3 18W. Sonntag, den 3. Juni Io. 195 Büchner, Kreisschulinspector. verlegt. Gießen, den 1. Juni 1877. Der Vorsitzende des Provinzialtags, v. Röder, Provinzial-Direktor. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Ps. Erscheint täglich mit Ausnahme deS Montags. (Expedition: Schul st raße, Lit. 8. Nr. 18. jener WWM Auligk- mi> AmlsblÄ str den Klkis Gießen._______________ Lehrer-Conferenz der vereinigten Conferenz-Bczirke Gießen, Großen-Linden, Lollar, Die auf Mittwoch den 6. Juni anberaumte Conferenz wird hiermit wegen des an diesem Tag- stattfindenden Kirch-nconcerts auf 501 r ’ Mittwoch den 13. Juni, Anfang 2 Uhr, aus dem Schiffenberg, auszuweisen sich erkühnt hat. Obgleich sich indeß die Schwierigkeiten für die neue Regierung gesteigert haben, scheint diese doch die Ziele, welche sie sich gesteckt, weiter verfolgen zu wollen; darauf deuten wenigstens die fortdauernden durchgreifenden Veränderungen in dem Personal der höheren Verwaltungs- und Gerichtsbeamten, die scharfen Instructionen an die General-Staatsanwälte behufs Maßregelung der Presie, sowie endlich die strengen Anordnungen zur Bewahrung der Armee vor revolutionären Einflüssen hin. Die deutsche Reichsregierung zeigt seit dem 16. Mai Frankreich gegenüber eine vorsichtig beobachtende Zurückhaltung. Der. L-taatssecretar v. Bülow soll die Mittheilung des französischen Geschäftsträgers über den Ministerwechsel mit der kurzen, alle weitere Discussion abjchneidenden Bemer- fung erwidert haben, Deutschland finde keine V-ranlaffung, zu dieser lediglich innern französischen Angelegenheit Stellung zu nehmen. Die Ausführung der auf militärischem Gebiete in Aussicht genommenen Ausgleichs-Maßregeln ist durch den Umschwung der Dinge in Frankreich, welcher zu neuen Erwägungen Anlaß gab. verzögert worden, wird nun aber gewiß nicht lange mehr auf sich warten lasten: hat doch die kürzlich in Ranch stattgefundene Mißhandlung zweier dentscher Osfi-iere durch den französischen Pöbel von Neuem deutlich bewiesen, was Deutschland von den Gefühlen des Hasies und der Feindschaft, die nach wie vor in den Herzen der Franzosen gegen Alles, was deutsch heißt, brennen, zu gewärtigen hat. Angesichts der inneren Wirren von denen die Türkei neuerdings aus Anlaß der Proclamation des heiligen Krieges bedroht scheint, hat die Reichsrcgierung ein aus vier großen Panzerschiffen und mehreren anderen Kriegsschiffen bestehendes Geschwader unter dem Commando des v. V. C. Auch in der vergangenen Woche hat die Entwicklung der Dinge in Frankreich neben dem orientalischen Kriege das öffentliche Jn- teresse in hervorragender Weis- beschäftigt. Di- Nachricht daß der Gewalt- streich vom 16. Mai auf einen Wink aus dem Vatican «folgt sei und der Marschall Mac Mahon nach demselben ein sehr devotes Schreiben an den Papst gerichtet habe, hat begreiflicher Weise nicht zur Beruhigung der Gemuther beigetragen. Der Marschall that zwar alles Mögliche, um das verlorene öffentliche Vertrauen wiederzugewinnen. So versicherte er den fremden Botschaftern, es liege ihm Nichts ferner, als der Gedanke, der Verfassung zuwider zu handeln; bei der Besichtigung der Arbeiten auf dem ^rocadero, die Erofs nun« der internationalen Ausstellung werde an dem festgesetzten Tage stattsinden, da er die Sicherheit der Arbeit schützen werde; bei der Eröffnung der Ackerbau- ausstellung in Compiegne endlich, der von ihm vollzogene politische Act habe die Sicherstellung der inneren Ruhe und des äußeren Friedens bezweckt, Frank- reich werde sich in keine äußere Verwicklung einmischen, Niemand in Europa traue ihm kriegerische Pläne zu u. s. w. Trotzdem will sich dw gewünschte Beruhigung bisher noch nicht einstellen. Im Innern stocken die Geschäfte und die auswärtigen Mächte haben die ihnen gegebenen Versicherungen einfach zur Kenntniß genommen. Selbst die Klerikalen und Legitimisten find mit dem Verhalten des Marschalls nicht ganz zuftieden, weil er nicht alle ihre Wun^e zu erfüllen bereit ist und sogar den von ihnen besonders hoch verehrten Don Carlos Gießen am 28. Mai 1877. Betreffend: Aufsicht Überdas Fafselvieh. ,. zri> Das Großherzogllche Kmsamt Gießen NN hip (SrofiberiOrtlidien Bürgermeistereien der nachbenannten Orte. An d-n nachf°lgenden"Tagen wird di- Besichtigung der G-meinde-Zuchtstier^und Zuchteber durch di- g-wählte Commission st-ttfind-u, näm ch. Frertag Veu 1»- zu Lich, Dorf-Gill, Eberstadt, Ober-Hörg-rn, Holzheim, G^ni^en^Watz«>bmm-St-mberg^Haus-n und Garbenteich. " »ÄES-* « selbst bereit halten, um der Commission etwaige Auskunft zu ertheilen. e T Mont-a de« 11. Juni I. I., Vormittags 11 Uhr, findet in dem Rathhaussaale zu G.-ß-n in d-m früheren Realschulgebäude vor dem Neuenweger Thor die diesjährig- regelmäßige öffentliche Sitzung de« Prsomzialtags der Provinz Ob-rh-s,en statt. Auf di- Tagesordnung sind folgende Gegenstände gesetzt. 1) Prüfung der Rechnung der Provinztalkaffe für das Jahr 187b 2) Verwaltungsbericht des Provinzial-Ausfchusses für das Jahr 187b; § ÄSS M 3.M ,877 W. d., W«* Abgeordneten. Gießen, den 23. Mai 1877. -------------------" — Gießen am 1. Juni 1877. Betretend: Die Erhebung des Schulgeldes in den Gemeindeschulen. f Das Großherzogllche Kmsamt Gießen h. ß.rnGf,PriOaiid>en Büraermeistereien Allendorf a. d. Lahn, Allertshausen, Annerod, Ettingshausen, Göbelnrod, Grüningen, Heuchel- 9 ' 9 Treis a. v. Lda., Weickartshain, Wertersham unv Wreseck. Wir erinnern Sie wiederholt an Erledigung der Verfügung - Amtsblatt N°. H - vom 20. Apr.l 1877 binnen 8 Tagen. v. Röder. ________________________ aale: t 04 ill$. icht, Mthigt, bm atiommn nm ybettn, ihre cheWb t tzrs»!- ■* ■ wflw Gartenstla^_ !Wt»h irn.__ Ä inung besiiidlt m Helfenbem- tfeld". sse, ., ,, «usn°hw' 1 ' ME- 1 f* 1 Contreadmirals Bätsch zum Schuhe der deutschen und russischen Staatsangehörigen nach dem ägäischen Meer entsandt. - Fürst Bismarck ist nach mehrtägigem Aufenthalte in Berlin, während besten das auswärtige Amt eine besonders lebhafte Thätigkeit entwickelte, zur Kur nach Kissingen gereist. Die Verurtheilung des Landraths a. D.. v. Diest- Daber, wegen Beleidigung des Reichskanzlers zu dreimonatlicher Gefängniß- strase hat den verleumderischen Angriffen, deren Gegenstand der letztere so lange Zeit hindurch war, aller Wahrscheinlichkeit nach für immer ein Ende gemacht. Die Abberufung des bayerischen Gesandten in Berlin, Grafen Perglas, von der seit 1868 inne gehabten Stellung ist wohl ohne tiefere politische Bedeutung. Der Bundesrath hat den vom Reichstage angenommenen Gesetz-Entwurf über die Aufhebung des Zeugnißzwanges abgelehnt. Auf dem Gebiete des Cu lturkampfes ist zunächst wieder die römische Curie zu erwähnen. Wie zu erwarten, ist diese durch die Wendung der Dinge in Frankreich in ihrem Widerstande gegen die preußische Regierung nur bestärkt worden; sie erklärt, so lange Preußen die Regelung der kirchlichen Angelegenheiten für sich allein beanspruche, jede Verhandlung für unmöglich und will den Kampf von nun an noch entschiedener als bisher geführt wissen. Andererseits denkt aber auch die preußische Regierung nicht daran, von ihrer bisherigen Kirchenpolittk abzuweichen: das beweist u. A. eine Bekanntmachung des Ober- Präsidiums von Schlesien über die Besetzung erledigter katholischer Pfarrstellen, welche darauf aufmerksam macht, daß nach Lage der Gesetzgebung nur zwei Möglichkeiten vorhanden seien: entweder Fortdauer der Bisthums-Erledigung, während welcher eine regelmäßige Seelsorge in erledigten Pfarrstellen nur auf dem gesetzlichen Wege zu beschaffen möglich sei, oder Wiederbesetzung des bischöflichen Stuhles unter Anerkennung dessen, was sich inzwischen auf Grund des Gesetzes vollzogen habe. Auch die Verurtheilung des Cardinals Ledochowski durch das Posener Kreisgericht wegen Vergehens gegen den Kanzel-Paragraphen, Beleidigung des Reichskanzlers und Aneignung des Titels „Erzbischof von Posen und Gnesen" zeugt von fortgesetzter stricter Ausführung der bestehenden Gesetze. In Oesterreich war trotz der tiefen Erregung, welche der russisch- türkische Krieg unvermeidlich hervorruft, der Ausflug der Reichstags-Mitglieder nach Triest das Ereigniß des Tages. Der äußerst herzliche und glänzende Empfang, den dieselben Seitens der Bevölkerung, aller Agitationen der Jtalia- nissimi ungeachtet, fanden, stellte es außer allen Zweifel, daß Triest auch heute noch die alte, reichstreue, gut österreichisch gesinnte Stadt ist. Rumänien ist durch seine Unabhängigkeits-Erklärung und seinen Eintritt in die kriegerische Action gegen die Türkei in eine neue Periode seiner Geschichte eingetreten. Den Königstitel hat Fürst Karl bisher noch nicht angenommen, auch haben die fremden Mächte die Unabhängigkeit des Landes bisher noch nicht anerkannt, beides steht indeß bei einem glücklichen Verlaufe des begonnenen Krieges in sicherer Aussicht. Auch für Griechenland scheint jetzt endlich mit der Wiedereröffnung der Kammer der Zeitpunkt für seine Betheiligung an der das Osmanenreich auflösenden Bewegung eingetreten zu sein. Da die Kammer ihren Präsidenten ans den Reihen der Opposition wählte, reichte der bisherige Minister-Präsident Deligeorgis sofort seine Entlastung ein mit der Bemerkung, daß der Staat unter den gegenwärtigen schwierigen Zeitverhältnisten einer starken Regierung bedürfe. Von der neuen, aus allen Parteien zu bildenden Regierung erwartet man, daß sie der Türkei bald den Krieg erklären werde. Der König selbst hat auf die Hälfte seiner Civilliste zu Rüstungszwecken verzichtet. In Spanien ist wieder einmal eine angebliche Militärverschwörung entdeckt und eine Zahl von Ofsicieren eingekerkert worden. Aus der sudamerikanischen Republik Ecuador, dem Eldorado der Jesuiten, kommt die Nachricht von der Vergiftung des Erzbischofs von Quito während der Messe durch den Meßwein, und die ultramontane Partei diesseits wie jenseits des Oceans beeilt sich, das von einem Officier, wie es heißt, für 30,000 Franken verübte Verbrechen den „liberalen Culturkämpfern", d. h. den Freimaurern Schuld zu geben! Japan ist am 1. Juni dem Weltpostverein beigetreten. Arankreich. Paris, 1. Juni. Gegenüber den Gerüchten über den Rücktritt des Marschalls Mac Mahon schreibt der „Moniteur": Es sei nicht abzusehen, welche Gründe den Marschall bestimmen könnten, seine wiederholt ausgedrückte Absicht, vor Ablauf seiner Amts-Periode im Jahre 1880 nicht zurückzutreten, zu ändern. Nur wenn beide Kammern gegen ihn wären, würde er Anlaß zur Prüfung der Frage haben, ob er seinen Posten aufgeben solle. Uebrigens hofft der „Moniteur" aus ein günstiges Ergebniß der künftigen Wahlen. Melgien. Brüssel, 31. Mai. Morgen wird Fröre-Orban in der Deputirten- kammer die Regierung wegen gewisser Reden des hiesigen päpstlichen Nuntius interpelliren, welcher offen den nahen Kampf gegen Italien gepredigt und die Fürsten und Regierungen der katholischen Länder wegen ihrer Muthlosigkeit tadelt. Das „Echo du Parlement" verlangt, die belgische Regierung solle dem Msgr. Vanntelli seine Pässe zusenden. Kossand. Haag, 1. Juni. Der Zustand der Königin ist bedenklich; der König wird heute Vormittag vom Schloß Loo erwartet. Rußland. Petersburg, 31. Mai. Die „Agence Russe" erfährt über die augenblickliche Lage Serbiens, daß dasselbe beschlossen habe, Angesichts der Verwicklungen, die ein Krieg Serbiens gegen die Türkei herbeiführen könnte, stricte Neutralität zu bewahren. Petersburg, 31. Mai. Die „Agence Russe" meldet: Der Fürst von Serbien würde den Kaiser von Rußland in Bukarest begrüßen, eine Begegnung des Letzteren mit dem Kaiser Franz Joseph sei nicht in Frage gekommen. Kriechenland. Athen, 31. Mai. Kumunduros hat unter Mitwirkung von Triknpis und Deliannis folgende Minister-Liste aufgestellt: Kumunduros Inneres, Kon- tostorkos Auswärtiges, Papmicholopolos Inneres, Stiropulos Finanzen, Soti- ros Petmezas Krieg, Kanaris Marine. Der orientalische Krieg. Konstantinopel, 31. Mai. Das ottomanische Hülfs-Comit6 für die Verwundeten hat bei dem Genfer Central Comit6 einen Protest gegen die Beschießung des Spitals zu Widdin durch die in Kalafat errichteten Batterien eingereicht. Bukarest, 31. Mai. Die Berathung der Vorlage über die Ausgabe von Papiergeld ist vertagt worden, da die Deputirten-Kammer seit einigen Tagen nicht beschlußfähig ist. — In die Position bei Kalafat sind neuerdings 60 russische Geschütze eingeführt. Wien, 31. Mai, Abends. Das Tageblatt meldet aus Kladowa: Der größte Theil der rumänischen Armee ist in der Umgegend von Kalafat concenlrirt. Durch das Bombardement von Widdin ist eine türkische, durch Dampf betriebene Militärbäckerei zerstört. Um der von den Türken ausgeführten Donau- Lperre entgegen zu wirken, soll Adakaleh demnächst bombardirt werden. — Dasselbe Blatt meldet aus Belgrad: Das Moratorium wurde bis zum 4. Juli verlängert. Die Skupschtina ist zum 15. Juni einberufen. Als Nachfolger des rnrückgetretenen Kriegsministers Gruitsch wird Alimpics genannt. — Die hier liegenden österreichischen Monitors sollen den Handelsschiffen als Bedeckung dienen. Konstantinopel, 31. Mai. Die Pforte hat bekannt gegeben, daß sie an verschiedenen Punkten der Dardanellen und der Bay von Smyrna Torpedos zu legen beabsichtige. Wien, 1. Juni Die „Presse" meldet aus Bukarest von heute: In vergangener Nacht fand eine heftige Kanonade an der Sulina-Mündung statt; man vermuthet, daß die russische Flotte die Einfahrt zu erzwingen suche. Petersburg, 1. Juni. Telegramme des Ober-Befehlshabers der Kaukasus-Acmee vom 31. Mai: In der Bevölkerung des Kabulets (?) ist eine friedlichere Stimmung bemerkbar. Einige Dörfer lieferten ihre Waffen aus eigenem Antriebe aus, andere erklären ihre Unterwerfung. Das Regenwetter verhindert noch immer die Bewegungen. Unsere Hauptkräste stehen bei Kars. Eine Colonne ist südwestlich vorgeschoben, um die bei dem Saghanlü erschienenen Türken zu beobachten. Im Terek-Gebiet war in einigen Dörfern ein neuer Ausstand entstanden. Es wurden dorthin zwei Colonnen gerichtet, die Insurgenten zerstreut und die Ansiedlung des Haupt-Anführers des Aufstandes, Ali Bey, zerstört. Eine der Colonnen unter Oberst Nakaschidse stieß bei Siuch auf 200 bewaffnete Einwohner, von denen 80 getodtet und 100 gefangen genommen wurden. Die aufständischen Aule Artlnch und Danuch wurden zerstört. Die übrige Bevölkerung verhält sich ruhig. — Das Telegramm der türkischen Regierung über die Wieder-Einnahme Ardahans ist augenscheinlich unrichtig, da vom gestrigen Tage darirte, hier eingetroffene Telegramme aus Tiflis nichts davon erwähnen. Lokal-Sitotiz. Gießen, 2. Juni. Die gestern Abend auf Lony's Bierkeller tagende Bürger-Versammlung war, wie nicht anders zu erwarten, sehr besucht. Wir werden in nächster Nummer ein ausführlicheres Referat folgen lasten und beschränken uns für heute darauf, unsere Ver» wunderung auf die Wahl dieses für größere Versammlungen völlig unzweckmäßigen Locals auszusprechen. Oratorium von F. Mendelssohn-Bartholdy. Ueber dieses Werk des unsterblichen Meisters sagt A. Reitzmann in seinem Buche über Mendelssohn (Berlin 1867, Guttentag) p. 286: Mit dem „Elias" hatte sich Mendelssohn, unserer Anschauung nach, schon tm Stoff vergriffen. Das Leben des gewaltigen Eiferers für den Herrn bietet eine Reihe anziehender Situationen, aber diese sind zu keinem künstlerisch zusammenhängenden und in sich abgerundeten Bilde zu vereinigen, weil „es vergeblich gewesen", weil EltaS „seine Kraft umsonst und unnütz zugebracht hat." Nicht deßhalb erscheint uns die Wahl dieses Stoffes als eine unglückliche, weil „er uns zu fern Heal" — das gilt von allen Begebenheiten des alten Testaments, — oder weil er durch' einzelne Züge, wie die Grausamkeit EliaS' gegen die Baalspriester unser Gefühl beleidigt — hier war strengste historische Treue geboten, um die Zeit zu charakterisiren —; sondern nur deßhalb, weil er keine bestimmte Idee darstellt. Die symbolische Deutung am Schluß, der Hinweis auf „den, welcher erwacht vor Mitternacht" vermag diesen Mangel nicht zu ersetzen; wir fühlen uns unbefriedigt, weil wir den gewaltigen Eiferer als lebensmüden Greis scheiden sehen. Diese Mängel des Stoffs haben den Meister auch zu einer abweichenden, und wie wir meinen, wenig günstigen Behandlung desselben verleitet. Weil ihn nur die einzelnen Episoden, nicht das ganze Leben des Propheten zu iMeressiren vermochten, so hat er jene ausschließlich dargestellt, und selbst versäumt, sie unter sich in nähere Beziehung zu setzen. Die Erzählung ist hier ganz ausgeschteden, die handelnden Personen werden ohne Weiteres redend etngeführt, und dadurch wird, bei dem Mangel einer sich stetig entwickelnden Handlung, das ganze Werk in einzelne Scenen aufgelöst, die unter sich nur in losem Zusammenhänge stehen und uns meist erst im wettern Verlaufe verständlich werden. Die fortlaufende Erzählung würde auch der Darstellung dieses Stoffes mehr inneren Zusammenhang und eine größere Anschaulichkeit und Verständlichkeit verliehen haben. Der Text ist wiederum vollständig der heiligen Schrift, und zwar ausschließlich dem alten Testamente entlehnt; doch hält Mendelssohn hier nicht so streng am Wortlaut fest, wie beim „Paulus". Einzelne Bibelstellen werden verkürzt, andere oft so verändert, daß nur der ursprüngliche Sinn noch beibehalten ist. Auch diese Abweichung wurde größtentheils durch das Bestreben veranlaßt, die einzelnen Situationen recht dramatisch herauszubilden. Das ist denn auch unserem Meister ganz vortrefflich gelungen. Die erste Scene (bis No. 5) rollt ein erschütterndes Bild von der Noth Israels, die Elias verkündigt hatte, vor uns auf. Es ist ein vortrefflicher Gedanke: diese Verkündigung des Propheten der Ouvertüre oorauszuschicken, und dann, in einem groß und breit angelegten, in künstlichster Fugenform ausgeführten Jnstrumentalsatz uns den lastenden Druck, der auf dem Volke Gottes liegt, zu schildern, um so den ersten Chor: „Hilf Herr! willst du uns denn gar vertilgen?" vorzubereiten. Mit großer Meisterschaft wird die ganze Situation in diesem Chor, in den Chorrecitatioen, wie in dem folgenden Duett mit Chor 'weiter und bestimmter ausgeführt. Obadjah fordert dann in dem Recitatio und der auSschließenden Arie: „So ihr mich von ganzen Herzen suchet" zur Buße und Bekehrung auf; aber das Volk in seinem verzweifelnden Jammer achtet nicht darauf, es denkt nur mit Entsetzen des Fluch«, den Elias ausgesprochen hatte. Namentlich dieser letzte Chor der ersten Scene ist von großer und gewaltig wirkender Schönheit. Er knüpft an jene prophetische Verkündigung des Elias an, und des grausen Fluchs gedenkt er in den herben Jntervallenschritten der Einleitung. Bei der Erinnerung an „den Gott, der da heimlich der Väter Misse- that an den Kindern bis in's dritte und vierte Glied derer, die mich hassen" tritt jene Leidenschaftlichkeit des Ausdrucks zurück; sie weicht einem heiligen Ernst, der sich dann bei den Schlußworten der göttlichen Verheißung: „und thue Barmherzigkeit an vielen Tausenden, die mich lieb haben und meine Gebote halten" bis zu einer milden Verklärung hohen Gottoertrauens erhebt. Gegen diese Scene konnte die nachfolgende, welche uns den Propheten im Hause der Wittwe vorführt, einen wirksamen Gegensatz bilden, wenn sie der Meister nicht etwa zu oberflächlich behandelt hätte. Wenn das Elend der einzelnen Frau, gegenüber dem gewaltigen des ganzen Volkes, Bedeutung gewinnen sollte, mußte es in der Darstellung tiefer gefaßt werden; wir wissen, das wurde Mendelssohn nicht leicht. Die Scene ist an sich mehr ansprechend und ergreifend, als erschütternd ausgeführt, und sie macht zwischen der vorangehenden und der folgenden keinen sonderlichen Eindruck. Zudem ist sie auch etwas zu umständlich ausgeführt; knapper und tiefer erfaßt konnte sie recht wohl hier ganz bedeutsam ihren Platz ausfüllen; zur Charakteristik des Apostels ist sie zudem unerläßlich nothwendig. Auszug aus -en Stan-esamtsregiflern der Stadl Gießen. Vom 27. Mai Lis 2. Juni 1877. Aufgebote. Mai 28. Buchbinder Eberhard Käs von Allendorf a. d. Lda. mit Henriette Wilhelmine Phmppine, Wittwe des Heinrich Sonntag, geb. Ramspeck, von Gießen. — 29. Bäckermeister Friedrich Rheinländer zu Wiesbaden mit Juliane Margarethe Johanna Fuhr von Gießen. Geborene. Mai 23. Friedrich, Sohn von Kaufmann Jacob Bärmann. — 25. Wilhelm Georg Heinrich, Sohn von Stationswärter Johannes Klenk. — Edmund, Sohn von Schuhmacher Heinrich Bender. — 22. Wilhelm Joseph, ein außereheliches Kind von Auswärts. — 23. Hermann Christian, Sohn von Kaufmann Karl Lony. — 26. Karoline Louise, Tochter von Kaufmann Konrad Joseph Keller. — 27. Bertha, Tochter von Commissionär Isaac Steinberger. Mai 25. Katharine Valentine, 3 M. 25 T. alt, Tochter von Weißbinder Karl Räuber. — 28. Taglöhnerin Friederike Opper, 38 I. alt, von Weickarrshain (im academischen Hospital gestorben). Adolf, 1 I. 1 M. 8 T. alt, Sohn von Feilenhauer Gustav Rogener. — 29. Eugen Karl August Ludwig Heinrich, 3 I. 1 M. 10 T. alt, Sohn von'Hauptkassirer Philipp Burger. — 30. Elisabeth Heil, geb. Linker, 34 I. 19 T. alt. — 31. Schreinermeister Christian .ffieber, 58 I. 4 M. 11 T. alt. — Juni 2. Ein in der Geburt verstorbenes Kind männlichen Geschlechts von Maschlnenputzer Heinrich Münker. für bii 'S"1 bie R,. “ Mi,n V*' M einigen D neuerdings Ma: Der ü toncenirirf. be- JOJten Dvnau- t werden. - bis zum ■ AlsMch, genannt. - chn als Beheben, daß Lmyrna Tor- i heute: In l'idung statt; i suche, lshabers der »ulet8 (?) ist ihre Waffen Das Regen- I ste stehen bei m Saghanlü igen Dörsera aen gerichtet, ers des Avs- laschidse stieß und 100~ge$ Danuch wur- :der-Emnahm rirte, hier ein- 'ndk Vürger-Btt- . flaute Nummer > wf; un/'ne mäßigen ?oca!8 ch. nu in \dnem : nach, ichon iw >ietet eine Reihe nbänjenben unb en", weil Elias it uns die Wahl z gilt von allen Mae, wie die er war strengste ir deßhalb, weil f, der Hinweis St ju ersetzen: -nsmüden Greis geitieM «”h il !»° n iirmotto • ; in näb«! elnb!«N1S Z§- s>s ten Situation^ £ ®tb-* ’fetiS tf1 ' mich »” b-sM»»« •5*5-, h-ßL fi» b«" lifl^aßenti 2 ’n« Ä»*"* Die Schlußscene des ersten TheilS ist dagegen wieder mit genialer Kraft aus' geführt. Elias ist vor den König getreten, und nun erbebt sich jener Wettstreit zwischen den Priestern Baals und dem Propheten des wahrhaftigen Gottes, in welchem dieser wieder seine Macht bezeugte. Hier sind Zustände und Stimmungen zu schildern, für deren Musikgestaltung Mendelssohn alle entsprechenden Mittel und Formen besaß. Die wachsende Wildheit, mit welcher die Baalsprtester zu ihrem Gott beten, gegenüber der glaubensstarken Freudigkeit, mit welcher Elias den Herrn anruft, sind streng geschieden, und gleich vortrefflich im Oratorium dargestellt. Wie aber dann EltaS in immer brünstigerem Gebet den R-'gen vom Himmel herab erfleht, das ist eine Scene, welche Mendelssohn mit seinem vollsten Herzen, der ganzen Fülle seines Innern erfaßte, so daß sie der würdigste Schluß dieses groß angelegten ersten Thetls werden mußte. Sparsam ist Mendelssohn in der Einführung des betrachtenden Chors gewesen. An seine Stelle treten in einem Doppelquartett: „Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir" die Engel ein, und an einer andern Stelle vier Solostimmen: „Wirf dein Anliegen auf den Herrn". Erst im zweiten Theil wird er dtrect eingeführt, wie im ersten Chor: „Fürchte dich nicht! spricht unser Gott". Gleiche Bedeutung haben die Chöre: „Siehe der Hüter Israels", „Wer bis an das Ende beharrt" und der ganze Schluß von der Arie an: „Dann werden die Gerechten leuchten". Wir deuteten schon an, daß der zweite Tbeil allmälig an Interesse verliert. Die Scene mit der Königin, an welcher auch das Volk regen Ar-theil nimmt, ist noch vortrefflich angelegt und ausgeführt; aber von da ab verliert der Text jede Spur von thatsächlicher Entwickelung; uns iuteressirt es nur, wie Mendelssohn die überaus schwierigen Aufgaben, die er sich selbst hier stellte, gelöst hat. Die schwierigste war jedenfalls die Erscheinung deS Herrn selbst; der Meister hat ohnstreitig oen einzig richtigen Weg zu ihrer Lösung eingeschlagen, indem er, wie Haendel im „Israel in Egypten" die Erzählung beibehielt, aber sie dem Chor übertrug. So nur wurde es möglich, die Nähe des Herrn anzu- veuten, ohne in eine, für den erhabenen Gegenstand zu kleinliche Maleret zu verfallen. Mendelssohn hat auch hier ein großes Talent, die äußere Situation echt künstlerisch zu gestalten, in ausgedehntester Weise offenbart; die Orchesterbeglettung folgt überall in treuester Ausführung den Andeutungen des Textes, aber indem dieser durch den Chor ernst und großsinnig gesungen wird, gewinnt jene Tonmalerei die des ganzen Vorganges würdige Bedeutung. Einen wahrhaft großartigen Abschluß dieser ganzen Scene gibt das Quartett mit Chor: „Heilig ist Gott der Herr", in welchem die Gegenwart Gottes ganz bestimmt angedeutet wird. Das Quartett ist von vier Frauen- strmmen gebildet, und wechselt mit dem Chor, oder verschmilzt mit ihm zu gemeinsamer Wirkung. Ganz besonders auch durch die Instrumentation hinterläßt gerade dies Ton- ftück einen wahrhaft erhabenen Eindruck, der durch das folgende Chor-Recttativ wieder etwas abgeschwächt wird. Auch der Chor, in welchem die Himmelfahrt des Propheten erzählt und dargestellt wird (No. 38 der Partitur) ist wieder ein Meisterstück instrumentaler Malerei, obschon mit etwas zu grellen Farben ausgeführt. Namentlich deßhalb auch erscheinen die Schlußnummern (39—42) etwas matt; die Hauptursache der geringem Wirkung trägt freilich, wie erwähnt, die ganze Anordnung des Textes. Zu riner solchen symbolischen Deutung gehörte ein tieferes Erfassen der Stoffe, als in Mendelssohn's Individualität begründet ist. Als Ganzes betrachtet, steht der „Elias" Nicht auf gleicher Höhe mit dem „Paulus", und zwar namentlich deßhalb, weil der Stoff und seine ganze Behandlungsweise ein gleiches organisches Wachsen von innen heraus nicht gestattete. Die einzelnen Tonstücke des jüngeren Oratoriums aber sind weist ebenso vollendet, einige sogar mit noch bewunderungswürdigerem Geschick au§ae; pibrt, als die entsprechenden des ,,Paulus". HandelHd Verkehr.^ Gießen, 2. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter, per Pfd. 95 H bis 1 10 H, Hühnereier, per Stück 4—5 Gänseeier, p. Stück — X Enteneier per Stück 6 H, Käse, per Stück 4—9 Käsematte, per St. 3 X Erbsen, 1 Liter 18 H, Linsen, 1 Liter 18 4, Tauben, das Paar 70 X Hühner, per Stück 1 Hahnen, per Stück 1 10 H, Kartoffeln, 100 Kilo 9 Auszug sus den Kirchenbüchern der Stsdt Gießen. Evangelische Gemeinde Getraute. Den 31. Mai. Johann Karl Hatz, Mechaniker dahier, aus Schopfloch, Amtes Dinkelsbühl, und Anna Lesch, des Gepäckträgers Georg Lesch dahier eheliche Tochter. & e t o U r t e. Den 27. Mai. Dem Heilgehülfen Johannes Muhl ein Sohn, Karl Hermann Christian Ludwig, geboren den 27. März. Denselben. Dem Bürger und Dachdeckermeister Peter Ruckstuhl ein Sohn, August Hermann Georg, geboren den 10. Mai. Denselben. Dem Lehrer an der Stadtmädchenschule Lorenz Spitz eine Tochter, Emilie Antonie, geboren den 10. April. Den 28. Mai. Dem Hofgerichts-Advocaten August Metz ein Sohn, Karl Hans August Wilhelm Albert Ignatz, geboren den 17. März. Den 31. Mai. Dem Mechaniker Johann Karl Hatz ein Sohn, Friedrich Albert, geboren den 30. April. Beerdigte. Den 26. Mai. Karl Emil Wagner, Schlosser an der Köln-Mindener Bahn dahier, alt 47 I. 5 M. 8 T., gestorben den 24. Mai. Den 27. Mai. Ernst Ludwig Kämmerer, Bürger und Bäckermeister, alt 66 I. 1 M. 5 T., gestorben den 25. Mai. Den 1. Juni. Elisabeth Heil, geborene Linker, Ehesrau des Dienstmanns Wilhelm Heil, alt 34 I. 19 T., gestorben den 30. Mat. Die Annoncen-Expedition Th. Dietrich & Co. in Cassel übernimmt die prompte Besorgung von Anzeigen in sämmtliche Zeitungen Deutschlands und des Auslandes zu Originalpreisen. (Alleinige Jnseraten-Annahme f. d. „Casseler Tagespost") Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. 3079) Zwei Hebregister über nachträgliche direkte Steuern pro 1877 liegen 8 Tage lang zur Einsicht dahier offen. Zugleich werden die diesjährigen Reklamanten aufgefordert, ihre erlassenen Steuern unter Vorlage der betr. Steuerzettel in der nächsten Zeit (am sichersten an den Zahltagen Dienstag und Samstag) bei Großh. Districts- Einnehmerei Gießen I persönlich in Empfang zu nehmen. Gießen, den 31. Mai 1877. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. A. Bramm. Bekanntmachung. In unserem Firmen-Negister sind folgende Einträge vollzogen worden: Am 30. l. M: 1) Franz Schirmer zu Gießen hat seine unter der Firma: „F. Schirmer" daselbst betriebene Handlung mit Wein und Bier aufgegeben und wurde solche in Folge davon gelöscht. '2) Friedrich Carl Henzerling zu Gießen betreibt daselbst seit 1. August v. I. unter der Firma F. C. Henzerling ein kaufmännisches Geschäft. Am Heutigen: 3) Johan nKasparSpies von Gießen, Inhaber der Firma Mineralwasser- Anstalt zu Gießen I. K. Spies hat die dem Heinrich Giehl dahier ertheilte Procura zurückgenommen und ist letztere gelöscht worden. Gießen, den 31. Mai 1877. Großherzogliches Stadtgericht Gießen. _____________Bötticher.________(3107 Cintrag in das Firmenregister Großh. Landgerichts Lich. Abraham Bing zu Lich betreibt daselbst seit dem 14. Februar L I. Pferdehandel, Rindoiehhandel im Kleinen und Brandwetnhandel im Kleinen, unter der Firma A. Bing. Lich, den 26. Mai 1877. Großherzogliches Landgericht Lich. Weyer. (3090 Versteigerungen. Montag den 4. Juni, Nachmittags 4 Uhr, soll im »Gasthaus zum Schwanen" dahier eine Kuh meistbietend versteigert werden. Gießen, den 2. Mai 1877. Großherzogltches Ortsgertcht Gießen. Müller. (3105 Holzverfteigeruug. In dem Wiesecker Gemeindewald, Distrikt Badenburgerwäldchen, kommen zu Versteigerung Donnerstag den 7. Juni, von Morgens 8 Uhr an, 19 Rmtr. Buchen-Scheitholz, 16 „ Eichen- „ 123 „ Nadel- 6 „ Buchen-Prügelholz, 29 „ Eichen- „ 378 „ Nadel- 10 „ Buchen-Stockholz, 47 „ Eichen- „ 214 „ Nadel- 490 Stück Buchen-Wellen, 550 „ Eichen- „ 6180 „ Nadel- „ 520 „ Ginstern- „ Freitag den 8. Juni, von Morgens 8 Uhr an: 99 Eichen-Stämme — 66,49 Cbm- bis zu 85 Centimtr. Durchmesser, 1 Buchen-Stamm = 0,74 Cbmtr., 4 Birken-Stämme = 1,35 „ 266 Nadel- „ = 73,29 „ 179 „ Stangen == 20,4 „ Wieseck, den 31. Mai 1877. Großherzogltche Bürgermeisterei Wieseck. ____________Lang._________(3102 Montag den 4. Juni, Nachmittags 2 Uhr, werden im Hause der Frau Fritz Fürst Wittwe in der Neustadt dahier ein im besten Zustand befindliches Billard mit allem Zugehör, angefertigt von Dorfelder in Mainz, und ein Pissoir öffentlich gegen Baarzahlung versteigert. Gießen, den 30. Mai 1877. Großherzogliches Ortsgertcht Gießen. Müller.(3027 3108) Ein Stück GraSerndte zu verkaufen. Näheres bei I. Blitz. Arbeits-Versteigerung. Donnerstag den 7. Juni l. I. sollen auf unterzeichneter Bürgermeisterei folgende Arbeiten an die Wenigstnehmenden öffentlich versteigert werden: JL H 1) Anfertigung einer neuen Feuerleiter und Reparatur zweier alten, Voranschlag 32 — 2) a. An dem alten Weiher die Mauer abzubrechen und die Steine aufzusetzen, Voranschl. 10 — b. Den Weiher mit Sammelsteinen vollständig auszufüllen und gut auszukeilen, Voranschlag 32 48 c. einen Raffelkanal aus dem Weiher herzustellen, Voranschlag noch nicht bekannt-- 3) a. Plafterarbeit an verschiedenen Stellen im Ort, theils neu, theils umzupflastern, Voranschlag 462 30 b. Chaussirarbeit das., Voranschl. 13 50 4) Allgem. Unterhaltungsarbeiten. a. Klopfen von 50 Cbm. Steine zu schlagen und einzudecken, Voranschlag 170 — b. 50 Cbm. zu messen, Voranschl. 10 — c. Dieselben anzufahren, Voranschlag 55 — d. Aufräumen von Gräben, ä Klftr. 3 H, -- 5) Die zur Erbauung eines neuen Leiternhauses erfordert. Maurer-, Zimmer- und Dachdeckerarbeiten, Voranschlag circa 500 — 6) Herstellung des Vicinalwegs nach Hattenrod. a- Planirarbeit, Voranschlag 70 50 b. Chaussirarbeit, „ 611 — c. 270 Mtr. Steine auf die Baustelle zu liefern, Voranschlag 675 — d. Maurerarbeit eines Durchlasses, Voranschlag 54 — 7) Herstellung eines neuen Friedhofs. a. Planirarbeit, Voranschlag 745 — b. Maurerarbeit, „ 1089 — c. Schlosserarbett, „ 240 — d. Weißbinderarbeit, „ 112 50 Anfang der Versteigerung Morgens 8 Uhr. Albach, am 30. Mat 1877. Großherzogliche Bürgermeisterei Albach. 3050) Schäfer._______________ Toilette-, Bade-, Jenller- und Pferdeschwämme in größter Auswahl empfiehlt 2950) Emil Fischbach. Holz-Versteigerung im Gießener Stadtwalde. Montag den 4. Juni 1877, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwalde, in dem Districte Hangelftein, nachoerzeichnetes Holz versteigert werden: A. Brennholz: Scheith. Prügelh. Stockh. Reish. Raummeter Wellen Buchen 30 14 21 430 Eichen 10 12 24 140 Nadel — — — 190 B. Bau-, Werk- und Nutzholz: 36 Eichen-Stämme, mit 17,73 Festmeter. 19 Nadel- „ „ 3,33 37 „ Derbstangen, mit 2,72 Fstmtr., 70 „ Reisslängen, „ 0,53 „ Die Zusammenkunft ist an dem Steinbruch. Gießen, am 29. Mat 1877. (3024 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. _______ A. Bramm._________ Persteigermlgs - Anzeige. Dienstag den 3. Juni l. I., Vormiltags 10 Uhr anfangend, laste ich in meiner Hofraithe zu Allendorf a. d. Lda. zur öffentlichen Versteigerung bringen: Haus-und Oeconomiegeräthe aller Art, als: 2 Oeconomiewagen, 2 Schaufel- pstüge, 1 Hinterpflug, 1 Egge, 1 Kartoffelpflug, 1 Fruchtfegmühle, 1 Dickwurzmühle, 1 Pfuhlfaß, 1 Flachsraffe, 1 Waschbütte, 1 Kelter, 2 Spinnräder, Sicheln, Sensen, Mistgabeln, Hemm-, Spann- u. Bindeketten, sowie 1 großer Glasschrank, 1 Kleiderschrank, 18 St. Stühle, 1 Bett, 1 Bettlade, 2 Matratzen, 3 Züber und sonstigen Hausrath. (3065 Allendorf a. d. Lda., am 30. Mai 1877. __Heinrich_Rothenberge£ Wtw, Neue Matjes-Häringe empfiehlt (2949) Emil Fischbach. 3109) Ein Flaschenbierwagen, sowie ein Pferd zu verkaufen bei F. Schmidt. m lobilien-Versteigerung. Hch. Schmall "»Ä1' «... ». 1.<"TMV. U CO vor das zur Halle- iinil Siiiwiiiniiiiiisiall. der Arbeitsversteigerung- Ispamscne weine. s Sherry, Portwein, silfen Jamaica-Ri an die ®w| Alten Jamaica-Rum (Prima) rc. 80 mitgetheilt. Erklärung! TVatürl. Mineralwasser« Einige Hundert Fuder Strohs ^ verkaufen. d. Bltts. pfehle bestens. Emil Fischbach* 3099) Schützenhof. Anfang 8 Uhr Abends. 3111) Bürger - Gesellschaft Hierzu eine Beilage. Der Turnwart. 3106) Wes 2 Aeikgebotenes. Kis! wird von jetzt ab ausgefahren. Be- stellungen beliebe man im Hess. Hof zu machen — Eisschränke. 3100) Hell« Schmall. feinsten Sorten. Bordeaux-Weine von 1 «X an. Spanische Weine : Malaga, Madeira vermischte Anzeigen. 3078) Ein zuverlässiger Arbeiter auf dauernde Arbeit gesucht Näheres bei der Exv°d. d. Bltts. 3093) 20 leere Kisten zu verkaufen bei Louis Rothenberger. 2976) tein möblirtes Zimmer zu oer- miethe'n. Simon Reis, Canzleiberg B- 68. Frankfurter Export-Bier aus der Brauerei von Z. G. Henrich: 3081) 7500 Mk. auf erste Hypothek gesucht. Offerten bei der Cxped. d. Bl. abzugeben. Nach Kichnstmrn Sie und über den Dan tin mit einu Xorfhltunfl u 7UÜ0 M jui die Stände z 'äbg. Theobal Ndtguheilt w z» den üoftkt ans Siaatöll Kammer erjcl zweifelhaft, 1 mindestens de ßü-ung auf Island der d'l Äuöfchnß Provinz uno lchon der Co wnler von \ gemo ^Mrung n zu GeLo Feinden, W von 50 w'amden H 3094) Das HeugraS von der Block'- schen Wiese am Pfau habe ich im Auftrag * ' F r. S e m m l er. 3044) L....ö- - w ; feile zu verkaufen. Wo? sagt bte Exped. Nachmittags 2 Uhr, lasse ich in meiner Wohnung auf dem 3095) Parthie an den LudwigSbrunnen fällt bis auf Weiteres aus. Der Vorstand. 2993) Der zweite Stock meines Hauses bestehend aus 5 Zimmern nebst Zubehör, zu vermiethen. W Löb er, Brandgasse. 2301) Ein freundliches Logis auf dem SelterSberg, bestehend aus S ineinandergehenden Zimmern nebst Zubehör u. Gartenbenutzung , ist zu vermiethen und vom 1. September d. I. an zu beziehen, auf Verlangen auch schon früher. Näheres bei JT. Bills- Zu nermitihen die Beletage und a/4 vom Dachgeschoß des Hauses A. 166 Marburger Straße mit Zubehör und Garten. Die ganze Hofraitue steht auch zum Ve'kauf. (2932 $ 18 ooUftänbijje Setten, ! Eomwvdeu, 4 Kleiderschrönke, 1 Sopha, 10 Wasch- tische, 12 Nachttilche, 8 Spiegel, .1 Wasser- ständer, 40 eiserne Gartenstuhle , 12 Gartcntifche, 1 Büchergestell' Bettvor- lagen, Wasserflaschen, Leuchter, Glaser rc., Meistbietend gegen gleich baare Zahlung ^Die ^Gegenstände können an demselben Tage Vormittags von 11—12 Uhr einge- Lehen werden. /on-, Gießen, im Juni 1877. (3075 H. Schnell. Donner st ag d en 7. d. M., Vormittags 9 Uhr, werden auf der Bürgermeisterei zu Großem Buseck nachfolgende Arbeiten öffentlich in Accord gegeben: 1) Steindeckerarbeit an der Kirche, veranschlagt zu 100 2) Weißbinderarbelt an den Schul- gebäuden, veranschlagt zu bb 3) Fertigung zweier Feuerleitern, veranschlagt zu 40 4) Maurerarbeit, Steivfuhr, Stem- setzen, Steinschlagen rc-, veran- schlagt zu 2100 — 5) Chaussir- und Pflasterarbeiten, veranschlagt zu 1400 Großen-Buseck, den 1. Juni 1877. Großh. Bürgermeisterei Großen-Buseck I. A.: (dllz L. Hahn, Bezirksbauaufseher. Turnverein. Heute nach Herborn. Abfahrt 12 Uhr Mittags. ft« " ff*ttn: N6. Lr' '««t Prr ’Wn J t Mn NtyAti <5 3084) Ein ordentliches Dienstmädchen I wird gegen hohen Lohn für eine kleine Familie zu miethen gesucht. Es wollen sich jedoch nur solche melden, welche gute von L. Chr. Rübsamen Cr6ff Indem ich hiermit das verehrliche Publikum |um Abonnement einlade, bemerke ich, daß die näheren Bedingungen in der Anstalt zu erfahren sind, wo auch die Abonnementsliste zur gefälligen Emznch- nuna offen liegt. w w t Die Unterrichtsstunden und Badezeit für du jusend sind an Wochentagen Vormittags von 10 btS 12 und Nachmittags von ü bis 7 Uhr, an ^onn- uno Feiertagen nur Vormittags von 7 bis 12 Uhr. Die Unterrichtsstunden der Mädchen werden bez Anmeldungen Geschäftsveränderung. Das von meinem verstorbenen Mann Jakob Namtpeck betriebene Schuhmachergeschäft hab- ich von beute ab meinem Sohne IeanNamsP«cr übertragen und bitte di- verehrlich-n Kunden, das meinem Manne f-ither beschenkte Vertrauen auf meinen Sohn Übertragen ,u wollen. ö Hochachtungsvoll Jakob Ramspcck S Wittwe. Mit Bezugnahme auf obig- Annonce ertaube ich mir, v-r-hrllcheS Publikum um geneigte Aufträge zu bitten und sichere prompt- und re-lle Arb-it zu. Hochachtungsvoll Jean Ramspeck, Schuhmachermeister, wobnhast Neuenweg Lit. B. 198. 1813) Mein Lager in allen Sorten Pinseln, Der- golderartikeln, Spachtelmcffern, Maserwolzen -c., em ^eugnisie aufweifen können. Näheres tn der (sxved. d. Bltts.___— 3089) Ein braver, aufmerksamer Kellvev lebtltnfl wird gesucht im Hotel „Prinz Carl. Vi Fl. V- Fl- Lagerbier . . 20 H Wiener ... 25 . 14 „ Erlanger Export-Bier aus Aciien-Brauerei in (Erlangen : V. Fl- V- Fl. 28 15 Geschäfts -Ucbernahme. Di- Uebernabme der Wirthfchaft von Herrn Helfenbein dem Wallthor zeige ich hiermit dem geehrten Publikum etgebenft Es wird mein Bestreben fein, durch gute Speisen und Getränke Wohlwollen meiner geehrten Gäste zu erhalten. „ . Gleichzeitig empfehle den K-g-ifteunden die neu hergerichtete »egelbah« Benutzung.Theodor Klein. 3103) In der gestrigen Bürgerv«rsammlung auf Lony's Bi-r- k-ller wurde auch ich in die da ernannte L ° m m 11, t o n gewählt- «ls ich als Mitglied derselben vorgeschlagen wurde, erklärte ich sv^rt daß ich eine Wahl nicht «»nehmen würde. Man hat, zn ehernem Bedauern, dennoch nicht von meiner Wahl abgesehen und ist sogar nachher, als ich eine wi-der. holt- Ablehnung aussprechen wollt-, so weit gegangen, mir das zu diesem Zweck- erbeten- Wort vorzuenthalten. In go ge dieses Verfahren« war ich nur in der Lag- dem Bureau anzuzeigen zu können daß ich wich an den Arbeiten der Commission nicht bethe>l,gen wurde, ich fühle mich aber auch gedrungen, dies- Erklärung hierdurch öffentlich abzugeben. Gießen, den 2. Juni 1877. , Ludwig Georgi. 3073) Ein möblirtes Zimmer (Mansa.de) zu vermiethen. Reue-Bäue B. 80.________ 3062) Em schön möblirtes Zimmer zu vermiethen. Schulstraße 17.__ 2678) Möblirtes Zimmer zu oermietben. Neuenweg 117. 1442) Das früher von Herrn Canzlei- Chef Wilk er bewohnte Logis ist bis zum 15. Juni anderweit zu vermiethen. Ehr. Roll III., Canzleiberg 8. 66. 1955) Der von Herrn Prof. vr. Lemcke bewohnte 3. Stock, neue Anlage, 7 Zimmer rc enthaltend, wnd per 15. Juli beziehbar anderweit vermietbet.H- Adami 2983) Im Hessiiwen Hos ist der mittlere Stock und die Mansarden -- Wohnung zu vermiethen und bald beziehbar. Hch. Schmall- 2306) In meinem neuen Hause am Eck btr Schoor und Reichensand-Bcchnhofsstraße sind noch mehrere Wohnungen zu vermiethen und im Mai oder Juni zu be- zieben.________________c r !• 2K56) Ein möblirtes Zimmer mit Cabi- net zu vermiethen. Wallthorst'aße A. 227. 2937) Der mittelste Stock meines Hauses, bestehend aus 8 Zimmern und zwei Küchen, abgeschlossenem Corridor und sonstigem Zubehör, welches auch getrennt vermiethet werden kann, ist sofort beziehbar. G e o rg Volk, Grünberpcr Straße. Aerwiethungen. 3118) Ein möblirtes Zimmer zu ver- miethen. Canzleiberg 66. ' 3113) Ein kleines Familienlogis zu vermiethen. Walltborstratze A. 141. “ 3110) Ein Logis zu vermiethen. Restauration Spies, Neustadt. 3082) Ein unmöbltrtes Zimmer zu vermiethen bei__________Jacob Bogt. 3096) Der 3. Stock meines Hauses ist anderweit zu vermiethen, beziehbar kommen den 1. September. L. Tb. Felsing, Neue Anlage. " 3048) Zwei möblirte Zimmer zu vermiethen. Lindenplatz A. 29. 3038) In meinem Nebenhause ein kleines Logis zu vermiethen. Carl Haas. a. d. schönen Aussicht. Pilsner Tafelbier aus dem Bürgerlichen Brauhaus in Pilsen: Vi Fl- V» Fl- 48 25 Weine: Deutsche Rheinweine (Natur-Weine) von 50 H per Flasche bis zu den 3088) Ein Portemonnaie mit Geld iunden. Adzubolm Mühlgasse D. 84. _ (Sin? leistungsfähige, beft renon.mirte Parquetfabrrk sucht an hiesigem Pl fr -men tüchtigen Vertreter» Gefl. Cfferter. sind einzureichen irikt ß biff re J. 71300 an d-e Herren Haasev stein K Vogler in Stuttgart. ,_E?- 3O87. 30,000 bis 40,000 liegen M Ausleihen auf erste Hypothek«- bereit. » erfragen in der Exped. d. Bltts. Heute, Sonntag den 3. Juni: Erstes Sommcr-Coneert der liiesiqen Gr. Titffifdjcn Regimentsmusik «r. 116. Anfang 3>/2 Ubr. Entree 25 Pfg. Trotz ves Bier-Aufschlags verzapfe ich nach rote vor gute# Actien-Erport-Bier per Glas 12 Pfg., per Schoppen 15 Pfg. 3097) Emil Harms, Gastrotrth. , Promenadehaus. Sonntag den 3. Juni 1877: Gwlbesetsle Tanzmusik. 3116) Meine Wohnung befindet sich vom 3 Juni ab Neuenweg B. Nr. 202 im Hause des Herrn P h. Schlatter. Baut All ft in, Buchbinder. 0 Solide Agenten, welche den v O Verkauf der Loose Braunschweiger y g Staats.Lotterien gegen hohe Pro- £ Vision übernehmen wollen, belieben^ ihre Adresie unter Litr. P. 1469 \ 0 an die Annoncen - Expedition von j OE. Schlotte in Bremen einzu- f Äsenden. (3114Q 3077) Büdinger Schleifsteine in allen Größen bei________Emil Pihtor« Cafe Wenzel Exportbier (Heft) ° zum alten Preis. (3H7 3080) Ein gut erhaltenes Tafel-Clavter, sowie eines schön spielendes Musikwerk, werden billig abgegeben. Von wem? sagt die Exped. d. Bltts. ___ 3083) Mehrere Wagen Kuhmist zu ver- kaufen bet 3- o fl t.