Win. v«° Kasein- >nAnton Rubinst- SVft? n. ui?ichcs,ets' *»hi io. 1VL Freitag, den 28. Juli 1826. M ehmer Myeiger Anzeige- und Amtsblatt fit den Kreis Gießen. Erscheint täglich mit Suinahmt de» MontagS. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Brtngrrtohn. ExpeditivAr Schukstraß«, 8tt. B. Nr. 18. Durch die Post bezogen vierteljährnch I Mark iW Pf. ert »getragen von Fiti Amtlicher H h e i l. 'forte und Orchester, m Pianoforte-Lager Bekanntmachung. Betreffend: Das Ober-Erfatz-Geschäft für 1876. Das Ober-Ersatz-Geschäst für 1876 wird im Kreise Gießen Freitag den 11. und Samstag den 12. August, auf dem Rathhause zu Gießen, jedesmal Vormittags präcis 8 Uhr, ,end des Vortag« Montag den 14. August, im Flick'schen Saale (Gasthaus zum Rappen) zu Grünberg, Vormittags präcis 9 Uhr, und -- Dienstag den 22. August, aus dem Rathhause zu Lich, Vormittags präcis 10% Uhr, stattfinden. Bezirk ckntzen. Gießen, den 25. Juli 1876. el, 16 A Der Jesuitensieg im französischen Senate. Es ist ein im politischen Leben der Völker oft gesehenes erlebtes Schau» daß die krasseste Reaction mit den modernsten Waffen des Llberalismus 'itzerbuiwks 5., 6., 7. Äugt iinifn^iila^ rtnfcbeibtn mit $ •iMe für 2500 Persl i" r. 20". pst, und ausgesprochene Radicale in wunderbarer Verblendung solchem Vor- en zujauckzen, wie einem wahrhaften Triumphe menschlichen Fortschrittes, as Schauspiel hat sich eben in Frankreich wiederholt und die Waffe, welche Ütr von der Reaction geschwungen wurde, war das Schlagwort von der „Freiwenig bedeutenden Einschränkungen befugt sein sollten, die akademischen Grade (Baccaleureus, Magister, Doctor) zu verleihen, was nach den in Frankreich bestehenden Einrichtungen ungefähr so viel bedeutet, wie bei uns das Recht bedeuten würde, von der Staatsprüfung für Beamte, Advocaten, Aerzte und Apotheker zu dispenfiren. Von diesem Rechte, Universitäten zu gründen, kann in Frankreich praktisch Niemand Gebrauch machen, als die katholische Geistlichkeit, obwohl theoretisch das Recht jedem Franzosen ohne Unterschied zusteht. In der That sind auch in den zwölf Monaten seit Erlaß des Gesetzes einzig von ultramontanen Prälaten und Comit^s freie Hochschulen in Frankreich gegründet. Von der Tribüne des Senates selbst herab ist es in der Debatte ausgesprochen, daß für Errichtung katholischer Universitäten bereits Summen zusammengebrackt sind, welche nach vielen Millionen zählen. Für nichtkatholische ist kein Son gezeichnet und wird auch kaum einer gezeichnet werden. Diese „Freiheit des Unterrichts" bedeutet, wie offen auf der Hand liegt, die Errichtung der Alleinherrschaft der Jesuiten. So standen die Dinge, als im Februar die allgemeinen Wahlen zu Gunsten der Republikaner ausfielen und die Regierung über dieses unerwartete Votum der Bevölkerung stutzig ward. Waddington ward Unterrichts Minister und trat mit einem umfaffenden Programm für eine Verbefferung des Unterrichtswesens an Haupt und Gliedern auf. Waddington ist Protestant und schon darum ein Stein des Aergerniffes für die gesammte klerikale Partei. Er hielt zudem mit seinen letzten Absichten nicht zurück: offen bekannte er, daß er darauf ausgehe, in Frankreich einen Volksunterricht einzuführen, nach den Grundsätzen, wie sie in Deutschland und in den Städten Nordamerikas seit Langem befolgt werden. Sein erster Schritt auf diesem Wege der Reform war die Vorlage, in welcher er dem Staate das alleinige Recht der Verleihung der Universitäts-Grade zurückgegeben wiffen wollte. Großherzogliches Ministerium des Innern hat dem Stadtvorftand zu Friedberg gestattet, bei Anlaß des im October I. I. daselbst stattfindenden Fohlen- und Nrdemarktes eine Verloosung von Fohlen und anderen landwirthschaftlichen Gegenständen mittelst 10,000 Loosen ä l‘/2 Mark zu veranstalten und die Loose im Umfang Großherzogthums abzusetzen, was hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird. >r ifenbi: irntal-« Lur. ilbevks: Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. V. d. K. Dr. Hoffmann, Regierungsrath. Der Civilvorsitzende der Ersatzcommission Gießen. I. V.: Dr. Hoffmann, Reg.-Rath. Es haben sich nach Maßgabe der besonders ergehenden Vorladungen an den genannten Tagen vor der Großherroalichen Ober-Ersatz-Commission im der 49. Infanterie-Brigade zu stellen: in Gießen und Grünberg, a. die von der Ersatz-Commission als dauernd unbrauchbar erkannten Militärpflichtigen; b. die zur Ersatz-Reserve II. Klaffe und zur Ersatz-Reserve 1. Klaffe designirten Militärpflichtigen; c. die von den Truppentheilen zur Disposition der Ersatz-Behörden entlaffenen Soldaten; d. die von den Truppentheilen abgewiesenen einjährig Freiwilligen; e. die von der Ersatzcommision als brauchbar und einstellungsfähig erkannten Militärpflichtigen, einschließlich der vorweg einzustellenden und vorzumerkenden Militärflichtigen früherer Jahrgänge, in Lich, die vorstehend unter b bis e bezeichneten Militärpflichtigen. (Die unter a bezeichneten brauchen nicht zu erscheinen). Den Großherzoglichen Bürgermeistereien werden besondere Ladungen für die Militärpflichtigen k. H. zugehen, welche den Betreffenden UNverzüg- lich zuzustellen sind. Der Vollzug der Ladungen ist innerhalb 8 Tagen anzuzeigen. Die Militärpflichtigen sind außerdem anzuweisen, ihre Loosungsscheme mit zur Stelle zu bringen. «o® dl übtnM: rk. ubt: (Sri*1 Sverthei^Ü' iicti. S^'bi ' - > > pon 114 Ä" iu'j' ‘ |tit des Unterrichts." Der französische Senat hat auf den Antrag Watton's ,,8en Vertagung der Waddiugton'schen Vorlage bis zur nächsten Session mit ,(A 139 gegen 139 geantwortet und dann mit 144 gegen 139 Stimmen abgelehnt, die Einzelberathung einzugehen. Drei Tage laug, vom 18. bis zum 21. l. Mts. einschließlich wogte der Kampf, um mit einem Siege der Jesuiten zu mbtgen. Das Streitobject hat an sich für uns ein untergeordnetes Jntereffe. Es nag der Welt ziemlich gleichgültig bleiben, ob — denn darum handelte es sich kirnen allein — ein gleichmäßiger oder gemischter Prüfungs-Ausschuß in Frank- M die Universitäts-Grade verleiht, zumal unter allen Umständen es daraus Wommt, welchen Geist die Regierungsgewalt einem solchen Gesetze in der lkrazis einzuhauchen versteht. Aber implicite handelte es sich vielmehr darum, H üe Staatsverwaltung und die gebildete Gesellschaft künftig wieder den [Suiten überantwortet werden oder in selbstständiger freiheitlicher Entwickelung Hielten soll. Durch das Dupanloup'sche Unterrichtsgesetz von 1875, wel- H die Nationalversammlung nach langem Sträuben unter dem Drucke einer f 5'a»be seit dem Kriege immer wachsenden Gewalt der ultramontanen Ideen |lrblid) angenommen, wurde allen Privatpersonen und Korporationen die Be- l^E'gung ertheilt, Hochschulen zu eröffnen, deren Behörden unter gewiffen litärwusik-Concerl Sollte eine Ladung nicht vollzogen werden können, so ist der Grund hiervon berichtlich mitzutheilen und ist, wenn ein Militärpflichtiger von seinem bisherigen Wohnorte weggezogen ist, zugleich anzugeben, wohin derselbe verzogen ist. Die Großherzoglichen Bürgermeister haben an dem Tage, an welchem Militärpflichtige ihrer Gemeinde zur Vorstellung kommen, selbst anwesend zu eigr sein und sich darum zu bemühen, daß die Letzteren rechtzeitig zur Stelle sind. illhM dkb M Gießen, den 26. Juli 1876. Auswärtigen aufgeschoben. -Ugland von Mildherzigkett. 1 De errichtet. Wien, 25. Juli. Vom Kriegsschauplätze selbst liegen Nachrichten aus serbischer wie aus türkischer Quelle vor. Daß von beiden Seiten Sieg berichtet wird, ist selbstverständlich, nur zeichnet sich die türkische Meldung, die eine Niederlage der Montenegriner bei Brana verkündet, durch eine gewisse, wohl- thuende Knappheit von den serbischen Mittheilungen aus, die an stylistischer Verzwicktheit nichts zu wünschen übrig lassen. In den letzteren wird zunächst die Zurückweisung eines türkischen Angriffs auf die serbischen Verschanzungen bei Klein-Zwornick gemeldet, wobei die Türken 1100, die Serben nur 200 Mann verloren haben und zweitens ein glänzender Erfolg bei Rakitnitza am Timok constatirt. Wien, 26. Juli. Der „Polit. Corresp." wird telegraphisch aus Türkisch-Brod gemeldet: Unter der muhamedanischen Bevölkerung der Muteffa- riflihs (Gouvernements) Banjaluka und Zwornik und besonders in den Kaira- kamaten Dervent und Teschany werden zahlreiche grüne Fahnen vertheilt. Die Hodphas bereiten die Rechtgläubigen auf die Entfaltung der Fahne des Propheten vor. Der Schrecken unter der katholischen, griechischen und jüdischen Bevölke. rung ist ungeheuer. Die österreichische Grenze ist von türkischen Wachtposten geht eine Depesche der von Mukhtar Fürsten Nikita zwi- aus Ragusa: In abgesperrt, die Jedermann den Uebertritt auf das österreichische Gebiet wehren .Die Verwirrung ist unbeschreiblich. Wien, 26. Juli. Der „Pesther Lloyd" meldet, England habe dem Fürsten Milan die Erwägung nahegelegt, ob er nicht bei noch schwankender Entscheidung der Pforte die Hand zur Versöhnung bieten wolle. Lokal-Notiz. Gießen, 27. Juli. Gestern Nachmittag wurde auf dem Seltersweg durch eim Hochzeitschaise ein Kind von 2Vt Jahren überfahren. Ob den Kutscher die Schul) trifft, konnten wir nicht in Erfahrung bringen. Berlin, 26. Juli. Der „Prov.-Corresp." zufolge hat General v. d. Tann dem Kaiser in Gastein ein Schreiben des Kölligs von Bayern überbracht, welches eine Einladung zur Theilnahme an den Bayreuther Festspielen enthält. Ferner meldet die „Prov.-Corresp.", Fürst Bismarck, dessen Kur in Kisfingen günstig verlaufen sei, werde sich nach einem kurzen Aufenthalt in Berlin nach Varzin begeben. Kisfingen, 25. Juli. Heute beschließt der Reichskanzler seine hiesige Kur, und morgen wird er abreisen; er war sonach gerade sechs Wochen, vom 14. Juni an, hier. Kisfingen, 26. Juli. Fürst Bismarck nebst Familie ist heute Mittag 12 Uhr 35 Min., begleitet von den Hochrusen des Publikums, mit dem Meininger Zuge von hier abgereist. München, 26. Juli. Gegenüber dem Votum der Kammer der Reichs- räthe beharrte die Abgeordneten-Kammer in der heutigen Sitzung bei ihren frühere» ablehnenden Beschlüssen betreffs der Postulats für Justizgebäude, den obersten Schulrath, die fünfte Latein-Clasie und für das Schullehrer-Seminar in Regensburg, sowie auch betreffs der Pragmatisirung der Theuerungs-Zulagen von 210 Mark für die Beamten. (DtflcrrtWL AranLreich. Paris, 25. Juli. Der ehemalige Gouverneur von Salonichi ist, wie die „Agence Havas" erfährt, nunmehr zu einjähriger Gefängnißstrase verur- theilt worden. London, 22. Juli. Nachrichten aus Mexico zufolge haben 400 Mm der Regierungs-Armee unter dem Befehl Alatorre's am 15. d. Mts. bei Orizaba eine Schaar von 1300 Insurgenten unter Hernandez besiegt; von letz- teren wurden 100 Mann getödtet und 600, worunter der Führer Hernandez selbst, gefangen genommen. Die Regierungs-Truppen erbeuteten auch die ganje : Artillerie der Insurgenten. Versailles, 25. Juli. Nach Verlesung eines Berichts Seitens des Senators Krantz, welcher ausführt, daß die für das Jahr 1878 beabsichtigte Welt-Ausstellung nicht weiter verzögert werden dürfe, wurde der Gesetz-Entwnrf bezüglich dieser Ausstellung vom Senat einstimmig angenommen. Die Interpellation Larochetle über die Erhebung der Gesandtschaft beim König von Italien zum Range einer Botschaft wurde bis zur Berathung über das Budget des Auswärtigen aufaeschoben. Dieser Waddington'sche Gesetz-Entwurf bildete nun in der vergangenen < Woche das Streitobject zwischen den Parteien zu Versailles, oder genauer genommen, zwischen den politisch gebildeten Liberalen und den Ultramontanen. Denn die Regierung stand vielmehr außerhalb des Kampfes; aber immerhin war im gegebenen Falle Waddington, welcher mit seiner Vorlage den Jesuiten < ihr „absolutes Vorrecht des Unterrichts" streitig machen wollte, Minister und Vertreter eben derselben Negierung. Was aber die gesinnungstüchtigsten, aber politisch weniger gebildeten Liberalen anlangt, so ließen sie sich in einer nahezu fanatischen Schwärmerei durch die ausgehängten Fahnen der Ultramontanen bestechen und stimmten in den Ruf: „Freiheit, wie in Belgien!" „Freiheit des Unterrichts" kurzsichtig mit ein; zu dieser Sorte selbstmörderischer Schwärmer gehört auch der Senator Laboulaye, derselbe Eduard Laboulaye, welcher sich sonst durch seine vernichtenden Angriffe gegen Präfekten- und Polizeiwirthschaft in und außerhalb Frankreichs einen fast gefeierten Namen erworben. Der Kampf also zwischen dem klarer urtheilenden Theil der Liberalen und den Jesuiten ist zu Gunsten der letzteren ausgegangen durch die 144 Senatoren , welche gegen die Vorlage wegen Verleihung der akademischen Grade stimmten. Es fragt sich nun, welche Folgen aus dieser Entscheidung resultiren dürften: Möglich ist es, daß Waddington, wenn dieser Minister weniger Ehrgeiz als Begeisterung sür die Reform des Unterrichts besitzt, sein Portefeuille niederlegt, das dann rasch genug und consequenter Weise in die Hände eines Jüngers Loyola's gelegt werden mag. Aber ob diese nächste Wirkung überall eintritt oder ausbleibt, ist schließlich Anderen gegenüber von minderer Wichtigkeit. Ein wirklicher Wechsel des gesammten Regierungssystems ist erst zu 1880 zu erwarten und die Republikaner hoffen dann die Früchte ihrer gegenwärtigen Mäßigung und Vorsicht zu erndten, deren Ausübung ihnen dem Uebermuthe der Ultramontanen gegenüber schwer genug ankommen mag. Immerhin handeln sie so politisch klug, weil sie damit dem gefährlichsten Kampfe, welcher nur eine Wahl zwischen dem Sturze Mac Mahon's und Broglie's oder der Dictatur laffen würde, aus dem Wege gehen. Die Verwerfung der Waddington'schen Vorlage wird den Republikanern aber vielleicht den endlichen Sieg in 1880 nicht unwesentlich erleichtern. Denn, wenn in der Bevölkerung ohnehin schon ein lebhafter und tiefgehender Widerspruch gegen die Auslieferung der Wissenschaft an die Hierarchie herrschte, so wird dieser jetzt durch den Senatsbeschluß nur verstärkt werden und dahin drängen, sich möglichst deutlich zu äußern. Für die Dauer ist, das lehrt Geschichte und Erfahrung, Frankreich doch keine passende Domäne für die Jesuiten. Für die Zwischenzeit der nächsten Jahre allerdings werden sie ihren unheilvollen Einfluß geltend machen können und mit all' der ihnen eigenen Energie geltend zu machen wiffen. Das ist sür Frankreichs Entwickelung keine geringe Schädigung, die noch empfindlicher dadurch wird, als seine Stellung nach Außen hin schwer unter dem Votum des Senates leiden muß. Daffelbe ist nicht geeignet, die Beziehungen zu Italien, Rußland und Deutschland in freundlichem Sinne zu gestalten oder zu befestigen. Rußland. Petersburg, 21. Juli. Heute um halb 2 Uhr Nachmittags traf du Kronprinz Hnmbert von Italien mit seiner Gemahlin, Prinzessin Margaretha, wohlbehalten in Peterhos ein. Prinz Humbert trug Cavallerie-Gala-Uniform und hatte das große Ban^> des russischen Andreas-Ordens angelegt. Die Pck> zessin trug ein schwarzes Seidenkleid mit einem breiten weißen Spitzenkragen und einen weißen Atlashut, der in der Form an den russischen Kokoschnik erinnert, mit einer kleinen weißen Feder und einer goldenen Agraffe in der Form eines Ankers ausgeziert. Die hohen Gäste werden 6 Tage am kaiserlichen Host verweilen und am 27. Juli nach Moskau abreijen, um auch diese alte ehrwür> dige erste Residenz der russischen Herrscher in Augenschein zu nehmen. — General Jgnatieff wird dieser Tage Konstantinopel verlassen und nach Petersburg kommen. Er hat einen Urlaub von 28 Tagen erhalten. Türkei. Konstantinopel, 24. Juli. Die vom Kriegsschauplatz vorliegende!! Nachrichten laffen eine entscheidende Action als unmittelbar bevorstehend erwai- ten. — Der russische Botschafter General Jgnatieff ist heute nach Petersburg abgereist, der englische Botschafter Sir H. Elliot hat sich zu einem Besuch bii englischen Flotte nach der Besika-Bay begeben. Zara, 24. Juli. Aus Mostar wird ein Sieg Mukhtar Paschas übrr die Montenegriner unter dem Commando des Fürsten zwischen Blagaj uü Nevesinje avisirt. Wien, 24. Juli. Dem „Telegr.-Corresp.-Bureau" aus Zara mit Meldungen aus Mostar zu, durch welche Pascha über die Montenegriner unter dem Commando des schen Blagaj und Nevesinje errungene Sieg bestätigt wird. Wien, 25. Juli. Die „Polit. Corresp." meldet Folge der ernstlichen Schlappe, welche die Montenegriner am 23. Juli bei Bichina, in der Nähe von Nevesinje, gegen Mukhtar Pascha erlitten haben, zog sich der Fürst von Montenegro nach Gaczko zurück; auf dem Rückzüge wurden türkischen Einwohnern gehörige Häuser in Gaczko, aus welchen aus die Montenegriner geschoffen worden, niedergebrannt. In der Umgegend von Podgorttza nehmen die Türken seit einigen Tagen zahlreiche Verhaftungen von Christen vor. Bei Podgoritza werden von den Türken neue Verschanzungen Das deutsch : ri 67, Oesterreich : lizrnlmsche Republi 3n Bezug au i 1) Mn, 2) Deuts Stitarifo, 6) eng! Dljenige Prc n □'Mi-igenueqe ! lki W; W Franke . pt, Dagegen js ! bm Unicm w Kc,r um b
  • tr endlich das Post- und Telegraphengebäude, das Rathhaus, das Pfarrhaus und w Kirche. Es stehen auf dem rechten Wiesenufer nur noch die Baumwollspinnerei n” Färberei von Meinrad Thoma's Söhne, die Bürstenfabrik von Eduard Faller, ° Baumwollwebcrei von Willmann und die Weberei von Wolf. 248 Familteni 1 obdachlos. Verluste an Menschenleben sind keine zu beklagen. Ware das Feuer tu j Nachtzeit ausgebrochen, so hätte ein entsetzliches Unglück die Folge sein müssen. ^ ' i auch in diesem Umfange ist das Unglück groß und wendet sich an die aUgemcm Dkv Reigen eri r wjff iiuj den Zahre j J nist seinen übiii I ft. Vizetel ■ y - Mou, den „ ■ *■rait allmächtiger Roitfll stanzösgch "3' Dieser nhitlt natürlich Verwischtes. W Darmstadt, 22. Juli. Die Sterblichkeit in den volkreichsten Gemeinden bei Sewih ftamr Großherzogthums war im Monat Juni l. I. eine geringe und der Gesundheitszusta-'s ntfi4ng, in diesen Gemeinden, soweit sich auf denselben aus den vorgekommenen TodesM v 1 schließen läßt, ein sehr befriedigender. Wie gewöhnlich im Juni der Fall, traten die Kia k> Qeijenheimer heiten der Resptrationsorgane mehr zurück und machten sich, als Folge der heffaa ' lülch, s^cr Bai Witterung, Diarrhöen und Darmkatharrhe in erhöhetem Grade und damit eine gr’N ü- G.., ^rbQti) Kindersterblichkeit bemerklich. Mit Ausschluß der Todtgeborenen verstarben im N f |i| W« 386 Personen, gegen 462 im Mai, was für ersteren Monat 23.05, für letzteren 19« Dir Wein/ Todesfälle auf 10,000 Einwohner ergibt. Epidemische, zymotische und ähnliche Kla'l- ■ ...... ' • Mai dies-Z° durch Durtz-> . 2. 3. 4. Lrf Vergehen der falschen Anschuldigung ivom 8. Juni d. I. bezüglich der Strafgröße und Beleidigung im Sinne des §. 187> wieder aufgehoben und Abraham Edel- lli.1 ^iegssihauplatz vorliezüi ittlbar bevorstehend eia ist heute nach Menst 1 stch zu einem BesuL \ ftimmung nichts nehmen dürfe, bereit erklärt, sobald ihm ein Vorschuß zur Reise im Betrage von 1600 Frcs. in Wechseln auf Gibraltar, Malaga, Cadix oder einen anderen Platz angewiesen werde. Nun machte Schauß der Polizei Anzeige, wobei sich heraus stellte, daß ähnliche Briefe auch an die Gebrüder Klade in Chemnitz, sowie nach Zschoxau gelangt sind. Die fraglichen, in spanischer «spräche abgefaßten Briefe rühren offenbar von der bekannten Gaunerbande her, welche im südlichen Spanien, bez. den spanischen Besitzungen in Marocco ihren Sitz hat und schon unzählige auch in der Tagespresse besprochene Manöver gleicher und ähnlicher Art in und außer Deutschland, zum Theil mit Erfolg, ausgeführt hat. Auch bat im vorigen Jahre, wie wir hören, die Reichsregierung aus Anlaß gleicher vorgekommener Betrugsversuche die spanische Regierung von dem Treiben jener Bande in Kenntniß gesetzt. Da jedoch, wie aus vorstehender Mittheilung erhellt, die letztere neuerdings ihre Thätigkeit wieder begonnen hat, so machen wir auf dieselben von Neuem aufmerksam, damit das Publikum in geeigneter W eise über jene Schwindeleien unterrichtet und vor Schaden bewahrt werde. — Als ein schnelles Mittel gegen Diphteritis wird neuerdings von der Bürger- I Zeitung Folgendes mitgetheilt: Für Erwachsene vier Tropfen starker Schwefelsäure, I die in einem zu drei Viertheilen gefüllten Glase Wasser aufgelöst werden. Für Kinder I eine kleinere Dosis, mindestens aber zwei Tropfen Säure. Die Wirkung dieser'Be- I hLNdlung ist fast augenblicklich, indem die Säure sofort die Parasiten zerstört und der | Patient die Verstopfung aushustet. — Es wäre wünschenswerth, wenn von ärztlicher I Seite eine Erklärung über den Werth dieses Mittels erfolgte. !g Mhtar Paschas ö teil zwischen V/aga/' j muth von Reiskirchen, 20 Jahre alt, ledig,, Jsraelite, Handelsmann, der In Untersuchung gegen AbrahamEdel- muth von Reiskirchen, wegen falscher Anschuldigung und Beleidigung, wird auf die am heutigen Tage gesetzlich gepflogene Verhandlung auf beit vom Groß herzoglichen Staatsanwalt gestellten Antrag nach stattgehabter Berathung des Großherzoglichen Bezirksstrafgerichts im Be- rathungszimmer auf Grund nachfolgender Gesetzesstellen: der 164. 165 187. 72 des St.-G -B. des §. 11 des Gesetzes vom 30. December 1870 und Art. 322 der St.-P -O. in Erwägung daß der Angeklagte Abraham Edel- — Der Hausbesitzer F. Schauß in Schadewitz bei Zwickau erhielt im März d I. einen aus dem spanisches Platze Leuta an der nordafrikanischen Küste datirten Brief, in welchem ihm ein Rafael Schauß mittheilte, daß er als Brigadier in spanischen Diensten auf Cuba mit der Verwaltung der Kriegskasse beauftragt gewesen, durch Uuterschleife seiner Untergebenen um seine Stellung gebracht und zu 10jähriger Verbannung nach Ceuta unschuldig oerurtheilt worden sei. Nach den Erzählungen seines in Mexiko als Oberst gefallenen Vaters, eines gebornen Sachsen, könne er nicht zweifeln, daß der Adressat ein naher Verwandter von ihm sei. Da nun seine Frau gestorben und er selbst dem Tode nahe sei, so vertraue er fein einziges 13jähriges Kind Amalia und fein Vermögen (80,000 Duros in Bankdepositen und 30,000 Duros in länbL und stöbt. Tiepenschaften) ihm als feinem Verwandten an; fein Beichvater Pfarrer Manuel Garzia Miranda, sei mit der Verwahrung der Besitztitel und der Ueberbringung der Tochter noch Sachsen beauftragt, falls sich Adressat zur Aufnahme letzterer und zur Annahme der Vormundschaft über das Kind bereit erkläre. Schauß antwortete, obwohl hm von einem spanischen Verwandten nichts erinnerlich war, zusagend und erhielt darauf im Mai einen zweiten Bries unterzeichnet Kaplan M. G. Miranda, worin euerer ihm den Tod des Brigadier Schauß anzeigt und sich zur Uebersührung der verlassenen Tochter und ihres Vermögens, von welchem er laut testamentarischer Be- als Richter: der Großh. Stadtgerichts- Asiessor Justizrath Ouvrier, der Großh. LandgerichtS-Assessor Dr. Großmann, der Großh. Staatsanwalt-Substitut Müller, der Großh. Secretair. \ dm tztltnSM durch« Ob dm ft* bie m u6r Nachmittags trJ ' Prinjefsln MarM CavMie-Tala-llOi tms angelegt. Die in üen weißen Spitzes m rMchen Koloss. ^nen Agraffe in berg» Tage am kaiserlichen -m auch diese alte ejtri chein zu nehmen. - (jii ifitn und nach Peieck lten. Die Weltausstellung in Philadelphia. Deutschlands Weine auf der Ausstellung. Freiheit, Kraft und Männerstolz, Männerlust und Wonne Reift am deutschen Rebenholz, Reift in deutscher Sonne. Th. Körner. Das deutsche Reich ist in Philadelphia durch 78 Weinaussteller vertreten, Frankreich mit 67, Oesterreich mit nur 3, die appeninische Halbinsel mit 85, Nordamerika mit 36. Die argentinische Republik ist mit 53, Brasilien mit 9, China mit 1 Aussteller erschienen. In Bezug auf die Reichhaltigkeit der eingesandten Weine ergibt sich folgende Reihenfolge: und Geisenheimer. Rauenthaler stellten aus: König Wwc., G. W. Siegfried 1865t und 1868t Auslese, ferner Bauer u. Kremer, Schmivt und Kett in Eltville. Rüdesheimer: Dilthey, Sahl y. Co., Ehrhard, Jung, Schulz u. Reuter, Winkel und Rothenbach. Geisenheimer exponiren: Hritz Lade, N. Burgeff, August Quitmann, Rothe und Thorndike. Die Weine sind edel, kräftig, bouquetreich und von feinster Würze. Einige Sorten Rauenthaler, auch Fürstenwein genannt, wurden von einem amerikanischen Preisrichter als non plus ultra erklärt. Aßmannshäuser, bekanntlich der beste deutsche Rothwein, ist durch 4 Aussteller repräsentirt, ; nämlich I. A. Jung, Erwin Brück, Wilhelm Grün und P. S. Kerber. Hochheimer wird von Heinrich Wiener, sowie von Langenbach u. Söhne ausgestellt. Von Rheingau-Wemen sind im Fairmount-Park noch vorhanden: Marcobrunner, Gräfen- [ berger, Winkeler, Oestricher und Wein von Eltville und Lorch. Bon Frankenweinen haben wir in Bezug auf Quantität wenig angetroffen. I. W. Meuschel sen. in Buchbrunn hat einige Proben gesandt. Mit badischen Weinen sind in Philadelphia L erschienen: I. Herbster in Sulzburg, A. Schutt in Bühl und A. Rößler in Schloß Neuweier. Mit Moselweinen sind wenig Exponenten erschienen. Aeilgebotenes. Nußholzbeitze in Krystallen, wasserlöslich, empfiehlt 1648) L. Müller auf der Mäusburg. M°lde haben 400 1,8 M 15. d. M WN;* FchlN erbeuteten mch ' ift M 6e,m Ä5"'S Ä üb« LA tn w 1) Italien, 2) Deutschland, 3) Frankreich, 4) argentinische Republik, 5) Vereinigte Staaten von Nordamerika, 6) englische Colonien, 7) Brasilien, 8) Oesterreich Ungarn, 9) China und Aegypten. Diejenige Provinz Deutschlands, welche die größte Weinmenge erzeugt, Elsaß-Lothringen, iit merkwürdigerweise im Fairmount Park nicht vertreten; auch Bayern mit seinem Weinbau in der Pfalz und Franken hat sich nicht in gleichem Umfange wie bei früheren Ausstellungen angestrengt. Dagegen ist eine ziemlich vollständige Collection jener altberühmten Weine aus dem Rheingau, dem Unicum aller Weinlander der Welt, vorhanden. Den Reigen eröffnet Fürst Richard von Metternich-Winnedorf mit seinem Schloß Johannisberger aus den Jahren 1861, 1862 und 1865, mit seinem unvergleichlichen Bouquet, welches ihn, nebst seinen übrigen gänzlich undefinirbaren Eigenschaften, schon längst zum König der Weine erhoben hat. Vizetelly erzählt in seinem prächtigen Buche: „The Wines of the World“, eine kleine Anekdote, den „König der Weine" betreffend, die hier Erwähnung finden mag. Der Sohn des einst allmächtigen Staatenlenkers, in dessen Besitz Schloß Johannisberg jetzt ist, bat einst den berühmten französischen Schriftsteller Jules Janin um seine Autographie für seine Handschriften- jaminlung. Dieser sandte — einen Empfangsschein über 12 Flaschen Schloß Johannisberger lind erhielt natürlich dieselben zugesandt. „Dorf Johannisberger", worunter die Weine im Umkreis des Schlosses verstanden werden, haben Klein und Forst angestellt. Gewiß stammt auch der meiste im Handel vorkommende Johannisberger aus dieser Ge- 6. _ , J 3 volkrcichiün marfung. Steinberger, der zweite im Rang nach dem Johannisberger, ist nur in wenigen Sorten und her ^’un v/ imhanden; dagegen finden wir eine ziemlich reichhaltige Auswahl von Rauenthaler, Rüdesheimer •jsffiwr— - .......-.............—MH-— uborenm verstarb^ - 6 . oq ni für letzltw s WM; rtn§ i/', v. 0 zlljk?. ■£ Bcrlaul- \ b(t t. ».-r ÄwMt ($.jJ St.-G -B. schuldig zu erkennen, verübt in idealer Concurrenz, und deßhalb in eine Gefangnißstrafe von Sechs Wochen und im die Kosten des Verfahrens zu verurtheilen sei. Zugleich wird dem Bahnwärter M e n z zu Lindenstruth das Recht zuerkannt, bie Verurteilung des Angeklagten, auf Kosten dieses im Gießener Anzeiger ein Mal, binnen den ersten 14 Tagen vom Tag der Zustellung der UrtheilS-Ab- schrift an gerechnet zu veröffentlichen. V. R. W. So gegeben und alsbald verkündigt in öffentlicher Sitzung. Dr. o. Schmalkalder. Ouvrier. Großmann. Jttmann. Die Richtigkeit des Auszugs, sowie die Rechtskraft des Urtheils wird unter dem Anfügen bescheinigt, daß vorstehendes Ur- theil in Folge der von dem Verurtheilten dagegen ergriffenen Appellation durch Er- kenntniß Großh. Hofgerichts der Provinz Oberhessen, als Strafgericht II. Instanz, muth in eine Gesängnißftrafe von nur fünf Wochen, jedoch in jämmtltche Kosten oerurtheilt, im Uebrigen aber das Bezirks- strafgerichts-Urtheil bestätigt worden ist. Gießen, den 11. Juli 1876. (3965 Tasch 6, Gerichtsaccessist. Versteigerung eines Fafselochsen. Donnerstag den 3. August d I., Vormittags 11 Uhr, soll ein der hiesigen Gemeinde gehöriger, gut erhaltener, schlachtbarer Fasselochs öffentlich meistbietend versteigert werden. Traishorloff, den 26. Juli 1876. (3962 Großherzogl. Bürgermeisterei Traishorloff. Schnei der. Pfälzer Weine („Fröhlich Pfalz, Gort erhalt'sl") von Friedrich Seyler, Gbr. Labroisse, Gebr. Eckel u. A. Jeder Liebhaber von deutschen Weinen kennt die Pfälzer Weine; sie sind glatt, körperig und schmalzig — le lait des vieillards. In Perlweinen, Schaumweinen, Spärkling Hock, Spärkling Moselle ist eine reichhaltige Collection vorhanden. Unter den hauptsächlichsten Ausstellern nennen wir die Rheingauer Schaumweinfabrik (Söhnlein u. Co.) in Schierstein, welche durch ein besonders geschmackvolles Arrangement (ein Pavillon, nach Entwurf des Architekten G. Fürstcben, in Wiesbaden geschmackvoll gefertigt. D Red.) ihrer Ausstellung und ihre Riesen-Flaschen mit „Rheingold" gefüllt, die Aufmerksamkeit der Besuchenden auf sich zieht; ferner Henkel u. Comp. in Mainz, deren Weine sich seit Jahren einer gegründeten Popularität erfreuen, dann Gebr. Feist in Frankfurt a. M., Dietrich und Comp. u. A. Die deutsche Schaumwein-Industrie ist im Aufschwung begriffen ; ihre Hauptsitze sind der Rheingau, Hochheim, Mainz, Crcuznach, Würzburg, Coblenz, Trier. Schon die Wiener Ausstellung zeigte, daß die moussirenden Rheinweine dem französischen Champagner in Nichts nachstehen und wir hoffen und erwarten, daß die Jury auch diesmal das nämliche Urtheil zu fällen Anlaß findet. Das Ereigniß der letzten Woche war ein „Lunch" und ein „Winesampling", veranstaltet von den deutschen Preisrichtern tn dem deutschen Regierungspavillon. An 60 Einladungen waren ergangen an Commissionsmitglieder und eine kleine Anzahl Vertreter der Presse. Unter den Gästen waren der Generaldirector Mr. Goshorn, die Vertreter von Großbritannien, Frankreich, Oesterreich, Schweden, Portugal, Niederlande, Aegypten, der argentinischen Republik u. s. w. Das schöne Gebäude war geschmackvoll deeorirt, das Wetter wonnevoll und die Gesellschaft hielt ihre Sitzung in der vortrefflichsten Stimmung. Der Präsident der deutschen Commission, Geheimerath Neuleaux, bot seinen Gästen in einigen angemessenen Worten herzlichen Willkomm auf deutschem Boden unter der deutschen Flagge, welche von der First des Gebäudes wehte und gewürzt mit launigen Reden und Toasten, zur höchsten Befriedigung aller Theilnehmer, verlief das gesellschaftlich wie gastronomisch höchst gelungene Fest. Aber den größten Antheil an der festlichen Stimmung hatte die wundervolle Collection rheinischer Weine, welche pon den Commissären der verschiedenen deutschen Sectionen ausgewählt waren zur Unterhaltung ihrer Gäste und zur größeren Ehre deutscher Weinqüchter. Dieses Vorführen der großen und mannigfaltigen Auswahl der hochfeinsten Weine rief die äußerste Bewunderung und den größten Beifall hervor und wir können mit voller Gewißheit aussprechen, Gleiches kann nicht noch einmal geboten werden, es ;fei denn bei unserem nächsten Jubiläumsfeste — nach 100 Jahren! Der Versuch, eine Charakteristik dieser Weine zu schreiben, wäre Thorheit, aber wir können uns nicht versagen, wenigstens einige der Namen derjenigen zu nennen, welche sie gezüchtet oder ausgestellt haben. Fürst Metternich mit seinem köstlichen Johannisberger möge zuerst genannt sein, obgleich wir im Zweifel sind, ob nicht Einer seiner Rivalen den Vorzug verdienen möge. I. B. König und Siegfried in Nauenthal, Fritz Lade und N. Burgeff in Geisenheim; Dilthey Sahl und Co., Schultz und Reuter in Rüdesheim, Baron Cunibert von Oestrich und A. Nilkens in Eltwille befinden sich unter denen, welche die besten Weine aus dem Rheingau sandten. Aus der Pfalz können die Weine von F. P. Buhl, Jordan, Schellhorn, Eckel und Friedrich Seyler nicht rühmlich genug erwähnt werden. In der That, die Pfalz stellte Weine ersten Ranges aus, welche ein gerechtes Erstaunen hervorriefen. Au^ Franken sandten I. Opmann und I. W. Meuschel sen. von Buchbrunn die bemerkenswerthesten Sorten; von Württemberg Keßler und von Worms hielt das alte Haus P. I. Valkenberg seinen wohlbegründeten Ruf durch einige Qualitäten hervorragender Gewächse aufrecht. Gegen Schluß des Mahls erschienen die deutschen Schaumweine und wurden aufs Höchste gewürdigt. Gehörten wir auch nicht zu denjenigen, welche die Spärkling Hock, Spärkling Moselle neben die amerikanischen moussirenden Weine rangirten, so theilten wir doch die Ansicht Vieler von der Ueberlegenheit des französischen Champagner. Heute berichtigen wir unfern Jrrthum. Henkel und Comp. in Mainz „Champagner", — der Rheingauer Schaumweinfabrik in Schierstein „Söhnlein u. Comp. Rheingold" — die Weine von Feist Broths in Frankfurt a. M. Dietrich und Comp. in Rüdesheim, stritten um die Gunst der Gäste. Das Fest wird lange im Gedächtniß derjenigen bleiben, welchen vergönnt war daran Theil zu nehmen. Die Preisrichter hatten harte Arbeit in den letzten zwei Wochen und sie hoffen, nun bald das Ende ihrer Arbeit zu erreichen. Ihre Aufgabe ist eine schwierige; es verlangt starke Nerven und einen gesunden Magen hundert verschiedene Weine in einem Tage zu versuchen und zu beurtheilen.________________________________________________ Literarisches. Das soeben erschienene achtzehnte Heft des vierundzwanzigsten Jahrgangs von „I l l u st r i r t e Welt" (Stuttgart, Verlag von Eduard Hallberger) hat nachstehenden mannigfaltigen und interessanten Inhalt: T e x t: Unser Staatsanwalt. Nach den Aufzeichnungen eines Untersuchungsrichters. Mitgetheilt von Karl Chop. Albumblatt. An eine Schwalbe. Der Kain von Edelsee. Eine Geschichte aus Steiermark. Von P. K. Rosegger. Schluß. Ein Jagdbild aus Galizien. Von PH von Künsberg. Geheimnisse. Roman von Karl Hartmann-Plön. Fortsetzung. Fort Hendrik. Episode aus einem Feldzüge auf Sumatra. Von E. von BaTfus. Rosmarin. Unsere Bilder. — Interessante Bücher. — Bilderräthsel. — Räthsel. — Kleine Korrespondenz. — Anfragen und Antworten. Beiblatt auf dem Umschlag: Historische Gedenktage. — Naturereignisse. — Handel und Gewerbe. — Haus- und Landwirthschaft. — Gesundheitspflege. — Mannigfaltiges. — Statistisches. Illustrationen: Dakota-Territorium. Aufbruch einer Expedition von 200 Goldgräbern und 47 Wagen von Aanktown nach den Black Hills. Originalzeichnung. Salonichi. Der Eingang der Moschee Sa-tly-Djami während der jüngsten Unruhen. Die Wiedertäufer in Paris. Zeichnung von Miranda. Zeichen-Freischule im Centro de Instruction populär des Universitätsdistricts zu Madrid. Mehemed Murad V., der neue türkische Sultan. Olivenbäume bei Bordighera (Italien). Zeichnung von T. Taylor. Die Taufe des englischen Panzerschiffes „Inflexible". Stapellauf des „Inflexible" in Portsmouth. Der glückliche Augenblick. Gemälde von Rudaux. In früher Morgenstunde. Originalzeichnung von Guido Hammer. Zwei Bilder aus ^Schwoarzkerschaln" von H. ströhl. (Verlag von Sommer & Comp. in Wien ) V* fuXa, Hilf Alt M f i!1 1,1 < in’f'j" i ■ '.W 'L-«!">- >Ä Nefonver« Mekaontmachungen Bkkauntmachung. In unserem Firmen-Register ist heute folgender Eintrag vollzogen worden: Otto Roth zu Gießen hat von den Rechtsnachfolgern des Emil Roth daselbst die von ietzterem seither unter der Firma „Verlagsbuchhandlung von Emil Roth" betriebene Aerlagsbuchhandlung vom 19. l. M- an mit allen Actioen und Passiven übernommen und führt solche unter der seitherigen Firma weiter fort. Gießen, den 20. Juli 1876. Großherzogliches Stadtgericht Gießen. 3976)__Bötticher._____________ Endurtheil. Oeffentliche Sitzung des Großherzoglichen Bezirksstrafgerichts ließen vom 20. April 1876, wobei zugegen waren; t als Vorsitzender der Großh. Justizrath Dr. v. Schmalkalder, Betret thia bei (3921 Firnisse (3967 Güte empfehlen haben bei C- F. S e m m l e r. (2660 Der König!. Badekommissär: Wz der Rn und Getränken bestens empfohlen. (2155 Emil Fischbach empfiehlt billigst liefert Geors Menzel 2770) Preisen. II. Riibsanien Verantwortliche Reoaclion A. Scheyda. — Drucl und Verlag der Brühl'fchen Univ.-Druckerct (Fr. Ehr. Pletsch) m Gießen. Sh Eisenlack, Petersb. Möbellack, Leinölfirniß, Seccatif und Terrebine Copallack, Decorationslack, Schleiflack, Wagenlack, Damalack, Säulen in allen Dimenfionen, Balkongelärrder mit Urnen Treppenstäbe, Fenstervorsätze, Fabrik- und Dachfenster, Vetlsedern und Daunen, Barchent, Zwillch und Feder-Leinen, Lieferung vollständiger Betten in streng reeller Ausführung, bei (880 T h. Brück, Kanzleiberg B. 1. 2313) Sommerröcke, Hosen und Westen für Knaben und Herren, in allen Größen und Weiten, empfiehlt sehr billigen 3946) Ein kleines Logis an eine stillt Familie zu vermiethen. W. Ferber, Lindenplatz. Für üanipfdreschmaschinen. 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Darms .^;thun-übei Wx dm * ubutraMu ttoD« zweiter N eglige-11« üben in großer Auswahl bei (3961 .......11"1 'i1 i '.JMffrMüiiwna Wenzels Garten Samstag den 29 Iult 1976: Außergriuöhnlichr Dorftellung der einzig in ihrer Art dastehenden mimisch-pbysiognomischen Darstelllingm - lebender Portraits und Charaktere in origineller Verbindung der Malerei, Physiognomik und Mimik, sowie Vorträge in der höchsten Stufe der Bauchrednerkunst (non 3 bis 12 Stimmen) dargestellt durch den Physiognomiker unv Ventriloquisten Professor J. DUSCHNEE. Seine Majestät der Deutsche Kaiser und König von Preußen beehrte am 24. Juni die Vorstellung des Professors Herrn Duschnöe mit Allerhöchst Seiner Gegenwart und geruhten Allerhöchst Seine Anerkennung über die Leisturgea des Künstlers auszusprechen. Bad Ems, den 28. Juni 1876- Graf Perponcher, Hofmarschall. Herr Professor Duscbnöe hat am 28. Mat 1876 im hiesigen Kursaal vor aufc -• verkauftem Hause eine Vorstellung gegeben, welche Seine Majestät der Kaiser von Rußland Sonntag den 30. und Montag den 31. Juli: Kriegerfest und Fahnenweihe zu Rodheim, wozu ergebenst einladet- Der Vorstand. Bezugnehmend auf obige Festlichkeit halte ich mich mit Speist» gelten ö^nlkti bet Umer to(, Ser=Nnur ,QI‘ °hne Del die ,blt ®t«tie *9 für die “"9 Rr die lt 600,000 $ L''st'°,.ng 5*4 Hi Merl * > K. Apollinarisbrunnen, Carlsbader Mühl- u. Schlossbrunnen, Emser Kesselbrunnen, „ Kränchesburnnen, „ Victoriaquelle, Fachinger, Friedrichshaller Bitterwasser, Homburger Elisabethenbrunnen, Hunyadi-Jmos-Bitterwasser, empfiehlt in stets frischen Füllungen Dermilchtc Anzeigen. 3958) Weißbindergesellen und Hand langer gesucht von C hr. Petri V. 3959) Pferdeknecht gesucht bei Ceconom Wagner, Gießen, Wallthor. von Lepel-Kneist, 3975) Kammerjunker Sr. Majestät des Kaisers und Äoniji. 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Stiftungsfest 3852) Der Vorstand._ Köln-Gießener Mhn. Abfahrten von Gießen nach: Deutz 6«, 12, 443. Dillenburg 6« 12, 4", 9*. (25W Siegen 645, 12. Wctzlar 8*J, 9>', 12, 4'3, 7, mit Allerhöchst Seiner Gegenwart beehrte, und ist sowohl von Seiner Majestät wie» auch von Seiten des Publikums durch wiederholte lebhafte Beifallsäußerungen j gezeichnet worden. Dies wird Herrn Duschnöe hierdurch bescheinigt. Ems, den H. Juni 1876. Monogramms (3ä51 auf Briefbogen und Couverts, per 100 1 Mk. 50 Pfg., Schablonen stets vorräthig. Bestellungen Lindenplatz im Blumengeschäft. Weiße Vorhänge aller Arl, Rouleaux, Drell in den gangbarsten Dessins, Anfertigung jeder Decorations-Arbeit in geschmackvollster Ausführung, bet (881 ________Th. Brück, Kanzleiberg. B 1. Oelfarben in allen Sorten, auf's Feinste gerieben, hart und schnell trocknend, empfiehlt (1649 L- Müller _______________ auf der Mäusburg. 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