Dienstag, den 19. September IW6 fto. TS8 AWge- iihö Amlsblck für den Kreis Gießen rüertetzäÄklich 2 ^ark 20 Pf. mit Brinaevlohn. Durch die Post deßogen vierteljährlich 3 Mark SO Pf. erscheint täglich mit Ausnahme M MontagA. Expeditio«r Schulstraße, Rt. L. Nr. 18. ^Uhr. land, 9. Badische Bank in Mannheim, tand. Württemberger Notenbank in Stuttgart. 8. gebietes Gießen, cm 8. April 1876. > AM. öbtrbaubinti oßherzogthM Dai MarHiidr- 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. »He 6 U6r Bayerische Notenbank in München, Bremer Bank in Bremen, Breslauer Bank in Breslau, Chemnitzer Stadtbank in Chemnitz, Kölnische Privatbank in Köln. :t?n Anschluß lkantm-Vw! Danziger Privatbank in Danzig, Frankfurter Bank in Frankfurt am Main. Hannoversche Bank in Hannover, Leipziger Kassenverein in Leipzig, Lübecker Commerzbank in Lübeck, Magdeburger Privatbank in Magdeburg, Posener Privatbank in Posen, Sächsische Bank in Dresden, Bank für Süddeutschland in Darmstadt, Die Verwendung der Noten anderer deutscher Privat-Notenbanken oder Corporationen zur Leistung von Zahlungen außerhalb desjenigen Landes- für welches dieselben zngelasien sind, wird mit Geldstrafe bis zu 150 Mark bestraft. Um das Publikum vor Nacktheil zu bewahren, wird dies hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht. Die beschränkenden Bestimmungen des § 43 des Reichsbankgesetzes vom 14. März 1875 sind (nach den im Reichs-Gesetzblatte" erschienenen Bekanntmachungen) bezüglich nachstehender Privat-Notenbanken als nicht anwendbar erklärt worden und es dürfen daher die Noten dieser Banken in ganz Deutsch- ' " auch außerhalb desjenigen Staates, welcher denselben die Besugniß zur Notenausgabe ertheilt hat, zu Zahlungen gebraucht werden: Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Röder. Df. id) mit mehr !t Musi bn M Ockä'schib Hm! Dachdecker. ng. ' Geschält >ch Äöe/tS ibtblioM«* Dorten N' t. Durch punltt werde ich -elierSw-g 2.6» ^jrustuiüdcheu F UN Sitiiturgili n pn>°isi°n^ rtenfabiil zu B. c. Sb 1l $ III Gliche iu^j df-»b's-A reu Donu.\tftüt r. «|*‘Ä St’rt» 4», politisch Dcnfscötani>. Darmstadt, 15. Sept. Ueber die von dem Finanz-Ausschuß der zweiten Kammer in Betreff des Budgets in den letzten Sitzungen gefaßten Beschlüsie erfährt man, daß der Ausschuß, vou untergeordneten Punkten abgesehen, überall, wo Differenzen zwischen der ersten und zweiten Kammer hervor- getreten sind, Beharren auf den früheren Beschlüffen empfiehlt. — Nachdem der vierte Ausschuß den Antrag Dumont, die Entschädigung für Einquartierung der Truppen in Friedenszeiten, sowie den Antrag v. Rabenau, die Durchs führung des Tit. VII. der Reichsverfassung über das Eisenbahnwesen betr., in Berathung genommen hat, wird am 22. d. auch der Gesetzgebungs-Ausschuß zusammentrelen, um über die drei Entwürfe, betr. die Gehalte der Volksschullehrer, den Bauplan der Stadt Mainz und die Eheverlöbniffe in den rechtsrheinischen Provinzen, sowie über den Antrag Möllinger und Genossen wegen Berücksichtigung der ganzen Einkommensteuer bei Feststellung der Com- munalsteuern zu berathen. Darmstadt, 15. Sept. Da der wegen seiner Renitenz gegen die neue Kirchenverfassung abgesetzte lutherische Pfarrer Kraus von Rothenberg gegen das Urtheil des hiesigen Hofgerichts, welches ihn wegen unbefugter Vornahme geistlicher Amtshandlnngen mit einer Geldstrafe von 200 Mark belegte, Caffa- tion eingelegt hat, so wird dieser Rechtsfall demnächst vor dem höchsten Gerichtshof verhandelt werden. Darmstadt, 15. Septbr. Der Finanz-Ausschuß zweiter Kammer hat seit dem 7. d. Mts. bereits einige iLitzungen gehalten und fährt damit fort. Die Berichte über die Punkte, worin erste und zweite Kammer in ihren Be schlüffen von einander abweichen, sollen fertig gestellt und zunächst Verhandlnng und vorläufige Beschlußfaffung über das Finanzgesetz in Aussicht genommen sein. Gleichzeitig sind eine Reihe von anderen Berichten in diesem Ausschüsse zu erledigen, z. B. Petition und Antrag wegen Anlage resp. Verlegung einiger Stationen bei den oberhessischen Bahnen, Petition der Steueraufseher um 83er- willigung von Taggeldern, weiterer Bericht über die Ortenberger Petition für Erbauung einer Zweigbahn von Stockheim nach Ortenberg, die Regierungs- Anforderung von 18,000 Mark für den Wiederaufbau einer Scheuer auf dem Gute Neu-Ulrichstein, Erledigung der Gesetzvorlage in Betreff der dauernden Dotirung der evangelischen Landeskirche u. s. w. Von den desfallsigeu Reffe reuten Theobald, Möllinger, Schröder und Martin sollen die Berichte bereit sein. In Kürze steht dann eine gemeinsame Verhandlung dieses Ausschuffes mit Großh. Regierung zu erwarten, welcher ordnungsmäßig bald eine gemein same Sitzung der ersten Ausschüffe beider Kammern über das den Plenas pro- ponirende Finanzgesetz folgen muß. Die Sitzungen des Plennms zweiter Kammer dürften voraussichtlich erst im Monat Oetober stattsinden. Darmstadt, 16. Septbr. Da mehrfach der Fall vorgekommen ist, daß einzelne Local-Einschätzungs-Commissionen grundsätzlich ihre Gemeinde Angehörigen zu niedrig eingeschätzt haben und die hermalige Gesetzgebung dasselbe nicht immer mit Erfolg zu verhindern im Stande war, so soll nach dem Entwurf des neuen Einkommensteuer-Gesetzes das Reelamationsrecht Seitens der Steuerbehörden ein umfaffenderes sein und die betr. Gemeinde für den Fall, daß sie in höherer Instanz wiederholt unterliegt, die durch die mehrfachen Revisionen entstehenden Kosten zu tragen haben. Der Finanz-Ausschuß zweiter Kammer erklärt sich damit einverstanden und erblickt in dieser Bestimmung eine Handhabe, um solchen Fällen dauernder Renitenz zu steuern. er i e i £ Darmstadt, 16. September. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Den Lehrer an dem Gymnasium zu Gießen Dr. I, !"n>i Heinrich Heinebach mit Wirkung vom 1. October d. I. an und den frVer an dem Gymnasium zu Darmstadt Professor Dr. Friedrich Zimmermann 'n Wirkung vom 15. Oetober d. I. an in den Ruhestand zu versetzen, und zwfik Beide auf ihr Nachsuckcn und unter Anerkennung ihrer langjährigen mit Treue und Eifer geleisteten Dienste und unter Verleihung deS Ritterkreuzes I. Klasse des Philippsordens. Berlin, 16. Septbr. lieber eine Entgleisung, welche leicht folgenschwer hätte werden können, werd aus Podwoloczyska dem „Dziennik" wie folgt tele- graphirt: „Der russische Hofzug, mit welckem der Czar auf oer Kiew-Brzeskcr Eisenbahn die Reise nach Odessa unternahm, ist bei Zmiranka entgleist, wodurch der Czar eine leichte Verletzung erhielt und sich zu Fuß bis zur Station begeben mußte. Der Czar war über den Unfall sehr ungehalten." Berlin, 15. Septbr. Nachdem der Präsident des Reichskanzler-Amts, Stastsminister Hofmann, aus Varzin wieder hier eingetroffen ist, wird die Publication der kaiserlichen Ordre wegen Berufung des Bundesraths in nächster Zeit erwartet. Wie versichert wird, ist in der letzten Sitzung des preußischen Staatsministeriums, der Herr Hofmann beiwohnte, die Frage der Verlängerung der Eisenzölle mit besonderer Rücksicht auf die Lage der deutschen Industrie zur Erörterung gelangt. Allem Anschein nach hat der Finanzminister Camphausen in entschiedenster Weise an der Auffassung festgehalten, daß kein Grund vorliege, die völlige Beseitigung dieser Zölle länger hinauszuschieben. Schon daraus ergibt sich, daß Verhandlungen zwischen den Bundesregierungen über eine entsprechende Gesetzesvorlage nicht in der Schwebe sein können. OrfkrreVS. Wien, 15. Septbr. Ueber die russisch-türkischen Beziehungen in Asien liegen der „Polit. Corresp." zwei verschiedene Berichte vor. Der eine, aus St. Petersburg datirt, befaßt: „Von der asiatischen russisch-türkischen Grenze werden hierher öftere türkische Raubanfälle und selbst wohlorganisirte Raubzüge gemeldet, die, begünstigt durch das zerklüftete und waldige Terrain, sich weit in das russische Land ausdehne« und die Bewohner dieser Grenzorte tn einen förmlichen Kriegszustand versetzen. Angesichts der bisherigen ziemlichen Entblößung (nach der „Neuen Fr. Pr." sollten dagegen noch fast sämmtliche tür> kische Linientruppen an jener Grenze stehen) der türkischen Nachbar-Provinzen von Truppen, da dieselben gegen Serbien und Montenegro aufgeboten worden sind, ist eine jegliche Urgirung dieser Angelegenheit auf diplomatischem Wege überflüssig und wird sich deshalb die russische Regierung gezwungen sehen, an der Grenze einen Truppencordon zu ziehen." — Aus dem Kaukasus wird demselben Blatte gemeldet: „Da die Berichte der russischen Eonsuln in Türkisch- Armenien übereinstimmend von kriegerischen Vorbereitungen der Pforte in der Nähe der kaukasischen Grenze zu melden wisien, so werden die im Kaukasus befindlichen russischen Truppen concentrirt. Bis nun sind bei Alexandropol zwei Divisionen zusammengezogen worden." Wien, 15. September. Übereinstimmenden Meldungen der Abend- Blätter zufolge würde die officielle Notification der von der Pforte aufgestellten Friedens-Bedingungen an die österreichische Regierung noch im Laufe des heutigen Nachmittags erfolgen. Wien, 15. Septbr. Der türkische Botschafter überreichte beute folgende Friedens-Bedingungen im auswärtigen Amte: Die Pforte fordert neue puldi- gung Milan's, Aufhebung der Miliz, Reduction der serbischen Wehrkraft, Besetzung Belgrads und Zahlung einer (Kontribution, verzichtet dagegen auf die Neu-Investitur Milan's, die Erhöhung des Tributs und den Bau der Eisenbahn Alexinatz-Belgrad. Wien, 16. Sept. Die „Wiener Abendpost* sagt: Mit den von der Pforte fvrmulirten Friedensbedingungen hat die von den europäischen Mächten eingeleitete Friedensaction die erste concrete Grundlage gewonnen. Man hat es offenbar mit einem ersten Vorschläge zu thun, und daß derselbe nicht schlecht hin angenommen wird, daß also dem mäßigenden und berichtigenden Einfluffe der Cabinette noch weite Gebiete erschloffen bleiben werden, Ist kaum zu bezweifeln. Mindestens darf man vorweg bemerken, daß die Formulirung der Note eine sehr unvollständige ist. Allem Ermessen nach werden auch die Bürgschaften, welche die Pforte bezüglich der Verbesserung des Looses der christlichen Bevölkerung in den insurgirten Provinzen, also bezüglich der Durchführung der Reformnote vom 30. December zu geben haben wird, eine Stelle, wenn nicht in dem Friedensinstrumente selbst, so doch in den Friedensverhandlungen einnehmen müffen. Serbien. Belgrad, 14. Septbr. Der serbische Ministerrath lehnte einstimmig die vertraulich mitgetheilten Friedens-Bedingungen der Pforte ab. — Die Serben haben gestern Saitschar wieder eingenommen. Osman Pascha retirirte bis Veliki- Jzvor. Die Serben errichteten bei Kutun eine Brücke über die Morawa. «Holland. Amsterdam, 15. September. Nachdem während des gestrigen Tages vollständige Ruhe geherrscht hatte, erneuerten sich die Unruhen während der Nacht am Königsplein und einigen anderen Punkten der Stadt. Das Militär schritt am Königsplein ein und trieb die Ruhestörer auseinander, wobei einige Personen durch Soldaten verletzt und auch mehrere verhaftet wurden. An anderen Stellen wurde die Ordnung von der Polizei wieder hergestellt. Der Bürgermeister hat für einzelne Stadttheile die Schließung der Schanklocale von 8 Uhr Abends an vorgeschrieben. Amsterdam, 15. Sept. Die Tumultuanten waren gestern Abend weit weniger zahlreich. Eigentlicher Widerstand kam nicht mehr vor. Wohl wiederholten sich die Zusammenrottungen, aber zumeist genügte das Anrücken der gemischten, aus der Bürgergarde und Truppen gebildeten Patrouillen, um die Haufen auseinander zu sprengen. Die Meuterer hätten sich vielleicht nicht zurückgezogen, wäre es nicht stadtbekannt gewesen, daß in AmerSfort wie in Utrecht ganze Batterien Artillerie bereit standen, um auf's erste toignal nach Amsterdam befördert zu werden. Hätte man die Sache nicht gleich Anfangs sehr ernst genommen, so wären ganz bestimmt heute ärgere Excesse zu bedauern. Die Rädelsführer drohten mit Zerstörung und Plünderung der reichsten Ge- Bermtfchtes. Recklinghausen. Fünf der oorjäbitgen Abiturienten des hiesigen Gymnasiums, welche sich vor dem Examen die Themata zu den Arbeiten zu verschaffen wußten, sind vom KreiSgerichte zu je drei Monaten Gcsängniß und Verlust des Abitn- rienten-Zeugnisses verurtyeilt worden. Diese sollen damals den Briefträger bestochen haben, den Brief ihnen einzuhändtgen, welcher die nach Münster zur Genehmigung gesandten Themata dem Gymnasial-Director wieder zustellte. Wie es heißt, ist der Briefträger damals kurz vor seiner gerichtlichen Vernehmung gestorben. (So berichtet die „Doctm. Zeitung".) — Nach Beendigung der Manöver lagen in einem Schafstalle zu Lieskau, unweit Halle, 44 Pferde der Ulanen. Gegen Abend fingen 2 Pferde an sich zu schlagen und zertrümmerten dabei die Stalllaterne. Es entstand Feuer, welches das Stallgebäude total in Asche legte; dabei verbrannten 2 Pferde und das Sattelzeug von 3t Pferden. Der Feuerschein war selbst in Halle sichtbar. — Ulanen-Pferde als Brandstifter: ein neuer Beitrag zur Verbrechens-Statistik. — Die mißlichen Creditverhältnisse, die in einem Theile der Lausitz, namentlich durch die Zapp'jchen und Schuster'schen Bankvereine heroorgernfen worden sind, haben einen speculativen Töpfermeister in HoyerSwerda bewogen, seinen Mitmenschen anzu- rathen, zu der alten guten Sitte des Geldvergrabens zurückzukehren. Zu diesem Fweck erließ er im Hoyerswerdaer Wochenblatt folgende Anzeige: „Da Gelo zu verborgen jetzt sehr unsicher ist, so verfertige ich von heute ab Töpfe zum Geldvergraben mit verschließbarem Deckel in allen Größen. F. A. Schuster." Die Hoyerswerdaer Strumpfwirker werden sich hoffentlich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, ihre Fabrikate in gleichem Zwecke zu empfehlen. ______________ Literarisches. Die beiden neuesten Nummern der Jllustrirten F r au e n - Z ei t un, (vierteljähriger Abonnementspreis M. 2.50) enthalten: I Die Moden-Nummer (35): Promenaden- und Reit-Anzüge, Herbstmäntel und Paletoi, gestrickte Tücher, hoh, Taillen- und Kle>derärmel, Hüte, Hauben, Haarsrisuren. Kragen nebst Cravaten uni passendem Taschentuch, Schleppenträger, Gürtelschnur mit Fächerkctte, Rehsell-TepM Negligö- oder Arbeilskorb und Wäschebeutel mit Buntstickerei. Handtuch, verziert mit । Kreuzstichbordüren, gehäkelter Schwammbehälter und Börse. Kleiderbürste, Arbeits- kästchen und Mappe mit Silberstlckeret. Decke in venetianischer Stickerei auf Leinwnnl Zeitungshalter (Waldmosack). Bunt- und Weißstickereten, gehäkelte Spitzen und Einsätze. Bordüren und Spitzen in Tülldurchzug. Verschiedene Muster und Ausführung!» für gestrickte und gehäkelte Tücher re. re. mit 62 Abbildungen und einem großen colM rirten Modenkupser. II. Die Unterhaltungs-Nummer (36): Clara Ziegler. Von Emm Laddey. — Von der Höhe. Von Ottilie Wildermuth. (Schluß). — Im Berlinn - Thiergarten. Von W. v. Dünheim. X. (Schluß.) — Einige Kapitel über Spitz« > Von Jacob Falke. III. (Schluß.) — Verschiedene?: Literarisches re. — Wirthschafi-g ltches: Candirte und glaetrte Früchte (nach französischen Reeepten). — Briefmappe - Frauen-Gedenktage. — Ferner folgende Illustrationen: Clara Ziegler als Medea. - Aus dem Berliner Thiergarten: Ansicht der Sieges-Allee mit sechszehn Rundansicht« Von Emil Doepler. — Alte Spitzen: Punto grosse; vom Taufkleid König Karl l. om England. Venelianiicher point de rose (Roselina). Altarbehang in point de Genes Hube der Heerengracht, und Maueranschläge verkündeten frech diesen Plan, indem sie gleichzeitig mit Brandstiftung drohten. Hoffentlich kehrt jetzt alsbald die Ruhe zurück. Aber wir haben hier Tage verlebt, deren Erinnerung nicht so bald schwinden wird. Die Kirrneß ist und bleibt abgeschafft. ArarUkeich. Paris, 15. September. Der „Agence Havas" wird über die Mittheilung der Pforte an die sechs Pariser Vertrags-Mächte ans Konstantinopel vom 14. c. Folgendes gemeldet: Die Pforte hat heute den Botschaftern der sechs Mächte von der Antwort Kenntniß gegeben, welche sie auf die identisch abgefaßte, aber gesondert überreichte, den Waffenstillstand betreffende Note der Botschafter erlassen hat. Hiernach erklärt es die türkische Regierung für unmöglich, den Waffenstillstand zu bewilligen, äußert aber ihre Bereitwilligkeit, den Frieden auf Grundlage folgender sechs Punkte anzunehmen: Besatzungs- recht der Festungen, welche bis zum Jahre 1857 eine türkische Garnison hatten; Schleifung der seit 1857 von Serbien angelegten Festungen; erneute Investitur des Fürsten Milan in Konstantinopel; Reduction des Effectivstandes der serbischen Armee auf 10,000 Mann und drei Batterien; Erbauung einer Serbien durchschneidenden Eisenbahn. Worauf sich der sechste Punkt bezieht, ist noch nicht bekannt. Die Nothwendigkeit der Besetzung der bedeutendsten serbischen Festungen behufs Verhinderung eines neuen Angriffes wird in dem Document nachdrücklich geltend gemacht. Hinsichtlich der auf Grundlage der bezeichneten Punkte einzuleitenden Unterhandlungen über den Friedensschluß stellt die Pforte alles Weitere den Mächten anheim. Paris, 16. Sept. Die „Agence Havas" meldet : Der von der „France" gestern veröffentlichte Vertrag wird in diplomatischen Kreisen für absolut apokryph angesehen. Lofal'Notiz. Gießen, 18. Sept. Die Ausstellung des hiesigen Geflügel-Vereins war gestern trotz des ungünstigen Wetters und der projektirten Luftfahrt deS Herrn W. Wenzel ehr zahlreich besucht. Wenn auch nicht so reichhaltig und mannigfaltig ausgestellt wie die große Ausstellung im verflossenen Jahre, so bietet sich bei der heurigen Localaus st-llung für den Liebhaber und Züchter von Geflügel manches Sehenswerthe. Nach dem Catalog sind 338 Nro. mit un Ganzen 775 Stück ausgestellt. Es finden sich die kleinsten Raren von Bantams bis zu den größten der Cochinchinas vertreten. Ebenso auch die schönsten und seltensten Taubenracen. Was die ausgestellten Kanarienvögel anbctrifft, so bedarf es wohl keiner besonderen Erwähnung; sind doch unsere hiesigen Kanarienzüchter schon Jahre lang bekannt und auf den größten Ausstellungen als Preisrichter verlangt. Eine Colleklion exotischer Vögel dient mehr zur Decoration Der Verkauf war am gestrigen Tage noch nicht so lebhaft, dagegen verspricht der heutige Tag nachzuholen, was gestern umständehalber nicht geschah. Gießen, 18. Sept. Wie aus dem Jnseratentheil ersichllich, wird Herr Wolff auS Frankfurt, der uns durch seinen vor mehreren Jahren hier ertheilten Unterrtchl noch rn bestem Andenken geblieben, mit Ende dieser Woche hier wieder einen Kursus seines, die Handschrift verbessernden Unterrichts, eröffnen. Uebcr seinen wiederholten Auseiithalt in Marvurg lesen wir: „Marburg, den 15. Sept- 1870. „Schön- und Schnellschreiben" sind zwei Erfordernisse, die von der immer fortschreitenden Zeit an einen jeden Menschen gestellt werden. Das zu lernen ist uns in unserem sonst so indifferenten Marburg durch Herrn I. Wolff aus Frankfurt a. M. eine gute Gelegenheit geboten worden. Die Methode dieses Schretblehrers ist eine so vortreffliche, Oa6 ihr das größte Lob in jeder Beziehung gezollt werden muß. Hcroorgegangen aus einem ernsten und tiefen Studium zeigt un? jene Methode die richtigen Wege, wie wir beim Schreiben Hand, Arm, Papier rc. rc. halten müssen, wte wir schön und schnell schreiben können. Der Erfolg war darum auch hier wieder ein sehr glänzender und kann er nur da fehlen, wo dem Unterrichte die nöthige Aufmerksamkeit versagt wird. Nicht allein wurde die Schrift verbessert und eine individuelle Federhaltung beigebracht sondern ist durch letztere, wie wir aus Resultaten hiesiger älterer Herren gesehen eine . vollständige Umwandlung der Schrift eingetrcten. Andere steife und zitternde Handschriften haben eine Geläufigkeit und Festigkeit angenommen und ist daS Zittern, bei Manchen sogar der Schreiberkrampf unterdrückc und beseitigt worden. So können : wir nur Herrn Wolff empfehlen als einen gewissenhaften Lehrer, dessen Methode in i 8 Stunden schön und schnell schreiben zu lehren in der Thal keine Charlatancrie ist, sondern durch günstige Erfolge schon sich aufs Vortrefflichste bewährt hat. Dr.ß. Amerika. Newyork, 16. Sept. Das gelbe Fieber hat in Savannah an eit zugenommen; gestern allein starben 27 Personen. Besondere Aekanntmachungen Bekanntmachung. 4826) In unserem Firmen-Register ist heule folgender Eintrag vollzogen worden: Israel Rothschild von hier, Inhaber der hiesigen Firma „I. Rothschild", hat dem Carl (genannt Charles) Levy von Hamburg, zur Zeit in Gießen, Procura erthetlt- Gießen, den 15. September 1876. Großherzogliches Stadtgericht Gießen. _____Bötticher._____________ Oefsintlicbe Aufforderung. Die Erben des ledig verstorbenen Heinrich Karl Förster von Lich haben dessen Nachlaß unter der Nechtswohlthat des Inventars angetreten, weßhalb Forderungen an denselben binnen 14 Tagen bet dem unterzeichneten Gerichte anzumelden sind, wenn sie bei Regulirung des Nachlasses Berücksichtigung finden sollen. Lich, den 13. September 1876. (4810 GroßherzogltcheS Landgericht Lich. Weyer. Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. 4831) Im Nachgang zu unserer Bekanntmachung vom 9 d- Mts. bringen wir hiermit zur Kenntniß des Publikums, daß die im Nachtrag 19 zum Hessisch-Rheinisch Westfälischen Verbandsgüter - Tarife auf Seite 14 und 15 aufgeführte anderweitige Classification für Gaswasser in Fässern und Papier in Kisten verpackt, erst mit dem 1. November er. zur Anwendung gelangt Gießen, den 15. September 1876. Großherzogliche Directton der Oberhesstschen Eisenbahnen. ___________Mohn.__ Oeffentliche Aufforderung. Die erschienenen Gläubiger haben in dem Liquidations - Protocoll mit Johannes Lotz Eheleuten von Villingen ein Arrangement getroffen, das in unserer Registratur zur Einsicht offen liegt Unbekannte Gläubiger werden aufgesordert, innerhalb 4 Wochen von heute an. etwaige Einwendungen dagegen vorzubringen, als sonst dasselbe bestätigt werden wird. Hungen, am 15. September 1876. (4411 Großherzogliches Landgericht Hungen. C e l l a r i u s, Landrichter. Aersteigerungerr. Donnerstag den 21. September, Nachmittags 2 Uhr, werden in der Restauration „Lahnstein" dahier nachverzcichnete Gegenstände freiwillig gegen Baarzahlung versteigert: ein Büffet, ein Clavier, ein Sopha, Wirthstische, 60 Stühle, Vorhänge, Rou- leaux, Marquisen, Glasglocken, Bütten, Züber, Eimer, ein Zinkkessel, Mtstbeet- fenster, Kleiderhaken und eine große Partie französischer Rothwein in Flaschen. Gießen, den 16. September 1876. In Auftrag: __________M. Pilger.______(4801 Obstversteigerung. Freitag den 22. September d. Js, Vormittags von 8 Uhr an, soll das hiesigeGemeindeobst bestehend in Aepfeln. Birnen und Nüssen, an Ort und Stelle versteigert werden. Der Anfang ist am Vicinalweg nach Wieseck. Alten-Buseck, am 16. September 1876. Großherzogl. Bürgermeisterei Alten-Buseck. 4830) Wagenbach. Freitag den 22. d. M., von Vormittags 10 Uhr an, soll das hiesige Gemeinde-Obst meistbielent verkauft werden, wozu Kaufliebhaber einladet Fronhausen, am 16. September 1876. Der Bürgermeister: ________________Ruth.___________(4818 Holzversteigerung in der Fürst!. Oberförsterei Lich- Dienstag den 26. September soll im District Meilbach nachverzetchnetes Hols versteigert werden: Scheith. Prügelh. Stockh. Reish Raummeter Buchen 65 16 38 64 Nadelholz 6 28 157 3)2 257 Fichtenstämme von 15—41 Centiintr. Durchmesser und 8—20 Mtr. Länge, mit II8V4 Cubikmtr. Inhalt und 174 Fichtenstangen, mit 27% Cubik ntr- Die Zusammenkunft findet Morgens 9 Uhr auf der Hattenröder Straße, 1 Stunde von hier, statt; jedoch kommt Bauholz erst nach 10 Uhr zum Verkauf. Lich, den 16. September 1876. (4316 Wimmenauer, Forstrath. 11 5) 11 40) II II II II u 7 20 20 MM» Vormittag GL 2 8 " eobann werde» Dienst^ VomittaAs «t 1877 zur MfS* 2 45 " " nr Q) , ob 11 ÖJ " ,A n .. 50 11 _ 1 // 1 H 8 Lemnei Die unter -Muhrten N» idn, bije* * unter 8 ** 1 e gehen. ^thingnngen und M 8 hii 12 Uhr M 2 hii 6 Uhr NK 'tau der unteqeic Zusehen und müßen llii zum 5. nächsten nittagö 10 Uhr, in Km aufgehängten Hiessen eingelegt Mrienschloß den Werzogl.Londeszi M) Seit Aepfelvm in Gemeinde T Donnerstag den •1 die diesjährige bena Wo., etwa über t ''bekamt Machten1 4 mWetend an £ ' Abonnements - Einla düng Alle Sorten Betfarben, dick, sowie zum Anstrich fertig, schnell und hart trocknend, Petersburger Möbellack (3001 Geschäfts-Empfehlung (4800 Gustav Gerhardt Nudeln, Reis und u u II u it ii n 1) 2) 3) 4) 5) 6) 7) 8) 9) 10) 11) 45 35 50 50 1 1 8 7 20 II II II II II II 11 weiße Bohnen, Erbsen, Linsen, Salz, (Nauheim.), Univkrsal-Reinigungg-Sal). 2584) Von allen Aerzten als das einfachste und billigste Hausmittel empfohlen gegen Säurebildung, Ausstößen, Krampf, Verdauungsschwäche und andere Magenbeschwerden, in i/i# V2, V4 Original-Packeten mit Gebrauchsanweisung ä 1/0 Vr und 1 /4 Mark zu baden bei C- F. 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Freitag ben 22. d. M., von Vormittags 9 Uhr an, soll das hikirge Gemeinoeobst, bestehend zum größten Theil in Aepseln, versteigert werden. Ederstadt, am 15. September 1876. _ Grohherzogliche Bürgermeisterei Eberstadt Görlach (4821 Gießen, Mäusburg D. 9, rmpfiehlt sein reichhaltiges Lager in weißen und farbigen Hemden, für Herren und Knaben, Kragen, Manschetten, Chemisetten, sowie stets das Neueste in allen Arten Halsbinden, ferner wollenen Hemden, wollene« und baumwollenen Unterjacken und Unterhosen, in Socken, Hosenträgern, Glace-, Wildleder-, Buckskin», Zwirn- und Militär-Handschuhen, eine sehr reiche Auswahl in Kragen- und Manschetten Knöpfen rc.2312 Jülichsplatz. Haararbeiten werden prompt und billig besorgt. Achtungsvoll aufgeführten Gegenstände werden einzeln, diejenige» unter 6 und 7 und unter 8 bis 11 aber zusammen ver- Expedition der Victoria 46, Lützowstrasse, Berlin W. Alle Buchhandlungen und Postämter des In- u. 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Ihr Inhalt ist wesentlich bereichert worden; derselbe umfaßt rasche Berichterstattung über alle politischen Vorkommnisse, namentlich ausführliche Berichte über die Reichstags- und Landtags - Verhandlungen Preußens, wie sämmtlicher süddeutschen Staaten, orientirende Leitartikel über alle Tagessragen, gediegene wissenschaftliche Abhandlungen und Feuilletons und eine reichhaltige Kleine Chronik. Die Börsenhalle bringt prompte und zuverlässige Börsen - und Handelsberichte von Frankfurt, Berlin, Men, Paris, London rc., nebst Telegrammen über Politik, Börse und Handel aus allen Hauptplätzen, ein vollständiges Coursblatt der hiesigen Börse und sämmtliche Verloosungslisten, welche für süddeutsche Leser Interesse haben. Unser tägliches belletristisches Beiblatt: „Das Museum" ist ein gern gesehener Gast in jeder Familie. Dasselbe veröffentlicht Romane und Novellen von den besten Autoren, interessante Reiseberichte, Schilderungen aus der Natur und dem Leben. Theater und Kunst finden darin besondere Beachtung. Die Veröffentlichung des Romans von George Eliot r „Daniel Derondau, welche wegen Verzögerung der Uebersetzung bisher nicht stattfinden konnte, erfolgt im bevorstehenden Quartale. Der Abonnementspreis per Vierteljahr beträgt: in Frankfurt a. M., den Staaten des Deutschen Reiches, sowie Oesterreich und Luxemburg Mk. 6. 23 Pf. Reichswährung. Inserate sind bei der großen Verbreitung der Neuen Frankfurter Pre ssie, welche namentlich im Großherzogthum Hessen das gelesenste Frankfurter Blatt ist, von besonderer Wirkung. , u tla _ . Neu hinzutretenden auswärtigen Abonnenten senden wir bte bis Ende September erscheinenden Nummern nach gefälliger Aufgabe ihrer Adresse unter Kreuzband franco. Frankfurt a. M., im September 1876. Die Expedition der Neuen Franks. Presse. n»tl fVS Hi*"* . (Hfl Farbmaarkn-Himdlung von «8. Wilh. Weidlg. Marke 8. für 1877 zur Lieferung im Submissions- wege vergeben: Centner ^»-Nhe. ff ' finben sich ,An 1 äu8M* «ecota£ ""sprich, b, 'bh-rr 3B0lf| ^Itn Unfertig, ■ tmen Euch, ".Wein ,^ch°n- uti “Wenben uni«em sonst i, • .ilre flute Hb : 1° »wtafffifc '"gegangen ols n,®ege, wie tu »m und schivl tanzender «t öeriagt »fc. lwnz beigebraä- Ten gesehen, eh j’tternbe Hm dak Zittern, y 6t. Dr.ß Centner geschälte Gerste, Einladung zum Abonnement auf die illustrirten Modenzeitungen IATARI1 XXVI. Jahrgang. Erscheint 4 Mal lllcIÄ monatlich. Preis für das ganze Viertel- ■ 1^11 IW jahr (6 Unterhaitungs-, 6 Modenummern mit 6 colorirten Modekupfern und 3 Schnittbeiblättern): AeUgeöotenes. 4804) Guten Kuhmist verkauft sehr billig S- Goldenberg, Löwengasse. 4798) Eine Wiese, 1288 Klafter, ist für Grummet zu verpachten. H M '. Juahardt. Mm™ MM 5 per Hundert M. 9. — gegen Nachnahme F. C. Breclitel, Mainz. "*4828) Eine Partie gefallene Aepsel zu verkaufen. Dr. Weber. 4815) Gute Süßäpfel bei _____Carl Herbert, Nahrungsberg. 4824) Neue Sendung Gummischuhe ist eingetroffen. W. Ferber, Lindenplatz. B14tägige Ausgabe: AUS UND WELT VI. Jahrgang. Erscheint 2 Mal monatlich. Preis für das ganze Vierteljahr (6 Modenummern mit 6 Unterhaltungs- und 6 Schnitt- Beiblättern) : 2 R.-Mark. j. A. Busch Söhne. In Folge Abschlags U Adestle's Kindermehl, pr. Büchse M. 1.25. Condenfirte Milch, „ „ „ 0.80 4316) L. Müller quf der Mäusburg. HIV. Jahrgang. Erscheint 2 Mal monatlich. Ulustrirte fiDFN7FITIINß Ee^bülige UUErSlEI I UHU Ausgabe von „Victoria“ be- ziehungsweise „Haus und Welt“, giebt in jeder Nummer den vollständigen Inhalt einer Arbeits-Nummer der beiden Zeitungen wieder. 20 „ b.....- unter pos. 1, 2, 3, 4 und 5 Hiermit die ergebene Anzeige, daß ich den von Herrn L. Ubrich inne« gehabten Laden (Schulstraße) mit übernommen und meine seitherigen Damen- ..aJHRj artikel in denselben verlegt habe und empfehle solche hiermit bestens. r Lager der feinsten Parfümerien und Toilette-Artikel, alle Arten Bürsten und Kämme, Lockenwickel, Lockenhölzer, Haarwolle, Haarnadeln mit Gold- und Silberspitzen u. s. w. Echtes Eau de f Ißelarnk Abfahrten von Gießen nach: .L^ntera.L Dentz 6«, 12, 443. Diilenburg 6*5, 12, 443, 95. (£ft q ““iW Siegen S45, 12. t’Üitt.r 1(fA Wetzlar 64-, 8