Aso «50. Samstag, den 3. November 1877«, Kichener Wyeiger AMige- und Amtsblatt für den Kreis Gießen. Erscheint tLDlich mit Ausnahme deS Montags. PreiS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. GLpsditionr Schulstraße, Lit. B. Nr. 18. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Gießen am 1. November 1877. Betreffend: Den Bergbaubetrieb auf den unter Bewirthschaftung der Forstverwaltung stehenden Grundstücken. Das Großhcrzvglichc Kmsamt Gießen an die Größtmöglichen Bürgermeistereien, Vorstände non Stistnngs-, Märker-, Corporation«- und Pfarrwaldungen. Auf Ersuchen Großherzoglicher Ober-Forst- und Domänen-Direction weisen wir Sie an, jederzeit sofort die Großherzoglichen Oberförstereien zu benachrichtigen. wenn Bergbauarbeiten in Ihren Waldungen vorgenommen werden sollen, damit dieselben die zur Ueberwachung der Bergbauarbeiten erforderlichen sorflpolizeilichen Anordnungen treffen können. Weiter empfehlen wir Ihnen, bei eintretenden Fällen Gutachten der Großherzoglichen Obersörstereien über die von den Bergbautreibenden zu leistende Entschädigung einzuholen und mit denselben Pachtverträge in derselben Weise, wie solche für die Domantalwaldungen vorgeschrieben sind, abzuschließen. Dr. Boeckmann. I» oti 1 isch Deutschland. Aus Hessen, 31. Octbr. Unter den neuesten Drucksachen der zweiten Kammer befindet sich eine, welche auf das Interesse weiteren Anspruch machen darf, nämlich ein Schreiben der Finanzausschuß-Mitglieder Königer, Möllinger, Kugler, Schröder und Theobald, betr. die Vereinigung der Staats-Schulden- Tilgungskafle mit der Haupt-Staatskasse. Bekanntlich hat die zweite Kammer bereits am 20. October 1876 nach dem Antrag des Finanzausschusses beschlossen : „an Großh. Regierung das Ersuchen zu richten, die Staats-Schulden- Tilgungskasse mit Ablauf des Jahres 1877 als besondere Behörde aufzuheben und, unter geeigneter Verringerung des Beamtenpersonals, mit der Haupt- Staatskasse, sei es auch als besondere Abtheilung, jedenfalls aber unter gemeinsamer Oberleitung, unbeschadet der Controls der Stände zu vereinigen"; gleichzeitig aber auch weiter die Besoldungen und Kanzleikosten der betr. Be- börde für das Jahr 1878 nur in dem Sinne tm Hauptvoranschlag in Ausgabe vorgesehen, daß daraus, unbeschadet erworbener Rechte Dritter, die Regierung nur mit Einwilligung der Stände Verwendungen soll machen dürfen. Tie obengenannten Finanzausschuß-Mitglieder machen nun Großh. Finanzministerium auf den fraglichen Punkt aufmerksam und sprechen gleichzeitig aus, wie wünscbenswerth es sei, daß die geeignete Vorlage so zeitig gemacht werde, um den Ständen noch vor Ablauf dieses Jahres Beschlußfassung zu ermöglichen. Das Verlangen auf Vereinigung jener beiden Kassen mindestens unter dieselbe Oberleitung tritt im Publikum neuerdings um so entschiedener hervor, als gerade die bisherige Trennung die Möglichkeit jener vielbesprochenen Defecte in den fraglichen Kassen gewährt haben soll. Darmstadt, 31. October. Se. Königl. Hoheit der Großberzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom 24. October den Hofgerichtsräthen zu Gießen, Theodor Kornmesser und Karl v. Herff, sowie dem Hofgerichtsrathe Ludwig Machenhauer dahier das Ritterkreuz erster Klasse des Philipps-Ordens zu verleihen geruht. Mittelst Allerhöchster Entschließung vom gleichen Tage wurde dem Ober- Staatsanwalts-Substituten Emil Zimmermann zu Gießen der Charakter als „Staatsanwalt" verliehen. Berlin, 31. October. Im hiesigen landwirthschaftlichen Museum ist wieder eine interessante Collection jenes „kriechenden Gewürms" ausgestellt, das in den letzten Jahren zum Schrecken der ganzen Welt geworden ist. Zunächst haben wir den Coloradokäfer in allen Stadien vor uns; zuerst Eier, dann Larven, die eben auS dem Ei schlüpfen, Larven im Alter von 8 Stunden, von 3 Tagen und 2 bis 3 Wochen, ferner Puppen und endlich flugreife Käfer mit schmutziggelb gestreiften Flügeldecken. Das zweite gefräßige Jnsect, das zur Ausstellung gekommen, ist die Heuschrecke, auf die unsere märkischen und ost- preußifchen Landwirthe sehr schlecht zu sprechen sind; auch dieses Thier ist tu allen seinen Entwickelungs-Stadien vertreten. Als drittes im Bunde gesellt sich die Reblaus hinzu, deren Thätigkeit an den Wurzeln des Weinstockes man genau erkennen kann. Berlin, 31. October. Die „Prov.-Corresp." wirft einen Rückblick auf die Verhandlungen des Abgeordnetenhauses vom 26. und 27. Octbr., betr, die Beurlaubung der Minister; der betreffende Artikel schließt folgendermaßen: Die Regierung darf hiernach die Hoffnung hegen, daß die an die jüngsten Vorgänge im Staatsministerium geknüpften Irrungen und Mißdeutungen nunmehr ihre Erledigung gefunden haben und der Regierung bei dem weiteren praktischen Vorgehen zur Durchführung des für die Entwickelung des Vaterlandes hochwichtigen Werks die patriotische Mitwirkung der Landes-Vertretung nicht fehlen werde. — In der heutigen Versammlung der vereinigten Berliner Kreis-Synodm wurden Prediger Hoßbach, Stadtrath Techow, Director Kempf und Ehrenbürger Kochhann in den Vorstand der Versammlung gewählt, welche neben dem General-Superintendenten aus vier Assessoren besteht; als stellvertretender Beisitzer wurde Prediger Ltsco gewählt. — Die vereinigte Berliner Kreis-Synode beschloß nach der Wahl des Vorstandes die Niedersetzung einer Geschäfts-OrdnungS-Commission und Vertagung der Verhandlung bis zur Vorlegung des Geschäfts-Ordnungs-Entwurfs. er H y e i t. Es wurde ferner die Festsetzung einer neuen Tagesordnung für die nächste Versammlung beschlossen, trotz des Protestes Hesfler's und Knackes und gegen den Widerspruch des Präsidenten des Consistoriums Hegel, welcher erklärte, das Kirchen-Regiment werde der Versammlung das Recht zu beliebiger Feststellung einer Tagesordnung und zu einer parlamentarischen Geschäftsführung nicht gestatten. Breslau, 31. October, Die „Schles. Presse" bringt ein formelles Dementi aller Gerüchte über Verhandlungen bezüglich des Ankaufs der rechten Oder-Ufer-Bahn durch den Staat. Karlsruhe, 31. October. Nach dem Ergebniß der nunmehr beendigten Ergänzungs'Wahlen zur zweiten Kammer haben die National-Liberalen 27 und die Ultramontanen 5 Sitze erlangt. Ferner wurde ein reichsfreundlicher Demokrat gewählt. Die Ultramontanen haben gegenüber ihrem vormaligen Besitzstand ein Mandat verloren. Aus Elsaß-Lothringen. In Folge der Option zog bekanntlich ein Strom von Auswanderern aus Elsaß-Lothringen nach Frankreich, von wo aus die verlockendsten Versprcchungen ergangen waren. Bald zeigte sich jedock, daß letztere nicht gehalten werden konnten, und ein guter Theil der Auswanderer kehrte nach kurzer Abwesenheit wieder in ihre Hetmath zurück. Für die Uebrigen wurde durch Errichtung einer Elsässer Colonie bet Ttzi-Ouzon in Algerien ein Abfluß geschaffen. Trotz der vom „Verein zur Unterstützung ausgewanderter Elsaß-Lothringer" aufgewendeten bedeutenden Geldmittel blieb aber die Colonie auf die beiden kleinen Dörfer Boukalfa und Houssonville beschränkt. Die Gründung eines weiteren Dorfes unter dem Namen Camp du mar6chal mußte wegen mangelnden Zuzugs von Kolonisten unterbleiben; ja die bereits angesiedelten Kolonisten kehren, soweit es ihnen möglich ist, zurück, da sie sich, namentlich die älteren Leute, nur schwer an das dortige Klima gewöhnen können. Neuerdings ist nun, wie eine Reihe Pariser Journale berichten, der Plan aufgetaucht, eine Colonisation der Dobrudscha zu unternehmen und hierzu besonders Elsaß-Lothringer zu verwenden. Wir glauben übrigens, daß auch dieses Unternehmen nicht viel Anziehendes für die Elsaß-Lothringer haben wird, zumal, das dortige Klima als eines der ungesundesten Europas bekannt ist. Vielleicht gehen den Optanten nach und nach die Augen darüber auf, daß man sie in Frankreich nachgerade als eine Last betrachtet, die man, gleichviel auf welche Weise, los werden möchte. Heßerretch. Wien, 31. October. Die „Polit. Corresp." meldet aus Pesth: In den dortigen maßgebenden politischen Kreisen gibt man sich der zuversichtlichen Hoffnung hin, daß es den conferirenden Staatsmännern gelingen werde, sich über eine endgültige Lösung der Ausgleichs-Frage zu verständigen. Dieselbe Correspondenz meldet aus Konstantinopel vom 30. Octbr. (indirect) : Die bisherige zuversichtliche Stimmung in den Kreisen der Pforte habe den ernstesten Besorgnissen Platz gemacht; namentlich ließen die Meldungen aus Plewna die Möglichkeit einer Katastrophe als nabegerückt erscheinen. — Die nämliche Korrespondenz berichtet aus Belgrad vom 31. Octbr.: In Folge einer Grenz- Verletzung am Timok ist die Gröditzer Brigade gestern nach Zai,schar ausmar- schirt. — Mehrere hervorragende Chefs der bosnischen Insurgenten sind hier eingetroffen, um von der serbischen Regierung eine Unterstützung des bosnischen Aufstandes zu verlangen. Pesth, 3t. October. Der „Pesther Lloyd" meldet: In dem gestern gebaltenen großen Ministerrath wurde bezüglich der Zolltarif-Frage eine Einigung erzielt. Die ungarischen Minister vertraten entschieden den Standpunkt, daß das Vertrags-Verhältniß mit Deutschland allen anderen Combmatwncn vorzuziehen sei, und es gelang denselben auch, die österreichischen Minister davon zu überzeugen, daß diesbezüglich noch ein Versuch gemacht weiden müsse. Sltv derseits konnten sich die ungarischen Minister nicht der Ueberzeugung verschUeßen, daß es von entschiedener Wichtigkeit sei, der deutschen Regierung zu beweisen, daß sich die Monarchie nicht einfach dem Dictate Deutschlands unterwerfen könne, und daß man auch für den allerschlimmsten Fall Vorsorge treffen müffe. Um beiden Anforderungen gerecht zu werden, wurde beschloffen, mit Deutsch- land sofort Verhandlungen wegen eines Vertrags auf dem Fuße der mristbe- günstigten Nation einzuleiten, welcher für Oesterreich. Ungarn den Expo« der Roh-Producie, für Deutschland hingegen unter den bereit« accepnrten Control Maßregeln die Fortdauer des Appretur-Verfahrens sichere. Gleichzeitig wird aber, ohne das Resultat dieser Verhandlungen abzuwarten, jener Taris, welcher den bisherigen Verhandlungen mit Deutschland zu Grunde lag, beiden Parla menten als autonomer Taris vorgelcgt. Graf Andrassy soll insbesondere über die Intentionen Deutschland« vollständig beruhigende Aufklärungen gegeben haben, welche die Annahme gänzlich ausschließen, als ob Seitens Deutschlands ein feindseliges Motiv gegen Oesterreich-Ungarn obwalte. An einen Zoll-Krieg sei nicht zu denken, und würden beide Reiche ihre öconomischen Beziehungen jedensalls neben einander, keinenfalls aber gegen einander einrichten. Schweiz. Bern. Im „Bund" werden die Gründe, warum sich in der letzten in- terxationalen Konferenz für Vertheilung der aus die Schweiz noch fallenden 8 Millionen Gotthardbahn-Nachtrags'Subvention namentlich der (Santon Bern gegen eine Bundes-Subvention ausgesprochen habe, des Näheren auseinandergesetzt. Da nämlich der (Santon Bern der größte (Santon ist und Vs des Gesammtgebiets der schweizerischen Eidgenossenschaft umsaßt, müßte er bei einer Bundes-Subvention selbstverständlich auch Vs der noch verlangten 8 Millionen tragen, während er bei einer Subvention der Cantone nur mit V«, wenn er noch eine Million, und nur mit Vio belastet wird, wenn er noch 800,000 Frcs zu zablen hat. Ebenso selbstverständlich würden die Eantone Uri, Schwyz und Zug bei einer Bundes-Subvention mit ihrem kleineren Gebiete einen unbeteu tenden Theil derselben zu tragen haben, während sie bei einer Cantons-Sub- vention, zumal da sie von der Gotthardbahn sehr erheblichen Vortheil genießen werden, mehr belastet werden würden. Warum soll der Bund die Last dieser Cantone auf sich nehmen? Das wäre gewiß höchst ungerecht und unbillig. Daher Nein I ArauLreich. Paris, 31. October. Der Vorstand des linken Centrums der aufgelösten Deputirten-Kammer hat die neugewählten Deputirten dieser Richtung au den 5. November zu einer ersten Besprechung eingeladen. In unterrichteten Kreisen glaubt man, daß der Ministerrath gestern eine sehr versöhnliche Stimmung bekundet habe. Nach anderweitigen Nachrichten wird es für möglich ge- halten. daß am 7. November ein gemäßigteres Cabinet berufen werde. Der orientalische Krieg. London, 31. October- Die „Times" meldet aus Poradim: An der Schlacht auf der Straße nach Sofia am 23. d. haben 12,000 biS 14,000 Russen, meistens den Garde-Regimentern angehörend, theilgenommen. Die Türken verloren dabei an Todten 4000 und an Gefangenen ebenfalls 4000 Mann. Die Russen zeigten eine außerordentliche Tapferkeit und erstürmten bei dem dritten verzweifelten Angriff die türkischen Positionen. Die Türken lockten zweim.il durch Entfaltung von Parlamentär-Flaggen die Rusten in mörderisches Feuer. Konstantinopel, 31. October. Es verlautet, daß die hiesige Garnison nach dem Kriegsschauplätze entsendet und durch eine Vürgergarde ersetzt werden solle. — Kein osficielles Kriegs Telegramm wurde veröffentlicht. Konstantinopel, 31. October. Chesket Pascha errichtet in der Umgegend von Orkhanie Befestigungen. — Suleiman Pascha meldet unterni 29. Octbr., daß die Rusten in der Dobrudscha gegen Kuzghun marschiren. Petersburg, 31. October. Officiell. Wisinkoi, 30. Octbr.: Gestern traf aus Köprikoi eine Meldung des Generals Heymann ein, wonach (eit dem 28. Octbr. seine Kavallerie, vereinigt mit der Kavallerie des Generals Tergu- kasoff, die hinter Köprikoi sich zurückziehenden Truppen Mukhtar Pascka'S verfolge. Die Infanterie des Generals Tergukasoff's fei im Vorrücken begriffen, um sich mit der Colonne des Generals Heymann zu vereinigen. Petersburg, 1. November. Amtlich wird aus Bogot 31. Oct. berichtet : In den Kämpfen vom 24. und 28. Oct. bei Gorni-Dubniak und Telisch sind an türkischen Truppen 13 Tabors Infanterie, 5 Escadrons Kavallerie nebst 7 Geschützen von den Rusten gefangen genommen, im Ganzen gegen 7000 Mann; unter diesen befinden sich 2 Paschas, gegen 200Osficiere, 3 Engländer und ein in Konstantinopel domicilirter Franzose. Von den Engländern ist der Eine Oberst im türkischen Dienste und die beiden Anderen Aerzte; letztere wurden bei den türkischen Verwundeten gelasten. Der Franzose fungirte als Volontair. Durch Mannschaften des Jsmailow'schen Regiments wurde eine türkische Fahne genommen. In Folge der Niederlage vom 24. und 28. Oct. entfloh Chesket Pascha, als er der russischen Grenadier-Eclaireurs ansichtig ward, mit 12 Tabors ans Radomirzi und wird nun von der russischen Kavallerie verfolgt. Die Brücke in Radomirzi befindet sich unbeschädigt in der Gewalt der Rusten. I ■ — I ..........— I I« ir I < —CT—— L o k a l - n o t i r. Gießen, 2. Nov (Gegen das Bettelwesen.) Da die Polizei mit den ihr zu Gebote stehenden Kräften nicht in der Lage ist, dem Unwesen der Bettelei zu steuern, so hat die Polizeiverwaltung in Glückstadt eine sehr nachahmenswerthe Bekanntmachung veröffentlicht. Hier heißt es: „die Poltzeiverwaltung sieht sich veranlaßt, die Mit Wirkung der Einwohnerschaft in Anspruch zu nehmen, indem sie bittet, jeden Bettler ohne Aufnahme abzuweisen In dieser Maßregel liegt keine Inhumanität, weil jeder wirklich Nothleidende nur bei der Polizeibehörde sich zu melden braucht, um die erforderliche Unterstützung zu erhalten. Dagegen wird durch daS unter schtedslose Geben von privater Hand ein Bettler Proletariat großgezogen und der fleißige Arbeiter in Versuchung geführt. Wie gewinnbringend daS Geschäft für einen Bettler in unserer Stadt ist, mag man daraus entnehmen, daß kürzlich ein um 8 Uhr aus der Correk tionS-Anstalt entlassener Taugenichts um 10’/, Uhr bereits 8 X 80 zusammenge bettelt hatte. Die Poliztiorrwallung hält sich überzeugt, daß es nur dieses Hin rveiseS auf die Unzweckmäßigkeit und Gefährlichkeit des systemlosen Gebens bedarf, um für die Zukunft den Beistand der Einwohnerschaft bet Unterdrückung der Bettelei sich zu sichern Namentlich hoffen wir, daß auch die Frauen das Bedenkliche großer Bereitwilligkeit im Geben etnsehen und daS leicht gerührte Herz Vern verhängnißvollen Mitleid verschließen w«rd." Die Anschauung, von der diese Bekanntmachung einge- geben ist, ist vollkommen richtig. Wer dessenungeachtet sich doch noch gedrungen sühlt, für Nothleidende aus der Umgegend unserer Stadt etwas zu thun, wird dringend auf- gefordert, dem in der diesigen Stadt bestehenden Armen-Perein alS Mitglied beizutreten. Eingesandt. Gießen. Einen Skandal, wie er größer mcht gedacht werden kann, verursachen Morgens um 10 Ubr während der Pause die Knaben der städtischen Schule in der Schulftraße. Das Spiel derselben auf der Straße ist größtentheils ein Balgen und Herumzerren von Dutzenden der Knaben, ein wildes Durcheinander-Rennen, so daß Alle, welche um diese Zeit die Schulstraße passiren müssen, Gefahr laufen, bei jedem Schritt von ein Paar Jungen über den Haufen gerannt zu werden. Einsender hat ge* setzen, daß eine ältere Dame von einigen blind daherrasenden Schlingeln umge« rannt worden ist. Die Lehrer hierfür oerantwo tltch machen zu wollen, wäre ein Unsinn, Jugend will austoben; aber von Seiten der Stadt müßte dafür gesorgt werden, vaß den Jungen ein Tummelplatz geschaffen würde, damit dieselben von der Straße wegkommen. Dicht an der Schule befindet sich ein stets verschlossener Hofraum, warum räumt man diesen nicht als Spielplatz den Jungens ein und sollte derselbe nicht g oß genug sein, so ist ja nebenan der Keller'iche Garten, der wohl für die Stadt zu er» warben sein dürste, nöthtgenfalls durch Ankauf der ganzen Keller'schen Hsfraithe. — Ruhig die Schulstraße daherkommende Passanten können im Interesse ihrer Knochen von der Stadt so viel Enlgegenkommen verlangen, daß sie mit heiler Haut durchkommen können und geschützt sind, daß sie nicht ihren Angehörigen mit zerbrochenen Armen oder Beinen nach Hause gebracht weiden. A. Handel und Verkehr. Limburg, 31. Oct. (Fruchtbericht.) Rolber Weizen X 20 —, Korn X 13.20, Gerste X 12.15, Hafer X 7.20. (DurchschnittS-PreiS pro Malter ) Kartoffeln X 3 pro Gentner. Frankfurt, 31. October. Der heutige Heu- und Stroh-Markt war gut befahren. Heu kostete je nach Qual, per Ctr. X 2.50—3.40, Stroh per Etr. JL 2—2 40. Butter im Großen kostete das Pfund 1. Qual. 90 H, 2. Qualität 80 im Detail 1. Qual. v4L 1.20, 2. Qual X 1. Eier, das Hundert X 5.50—7.60. Kartoffeln 100 Kilogramm X 6—7.50 Fleischpreife: Ochsenfleisch per Pfd. 75^, Kuh- und Rindfleisch 55—65 Hammelfleisch 50—63 H, Kalbfleisch 50—75 Schweinefleisch 75—80 Erbsen, geschälte, (per 100 Kilogramm) 28 -30 x, ganze Erbsen 20—24 x, Bohnen 25—28 X, Linsen 30-36 X Tem peratur i n (8 i e ß e n. Octoder 1877: Niederste................... Mittlere................... Mittel früherer Jahre.............. Höchste .................. Niederschlag an 18 Tagen............. Niederschlag im Mittel früherer Jahre an 14 Tagen . . . Irischbäcker in Gießen. Sonntag, den 4. November. Louis Keil in den Neuen-Bäuen. Emil Sauer auf dem Seltersweg. Wilb- Lang in der Neustadt. Kirchliche Anzeigen der edangelischen Gemeinde zu Gießen. Gottesdienst. Sonntag, den 4. November. Reformationsfest. Morgens: Gymnasiallehrer Stamm- Nachmittags: Pfarrer Schlosser. (Vor- u. NachmittagS-Collekte für die Gustav-AdolfS-Stiftung.) Nächstkünftigen Sonntag den 11. Nov. wird das heilige Abendmahl gefeiert werden. Der Confirmandenunterricht der Mädchen beginnt Montag den 5. November, Vormittags 11 Uhr in dem Lokal der I. Classe der Stadtmädchenschule am Neustädter Thor. Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 4. bis 10. Nov. besorgt Pfarrer Dr. Seel. Allen Kranken Kraft und Gesundheit ohne Medicin und ohne Kosten durch die Heilnahrung: Revalesciere “l. Seit 80 Jahren hat feine Krankheit dieser angenehmen Gesundheits. speise widerstaÄen und bewährt sich dieselbe bei Erwachsenen und Kindern ohne --t'edicin und ohne Kosten bet allen Magen , Nerven . Brust-, Ku mem, Leber-, Drüsen-, chleimbaut-, Äthern-, Blasen- und Nierenleiden, Tuber kulose, Schwindsucht, Asthma, 9ustm, Unverdaulichkeit, Verstopfung, Diarrhoen, Schlaflosigkeit, Schwäche, Hämor- hoiden, Wass'rsucht, Fieber, Schwindel, Blutaufsteigen, Ohrenbrousen, Uebetkeit und brechen se bst während der Schwange-schart, Diabete«, UMandjolie, Abmagcrunr, sth.umatismus, Gicht, Bleichsucht; auch ist sie als Nahrung für Säuglinge schon von er Geburt an selbst der Ammenmilch vorzuziehen. — Ein Auszug au 80,000 Certi- Beaten Über Genesungen, die aller Medicin widerstanden, worunter Eertificate vom Professor Dr. Wurzer, Medicinalrath Dr. Angelftein, Dr Shoreland, Dr. Campbell. Professor Dr. T6b6, Dr. Ure, Gräfin Castlestuart, Marquise de Br^han, und vielen anderen hochgeiiellten Personen, wird franco auf Verlana n « ngewndt. Abgekürzter An-zng auS 80,000 Certificaten. Nr. 62476. Dem lieben Gott und Ihnen sei Dank. Die Revaleeoifcre hat meine 18jährigen Leiden im Magen und in den Nerven, verbunden mit allgemeiner Schwäche und nächtlichem Schweiß gänzlich beseitigt. I. Cowparet, Pfarrer, Sainte Romaine dec Iles. Nr. 89211. Orvaux, 15. Apnl 1875 Seit vier Jahren genieße ch die k-ftliche Revalesciere und leide seitdem nicht mehr r.n den Schmerzen in den Lenden, die mich während langer Jahre fürchterlich gefoltert hatten. In meinem 93. Jahre stehend, erfreue ick mich jetzt der vollkommensten Gcsunddeit. Leroy, Pfarrer Nr. 45270. I. Robert. Von se nem ^5 jährigen Leiden an Schwindsucht, Husten, Erbrechungen, Verstopfungen und Taudbe»t gänzlich bergestellt. 62845. Pfarrer Botlet von Ecratnoille. Von Asthma mit häufige» Erstickungen völlig hergeftellt. 80416. Frau Major Deutsch, geb. von Horn in Posen; deren Kinder vom Drüsenleiden hergestellt. Nr. 64210. Marquise von Bröhan von 7jähriger Leberkrankheit, Schlaflofigkeit Zittern an ollen Gliedern, Abmagerung und Hypochondrie. Nr. 75877. Florian Köll.r, K. u. Militärvermalter, Grvßwardein, »on Bungen» und Luittöuren-Katorrh., Koplschwindel und Brustbeklemmung. Nr. 75970. Herr Gabriel Teschner, Hörer der öffentlichen höbeVen Handels- Lehranstalt in Wien, in einem verzweifelten Grade von Brustübel und Nervenrn-rüttung. Nr. 65715. Fräulein de MontlouiS, von Unverdaulichteit, Schkrstosigkeit und Abmagerung. Nr. 75928. Baron Stgmo von 10 jähriger Lähmung an Händen und Füßen rc. Die RevaiMcibre ist viermal so nahrhaft bis Fleisch und erspart bei Erwachsenen und Kindern 50 Mal ihren Prei- in anderen Mitteln und Speisen. drei e der Rev&lea^re ielen auter^ Apofb-kei Droguen-, Specerei- und Delicateffenhön8',s^ im ganzen Lande, in Gießen bei Philipp Schwager. (632 —4,2 • 1L 4-5.85 w +7,17 w 4-15,5 „ 1,46 Par. Zoll. 1.89 Die1 wirb hi»' dkl um Ekgan? rtt'jufind- W nirb bur fluitritte Hanfti» Salier, Ani-a * licht» vertret« fianjler I di- Hnr« uub sie ® 4166) "l Diens sollen im ilernjaltun 1877 rdp. arbeiten zc. ec fahren 1) Die wäfd 2) bit ( tzNll Gai l 3) die Leu razc 4) die Leu 5) die oltt i Die -e G-Mlsz Äeß n, ^rzßhe MitZ matung mit zur J l wwm tion von beOjbiedl 'ug, Äi '^ bba, § t’onen bei findet. Tas N vibilionn ftlben, so wültuna । @'efeen, ( 6148) im i Io? im Districie "achverz. 1 wichen 3label Ä wnsr. ö A Ä"1 % % 6l50) €166) 3) 5) m m e t e r mit mit A. Bram ui. 6157) 6150) Aspen Eichen Nadel 2 118 Rau 2 2,4 297 Reish Wellen 50 3420 In Auftrag: M. P i_l_L e r. A. Brennholz: Scheith. Prügelh Dtockh. Strickwolle in schönster Auswahl, empfiehlt 6144) Carl Hoffmann. 6134) Sechs junge Schweine sind zu verkaufen auf d^r Lietnasböde. Dienstag den 6. November, Nachmittags 2 Ubr, werben im Saale der Restauration in der Neustadt dahier eine Partie Tuch und PuckSkin in halben Stücken gegen Baarzahlung öffentlich ver sie nett. (Hießen, dcn 2. November 1877. Bekanntmachung. Dienstag den 6. November d. I. sollen im Geschäftszimmer der Garnison Verwaltung (NahrungSberg) für das Jahr 1877 refp. 78/79 nachstehende Reinigunge- arbeiten rc. im Submissions- refp. L'citations- ve fahren »ergeben werden, als: 1) Die Reinigung der Casernen-Bett wäsche, Vormittags 8Vr Uhr, 2) die Entleerung der Latrine und Mullgrude der Zeughaus-Caserne und des 11 80 Festmtr. Die Zusammenkunft ist an der Straugs- rvstfe. Gießen, den 2. November 1877. Großherzogliche BiU c ermeisterei Gießen. Die Gemeindevertretung der evangelischen Gemeinde Gießen wird hiermit ergebenst eingeladen, sich Sonntag d e n 4. N ° o e m b e r behufs der um 11 Uhr nach Schluß des Vorm.tNasaottesd.enstes vorzunehmenden Ergänzungswahl des Kirchenvorstandes in un,erer -tadtkirche Für Maass ■ Anfertigung: Stoff- und Musterlager von deutschen, englischen und französischen Dessins. Civile Preise und reelle Bedienung zusichern Ve' Wallung. Keilgevolenes. 6135) Veredelte Aepfel- und Birn- bäume sind zu haben a. d. Liebiasböbe. Belte marinirte Häringe, per Stück 15 Pf, empfiehlt (6137 <7. Roth- Neuen Bauen. Liebig Company's Fleisch-Extrael aus FRAY-BENTQS (Süd-Amerika). 6143, Ein Haufen-Dünger wird billi.r abgegeben. Kreuz B- 114. Zur gcst. Beachtung. Offerire einen -wehrten Publikum gute Beiderwolle mm Umtausch. Wolle wird zum höchsten Preis angenommen. Gleichzeitig bringe mein Lager in allen Sorten von halbwollenen Stoffen (schon von 33 H an) in empfehlende Erinnerung. 615S) K Jung, Neustadt, Gictzen. In Gi essen zu haben bei den Herren: j a. Bu^cii Sohne. L. Kulkhof Emil Fischbach. Apoth. Dr. Laubloser Apoth. Ur. Mettenheimer. R. Gobel, Gg. Willi. Weidlx, Apoth. Dr. C. W Hempel. 51) L. Müller vorm. E Hermes, Heinzerling e Austretenden sind wieder wahlbar. Nack erfolgter Ergänzungswahl des Kirchenvorstantes sind> die welk, lichen Abgeordneten zur Dekanatssynode und ihre Stellvertreter neu zu wählen. Die bisherigen Abgeordneten Ovaren die Herren . Lander Dr Wasserschlcben und Hosgerichtsadvokat 2,ornselff, die Ltellvertret die Herren Louis Bsicking und Wilhelm Keller. Die bisherigen Abgeordneten unb Stellvertreter sind wieder wählbar. Gießen, den 2. November 1877. Für den Kirchenvorstand: Dr. Seel. Pfarrer.___ Garnison-Lazareths, Vormittags 9 Uhr, die Lieferung von Lagerstroh für die Zeughaus-Caserne und das Garnison- Lazaretb — 232 Ce> tr., Vormittags 9yt Uhr, die Reparaiur der Bettwäsche der Zeughaus-Caserne, Vormittags 10 Uhr, die Uebernahme des ausgelagerten 6138) Emmenthaler Kahm- und Handkäse in besten Qualitäten empfiehlt 6. Roth, Neuen-Bäuen. 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October 18/7. Großherzogliche Directton. 6148)__Mohn. _____ Versteigerungen. Holz-Bcrsttigerung iw Gießener Ltadtwalde. Montag Den 5. Nommbei 1877, von Morgens 9 Uhr an, ^oll im Gießener Stadtwalde in der Diftricten Sttangswiese, und UnteridoId nachverzeichnetes Holz versteigert werden: Feinster medicinischer Dorsch-Leberthran fast geruch- und geschmacklos in Flaschen mit gestempeltem MetaU-Verschluss l/i Originaläasche *44 0.60, Vi „ s*. 1/0 Derselbe eisenhaltig pro Flacon a JL 1. — eu haben bei (3416 ____________C. F. SEMMLER in Glessen* Limburger- und Kümmelkäse in schöner Qualität, ver 50 Kilo 36 JL, ab hier offeriren und suchen gleichzeitig einen tüchtigen Vertreter. [H. 35132.J N Heydecke S (£omp. 6064) in Reichenbach i. Voiatlgnde. Bettsedern mtd Saunen rZwillch trab Barchent, Feder-Ltttten, Liffern n- vollständiger Betten in fttena'reeller «ntzführung, bei 4519) Th. Brück, Kanzleiberg B- ' Hrockene draunkotilen, (Allein-Verkauf der Gewerkschaft Elm) I. und II. 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