s io nu ■ ^fschrjst. " ^W°rkstei. Mo. 50. Dienstag, den 29. Februar. S8V6. WWer WWW Anzeige- mib Amtsblatt für den Kreis Gießen. ' ä*ätn Mattung b(1 Inserate für die Mittwochsnnmmer bitten wir bis spätestens heute früh IO Uhr an uns Die Expedition. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Erscheint täglich mit Ausnahme des Expedition: Schul st raße, Lit. B. Nr. 18. 92O gelangen zu lassen. - 6*m- Starke, jeBje' r"tm wit Pr°i,n fi| ... senden. Das Ende des Carlistenkrieges. des (91$ realer, llungen. igfaltigkkit dar und He Malerei, Optik ü> 28. /cbruar c. Ztunte vor Beginn, halb 8 Uhr. me an ter Kasse, sch, Filter. Wenn hinten weit in der Türkei die Völker auf einander schlagen, so sind das im Wandel der Zeiten heute so ereignißschwangere Vorgänge geworden, daß wir ihnen ein Interesse entgegentragen, welches die Wirren auf der südwestlichen Halbinsel des Wclttheils uns im Allgemeinen nicht mehr abzugewinnen vermögen. Spanien nut seiner durch die Mißwirtschaft der Regenten und der Pfaffen liesherabgekommenen, langsamer Regeneration bedürftigen Bevölkerung liegt uns im Großen und Ganzen ferner als je. Es bedarf des Eintrittes eines entscheidenden und scharf hervorstechenden Wendepunktes in der Geschichte dieses Landes, um ihm die allgemeinere Aufmerksamkeit und Theil- nahme zuzuwenden. Ein solches Ereigniß ist nun gerade jetzt im Vollzüge begriffen und es erscheint doppelt bedeutsam, weil an demselben alle Welt und nicht zuletzt Deutschland in gewisser Beziehung profitiren. Don Carlos soll sich nach einer telegraphischen Mittheilung verkleidet nach Pau geflüchtet haben. Diese Duldung bedarf vielleicht noch der Bestätigung. Aber ob der fürstliche Abenteurer sich schon auf französischem Gebier oder noch bei dem zusammengeschmolzenen Rest seiner Truppen befindet, das bleibt ziemlich gleich. Seine Rolle ist ausgespielt. Mit dem Fall von Estella — dem festen Bollwerk in Navarra, das auch vor mehr als einem Menschen- 'alter in dem ersten großen Carlistenkriege daS Object des letzten Kampfes war Geiste. Jeder andere Fürst wird sich selbst oder seinen Kindern den Thron rauben. Die gut monarchisch gesinnten Spanier, welche zudem, Dank der Mißerziehung von Jahrhunderten, eine starke Dosis ultramontanen Wesens vertragen können, haben gezeigt, daß sie dennoch einem Don Carlos den Sohn Jsabellen's vorziehen, der ihnen wenigstens eine Art constitutionellen Regimes und die Möglichkeit geistiger Regeneration bietet. Die clericale Partei aller Länder hat den Carlismus mit Wort und Thar unterstützt; nirgends vielleicht indessen indenti- ficirte sie sich mit der Sache des Prätendenten so schlechthin, wie bei uns in Deutschland. Das leitende, nlrramontane Blatt, die „Germania", insbesondere führte bis in die jüngste Zeit eine Sprache, als ob der kirchenpolitische Kampf nicht in der Leipziger und Wilhelmsstraße zu Berlin, sondern am Ebro ent- ichieden würde, als ob der Sieg des Ton Carlos unzweifelhaft wäre und solchem Siege der Triumph Roms auf dem Erdball, vor Allem aber im verhaßten Deutschland folgen müßte. Die „Germania" ist mit ihrem felsenfesten Glauben zu Schanden geworden und man darf daraus vielleicht den indirecten Schluß ziehen, daß auch die hochtönenden Worte desselben Blattes von der Macht und dem Einflüsse, über welchen der Ultramontanismus noch in Deutschland gebiete, nicht allzugenau zu nehmen sind. Rom wird nicht wieder die Welt, wird nicht Deutschland erobern^ wo es selbst im gutkatholischen Spanien besiegt worden ist. Morgen findet die erste Lesung der General-Synodal-Örd- r: 30 Pf 1119« (944 überwiesen, nnng stäkt n zurückgewiesen. erstand. t ultramontane Farce zu bedeuten. Aber im Hochsommer 1873 schon, nachdem die Carlisten Estella genommen, der Marschall Concha gefallen und die Regie- -ürdiger Monarch sei, welcher sich beseelt zeige von strengster Pflichterfüllung Der Damm ist völlig überschwemmt. Die angestellten Sprengversnche an der Wb einem der Entwickelung seines Volkes voraneilenden, nicht nachhinkenden Eisversetzung vor der Oberbrücke waren bisher noch erfolglos. Welt Europas unb vor Allem die Ultramontanen die Partei des Don Carlos nahmen- Lange Zeit schien es nichts Anderes, als eben eine legitimistisch- do» ■ Lo »nno'er’ .Ml Berlin, 25. Februar. Graf Harry v. Arnim hatte sich, wie die „Dresd. Nachr." erfahren, in tiefstem Geheimniß von Florenz nach Berlin begeben, um seinen, wie er fürchtete, todtkranken Sohn noch einmal zu sehen. Man ver- muthet, daß die Bitte des Grafen Arnim um einen Geleitsbrief nach den bestehenden Gesetzen nicht gewährt werden konnte, daß aber die Polizei Ordre erhalten hat, den Aufenthalt Arnim's zu ignoriren. Der Graf ist übrigens bereits von Berlin abgereist und hat die frohe Hoffnung mitgenommen, daß sein Sohn nicht mehr in Lebensgefahr sich befindet. — Der Bischof von Münster ist am Sonnabend vor den kirchlichen Disciplinargerichtshof geladen worden, von welchem am 8. März das auf Absetzung gerichtete Verfahren zum Abschluß gelangen soll. Die Anklageschrift und die Vorladung wurden an die Thür des bischöflichen Palastes angenagelt, da sich der Prälat bekanntlich auf Reisen befindet. Berlin, 26. Februar. Infolge der wiederholt in der englischen Presse aufgetauchten Gerüchte, daß coculus indicus, eine gifthaltige in der Pharmacie gebrauchte Pflanze, zum Brauen des Bieres benutzt werde, hatte die englische Regierung amtliche Untersuchungen anstellen lassen, deren Ergebnisse in einem gedruckten Berichte der chemischen Abtheilung des britischen Zollamts vorliegen. Wir entnehmen demselben, daß trotz eingehendster Recherchen keine Vorräthe von coculus indicus in den Brauereien gefunden worden sind und auch bei Untersuchung des Bieres keine Spur dieser Pflanze sich ergeben hat. Da bedeutende Quantitäten von coculus indicus nach England importirt werden, hat man sich nach dem Verbleib erkundigt und gesunden, daß dieselben mit geringen Ausnahmen, welche man zur Tödtung von Ungeziefer verwendet, nach Deutschland. Darmstadt, 26. Februar. Die Nr. 10 des Großherzoglichen Regierungsblatts hat folgenden Inhalt: 1. Bekanntmachung Großherzoglichen Gesammtministeriums, Abänderungen und Ergänzungen Der Telegraphen - Ordnung für das Deutsche Reich vom 21. Juni 1872 betreffend. 2. Uebersicht der von Großherzoglichem Ministerium des Innern für das Jahr 1876 zur Bestreitung der Communal-Bedürfnisse in den Gemeinden des Kreises Offenbach genehmigten Umlagen. Berlin, 25. Februar. Das Abgeordnetenhaus erledigte die zweite Lesung der übrigen Positionen des Etats des Ministeriums des Innern, die unverkürzt bewillig: wurden, desgleichen den Etat des Handels-Ministers. Die Positionen über die Baugewerbe-Akademie, die polytechnische Schule und die Gewerbe-Schulen wurden zu iveitcTer Vorprüfung an die Budget-Commission Platz nach dem anderen gewinnt und bereits in Vera einmarschirt ist. Zugleich hatte der General Blanco die Befestigungen Der Carlisten bei Pen na Plata, einige Kilometer östlich von Vera und dicht am französischen Gebiete, erobert und alsdann Penna Plata selbst genommen. Somit ist auch der Norden Na- . varras in der Gewalt der Regierungs-Truppen und die französische Grenze gesperrt. Um den Zirkel zu vollenden, rücken auf der Straße nach Tolosa die ^Truppen der Generale Quesada und Loma an, während Moriones vom Norden bis über Andoain vorgedrungen ist. Mau sieht, der letzte Act des Earlistenkrieges ist so gut wie ausgespielt, und, was übrig bleibt, ist allein der Epilog. Vier runde Jahre seit Ostern 1872 hat dieser Bürgerkrieg gedauert, in welchem die gesummte legitimistische Ikin. Deutschland verkauft wurden. Demgegenüber dürfte es wohl angebracht sein, auch von Reichsweqeil über die Verwendung der Pflanze Rechercheii anzustellen. Glogau, 25. Februar. Seit heute Vormittag heftiger Eisgang. Tie Oberbrücke schwebt in größter Gefahr. Der Wasserstand beträgt 15 Fuß 7 Zoll. Iistürzt und neue errichtet — eine ständige Herrschaft ausgeübt hat und as daher im Grunde erst eine Erfindung der modernen Zeit ist, hat mit em Ausgange der carlistischcn Unternehmung einen neuen Stoß erhalten, »richrich II. hat in seinem Autimacchiavell mit dem ganzen Adel seines Geistei _nb mit der vollen Schärfe des Staatsmannes es dargelegt, daß nur der ein — sanken ihm, nomen et omen, Stern und Hoffnung. Die gejammte car- tnflf aus Ta? Streitmacht des Prätendenten ist jetzt, abgesehen von einigen verspreng- V -p’’ . tm Abheilungen, auf einen Raum zusammengedrängt, welcher einen Flächeninhalt nndet Montag, etu)a |n (gr^e des Herzogthums Lauenburg umfaßt. Der eiserne Gürtel der Heimkarten fön? Regierungs-Truppen schließt sich enger und enger. Von der einen Seite rückt . (»fj fvrrn Schülp die Armee heran, welche unter Martinez Campos bestimmt ist, den Carlisten bie Grenze und den Uebertritt nach Frankreich abzuschneidcu, welche einen festen nmgs-Truppen eine Niederlage nach der anderen erlitten, als ganz Navarra in bie Hände des Don Carlos fiel und sich die fanatischen Basken um ihn sam- imellen, als der feudale Adel Mittel-Europas seine Söhne und sein Geld für bie „Jtee" hinzugeben anfingen und die Jesuiten mit Hochdruck für dieselbe arbeiteten, da wollte es eine Zeit lang scheinen, daß es der scharf zusammenge- saßten Carlistenmacht gelingen werde, bis in das fast herrenlose Madrid vorzudringen und über dos unglückliche Land die Tage einer einsichtslosen Tyrannei unb einer fanatischen Glanbensinquisition wieder herauf zu beschwören Im Latican, in Frankreich und im Centrum des deutschen Reichstages begrüßte mau bereits die neue „vielversprechende Aera", als durch eine ganz intirecte Intervention Deutschlands der Wendepunkt im Verlaufe des spanischen Bürger- kneges herbeigeführt wurde. Tie völkerrechtswidrige Erschießung des deutschen Hauptmanns Schmidt durch die Carlisten gab den äußeren Anlaß zur Auer lknnung der Republik des Marschalls Serrano Durch die Mächte und von diesem Augenblicke datirt der Rückgang des Carlismus, dessen Sturz heute besiegelt ist. Jenes ausgedehnte Legitimitätsprincip, das in der ganzen Vorgeschichte der Völker und Staaten zu keiner Periode — denn immer wurden Throne rt Magdeburg, 26. Februar. Die Noth in der Stadt Sibönebeck. welche von der Uebelschwemmunq am härtesten betroffen wurde, ist sehr groß: Von den 700 Häusern des Ortes waren 600 mehr oder weniger unter Wasier gesetzt, viele sogar bis an das Dach von den Fluthen umgeben, so daß die Bewohner durch die Dach-Fenster das nackte Leben retten mußten. 30 Häuser sind eingestnrzt, viele andere total verwüstet. Die Obdachlosen sind einstweilen in Schulen, in der Kirche und im Rathhaus untergebracht. Don hier und der ganzen Nachbarschaft sind Liebesgaben zur Linderung der Noth gesendet, auch die Regierung und Privatvereine tragen ihr Möglichstes zur Unterstützung der Nothleidenden bei. Die Ueberschwemmung läßt jetzt allmählig nach, der verursachte Schaden ist noch gar nicht zu übersehen. In der „Magd. Ztg." wird ein Aufruf zur Hülfe veröffentlicht. Hellerreich. Wien, 25. Februar. Im Abgeordnetenhause überreichte der Justiz- Minister unter allgemeinem Beifall des Hauses den Entwurf zu einer neuen Civilproeeß-Ordnung, indem er denselben zugleich kurz beleuchtete. — Der „Volksfreund" meldet: Der neu ernannte Fürst.Erzbischof von Wien begibt sich in der ersten Hälft« des Monats März auf kurze Zeit nach Rom. Wien, 26. Februar. Seit gestern ist das Wafler erheblich gefallen, so daß eine Gefahr für Wien kaum noch vorhanden ist. Prag, 25. Februar. Die Nachgrabungen nach den Verunglückten im Engerth-Schachte bei Kladno sind beendet. Im Ganzen sind 19 Personen tobt, 4 schwer und 3 leicht verwundet. Pesth, 25. Februar. In der heutigen Sitzung der Deputirten-Kam m» erklärte der Minister-Präsident Tisza auf eine Interpellation des Abg. Helfy, daß Niemand das Recht Ungarns, -ine selbstständige Bank zu errichten, in Zweifel stelle; die Bank-Frage könne unter vielerlei Modalitäten gelöst werden ; mit der Schaffung einer Bank-Gesetzes sei jedoch noch nicht die Bank selbst geschaffen. „Wir aber wollen die Bank und nicht das Gesetz " Dar Haus nahm diese Antwort des Ministers zur Kenntniß. Hierauf gab Tisza auf eine Interpellation Simonyi's die Erklärung ab, die Regierung könne das Maximum ihrer Forderungen in der Zollfrage zur Zeit nicht bekanntgeben; bald werde das Haus Alles wissen und dann uriheilen können. — Die Reise der Minister nach Wien ist der Wassergefahr wegen wieder aufgeschoben. Ait- Osen ist überschwemmt, die meisten Gewölbe sind geschlossen. Auch die Stadt Waizen ist größtentheils überschwemmt. Pesth, 26. Februar. Der Wasserstand der Donau beträgt gegenwärtig 24 Schuh 5 Zoll und ist in langsamem Abnehmen begriffen, bei sehr schwachem Eisgang. Es herrscht vollständige Geschäftslosigkeit. Pesth, 26. Februar. Der Wasserstand der Donau hielt sich heute auf | 23 bis 24 Schuh. Die Gefahr hat jedoch insofern abgenommen, als wenig Eis von der oberen Donau-Gegend her zu befürchten ist. Der Abfluß des Wassers ist allerdings schwächer, weil unterhalb der Stadt der Eisstoß theil- weise feststeht. Die unteren Donau-Gegenden sind in großer Gefahr. Ofen und Alt-Ofen sind hart mitgenommen. In Pesth haben etwa 5000 Personen ihre Wohnungen verlassen müssen. - Italien. Rom, 25. Februar. Die Amtszeitung ertheilt ein königliches Decret, durch das die Kammersession geschlossen und das Parlament zu einer neuen Session auf den 6. März einberufen wird. England. London, 25. Februar, Abends. Die Bill, nach welcher das Hans der Lords jetzt die höchste Appell-Instanz bildet, passirte im Oberhause die zweite Lesung. Spanien. INadrid, 26. Februar. Es wird amtlich gemeldet: Acht Bataillone Carlisten haben, nach mehrfachen blutigen Gefechten, sich geweigert, auf die königlichen Truppen zu feuern. Nach einer Depesche des Generals Martinez Campos haben neun Bataillone carlistische Truppen unweit Pampelona sich ergeben. Aus Tolosa vom 25. d. Mts. wird gleichfalls gemeldet, daß die Carlisten zu Tausenden ihre Unterwerfung anbieten. Aumänien. Bukarest, 25. Februar. Der Finanz-Minister legte der Kammer einen Entwurf zur Gründung einer Börse in Bukarest vor. Amerika. Rew-Nork, 25. Februar. An Bord des zum Abgang bereit liegenden Hamburger Dampfers „Herder" entstand heute Feuer, welches jedoch alsbald wieder gelöscht wurde. Die Passagiere und Contanten sind wieder an>s Land gesetzt, die Ladung ist wenig beschädigt. Lokal-Rotiz. Gießen, 28 Febr. In Nachstehendem lassen wir die I a a c § o r b n u n a für die Sitzung der Stadtverordneten Donnerstag, den 2. März 1876, Nach, mittags 4 Uhr, im Rathhaussaale fi lgen: 1- Die Stiftung des Andreas Löber betr. 2. Einrichtung der neu n Realschule betr. 3. Gesuche um Befreiung von Schulgeld 4. Das Reinigen der öffentlichen Plätze. ~ 5. Decretur von Gebühren des Todtengräbers Noll. 6 Gesuch deS Maurermeisters Philipp Jünger von Reiskirchen wegen Gestattung der Anlegung einer Abfahrt auf städtischem Eigenthum. 7. Baugesuch des Friedrich Jung von Klein-Linden. 8. Baugesuch des Philipp Stiehl zu ließen. 9 Baupesuch des Messerschmieds Adam Reinig zu Gießen. 10. Die Uebersicht über die wirklichen Einnahmen und Ausgaben der Realschule zu Gießen pro 1873. 11. Die Arbeiten für die städtische Wasserleitung betr Vermischtes. Leipzig, 21. Febr. Der gegenwärtige Eisgang auf der Elbe ist denn doch nicht ohne ein größeres Unglück oorüberaegangen. Die neugebaute Eisenbahnbrücke bei Riera nt dem entfesselten Element zum Opfer gefallen und die Leipzig-Dresdener Eisen- bahngc .Uschaft dadurch von einem Unfall betroffen worden, wie er in solcher Schwere seit rem Bestehen der Gesellschaft wohl sich noch nicht ei eignet hatte. Es war eint ücke neuerer Conftruktion, und zwar eine Eisengitterbrücke mit großer Spannweite, wie sie in ähnlicher Weise bei Meißen über die Elbe führt. Das Eisengerüste bestand aus drei untereinander nicht zusammenhängenden Theilen, von denen zwei für ben Eisenbahnverkehr, die dritte für den V rkehr der Fußgänger und Wagen dient. Dieser letztere Theil war stromaufwärts gen Riesa zugekehrt. Das Ganze ruhte in der Hauptsache auf zwei großen Pfeilern, die an dem stromaufwärts gelegenen Ende oorgeschuht sind Das Gesammtgewicht des Eisenwerks betrug gegen 80,000 Centner. Man glaubte, die Brücke sei auf eine lange, lange Reihe von Jahren hinaus gesichert und man war stolz auf diese Schöpfung von Menschenhänden. In kühnen Bogen führte sie über ben Elbftrom hinweg und ihr Aeußeres war außerdem recht wohlgefällig. Am Samstag Abend gegen 9 Uhr stand im Bahnhofe zu Riesa ein Personenzug zur Abfahrt nach Dresden bereit, als mit einem Male von der Gegend der Brücke her ein großes, knarrendes Geräusch gehört wurde. Im nächsten Augenblick kam auch schon ein Wärter gesprungen und schrie: „Die Brücke ist eingestürzt." Alles eilte an den Uferrand, und man sah, so weit es in der Dunkelheit erkennbar war, daß allerdings die rechte Seit« der Brücke, derjenige Theil, welcher den Fußgängern und dem Wagenoerkchr diente, fehlte und in den Strom hinabgestürzt sein mußte. Sofort wurde natürlich die Brück abgesperrt und jeder Verkehr in der Richtung nach Dresden eingestellt. Heber ben wirklichen Umfang der Beschädigungen konnte man in der Nacht noch keine Gewißheit empfangen. Nach Leipzig wurden ohne Verzug die nötbigen Nachrichten gegeben, desgleichen auf Umwegen nach Dresden, damit die Nacht'Schnell- und Personenzüge von dort nicht abgelassen würden. Eine überaus glückliche Fügung hatte cs gewollt, baj die Katastrophe erfolgte, noch ehe der bereit stehende Personenzug die Brücke erreichst Allem Vcrmuthen nach würde, wenn die schwer Last d-s Zuges auf die Pfeiler gerückt hätte, der Einsturz sofort größeren Umfang gewonnen haben, und ob bann bei Zug noch ungefährdet über die Brücke hinweggekommcn wäre, bas erscheint mtnbefteni sehr fraglich. Am Sonntag Morgen ließ sich endlich der angerichtete Schaben in seiner ganzen Ausdehnung übersehen. Und er war Uiber groß genug, größer als man geglaubt hatte. Der Landpfeiler auf der linken ^tromieite war zum großen Theil ein; gcstürzt und in Folge dessen der darauf ruhende Theil der Eisenbrücke, also die Brück für den Fußgänger- und Wagenverkehr, in das Wasser hinabgefallen. Die ganzes Meter lange Eisenconflruction ragte fammt der ebenfalls zerstörten Telegraphenleitung stückweise aus ben Wellen hervor. Die dem eigentlichen Eisenbahn-Verkehr bienenbeo Theile der Eisenbrücke waren erhalten, da der Rest des Pfeilers noch genügende Stütz- kraft bot. Aber das Mittelstück des Eisengerüstes war auch bereits 15 Zentimeter au! dem Loth gegangen und stand etwas zur Seite geneigt. Fiel der Pfeiler vollends, st war dann auch das Schicksal der bis dahin erhaltenen Theile der Eisenbrücke befiegelt Bis Sonntag Nachmittag 5 Uhr hatte der Rest des Pfeilers sich erhalten. Die Katastrophe hatte gestern viele Tausende von Zuschauern an die Unglücksstätte gelockt. Dresden, 14. Febr. Ein Leben für einen Thaler gewagt und verloren! St konnte man, schreiben die „Dresd. Nachr.", vorgestern Nachmittag auf der hiesiger Augustusbrücke ausrufen. Es ging zu dieser Zeit ein Herr über die letztere, als ihn vom Winde fein Cylmder über das Geländer auf das Eis des Stromes entführt wurde. Unmutbifl blickte der Mann in die Tiefe und vermaß sich, denjenigen, roeldifl ihm den Hut wiederbringen würde, mit einem Thaler zu belohnen. Da erbietet sich ein Soldat zum Wagniß; er eilt durch das Blockhausgäßchen und geht auf dem Eil hin, um den Hut zu erreichen. Plötzlich aber bricht der Kühne, noch ziemlich fern doi Gegenstände seines Strebens, durch das EiS. Muthig hält er sich an dem Rande se und strengt alle seine Kräfte an, um sich aus dem Wasser auf das feste Eis empor ]i arbeiten. Es ertönt sein Hülferuf, doch vergebens, fein Netter naht, und endlich va- laffen ben armen Jüngling die Kräfte. Er sinkt unter, um niemals wieder in t- Augen der ©einigen zu blicken. Gestern Nachmittag ist der Leichnam in der Nähe bc Einbrucksstelle von Fischern aufgefunden und aus dem Wasser gezogen worden. Mr brachte den Leichnam ins Militä-Hospital. Die Frömmigkeit der Dresdener. Im „Neuen Blatt" finden wir eint recht hübsche Skizze über Elbflorenz, der wir folgende Stelle entnehmen: . . . „Es iü ordentlich Mode geworden, selbst in Bürgerkreisen, die nicht mit Hofpredigern verwand sind, den kirchlichen Sinn zu betonen. Hier ein bezeichnendes Beispiel: Einer uniert begüterten Frommen hat sich ein stattliches Haus gebaut, mit der Inschrift über brt Thür in großen weit sichtbaren Buchstaben: „Kommet her zu mir, die ihr müh sch und beladen seid, ich will euch erquicken!" An der Thürklingel aber steht zu leien! „Das Betteln ist verboten. Der Hund beißt." Southampton, 26. Febr. Das Postdampfschiff deS Nordd. Lloyd „Fran!- furt", Capt- F. v. Bülow, welches am 6. ds. von New' Orleans und am 10. ds. ooi Havana abgegangen war, ist gestern halb 6 Uhr Nachmittags wohlbehalten hier an#1 kommen und hat heute früh die Reise nach Bremen fortgesetzt. Allgemeiner Anzeiger. Müdere Bekanntmachungen. In unserem Firmen-Register ist heute folgender Eintrag vollzogen worden: Ottilie, geborne Pauly, Ehefrau des Lehrers Heinrich Schmidt zu Gießen und deren Schwester WilhelminePauly von Battenberg, wohnhaft zu Gießen, betreiben dahier seit 26 November v.J. unter der Firma W. Pauly & O. Schmidt für gemeinschaftliche Rechnung ein kaufmännisches Geschäft. Gießen, den 25. Februar 1876. Großherzogliches Stadtgericht Gießen. In Verh. des Stadtrichters: Oppermann. (946 Oberhessische Eisenbahnen. Bekanntmachung, Hessisch - Rheinisch - Westfälischen Verband betreffend. Zu dem Gütertarif vom 1. Mai 1872 für rubr. Verband ist der 18. Nachtrag erschienen, welcher am 1. k. M. in Kraft tritt und bet unserer Drucksachenverwalttmg zu 10 Pfg. käuflich zu haben ist Derselbe enthält u. A. die Ermäßigung des Zuschlages fürNoheisen resp. Ausnahme Sätze für Roheisen, sowie eine Ermäßigung für rohe Steine aller Art und Steinschrotten zwischen Stationen der Main-Weser- und Oberhessischen Bahnen. (958 Gießen, den 25 Februar 1876. Die Direction. Bekanntmachung. 936) Wegen Chaussirung einer Strecke Wegs an dem Vicinalweg von Burkhardsfelden nach Oppenrod, ist der Vicinolw-'g vom 29. Februar bis zum 14. März l. I. für Fuhrwerk unfahrbar und deßhalb abgesperrt, und muß während dieser Zeit der Verkehr mit Fuhrwerk von der Staats straße über Reiskirchen nach Burkhardsfelden, und von Burkhardsfelden nach Reiskirchen zur Staatsstraße genommen werden, welches hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird. Burkhardsielden, am 25. Februar 1876. Großh. Bürgermeisterei Burkhardsfelden. Alb ach. Wersteigerungen. 917) Dienstag ben 11. April, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dahiesigem Nathhaus die Jmirk bitten des Jacob Vogt meistbietend st? ft-igert werden: Flur Nr Klaft. 4/8g 243 Acker, stößt auf den Wit' rnarerweg, 22/38 288 Acker am Schlangenzahl oll' die Chaussee, M/i93 562 Ackcr auf ben Schwarzcacl, 25/'58U-59,3 529 Acker vor dem Weiher, 25/t26 4 1 0 Acker zwischen dem Aul- il Leihgesterner Weg, 32/58 778 Wiese bei der RothenhE schen Wiese, M/ii8 156 Acker in den Rödern, 116 6ltil h'l btn 26- 518 0 Oa 310 v>lg 220 0 den 375 in her NL Dienst-« ,,-ind-nD'st^ -^'Scheith. 5 56 Suchen Eichen Mn Dos Kiefern und 1 * M ®ltr. L°' 8 Eich-nst« 30 Fich'l"/" »usawinknw lern Gardenie. Kolnhäuser M $on hiestgelA Lich, den U WtMin Holz. in ter Ot 954) Montag im Dlstricle S auch 126 Kiesern-Ä rneter Du Länge, = zur Verfteigeru Dienstag den 7. 334 R -Meter und Ac'pe 140 R -Meter und Aspe 946 Meter und Aspe 24 gidjtwSt mettr Dur Länge, 18 ^ichten-Stc siangen ic. Anfang ersten Tage im Bleidenröder F Eingang des Vi Rüddingshause! Homberg a.: Grohherzoglic L Brennholz und Nntzh in der Obe 9491 Wir uerft Mittwoch den [ Wäldchen und Tvrstivarte'' Dia 1. B Schn! ^«4® Stockholz ioi ! 415 Äiefemftä Durchmes Lange, z Ä äu _ ebenso in 822 Atchtenslak Dachlatten bar. Das ftiefernfh ”on B Mbar an ^ unde non Valffächer (963 in großer Auswahl offertrt billigst A Fangmann an Fuller-Schiieid-Mascliiiieii werben : eter 10 u a 5492 334 946 Preisen. 788) Zum Probe-Abonnement für nur Frohn-» Bahnhofs-1 Lind. B Buchen Eichen 650 2150 2970 21 14 106 neuester Construction in 12 Größen von * 60 Mark an, vor- il 92 m m 41 61 4 %9 42/163 41/213 ] l<4 \ Länge — 15.64 Festmeter, Stück Buchcn-Stämme mit 5,24 Fest- StückNadel-Stämme von 15—23 (5tm. Durchmesser und 10—23 Meter Länge — 65,59 Festmeter, Stück Nadelholz-Stangen von 3—14 Ctm. Durchmesser und 4—12 Meter 1M. 70 Pf. pro März empfiehlt sich das 518 Acker daselbst auf den Graben, 340 Acker links am Schwarzlach. Kcngeöolenes. 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Keine deutsche Zeitung hat sich eines solchen Eißolges zu erfreuen r Nack v i e r monatlichem Bestehen zählt das Neue Berliner Tageblatt rneyr als 14,000 Abonnenten wovon 10,300 in Berlin und über 3700 tn ganz Deutschland Verbreitung finden. Abonnements nehmen fämwtlrche Postanstalten tiiKlioiR entgegen. . lidiärpenbänbrr in allen Farben per Elle von 60 Pfg. an cmpficbll 963) A. Fangmann Länqe mit 106 Festmeter. Die Zusammenkunft ist tm Diftnct Entenpfuhl. (^37 Beuern, den 25. Februar 1876. Großherzogliche Bürgermeisteret Beuern. Ranft- Chocoladen, Caeao-Pulver und Cacao-Masse der Ooe Fran^nisc^ London, Paris und Straßburg der Herren Joh. PH- Äöagner & So. in Mainz, Jordan & Timaeus in Dresden, '' " Neugebauer & Lobmann in Emmer ich a/R. Ganz besonders erlaube mir eine Block-Chocolade der Co. Pran^aise, ä Psd. 80 Pfg-, zu empfehlen. Gg. 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Die ganzes rRörttn Telezraphtnltit^ ’tnbabn bienen?« er« not ®iü| bereit« 15 Gentinut« ä l der Pfüln DoUenblJ t der nwbtüde befiel 5 sich erhalten- 2)ie Äti , Unglücksställt gelockt- . gewagt unb verloren. : Zmittag auf ber kW über bie leitete, al • §ts dk§ ©trome? w» inj f«6, benieniflen, rotl- bflebnen. Da *£*. im unb B auf dm int nach jimbch fer"' '"rsich°ndmRa"d- iuf baa fefle ®t« naht, unb «blich ■ ttidinam i° b« le entnehmen- ■ m» *eF J btt ihr »'"da ' m,r/ «2 iu W Hinge! aber st-d> ' bei Abnahme von mindestens 5 Cenincr, von sherrn mi P auch in kleineren Quantitäten. L ■ 'ibauf!'1' c<" W, iK«" Jlloritj ßregori & Soljn, empfehlen ihr wohlsortirtes Lager tn allen Sorten Parfümerien aus den ersten Fabriken zu den billigsten Preisen. Wie: Cvcosfeifen von 60 Pfg. pr. Dhd- an. Mandelseifen pr. Pfund 70 Pfg., pr. Dtzd. von 80 Pfg. an, Glyeerinfeifen von 65 Pfg. pr. 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Im Nichtbefolgungsfalle scheu wir unS genöthigt nach § I l unserer Hausordnung, mit Strafe bis zss 20 Kreppeln vorzugehen. ___12 ws Darmsit Ankaufs der £)( ^chen Zustand d Hefelhen btm de achten der Herre ^oma- und Kre 8aukS flQen blüh Seranlafjung; inj i(11 Äauiverke iui Cierbau, bi( erfenr Wkrtafc (inb S"baNftO ""^"brücke if ft? tti,b «6er S8 sich einen1 Wipffll blT$ab bei 7 bedeute^, t ?>.*, [em. ?•*'«... *k*» gebiet ßg ®ei u8'" '06 M- kein 7 benä,n$ 11 der K«e„ -Sen sn.,;,!1 »ent *t.» «n« t Nicht s 'ßkn n)(tke r' ,«i vi f de 9 ä'fotbet| Verantwortlich- R-d-clion: A. S^-yüo. - Drück und Bertog »er «rüh-l'schen Unto.-Dn-cker-t in Gi-tz-n. kann auf meiner Baustelle am Ludwigsplatze gegen Vergütung abgeladen werden. (966 ______________Carl Ockel. 960) Äesucht ein braves Dienstmädchen zu Ostern oder auf sofort bei Frau Dr. G a q u o i n. 965) Ich wohne von heute an bei Herrn Schreinermeister Gerhard, Kaplansgasse Nr. 230 und bringe zugleich meine Schweizer Stickereien in empfehlende Erinnerung. __________Ph. Becker. Ritter Mack Mäck Fastnacht-Dienstag, Mittags 2 Uhr, wird vom Linbenplatz aus ein Geis bock durch die Stadt geritten. Die klägliche Gestalt des Ritters, welche den Geisbock für das Dichterpferd Pegasus hält, macht Verse, ss zierlich wie Bockssprünge, mit einem Inhalt, 7r fernhin seinen Duft ausdunstet und — indet Beifall. De gustibus non est dispu- tandum; denn jedem Narren gefällt seine Kappe. (957 955) Ein braves Dienstmädchen wird zum sofortigen oder doch baldigen Eintritt in einen kleinen Haushalt gesucht. Wo? sagt die Erpedition d. Bl. Kermietsmngen. 866) Der untere Stock meines H uses, von 5—6 Zimmern per 1. Mai zu ver- miethen. L. Bersch, Alicenstraße. 951) Zwei anständige Arbeiter können Logis erhalten, 3 Treppen hoch, im Hinterhaus. Neuenweg B. 186. 938) Ein freundliches Zimmer zu ver- miethen. Flügelsgasse Nr. 95. 930) Ein Laden mit Logis zu ver- miethen bei I. Seng, Seltersweg 368) Eine Mansardenwohnung, enthaltend 6 Zimmer, worunter 3 große grade in schöner Lage vor der Stadt ist zu oer: miethen. Näheres bei der Exvcd. d. Bltts. 925) Ein n öblirtes Zimmer vermiethct Eugen Kauffmann, Alicenstraße. 333) Zu vermiethcn vom 15. März an der untere Stock und Zubehör des Hauses Marburger Straße A. 166 nebst Garten- «ntbeil.____________________________ 935) Zwei möblirte Zimmer sind zu verwiethen. Neuenweg B. 195. 945) Ein möblirtes Ziv'mer mit Cabinet zu verwiethen. Lit. C. Nr. 8. 5 ft 3