‘n. ■?erselbk» streng 18 Neueste in Fuhr. aufct mir, meiner zu rnatyu, vay ick'ttielt ,e unb Duaht«“» illiueh'11,?' 'm in Tttrche" TB "LÄk W* Äo. 12?. Freitag, den 3. August 1S?9. WWW MWgM Aszkize- eai AmishKtt fit des Kreis Gießen. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags» Expedition r Schulstraße, Lit. R. Nr. 18. Iori 1 i sch Deutschland. Aus dem Großherzogthum Heffen, 30. Juli. Je nach dein Standpunkte der Urheber wird der Spannung, mit der man begreiflicher Weise auch die Vorgänge erwartet, welche der Wahl eines katholischen Landesbischvss vorhergehen werden, mit sehr verschiedenen Darstellungen der Rechtsnormen zu genügen gesucht, auf denen sich das Verhalten der beiden betheiligten Factoren, der Staatsregierung und des Mainzer Dom-Capitels, bewegen können oder werden. Die geschichtlich feststehenden Thatsachen, so interesiant sie auch im Allgemeinen sind, leiden dabei so wesentlich, daß eine auf unverfängliche Quellen gestützte Darstellung nicht ohne Bedeutung ist. Da muß nun zunächst hervorgehoben werden, daß die sog. „Vorläufige Uebereinkunst mit dem Bischof von Mainz" vom August 1854, welche den durch die Bulle von 1821 und 1827 beabsichtigten Rechtszustand wesentlich berührt, nur mit dem Vorbehalt der Zustimmung des Papstes abgeschlosien war. Am 23. März 1855 gelangte das Aktenstück von Rom wieder an den Bischof, dem die Regierung (am 19. April 1856) ihre Bereitwilligkeit erklärte, auch auf die gesteigerten Forderungen einzugehen. Der darauf von Letzterem besorgte Entwurf wurde am 9. Juni 1856 nach Rom gesandt. Er kam nicht zurück. Die Regierung ließ den Bischof ge währen, und während nach langem Drängen am 8. November 1860 den Stän den der werthlose, vom Papst verworfene Entwurf von 1854 vorgelegt wurde, handelte der Bischof nach der vom Papste erweiterten „Convention", d. h. seine Entscheidung blieb maßgebend (auch gegen die Negierung); bei der Besetzung der Pfründen, der unbeschränkten Gerichtsbarkeit über Geistliche und in Ehesachen (auch mit bürgerlicher Wirkung), in der Errichtung von Fakultät, Seminarien und dergl. Anstalten, der obersten Leitung des Schulwesens u. s. w. Namentlich hebt die päpstliche Redaktion von 1855 in dem Artikel XIII jene Bestimmungen der Bulle ad Dominici gregis custodiam auf, welche dem Landesherrn gegen ihm mißfällige Besetzung des bischöflichen Stuhles, des Dom- Decanats, des General-Vicariats, der Capitular- und Präbendar-Stellen das Recht der Verwerfung sicherte. 1866 erklärte, durch die bekannten Umstände gedrängt, der Bischof, auf diese „Convention" zu verzichten, aber, wie aus seinen Erklärungen an die Regierung hervorgeht, meinte er damit nur die Form, nicht nur die Materie seiner „Rechte." Die Lage blieb thatsächlich beim Alten bis zur Einführung der Kirchengesetze (1875). Nach diesen kann im Großherzogthum ein Kirchenamt nur einem Deutschen übertragen werden, der wissen schastlich gebildet und der Staatsregierung nicht mißfällig ist, und bleibt die Mitwirkung des Staates bei Besetzung kirchlicher Aemter, so weit sie auf besonderen ^iechtstiteln beruht, Vorbehalten. Da es nicht zweifelhaft, daß von der einen Seite die päpstlichen Vorschriften, Seitens der Regierung die maßgebenden Vorrechte der Krone, die Gesetze und Rechtstitel bei den Versuchen zur Besetzung Les bischöflichen Stuhles sestgehalten werden, so ist die längere Dauer der Sedisvacanz um so wahrscheinlicher, als die auf die oberrheinische Kirchenprovinz berechnete Bulle des Papstes vom 23. August 1873 (Romanns pon- tifex) alle kanonischen Bedenken beseitigt und die Verwaltung der Diöcesen auch ohne Bischöfe ermöglicht. Eine andere, nun freilich brennender gewordene Frage ist die, ob die Regierung einer sich so gestaltenden Sachlage gegenüber nicht zu erwägen haben wird, ob und in wie weit die Grundbedingungen und Rechtsnormen, welche den Staat zur Ergänzung der Bisthums - Dotation verpflichten, noch vorhanden oder durch die päpstliche Willkür beseitigt sind. Nicht minder wichtig wird bei längerem Provisorium der geistlichen Verwaltung der Diöcese und dem durch die erwähnte Bulle ermöglichten unmittelbaren Einfluß der römischen Camarilla auf die Besetzung der Pfarrstellen und die Verwaltung der Spiritualien die Anwendung und vielleicht auch eine Ergänzung der Kir- chengesehe werden. Es wäre arge Täuschung, sich die Lage recht einfach und leicht vorzustellen. Gibt man klerikalerseits nur in einem gewisien Punkte nach, so könnte der thatsächliche Beweis hervortreten, daß unsere Gesetze nicht ausreichen, um die Besetzung des Mainzer Stuhles mit einem möglicher Weise noch verschiedeneren orthodoxen Charakter als der letzte Bischof war, zu verhindern. Wie man indeflen versichert, wäre in dieser Richtung schon etwas geschehen, indem die Wahl des Dom-Capitulars Dr. Moufang zum Bisthums- Verweser der Regierung vorschriftsmäßig angezeigt worden wäre. (Köln.Ztg.) Marburg, 31. Juli. Die 350jährige Jubiläums-Feier der Universität wurde heute durch Reveille und Choral-Musik vom Schloßthurm herab eingeleitet. Sodann bildete sich der Festzug, bestehend aus Studenten verschiedener Corps, den eingeladenen Ehrengästen, den Professoren und Docenten, den städtischen Behörden und Bürgern, dann den studentischen Verbindungen, alten Herren früherer Verbindungen und endlich den Burschenschaften. Dazwischen drei Musik-Corps. Der Festzug bewegte sich zum Marktplatze, woselbst nach Aufführung der Jubel-Ouverture von Weber Profeffor Cäsar die Festrede hielt. Derselben folgte wieder eine Musik-Aufführung und Gesang. Später wurde im Ritter-Saale und im Bücking'schen Garten der von den Stadt-Behörden gebotene Früh-Trunk eingenommen, wobei eine sehr gehobene Stimmung herrschte. Unter den Studenten gab sich die größte Eintracht kund. Die Zahl der Fest- Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Brinqerlakm. Durch die Post bezogen vierreljährlich 2 Mark 50 Pf. e r H h e i l. Theilnehmer betrug mehr als tausend. Der Ober-Präsident, Freiherr v. Ende war durch einen Todesfall leider verhindert, am Feste theilzunehmen. Berlin, 31. Juli. Die „Nordd. Allg. Ztg." erfährt aus bester Quelle, daß die militärischen Maßnahmen, welche etwa Seitens der österreichischen Regierung beschlossen werden sollten, einen nur beschränkten Umfang haben und sich auf vier Divisionen erstrecken werden. Von Seiten Oesterreichs werde damit in keiner Weise ein Verlaffen der bisherigen neutralen und reservirten Haltung beabsichtigt, noch weniger würden diese, sowie etwa noch folgende Anordnungen die vortrefflichen Beziehungen tangiren, welche zwischen den Höfen von Wien und Petersburg bestehen. Berlin, 31. Juli. Der türkische Botschafter, Sadullah Pascha, ist ermächtigt, die aus einem Wiener Blatte in Berliner Zeitungen übergegangene Nachricht von einem Blutbade unter den Christen von Jenitzagra und Covarna formell zu dementiren mit dem Hinzufügen, einige vereinzelte Ermordungen schienen als Grundlage der Nachricht gedient zu haben. Hesterreich. Wien, 1. August. Der gestrige Kron-Rath hat die Vermehrung der Grenz-Truppen um 30,000 Mann im Princip beschlossen. Der Zeitpunkt der Durchführung ist dem Grafen Andraffy anheimgestellt. Graf Andraffy hat überhaupt die vollste Zustimmung des Kron-Raths zu seiner Orient-Politik erhalten. Die vornehmsten eventuellen Fälle für eine Vermehrung der Grenz- Truppen sind: dringende Gefahr eines Christen-Gemetzels, Ausstand in Serbien und österreich-feindliche Schritte Serbiens und Montenegros. — Die österreichischen Consuln in Adrianopel und Philippopel sind beauftragt, die Consular- Archive nach Konstantinopel zu bringen. — Es geht das Gerücht, daß Aarifi Pascha entlassen sei. Irankreich. Paris, 31. Juli. In dem heute gehaltenen Ministerrathe machte der Minister des Auswärtigen, Herzog v. Decazes, wichtige Mittheilungen bezüglich der orientalischen Angelegenheiten. England London, 31. Juli. Im Unterhause erklärte Schatzkanzler Northcote auf eine Anfrage Whalley's, es sei nicht nothwendig, beim Hause einen Special- Credit zur Bestreitung der Kosten der letzten Truppen-Sendung und der Verstärkung der Flotte im Mittelmeere zu beantragen. Diese Kosten seien gering, und sei es noch sehr zweifelhaft, ob überhaupt die Nothwendigkeit sich geltend machen werde, noch weitere Mittel im Laufe des Jahres zu fordern; gegenwärtig sei es nicht nothwendig. Er habe keine weiteren Erklärungen betreffs der Ansichten und Absichten der Negierung hinsichtlich des orientalischen Krieges abzugeben, auch erscheine es ihm nicht zweckmäßig, sich mit den russischen Zeitungen in eine Controverse über die Gewaltthaten der russischen Truppen ein- zulaffen. Wolff kündigte an, er werde am Freitag beantragen, an die Regierung eine Adresse folgenden Inhalts zu richten: Das Unterhaus, wenn es auch die bisher eingehaltene Neutralität Englands vollkommen billige, erachte es doch bei der gegenwärtigen Sachlage im Orient für geboten, Maßregeln zu ergreifen zur Wahrung und Aufrechterhaltung der in den Verträgen über die Regelung der Donau-Schifffahrt und über das Recht der Durchfahrt durch den Bosporus, sowie der Dardanellen übernommenen Verpflichtungen. London, 31. Juli. Im Parlamente wurden weitere diplomatische Schriftstücke über von den Ruffen verübte Grausamkeiten vorgelegt. Eine Depesche des britischen Consuls aus Schumla vom 24. Juli berichtet: Die Ruffen reizen die Bulgaren zu den schrecklichsten Mißhandlungen der Muselmänner auf. Unter Anderem sei es vorgekommen, daß den Letzteren die Augen ausgestochen und die Augenhöhlen mit Brod ausgefüllt wurden. — Eine Depesche des britischen Botschafters Layard an Lord Derby vom 24. Juli meldet: Der Sultan richtete ein Schreiben an Layard, worin er den Wunsch ausspricht, die Königin Victoria möge ihren Einfluß bei dem russischen Kaiser dahin geltend machen, daß die schrecklichen Grausamkeiten der Russen gegen Männer, Weiber und Kinder eingestellt würden. Er könne nicht glauben, daß der Kaiser von Rußland einen Krieg zu führen wünsche, welcher die Ausrottung eines Volkes bezwecke und einem Raubzug gleiche. Eine Depesche Layard's vom 18. Juli berichtet: Die von den Consuln bestätigten Nachrichten über Niedermetzelungen beruhen ohne Zweifel auf Wahrheit, obgleich er es für möglich halte, daß Manches darin übertrieben sei. Eine Mittheilung des englischen Militär-Bevollmächtigten auf dem asiatischen Kriegsschauplätze, Kemball, bestätigt die Nachrichten über die Maffacres in Bajazid, erklärt dagegen die Meldung über die Grausamkeiten in Ardahan für unwahr. Amerika. New-Aork. Wie bereits telegraphisch gemeldet wurde, hat der Strike auf der New-Iork-Central- und Erie-Linie, sowie auf den südcanadischen Bahnen nachgelaffen, so daß der Handel von New-Aork wieder auszuleben beginnt und Anilin gefärbt. (Schluß folgt.) Wanderlager, Waarcrrauctioncn und Jahrrnarktströ-el Bukarest, 31. Juli. Ein fürstliches Decret weist Kredite zur Vermehrung der Armee-Cadres und Osficiere an. — Die Rusten feuerten aus drei vor Oltenitza kreuzende türkische Dampfer und brachten einen zum Sinken, die anderen zwei flüchteten sich hinter die dort gelegene Insel. Petersburg, 31. Juli. Die „Agence Russe" meldet aus Tiruowa: Der Großsürst Nicolaus stellte an 16 gefangene türkische Osficiere die Frage, warum die türkischen Soldaten, trotz der aus Konstantinopel ergangenen gegen- tbeiligen Befehle, stets die verwundeten und gefallenen Rusten verstümmelten. Die Osficiere hätten hierauf erwidert, es sei ihnen früher von Konstantinopel der Befehl zugekommen, die Feinde verstümmeln zu lasten. Eine entgegengesetzte Ordre sei seitdem nicht eingetroffen. Wien, 31. Juli. Einem Telegramm der „Polit. Corresp." aus Syra von heute zufolge ist das deutsche Geschwader hier eingetroffen und nach kurzem Aufenthalte nach Salonichi abgegangen. Dieselbe Correspondenz meldet von heute aus Bukarest: Einige türkische Kriegsschiffe versuchten durch die Kilia- Mündung in die Donau zu gelangen. Die Rusten begannen in Folge desten bei Braila neue Batterien zu errichten. — Die Nachricht von neuen den Rusten ungünstigen Gefechten bei Plewna ist unbegründet, dagegen finden seit vorgestern Avantgarden-Gefechte statt, welche eine Schlacht einzuleiten scheinen. Landwirthschaftliches. Nachrichten aus -em Klub -er Lan-wirthe ;u Berlin. Denkschrift betreffend die Errichtung einer Kontrol-Station für Lebensmitel in Berlin. Es ist eine allgemein bekannte Thatsache, daß sich in den letzten Jahren weit mehr als früher die Fälle häufen, in denen die Lebensmittel im verfälschten Zustande in die Hände des Consumenten gelangen. Ohne auf die Gründe dieser Erscheinung hier näher eingehen zu wollen, dürfte doch darauf htnzuweisen sein, daß gerade in Zeiten des Mangels und der Theuerung erfahrungsgemäß derartige Fälschungen am meisten Vorkommen und daß außerdem dieselben namentlich in den Städten des großen Verdung unter unseren Lebensmitteln die erste Rolle und, wenn auch in gebührender Rücksicht auf seine Wichtigkeit Seitens der Stadt Berlin ziemlich zahlreiche Untersuchungen desselben an den verschiedensten Punkten angestelll sind, so sind diese Untersuchungen doch immerhin nur als vereinzelte gegenüber der großen Zahl von Brunnen anzusehen und dürste bei der so oft wechselnden Qualität des Fluß- und namentlich des Brunnenwassers eine regelmäßig wiederkehrende Untersuchung desselben dringend geboten sein. 2 Die Milch. Die Milch ist anerkanntermaßen dasjenige Lebensmittel, welches am meisten verfälscht wird. Zwar ist diese Fälschung gewöhnlich eine der Gesundheit nicht nachtheilige, indem in der Mehrzahl der Fälle nur eine Verdünnung durch Wasser stattsindet; allein es ist keine Frage, daß der Zweck der Ernährung, um dessentwillen inan doch die Milch bezieht, zum Theil durch diesen Zusatz beeinträchtigt, ja öfter durch Zusatz von inficirtem Wasser die Gesundheit gefährdet wird und endlich, abgesehen von allem anderen, durch dies Verfahren den Käufern eine große Vermögensschädtgung zu- gesügt wird. In allerneuester Zeit haben sich zuverlässige Personen gefunden, die z. T. unter der Aussicht des Vereins für öffentliche Gesundheitspflege, unverfälschte Milch, freilich zu theueren Preisen verkaufen; allein das Quantum, welches dadurch geliefert wird, ist verschwindend klein gegenüber dem täglichen Gesammtverbrauch in unserer Stadt. — Nach dem Berliner städtischen Jahrbuch, 3. Jahrgang 1877, betrug der Konsum an Milch in Berlin 1875: 754,900 Ctr. (oder ca. 36,645,600 Liter), d. h. 79 Pfd. (oder etwa 38,3 Liter) pro Kopf. Nimmt man nun an, daß im Durchschnitt sämmt- ltche Milch mit 10—15 Proc. Wasser versetzt ist, — was im Allgemeinen nicht zu hoch gegriffen sein möchte —, so ergiebt sich bei diesem Quantum ein Wasserzusatz von mindestens 3,664,500 Liter, und da dieser, so gut wie die Milch, im Durchschnitt mit 20 Pf. pro Liter mttbezahlt wird, so erwächst den Bewohnern Berlins allein durch die Milchoerdünnung eine Vermögensschädtgung von jährlich rund 733,000 bis über 1 Million Mark! — abgesehen von den etwaigen Störungen in der Ernährung und in der Gesundheit. Durch eine häufige unverhoffte, aber genaue Kontrole, bei der freilich nicht der bisher allein maßgebende gewöhnliche Milchprober benutzt werden darf, würde sicherlich diesem in der That groben Unfug, der sich in Wien z. B- durchaus nicht in dieser Der orientalische Krieg. Wien. Der an Stelle Abdul Kerim's zum Oberbefehlshaber der türkischen Armee von Schumla ernannte Mehemet Ali (ein Deutscher von Geburt) hat eine begeisternde Rede an seine Truppen gehalten, in der er sie ermahnt, den Eindringling aus dem Lande zu schlagen oder dieses Land zu ihrem eigenen Grabe zu machen. General Strecker, ebenfalls ein Deutscher, ist von Mehemet Ali zum Oberbefehlshaber der Artillerie ernannt worden. Konstantinopel. Die Behörden des Vilayets von Adrianopel tele- graphiren der Pforte Folgendes: Dieser Tage wurden 12 Muselmänner aus dem Dorfe Sugunler, welches von Kosaken in Brand gesteckt worden war, angegriffen, nachdem sie die Waffen niedergelegt hatten. Die Kosaken, gegen 30, tövteten 3 und verwundeten 7, welche dann von den Bulgaren der Nachbar- Dörfer umgebracht wurden, durch Lanzenstiche. Nach Einnahme von Karlowa und Kaloser durch die Ruffen sind mehr als 80 Muselmänner, darunter Frauen und Kinder, durch die Bulgaren getödtet worden. Junge Frauen und Mädchen wurden nach Kalofer gebracht, 20 von denjenigen, welche von den kaiserlichen Truppen gerettet worden waren, fielen auf dem Marsch wiedere theilweise Bulgaren, theilweise Kosaken in die Hände. Konstantinopel, 31 Juli. Der Minister des Auswärtigen, Aarifi Pascha, theilt den Vertretern der Pforte im Auslande mit: Eine türkische Division griff von Plewna aus die Russen in den Positionen von Lowats an. Der Feind wurde geschlagen und floh in der Richtung von Selwi. Die Türken drangen siegreich in die Stadt ein und befreiten über 170 Muselmänner, welche in Ketten gefangen gehalten wurden. Seitens der Bevölkerung wurden die bittersten Klagen über die während der Anwesenheit der Russen erduldeten Leiden laut. auch der Mangel an Lebensmitteln als beseitigt betrachtet werden kann. Zudem hat die Regierung jetzt beschloffen, die Ruhe in den Einzelstaaten New- Jersey, Ohio und Pennsylvanien durch militärische Gewalt wieder herzustellen. General Gelty operirt zwischen Baltimore und Washington und General Hancock ui Pennsylvanien, wo die Aufständischen, ausgenommen in Pittsburg, allenthalben unterworfen worden sind. Von Philadelphia aus ist General Hartranft gegen Blairsville Junction vorgerückt, wo gegen 10,000 Mann an Milizen und regelmäßigen Truppen zusammengezogen werden sollen. Em Tagesbefehl des Generals Hartranft an die pennsylvanischen Milizen fordert diese auf, nur auf das Geheiß ihrer Osficiere hin zu feuern. Auch sollen diese das Commando dazu erst dann geben, wenn alle friedlichen Bemühungen gescheitert sind und nachdem die Menge vorher davon benachrichtigt worden ist. Alsdann aber soll jeder Soldat zum Feuern verpflichtet sein, bis die Menge sich zerstreut und alle diejenigen, welche einen Soldaten zur Pflichtversäumniß zu verleiten suchen, sollen verhaftet werden- Aeußerst lebhaft ist es in den letzten Tagen in Chicago zugegangen. Dort stürmte am Donnerstag eine Menschenmenge von etwa 10,000 Personen die Umgebung von Halsted Street und Jefferson Street. Einige Hundert Polizisten, welche die Menge zerstreuen wollten, wurden überwältigt, aber gegen Nachmittag rückten etwa 3000 Mann regelmäßiger Truppen unter dem Befehl des Majors Heath, die telegraphisch beordert worden waren, gegen Chicago an. Mit 700 Polizisten, 1000 Soldaten, 200 Mann Cavallerie und drei Kanonen ging man gegen das aufständische Stadtviertel vor. Es wurde ein Salvenfeuer auf die Menge eröffnet und die Cavallerie machte mehrere Chargen, wobei im Ganzen 15 Todte und gegen 100 Verwundete, meist Polen und Böhmen, auf dem Platze blieben. Erst gegen Abend, als abermals 600 Mann regelmäßiger Truppen einrückten, gelang es, durch eine Cavallerie-Attaque den letzten Rest der Aufständischen zu zerstreuen. In der folgenden Nacht mußten abermals zwei Jnfanteriesaloen abgegeben werden, seitdem aber halten die Truppen ohne weiteren Kampf die wichtigsten Punkte der Stadt beseht. In St. Louis wurden zur Selbstvertheidigung 1200 Ge wehre an die Bürger vertheilt, in San Francisco halten außer einigem regelmäßigen Militär 3000 bewaffnete Bürger Wache. Bei dem am Mittwoch dort Statt gehabten Kampfe wurden 6 Personen getödtet und 62 verwundet. Washington, 31. Juli. Der Schatzsecretär Sheridan hat bekannt gemacht, er werde Donnerstag 12 Mill. Dollars in Gold verkaufen. — Der Strike kann als beendet betrachtet werden, obwohl auf den westlichen Eisenbahn-Linien noch einige Strikende sich befinden. kehrs, vor allem also in Berlin in ausgiebigster Weise oollführt werden. Letzterer Umstand ist um so beklagenswerther, als es vorzugsweise die ärmere Klasse der Bevölkerung ist, welche durch diesen Eigennutz der Händler geschädigt wird, die Klasse, welche ichon an und für sich jetzt in den drückendiren Verhältnissen lebt. Es dürfte daher eine dankbare Aufgabe, ja eine Pflicht der Verwaliung sein, diesen Fälschungen errgegenzutreten, und zu dem Zwecke scheint nichts geeigneter, als die Errichtung einer Kontiot Station, an welcher von völlig sachverständigen Personen eine ständige Untersuchung der Lebensmittel vorgenommen wird. Schon der bloße Gedanke, daß eine solche Kontrole existirt und jeden Augenblick unverhofft ausgeüdt werden kann, würde Manchen sicherlich von Fälschungen zurückhalten und die Verkäufer anspornen, sich nach reellen Quellen umzusehen. Es würde nun, um die Errichtung einer derartigen Station näher festsetzen zu können, zunächst nothwenig sein, die Frage zu^erörtern: Auf was soll sich die gedachte Kontrole erstrecken? Streng genommen würde zunächst die Luft als die erste Bedingung des Lebens mit in den Kreis der Betrachtungen zu ziehen sein; allein, da Seitens der Stadt Berlin bereits anderweitig, wenigstens in Bezug auf Ventilation, Untersuchungen angeordnet werden, Untersuchungen, die hoffentlich regelmäßig in gewissen Zeiträumen sich wiederholen werden, so dürfte dies weniger In den Kreis der hier erst zu nemtenbcn Aufgaben fallen. Vielleicht könnte aber- diese Angelegenheit von der Kontrol-Station nut übernommen werden. Außerdem hätte sich die Untersuchung besonders auf folgende Gegenstände zu erstrecken : 1. Das Wasser. Das Wasser spielt ohne Frage in der verschiedenen Anwen- Geschäftsverkehrs bezeichnet man hauptsächlich die neuere _ -,-ys------ö schriften des Gesetzes über die Freizügigkeit vom 1. Nov. 1867 und die ®ei^!n?yln9egn ®et Reichsgewerbeordnung vom 21. Juni 1869, durch welche die früher bestandenm Beschränkungen im umherzichenden Gewerbebetrieb im Wesenllichen aufgehoben worden sind. Viele Kammern Weise findet, wesentlich Einhalt gethan werden können. 3. Das Bier. Nach dem erwähnten städtischen Jahrbuch ergiebt sich für 1875 in Berlin ein ungefährer Verbrauch von 150 Liter pro Kopf, mithin bet einer Bevölkerung von (damals) 966,858 Personen ca. 145,028,700 Liter. Producirt wurden tn Berlin 1875 nach den Ermittelungen des kaiserlichen statistischen Amtes 188,845,700 Liter, nach den Berechnungen des städtischen statistischen Bureaus sogar 193,371,600 Liter, also fast 200 Millionen Liter! Diese Zahlen sprechen zu deutlich dafür, welch' ein beliebtes Nahrungs- und Genußmittel das Bier in neuerer Zett wieder geworden ist, und sie rechtfertigen es auch, wenn das Publikum selber mit großer Aengstlichkeit auf die Reinheit den Bieres dringt. Zwar dürfte wohl nur ein Theil von dem, was eine Zeit lang über die Verschlechterung des Bieres gerade in innerer Stadt geschrieben und nachaesprochen wurde, richtig sein, und solche grobe Verfälschungen, wie sie an anderen Orten, namentlich in England vorkommen sollen, beispielsweise mit Aloe, Kokkelskörner, Enzian, Pikrinsäure u. s. w. möchten wir hier bet dem Groß-Betrtebe und bei der gegenseitigen Kontrole der Konkurrenten kaum statthaben, indessen ist dte Verwendung von Kokkelskörnern, Wetdenrinde und Sumpfporst auch in Deutschland nachgewiesen und somit Wachsamkeit geboten. Allbekannt ist ferner, daß MUzsurrogate, namentlich Kartoffelzucker sowie Glycerin, massenhaft angewendet werden, wenn auch, seitdem diese Surrogate besteuert werden, eine Abnahme des Verbrauches statt» gefunden hat. Nach dem erwähnten städtischen Jahrbuch wurden 1874 für 83,932 Malzsurrogate versteuert, 1875 nur für 61,432 da aber die ganze Brausteuer 1875 »,967,270 X in Berlin eintrug, so folgt daraus, daß doch etwa der 29. Theil davon für Surrogate eingeht. Man kann darüber nun freilich verschiedener Ansicht sein, ob der Gebrauch von Malzsurrogaten, namentlich in Form von Kartoffelzucker oder Kar- toffelsyrup eine Fälschung sei; Thatsache aber ist, daß das Bier dadurch an Gehalt verliert und das Beispiel Bayerns, wo die Anwendung von Surrogaten Überhaupt verboten ist, verdiente wohl auch bet uns Nachfolge. Ganz besonders ist noch zu berücksichtigen, daß die angewandten Surrogate oft sehr unrein sind, wie z. B- der Kartoffelzucker außer 11—24 Proc. Wasser noch 2—32 Proc fremde Substanzen (häufig Schwefelsäure) enthalten kann. Daß ferner von Seiten der sogenannten Bieroerleger mancherlei Manipulationen vorgenommen werden, um sich auf Kosten der Konsumenten — zum Mindesten durch Zusatz von Wasser — zu bereichern, dürfte nicht zu bezweifeln sein. — Andererseits sollen fogar, sehr gerühmte Malzextrakte Berlins mit Apfelkraut vermischt werden. , ,, , r , 4. Der Wein. Nimmt der Wein bet uns auch nicht eine solche hervorragende Stelle als Volksnahrungs- und Genußmittel ein wie in West- und L>üddeutschland und besonders in Frankreich, so ist doch der Verbrauch ein recht ansehnlicher. Nach der erwähnten Quelle betrug er für Berlin 1875: 224,140 Ctr. oder 23,6 Pfd. pro Kopf (d- h. etwa 11,200,000 Liter ober etwa 11 Liter pro Kopf). Nach den an einer andern Stelle des Jahrbuches gegebenen Daten wird aber die Einfuhr an Wein in Berlin nur auf 165,000 Ctr. (oder etwa 8.250,000 Liter) geschätzt und es scheint keinem Zweifel zu unterliegen, daß wenn auch nicht Alles, so doch ein nicht unbeträchtlicher xhetl des mehr verbrauchten als eingegangenen Weins in Berlin künstlich, im besten Falle durch Verdünnen mit Wasser und Versetzen mit Kartoffelzucker und Spiritus rc. hergestellt ist, rote auch tatsächlich in Berlin solche Fabriken exlsttren. Daß außerdem gerade in allerneuester Zeit das Färben des Weins, zum Theil mit gesundheitsschädlichen Stoffen, rote Fuchsin, leider fast allgemein Platz gegriffen, ist nur zu bekannt. Auch Glycerin wird häufig —und leider immer im unreinen Zustande wie zum Biere — verwendet. Auch der tn so großen Quantitäten verbrauchte Himbeersaft ist erwiesenermaßen in Berlin häufig nicht aus Himbeeren bereitet und oft mit arsenikhaltigem Die Frage der Wanderlager und Waarenaucttonen beschäftigt noch immer eine sehr große Anzahl deutscher Handels- und Gewerbckammern. Es wird vielfach geklagt, daß das Publicum bei diesem Geschäftsverkehr meistens übervortheilt werde, da der innere Werth der Waaren nicht sorgfältia geprüft zu werden pflege und die Täuschung, die hier so leicht möglich ist, in der Regel erst bemerkt werde, wenn dec Verkäufer nicht mehr in Anspruch genommen werden könne. Als Ursache des Ueberhandnehrnens dieses gewöhnlich im Umherziehen betriebenen - ' - - •' ....... ' ■ * - ' und namentlich die Bor- zabl l'on/. f nbern ble "el, <.,T1)org al? Qrunb ni- Ort aufhal ", SSSji! denen man II ; ftabt gefchrieben gen, wie sie an weise mit A°e, i Groh-Setriebe indessen ist die in Deutschland daß Malzsurro- werden, wenn Brauches statt' t für 83,932 JL Zrausteuer 1875 ,9. Lheil davon Insicht sein, ob ucker oder Kar- urck an Srhal iattn MtM ft uoch ,, B. der W- bstanzen L Aroerleger derKonsummM x. ,u bezweifeln ,, bervottagende SübMUtWg tdi® «* Sw* "Ltoiein ■ »’Ä nur » caj^e" fifÄfE , m«', „ijHd ■ei ^1«*"« •M* * « verlangen eine Abänderung der Gesetzgebung. Die Mehrzahl erwartet eine Besserung nur von gerechter Besteuerung der Inhaber von Wanoerlagern mit Dem höchsten Gewerbesteuersatze und von Heranziehung zu den Gemcindeabgaben, sowie von strengerer Ueberwachung. Eine Minderzahl von Kammern hält ein gesetzliches Einschreiten für unnöthig und betont, daß nicht durch Gesetze, sondern nur durch Belehrung und bessere Gewöhnung des Publieums den Mitzständen, die bei dem Darnied erli egeu d es gewerblichen Verkehrs empfindlicher als sonst hervorgetreten, abgeholfen werden könne. Der Käufer müsse von der Unsitte lassen, auf Grund marktschreierischer Anpreisungen von Händlern, die sich nur kurze Zeit am Ort aufhalten, Maaren zu kaufen, von deren Güte et sich durch den Augenschein nicht genügend überzeugen kann oder in einer Versteigerung auf Grund eines glänzenden Anscheins Maaren zu kaufen, über deren inneren Werth unv Gehalt er kein Urtheil hat und keine Bürgschaften beanspruchen kann. — Von verschiedenen Seiten wird auch darauf aufmerksam gemacht, daß sich von den Wanderlagern und Waarenauctionen meist nur die mittleren Klassen täuschen lassen, denen man doch ein besseres Verständniß ihrer eigenen Interessen zutrauen sollte, während auf den Jahrmärkten in der Regel den untersten Klassen ein noch viel schlechterer Waarenausschuß vorgelegt oder marktschreierisch angepricßen wird, ohne daß man dagegen gesetzlich einschreiten kann. Das Haupthülfsmittel gegen schwindelhafte Wanderlager, Waarenauctionen und Jahrmarktströdel ist Belehrung und Gewöhnung des Publieums an Wirthschaftlichkeit und an ein vernünftigeres Kaufen und Verbrauchen. Man bedenke, daß das scheinbar Billige oft am theuersten ist. Benjamin Franklin, dem wir so viele goldene Sprüche verdanken, läßt in seiner Schrift: „Der arme alte Richard, oder Mittel, reich zu werden," einen alten Vater Abraham bei einer öffentlichen Versteigerung von allerhand Kaufmannsgut und Galantcriewaaren auftreten und vor dem Ankauf von billigen Maaren in folgenden Worten warnen: „Ihr nennt diese zu versteigernden Dinge Güter; aber wenn Ihr nicht auf Eurer Hut seid, so werden sie für einige unter Euch zu Uebcln werden. Ihr denkt, sie werden wohlfeil, vielleicht weit unter ihrem Werth weggehen; allein wenn Ihr sie nicht unentbehrlich braucht, so werdet Ihr sie auf jeden Fall AU theuer bezahlen." Denke an das, was der arme Richard sagt: Kaufe nur, was Du nothig hast, sonst wirst Du bald das Nöthige verkaufen müssen. Viele haben sich blos durch wohlfeiles Einkäufen zu Grunde gerichtet. Die Association der Industrien in Amerika. Am 6. Juni fand in Philadelphia eine Versammlung statt zur Organisation eines großen Industrie-Vereins zur Beförderung des Handels und der Gewerbe, besonders aber zur gemeinschaftlichen Anbahnung des Exports amerikanischerProducte nach dcmAus- lande. Ein Execntiv-Comit6 wurde ernannt, mit der Aufgabe unmittelbar Schritte (to take im mediale steps) zur Entwicklung des auswärtigen Handels der amerikanischen Manufacturisten zu thun. Unter den Namen des Comite's finden wir die folgenden, die dabei verzeichneten Industrien, resp. Vereine dieser Industrien vertretend: H. Moore, Papier. Potter, Oelcloth. Garelt, Baumwoll- u. Wollwaaren. Burnham, Locomotiven. Adamson, Leim. Dobson, Teppiche. Lea, Kattundruck. Diston, Sägen re. Mitchell, Bücher. Roberts, Glas. I. Moore, Maschinen. French, Farben. Cramp, Schiffbau. Spencer, Kammwollstoff. Frazer jr., Zucker. Jones, Chemikalien. Clyde, Schifffahrt. Zeigler, Schuhwaaren. Richard's Kohlen (Reading R. R) Drown, Seide. Allison, Eisenbahnmaterial. Elkins, Oel. Whitney, Wagenräder. Arnold, Waffer- u. Gasutenstlien. Wir finden unter diesen Männern die größten Fabrikanten ihrer Branchen wieder. Das Comite hat das Recht zu cooptiren. Zum Präsidenten der Associated Industries wurde per Acclamation H. C. Carey gewählt, zu Vicepräsidenten Mc. Michael und General R. Patterson, zum Secretair Professor Lorin Blodgett, zum Schatzmeister Wharton Backer. — Es ist unzweifelhaft, daß diese Organisation die bedeutendsten Folgen haben wird und man wird bei uns wohl thun, ihrem Beginnen die vollste Aufmerksamkeit zuzuwenden. Dr. H. Grothe. Schiffebericht. Mitgetheilt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd C. W. Dietz in Gießen. Southampton, 1. August. Das Postdampfschiff Weser, Capt. O. Heimbruch, vom Norddeutschen Lloyd tn Bremen, welches am 21. Juli von Newyork abgegangen war, ist gestern 7 Uhr Abends wohlbehalten hier angekommen und hat nach Landung der für für Southampton bestimmten Passagiere, Post und Ladung 9 Uhr Abends die Reise nach Bremen fortgesetzt. Die Weser überbringt 199 Passagiere und volle Ladung. Handel und Verkehr. Frankfurt, 1. Aug. Der heutige Heu- und Stroh-Markt war gut befahren. Heu kostete je nach Qualität per Centner X 2.50—3, Stroh per Eentner X 2—2.50, Butter im Großhandel das Pfund 1. Qualität X 1.10, 2. Qual. X 1.—, im Kleinhandel 1. Qual. X 1.30—40, 2. Qualität X 1.20. Eier, das Hundert X 4.20—5.40. Ochsenfleisch per Pfd. 68-70 Rindfleisch 60-64 Schweinefleisch 75-80^, Kalbfleisch 60—70 H, Hammelfleisch 50—63 H. Neue Kartoffeln 8 X Erbsen, geschälte (per 100 Kil.) 28—32 X, ganze Erbsen 21—26 x Bohnen, weiße 23—26 x Linsen 32-36 X Gültige Privat-Banknoten. Die beschränkenden Bestimmungen des § 43 des Reichs-Bankgesetzes vom 14. März 1875 sind (nach dem im Reichsgesetzblatte erschienenen Bekanntmachungen) bezüglich nachstehender Privat-Notenbanken als nicht anwendbar erklärt worden und es dürfen daher die Noten dieser Banken in ganz Deutichlayd, auch außerhalb desjenigen Staates, welcher denselben die Befugniß zur Notenausgabe ertheilt hat, zur Zahlung gebraucht werden: 1. Badische Bank in Mannheim. — 2. Bayerische Notenbank in München. — 3. Bremerbank in Bremen. — 4. Breslauer Bank in Breslau. — 5. Chemnitzer Stadtbank in Chemnitz. — 6. Cölnische Privatbank in Cöln. — 7. Danziger Privatbank in Danzig. — 8. Frankfurter Bank tn Frankfurt am Main.— 9. Hannoversche Bank in Hannover. — 10. Leipziger Cassenveretn tn Leipzig. — 11. Lübecker Commerzbank in Lübeck. — 12. Magdeburger Privatbank in Magdeburg. — 13. Posener Privatbank in Posen. — 14. Sächsische Bank tn Dresden. — 15. Bank für Süddeutschland tn Darmstadt. — 16. Württemberger Notenbank tn Stuttgart. — Die Verwendung der Noten anderer deutscher Privat-Notenbanken oder Korporationen zur Leistung von Zahlungen außerhalb desjenigen Landesgebietes, für welches dieselben zugelassen sind, wird mit Geldstrafe bis zu 150 Mark bestraft. 68S* Seitens der Nationalbank für das Großherzogthum Luxemburg sind neuerdings auf Reichswährung lautende Banknoten in Abschnitten zu 5, 10 und 20 Mk. ausgegeben worden. Die Verwendung dieser Banknoten zu Zahlungen innerhalb des Reichsgebiets ist nach $ 11 des Bankgesetzes vom 14. März 1875 verboten und wird mit Geldstrafe von 50 bis 500 Mk., im Falle gewerbsmäßiger Verwendung daneben mit Gefängniß bis zu einem Jahre bestraft. Temperatur in Gießen. Juli 1877: Niederste...................+4,0 e r. Mittlere.................... +13 64 „ Mittel früherer Jahre..............+14,39 „ Höchste..................+23,5 „ Niederschlag an 20 Tagen............. 3,46 Par. Zoll. Niederschlag im Mittel früherer Jahre an 14 Tagen . . . 2,86 „ (3357 Carbolsäure, flüssig, sowie in Pulver, empfiehlt 6g. Wilh. Weidig. 4266) (4246 empfehlen 4270) Müller. 3360) Gg. Wilh Weidig. Neue 4247) k4O37 Bielefeld. E. Schür. ifaufen. th Chlorkalk, Eisenvitriol, gilt der Karl Plank im Pfau. Frische Sendungen Gothaer Knackwürstchen, „ Cervelatwurst, sowie Schinken im Anschnitt, 4021) Ein schön und leicht gebauter Wagen. (Break) ist zu verkaufen. <*g. Frank I., Schmiedmeister in Butzbach. Scheuerlappen 100'70 Qtm. gesäumt 20 Stück ä 5 Mark gegen Nachnahme franco per Post. Gießen, am 1. August 1877. Großherzogliche Handelskammer. l M. Hornberger. Waschmittel HENKEL&C2 Haarbalsam. Dieser Balsam reinigt die Kopfhaut, als das beste Mittel, das Wachsthum Versteigerung. Freitag den 14. September, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dahiesigem Ortsgericht die Grundstücke des Wilhelm Steinbach Flur 3/s9 1338 Meter Acker an der alten Lehmkaut, Flur 3/39 1344 Meter daselbst, meistbietend versteigert werden. Gießen, den 2. August 1877. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. Bekanntmachung. Die am ersten Juli dieses Jahres in's Leben getretenen Eisenbahn-Güter- Tarife haben durch neue Frachterhöhungen zu mannigfachen Beschwerden Veranlassung gegeben und wir stehen im Begriff, diese Schädigungen der Betheiligten einer näheren Prüfung zu unterziehen, um für deren Beseitigung eintreten zu können, zu welchem Zwecke wir die Mitglieder des Handels- und Gewerbestandes unseres Bezirks hiermit auffordern, die bis jetzt vorgekommenen ein- scküägigen Fälle mit den betreffenden Belegen in den nächsten acht Tagen zu unserer Kenntniß zu bringen. Neue holl. Vollhäringe empfiehlt (3960 Emil Fischbach. Gothaer Cervelatwurst, prima Qualität, empfiehlt 3361) Gg. Wilh. Weidig. holl. Vollhäringe empfehlen J. A» Busch Säline. 4238) Ein Ponny mit Geschirr ist zu Schwämme Preisen, empfiehlt 4035) Eine Partie weingrüne V45 U» Ve; Ohmfaß zum Einmachen von Gurken und Bohnen sind billig zu verkaufen bei I. Leun, Küfermetster', Wallthor. 3754) Eine ganz neue feine Civiluniform ist billig zu verkaufen. Näheres bei der Exp. d. Bltts. Jeilgebotenes. 4254) Ein neugebautes dreistöckiges Wohnhaus ist billig zu verkaufen, mit einer Aura ckung von 1200 X Näheres bei ______I. Blitz. Neue holl. Vollhäringe empfiehlt (4271) Karl Hoffmann. 4257) Ein ausgegrabener Backsteinacker ist zu verkaufen. Näheres bet der Erped. d. Bltts.___________________________ 4258) Ein Bauplatz in schöner Lage ist preiswürdig zu verkaufen. Näheres bei des Exped. d. 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