Mo. «76, Samstag, den 25 November 1876. Wßener MiWiger Aiffizk- ibü AiniÄM für Ks Kreis Gieße«. Erscheint tätlich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. (Expedition: Schul st raße, Lit. B. Nr. 18. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 5V Pf. Ko liti scher Hheiü Deutschland. Berlin, 22. November. Sitzung des Reichstags. Fortsetzung der Justiz-Debatte. Es wird in Berathung des § 58a (Verweisung der Preß- Vergehen vor das Schwurgericht) fortgesahren. Der sächsische Justizminister Abeken erklärt sich für die Regierungs-Vorlage. Er bemerkt', gerade die gelehrten Richter seien berufen, die Producte der geistigen Thätigkett zu beurthei- hii. Die Geschworenen dürften mehr oder weniger ihre Parieistellung in das Urtheil hineintragen. Eine Erweiterung der Schwurgerichts - Competenz könne eine Reaktion gegen das ganze Institut Hervorrufen, v. Schöning für die Regierungs-Vorlage; Dölck für den Commissions-Antrag. Der Justizminister Leonhardt bekämpft die Ausführungen Völck's und die gestrigen Argumente Frankenburger's und spricht für die Regierungs-Vorlage. Gneist gegen den Commissions-Antrog; die Commission habe sich gegen ein Ausnahme-Gericht für politische Vergehen Ausgesprochen; sie dürfe konsequenter Weise nicht ein Ausnahme Gericht für Preß-Vergehen vorschlagen. Lucius und Treitschke gleichfalls gegen den Commissions-Amrag, Hauck und Hänel sprechen für denselben; Letzterer wendet sich namentlich gegen die Ausführungen des sächsischen Justizmunsters, worauf tiefer nochmals daS Wort ergreift und die von Hänel angegriffenen Ausführungen richtig stellt. Nach Schluß der Debatte rechtfertig, Miquel den Standpunkt der Commission. Hierauf werden die §§ 58a und 59 angenommen. Der Antrag Ausfeld, wegen Verweisung aller politischen Vergehen an die Schwurgerichte, wird mit allen Stimmen gegen diejenigen der Fortschrittspartei, der Socialisten und einiger National-Liberalen abgelehnt. Schließlich wurde der Antrag der Commission in dem § 50a, wonach die Preß - Vergehen an die Schwurgerichte zu verweisen sind, in namentlicher Abstimmung mit 212 gegen 105 Stimmen angenommen. Fortjetz ng morgen Berlin, 22. November, Abends. Der Marquis v. Salisbury ist beute Abend 8 Uhr hier eingetroffen. Er wurde, da der englische Botschafter Lord Ruffell unwohl war, von dem Sekretär der Botschaft, Mac Donnel, empfangen und stieg im Kaiserhofe ab. — Nachts. Der Marquis v. Salisbury fuhr heute Abend 93/4 Uhr zum Fürsten Bismarck. Berlin, 23. November. Marquis Salisbury hatte heute Vormittag eine längere Unterredung mir dem Fürsten Bismarck in deffen Wohnung und wurde um t Uhr vom Kaiser empfangen; die Audienz dauerte eine halbe Stunde. Nachmittags gegen 3 Uhr nahm der britische Minister in seinem Absteige-Quartier, „Hotel Kafferhof", den Besuch des Reichskanzlers entgegen und wird auch bei Letzterem diniren. Königsberg, 22. November. Die „Ostpr. Ztg." veröffentlicht eine Bekanntmachung der ostpreußischen Südbahn, wonach für die Stationen der Moskau-Brester Bahn der Frachtgut-Verkehr via Proteken - Grajewo wieder freigegeben wurde. München, 22. November. Nach Nachrichten aus Basel will die St. Gotthard Commission die Entscheidung, ob sämmtliche nördliche und südliche Zufahrts-Linien gebaut werden sollen, der internationalen St. Gotthards- Commission anheimstcllen. Die Commission will von dem Projecte eines Trajectsch'ffes auf dem Langensee gänzlich abstehen, verwirft dagegen nicht ganz die Idee einer Trajectschiff-Verbindnng auf dem Luzerner See. Die Commission wird wahrscheinlich eine doppelspurige Anlage des Unterbaues mit einfachem Geleise auf der ganzen Ausführung der Bergbahn beantragen, weil auf dem überwiegend größten Theil derselben eine spätere doppdspurige Anlage des Unterbaues mit unverhältnißmäßigen Mehrkosten verbunden wäre. Oesterreich. Wien, 21. November, Abends. In der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses gab der Finanzminister folgende Darstellung über die Ausgleichs- Verhandlungen mit Ungarn: Durch die am ersten Tage dieses Jahres eiöff neten Verhandlungen wurde Einigung darüber erzielt, daß außer den Zoll- und Handels-Düudniffen auch das Quoten-Gesetz zu verhandeln, daß alle bezüglichen Verhandlungen, auch die ungeregelte Bank-Frage, gleichzeitig zur legislativen Beschlußsaffung vorzubringen seien. Das bestehende Zoll- und Handels Bünd- niß soll auf ein Decennium ohne Zulässigkeit'einer früheren Kündigung erneuert werden. Eine Vereinbarung soll das Verhältniß der auf beide Landerg.bwte ihre Wirksamkeit ansdehnenden Actten- und Versicherungs-Gesellschaften, Erwerbs- und Wirthschafts-Genosienschaften regeln. Beide Regierungen eungten sich über einen Entwurf zu einem allgemeinen Zolltarife für das gemeinsame Zollgebiet, bei Durchführung die Emhebung des Zolles in Gold eintritt. Der Ab- schliiß einer provisorischen Verlängerung der Handels-Verträge mit England und Frankreich stehe bevor. Die Vertrags-Verhandlungen m:t Deutschland werden binnen Kurzem ihren Abschluß finden. Ueber eine Zucker- und Branntwein-Steuer find Gesetz-Entwürfe vereinbart; ebenso über die Einführung einer Perbrmi-bs'Abflabk ffn Minkral-Oele. Zur Lösimq bet B°"k-Frnqe unter Aufrechthaltung des Princips der Noten-Einheit sind ein Bankstatnten EiUwnrs und ein Reglement ausgearbeitet. Die Frage der Achtzig-Millionen-Schuld soll Deputationen beider Vertretungs-Körper, eventuell einem Schiedsgericht vorgelegt werden. In Erwartung der Beendigung der Verhandlungen mit der Nationalbank werden das Zoll- und Handels-Bündniß, das Quoten-Gesetz, die Verzehrungssteuer-Gesetze, die Bank-Acte und das Achtzig-Millionenschuld-Gesetz im Januar, ebenso jedenfalls vor endgültiger Beschlußsaffung des Reichsrathes über die Gesammt-Vorlagen auch der Zolltarif vorgelegt werden. Wien, 22. November. Aus der von den Obmännern der drei verfassungstreuen Fractionen des Abgeordnetenhauses berufenen Versammlung erschienen 179 Abgeordnete. Nach einer langen Debatte über das Bankstatut das von mehreren Seiten heftig angegriffen wurde, nahm die Versammlung, einstimmig einen Antrag an, wonach die Obmänner eine neue Versammlung einbcrufen und die Minister einladen sollen, um über den Ausgleich mit Ungarn in seiner Gesammtheit und über die Bankfrage insbesondere Aufklärungen zu geben. Morgen sinder eine Confcrenz statt, um die an die Regierung zu richtenden Fragen zu berathen. Töten, 23. November. Auf der Kiew-Odeffaer Bahn wurde heute der Personen Verkehr eingestellt. Von russischer Seite werden die Grenzen gegen Oesterreich ostentativ von Truppen gänzlich entblößt. Lord Salisbury wünscht, den Minister Tisza in Wien anzulrrffen. Der „Pesther Lloyd" erfährt, Rußland habe den Anfang des Krieges bis zu dem Zeitpunkte verschoben, wo sämmtliche Ostsee-Häsen eingefroren sein würden. Pesth, 22. November. Anläßlich der Budget-Debatte hielt Sennyey eine sehr beifällig aufgenommene Rede, in der er das Budget unter den früher erörterten Vorbehalten acceptirt, die gestrigen Erklärungen des Minister-Präsidenten bezüglich der orientalischen Frage billigt, für Erhaltung des Zollbünd- niffes eünritt und schließlich davor warnt, in heutiger Situation die Monarchie einer inneren Krisis auszusetzen. England. London, 22. November. Der britische Botschafter am russischen Hose, Lord Loftus, hat am 2. Novbr. von Palta her eine jetzt veröffentlichte Depesche an Lord Derby gerichtet, in welcher er über die Audienz, welche er auf Schloß Livadia beim Kaiser von Rußland batte, in nachstehender Weise berichtet: Der Kaiser zeigte Loftus die erfolgte Annahme des Waffenstillstandes an und erklärte, er habe das Ultimatum gestellt, um weiteres Blutvergießen zu verhindern, und wünsche den Zusammentritt der Conferenz auf Basis der englischen Vorschläge. Der Kaiser warf sodann einen Rückblick auf die jüngsten Verhandlungen, indem er nachwies, daß Alles geschehen sei, um eine friedliche Lösung herbeizuführen; die Pforte aber habe den Mächten gleichsam eine Ohrfeige gegeben: wenn and) Europa sich wiederholte Zurückweisungen gefallen laffen wolle, so gestatte doch Rußlands Würde nicht, dieselben hinzunehmen. Der Kaiser wünsche nicht, sich von dem europäischen Conccrt zu trennen, aber die jetzige Lage sei unerträglich; wenn Europa nicht energisch handle, sei er genöthigt, allein vorzu- gehen. Der Kaiser bedauerte das eingewurzelte Mißtrauen gegen die russische Politik und die Besorgniß vor russischen Eroberungs-Plänen, welche fortgesetzt in England zu Tage trete. Er habe zu wiederholten Malen die feierlichsten Versickerungen gegeben, daß er keine Eroberungen wünsche und nicht die geringste Absicht habe, sich Konstantincpel anzueignen. Die Erzählungen vom Testament Petcis des Großen und den angeblichen Plänen der Kaiserin Katharina seien Illusionen; solche Phantome hätten niemals existirt. Der Besitz Konstantinopels würde ein Unglück für Rußland sein. Der Kaiser habe in bestimmter förmlicher Weise sein heiliges Ehrenwort gegeben, daß er nicht die Absicht habe, sich Konstantinopel anzueignen. Wenn ihn die Nothwendigkeit zwingen sollte, einen Theil Bulgariens zu besetzen, so würde dies nur provisorisch bis zum Frieden geschehen, und bis die Sicherheit der christlichen Bewohner garantirt sei. Als Beweis seiner Friedens-Liebe erwähnte der Kaiser den von Rußland gemachten Vorschlag, daß Oesterreich Bosnien, Rußland Bulgarien besetze, und eine Flotten-Demonstration gegen Konstantinopel stattfinde, wobei England die erste Rolle zufiele, und daß die Herzegowina dabei eine neutrale Zone zwischen der russischen und österreichischen Armee bilde. Der Kaiser betonte schließlich den hohen Werth, den er aus das vollständige Einvernehmen Rußlands und Englands lege. Der Gedanke, Rußland wolle in Indien Eroberungen machen, sei eine Absurdität und Unmöglichkeit. Loftus fügt noch binzn, die Besprechung habe den herzlichsten Eharakter getragen. Am 3. Novbr. antwortete Derby auf die Depesche von Loftus, indem er die Hobe Befriedigung der Königin und ihrer Regierung über den Empfang dieser Depesche ausdrückte. Am 21. Novbr. erklärte Derby, die russische Regierung wünsche die Veröffentlichung der Loftns'sche Depesche, damit die öffentliche Meinung Englands sich beruhige. — Ferner ist auch ein Rundschreiben Lord Derby's vom 4. Novbr. veröffentlicht, welches die bereits bekannten, als Con- ferenz-Basis ausgestellten Punkte, enthält. London, 23. November. Die „Times" sagt in ihrem heutigen Leit- Artikel : England schreite mit Friedens-Hoffnung zur Conferenz, um des Friedens willen werde es alle die Vorschläge unterstützen, welche eine Garantie für die gute Regierung der insurgirten Provinzen bieten, ohne eine Recttficirung der internationalen Grenzen herbeizusühren. Sollten Englands Bemühungen fruchtlos sein, so werde es für keine der kämpfenden Mächte Partei nehmen, sondern abwarten, was die Zukunft bringen wird. Aelgierr. Brüssel, 22. November. Der „Nord" bespricht die Depesche des russischen Botschafters Lord Loftus an den Minister Derby aus Palla vom 2. Novbr. und findet es auffallend, daß Beaconsfield acht Tage nach den Aeußerungen des russischen Kaisers gegen Loftus noch die bekannte Rede in Guildhall halten konnte. Es sei auch seltsam, daß oben erwähnte Depesche zwanzig Tage lang der Oeffentlichkeit vorenthalten worden. Der „Nord" erwähnt noch das von österreichischen Blättern publicirte russische Conferenz- Programm, und bezeichnet es bis auf einige Abweichungen den thatsächlichen Intentionen Rußlands entsprechend. Rußland werde natürlich für die Annahme seines Programms eintreten, halte es indeffen nicht für durchaus unabänderlich, namentlich gelte dies von der Occupations-Frage. Schwei». Bafel, 22. November. Die Gotthards-Commission hat heute Morgens die letzte Sitzung gehalten; für die Ausführung des gesummten ursprünglichen Bau-Programms berechnete sie 72 Mill. Franken Mehrkosten, die jedoch auf 54 Mill, reducirt werden können, wofern die beiden nördlichen und eine südliche Zufahrt (Pino Linie) weggelaffen. Das Gutachten der Commission geht an den Bundesrath, der die Vorlage für die internationale Conferenz ausar- betten wird. Ztußland. Petersburg, 22. November. Die „Intern. Telegr.-Agentur" meldet aus Semlin vom 22. Novbr.: Das serbische Ministerium hat gestern seine Entlastung gegeben. Fürst Milan hat dieselbe noch nicht angenommen. Die Minister beharren aber dabei. Der Grund der Demission ist noch unbekannt. Riga, 22. November. Obwohl das Fahrwaster der Düna bei Boldera bereits mit dünnem Eis bedeckt ist, bleibt dasselbe doch noch für Dampfer, welche die Eisdecke durchbrechen, passirbar. Ebenso ist die Pastage bei Domesnees noch frei. Dagegen ist der übrige Lauf der Düna fest gefroren. Türkei. Konstantinopel, 22. November. Der türkische Botschafter in Berlin, Edhem Pascha, ist zum zweiten Bevollmächtigten bei der Conferenz ernannt worden. Nrrrnänieu. Bukarest, 22. November. Der Senat hat ebenfalls die von ihm beschlossene Adrefle aus die Thronrede dem Fürsten überreicht, welche gleich der von der Deputirten-Kammer votirten, auf Einhaltung der Neutralität Gewicht legt. Der Fürst hat in demselben Sinne auf die Adreste geantwortet. Die Deputirten-Kammer hat die geforderten 4 Mill. Lei für Vervollständigung der Ausrüstung des Heeres, insbesondere für Munition, bewilligt. Lskal-MotiK. Gießen, 25. Noo. Gleichwie im vorigen Jahre erlauben wir uns unseren Lesern aus dem soeben erschienenen Ja h r es b e rt ch t d er hiesigen H andelskammer pro 1 8 7 5 das Wtssenswertheste mitzutheilen. — In Bemg aus die allgemeine Ge- sckäftslage bemerkt der Eingang zum Berichte das Folgende : Die Hoffnung auf eine Besserung der allgemeinen Geschäftslage hat sich leider nicht erfüllt, dieselbe ist vielmehr im Allgemeinen gegenüber dem Jahre 1874 mit wenigen Ausnahmen keine günstigere geworden, und ist die Veränderung m den meisten Geschäftszweigen eine so bedeutende, daß wir in vielen Fällen nur wiederholen müssen, was wir in unserem vorjährigen Berichte gesagt. , Auf den meisten Gebiete« des Handels und der Industrie lastet noch heute eine Stagnation, deren unerwartet lange Dauer tief empfunden wird und deren Ende sich zur Zeit noch nicht abseben läßt. Wenn auch die Verhältnisse Gießens im Allgemeinen noch als günstige bezeichnet werden können, so vermag diese Thatsache doch den vielseitigen Klagen nicht ihre Bedeutung zu nehmen. In vielen Branchen hat die Menge der Bestellungen nachgelassen, und der Rückgang des Bedarfs bereitet fortwährend der Industrie große Schwierigkeiten, wenn auch die Lage der Arbeiter an unserem Platze poch eine sehr befriedigende ist, weil dieselben bis jetzt ohne wesentliche Lohnminderung fast ausnahmslos vollständig beschäftigt sind. Den ersten Theil von Abschnitt I bett : Gutachten, Ansichten, Wunsche, überspringend, der für das größere Publikum ohne wesentlichen Werth sein dürfte und dem Handelsstande, durch den Bericht selbst zu Gebote steht, wenden wir uns zu dem 2. Theile bett.: Oraane des Handels und der Industrie. In demselben ersehen wir, daß die Handelskammer im Lause des Jahres 1875 16 Sitzungen abhielt. Bet der am 21. December v. I. vorgenommenen Ergänzungswahl der Mitglieder der Handelskammer wurden, die in Folge des Dienstalters und beziehungsweise durch das Loos zum Ausscheiden bestimmten Mitglieder wiedergewählt Das Creditwesen betreffend, so herßt es in dem Berichte: Das in Deutschland übliche Borg- und Creditsystem hat in der Neuzeit vielfach in der Presse, in Vereinen und Handelskammern seinewohlberechttgte Geißelung erfahren, und sind eine Reihe von Vorschlägen zu dessen Einschränkung und Neugestaltung gemacht worden, welche jedoch zum großen Tyeil wegen der Verschiedenheiten des Gebräuchlichen nicht zur allgemeinen Einführung geeignet sind. Dem Vorschläge im Kleinverkehr ausschließlich Baarzahlung, und im Großhandel nur Accept-Tredtt einzuführen, können wir aus dem einfachen Grunde nicht zustimmen, weil eine gesetzliche Feststellung solcher Systeme eben so wenig, wie eine allgemeine Uebereinkunft möglich sein würde, dahingegen wäre es zu begrüßen, wenn für den Kleinverkehr die gesetzliche Verjährungsfrist von 2 Jahren auf 1 Jahr herabgesetzt würde, während im Großhandel die Abkürzung und günstigere Gestaltung des Borgsystems, deren Vortheile wir im Uebrigen vollkommen anerkennen, der freien Verständige ng der Interessenten überlassen bleiben muß. Die Unterrichtsanstalten anlangend, bemerkt der Bericht: ») zur Realschule. In den Verhältnissen der Realschule hat sich seit dem vorausgegangenen Jahre nichts Wesentliches geändert, uud können wir insbesondere, was die Leistungen der Anstalt betrifft, lediglich das in unserm vorjährigen Bericht Gesagte bestätigen. Die Frequenz der Anstalt hat wieder erheblich zusienommen und beträgt die gegenwärtige Schülerzahl 532. b) Fortbildungs sch ulen. Auf Grund des Art. 16 des Votksschulgesetzes sind im verflossenen Winterhalbjahr inden meisten Gemeinden unseres Großherwgthums Fortbildungsschulen für die männliche Jugend errichtetworden. Der Unterricht begann int November und dauerte bis Ende März. Zu dieser Zeit unterrichtete die hiesige Fortbildungsschule 160 Schüler von 14 bis 17 Jahren in 4 Klassen. Junge Kaufleute betheiligten sich am Unterricht in der ersten Klasse 10, in der zweiten Klasse 1, in der dritten Klasse 3, im Ganzen demnach 14. o) Handwerkerschulen. Die Verhältnisse dieser Schulen haben sich im Jahre 1875 nicht wesentlich gegen das Vorjahr geändert- Aus den Notizen über Verkehrsausialteu Heden wir hervor: a) Po ftweseu Bezüglich der Personenpostverbindung zwischen Mücke und Ulrichstein berichteten wir unter dem 27. October an die Kaiserliche Oberpostdirection in Darmstadt, daß die bestehende Einrichtung derselben nur den Interessen der Bewohner des Vogelsbergetz, nicht aber denjenigen unseres Bezirks und der Provinz im Allgemeinen Rechnung trage, weil die ersteren täglich zweimal von Ulrichstein nach Gießen und zurück gelangen könnten, während die letzteren, um die Zwecke ihrer Reise zu erfüllen, wegen der ungünstigen Rückfahrt der zweiten Post von Ulrichstein, unmittelbar nach Ankunft des ersten, den Postwagen überhaupt nicht benutzen könnten. — Es wurde hierauf, was wir dankbar anerkennen, von der Oberpostdirection die unsere Wünsche annähernd befriedigende Verbesserung eingeführt, daß die zweite Post von Ulrichstein statt Vormittags 11 Uhr um 1 Uhr 50 Minuten Nachmittags zum Abschluß an den um 3 Uhr 47 Minuten von Fulda eintreff enten Zug abgelassen wird. Es bleibt indeß für die Interessen des betheiligten Publikums höchst wünschenswerth, daß der Abgang der zweiten Post von Ulrichstein zu einer noch späteren Stunde, etwa um 4 Uhr Nachmittags, zum Anschluß an die beiden Abends die Station Mücke passirenden Züge stattfinden möchte Wir können nickt umhin, hier einer Beschränkung zu erwähnen, welche den Geldverkehr mit den Postanstalten wesentlich erschwert, ohne daß ein Bedürsniß für diese Einrichtung vorliegt. Nach einer Anordnung des Generalpostmeisters werden bei den verschiedenen Oberpostdirectionsbezirken neben den Noten der Reichsbank nur noch diejenigen von Privatbanken zugelassen, welche ihren Sitz in den betreffenden Bezirken haben, obgleich sämmtliche Noten derjenigen Banken, welche sich dem $ 43 des Bankgesetzes vom 14. März 1875 unterworfen haben, in ganz Deutschland nicht nur umlaufsberechtigt sind, sondern auch an sammtlichen Reichsbankstellen, deren Sitz sich in den Städten von über 80000 Einowhnern befindet, in Zahlung genommen werden müssen. Es wäre hiernach höchst wünschenswerth, wenn diese Verfügung zurück ie- nommen und durch Annahme dieser Noten bet allen Postämtern der Geldverkehr im Allgemeinen erleichtert würde, weil dich ohne irgend welchen Nachtheil und große Mühewaltung für die Post geschehen könnte. b) Telegraphen wes e n. Durch Verordnung vom 24. Januar 1876 b.-tr. Abänderungen und Ergänzungen der Telegraphenordnung vom 21. Juni 1872 ift ein neuer Depeschentarif in's Leben getreten, nach welchem oh ie Rücksicht auf die Ent- sernung eine '.Arundtaxe von 20 Pfennigen und 5 Pfennige für jedes Wort erhoben werden Wenn wir auch anerkennen, daß durch Aufhebung des Zonensystems eine zweckmäßige Vereinfachung eingetreten ist, so ist andererseits doch für den Handelsund Gewerbestand die Vertheuerung auf kurze Entfernungen sehr nachtheilig, welchem Umstande die bayerische Telegraphenverwaltung durch die Einrichtung Rechnung getragen t)nt, daß sie die Taxe für jedes Wort im internen Verkehr Bayerns und im Wechsel- oerkehr zwischen Bayern und Würtemberg auf 3 Pfennige ermäßigte, welche Erleichterung für den ganzen deutschen Telegraphermerkehr um so wünschenswertster wäre, da der Ausfall an dem Einkommen für die einzelne Depesche durch die vermehrte Benutzung der Anstalt nicht allein ausgeglichen, sondern die Gesammteinnahme zweifelsohne vermehrt roüibe. ______________________________(Fortsetzung folgt.) DerVLahrer Hinkende" ist wieder da, ein guter, alter Bekannter! Man weiß ja seine Art, wie er Ernstes und Unterhaltendes, nützliche Mittheilungen und lustige Geschichten im bunten Kranze bringt So ist auch der neue Jahrgang 1877. Man blättert und lieft mit Behagen darin und findet auf jeder Seite, was einen ergötzt und interessirt." (Pfälzischer Kurier/, Frischdacker ) u Gießen. Sonntag, den 26. November 1876. D. RM tufl Nathhaus. Ehr. Faß am Wallthor. E. Noll in der Löwenaasse. Kirchliche Anzeigen der evangelischen Gemeinde zu Gießen. Gottesdienst. Sonntag, den 26 November. (Feier des Todtenfestes in der Friedhofskapelle.) Morgens: Pfarrvtcar Schöner. Nachmittags: Mitprediger Dr. Buchhold. (Die Pfarrgeschäfte für die Woche vom 26. November bis 2. December besorgt Pfarrverwalter Schlosser. Nächsten Sonntag als am 1. Advent wird das'heil. Abendmahl gefeiert werden. Besondere Bekanntmachung. Beffkniliche Bekanntmachung. Albert Kohlheier II. von hier ist hmte als (Kurator über den unter (Suratei gestellten Albert Bender dahier verpflichtet worden; es wird büß mit dem Anfügen bekannt gemacht, daß alle von Albert Bender ohne Zustimmung ge nannten Eurators abgeschlossene Rechtsgeschäfte ungültig sind. Hvngen, am 15. November 1876. (5984 Großherzogliches Landgericht Hungen. Cellarius. Allgemeiner Anzeiger. Submission. 6096) Die Anlieferung von circa 120 Cubikm., theils kantiges, theils rundes Bauholz, das Verzimmern und Richten desselben; ferner die Anlieferung und Aufbringung von 1000 Quadratmeter Dachschalen, soll an qualifickrte Unternehmer vergeben werden. Zeichnungen nebst Holzoerzeichniffen liegen beim Unterzeichneten zur Einsicht offen. Offerten werden bis zum 1. December er. erbeten. 28eHlar, den 21. November 1876. L. Weygand. Kaufmännischer Verein Frankfurt a. M. 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Man bittet höflichst, dasselbe bei Herrn Kaufmann Ka e ß am Kreuz abzugeben. (6091 Verloren! 6086) Mittwoch den 22. b. M. wurde ein Vebttttd Schlüssel, enthaltend 7 Stück ocrloren. Der ehrliche Finder wird gebeten, dieselben bet der Expedition dieses Blattes abzugeben. ■Anfang i/28 Uhr. 50 Buchhundiunsigroisrnde flenen Heft 1, 2 und 100 pro 100 Abonnenten gesucht. Neulinge erhalten Anleitung. (6027 Deutsche Exportbuchhandlung, Mainz $'on jetzt ab bis Ende Decctnber werden die Renten täglich von 12 bt- 2 ubr ßcgen Einhändigung der 1876er Conpons ausbezahlt. Die Renten- bezugsber- chtigten, welche mir nicht bekannt sind, müssen die Lebens- und Aufenlhalts-AtNstc ans der Rückseite der Coupons bescheinigen lassen. (6106 JDer Bevollmächtigte: J~. I*il. Müller«, Wohnung bei Herrn Wilh. Reiber, neue Bahnhofsstr. ZZntzbncher 6076) Ein größerer Laden over mehrere Parterre-Räume auf kürzere Zeit zu miethen gesucht. Offerten beliebe man an die Erp. d. Bl. zu richten. 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Rothenberger, _____________Lindenplatz. -friTnfUurhT IjoL Heute Abend eiosj Fraa k furter II »L f. »foee! ,5992) Hochachtungsvoll Verantwortliche Rebaction: A. Echepda. — Druck und Verlag der Brübl'schen Untv.-Drurkerct (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. Meine Restauration, sowie reingehaltene Weine Frankfurter Bier, Aepfelwein und Mittagstisch um y2i Uhr bringe ich hiermit in empfehlende Erinnerung. Ferner erlaube mir auf meine 3 Billards von Dorfelder '"uv täglich geheizte Kegelbahn höflichst aufmerksam zu machen. Einige Zimmer zum Logiren, L JA 1, sind stets vaeant. Kath arinen- Markt. Abends Ball im Hessischen «dos, wozu höflichst einladet (6063 Köln-Gießener Kahn. Abfahrten von Gieren nach: Deutz 6", 12, 4*8. Dillenburg 6«, 12, 4« 9». (2540 Siegen 6<6, 12. Wetzlar 6", 8W, 9M, 12, 4<8, 7«, 9». 6085) Eine gesetzte Person zur Stütze der Hausfrau auf sofort gesucht. Näheres bei der Sstped. d. BlttS.____________________ Reingehaltene Exemplare des Gießener Anzeigers von Nr. 266 und 269 werden von der Cxpediton zurückgekauft. isro. Mo. ietzener 'Anzeiger AMP- uni Amtsblatt für den Kreis Gießen. Erstes Blatt. Sonntag, den 26. November Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Expedition r S ch ulstraße, Lit. 6. Nr. 18. «reis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf- Bringerlobn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark LS Deutschland. Ladung. Literarisches. 9A «Jowember Die Demarcations-Commisston hat beschlossen, ... Ä»ÄS"> D--,-.».->«» WW»« «wtcke begeben sich der ruisische, der österreichische und der montenegrinische Kommissär nach der Herzegowina, der englische, der deutsche und der franzö- ische nach Albanien. Hriechenland. Atben. 23. November. Die Deputirtcn-Sammer hat die Gesetzvorlagen betreff« der außerordentlichen Rüstungen und militärischen Orgamsirung von 200,000 Mann in erster Lesung angenommen. Amerika. N«w - Rork, 23. November. Das Control-Comitö zur Prüfung der Wahimänner,Wahlen in Süd-Carolina hat gestern, in, Widerspruch, mtt den Anweisungen des höchsten Gerichtshofes, sur die der Candidatur von Hayes «»hängenden Wahlu.änner und sür di- republikanischen Cand.daten zu den St.aisämtern Certific.te ausgestellt, und hierauf s-tne Sitzungen endgültig »er tagt. Dieses Verfahren des Ev'NiiÄ rief lebhafte Bewegung dervor. Ji einer vom Führer der Demokraten, Wade Hampton, erlaffener, öffentlichen Erklärung wird daffelbe als ein endgültiger bezeichnet, und zugleich die Bevölkerung ausgefordert, sich ruhig zu verhalten und die Entscheidung des höchst.» Gerichtshofs abzuwarten. - Nachrichten aus Me;iko vom 12. d. TOI zufolge hat der frühere Präsident des obersten Gerichtshofs, Josö Maria Iglesias, sich als Präsident der Republik proclamirt und in Guanasunto eine Regierung ge- : bild-t; es sind Truppen gegen denselben abgesendet. Darmstadt, 23. November. Die „Main-Ztg." hatte berichtet, daß die Rabbiner von Berlin, Darmstadt re. der Polizei-Direction zu Wiesbaden ein übereinstimmendes Gutachten abgegeben hätten, „wonach cs die Re lgtvns- Gesctze der Juten strengstens verbieten, jüdische Lerchen auf Commuiml-Fiieb- höfeii zu b.erdigen." Dem gegenüber gibt der Großh. Laudes Rabbiuer, Dr. Landsberger, in dem genannten Blatte folgende Erklärung ".„Ohne aus den Gegenstand selbst einzugehen, fühle ich mich zur Steuer der Wahrheit veranlaßt, zu erklären, daß ich in der angeregten Frage k.» Gutachten überhaupt nicht abgegeben habe und nicht abgeben konnte, well ein solches von mir gar '"^Ertin^23.'Növember. Der „Reichs-Anz." bezeichnet auf Grund emer Warschauer Mittheilung die ZeitungSmeldung in Betreff Emstellnngl der Güterbeförderung auf den Eisenbahnen Polms al« unrichtig; der Güterverkehr s nirgends unterbrochen, nur auf der Warschau-Terespoler Bahn wurden für die Strecken Moskau-Kursk-Rjäsan bestimmte Maaren nicht angenommen, dagegen Güter von Terespol» Brest nach Moskau befördert. 9 1 Berlin 23. November. Der Marquis von Salisbury nahm heute nnt seiner Gemahlin das Diner beim Fürsten Bismarck ein und reist morgen "* >*«' •« y» rath allernäckistcns die Frage wegen Beiheiligung D-utschlandsan der Parker Äusstellung zum Äustrage bringen und seine deefallsigen Beschluffe dem Reichstage vorlcgen. Von der Stellung einer Interpellation au« dem Schooße de« Reichstags sei deshalb abgesehen. Würzburg, 20. Na». Das „Würzburger 3°ur»al" berichtet: ,EinjLH^»° ^reiwilliaero Lutzenberger des 9. Infanterie-Regiments, ein hoffnungsvoller ILzahnger Ning bat sich gesteh früh 11 Uhr, nachdem er uom ^.er-lren hc mgetthrt war seiner Lok nun a erschossen. Der junge Mann war von fernem Jnstructions.Ofstcier ! Sc con be^Lteuttnant^Faß) mit der Strafe de» Sandsack Tragens de egt worden, d. h. er mußte während dis Exerzirens einen 17psundigen Sand sack im Tornister mit- ickleovkN. Am gestriaen Nachmittag sollte dieses Gewicht auf 20 Pfd. erhöht uud der Bedauernswerthe überr»tetz während der Nacht in Arrest gesperrt werden. Der junge Kt;",'.; ,rä «... m sw«« N Äuthampton bestimmten P-sfagi-«, Post und Ladung heute 2 Uhr Morgens U- Reise nach Bremen fortgesetzt. Der Rhein überbringt 109 Passagiere und mit Bukarest. England. «ondon, 23. November. H-ut- Nachmittag fand eine Sitzung des Cabinkis' statt; auch für morgen ist eine solche anberaumd Der R'Perung st ®„. * turd; ihre Sonsulate davon Anzeige gemacht, daß die rufst che Regi ^ 1 „ip anderweitig gemeldet, den Schiffen verbot, stch bei Nachtzeit vvn Odcsia und^Sebastopol, den Dnieper- Mündungen und der Meerenge von Kertsch zu nähern. Helgi«». 93 Navembe». Die Deputirten - Kammer hat die von Bara Brussel, ' -fctr bic Vorgänge bet den Wahlen in Apern, Antwer- bcanlragie Unters ) g Fjuanzminister Malou erneuerte hierbei seine 3.rö'™S iS W-« ~ Wahl-Mißbräuchen. Türkei. Hesterreich. Wien, 23. November. Der Ausschuß des Mseordnetenhauses für die (Äesekaebuna hat die vom Abgeordneten Foregger eingebrachten Gesetz-Entwürfe, bett Abänderung der preßprocessualen Lorschrifien der StrafprocchOrdnung und einiger Bestimmungen deS Preß-Gesetzes ' Angenommen. e Aenderung bcrweckt die Freigebung der Colportage und Aushebuiig der CautwnS-Pstich - tcr PreMovelle wurde vom Ausschuß auch ein Paragraph angenommen, Annrfc siLbacteur Lerausaeber und Drucker berechtigt sein sollen, thr Zeugniß über ^die Person ' des Verfassers oder Einsenders eines Preß - Productes zu Die Annoncen-Exped ition Th. Dietrick 8? Eo. in nimmt die prompte Besorgung von Anzeigen in sämnitt.che Zeitunj.en SDiutfcöUnM und des Auslandes zu Originalpretsen. (Alleinige Inseraten-Annm-me f. d. „Oasstlcr Tagespost.) ...-------------- Fünftia Kabeln für Kinder, von Wilhelm Hey. In Bildern gezeich- ö net von Otto Speckter. Nebst einem ernsthaften Anhänge. 2 Bande. Gotha, Friedrich Andreas Perthes. Gr. Ausg. ä Bd. c4L. 3. 50 ; kl. Ausg. a Bd. c/A l 50. „Diese beiden neuen, nur durch ihre Ausstattung verschiedenen Ausgaben eines BuckeS das eigentlich in jeder Familie, wo Kinder sind, gefunden werden sollte, heimeln uns in' einer recht gemüthoollen Weise an. Denn ihr Inhalt trifft so ganz nnd gar das Leben unsrer Kinder, daß man sie darüber gesehen haben mutz, "m es zu be- areiien wie sich das Kindergemüth vollkommen mit seiner Umgebung, besonders mit deren Thierwelt, identtficirt. Referent hat einmal vor Jahren.wenigstens oierzehn Tage lang an dem Krankenbette seines am Scharlach damederliegenden Söhnchens gesessen, um diese reizenden Bilder aus unserm täglichen Leben zu colortren, und noch h(ute wird dieses Werk als kostbare Reliquie in seiner Familie aufbiwahit. Res. hat damit bie Fnbeiphantasiecn seines Kindes wesentlich gemildert, aber auch gesehen, mit welcher Dankbarkeit die durch dieses Buch beschäftigten Kinder auf dasselbe zurückkommen. Es streckt das ganze (gemütlichen des Thüringer Landes und Volkes in ihm, und das istebenketnand«e8, als ein Natur leben, welches auf jeden Andern anregend wirken mutz. Der Dichter, weiland Pfarrer in Ichtershausen bet Arnstadt; der Malei, ß» viel wir wissen, mindestens der Holzschneider Läufer, em Ktnd ^on Jckteishausen, waren Thüringer und haben damit ein Werk geschaffen, von welchem es ungewiß bleibt, wer sich am meisten um dasselbe verdient machte. Die ganze Poesie unsrer Äinberiett die wir mit Hund und Katze, mit Kaninchen und ReUerpferd, mit Pserd und Esel mit Spatz und Bäckchen, mit Kuh und Schaaf, mit Storck und Drachen mit Ente i^d Ftswen und Schwan, mit Tnitbabn und Hühnern, mit Raben und Sckeemann mit Schwein und Schwalbe, mit Taube und Singvogel, vor der Scheuer, be m Tauben bau f c?a uf ° b c r blumigen Wiese, im duftigen Walde u. verlebten. Alles taucht wieder vor uns auf, was uns ehemals entzückte, selbst erschreckst, wie der Fuchs und Tanzbär, und zwar so leibhaftig in Bild und Reim, baß wir wohl nicht fehlaeben, wenn wir oorliegeickes Buch die erste und beste Raturgefckichte, unsres kiyd- licken Lebens nennen. Da ist feine Sentimentalität, sondern frisches fröhliches Leben, und die meisten Verse purzeln nur so kindlich heraus, wie sie das Kind selbst "mpfindet. Wie veischiedenartig sie auch an sich sein wogen, so steck ^och in dem Ganzen ein classisch kindlicher Sinn, und so empfehlen wir sie für die liebe Weih- nächst M« befte »abe für bie betreffenbe^dn»^ OeTroCi0ftrafau, 21. N-vemb-r. Ein P°.°7öbur,er Bericht des „Czas" meldet i xiaBffiC-sgÖ Lewbera, 21. November. Der „Dzienmk Polskt melket, bei Chotym ? ? J oo 000 Mann verstärkt » erden fall, zum ausschließlichen Gebrauch uber- 2..a der State wurden 34 Feldlazare.he eingerichtet. Der ^etre'deankans ^Seitens der Militär-Intendantur hat riesige Berhältniffe äuge komm-rn Der «ischemwer Generaistab unterhält fortwährende C.rrefpondenz Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Getraute. m - Den 22 Noo. PH. Bender, Schuhmacher dahier, des Bürgers und Lohndieners Paul Bender, ehel. Sohn und Marie Elisabethe Grät aus Laubach. Getaufte. N°k>Ö Dem Schuhmacher Christ. Steuerwald, eine Tochter, Anna Karolme Christiane Louise Katharine, geb. den 28. October. W.lh°lmJ°h-n». ®mU j?Onrab W°rnh°rd Fn-dr,ch'^^d-n fßSr“ 3°1’- SäU,uni 1876. reK ^re so wohlthätige Wirkung deS ächten rheinischen Trauben-Brusthoniqs von dem Erfinder des eiben Herrn W. H. Zickenh ei m er in Mainz habe ich in überraschend» ?n m. r£ erfahren. — Von einem aufreibenden Husten mit sehr schmerzlichem mir Flasche des rheinischen Trauben-Brusthoniqs aus der Ver^ufsniederlage des Herrn I N. Deutter in Landshut übersenden unv schon nach kurzem Gebrauch die,er einen Flasche wurde ich durch eine auffallend starke Schleim- ^iden vollständig befreit. Das Interesse jo vieler Leidend/n im Auge habend glaube ich daher recht unv billig zu hanveln, wenn ich diese Anerkennung zur Oeffentlichkeit gelangen und die Bestätigung meiner Unterschrift amtlich beglaubigen ffe’ - — ■ w x . P- J- C. Politi, Priester. 9 Dle Aechtheit der uebigen Unterschrift bestätigt Markt-Gemeinde-Verwaltung Vilsbiburg 12. Juni 1876. Kagermayer, Bürgermeister. Wpr Trauben-Brusthonig ächt kaufen will, achte auf die von dem Er- r . kmder autorifirten Depöts und darauf, daß jede Flasche auf dem ^iKapselverschluß nebigcn Fabrikstempel trägt. ' *" ' * Verkaufsstelle in Gießen bei Herren (6114 •/. Ae Husch Söhne. in GIESSEN 1187. zu vermiethen. Neuenweg 187. - Sonneustrahe. Zießener (Eoncertocrein 6038) fuster- Programm. 2) a. *) «) Gewerbebank Gießen S Uhr 275 bereits iitAT. :kereien :el nach M y -3) 4) s CD B" !rQhar^ ____(613i tlfaitts, tappen, iketuis, ViAks, Bamcn= ffiarga- jkafcn, innaits= Sufttr k. tk. fl r. Oncken, Professor. Schopbacy, Schreinermeister. Dr. Stein, Realschuldirector. eingetragene Genlistenschaft. .Qenernlberlammrunfl Dienstag den 28. November c., Abends im Leib’schen Saale. Tagesordnung wie solche im Gießener Anzeiger Nr. veröffentlicht ist. Figuren in Thon, Gyps, Stearin und Biscuit. ,b,2; Emil *** geb. ^«Men (6116 Samens des Ausschusses: Je Haustein, Vorsitzender. 4) Symphonie in C-dur, von Franz Schubert. a. Andante und Allegro ma non troppo; b. Andante con moto; c. Scherzo; d. Finale Allegro vivace. Erstes Concert Sonntag den T6 November, Abends 5 Uhr, im Clubfaale, unter Leitung des Grossherzogi. Universitäts-Musikdirectors Herrn Adolf Felchner und unter gefälliger Mitwirkung des königl. ireuss. Concertmeisters Herrn de Ahna aus Berlin und des 1 enner’sehen Madrigalenquartetts, bestehend aus : Frau Selling, Frl. Cäcilie Glöckner, Herren Joseph Seiling und ljos. Renner aus Regensburg. Zi»t 1876. vcn t>tm nbfr*n6tT jk ichNerzlicbkM Sr.ücm^ aus , nut sihcn nach ' Schleim r ^irenden ia ,(i( Inffftnnung ir[i4 dezlaubigen iti. $*• rtitiqt Silibitorz, ■tritt* rte v-n J * Laiche * (1114 WW Ausverkauf sümmUicher Spielwäaren. Grosses Lager in Warihstäuflingen, angekleidete n Puppen, Puppengestellen, Köpfen mit und ohne Haar, Schuhen, Strümpfen, Armen, Beinen bei (6122 Fr. Rüger, vorm. Gg. Köber, Kreuz. Eintrittskarten für Nichtmitglieder sind in der Ricker’schen Buch- Itndlung und R u d o 1 p h’schen Musikalienhandlung [in Ersterer nur bis 12 Uhr Sonntag den 26. Novbr.] a dtt. 2 zu haben Nummenrte Plätze liBten JL. 1 mehr. Der Eintritt ist nur gegen V or.zeigung der Karten Betattet. Um Störungen zu vermeiden, wird während des Vortrags einer 1 lece kr Eintritt zum Saal nicht mehr gestattet. . Wegen rechtzeitiger Benutzung der Eisenbahnzüge Seitens Concer - ksucher aus der Umgegend ist der Anfang des Concerts präcis 5 U r fortgesetzt, worauf hierdurch spcciell aufmerksam gemacht wird. Ter1bUcher zu den Vorträgen des Madrigalenquartetts sind am Einlage des Saales h 40 /A zu haben. Jleflmmilitm zum Höfer. Hiermit erlaube mir, ein verehr!. Publikum auf meine im A.dler9 Wallthorstraste 145, im Pittha n'schen Hause, eröffnete Restauration mit Rar Küche ergebens! aufmerksam zu niacheu. — Außer div. Sorten 28rrn und Bter empfehle besonders täglich warmes Frühstück, guten Mittagstisch, sowie Restauration ä la carte zu jeder Tageszeit. Speisen werden auch außer dem Hause abgegeben. Durch langjährige Thätigkeit im Palmengarten, sowie den größten Hotels Frankfurts glaube einem verehrten Publikum ganz Vorzügliches bieten zu 'können und halte mich daher bestens empfohlen. Für heute empfehle noch besonders Gebratene Fische. Achtungsvoll begleitung, arr. von J. J o a c h i in. b. Romanze (F-dur) mit Begleitung des Orchesters, von L. von Beethoven. , a. „Mein schönes Lieb, das lacht“, englisches Madrigal (Modus lydius), von Thom. Morley, 1595. b. „Gott b’hüte dich“, deutsches Madrigal (Modus phrygius), von Leonh. Lechner, 1580. |< * (iVfr Dnmen=Jlläntef, neueste Fa^ons, von feinen, rein wollenen Stoffen, garantirt, deren früherer Preis JA. 40 — 45, verkaufen wir jetzt zu JA. 24—27. Ein gut möblirtes Zimmer zu vermiethen. Schloßgasse B. 6. (5563 5995) Alicenstraße E. 101 ein Familien- Logis bis zum 1. Febr. 1877 oder auch eher zu vermiethen. Näheres bei _______________Louise Wille. 5274) Eine Wohnung, 5 Zimmer und 1 Cabinet, Küche rc., zu vermiethen. Frankfurter Straße Lit. E. Nr. 30. 5005) Der 3. Stock in meinem neuen Hause, 6 Zimmer, Küche mit Wasserleitung, etwas Garten u. s. w., ist zu vermiethen und bis 1. December beziehbar. ______P h. 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Violinconcert in Form, einer Gesangsscene, von Louis Spohr. a. „0 Eislein, liebstes Elslein mein“, deutsches Madrigal (Modus hypodorius), von Ludwig Senfl, 1490. b. „Einst wandelt ich in stiller Nacht“, englisches Madrigal (Modus hypojonicus), von Thom. Tallis, 1600. a. Abendlied von Hob. Schumann, für Violine mit Quartett- CD w cti Ä cd bO o o Ph Aufforderung zum Eintritt in den Carnevalverein iM Türkei,66 Wistt ihr, was in rrnster Zeil uns beglückt mit ijeiterkeit, Was erfüllet unsre Brust jriin^it mit Freud' und Lust? Dies ist der Herein „Türkei" Zehe Feder gern dabei! WJWVWj Wer denn nicht? Kein Britte, Rumäne, Walache, Hellene, Franzose, Polacke, Bulgare, Kosäcke, Nicht Russe noch Serbe Den Spass uns verderbe. Was nützt das Geklage Der Orientfrage ? Kein Herzegowiner Und Montenegriner, Kein Türke, Kalmuk, Tscherkesse, Heiduck; Wer gemuihlicii stets sei, Der komme herbei! Wer Narrheit verhöhnet, Bei Witz und Scher/ gähnet, Nicht fröhlich kann sein, Der darf nicht herein. Wem Sinn ist gegeben Für freudiges Leben Im Narrenverein, Der komme herein! Der Heiterkeit Hasser Der Wasser-Verprasser Die Feinde von Weih, Lasst nur nicht herein. Den Achselzucken Den Griesgram und Mucker Mit heiligem Schein, Die lasset nicht ein. Wer soll denn herein ? Will eine fidele, Treu, sittlich, gemüthlich, Herzlustige Seele Pos sfr lieh, zufriedlich, In unsern Verein, Sollt' Einer so sein, Der trete nur ein! So ruf’ ihn herein! Er soll willkommen sein• Kommt so ein vertrakter Verschmitzter Calfacter, Von vorneherein Ruft: Nein! nein! nein! nein! Wer geistig, witzblitzig, Satyrisch, fein, spitzig, Von Falschheit doch rein, Den lasset hereinI wird der große t: Warme Bäder Tanz-Anterhattung Erlaube mir, meine Bade Anstalt in empfehlende Erinnerung Andr, Euter. >.l . - *— [qj Loj Der heutigen NummÄ liegt ein zweites Blatt, eilt Beilage, ein Flugblatt de Fortschrittspartei, sowie fii die hiesigen Abonnenten eilt lit. Beilage der I. Ricker schen Buchhandlung, bei. 6133) Tüchtige Clgarrmmacher für feine Arbeit gesucht I. Bernhardt- zu bringen. Schriftliche Anmeldungen nimmt jedes Vorstandsmitglied, sowie Vereinsdiener Herg, entgegen. Mer net schreiwe kann — der meld' sich mündlich an. 0,27) »er Vorstand. Auf vielseitiges Verlangen ! Danksagung. 6. Allen denen, die unsere unvergeßliche liebe Tochter Anna Mainzer ?/ während ihres Krankseins besucht und zur letzten Ruhestätte begleitet haben, sagen wir unseren innigsten Dank. F 6117) " Die tiefbetrübte Familie. Köln-Gießener Kahn. Abfahrten von Giesien nach: Deutz 6«, 12. 448. Dillenburg 6", 12, 4«, 9«. (264< Giegrn 6", 12. Wetzlar 6«, 840, 9», 12, 4*>, 7«, 9’. mit Verloosung der vereinigten Gewerkscvaften am 10. December in Meinel's Saalbau. Anfang 7 Uhr. , Karten sind zu haben bei Herrn Gaftwirtb Orün, Neustadt. (612 Ivan ManusaKturwaaren, Herren-, Damen- und Knaben-Garderoben N im Saale oer Restauration Eramm, tiiessen, dteustad, von Montag de» T7. d. Mts. bis 1 Freitag den 1. December, Abends IO Uhr, zu noch bedeuten? ermäßigten Preisen fortgesetzt. Das Lager ist durch neu eingetroffene Sendungen wieder auf das Großartigste completirt. X NB. Sonntag den 26. d. Mts. wird der Verkauf ausgefetzt. (bi20 H Der Beauftragte. « Wie», daß die deck e der Behörden Gravosa nicht türkische Sckif österreis'chtn Be forc^e den Sin turen, sowie t tiiMtn Schis - Man der Psorte, in Negierung erkh< Häsen ausschlie kilchen Armee ■ liisses entschiede Wien, man der osflcn slchtnahme ans (triefen Befolgt Liaffenstillstand sich hier veraulc gesetzte Veiletzu! WafsensWandt machen, unb tr Pantincpcl mit b Consul m Seraje Punctationen entf mib dm türkischei Ptsth. : Politik dars wed österreichisch - ung Temonstrationen . Pesth, gmanzminister S schem Beisalle u das Budget. Z ^och welchen bi (Wbloe sind, b'gung der Ops ^bessert, unb b den find. 9i Bersaill Sammer legte ti l'ff' d» flfgnen, e,imi । ftn'r? &mbni» 6*!" Ritte,, MWifdtbienjie s, J^me der fr Ehren-Lkzio, JW’Hntiw ble droh,„ Deik 1 ®fl'üc «tt? 5 N- ’ "»richtig der d-E» - ^laq®et«. 23