den Anonymus vom 30. December. Hatte bereits durch meinen Mann Kennt- . niß von dem Inhalt Ihres lächerlichen Schreibens. Die eingeschobene Verläum- dung weise ich mit Verachtung zurück. Da ich annehme, daß Sie die Menschheit nach sich selbst beurteilen. Dieses die erste und letzte Antwort, die Aecht kölnisches Wasser von Jean Maria Farina. Meine Niederlage davon in der Expedition des Gießener Anzeigers en pfeblc ich tu M. 13,70 per Dutzend, M. 6,85 per halbes Dutzend, sowie in ganzen und halben Fläschchen zu M. 1,28 und 68 Pfg. gehorsamst. Jsohann Maria farina in Köln. 25 780 Flachs-, Hans-, Wrrgspinncrei, Weber, i, Zwirnerei X- Bleicherei in Bänmenheim (bayer. Bahnstation), prämiirt auf den Ausstellungen München 1868, 1871, 1872 1874, 1875, Ulm 1871, Wien 1873, nehmen Flachs, Hanf und Abwerg fortwährend zum Lohnverspinnen, Weben, Zwirnen und Bleichen an: Herr Earl Heller in Ltch, „ Julius Pfeiffer in Laubach, Sur Bezahlung der Zinsen, welche von den bei der hiesigen Spar- und Lelbkasse angelegten Kapitalien am Ende dieses Jahres fällig werden, lind nachstehende Termine festgesetzt, und zwar: 1) Donnerstag ben 4. Januar 1877, Samstag „ 6 „ „ Mittheilung Französische Mühlsteine werden hiermit den Herren Mühlbesitzern aus der Fabrik aus Nordhausen zu entnehmen empfohlen, wo ihnen die drei- bis fünffache Dauer derselben gegen die Accord-, oder gar der feilen französischen Herstellung garantirt wird. Das beste Existirende bietet denn auch wirklich das größte aller Lager, das größer ist, als die einzelnen Lagervorräthe der Bruchbesitzer in Frankreich und dem alle Brüche steuern, namentlich die von S üd-Frankreich, die das feurige, starke Gestein litfern. Wir empfehlen so aus Ueberzeugung und aus Dankbarkeit für unsere in einer ungekannten Mah l tüchtigkeit uns erfreuenden und die größt- n.ögliche Dauer versprechenden Steine, nachdem wir Alle der meist aus Frankreich bezogenen Mühlsteine nach nur kurzer Benutzung verlustig gmgen. W e n d e k i n d's Fabrik bietet uns in Nordhausen bequem die Prüfung unserer Mühlneme ohne Decke und im Rohbau. Und dazu rathen wir. Man weiß seine guten Steine dann auch von der inneren Sorgfalt und Güte, also der wohlthätrgen Beständigkeit. Die Namen der Einsender und Referenzen sind in der Exp. d. Ztg. zu erfahren. Gültige Privat Banknoten. hefdnäntenbm Bestimmungen des 8 43 des Retchs-Bankgesetzes vom ei«7s finb fnadi dem im Reichsgesetzblatte erschienenen Bekanntmachungen) 14-jmari 1875 finb (nacn »fm schienen und von den diesseitigen Güter-ExpedUionen zu beziehen. Der Nachtrag enthält ander- rveite Tarifsätze resp. Zu chlägt für ben Transport von Eis verzeu und Kalksteinfn, Kohlen, Coaks, Roh - und Alt-E.sen und verschiedenen Rohprodukten. Cassel, den 30. December 1876. Königliche Direction der Main » Weser - Bahn: Bekanntmachung Erste Prämien für Malz-Ertracte in Paris, Ulm, Moskau, Wien, Santiago und Philadelphia. 11?nfl das ächte, coimntrirte, gegen Husten, Heiserkeit, LOIlllllO S J(ICT, Äu nQd) Niemeyer’ rr 3 Etwas gam Neues! £ül"iuf=.K(’ncffi(if|n, per Stunde 30 Pfg., (6629 im Löwen. Aknteu-Änflatt zu Darmstadt. Die Renten können nur noch bis zum 8. Junuar ausbezahlt werden. •Z. jPh. Müller. Die Versidienmgsgesellseliall „Tliuriugia“ schließt gegen feste und billige Prämien 1) Feuerversicherungen aller Art, 2) Lebens und Anssteuerversicherungen, und 3) Reise-Unfall Versicherungen, zu Prämien von 1 °/00 per Jahr. NB. Die Reife-Unfall'Versicherung ist äußerst billig, so daß es Niemand versäumen soll, bei Antritt einer Reife, zu seiner und der Seiniqen Beruhigung, davon Gebrauch zu machen. - Die unterzeichneten Agenten sind zur Auskunft rc. gerne bereit. ' (43 Gießen, im Januar 1877. Ludwig Lang. Marktstraße (Mettergaffe) 25. Johann Seibel^ Krankfurierstraße fit. E. 59. Gewerbverein. ► s iyV01iniS3HfiUSlHV0 NSHONHIAI NIOX M3A0MNVH BERLIN BRESLAU DRESDEN LEIPZIG HAMBURG 60) Freitag den 5. Januar, Abends 6 Uhr: Vortrag des Herrn Dr. Ferd. Worthmann aus Mannheim über die Zukunft des deutschen Handwerks im Hörsaal des Prof. v. Nitgen im Schloß Zu recht zahlreicher Theilnahme, auch von Nichtmitgliedern, ladet ein Der Vorstand. Zm Locale von Louis Möser, Neue Baue, Donnerstag den Zt. Januar: Auftreten der KomiKer-Iamilie Simmedinger, genannt der Schwab. Anfang 7 Uhr. (61 Darmstädter Mrde-Loofe ä 2 Mk. stnd in der Expedition d. Bl. zu haben. Warme Bader. Erlaube mir, meine Bade Anstalt in empfehlende Erinnerung zu bringen. 45) Autlr. Euler. Haasenstein & Vogler s E n Jajntji-soaoj ua o V- <33 rr • <3 <3S- a o s S ■5 3 o <6- 'N» d a c o r: VO E •6' — SS 3 tÄ cs JO & — 35 W o c ß o=' t» .3 £ D U S c$ N i i ** ->O S 5$ o D 2L - ~ Ö -n -M-dT urgroZ qun u»tznW luurqschsuq u| ^aalpnzslpvM 3 'S- •e s (9 fl v fl = €■ artenstülile u. Sessel in gebogenem Holze. Korbmaare ri, als: Seffel, Blumentische rc. 3 CD <5 I —. ' 3 C3 9* o Annoncen-Expedition in Frankfurt a. M. rtcM in Gießen vertreten durch U. Scheyda, gegründet 1855, An no n cen-Piic li ter vieler deutscher, österreichischer, schweizer, holländischer rc. Zeitungen, alleinige Vertreter der Gesellschaft-en Havas, Eaftite, Bulller de Co. und Ch. La- pranse, Cerf de Co. in Paris, Pächter falt aller großen Parleer Journale und 200 französischer ProvlnzlalblÄtter ersten Ranges: der „Independance beige“ in Brüssel (Weltblatt) u. m. A. für netetecht«»»«!, Oesterreich und die Schwei®, befördern Annoncen in alle Zeitungen, in Fachzeitschriften, Cours- und Reisebücher, Kalender und sonst. Publicationsorgane zu den von diesen tarifirten Preisen, nimmt Offerten auf Annoncen entgegen und befördert solche ohne Berechnung einer Gebühr, ertheilt Rath über Zeitungen und Jnsertionsoerhaltniffe, Kostenvoranschläge, Zeitungsverzeichnisse gratis und franco. 18) Sofort zu miethen gesucht wird in frequenter Lage eine größere Parterre- Wohnung mit gutem Keller, welche sich zu einem Restaurant eignet. Offerten unter Z. 25 befördert die Exp. d. Blattes.___________________________ 28) Eine schwarze Sammet - Kaputze, weiß verziert, ist gefunden worden. Konrad Stommel, Löbershof. Köln-Gießener Kahn. Abfahrten von Gießen nach: Deutz 6", 12, 4. Natiirheilmethocle“, \ 3m Verlage von Richter'S DerlagSanstalt in Leipzig ist erschienen u. in fast allen Buchhandlungen vorräthig: „Dr. Airy’a 6219) Flechtenkranke u. Brust- leidende heilt Dr. Jochheim. Darmstadt a. d. Stadtkapelle Nr 12. I1, dielen indenT^tgedruck^uatom^ SbbilLung., Prcir 1 Mark.-Li:seS Vorzugs, tüerk rann allen Kranken, gleichviel an welcher Krankheit / v u^nfomebr t>ringc«ib empfohlen we^üen, / k r-8-« etTe^c.Ptc Heilverfahren sich als ju« / berlaipg bewährt hat, wie die in dem Buche acgebruckrcn zahlreichen glänzenden 'Atteste beweisen. Verantwortliche Redacti^n: A Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schm Univ^Dnlckerei (Fr Thr. Pietsch) in Gießen