Freitag, den 25. Februar. 1896. o. 49. Anzeige- uni> Amtsiilatt für Len Kreis Gießen. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Expeditionr Schulstraße, Lit. B. Nr. 18. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. #¥»etei" Mts. politischer H h ei l. fn statt. Deutschland. Berlin, 22. Februar. Die „Post" bezeichnet die Meldung einer hiesigen Correspondenz, wonach hervorragende Industrielle in einer Audienz bei )cm Handelsminister unter Darlegung ihrer bedrängten Lage um Unterstützung -urch neue Aufträge gebeten hätten, ihrem ganzen Inhalte nach als erfunden. Deshalb entbehre auch, was der Handelsminister angeblich erwidert oder in ir. 'stand. |i£tt Aussicht gestellt haben sollte, jeder thatsächlichen Begründung. ■ V* 6 Berlin, 22. Februar. Der „Reichs-Anz." ist in den Srand gesetzt, r ^fr £ummenbie Behauptung des „Düsseld. Anz.", daß das Handelsministerium mir öster- - lM Ctdats-Anlebtnreichlschen Fabriken für Eisenbahnbedarf wegen Lieferung von 60 Locomotiven ein mindestens 3-4mls'ür die Staatsbahnen in Unterhandlung stehe, als völlig unzutreffend und jeder l neck vierMnl alljähr-Legründung entbehrend zu bezeichnen. Das Blatt gibt Details über die wenig <5,000,50,000, 30,000/1^6Hc^e Betheiligung des Auslandes an den Lieferungen von Betriebsmaterial für die preußischen Bahnen in früheren Jahren und fügt hinzu, voraussichtlich freie Zukunft geworden;werde noch im Laufe dieses Jahres mit der Bestellung von Betriebsmitteln für Gelegenheit, zudem cindie im Bau befindlichen Staatsbahn-Strecken vorgegangen werden; auch beab- d'ren ist. sichtige die Verwaltung der Oberschlesischen Eisenbahn alsbald den Verding von Angabe der Größe des^O Locomotiven auszuschreiben. (433. Berlin, 22. Februar. Den „Hamb. Nachr." wird aus Kiel, 18. Febr., talieN-Anlaae: gemeldet: „Von unseren Kriegsschiffen sind biS jetzt die Panzer-Fregatteli eidelbera. * Kaiser, Deutschland, Friedrich Karl, Preußen und Friedrich der Große mit Q'_______einem Dampfruder versehen, die übrigen größeren Schiffe werden auch in der frrf, bm 20. $tbruar. Ochsten Zeit ein solches erhalten. Das Dampfruder bietet die großen Vor- - la;Teilung aus G^-itheile, daß es sich einmal weit schneller von Bord zu Bord legen läßt, also f)tuü'?n, so alterichbte Schnelligkeit des Manövrirens bedeutend erhöht, unfr sodann, daß weit oon ^E^!iveniger Leute zum Handhaben desselben nöthig sind. Während beispielsweise uuna uXbtin fii*' Quf König Wilhelm 16 Mann zur Bedienung des alten Ruderrades notf>= begonnen wordm. wendig sind, welche bei bewegter See nicht einmal ausreichen, wird das Dampf- ren" bezeichnet wird, rill er von einem Manne mit Leichtigkeit gehandhabt. Die Panzer-Fregatte ::r gall, so müßtc^ ^fiönig Wilhelnr hat in letzter Zeit an der Kriegswerfte in Wilhelmshaven neue > >er ElMluß des ^Aylinder erhalten, so daß an die Maschine derselben nunmehr wieder die Höch n^f£erf in einer Veristen Anforderungen gestellt werden können. Bekanntlich trug ein kurz vor dem ' mcht gelungen. troMusbruche ces letzten Krieges entstandener Sprung in einem Cylinder des - .-emcnt mif der MMönig Wilhelm die Hauptschuld an der Unthätigkeit unserer Panzerschiffe wäh- linder. Berlin, 23. Febrilar. In der heutigen Sitzung des Ab,ieordneten- i. Enorm sm äSSäi-1 )U Itlgt. ju nennen- Hauses beantwortete der Cultusminister Dr. Falk die Interpellation des Abg Windthorst (Bielefeld), wann die Vorlage des Unterrichts-Gesetzes zu erwarten sei, mit einer längeren Darlegung der Schwierigkeit der Vorarbeiten, deren Äbschluß nun aber in nächster Zeit bevorstehe. Der Minister hofft demnach in der nächsten Session das Unterrichts-Gesetz vorlegen zu können; dasselbe solle gleichzeitig mit dem Volksschulwesen auch das höhere Unterrichtswesen regeln. München, 22. Februar. In der morgigen Sitzung der Abgeordneten- . ^j.».. relid des Krieges. "'• >-enntni°ntr M — Um mehrseitig ausgedrückten Wünschen zu entsprechen, soll vom imtr ^arrbefolbung nm. März ab versuchsweise die Einrichtung getroffen werden, daß der ein Tele- zahlen soll, wahrM^amm überbringende Telegraphenbote auf Verlangen des Emvfängers die ■ r. , etwaige telegraphische Antwort zum Telegraphenamte gleich mir sich zurückaimmt. 9liihDOTt3:£deflramni muß ihm aber innerhalb höchstens 5 Minuten über- Men auf 1000 ft geben sein ; länger darf er nicht warten. Außer der Gebühr für das Telegramm J-i'i'.'i auf 1200 ft by selbst hat der Bote für den gedachten Dienst den Satz von 10 Pfg. zu eiche- weH'r unsere Beamten 'h&en. Aufg be-Formulare zu Telegrammen führt der Bote mit sich und verab- ui hnlänglicb,.zu ha^ssytgt sie zum Behuf des Antwort-Telegramms unentgeltlich. bieMbMung ' Berlin, 23. Februar. In der heutigen Sitzung des Abgeordneten- /ogler rt t. D> *' iheyda, Kammer wird der Abg. Freitag im Namen der Clericalen die Regierung wegen ihrer Stellung zu der Reichs-Eisenbahn-Frage interpelliren und die Frage stellen, ob die Staats-Regierung unter irgend welchen Umständen die Staats- Eisenbahnen an das Reich abtreten würde. München, 23. Februar. Sitzung der Kammer der Abgeordneten. Nach geschäftlichen Mittheilungen Seitens des Präsidenten verliest der Abg. Freitag die bekannte Interpellation, betreffend die Eisenbahnen. Minister-Präsident v. Pfretzschner erklärt, dieselbe in einer der nächsten Sitzungen beantworten zu wollen. Nächste Sitzung Freitag. Auf der Tagesordnung steht die Wahl des Präsidiums. ..V1 Hesterreich. Wien, 22. Februar. Die „Wiener Abendp." und die „Polit. Corresp." veröffentlichen den Wortlaut der Note des Ministers des Auswärtigen, Raschid Pascha, an den österreichischen Botschafter, Grafen Zichy, vom 13. Februar in welcher davon Anzeige gemacht wird, daß von den in der Note Antrassy's vorgeschlagenen fünf Reform-Punkten vier sofort durchgeführt werden sollen; ferner wird in obigen Blättern der Wortlaut der an die Vertreter der Türkei bu den Großmächten hierüber gerichteten Weisungen mitgetheilt. Arankreich. Paris, 21. Februar. Paris ist heute in großer Aufregung. Die Niederlage Buffel's, der in seinen vier Wahlbezirken durchgefallen, und der Sieg der republikanischen Partei erregten fast überall großen Jubel. Man riß sich um die „France", welche die Meldung von Buffet's Niederlage um 11 Uhr Morgens brachte. Die Nachricht wurde mit um so größerer Freude aufge- nommen, als der „Figaro" zwei Stunden vorher gemeldet hatte, daß Buffer gewählt sei. Die Börje war flau, da Büffelns Rücktritt nicht länger auf sich warten lassen kann und man sich wieder der alten Furcht hingibt, der Marschall könne sich zu außerordentlichen Maßregeln hinreißen lassen. Es geht schon das Gerücht, daß der Justizminister Dnfaure, der in Maurennes mit bedeutender Mehrheit gewählt worden, Vice-Präsident des Conseils werden würde. Von dem ehemaligen Polizei-Präfekten Renault, den man sicher als Minister des Innern nannte, soll der Marschall aber — einstweilen — nichts mehr wissen wollen, und entschlossen sein, nicht weiter nach links zu greifen, als bis zur äußersten Rechten des linken Centrums, zu der Dnfaure und Say gehören. Nachschrift. Die osficiöse „Correspondance Universelle" versichert, daß Buffet heute zwei lange Unterredungen mit Mac Mahon gehabt und daß, im Widerspruch mit den umlaufenden Gerüchten, kein Beschluß betreffs einer Cabi- netsveränderung gefaßt worden. Paris, 22. Februar. Die Abendblätter vermuthen, Dnfaure werde mit der Neubildung des Cabinets beauftragt werden; es sei aber möglich, daß die Umbildung des Cabinets bis zum Zusammentritt der Kammer vertagt werde. Paris, 22. Februar. Buffet's Rücktritt ist eine vollzogene Thatsache. Sein Nachfolger wird noch gesucht. Die zuerst verbreitete Nachricht, er werde die Geschäfte noch zeitweilig fortführen, erweckte im Publikum Besorgnisse vor einem Conflict. Dieselben waren jedoch unbegründet. Von Staatsstreichs- Gedanken ist keine Rede. Der Marschall ist entschlossen, sich mit der neuen Mehrheit, wenn auch nicht zu befreunden, so doch zu verständigen. Paris, 22. Januar. Buffet begab sich, als er erfuhr, daß er auch in Castelsarrasin geschlagen worden, mit Dufeuille zum Marschall, um sein Entlassungsgesuch einzureichen. Der Marschall bat ihn zu bleiben, bis er seine Maßregeln ergriffen haben würde. Auf den Rath Buffel's berief hieraiif der Marschall den Justiz-Minister Dnfaure; dieser gab ihm den Rath, das Ministerium bis zum Zusammentritt der Kammer am Ruder zu lassen. Buffet wird jedoch schon jetzt nicht mehr das Ministerium des Innern verwalten, sondern einen Urlaub erhalten. — Desjardins, Unterstaals-Secretär im Ministerium des Innern, der ebenfalls nicht gewählt worden, hat mit Buffet sein Entlassiings - Gesuch eingereicht. — Die Stimmung in Paris ist fortwährend sehr gut. Das einzige, was man hier befürchtet — und jedenfalls sehr unnöthiger Weise — ist, daß sich Mac Mahon von den Clericalen, an deren Spitze der päpstliche Nuncius stcht, zu tollen Streichen verleiten ließe. Paris, 23. Februar. Dem „Svleil" zufolge würde das neue Cabinet wahrscheinlich aus folgenden Mitgliedern bestehen: Dnfaure, Vice-Präsidcnt und Justiz-Minister; Leon Renault, Minister des Innern; Pothnan, Marine- Minister ; Decazes, Wallon und Caillanx würden ihre bisherigen Portefeuilles behalten. Paris, 23. Februar. Ambroise Didot (von der bekanntssn Buchhändler- Firma Didot freies) ist gestorben. Italien. Rom, 22. Februar. Die Nachricht, daß General Menabrea mit dem Range als Botschafter für den Londoner Gesandtschafts-Posten bestimmt sei, wird von verschiedenen Zeitungen, wie „Diritto", „Popolo Romano" und „Opinione" bestätigt. Sir Paget wird als britischer Botschafter in seiner Stellung zu Rom verbleiben. England. London, 21. Februar. Einem Telegramm der „Pall Mall Gazette" aus Peking vom 4. d. Mts. zufolge empfing Prinz Kung den Neujahrsbesuch des diplomatischen Corps in großem Staat; sämmtliche Hochbeamte Pekings, gegen 40 Rothknöpfe, waren zugegen. Diese Würdenträger sollten die folgende Woche sämmtlichen Legaiionen die Besuche einzeln erwiedern. Diese Begrüßung bildet eine vollständige Neuerung und man verspricht sich von ihr eine wichtige und wesentliche Verbcsseriing der internationalen Verhältnisse. Das chinesische Neujahr fällt auf den 26. Januar. Fpanieu. Madrid. Ueber die Einnahme Estellas meldet ein amtlicher Bericht: „Gestern (am 18. d. Mts.) nach einem heißen Kampfe, nahm Primo de Rivera das letzte Fort auf dem Oipfel des Monte Jura und, wie er selbst sich aus»! drückt: „des Königs Fahne flattert nun wo die Adler horsten." Der Carlisten- General Ealderon, welcher dieses Fort befehligte, ist mit seinen Adjutanten und der Besatzung gefangen genommen. Da Estella mit drei Bataillonen besetzt war, glaubte man, daß es vertheidigt werden würde, und der General Primo de Rivera bereitete sich vor, es zu beschießen; jedoch hat es sich heute ohne Capitulation ergeben. Heroische Thaten sind auf beiden Seiten geschehen. Alle sind Spanier!" Dieses amtlich ausgesprochene nationale Selbstlob ist um so mehr an der Zeit, als das fremde Lob für die spanische Kriegführung bisher nicht sehr beredt geworden ist. Madrid, 22. Februar. Dorregaray, Saballs, Lizzaraga, Morales und andere Carlisten-Führer sind nach Frankreich übergetreten; sehr viele Carlisten unterwerfen sich der Regierung; überhaupt verbreitet sich auf carlistischer Seite vollständige Muthlosigkeit. Madrid, 23. Februar. Der König Alphons hat sich nach San Sebastian begeben. Die Carltsten concentriren sich auf Aliasua und Zumarraga, nahe bei der Eisenbahn. Don Carlos hält sich in der Nähe von Alsasua auf. San Sebastian, 21. Februar. Der von den Carlisten verschanzte San Marcos, sowie Santiagomendi und Andoain sind seit heute Morgen im Besitze des Generals Loma. Türkei. Konstantinopel, 23. Februar. Durch kaiserlichen Jrade ist denjenigen Insurgenten, welche innerhalb vier Wochen nach der Heimath zurückkehren, allgemeine Amnestie gewährt. Die Negierung wird auf eigene Kosten deren Häuser und Kirchen wieder aufbauen und ihnen die Mittel zur Wiederaufnahme ihrer Arbeit gewähren. Seitens der Grenzbehörden sollen den Insurgenten diese Maßnahmen mitgetheilt und die Rückkehr der Ausgewanderten erleichtert werden. Afrika. Cairo, 10. Februar. Bei dem jüngst ausgebrochenen Kriege mit Abessinien zeigt sich schon wieder die Reise- und Abenteuerlust der Europamüden in auffallender und zugleich höchst bedenklicher Weise. Es vergeht kein Posttag, mit welchem nicht eine Menge Briefe an die hiesigen Consulate und an Privatpersonen ankommen, die sämmtlich die Bitte wegen der nöthigen Instructionen enthalten, um in die ägyptische Armee einzutreten und den Krieg mitzumachen. Unter diesen Zuschriften sind auch eine Menge aus Deutschland, ja, das hiesige deutsche Eonsulat scheint vorzugsweise davon heimgesucht zu werden. Vielfach sind es junge deutsche Officiere, welche den Dienst in der Heimath zu quitti- ren gedenken und, wie sie sich ritterlich ausdrücken, „dem Khedive ihren Degen zur Disposition stellen." Aber so geschmeichelt sich auch der Vicekönig persönlich über diese Anerbieten fühlen mag, so wenig findet er sich veranlaßt, von denselben den allergeringsten Gebrauch zu machen. Die ägyptische Armee ist vollständig organisirt, hat namentlich gar keine supernumerären Officierstellen und stellt überhaupt nur in den allerseltensten Ausnahmen, und in diesen immer nur für höhere Chargen, fremde Officiere an. Daß Aegypten sich augenblicklich in einem Kriege mit Abessinien befindet, kommt dabei gar nicht in Betracht, oder im Gegentheil, die Regierung wirb gewiß nur erprobte Truppen und Officiere, die mit der Sprache, den Landessitten, dem Klima u. s. w. besonders vertraut sind, an der Expedition Theil nehmen lassen, und jedenfalls keine Neulinge, mögen diese auch in anderer Beziehung noch so empfehlenswerth sein. (Allg. Ztq.) Lokal-Notiz. Gießen, 24. Febr. In der Sitzung der Stadtverordneten vom 17. Februar wurde Folgendes zur Verhandlung gebracht: 1. Die zu einem neuen SLulhause für die höhere Mädchenschule vorgelegten Pläne des Herrn Stadtbaumeisters Stief fanden die Genehmigung der Stadtverord neten-Versammlung. Das Gebäude soll in dem durch die Stadt angekauften Reg.-Rath Ebel'schen Garten am Asterweg aufgeführt werden. 2. Von der technischen Behörde waren gegen den zur Genehmigung vorgelegten allgemeinen Bauplan für die Stadt Gießen Anstände erhoben worden, weil darin: a) die später erst in Aussicht genommene Correction der Fahrbahn auf dem Seltersberg noch nicht berücksichtigt ist und b) an der Wilhelms-, Garten-, Grünberger- und verlängerten Universitätsftraße die Bau- und resp. Vorgarten.Linien nicht bestimmt genug eingezeichnet sind. Es soll nun dem entsprechend im Plane noch das Erforderliche gewahrt werden, während specielle Vorschriften bei Eröffnung neuer Straßen erst nach erfolgter Genehmigung deS Bauplans ins Auge gefaßt werden sollen. 3. Als 2. Gehülfen für das städtische Bau-Bureau wurde Herr Ferdinand Weber mit 2 Monaten Probezeit angenommen. 4. Schon am 2. December v. I. hatte sich der Stadtvorstand gegen das Baugesuch des Herrn Gastwirths Balthasar Lenz ausgesprochen, weil bei Genehm migung desselben die gerade Durchführung der Reichensand^Bahnhofsstraße über den Felsenkeller in der Weise, wie dieselbe in dem neuen Bauplan eingezeichnet, nicht möglich ist. Auf das wiederholte Gesuch wurde sich für Beharren bei dem Beschlüsse vom 2. December v. I. ausgesprochen. 5. Herr Commissionär Blitz hat, weil gegen ihn wegen Übertretung der Bauordnung bei Ausführung des Wohnbausetz in der Nähe der Lahnhütte Anzeige A?ben wmden ift, um Nachsicht nachgesucht und auf Vorlage seines Gesuchs ist beichlofien worden, daß, da in der dortigen Gegend eine Straße nicht osr gesehen sei, bei der veränderten Stellung des Baues nichts zu erinnern gefunden 8. 9. 6. Der vorgelegte B-uplan von Jacob und Heinrich Balser, welche auf das städtische Gelände rechts der Grünberger - Straße bauen wollen, erhielt nicht die Billigung der Stadtverordneten-Versammlung. 7. Beschlossen wurde, die Vergebung der in dem vorpelegten Kostenvoranschlaa vorgesehenen Arbeiten, nämlich das AuSroden von Dörner und von W.lchholr sowie das Aufräumen von Gräben und Planiren von Schneisen im Stadt walde der Großh. Obelförfterei Gießen, mittelst Accorde aus der Land bis in' den veranschlagten Preisen zu überlassen. ’ ©tnern Gesuche der Mehlhandlung von E. Friedberger Ww. um octroifreie Emfuhr der Maaren fürs Geschält und um Gestattung, die städtische Abgabe von den an einheimische Kunden abgesetzten Mehlquantitäten vierteljährig entrichten zu dürfen, wurde nicht stattgegeben Zur Anweisung verschiedener Ausgabeposten auf die Sta^tkasse wurde Ermäck, tigung ertheilt. W. Auf Rückstände an die Stadtkusse aus dem Jahre 1875 wurden drei Schuldnern Fristen bewilligt. w Gießen, 24 |yebr. Die für gestern Abend im Saale der hiesigen Freimaurer- Loge angezeigte Fritz-Reuter-Vorlesun g war leider nicht so zahlreich besucht als wie es in einer Universitätsstadt zu erwarten gewesen wäre. Das zum größeren ^heile aus Damen bestehende Auditorium folgte mit gespanntester Aufm.rksamkelt oem meisterhaften Vortrage der Scene aus: „U t mine Str omtid, wo Unkel Bräsig Mit de lutte Fru Pastunn eigenhändig up den Rangdewuh geiht." Hieran schlossen sich noch zwei kleinere Proaen uon dem köstlichen Hu ;iore des gefeierten Schriftstellers Deren letzte namentlich Di e Wette," eine heitere Stimmung im Gefolge haben muß, zumal bei einem so lebendigen Vortrage. 'Wir glauben Denn auch nicht zu irren wenn wir sagen, daß die Befriedigung eine allgemeine war. Möge deshalb Herrn' Burmeister auch fernerhin Die gebührende Anerkennung nicht vorenthalten werden wozu wir ibm freilich ein zahlreiches Publikum wünschen müssen. Vermischtes. . a — (Reich belohnt.) Am Mittwoch Nachmittag wurde durch die Aufmerksamkeit iCln,^nterbre»mtcn bcr Potsdamer Eisenbahn ein möglicherweise sehr bedeutendes Unglück verhütet Auf seinem Revisionsgange bemerkte Der Mann auf Der Strecke zwischen Friedman und Steglitz einen Schienenbruch, den er ohne Besinnen sofort nach Potsdam wie nach Berlin telegraphisch meldete, und dadurch veranlaßte, daß der in Potsdam erwartete Magdeburger Courierzug auf Das zweite G.lefie übersetzt wurde: womit Derselbe Der drohenden Gefahr Der Entgleisung entging. Die schadhafte Schiene wurde alsbald durch eine neue ersetzt. — Die Umsicht des Beamten ist nicht ohne Anerkennung geblieben; die Direction hat ihm eine Gratification von 2 Mark ausgesetzt. — (Residuen aus den Gründertagen.) Man schreibt Der „Deutschen Landesztg." von Berlin: Vor einigen Tagen besucht ein hiesiger, beDeutenDer Maler X. einen befreundeten Künstler und fragt denselben: „Willst Du Einhundert Thaler geschenkt haben?" Jener antwortet lchleunigst: „Her damit!" Sofort holte X eine Aciie mit den zugehörigen Coupons der Berliner Bau- Bank aus Der Tasche und überreichte sie seinem Freunbe mit Den Worten: , . "•ÖJJ'J-ln war ein prächtiger Handkäse eingewickelt, welchen meine Frau heute auf dem Wochenmarkte gekauft hat " Die Actien scheinen sonach allmählich ihrer letzten Bestimmung entgegen zu reifen. — Das k. Militär»Bezirksgericht München hat am vergangenen Samstag wieder einen Unteroffizier wegen unglaublich roher Mißhandlung feiner Unten «ebenen mit einer wohlverdienten Strafe belegt, den Oberjäger Haas vom 9. Jäger- Bataillon in Passau. Haas (derselbe ift kein Preuße, sondern ein ächter Altbayer) be- handelte acht ihm zur Abrichtung Übergebene Rekruten ungefähr so, als ob er acht £>tu(f Hammel unter Den Händen gehabt hätte. Er pumpte ihnen Geld ab und bezahlte sie Dafür täglich mit Ohrfeigen. Ein Recrut allein erhielt von ihm nicht roenis ger als 25 Maulschellen. Nebenbei hat Der Herr Oderjäger auch die Gewohnheit, seinen Recruten ins Gesicht zu spucken. Wegen Nicht-Beantwortung einer unflätigen urd9e stellte Haas u. A. mit dem Recruten Kellermaier folgendes Verfahren an: Letzterer mußte zehnmal hintereinander sich folgendermaßen selbst beschimpfen: „Ich, der Recrut Kellermaier, bin ein Rindvieh und deshalb schreie ich Mich!" Nachdem der Sclave diesem Befehl gehorcht hatte, durfte er noch 10 Minuten in der „Kniebeuge" verweilen. In der Verhandlung entschuldigte Haas sein infames Betragen damit, daß ein anderer Oberjäger seine Recruten noch „viel mehr" mißhandelt habe. Haas wurde zu 2 Jahren und 6 Monaten Gesängniß und zur Degradation verurtheilt. — (Ein gemüthskranker Prinz.) Aus München wird der „V. Z." geschrieben, daß sich der Zustand des Prinzen Otto in jüngster Zeit wieder bedenklich verschlimmert hat. Häufiger und rapider auftretende Gemüthsaffectionen, von denen der Prinz befallen wurde, sollen die Aerzte veranlaßt haben, auf Die möglichste Absonderung desselben von der Außenwelt zu bringen und vorläufig dessen Erscheinen am Hofe zu fiftiren. Es wird versichert, daß in letzterer Zeit, wenn der Prinz an einer Familien- tafel sich beteiligte, demselben zwischen dem Könige und seiner Muter der Platz angewiesen wurde, um beim event. Eintritte einer Störung der normalen Gemüthsstimmung die Entfernung des hohen Leidenden sofort veranlassen zu können. Landwirthschaftliches. EinMilchtransportgefäß, vom Grafen Rudolph Egenberg zu Schwarz in Tyrol erfunden, soll sich sehr gut bewähren. Das Gefäß zu etwa 60 Liter Inhalt ist aus Weißblech mit doppelten Wänden, einfachem Deckel und einem eisernen Henkel zum Tragen. Innerhalb des Gesäßes und lä'gs seiner Wände beweglich befindet sich ein Deckel, Der aus 2 Blechscheiben besteht, zwischen welchen ein etwa 3 Finger hoher Kautschuckring befestigt ist. Die beiden Blechscheiben sind mittelst einer Schraube verbunden. Wenn die an der oberen Scheibe in einen Ring auslaufende Schraube durch Umdrehen des Ringes weggezogen wird und hierdurch die beiden Scheiben sich einander nähern, so wird der dazwischen liegende Kautschuckring an Der Peripherie des Deckels etwas hervorgedrückt und legt sich luftdicht an die inneren Wände des Gesäßes- Durch diesen Kautschuckoerschluß kann man jede beliebige Quantität Milch in dem Transportgefäß festftellen und vor Schütteln bewahren. Allgemeiner Anzeiger. Wevsteigerungen. Holzversteigermig im Gießener Stadtwalde. Montag den 28. Februar 1876, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwalde, in den Distrikten Katharinenhütte und Waldshut nachverzeichnetes Hol; versteigert werden: Prügelh. Stockh. Reish. Rmtr. Rmtr. Wellen. Nadel 406 110 7670 8 Nadel-Stämme mit 2,51 Festmeter, 1165 „ Stangen „ 25,38 „ Die Zusammenkunft ist auf der Licher Chaussee an der zweiten Schneise. Gießen, am 19. Februar 1876. (869 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. U. B r a m m. Holzversteigerunq. Im Stadtwald zu Lich, District Mauerkasperskopf und Ober - Speicherlingskopf kommen Mittwoch den 1. und Donnerstag den 2. März d. I., Morgens 9 Uhr, nachverzeichnete Holzsortimente zur Versteigerung: I. Bau- und Werkholz Mittwoch den 1. März: 56 Eichen-Stämme von 15—38 Ctm. Durchmesser und' 2—12 Mtr. Länge, 3 Hainbuchen-Stämme von 18—21 Ctm- Durchmesser und 5 Mtr. Länge, 8 Fichten-Stämme von 15—20 Ctm. Durchmesser und 8—11 Mir. Länge, 290 Eichen - Stangen von 8—14 Ctm. Durchmesser und 3—6 Mtr. Länge, Wagnerholz, 86 Buchen - Stangen von 7—14 Ernt. Durchmesser und 3—5 Mir. Länge, Wagnerholz, 421 Fichten-Stangen von 7—14 Ctm. Durchmesser und 8—13 Mtr. Länge, Wagnerholz, 20 Birken-Stämme u. Stangen, Wagnerh. II* Brennholz Donnerstag den 2. März: 300 Rmtr. Buchen'Prügelholz, 130 „ Eichen- 20 „ Kiefern- „ 160 „ Buchen- und Eichen-Stockholz, 7000 Wellen Buchen-, Eichen- u. Nadelreish. Die Zusammenkunft und Anfang ist jedesmal am Hattenröder - Vicinalweg an der Steinbruchschneiße. (858 Lich, den 21. Februar 1876. Großherzogliche Bürgermeisterei Lich. I h r i n g. Holz-Berfteigeruiig. Montag den 28. Februar, sollen im Hattenröder Gemeinde-Wald in den Districten Stückweite, Wolfskaute, Buchenberg und Struth nachverzeichnete Holzsortimente versteigert werden: I. Bau-, Werk- und Nutzholz: 31 Stämme Fichten- und Tannen-Bau- holz von 15—28 (Zentimeter mittlerem Durchm. und bis zu 18 Meter Länge, 90 Fichten- und Tannen-Stangen von 6—14 (Zentimeter mittlerem Durchm und 6—18 Meter Länge, 431 Eichen-Stangen öon 9—10 (Zentimeter mittlerem Durchm. und 4—5 Meier Länge. II. Brennholz: 80 Rmtr. Eichen- und Tannen-Prügelh., 1^ » ff tt rr Stockh., 4000 Buchen-, Eichen- und Nadel-Forst- wellen. Der Anfang ist des Morgens präcis 10 Uhr im District Stückweite. Hattenrod, den 19. Februar 1876. (875 Großherzogliche Bürgermeisterei Hattenrod. Menget. Hotzpe; 8‘dttf ,l4»eri*le ® MU- Donners X» 21 Airken- j KieM- 180 Z-38 Ctm- M.^nge, ofiQ Nadelholz Festmeter^ Freital 90 Nmtt- M' 80 „ 300 6 » Die Zufammei Lan-sdors nach Grohherzotzlichk Hotz Donnerj Mo soll in dem O! nachstehender 23 Eichen-Bau meter Dun Länge = - 48 Rmtr. Buc 23 „ Eich 17,5 „ W 17 „ Elch 20 M " 525 Eichen-Rrn 600 Rmtr. Buc Obbornhofen,« Gioßherzogl. Br Je! 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Mai. — Programme und Auskunft ertheilt gerne Die Direktion: ___________ Dr. Schneider. Pf. 50 35 65 46-51 26-30 23-27 38-43 67—72 optisckes Kunst Theater. Groste austcrordentlrche Vorstellungen. Diese Vorstellungen bieten die reichste Mannigfaltigkeit dar und zwar höchst vortrefflich ausgeführt, in welchen die Malerei, Optik und Mechanik einen wahren Triumph feiern. Samstag, Sonntag unit Montag den 26., 27. und 28. Februar c. Anfang halb 8 Uhr. — Kasse - Oeffnung eine Stunde vor Beginn. Sonntag zwei Vorstellungen, um 4 und halb 8 Uhr. Eintrittspreis ä Person 40 Pfg. Programme an der Kasse. I. Driesch, Physiker. , 10. Am den 2^. Februar in WenzeL's Lanl: kF Grosser Jahrmarkt imil Banken mit Damen. Anfang 7 Uhr Für Mtlgiedcr und Damen ist der Eintritt frei. Entree für Nichtmikglieder l Mark. 9io) 1 orslaiBtl. Anfang Abends 7 Uhr. Geheimkartcn hierzu für Mitglieder werden durch den Rechner des Vereins, Herrn Philipp Uhl, ausgegeben. Geheimkarten für Damen nur gegen Vorzeigen der Legiiimationsscherne und Entrichtung von 40 Pfennigen ebendaselbst. Entree für Nichtmitglieder 3 Mark. f 7\ - *5 Pistolen, doppelte . . . Pistolen....... Holländische fl. 10-Srücke Ducaten....... 20 Francs'Stücke . . . do.^ in Vz • Englische Souvereigns Russische Imperiales . . Dollars in Eold . . . und franco^^ M ÄÄ?“1!4# Bronco-antragc einen über f S Ä "SÄ ää f 1 kV™ finrrr^°^ii°!fd)!eiC be6 illnftr.. ca. 500 K U Mar? ru OriginaUrerkeS (Preis nur i K N 725,"' Ui bczrchcn durch alle Buchhandl.) über» / ^.Beugen tctfl, lasie sich den DuSzug von Richters / , Effia 'N Leiv-.a kommen. f , 2b7) Durch Verfügung Gwßherzogl. Ministeriums des Inner vom tt. Mai a. c. sind die Pfandbriefe des unterzeichnelen Voden- credit-Infiituts nunniehr auch zur Anlegurrg von Gemeinde', Kirchen» und Ktiikungscapitalien ini Großherzogthum Hessen zugelassen. Wir beehren uns bekannt zu geben, daß wir für die Provinz Oberhefsen die: 9 Agentur der Bank für Siiddeiitsddand in Giessen mit dem Verkauf unferer 4 \/2 und 4 °/oißcn Pfandbriefe bean'tragt haben. München, im Juni 1873. Süddeutsche BodeHcreditbank. Ali e”le ^te^e sucht, eite solche; ||/ jJ| Ui veracbcn bat, ein Grund-! f W lj| stück zu verkaufen wünscht, ein solches zu kaufen beab-> sichtigt, eine Wirth schäft, Ockono- miequt ?c. zu pachten sucht, eine Ge- schäftsemvfelrlnng zu erlassen ßebenft, überhaupt Nath zu JnscrtionSzw.-ckev j wÄ'sich vertrauensvoll an die Annoncen-Expedition von G. L Donbe lk Co. Central-Bureau: Fraankfwrt a. M. j (Eurn um!' Ueretn „Türkei." Freitag den ÄS. Fehr, im Sälchen bei Carl Fuhr im Stern, Abends N Uhr: Generalversammlung. Tagesordnung: Fastuacktszug und Bankett mit Darmsta! Jdlt da- Berggesi Darmstal würbe bis jetzt E Mn spricht davl Mchen Eisenbaht in dieser Angeleg Nün-Weser-Bahn die uns zuk Meinschaftlich du nßere hat seit ihn V7°/0 rentirt. Berlin, 2. 1 Marz ab eint 8m Avt)d unt mi’ Bremen am 1 biicssendunzen muffen mit der 5 für frankirte Mrtc Briefe a 50 W für jede Wt« 10 Pfg f *i 20 Pfg. dem ~ Der Jei Banknoten der 'irdurch aufgtforde 7lner 3weia *« »anfnoten , bd Berlin, LZ "W bai As * 8a“|e bet D, Ä" »>« •ÄX! «Hi die L '°s teil! ftCti »eften ' •bet Reg Stu.»®" a Ü,0Din.|,„ /11|1|tr( ps.> 903) Das bisher von £)euii (£. Siloer- eisen bewohnte Logis in meinem Hause neben dem Hessischen Hose ist vom 8. Mai d. I. ab anderweit zu vermielhen. __________________________A. (Reifee. 904 > Etu Fauttlieuloais im früher Jua hard'schen Hause Walltdoistraße Nr. 138 zu veriuiekhen nnb sofort at beziehen. I. Leun. 333) Zu vermiethcn vom 15. März at. der untere Stock und Zubehör des Hauses Marburger etiafce A. 166 nebst harten antheit___________ 901) Im Thicrspttal zu Gießen werden abgenutzte Pferde vonr Anstaltsdiener PH. Körber angekauft und mit 45—55 Rmk. bezahlt. 902) (-Sine Restauration zu pachten ge sucht. Offerten sub W. K. 512 in de' §xpcd. d. Vitts. Zsi'rmirtluuigm. 214) Versetzttngshalber sind 2 FatniMrn. logis gleich oder bis zutn erften März beziehbar. A. R ü s i u g ________________in der Nahe des ^-ahnosc. 258) Ein Farnilienloais. besteyend^rü^ 3 Rimmern und Küche ist bis zum 1 März zu verrnietheu. Karl Noll, Schlosser, Flugelsgassc. 905) Ein freundliches Familienlog's zu vermtetben Vinbenplai$ A- 64 J IfttieOt *1