Mittwoch, den 27. (Lepremoer |o. 225 »llll. Erscheint täglich mit Ausnahme deS Expeditionr Schul-straße, Ltt. B. Nr. 18. Qrtncr Sch quc Zimmer, ntjir Jrttff^fanh Eine außerordentlich zahlreich aus Mtborftraßt 13t im Saale ö mite. >eS Rhein. W kn Frist. Darmstadt, 23. Septbr. Wie wir hören, dürfte der Bericht des »lbg. Hirschhorn über den von dem Abg. v. Rabenau eingebrachten Antrag wegen Unterstützung der Eisenbahnpolitik des Reichskanzlers etwa 6 Druckbogen umfassen. Die desfallsige Berathung im Plenum zweiter Kammer soll möglichst bald stattfinden. Darmstadt, 24. Septbr. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung d. d. 20. l. Mts. den Präsidenten des Großh. Gesammt-Ministeriums, Minister des Großh. Hauses und des Aeußern, ieivie des Innern, wirklichen Geheimerath Freiherrn v. Starck, Excellenz, und dm Präsidenten des Großh. Ministeriums der Justiz, Kempff, neben dem bereits «ls Bevollmächtigten fungirenden Großh. außerordentlichen Gesandten und be- dollmächtigten Minister am König!. Preuß. Hofe, Ministerialrath Dr. Reid- Hardt, zu Bevollmächtigten zum Bundesrathe des Deutschen Reichs zu ernennen wurde Dr. C- Braun, zum ersten Vice-Präsidenten Baron Kübeck gewählt. Auf heutiger Tagesordnung flehen die Fragen über Werth- oder Gewichts- Zölle, Handels-Verträge und die Eisen-Zölle; letzteres auf Antrag von Dannenberg (Hamburg.) Neustadt a. d. H., 24. Septbr. Derselbe erscheint in den Vormittagsstunden täglich, mit Ausnahme Montags, und kostet für die Abonnenten in der Stadt Gießen vierteljährlich 2 Mark 20 Pfg., frei ins Haus geliefert. Den seitherigen Abonnenten in der Stadt Gießen werden wir, wenn vorher keine ausdrückliche Abbestellung erfolgt, das Blatt auch im IV. Quartal 1876 zusenden und den Abonnementsbetrag durch Quittung erheben lassen. Die Abonuenten, welche den Anzeiger abholen, erhalten denselben zu 2 Mark. Für alle außerhalb Gießen wohnenden Abonnenten beträgt der vierteljährige Abonnementspreis 2 Mark excl. Postgebühr. Dieselben können nur bei der Post oder den Landpostboten abonniren. — Damit wir nun in den Stand gesetzt sind, die Auflage des Blattes bestimmen zu können, ersuchen wir Alle, welche auf den Gießener Anzeiger abonniren wollen, dies sofort bei der ihnen zunächst gelegenen Poftanstalt oder den Landpostboten zu thun, da wir uns sonst nicht verbindlich machen können, vollständige Exemplare zu liefern. Die AedactivN. nd, tes Zimmer, Inte l freiwilligen im 11, l 1. Dctobtr zu r- Pniö vterteljÄhrtich 2 Mark 20 Pf. mit Brinarrlohn. Durch die Poft dotzogen vierteljährlich 1 Mark $0 Pf. lbtn ' ^41 Einladung )um Abonnement auf den durch u e®cnfo durch Sfj "d> allen aiita, b'll'zeren & W« nicht nut i E'che Freunde, (493 nincn- allm Theilen der Pfalz besuchte Versammlung von freiwilligen Protestanten har eine Dank-Adresse an den König von Bayern angenommen wegen des wohlwollenden Bescheides auf die Beschlüsse der General-Synode int Gegensatz zu der Meinung des orthodox gesinnten Consistoriums- Ferner ward beschlossen, einen Aufruf an die freisinnigen Protestanten der Pfalz zu reger Betheiligung an der bevorstehenden PreSbyter-Wahl zu erlassen. Schließlich wurde eine Resolution im Sinne der Reorganisation des pfälzischen Protestanten-Vereins angenommen, wonach derselbe zu einem rein kirchlichen Verein mit Local-Vereinen in allen Gemeinden umgeformt werden soll. Karlsruhe, 21. Septbr. Staats-Minister Dr. Jolly hat seine Entlassung genommen. Wie verlautet, haben Vorgänge bei der Ernennung des neuen Präsidenten der Ober-Rechnungs-Kammer diesen Entschluß herbeigeführt. — Der frühere katholische Pfarrer S. Wacker von Kadelburg im badischen Oberland, seit einiger Zeit als Lehramts-Praktikant am hiesigen Real-Gymnasium thätig und bisher im Genüsse seiner Pfründe belassen, wird sich in den nächsten Tagen als Altkatholik verheirathen. Man ist nun in den hiesigen Kreisen sehr gespannt darauf, welchen Entscheid die Regierung in Betreff des Pfründe-Bezuges geben wird, da derselbe die Stellung zur Cölibats-Frage bedingen muß. Karlsruhe, 24 Septbr. In einem Extra-Blatt berichtet die „Karlsr. Ztg.", der Großherzog habe unterrn 21. d. Mts. den Staatsminister Dr. Jolly auf dessen Ansuchen seines Amtes als Präsident des Staats-Ministeriums und Minister des Innern unter Vorbehalt der anderweiten Verwendung im activen Dienst gnädigst enthoben. Nachdem in Folge dessen auch die sämmtlichen übrigen Mitglieder des Staats-Ministeriums dem Großherzog ihre Aemter zur Verfügung gestellt, sei von demselben mittelst eines heute früh hier eingetroffenen Schreibens aus Stuttgart vom 23. d. Mts. der seitherige Präsident des Handels-Ministeriums, Turban, aufgefordert worden, die Aufgabe zu übernehmen, auf Grundlage der bisher maßgebend gewesenen Richtung der Regierung sowohl in Betreff der inneren Politik, als auch in Bezug auf die nationalen Entwickelungs-Aufgaben ein freisinniges Ministerium neu zu bilden. Präsident Turban habe sich bereit gefunden, dem durch das ehrenvolle Vertrauen des Großherzogs ihm gewordenen Auftrag sich zu unterziehen, und sofort die zu dessen Vollzug erforderlichen einleitenden Schritte unternommen. Karlsruhe, 24. Septbr. Der Kaiser hat heute Nachmittag 4 Uhr , Karlsruhe, 41/, Uhr Maxau passirt, überall von einer unabsehbaren Menschenmenge subelnd begrüßt. Die Schiffbrücke von Maxau war festlich beflaggt. Stuttgart, 23. Septbr. Ein schöner erinnerungsreicher Tag liegt । hinter uns, dcr Kaiser-Empfang in Stuttgart. Das Wetter war glänzend, ■ die Festanordnung vortrefflich, die Menschenmenge und ihr Jubel überwältigend, ; Am tiefsten ergriff den Kaiser die lautere Herzlichkeit der Aufnahme. Da war : nichts Gemachtes, da war nur ein immer und immer wieder aus der Tiefe i der Gemüther ausbrechender Jubel. Trefflich war aber auch so zu sagen für i jeden Einzelnen die Gelegenheit geboten, seinem Kaiser die persönliche Vereh- > rung zu zollen. Eine volle Stunde währte der Zug vom Bahnhofe durch die , Stadt zum Schlosse. Auf dem ganzen langen Wege war Alles, was körperschaftlich organisirt ist, dazu die ganze Schuljugend, männlich und weiblich, aufgestellt, und hinter den Spalieren hatte noch «ine bunte, ungezählte Menge > Platz gefunden. Durch diese via triumphalis einer geordneten Bürgerschaft, i ohne Bayonnette und Kanonen, ging der kaiserliche Zug, langsam, feierlich. Kichener "Anzeiger Anzeige- tiuö Amtsblatt sm de« Kreis Gießen. KMorstrchÄ. nit6abinet;3iotx mielhen m armstädterM.^ mit oder ohnebz Selters 1 3- Ruckstij! IT. /on mir Utz i Stuben unk®, antike ,u Dermin« Darmstadt, 22. Septbr. Mit dem Herannahen der Zeit, um welche bie Einberufung der zweiten Kammer annähernd in Aussicht genommen ist, beginnt in den Ausschüssen eine erhöhte Thätigkeit, namentlich hat der Finanzausschuß eine Reihe von Sitzungen mit der Regierung gehalten, in welchen felgende Angelegenheiten zur Verhandlung und bis zur Berichterstattung ge- q // bracht worden sind: die Gesetz-Entwürfe wegen Dotirung der evangelischen Kirche und wegen Besteuerung der Bergwerke, die Regierungs-Vorlage wegen einer Staats-Subvention für den Damm-Bau bei Trebur-Ostheim und wegen Remunerirung der Kassen-Beamten für besondere Thätigkeit bei der Umwechselung der alten Münzen in Geld neuer Währung, endlich der Antrag Büchner wegen Prolongation der zur Einlösung der Fünfzig Gulden-Scheine vorbestimm- raen hoben thungs-Bürea«, UtrJWi^ >üche btW”' 8-g- 1 ist am von» :, jerlortn ®°nr„6 »: \t BelohnE' mflM, geruht. Berlin, 25. Septbr. Sicherer Information zufolge steht der Friedens- Schluß bevor. Der Waffenstillstand bis Mitte October ist lürkischerseits angenommen. Rußland stimmt den türkischen Bedingungen im Allgemeinen zu. Berlin, 24. Septbr. In den deutschen Münzstätten sind bis zum 16. September 1876 geprägt: an Goldmünzen: 1,089,684,440 M. Doppel- lronen, 330,916,650 M. Kronen; hiervon auf Privatreihnmig: 171,345,164 fe • an Silbermünzen : 66,102,165 M. 5-Markstücke, 28,827,562 M. 2-Mark- We, 143,512,165 M. 1-Markstücke, 36,648,091 M. 50 Pf. 50-Pfennig- ftcke, 32,059,471 M. 80 Pf. 20-Pfennigstücke; an Nickelmünzen: 21,424,061 M. 10-Pfennigstücke, 11,060,050 M. 70 Pf, 5-Pfennigstücke; an Kupfermünzen : 5,810,273 M. 76 Pf. 2-Pfennigstücke; 3,304,597 M. 67 Pf. 1-Pfennig- ßncke. Gesammtprägung: an Goldmünzen: 1,420,601,090 M.; an Silber- wünzen: 307,149,456 M- 30 Psi; an Nickelmünzen: 32,484,566 M- 70 Pf.; in Kupfermünzen: 9,114,871 M. 43 Pf. Breslau, 23. Septbr. Der Congreß der Altkatboliken hat den Prof. Schulte in Bonn zum Präsidenten, Schmölders in Breslau und den Advocaten Lützler in Düsseldorf zum Vice-Präsidenten gewählt, und beschlossen, durch eine amtliche Anfrage der altkatholischen Synode eine Erklärung darüber herbei- zuführen, ob von Seiten des Staates Hindernisse gegen die Aufhebung des Zwangs-Cölibatgesetzes vorhanden sind, und ferner von jedem altkatholischen ,1 Geistlichen ein Votum über die Aufhebung des Cölibatzwanges einzufordern sru und endlich auch bei den einzelnen altkatholischen Gemeinden eine Beschluß- W” saffung hierüber zu veranlaffen. Der nächste Congreß der Altkatholiken soll ‘ ii«i: im künftigen Jahre stattfinden. ft"1 «M Bremen, 25. Septbr. Der volkswirthschaftliche Congreß ist heute er- tffnet und durch den Bürgermeister Grave im Namen der Stadt begrüßt wor- ben. Die Wahl des Bureaus erfolgte durch Acclamation. Zum Präsidenten )!t;ie allen Mg eiten Feuer-ß oerhüleien, Paris, 23. Septbr. vor 1870 N4i roeicper langer als vter Jahre von einem Jndianerstamm Im Innern von ©übamcnii ^ngen^f, rurn gefangen gehalten worden und mit demselben die ungeheueren Urwälder am obtrtfl 3nbufhje <' Uruguay ic. durchzogen, ist dieser Tage mit dem Dampfer .Karnak« nach Hambn, Miji, zurückgekehrt. Der Zimmermann wurde, als er mit zweien seiner Kameraden ^rnverkäufer T1,?J oberen Uruguay ans lanb gestiegen war, um Eedernholz zu fällen, von dem etwa '70 ^heit; die ftiJL ftrdtbrnjmannßr zahlenden Stamm umringelt, seine beiden Kameraden, sich M ®,c^c ^hend, wurden ermordet, er selbst gefangen genommen und zwar am Leirn Teil drei m?m gelassen, jedoch fortan von den Weibern des Stammes unter strengster Aufsicht getal' Ktung. Di- ten, bis es ihm endlich nach reichlich vier Jahren doch gelang, zu entkommen M ^I1?ontevideo ru erreichen. ^TZohrnma Sps atca mflbrtnb ^Wetarftt. Sept, , von gezogen. Die „Polit. Corresp.'^ meldet mit Vorbehalt, den kriegführenden Theilen bis zum 2. October 23. 23. td bet lleberredung i «l-e. 1870 war kli Ird Monate» ®efän London. Dc Wtigung durch Jr i^orwich auf ein er nach Hause t Irä, daß diese vom $ W Monate im Ge Newyork, 2 iW der Nordd. Llo bann und am 12. .Walten hier ar a <3 -ranLreich. Dem .Univers" wird aus sicherer Quelle mit» Wien, 25. Septbr. daß die Waffenruhe zwischen verlängert sei. eine Huldigung erfahren, wie sie ihm herzerhebender nicht leicht zu Theil geworden sein mag. Stuttgart, 24. Septbr. Der Kaiser ist heute Nachmittag 2 Uhr nach Weißenburg abgereist, nachdem er sich auf dem Bahnhofe in herzlichster Weise von dem König verabschiedet hatte. Der Kronprinz, der Großherzog von Mecklenburg-Schwerin und Graf Moltke reisen in einem besonderen Extrazug. Der Kaiser hat dem König die Kette zum schwarzen Adler-Orden überreicht, Stuttgart, 25. Septbr. Dem „Schwab. Merk." wird aus Karlsruhe gemeldet: Minister Jolly wird wahrscheinlich durch den Landes-Commiffär Stößer in Mannheim ersetzt werden. Die übrigen Minister bleiben. Handelsminister Turban soll den Vorsitz im Staats-Ministerium übernehmen, Jolly zum Präsidenten der Oberrechnungs-Kammer ernannt werden. Weißenburg, 25. Septbr. Das heutige Eavallerie-Manöver ist bei prachtvollem Wetter und großem Menschen-Andrange glänzend verlaufen. Um 3 Uhr fanden ein Officiers-Steeple Chase und zwei Elsäffer Banern-Rennen statt. Die Begrüßung des Kaisers durch die Bevölkerung war sehr enthusiastisch und steigert sich fortwährend. Der Kaiser sprach sich erfreut über die Herzlichkeit des Empfanges aus. Dresden, 25. Septbr. Gegenüber anderweitigen Angaben versichert das „Dresd. Journ.", daß die sächsische Regierung keinerlei Schritte in Bezug auf den Ankauf der Berlin-Dresdener Eisenbahn that; die Direction der letzteren habe allerdings die Bahn zum Ankauf angeboten, die sächsische Negierung aber hierauf noch keine Entschließung gefaßt, vielmehr zunächst die preußische Regierung vertraulich um Auskunft über deren Stellung zu genannter Eisenbahn-Gesellschaft ersucht. siinen Ächrkchen ve dieser, den sich der 2 l^er Entwickelung r ■m Das Schwert »ofchee austewahrt. Mea, eine ber&r Wen es in der Fol W'ö"' i - - 'm 'm vnWdene E iirtn 16 W1 IS Pechmn Mti für Scherer und letiegenen Berthei fid) das Gericht ji siitit: bei Scheer einen Ta« @tf* St- Wendel, 14. Sept. Die in Marpingen ftationirten vierzehn Gendarme« haben eine recht schwere Arbeit: denn durch sie sind schon etwa 400 Personen angeklatg. unter im Irwmd er, bii hm «irM M Megerijl« b( flattti MroJen wüt (Eine höchst interessante Persönlichkeit.) Ein Hamburger SchiffszimmermMH, welcher langer als vier Jahre von einem Jndianerstamm im Innern von ©übainctile ten- bis es ihm endlich nach reichlich vier Jahren doch gelang, zu entkommen uni UKonteDtbeo zu erreichen. Die Nahrung des Stammes, also auch die seinige während seiner Gefangenschaft, bestand aus wilden Thieren, Schlangen, Eidechsen, Ratte«. fur| „Allem, was da fleucht und kreucht", die Kleidung au5 den Fellen der erlegten Thietl. Sonderbarer Weise befand sich bei dem Stamm, und zwar bereits seit 15 Jahren, (tne weiße Frau, eine Kölnerin, welche dem Studium der Natur lebend, in gutem vernehmen mit den Wilden umherzog. Q Erzgauner verhaftet) Wie dem Reuter'schen Bureau aus Madrid, 8. September, telegraphirt wird, wurde an diesem Tage der bekannte amerikanische Gauner, William Tweed, das Haupt des „Tammanyrings", der sich bekanntlich all- maug die Herrschaft über die gesammte New-Aorker Stadtverwaltung anzueigntü wußte, wobei er ungefähr 6 Mill. Dollars unterschlagen hat, im Hafen von Vigo oer- cr dort mit dem spanischen Kauffahrteischiff „Carmen" anlangte. Tweed reiste als Herr Secar mit seinem Vetter William Hunt. Beide sitzen jetzt in der Festung Vigo. Die ^ürntinopel, 7. Jex neue Suita mit btm Schwer jo jchwvit ex M meiner Mns Staab V. 'vermochte 1 „Schien Hotte- Türkei. M ^ /VÄntiunPpeIo\2?: S-Ptbr. Im Hinblick darauf, daß die aug», blickltche Waffenruhe am 25. September abläuft, ist abermals btt erweitert! Mlmsterrath zusammenberufen, um hinsichtlich der Frage des Waffenstillstands Beschluß zu fassen. 1 Spanier». Madrid. Die Exkönigin ist am 21. d. von Santander nach dem Escurial abgereist, um sich von dort nach Madrid zu begeben. — In Coruna sind weirere 1OOO Mann für Cuba eingeschifft worden. — Die Regierung hat das Verfahren des Präfecten von Valladolid, der den Verkauf von protestantischen Bibeln auf offener Straße verbot, gutgeheißen. Krröien. Belgrad, 22. Septbr. Der russische Thronfolger hat dem Fürsten Wien, 23. Septbr. Die Pforte hat in Wien einen scharfen Protest überreicht, in dem sie sich entschieden dagegen verwahrte, daß die Schiffe der österreichischen Donaugesellschaft russische Officiere und Soldaten nach Serbien führen. Fürst Vogorides machte den Grafen Andraffy auf die betr. internationalen Verträge aufmerksam und bemerkte, daß die neutrale Flagge allerdings die feindliche Waare, nicht aber Kriegscontrebande decke; der türkische Botschafter fügte hinzu, es bedürfe wohl keines Beweises, daß Militär zur Kriegscon trebande gehöre. Graf Andraffy bedauerte, in die Sache nicht weiter eingehen zu können, gab aber dem Botschafter den Rath, die Pforte solle sich noch an Rußland wenden, von wo aus allein Abhülfe möglich sei. Letzteres ist nicht geschehen. — Die Zuzüge von Ruffen zur serbischen Armee nehmen immer größere Dimensionen an, doch ist es jedenfalls nicht richtig, wenn eine Depesche meldet, die russischen Officiere und Soldaten reisten in voller Uniform. Wie«, 24. Septbr. Von gut unterrichteter Seite wird bestätigt, daß die Minister-Conferenzen wegen des österreichisch-ungarischen Ausgleiches mit günstigem Erfolge beendigt sind. Alle Gerüchte über eine angebliche Minister- Krisis sind unbegründet. lyelb getheilt, der Minister der Justiz und der (Suiten habe unlängst an die Präfecten ein Rundschreiben gerichtet, um ihnen Achtsamkeit zu empfehlen darüber, daß die Pfarrer ihre Pfarreien nicht verlassen. Eine achttägige Abwesenheit darf nur mit Genehmigung des Bischofs stattfinden und bei einer vierzehntägigen muß der Präfect benachrichtigt werden. „Univers" nennt diese Maßregel „Mißbrauch der ministeriellen Gewalt" und droht dem Minister mit der Opposition der Bischöfe und des ganzen Clerus. Ataklen. Rom, 22. Septbr. Durch königliches Decret ist die jetzige Session des Parlaments verlängert worden. England. London, 23. Septbr. Die Stimmung der politischen und finanziellen Kreise ist hoffnungsvoller zufolge Wiener und Berliner Depeschen, welche für übermorgen die Proclamirnng einer längeren förmlichen Waffenruhe verkünden und ferner mittheilen, daß die Friedensvorschläge Englands im Princip eine Billigung sämmtlicher Mächte erhielten. Diese Vorschläge befürworten für Serbien und Montenegro den bisherigen Besitzstand, für Bosnien und die Herzegowina Verwaltungs-Autonomie, für die Bulgarei Verwaltungsreform. Stam- buler Berichte prophezeien Nachgiebigkeit der Pforte unter Druck der Mächte, wogegen Belgrader Depeschen erneuten Kriegseifer im Lager der Serben melden. — Die conservativen Blätter feiern die Wahl Fremantle's als einen praktischen, die liberalen Blätter deffen geringe Majorität als einen moralischen Sieg. — Die Rede Lord Beaconsfield's wird wegen deren gegen Gladstone geäußerten heftigen Beschuldigungen auch von solchen getadelt, die ihren sonstigen Inhalt billigen. London, 25. Septbr. Gladstone hielt am letzten Samstag eine Rede vor den Vertretern der liberalen Partei des südlichen Theiles der Grafschaft Durham, worin er erklärte, die Conservativen müßten die Regierung in die Richtung drängen, die die öffentliche Meinung eingeschlagen, sonst würden die Liberalen aus dem gegenwärtigen Stande der orientalischen Frage einen Partei- Vortheil ziehen. Englands Gewicht sei bisher in die unrechte Wagschale geworfen gewesen. Lokal'Notiz. Gießen, 26. Sept. In Nachstehendem lassen wir die Tagesordnung für b« Sitzung der Stadtverordneten Donnerstag den 28. September 1876, Nachmittag 4 Uhr, im Nathhaussaale folgen: , 1. Voranschlag der Canzlcikosten für die Großherzogliche Polizeiverwaltuna 2. Die Vergebung einer Plockischen Stiftspfründe. 8 3. Das Bureau des Landwehr-Beztrks-Commandok. 4. Gesuch wegen Erlaß von Communalsteuer. 6- Fristgesuch auf Rückstände zur Stadtkasse. 6. Canallegung auf dem Seltersberg. 7. Kostendccretur für Herstellung de« Spalier» aas dem Vt-Hmarktplatz. 8. Kostendecretur für Reparatur der Senkgrube an dem östlichen Iborbwi dem Wallthor. Wbl*5S* .-**«»* * ..«>» । «eeM" r SchEn inem«^ n UtnialbK ‘.jtf » f Liehmarkiplat> i östlichen Üör;u am 15’ m! »-ndieLtz ‘tn der Wh! i ,ntl' unterniegs j, \ haben. W die ersten tolc von untip. )tun9 des s$ii, ,"°gro erklärte, rmec, die cernj 18 einen Bruche >rde, sofort n>. beffen Untern*, ■ »rillten 6«*; bfiriften g’^ ! em Unter#; Immcnblung p•' I i entsprochen, ^ kommen, ©fr ;| Raubbau enlF I wollen, IM ‘ .1 itenl"««r.jf5 I Ein dieses Unglück groß. Da geschah das Wunder der Auffindung. Kurz vor der Eroberung Dtadt im Jahre 1456 erschien die Heilige selbst dem Scheich Akschemseddin im Traum der des vor um der und als Davon sind bereits 360 wegen verbotenen Wallfahrten- oder Betretens der marplnger Mariendistrikte durch das hiesige Polizetgericht bestraft worden. Der Rest harrt seiner Bestrafung noch. Wenn die Zuzüge nachgelassen haben, so ist dieses wesentlich ein Verdienst der Behörden. Was in dem Mausoleum des Ejub geschah, blieb den Blicken einiger wenigen Gläubigen Vorbehalten. Draupen bot sich unterdessen das bunteste Treiben dar, das sich die Einbildungskraft zusammensetzen kann. Die türkischen Häuser hatten ihre weiblichen Jnsasien sämmtlich ausgespieen und die hölzernen Schaugerüste damit besetzt; und wo ein türkisches Haus an die Durchzugsstraße stieß, waren die Gitter zurückgeschoben und heraus lugten, ohne Scheu vor zudringlichen Blicken, türkische Weiber, mehr wie gewöhnlich entschleiert, um dem Schatten Gottes gerecht zu werden. Es war eine Art saturnalischen Festes für das weibliche Element, ein Tag der Gleichstellung mit den Fränkinnen. Auf den Stufen der Tribünen hockten sie mit ihren Kindern, neben ibnen Griechen und Griechinnen und sonstige Europäer; ihre bunten Mäntel flatterten im Winde, ihre Waden baumelten herab; sie verzehrten die mitgebrachten Speisen und warfen sich neckend mit Frachtstücken, als befänden sie sich in der Abgeschloflenhcit des Harems. Durch die Schaureihen hindurch wälzte sich das Volk; Wafferverkäufer mit laubbekränzten Gefäßen auf den Schultern, Obsthänvler mit ihren Körben, Wagen, Reiter, Alles lärmend, aber in Ser größten Ordnung. Griechische und jüdische Schulbuben waren unter Zelten ausgestellt, Vie Gesangbücher in der Hand um den guten Padischah zu begrüßen- Sie trugen Oelzweige, das Z-lchm des Friedens und auch der Friedensstiftung, da er ihnen um die Ohren sauste wenn sie sich ungebührlich benahmen. Spitzen, eine der Bezwingung des Ostens und eine der des Westen- gewidmet. Die Statthalter führten es in der Folge auf ihren Siegeln, und noch jetzt soll das Admiralsschiff es auf seiner Flagge, silbern auf rothem Felde, führen. Der Scheich Seid Buchari, ein großer Derwisch, aber ein schlechter Prophet, umgürtete damit schon den Sultan Bajesid und dessen Enkel Murad. Später wird dieses Amt in dem Orden der Mewlewt-Derwische von Konrah (Jkonium) erblich; und augenblicklich versieht es der Nakub Eschref, ein distinguirter Ulema, dessen Familie schon seit mehreren Generationen damit betraut ist. Unmittelbar nach der Proklamation Murad's V. kam er nach Konstantinopel, fand aber erst nach drei Monaten Gelegenheit zur Ausübung heiligen Ceremonie. Sie findet Statt in der Ejub-Moschee. Ejub war der Fahnenträger Propheten gewesen. Bei der dritten Belagerung Konstantinopels durch die Araber fiel er der Stadt; seine Grabstätte aber war unbekannt geblieben und der Jammer der Derwische In Wilhelmshaven wurde im Briefkasten ein Brief mit folgender Adresse ausßefunden : „An den Herrn Underlieutenant N N., Tromp eder sch iss 11, Wilhelmshaven." Der Brief gelangte natürlich auch an die richtige Adresse, indem er der Briesordonnanz des „Torpedoschiffes Elbe" zur Aushändigung an den Adressaten übergeben wurde — Der Rost. Ztg. wird au- Doberan eine entsetzliche Unthat berichtet: Ein neunjähriger Knade hat daselbst am 8. Sept., Nachmittags, seinen 5jährigen Stief bruder in einem Brunnen ertränkt, nachdem er bereits am Morgen desselben Tages versucht hatte, denselben in einen Bach zu werfen. Nachdem das Kind vergeblich am Freitag und Samstag gesucht war, hat der junge Missethäter am Sonntagmorgen seine Thal eingestanden. Auch hat man darauf die Leiche in dem Brunnen ausgesunden. Metz, 12. Sept. Es wird viele deutsche Familien interessiren, wenn Sie in Ihrer Zeitung darauf aufmerksam machen lassen, daß auf Anordnung der französischen Regierung mit dem 1. October d. I begonnen werden wird, die auf französischem Gebiete liegenden Ktiegergräber im Felde, sowie auf den Kirchhöfen zu entleeren und die Gebeine gesammelt auf Begräbnißplätzen beizusetzen, die zu diesem Behufe von. der Regierung angckaust sind. Solche Plätze sind angekaust bet Mars-la-Tour, nächst dem dort errichteten französischen Denkmale, und bei St. Atl, Habonville, in der Nähe des großherzoglich hessischen Denkmals am BoiS de la Lusse. Cleve, 19. Sept. In der heutigen Sitzung des Zuchtpolizeigerichts kam zur Verhandlung die vielbesprochene Mehlgeschichte von St. Toenis. Vor den Schranken standen Lorenz Scherer, 57 Jahre alt, Kaufmann, und Mathias Bänder, 42 Jahre alt, Kaufmann, beide zu St. Toenis. Dieselben waren beschuldigt: durch mit Zusätzen von Lenzin, Gyps und ähnlichen Stoffen verfälschte Mühlenfabrikate die Kundschaft um verschiedene Geldbeträge geschädigt zu haben. Von Seiten der Staatsbehörde waren 16 Belastungszeugen und 2 Sachverständige geladen. AlS Schutzzeugen wurden 19 Personen vorgeladen. Herr Advocat-Anwalt Nheindorf führte die Vertheidigung für Scherer und Herr Advocat-Anwalt Hoffman- die für Bänder. Nach der äußerst gediegenen Vertheidigung und nach dem Plaidoyer des Herrn StaatSprocuratorS zog sich das Gericht zur Beratung zurück, als deren Resultat folgendes Urtheil verkündet wurde: bei Scheerer 6 Monate Gefängniß, 1000 Mk. Geldstrafe eoent. für je 10 Mk. einen Tag Gefängniß und Tragung der Kosten, bei Bänder dagegen Freisprechung. (Elbs. Z.) Paris, 20. Sept. Das Kriegsgericht von Marseille hat am 15. einen Reser visten, Namens du Vtgau, genannt Nissale, Besitzer einer Tuchhandlung, zu zwei Monaten Gefängniß verurthetlt, weil er die Annahme seiner Uniform und seiner Waffen unter dem Vorwand verweigerte, daß er Quäker sei Vor dem Kriegsgericht erklärte er, daß fern religiöser Glaube ihm das Blutvergießen verbiete. Von dem Präsidenten des Kriegsgerichts befragt, was er thun würde, wenn ein Mörder das Leben seines Vater- bedrohen würde, erwiederte er, daß, um den Mord zu verhindern, er die Mittel der Ueberredung in Anwendung bringen, aber von keiner Waffe Gebrauch machen werde. 1870 war dieser junge Mann aus den nämlichen Gründen schon ein Mal zu drei Monaten Gefängniß verurtheilt worden. London. Daß Tadeln leichter ist als Bessermachen, hat wieder einmal seine Bestätigung durch John Caardron erfahren. Derselbe, ein Schenkwirth, hatte kaum in Norwich auf einem Meeting seine Entrüstung über Türkengreuel kuudgegeben, da ging er nach Hause und hämmerte mit einem Uhrgewichte derartig auf seine Gattin los, daß diese vom Kopf bis zu den Füßen mit Beulen bedeckt war. Er wird dafür sechs Monate im Gefängnisse zu büßen haben Newyork, 23. Septbr. (Per transatlantischen Telegraph.) Das Postdamps- schiff de- Nordd. Lloyd Rhein, Capt. H. C. Franke, welches am 9. September von Bremen und am 12. September von Southampton abgegangen war, ist heute Morgen wohlbehalten hier angckommen. Jne?er ^"Schürzt, und das Laub, womit der fromme Eifer sie geschmückt, verwelkte “n?f fiÄ ube. b « kümmerlichen Holzgerüste. Abdul Hamids plötzliche Energie Im anf“nJ' b» Woche schwebte die Feier noch im Ungewissen, bis am Dmstag die ofsicielle Anzeige erfolgte und die Einladungskarten vertheilt wurden. Allenthalben wurden darauf die Tribünen wieder hergestellt oder neu aufgebaut. Hammer uud Säqe arbeiteten Tag und Nacht; Sand wurde in kleinen Häufchen überall vertheilt und bunte Fahnen- stoffe Lur D^^ung der Scenerie passend angebracht. Da am Tage der Feier das Gedränge vermuthtlch zu groß werden würde, um einen allseitigen Ueberblick zu gestatten, sahen wir uns die B eg end am Tage vorher an. Nachlässig schlenderten wir die Straße herunter, welche an dem Goldenen Horn entlang sich von Stambul nach Ejub hinzieht, und stellten Vergleiche zwischen den unverhüllten Reizen Knoblauch athmender Jüdinnen und der reizenden Verhülltheit moschus- durchdufteter Türkinnen an. Denn oas Neue Testament, der Talmud und der Koran liegen hier dicht beisammen. Auf den griechischen Pope des Phaner folgt der Rabbiner des Balat und der Imam des türkischen Quartiers. Ich hatte eben die Gränze überschritten, welche das ^and von dem Volke des Propheten trennt, und beschäftigte mich mit Niederschreibunq von Notizen, als mich eine Türke auf die Schulter klopfte und weiter zu gehen hieß. Die Nord- westecke des Goldenen Horns ist abendländischen Beschäftigungen wenig günstig; Moschee und Grabmal in Ejub aber für den Franken völlig unzugänglich. Der äußere Anblick ist nicht unschön. Der zweite Hof der Moschee ist von einer Marnrormauer umgeben. Ein reizender Brunnen, verziert mit goldenen Inschriften auf grünen Fliesen, bietet mit seinen zahlreichen zinnernen Trinkgeschirren, in denen Wasier an bestimmten Tagen gereicht wird, Erfrischung und Kühlung. Durch die grünen Gitterfenster hindurch fällt der Blick auf türkische Grabmäler; nicht- Lebendiges als ein mubeT Hund, der sich an den Geländern vorbeidrückt, unb ein türkischer Sterbegreis, der sich unter den Grabsteinen wahrscheinlich ein passendes Leichenfutteral auSsucht. Die Mauer trägt theilweiie den Charakter der Renaissance-Architektur. Capitäle mit Dcanthusblättcrn, Guirlanden- C,-£^aro -C*lm e wechseln mit dorischen Anklängen: an der Attika vorbei reihen sich türkische 3n ?n^rm^r nnd durch das Thor, dessen Bogenlaibung aus weißen und rothen Steinen abwechiclnd im pisamschen Stile besteht, schimmert saftiges Laub beschattender Bäume. Ein Arkadengang mit einer Flucht kleiner Kuppeln schmückt den Hintergrund. Ein Mausoleum steht an der Ecke; durch die Scheiben ist der Blickens Innere gestattet. Drei Särge stehen drinnen ü» prächtigen Decken die ein Softa sorgfältig abbürstet. Porphyrsäulen mit vergoldeten Knäufen, zopfig geschwungene Aufsätze mit strahlenden Koransprüchen, ungeheure Kerzenständer, leichte, gemalte Blumendecoration treten uns durch das sanfte Dämmerlicht engegen. . . ^bdul Hamid H. landete int Prächtigen Staatskaik in der Nähe der Moschee. Früher als die Palaste des Bosporus noch nicht existirten und die Sultane im Serai residirten, wurde der Weg nach Ejub zu Roß zurückgelegt. Zwei Reihen von Janitscharen bildeten Spalier und grüßten den Herrscher, indem sie den Kopf auf die Seite neigten. Hinter ihm trugen Palastpagen zwei Turbane, die sie nach rechts und nach links schwenkten; sie deuteten die Herrschaft über die zwei Städte Mekka und Medina an. Auf dem Wege bezeugte er in der Moschee Muhamed's II. seine Ehrfurcht Dem Grabe dieses Eroberers, und erst von da begab er sich nach Ejub, wo il m der ^äbel umgegürtet und vor der Moschee fünfzig Hämmel abgeschlachtet wurden. Heute ist der Glanz des Zuges für den Rückweg aufgespart. Der Hofstaat und die übrigen Würdenträger versammelten sich einzeln in der Nähe der Moschee. Um Mittag verkündeten Kanonenschüsse das Herannahen des Sultans und seines Gefolges in zwei prächtigen Kaiks wie bei der Thronbesteigung. Er saß diesmal in Gala-Uniform in dem größeren, dem Vierundzwanzigruderer, dessen Schnabel der Falke des Hauses Osman ziert. Die hölzerne Brücke deö Goldenen Horns war ausgefahren zum Durchlässen; eine Flotte von kleineren Kaiks umschwärmte sie und folgte dem Staatskaik bis zur Landungsstelle. Soldaten bildeten Spalier auf den beiden Seiten der Durchfahrt; auf der Brücke selbst, die schon zu gewöhnlichen Zeiten ein Riesenquodlibet aller Nationalitäten ist, schien sich heute die Bevölkerung einer ganzen Stadt ein Rendezvous gegeben zu haben. Eine Stunde vorher waren die Boote der verschiedenen Gesandtschaften passirt; zuerst has osterrc.chtiche dann das italienische, griechische, americanische, englische, deutsche, und rilssiiche. In Regierungswagen wurden sie bet Desterdar abgeholt und nach den für sie reservirten Zelten gebracht, wo sie in prosaischen Alltagsröckerr und Firzhüten der höchsten Pracht und Herrlichkeit des Islam entgegenharrten. Zwei Stunden nach Mittag bestieg Abdul Hamid seinen Schimmel, um den Rückweq anzutrcten. Vor «hm eine lange Kette von Hof- und Staatsbeamten, in goldqlitzcrnden Uniformen, auf prächtigen Rosien, eine der stattlichsten und imposantesten Gesellschaften der Welt, bei deren Anblicke man sich in die Zeit der morgenländischen Märchen, in die verschollene Pracht der osmanischen Herrscher zurückversetzt glauben sollte. Der Scherif von Mekka, ein dunkl« Araber, die Heeresrichter, die Hofgeistlichkeit und der Scheik-ül-Jslam nebst seinem Fetwa-Collegium sprengten einher m langen Talaren und. goldumwundenen Turbanen; herrliche Charakterköpfe mit langen schonen Bärten gleich den weiland römischen Senatoren. Da stimmten die Judenjungen ihren Lobgesang an, ein heulendes Geschrei mit hurrah-artigen Einsätzen, und um die Ordnung wars geschehen. Die Pferde wurden scheu und bäumten sich; der alte Mollah hielt < ^ne und die Pfeifenstopfer fielen ihnen in die Zügel; aber der Chor ließ sich nicht emschuchtern, sondern schrie weiter bis zur Ankunft des Padischah. Er ritt zwischen zwei Reihen von Leibgardiften einher, stolzer, selbstbewußter als zur Zeit der Thronbesteigung. Di« juwelenbesctzte Uniform hob seine Gestalt vortheilhaft hervor, um die Brust trug er die breite Schärpe des Osmanieordens, an der Seite einen kostbaren, über und über mit Edelsteinen verzierten Sabel. Eine Verwandlung schien mit ihm vorgegangen zu sein. Die gekrümmte Haliung und der müde Gestchtsausdruck hatte sich in acht Tagen in das Gegentheil verändert. tJ Srufite SHumanben, nicht das Volk, nicht die allmächtigen Diplomaten in den Zelten. Es ^'ele8AC>T Früher pflegte der Sultan einzig und allein den Janitscharen zuzunicken. Auch das Volk erwartete ihn stumm mit auf der Brust gekreuzten Armen; viele wagten nicht aufzuschauen. Ob ihnen schon der Ruf seiner Energie zu Ohren gekommen? Man erzählt sich, daß er dem allmächtigen Midhat Pascha den Hat seines Bruders abverlangt und zerrissen zu worden^sei^ er °$nc Kenntnißgabe des Inhalts diesem zur Unterzeichnung vorgelegt . au8 begab sich Hamid nach der Moschee des Sultan Selim, welche die Turba Abdul Medjid s etnschließt. Nachdem er dort am Grabe seines Vaters gebetet, besuchte er die Mehmeo-Moschee, um, wie die Sultane von ehedem, dem großen Eroberer seine Huldigung darzubringen. Durch das Thor Baby-Humayoun zog er darauf in den Serai, wo « t t. af “ammer heiligen Mantels noch einige Zeit in Betrachtung verharrte, ehe er sein x vrt cnd, von Livadia ivchernnjeff wegen Unierstüxang _ ... . _____, , , ________ Regierung mü Taschenspiegel, Lockenwickeln, Haarnadeln '^^^Eündniß Berlin, 26. Häufung und Vereinzelung derselben, verfügt über gute Lehrkräfte und 6e=1 in'o- . . deutende Lehrmittel, hält die Disciplin unter allen Umständen aufrecht, bietet .zulänglicher' « den Unterricht gegen mäßiges Honorar: Gründe genug, um den Aufschwung Wirkung der heW zu erklären, den sie in kurzer Zeit genommen hat. 1 Organe, und Mi Anmeldungen Neueintretender können für das nächste Semester noch 6ie grsihlicher XtjtN zum 10. Ociober, täglich von 11—i/i1 Uhr, gemacht werden. 4987) 10 bis 20 Taglöhner und Hcw' langer können Beschäftigung erhalten. _____________Balth. Strauct. 4953) Ein solides Mädchen, welches jÜ kochen kann, wird gegen hoben Lohn g'- sucht auf dem Bermiethungs-Büreau Müller, Löwengash- IKalligrsphie I für Damen und Herren.! Montag, den 2. Oktober beginnt der zweite und vorletzte Cursus meines achtstündigen Schuell-Schön-Schreib-Unterrichts. 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