Wo. «S» Mittwoch, den 22 November 1876. Meßmer Anzeiger Anzeige- und AmiMatt für den Kreis Gießen. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Expeditionr Schulstraße, Lit. B. Nr. 18. Durch die Post bezogen vierteljährlich 7 Mgrk 5Q Pf. Amtlicher H h e i t. Gießen, den 21. November 1876. Betreffend: Di- Reichst°gsw°HI-n. __ - Das Großherzogllche Krelsamt (Stegen an die Großherzoqlichen Bürgermeistereien Allendorf an der Lahn, Allendorf an der Lumda, Beuern, Ettingshausen, Gießen, Griinberg, Harbach, Heuchelheim, Sich, Lumda, Mainz, lar Niederbessinqen, Ovenhausen, Rodheim, Saasen, Stangenrod, Stockhausen, Utphe, Watzenborn und Wieseck. Wir erinnern Sie an Erledigung unserer Verfügung vom 14. November l. I. — Anzeiger Nr. 269 — mit Frist von 3 Tagen. ». Röder. Lehrer-Conferenz des Bezirkes Lich-Hungen. Montag den 27. November, Anfang 10 Uhr, in Hungen Gießen, den 20. November 1876. Büchne r, Kreisschulinspector.________________ politischer THeiü nehmen ist. 4) Concentrirung aller türkischen Truppen in den Festungen und im Voraus gewählte und bezeichnete Ortschaften dieser drei Provinzen, um jede Berührung der Truppen mit der Bevölkerung zu vermeiden. 5) Gänzliche Aufhebung ber irregulären Truppen und die Zurücksendung der Circassier in die muselmännischen Provinzen des Reiches. 6) Abschaffung der Verpachtung des Zehnts, sowie die progressive Umwandlung des Zehnten in regelmäßige Steuern, deren Repartirung durch die Steuerzahler selbst vorzunehmen ist. 7) Einführung und Gebrauch der localen Sprach-Idiome durch die Verwaltung und die Gerichte. 8) Die Conferenz möge ihre Zuflucht nehmen zur Einsicht und zum Rach competenter Männer aus den Notablen der Provinzen, aus welche diese Reformen angewandt werden sollen. Diese Notablen hätten Andeutun- Deutschland. I Berlin, 18. November. Der Reichstag nahm in heutiger Sitzung die 1 Civilproceß-Ordnung in zweiter Lesung cn bloc an, nachdem »och der Abg. I Windthoist-Meppen und der Justizminister Leonhardt die Vorzüge derselben ' anerkannt hatten , die Abgg. Hänel und Thilo sich für die Enbloc - Annahme i ausgesprochen und der Abg. Dorimirski den Antrag aus Streichung der Be- 1 stimmung, wonach das Gericht den Parteien bei mangelnder Fähigkeit zum geeigneteu Vortrag das Wort entziehen kann, zurückgezogen. Gegen die En- bloc-Annahme stimmten nur die Abgg. Areti, Reichensperger (Krefeld), Simonis und Most. Hierauf folgte die zweite Lesung des Gerichts Verfastungs-Gesctzes. Tie in der Regierungs-Vorlage von der Commission eingefügten Titel über das Richter-Ami werden nach langer Debatte trotz dem Widerspruch der Justizminister von Preußen, Sachsen und Bayern in der Commissions-Fasiung angenommen. § 2, die Competenz der ordentlichen Gerichte, § 3, die zugelassenen besonderen Gerichte betreffend, letzterer mit der Herstellung der die württem- bergischen Gemeinde-Gerichte betreffenden Anträge, wurden gleichfalls genehmigt. Berlin, 18. November. Wie wir hören, beabsichtigt ber Reichstags- Abgeordnete, Bergrath Freiherr v. Dücker, eine Interpellation an die Reichsregierung in Bezug auf die Pariser Welt-Ausstellung von 1878 zu richten. Die Interpellation wird namentlich dahin gehen, ob und wann die Reichsregierung beabsichtige, eine betr. Vorlage im Reichstag -inzubringen. Wie wir vernehmen, ist bereits eine zahlreiche Unterstützung von Seiten der angesehensten Mitglieder des Reichstages sür die Jnterpellatioü gewonnen. Wie bekannt, giebt es andererseits eine nicht geringe Zahl von Abgeordneten, welche ent- schloffen sind, gegen jede Betheiligung der deutschen Reichsregrerung bei der Pariser Ausstellung zu wirken. Berlin, 18. November. Das „Berliner Tageblatt" meldet die Verhaftung des katholischen Bischofs von Zhtomiecz in Wolhynien; derselbe wurde bereits in Moskau eingeliefert. Auch wurden Verhaftungen unter den polnischen Geistlichen vorgenommen auf Grund einer angeblichen weit verzweigten Verschwörung. Hesteneich. Wien, 18. November. Ein Petersburger Correspndent der „Abend- post" schreibt, Rumänien sei für den Bund mit Rußland, die Unabhängigkeit und die Erhebung zum Königreiche mit einer Ausdehnung bis zum Römerwalle und Kustendsche versprochen. Nach der „Presse" verlangt di- griechische Regre- rung und mehrere Senats-Mitglieder vom König die Zulaffung Griechenlands 8 Sßien, 80. November. Der Club der Linken lehnte nach längerer Debatte mit allen gegen 9 Stimmen den Antrag Skene's wegen der Stellung des Clubs zur ungarischen Ausgleichs-Frage ab und nahm den Antrag Demel s an, ein Comitö behu s Revision des Programms des Clubs der Linken und Berichterstattung, ob der Paffus über die Stellung des Clubs zum «usgl ich mit Ungarn in das Club-Programm aufzunehmen sei.- ,M°ntags-Nevue meldet: Der Ministerrath beschloß, dem Abgeordnetenhaus in der। nächsten Sitzung Mittheilung über die Erneuerung der österreichisch-ungarischen Ans. gl-ichs Gesetze zu machen. Am Freitag oder in der nächsten Woche wurde der Handels-Minister die Eisenbahn-Vorlage einbrmgen. — Die „Montags-Revue" führt aus , Rußland werde einenEhrenvoll » Ausgang bereitwillig acceptiren; alle Gerüchte von österreichischen Mobilisirum gen gehören zu den wohlbekannten Mitteln e n« gew.ffen gartet «»d« thöricht, solche Opfer in einem Augenblick zu bringen, welcher den Glauben an| die Friedenserhaltung eher belebt. herbeizuführen. Eine russische Depesche, deren Inhalt dem Grafen Andraffy mitgetheüt wurde, giebt die Punkte an, welche General Jgnatieff auf der Conferenz als russische Minimalforderung zu formuliren beauftragt ist: 5) Allgemeine und strenge Entwaffnung der Muselmänner und Christen in Bosnien, der Herzegowina und Bulgarien. 2) Ausschließung aller nicht eingeborenen Beamten von jeder öffentlichen Function und die EinfühMg W absoluten PrincipS der Erwählung der Beamten durch die Gemeinden. 3) Errichtung einer Miliz und einer localen Polizei (Zapthies) mit Betheiligung der Christen am Dienst, wobei das numerische Zahlen-Verhältniß bei den Bevölkerungen als Grundlage für die Einreihungen anzu- Pesth, 18. November. Im Abgeordnetenhause wird bei der General- Debatte über das Budget Seitens des Finanzministers die Ausschuß-Vorlage befürwortet, welche mit dem Regi^MgchHgWurfe im Wesentlichen übereinstimme. Ernst Simonyi (von der äußersten Limen) führt aus, das Haus habe das Recht und die Pflicht, die auswärtige Politik zu prüfen und reicht einen mo- tivirten Beschluß-Antrag folgenden Inhalts ein: Das Haus möge erklären: die ungarische Nation weist ihrerseits jegliche Eroberungs-Absicht zurück und wird derselben, wenn von anderer Seite gehegt, entschieden opponiren. Die ungarische Nation befürwortet warm alle zur Entwicklung und Linderung der religiösen und bürgerlichen Freiheit sämmtlicher unter der Herrschaft der türkischen Regierung lebender Völker führenden Maßnahmen und wird zur Erreichung dieses Zieles ihren ganzen Einfluß ausbieten. Sie erachtet aber zugleich jede Verletzung der territorialen oder suzeränen Jntregität der Türkei sür den ungarischen Staat schädlich und gefährlich, und wünscht deßhalb die Aufrechterhaltung des status quo ante bellum. Die ungarische Nation ist zu allen erforderlichen Opfern bereit im Interesse der möglichst frühen Wiederherstellung des Friedens und der Aufrechterhaltung der Jntregität und Unabhängigkeit der Türkei. Hierauf erwiderte Minister-Präsident v. Tisza, es sei incorrect, der Regierung ihre äußere Politik durch Beschluß-Anträge vorzeichnen zu wollen, da ein Fehltritt verhängnißvolle Folgen haben könne. Ein Fehler, den die Negierung begehe, könne durch eine andere nachfolgende Regierung wieder gut gemacht werden, ein Fehler der Legislative sei jedoch unverbesserlich. Pesth, 18. November. (Epecial-Telegramm des „Berliner Tageblatts.") Rußland hat, wie aus der Umgebung des Grasen Andraffy verlautet, vor Kurzem noch in London einen directen Einigungsversuch gemacht, und zwar auf Grund territorialer Zugeständniffe an England auf Kosten der Pforte, die sich auf Egypten und den Suezcanal bezogen. Die russischen Eröffnungen wurden in England schroff zurückgewiesen. IM macht Jgnatieff, trotz aller russischen Ableugnungen, große Anstrengungen, um einen directen Ausgleich mit der Pforte gen zu geben über die in der Landesverwaltung vorzunehmenden Reformen. Der also zu berufende Beirath der Conferenz solle gewählt werden: a) aus den Personen, welche dazu beigetragen haben, die öffentliche Meinung über das Wohl der Gemeinden aufzuklären; b) aus Persön lichkeiten, welche einen officiellen Charakter tragen und ihren Sitz seit längerer Zeit an Ort und Stelle haben; c) aus Eingeborenen der drei Provinzen. Was Bulgarien anbet-ifft, so wird das Exarchat sich dazu eignen, den Arbeiten dieses officiellen Beirathes zu präsidiren. 9) Ernennung christlicher aus den Eingeborenen gewählter Gouverneure in jeder der drei insurgirten Provinzen. Der Gouverneur wäre durch die ottomanische Regierung zu ernennen nach vorausgegangener Zustimmung der Mächte. Die Amtsdauer dieser Gouverneure wäre auf 5 bis 6 Jahre festzusetzen, ähnlich wie dies in Libanon der Fall ist. 10) Strenge Untersuchung über alle begangenen Greuelthaten und ebenso strenge Bestrafung aller Derer, welche schuldig befunden werden. Entschädigung der Familien, welche unter den Folgen der eingetretenen blutigen Ereignisse gelitten haben. 11) Einführung einer directen, durch Consular-Commissionen auszusührenden Controle, um die Ausführung alles dessen zu überwachen, was im Obigen erwähnt ist. — Heute besuchte Kaiser Franz Joseph den Grafen Andraffy am Krankenlager. Krankreich. Paris, 19. November. In Besan^on ist Merode (konservativer) zum Senator gewählt. — Der Maler Dtaz ist gestorben. Versailles, 18. November. In der heutigen Sitzung der Deputirien- Kammer interpeüirte der radicale Deputirte Lockrov die Regierung über die Verhinderung einer privaten Zusammenkunft der Delegirten der Syndicats- Kammern. Der Minister des Innern erwiderte: in den Syndicats-Kammern könnten die Jntereffen derselben discutirt werden; eine Versammlung von Delegirten derselben aber würde ein kleines Parlament bilden, welches die Regierung nicht dulden könne, da außer der verfaffungsmäßigen Vertretung keine weitere existiren dürfe. — Anläßlich der Discussion über das Justiz-Budget klagte der Deputirte Talandier über die Strenge der Regierung gegen die republikanische Presse, während die reactionäre ungestraft bleibe. Dufaure erwiderte : die Gesellschaft müsse gegen die schlechten Leidenschaften geschützt werden, welche zuweilen durch einen Lyell der Preffe genährt werden. Die Regierung werde die bestehenden Gesetze aufrecht erhalten, und die Behörden würden ihre Pflicht in Anwendung derselben gegen Jedermann erfüllen. Dufaure wies die Beschuldigung der Parteilichkeit zurück. Talandier erwiderte, man muffe, wenn man die Gesetze des Kaiserreichs wieder einführen wolle, auch das Kaiserreich wieder Herstellen. Damit war der Zwischenfall geschloffen. tzNgliMd. London, 18. November. Der Oberbefehlshaber Admiral Elliot hielt gestern auf der Jahres-Versammlung des Matrosen-Hauses in Portsmouth eine Rede. Wenn England, sagte er, morgen in Kampf mit irgend einer fremden Macht geriethe — und unmöglich schiene dies nicht — so sei er vollkommen überzeugt, die Ueberlegenheit der britischen Seeleute und Ofstciere über die anderer Nationen werde sich als ebenso groß erweisen, wie je zuvor. Nach seiner Ansicht hätten die Leute eine gründliche Kenntntß ihrer Waffen und es würde ihre moralische Ueberlegenheit ihnen in den Tagen der Prüfung vermehrten Muth verleihen. London, 19. November. Der „Observer" ist ermächtigt, das Gerücht, wonach die Bestimmungen des Fabuk-Gesetzes gegenwärtig in Bezug auf das königliche Arsenal aufgehoben und die darin beschäftigten Knaben in Folge des dringenden Bedarfes der Anfertigung von Munition verhindert seien, den Schulunterricht zu besuchen, für unbegründet zu erklären. Die umfangreiche Fabri- cation von Patronen sei allein durch die Einführung des Martini-Henry-Gewehrs, durch keinen andern Grund, veranlaßt worden. London, 20. November Die meisten Morgenblätter faffen den Beitritt der Türkei zur Conferenz als ' ein Zugeständniß gegen England auf und betrachten die Situation für hoffnungsvoller und die Erhaltung des Friedens für ausstchtsvoller. Der Marquis von Salisbury ist heute Morgen via Paris, Berlin, Wien nach Konstantinopel abgereist. — Nachrichten aus Calcutta vom 19. d. Mts. zufolge trifft die indische Negierung Anstalten, um, wenn der Krieg in Europa ausbreche, starke Truppen-Corps nach Aegypten senden zu können. Stätten Rom, 18. November. Die amtliche Zeitung veröffentlicht die bereits angekündigte Senatoren - Ernennung; unter den zehn neu Ernannten befinden sich General Cavalli, Professor Moleschott, Director des Vesuv-Observatoriums Palmieri, die Präfekten Barzoni, Zini, Bardeffono, Gravina und ferner mehrere ehemalige Deputirte. — Das „Diritto" will erfahren haben, die Türkei habe, Angesichts der Haltung Rußlands, zur Vermeidung eines Krieges beschlossen, die Conferenz bedingungslos anzunehmen. Außlaud. Petersburg, 19. November. Das „Journal St. Petersbourg" spricht die Hoffnung in seinem Leitartikel aus, daß die Türkei unter dem einstimmigen Drucke Europas den Forderungen der Luge nachgeben werde. Die Rüstungen Rußlands seien keine Bedrohung des Friedens, vielmehr ein schweres Opfer, welches das Kaiserreich sich auserlege, um die Wohlthaten des Friedens zu sichern und die Christen im Orient zu schützen. Wenn aber der Krieg unvermeidlich, werde die Nation denselben um so energischer unterstützen, da er erst nach der Erschöpfung aller friedlichen Versuche erfolgen würde. Petersburg, 20. November. Nach hier eingegangcnen authentischen Nachrichten hat die türkische Regierung die Conferenz ohne Vorbedingungen angenommen. Türkei. Ragusa, 20. November. Die Hofen-Behörde benachrichtigte die Kauf- maunschaft und die Rhede, daß die russische Regierung sämmtliche Häfen des Schwarzen und Azowschen Meeres während der Nachtzeit für die Schifffahrt schließt und daß die Schiffe bei Tag neben dem Stations-Schiff auf der Rhede vor Anker zehen müssen. Serbien. Belgrad. Die „Times" meldet: Consul Karzoff las dem General Tschernajeff folgende, von Gortschakoff unterzeichnete Ordre vor: „Kaiserlicher Befehl. Dem General Tschernajeff ist verboten, Rußland zu betreten." Das Verhalten der russischen Regierung gegen General Nowoseloff, welcher letzthin die Jbar-Armee befehligte, ist ganz anders. Er hat nicht nur Erlaubniß erhalten , nach Rußland zurückzukehren, sondern ist auch als kaiserlicher Gast zum St. Georgs-Fest in Petersburg eingeladen worden. (Tschernajeff ist inzwischen (n Wien angekommen). Nrrmänieu. Bukarest, 19. November. Der Deputation, welche die Adresse der Kammer überreichte, antwortete Fürst Karl: Do schlimm die Situation auch sei, so glaube er doch, daß die Einigkeit der Rumänen sie überwinden und daß, gestützt auf die Garantie-Mächte, die Rechte und die Integrität des Landes würden bewahrt werden. Men. Kalkutta, 8. November. Nach hier eingegangenen Nachrichten sind durch den furchtbaren Wirbel-Sturm (Typhon) am 31. October 120,000 Menschenleben vernichtet. Die Regierung hat Anstalten getroffen, um der schwer heimgesuchten Bevölkerung zu helfen. Amerika. New-Nvrk, 17. November. Die Führer der Demokraten in New- Orleans erwiderten den Chefs der Republikaner auf deren Ablehnung, mit ihnen gemeinschaftlich die Wahl-Stimmen zu controliren, daß sie keineswegs beabsichtigten, die Giltigkeit der Entscheidung der gemeinsamen Controle des Comites anzufechten — Gerüchtweise verlautet von neuen Ruhestörungen in Süd- Carolina; zwei Beamte sollen bei der Verhaftung von Schwarzen getödtet worden sein. New-Uork, 18. November. Die Jnspections - Commission für die in Süd-Carolina abgegebenen Wahlstimmen berichtet, daß die Wähler von Hayes eine Majorität von 230 bei 1133 Stimmen hätten; die Demokraten protefti« ren hiergegen wegen vorgekommener Unregelmäßigkeiten.________________ Lokal-Notiz. Dießen, 21. November. In Nachstehendem lassen wir die Tagesordnung für die Setzung der Stadtverordneten Donnerstag den 23. November 1876, -tachmtttag- < Uhr, im Rathhaussaale folgen: 1. Mtethvertrag mit dem Turnverein wegen Benutzung der Turnhalle. 2. Gesuch des Studenten-CorpL Hassia wegen Ueberlassung der Turnhalle zu Fechtübungen. 3. Bedürfnisse für die Turn nstalt. 4. Innere Einrichtung der alten Realschule. 5. Bedarf an Brennmaterial für die alte und neue Realschule. 6. Die Verwaltung der sechsten Klasse der Stadtmädchenschule. 7. Das Aufrücken zweier Lehrer an den städtischen Schulen in höhere Gc- Haltsklaffen 8. Bewilligung einer Remuneration an den Rechner der Armenkasse. 9. Beitrag der Armenkasse zu den Kosten der Kleinktnderschul e. 10. Decretur von Kostenrechnungen. 11. Baumbeschädigung auf der Straße nach Frankfurt. 12. Die Aufnahme der Louise Flach von Bingen in die LandeStrrenanstalt. 13. Gesuch des Martin Lenz um pachtweise Ueberlassung- einer Wiese. L"!J____- Vermischtes. Berlin. Gurs, der schlafende Ulan, ist nun endlich als vollständig erwacht anzusehen. Sein krankhafter Schlaf dauerte ein Jahr und acht Monate. Er schlief, nachdem er längere Zeit Kopf- und Rückenschmerzen ausgestanden, im März 1874 zu Nauen ein, wurde gegen Ende Mai von dort nach dem Garnisonlazareth in Potsdam gebracht, wo er seither in lang auSgestreckter Lage den höchst merkwürdigen Anblick eines „lebendigen Leichnams" darbot und ein Gegenstand der wissenschaftlichen Forschung für Gelehrte und Aerzte aus aller Welt dar. Gurs begann nach einem ein Jahr langen regungslosen Zustande im letzten Sommer schon zu sprechen, allerdings nur in verwirrten, schwer verständlichen Lauten, wie wenn Jemand aus einem tiefen Schlafe erweckt wird. Dte völlige Wiederherstellung schreitet trotzdem nur langsam vorwärts. ®r muß beim Gehen wie ein Kind gestützt und geführt werden. Das Sprechen und Schreiben, das ihm sonst geläufig war, muß ihm gleichsam von Neuem beigedracht werde«. Leider sollen auch sein Gehör und seine Sehkraft gelitten haben- Die Aerzte halten diese Erscheinungen für die natürliche Folge des langen Starrkrampfes und geben die Hoffnung einer vollständigen Genesung des Kranken nicht auf. Schlaf konnte der seltsame Zustand des Ulanen eigentlich auch nicht genannt werden. Oft sah man Gurs mit geöffneten, starr gegen die Zimmerdecke gerichteten Augen daliegen, und wenn man dann dem Auge mit einem Schlage drohte, zuckten die Wimpern zusammen. Längere Zeit hindurch war man genöthigt, ihm den Mund mit Gewalt zu öffnen und einen Knebel zwischen die Zähne zu stecken, um ihm die Nahrung, dte in der ersten Zeit nur aus Fleischbrühe bestand, mit Gewalt einzuflößen. Später öffnete ich der Mund von selbst, so daß man nur nöthig hatte die Nahrung hineinzubrmgen und Mund und Nasenlöcher zusammenzudrücken, um den Kranken zum Hinunter- schlucken zu nöthigen. Jetzt ist auch das nicht mehr erforderlich. Gurs' Krankheit läßt sich als eine mit tiefer Schlafsucht (Lethargie) verbundene Starrsucht (Katalepsie) bestimmen. — Dem Chemiker Hrn. Dr. Wilhelm Reißig von Darmstadt ist für ein Verfahren Gypsabgüsse so zu behandeln, daß sie gegen Abwaschungen widerstandsfähig erscheine«, der von dem Königl. Preuß. Ministerium der Geistlichen, Unterrichts- und Medictnalangelegenheiten hierfür ausgesetzte Preis von 3000 M. (nicht 300 Mk. wie anderwärts angegeben) zuerkannt worden — Am 17. November 1725 erließ Landgraf Ernst Ludwig folgende denkwürdige Verordnung: „Uns ist mehrmals mißfällig vorgekommen, daß einige Geistliche in Unseren Landen mit Wein und Bier Handel treiben, und solches in- und außerhalb ihrer Häuser ausschenken und verkaufen, mithin in der Bürger und Bauern Gewerbe die Hände mischen, auch sogar die Tranksteuer unterschlagen. Weile« wir nun dergleichen, dem Officio eines Geistlichen ganz unanständiges Beginnen nicht dulden können: also befehlen Wir hiermit gnädigst, daß allen Geistlichen in Unseren Landen der Bier- und Weinschank oder Handel bet Strafe verboten sein soll." Darmst a dt, 20. Nov. Im Jahre 1623 wurde in Darmstadt der Dienstbotenlohn gesetzlich regulirt und Dienstherrschaften wie Dienstboten hatten sich nach diesen Bestimmungen zu richten. Der Jahreslohn für -ine Köchm betrug 8 fl., für eine Viehmagd 7 fl., für eine HauSmagd 6 fl., für ein Kindermädchen 4 fl. In der Dienftbotenordnung hieß es weiter „Jedoch soll hierbei einem jeden unbenommen sein, ein oder zwei Paar Schuhe nach Gelegenheit dem geordneten Lohne zuzuietzen." Diese Dienstbotenordnung wurde im Jahre 1653 revidirt, die Lohnsätze^ aber fämrntltch gelassen, mit Ausnahme desjenigen für Köchinnen, der um 1 fl. erhöht wurde. — Prämiirung der Häßlichkeit. Auf der in Harrisburg in Kenntucky abgehaltenen landwirthschaftlichen Ausstellung war auch ein Preis für den Häßlichsten ausgefetzt worden. Dieser Tage nun wurde die Entscheidung in Betreff dieses Preises getroffen, und zwar von einem Comite, das aus einigen der hübschesten Mädchen bestand, die auf dem Ausstellungsplatze zu finden waren. Die Wahl machte den Mädchen viel Spaß, fiel ihnen aber auch schwer, da sich wenigstens ein Dutzend Männer für H ^' ^üuerei (fiarir • 1, Joi St ^^ssolzlack, $ yfl» > haben- , dien, Besondere Mai 6051) Wek Kanals an Steinbach selbe vom 23. gesperrt- Ltembach, d Kttßh. Bürg» In <-5> flO Z-. 5 g? * p. l r> c V j' / 5 25 N 60U) Die in tung meiner Apot alte > derselben, bestehn und kleinen Scbi chen, Verkausstisc! Specerei- ober 1 ich zu billigem Gießen. d L?UNdJ. Hechte in Gel« ___6057) sein ( , Raffinade M Pugliesi Ctronen, Zitronat, -vrangcat, rein gemahlei v , Zkmrnt, Fnh! ^ylerifatireH gereinigte Po |on,r| fämmtli । , „ reinen Bc I ai* zu haben bei Aeikgevotenes liisviTkiiiifviiiiMzwiiiirai rc. rc. empfehlen (5453 Gehr. Scheel Leberwurst zur (5718 Emil Fisclibach. J* A» Busch Söhne. 4958) 5789) Preisen. 788 a-elor-kluriß für 1876, A-chvittatz- ibdintniuftalt. ner Wiese. ■ Zumbalt j der luin^allc ju (6012 B- 48. alt. de. i in höhere Ge» ntttfaflt. il t. Neunaugen, Anchovis, Ruff. Sardinen, empfiehlt fl o S g* ;= auf dem Platze befanden, die an Häßlichkeit miteinander wetteiferten. Zuletzt ent schieden die Mädchen für den Colonel Joe Nilon, der sich selbstredend sehr geschmeichelt fühlte-^^^nn $n foem Prospekt einer hiesigen Firma, worin „Sacharin" (Ersatz für H p en and Malz) empfohlen wird, heißt es unter anderem: „Der Consum des „Sacharin ir Siuueteien ist so bedeutend, daß wir in den Monaten Juli und August häufig mchr im Stande sind, sämm.'-iche Aufträge rechtzeitig zu effectuiren--wir bedienen uns als Deklaration im Frachtbriefe der .Bezeichnung: Glasur, oder aus Wunsch Holzlack, Faßlack, Maschinenöl rc., und bewahren sirenge Verschwiegenheit." Diese „Verschwiegenheit" charakterisirt die Ehrlichkeit des H'pfens und beweist uns, was wir auf die Versicherungen der Brauer, daß Bier nicht gefälscht werde, zu geben haben. . Jtal. Maronen, , Haselnüsse, amerikanische Nüsse und Castanien, in neuer Waare empfiehlt L. Müller, Mäusburg „Das ist rechte VolkSkoit, urkräftig und gesund, voll kernigen HumorS und echter deutscher Gemüthlichkeit! Wie viel Nützliches und Lehrreiches, wie viel geistig und sittlich Anregendes und Förderndes steckt in dieser anspruchslosen Vorschrift; der Lahrer hinkende Bote." Beobachter an der Saale. für Knaben und Mädchen, mit Paletots und Jacken. N6gllg6- ober Arbeitskorb, Decke in chinesischem Geschmack, Löffelkörbchen, Scheerenetui, Toilettenkasten, kleines Sopha, Lehnstuhl mit Schutztuch, Ofenschirm, Schlummerrolle und Kammtasche. Weiß-, Bunt- und Perlftickereien, Tülldurchzug, Spitzen- und Häkelarbeiten mit 67 Abbildungen, ll Die Unter Haltungs-Nummer (44): Im Schnee. Eine Geschichte aus dem amerikanischen Holzfällerleben. Von F. Meister. (Schluß). — Gedichte in ober- batrischer Mundart. Von Karl Stiel er. 1. Die schwarze Kuh. — Angora - Meerschweinchen. Von F. Lichterfeld — Die Lieblingsstätte Barbarossa's. Von M. von Hum bracht. — Caroline Herschel. Biographische Skizze von Auguste Scheibe. — Verschiedenes. —Wirthschaitliches: Ein englisches Weihnachtsgericht. —Briefmappe. — Frauen Gedenktage. — Ferner folgende Illustrationen: Angora-Meerschweinchen. Von H. Leutemann. — Ein Korb. Von I. M. Burfield. — Die Barbarossi- Burg bei Gelnhausen. Gelnhausen. Die Kapelle in der Barbarossa-Burg bei Gelnhausen. Von M. von Humbracht. 1 Mrityti gnb Octofo Gegenwärtiger Preis in der Gasanstalt 93 Pf. per Centner, „ „ ins Hans geliefert 1 Mk. „ „ Der Transport in das Haus erfolgt von der Gasanstalt anbei Abnahme von mindestens 5 Centner, von Herrn Emil Pistor auch in kleineren Quantitäten. (5125 w reff en wöchentlich zweimal ein. Knackwürste im Preise von 20 und 30 Pfennige pr. Stück empfehlen mokraten in Ne»- kbnung, mit ihnen ''-l'eswegs beabsch ^ole des ComiteS Ölungen in Süd- öchwnizen getödtet Mission für die in Wähler von Hayes emofraten Protest!« Literarisches. Die beiden neuesten Nummern der Jllustrirten Frauen-Zeitung (vierteljährlicher Adonnementpreis J4 2.50.; für Oesterreich fl. 1.50. Oe. W.; für die Schweiz ftr. 3.35.) enthalten: I Die Moden-Nummer (43): Haus-, Besuchs- und Gesellschafts-Toiletten, Ueberfleiber, ärmellose Jacke, Kleiderärmel, Hüte, Spitzenshawl, Häubchen, Coiffuren, Cbemiset, Haarschmucknadel, Schuhe, Stiefel und Strümpfe. Anzüge wegen Aufgabe dieses Artikels zu bedeutend herabgesetzten Preisen bei i P/i Schlatter, Uärmstaslhen, Wärmsteine, Anisformen, II. Rttbsameti, Mäusburg D. 9. 6044) Die in Folge der neuen Herrich tuns meiner Apotheke überflüssig gewordene alte Hoffeinrichtung derselben, bestehend aus Realen mit großm unb kleinen Sckibladen, diversen Schränkchen, Verkaufstisch rc., sehr geeignet für eine Spccerei- oder Materialhandlung, verkaufe ich zu billigem Preise. Gießen Dr. A. Mettenheimer Federbetten, neue und gebrauchte, letztere sehr gut erhalten, Unterbetten, Deckbetten, Kissen, Roßhaarmatratzen, Bettstellen mit Sprungfeder-Einlagen und Sophas, billig bei 4609) I. Rothenberger, Lindenplatz. GefchäftSkalender für das Jahr 1877 mit breitem Raum, Comptoirkalender, Mtniaturkalender, Landkalender, Hausfreund, Äustav-AdolphSkalender, Reichsbote, Lahrer Hinkende Bote, (Eepiiiclje, abgepaßt und am Stück, Lauser, Cocos-Matten, Tischdecken -segs* Schellfische, Hechte in Gelve unb gebratene Fische ______6057)______M. Kurth. ^Extra fein gemahlene und gesiebte Raffinade, neue Puglteser Mandeln, Citronen, Citronat, her (tm>on auch daß empfiehlt (5795 J. f/. Fuhr, Sonnenttrahe 104. (4971 Wilhelm Klee. »M ervcht Monate Er 'kblics, im März Mi |U [qaretl in Mm rrk-ürbigen Hnblid ,-frnfch°ftiichW For- nad einem etn Zrhr lioifim BOToartS- -Llt S,i«dw unb jleutm bn0W ■ ,M Di- •‘«-arrfraniFf«* mit « « SiSB*- ,«»„ »'mS fnif6‘rt tarrfufl' l« , n 8er< Dl Ssg -atz-rd- - ' dulden L> !«Ä - i«,ttn r fr, 9> Kt"«, gn W WA««Ä „ All- ®, «rt'l" J t'1”* Am b<* L Orangeat, rein gemahlenen chines. und Ceylon- Zimmt, , _ rein gemahlene bourb. Nelken, kohlensaures Ammonium, gereinigte Potaschc, loroie sämmtliche Ingredienzien feinen Bäckerei, empfiehlt MÜlltk, 6013) _______Mäusburg B- 48. • ».fr« «’S’.'*« ^rlaubniß eit '""“l'ff 'st in. wichtig für tzaushnttungen. 5665) Das beste, billigste und unschädlichste Wasch- und Reinigungsmittel Dr. Linck’s Fkttlangenmehl wird allen sparsamen Hausfrauen empfohlen, welche bei reichlicher Erspar» nist an Zeit, Arbeitskraft und Geld, unter äußerster Schonung der Gewebe und Hände der Waschenden eine brillant schöne und reine Wäsche erhalten wollen. — Gebrauchsanweisung gratis. Alleinige Fabrik: Julius Bessey, Stuttgart. In ächter Waare zu haben bei Herren: n 5 »t LK'! Wien Das Eorps Alle Truppen w Fokscha cc Gros zum T begriffen. - formellen ber Pforte n regelrechter P ^Uespondenz Eg beredt, ^tAegenmmirk Wien foncentrirt 20 enge eii rW in G E'ngetroffen.