Donnerstag, den 17. August IS76 Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Brinaerlohn. Durch die Post »(zogen vierteljährlich 8 Mark & Pf. -M---v * U. I» II l III U U/ 41 II U. Ä , Die beschränkenden Bcstimmungen des § 43 des Reichsbankgesetzes vom 14. März 1875 sind (nach den im Reichs-Gesetzblatte' erschienenen Bekannt- Söller jjfrufS jungen) bezüglich nachstehende^ Privat-Notenbanken als nicht anwendbar erklärt worden und es dürfen daher die Noten dieser Banken in ganz Dcutsch- SlSSSi Staates, welcher denselben die Befugniß zur Notenausgabe ertheilt hat, zu Zahlungen gebraucht werden: 1. Badische Bank in Mannheim. o ..... Badische Bank in Mannheim, 9. Hannoversche Bank in Hannover, Frankfurter Bank in Frankfurt am Main. 16. Württemberger Notenbank in Stuttgart. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 10. 11. 12. 13. 14. 15. urige Kchrch, uni) Tante ser Bayerische Notenbank in München, Bremer Bank in Bremen, Breslauer Bank in Breslau, Chemnitzer Stadtbank in Chemnitz, Kölnische Privatbank in Köln. Danziger Privatbank in Danzig, Leipziger Kassenverein in Leipzig, Lübecker Commerzbank in Lübeck, Magdeburger Privatbank in Magdeburg, Posener Privatbank in Posen, Sächsische Bank in Dresden. Bank für Süddeutschland in Darmstadt, (4305 , geb. Leser, i. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Röder. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Expeditionr Schulstraße, 8iL B. Nr. 18. Jo. 190. 3er 2- ttoi, 3 ru vkrmirihm unb t u beziehen. L*' H 3ömengaffe tl .., , D-e V-rwendiiiig der Noten anderer deutscher Privat-Notenbanken oder Korporationen zur Leistung von Zahlungen außerhalb desjenigen Landes- ^ckeies, für welches dieselben zugelasien sind, wird mit Geldstrafe bis zu 150 Mark bestraft. Um das Publikum vor Nackthcil zu bewahren, wird dies hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht. Gießen, am 8. April 1876. ki-Äsz ll5fcolblliunihObhUD81 Wtgenen Äbt’te Lötzf' «stär • EiWthüms L | wenden. ’ 6 Uhr, statt- Die Creditreformbewegung in Deutschland. enthält folgenden hochbeachtenswerthen Artikel aus Die „Neue Fr. Pr." ;6W* J Ereignisses erregte bei competenter Stelle Aufsehen. Der Fallite wußte sich aber vollkommen zu rechtfertigen. Seine Hauptkundschaft zählte zur Aristo- ! kratie. Dieselbe hält in England mit einer fast freimaurerischen Festigkeit die 6 Sitte aufrecht, die Buchrechnungen nur ausnahmsweise, bei sehr geordneten ■ Häusern schon am Ende, bezw. Anfangs des nächsten Jahres zu zahlen. Die Meisten lassen ihre Buchschulden jahrelang stehen. Mit einer ebenso zähen, ; stillschweigenden Verabredung wird jeder Gläubiger, der es wagt, einen Mahn- 1 brief zu schreiben, zwar sofort bezahlt, aber dafür unfehlbar von allen Stanbes- ’ ftenofsen in die Acht erklärt, so daß er seine aristokratische Kundschaft verliert. - Der Geschäftsmann befindet sich also zwischen Scylla und Charybdis. Aus - dieser doppelten Gefahr hat sich der besagte Buchhändler durch seinen regelmäßigen Bankerott gerettet. Denn einerseits übernahm das Gericht die Eintreibung seiner Ausstände, und die aristokratische Kundschaft konnte ihm dies ■ nicht verargen, weil er unschuldig daran war. Er erhielt sein Geld, behielt : seine Kundschaft und konnte, da die gerichtliche Liquidation einen namhaften Ueberschuß ergab, regelmäßig mit vermehrten Kräften wieder ansangen. Dieses Beispiel mag recht wirksam und humoristisch gewesen sein. Man muß aber zugeben, daß es als allgemein anzuwendendes Auskunftsmitlel nicht zu empfehlen ist. Zwei concrete Forderungen sind es, welche von den Creditreformen, an deren Spitze insbesondere Handelskammern stehen, aufgestellt werden: Baarzahlung und Deckung aller übrigen Forderungen im Kreislauf des Verkehrs durch kurze Wechsel von zwei, höchstens drei Monate Laufzeit. Dieses ist das Ziel, welches angestrebt wird. Ueber die anzuwendenden Mittel machen sich verschiedene Ansichten geltend. Viele glauben, daß Angesichts der Indolenz, welche bisher von den Consumenten beobachtet wurde, nur durch ein Eingreifen des Staates geholfen werden könne, indem derselbe die Verjährungsfrist für die kleinen Forderungen im Handel und Wandel auf sechs Monate reducirt. Die Meisten erklären sich aber gegen jede Staatseinmischnng und wollen die Reform durch den spontanen Entschluß der Bevölkerung zu einer allgemeinen Sitte emporgehoben wisten. Ein sehr anerkennenswerther Anstoß, welcher gewiß bald Nachahmung finden wird, ist bereits in München gemacht worden, indem dort gegen 2000 Personen aus den wohlhabenden Classen sich zum Aufgeben der Buchschulden verabredet haben. Als Uebergangsbrücke muß man sich der Einrichtung bedienen, daß die Baarzahler eine Prämie erhalten, welche in einem Sconto am Kaufpreis bestehen solle. Wir würden es für zweckmäßiger halten, wenn diese Vereinigung umgekehrt darauf hinwirkt, daß die Geschäftsleute ihre Preise auf Baarzahlung einrichten und von den Nichtbaarzahlenden einen starken Zuschlag abfordern, welcher gleichsam als Abschreckungsmittel dienen würde. Mag man bei den Uebergangsversuchen auch noch im Einzelnen zuweilen fehl- greifeu, im Ganzen scheint der richtige Weg eingeschlagen und die Bewegung mächtig genug zu sein, um nicht wieder im Sande zu verlaufen. Durch das Aufgeben der Buchschuldeu würde nicht blos der geschäftliche Verkehr der Bevölkerung ein soliderer werden, sondern dieselbe würde auch von einem großen moralischen Druck befreit und mehr zur Sparsamkeit und Ordnung hingelenkt werden. Dem leichtsinnigen Schuldenmachen, der Verschwen- Mittwoch den 23. August, Morgens 10 Uhr: Pfarrconferenz zu Gießen. Lang-Göns, den 14. August 1876. Strack, Deka? ^Handwerkern getrieben wird. Viele derselben wagen es erst am Schluß d Wahres, ihre Generalrechnung einzureichen, und sind dann sehr froh, sofort Viele müssen sich aber auch dann noch zu weiteren Fristen ’t einem Bliche voll Ausständen nicht selten in Ver- Es ist seit Jahrzehnten in Deutschland über den Mißbrauch geklagt wor- d«, welcher mit dem Buchcredit bei Kaufleuten, Krämern und insbesondere bei a\cnn lOtxmMig rtin in fcteWi •umbcd) unb ,h. botz brcklbt P 016 QW GtbnkM rcDdotte, em W .. - ... ......... - lb__Feder des in diesen Dingen als erste Autorität geltenden National-Oeco« ^Tflrbeitdn mm Max Wirth, welchen wir unfern Lesern bei der hohen Wichtigkeit der Mm? 6Siche dem Wortlaut nach mittheilen. Max Wirth schreibt: _____— „Die unerhört lange Dauer der Nachwehen der Krisis, welche in Deutsch- läind wahrscheinlich ebensoviele Opfer gefordert hätte, wie in Oesterreich, wenn ^8Wochen Meß' |j$ unter der Herrschaft des Zwangscurses befände, hat den Anstoß zu einer r volkswirthschaftiichen Agitation gegeben, welche, obwohlanspruchslos auf- und ein bescheidenes Ziel sich steckend, doch eine Verbesierung des Zah- I lüngöverfahrens zu bewirken geeignet ist, durch welche der Geschäftsverkehr au solidere Basis zurückgeführt und künftigen Krisen, wenn auch nicht gänzlich »öwgrbeugt, so doch ein großer Theil ihrer Gefährlichkeit genommen wird. Wenn es gelingen sollte — und es ist alle Aussicht vorhanden, daß diese Be- wlrguiig nach vieljährigen frommen Wünschen diesmal wirklich ihr Ziel erreicht — die angestreble Ausdehnung Baarzahlung und Verkürzung der Creditfristen 5g® —irten breiten Schichten der Bevölkerung einzuführen, dann wird eine wohlt'hä- ?-un l ,eunb in Beziehung auf die Bevölkerungszahl, welche sie umsaßt, hoch be- ; - biiStiP1 >mhme volkswirthschaftliche Reform verwirklicht. 1 "■ - -~' • • ■ ~ " 1 - /"'"'uTtAtV Wit zu werden. Viele r Riemen und kommen mit ( **& l’Wjcit, so daß sie häufig selbst wieder theuren Credit zu Hülfe nehnun und ihre Vorräthe nicht rechtzeitig, also nicht so vortheilhast als mög- f*„ .f;nt W' ö« erneuern können. Außerdem bringt dieser lange Buchcredit auch noch an- - cwe ^xrluste mit sich. Die Geschäftsleute sind daher genöthigt, ben Preis / iid»en, $ i rn Maaren mit Zinsen und mit einer starken Versicherungs - Prämie zu be- N, wodurch wieder ihre Concurrenzfähigkeit mit dem besser situirten Auslande ' hindert und überhaupt die industrielle Kraft des Inlandes geschwächt wird, ’steit daß die wohlhabenderen Classen, welche die Uebelstände dieses Verfahrens JjMepen einsehen sollten, die Hand dazu geboten hätten, den Buchcredit ab- 11 Haffen, sind sie vielmehr fast überall die Hauptstützen desielben und stehen p ihre Indolenz der Reform am meisten im Wege. Es ist nicht blos tohnt) und Oesterreich, wo über diese Unsitte geklagt wird, sondern auch ! denjenigen Ländern, deren Creditsystem im Allgemeinen geordneter ist, finden Hi) sehr deutliche Ueberbleibsel dieses Mißbrauches. Namentlich ist es die We Aristokratie, welche den weitgehendsten Buchcredit, gleichsam wie eine ^s'ache, aufrecht erhält, so daß die Geschäftsleute oft jahrelang nicht bezahlt In dieser Beziehung wurde mir schon vor Jahren von einem sicheren MSmann eine überaus merkwürdige Thatsache erzählt. Ein angesehener, wenber Buchhändler in London zeigte in regelmäßigen Perioden von un- - fünf Jahren seinen Bankerott an. Das regelmäßige Wiederkehren dieses enat lehnte vorher noch einen vorgeschlagenen Zusatz zur Verfaffung ab, wo- intenstvere Am Vorabend Serenade am festlich geschmückten Knegeldenkmol n KrauLreich. Kngkand. Dr. Knorr in seiner Wohnung, obere Heinrichsstraße. Wiesbaden, 12. Aug. lSedanfeier) (Hestern Abend traten die VorMi der hiesigen Krieger-, Turn-, Gesang- und Schützenvereine mit der vom (tiemdnbereif ernannten Commission in Berathung und haben vorbehaltlich der Zustimmung bfi Gemeinderaths für die Nationalfeier am 2. September folgendes Programm in W «gilt e" hefte , 15 Der Kaiser ist wohlbehalten auf Schloß Babels- Vermischtes. Friedberg, 14. Aug. Von verschiedenen Seiten wird uns von einem Watt- H a»s dem hie e h'NWaflt zu 1 ^jlenuorar C ' Werten. Tirßrn, de ivcy liuuy V LUI vvwvyvn- vvy „ I ken berg unter Ausführung von Turnsp elen und Schauturnen, sowie patriotische Mam« ! chöre und Concert von 2 Musikcorps. Allgemein wurde der Wunsch von den SJorffärbaj ausgesprochen, daß sich wie in anderen Städten die Gemeinde- und anderen Behöids mehr als bisher bei dieser Nationalfeier betheiligen möchte,'.. Pforzheim, 12. Aug Der „Pforzh. Beobachter" schreibt: Einem aus S!^- gart von G- E- hierher gefärbten Briefe entnehmen wir: „93on einem soeben zuiic- gekehrten Juror der Philadelphia-Weltausstellung erfahre ich, daß die deutschen lO und Silberwaarenaussteller, 50 an der Zahl, nut 37 Auszeichnungen bedacht wo> ind, was ich im allgemeinen Interesse doch mittheilen will- Es gehen somit niu b ohne Anerkennung aus, resp 75°,o der Aussteller sind prämiirt. Die Verkäufe nehnc trotz der furchtbaren Hitze, nicht üb und der Durchschnittsverkauf ist 400 M pro -v' Von hier aus wurden jetzt 70 Nachbestellungen gemacht, bis Ende Juli gerechnet, u ind die Beträge auch keine große, so wird doch immerhin unser Hauptzwea err^ und für niedere Eingangszölle in den Vereinigten Staaten Propaganda gemacht t mitgebrachten amerikanischen Silberwaaren kommen mehr und mehr zur Geltung -j unsere Fabrikanten finden ein neues Feld für ihre Thätigkeit, das jedenfalls eine vr» Qualität und eine höhere technische Ausbildung des Arbeiters im Gefolge haben di- Damit wäre durch die Ausstellung wieder eine Anregung gegeben, die ich den Ses- oon Ausstellungen so recht vor die Augen halten möchte, wäre es auch liur\urjt beweisen, daß man bei diesen industriellen Wettkämpfen stets lernen kann und Lernen getrieben wird." , , — Eine strenge Disciplin hält der Sieger von Belfort in seinem ü-orP® ' recht, das mußten unlängst zwei junge Lieutenants erfahren, welche in Karlsruhe' - Abends auf offener Straße, ohne irgend welche äußere Veranlassung, einen den w ren Gesellschaftskreisen angehörigen Herrn überfallen und gröblich und thätllch on y hatten. Auf den Hülseruf des so übel Angegriffenen waren Polizeisoldaten yero-k kommen, welche sich beeilten, die beiden angeheiterten Officiere — des Weges ziel' ' lassen, den Civillsten aber zu verhaften uns nach der Wache zu führen, wo c - um freigelassen zu werden, erst ausweisen mußte. Des Letzteren Proteste “ j, schwerden fruchteten nichts, auch wartete er vergeblich auf eine Eatschuldigu » beiden Offiziere, weshalb er sich entschloß, dem General Werder selbst die «ng heil vorzutragen. Er that dies mit der Bitte, die beiden Officiere nicht etwa o ' sondern nur zu einer entsprechenden Entschuldigung veranlassen zu wolle,'- A ' geleiteter Untersuchung verfügte Werder, die beiden Officiere hätten die vma s . klärung abzugeben und seien zur Strafe zu versetzen. Der Eine wurde nach 0 oer Andere nach Breslau verwiesen. Uebrigens sind auch die beiden Polsteii welche den Unschuldigen so bereitwillig verhafteten, nachträglich auf dem M- wege bestraft worden Begreiflicher Weise hat Werder's Entscheidung in v große Befriedigung hervorgerufen. . , t- München, 11. Aug. (Die Memoiren der Spitzeder.) Nicht ganz et mehr und die Adele Spitzeder hat ihre Strafzeit überstanden. Wie uns m n {] wird, hat die seit Beginn ihrer Haft zwar immer kränkliche Spitzeder dennow ' Zeit gehabt, um ihre Erlebnisse in München seit den letzten fünf Jahren n cy zu sammeln und niederzuschreiben, sondern auch mit der Beschreibung - 2 umgebenden Persönlichkeiten zu verflechten, so daß wir nach ihrer baldigen .(3| auf die Veröffentlichung sehr interessanten Materials gefaßt sem dürfen- e auch ein Schweizer Verleger für die Publikation dieser höchst pikanten MM he über Leute, die ja noch unter uns leben, sehr hohe Bedingungen geboten h f $ — (Verunglückt.) Aus Reichenhall, 9. Aug., wird beM -Cor - . geschrieben: Aus einer größeren Gesellschaft, welche M) fleftmt *benbS auf Dtn 3 c. einen seiner Aussicht wegen viel besuchten Berg bei Reichenhall, begb 9ernfflti^ Sonnenaufgang die Bergspitze erstiegen hatte stürzte ein. rungn: Mann, Op-rm^ Z Maier aus Darmstadt auf der nördlichen schroffen Wand in die viel 9 wel: t betragende Tiefe- Er hatte »lmenrausch pflücken wollen und sich dabet M gewagt. Erft nach zwölf Stunden gelang es, die bis zur Unkenntlichreit Leiche aus dem schwer zugänglichen Gestein herauszuholen. Reiches^r^i In Belgrad hat Ristic die Oberhand behalten. Fürst Milan mußte nachgeben. Der Krieg wird, angeblich aus Anregung Rußlands, fortgesetzt. Graf Andraffy ist nach Bayreuth abgeretst. - f . bereits in die Tanne geflüchtet hatte, sind zwei von hier gebürtige Brüder Heil, btik hervor, es fei von eineni 1 jc^on oft bestrafte Subjecte, welche vor einigen Jahren in der Karlsstraße einen M r'L oruch verübt hatten, der ihnen damals mehrere Jahre Zuchthaus eintrug. Bei bn Verhaftung fand man im Besitze des einen Gauners ein großes in einer Scheibt steckendes, scharf geschliffenes Metzgecmesser und steht zu vermuthen, daß der Menst bei -vorzeitiger Entdeckung damit wohl einen Mord verübt haben würde- Die gefährlichen Subjecte werden jetzt hoffentlich auf lange Zeit unschädlich gemacht. Darmstadt, 14. Aug. Heute Morgen erschoß sich der frühere GerichtsacceP London, 14. August. Im Unterhaus? antwortete der Schaß-Secretär Northcote auf eine Anfrage Dilke's: Wenn die Pforte den Vorschuß für die Verzinsung der türkischen Anleihen von 1855 und 1871 nicht zuruckzahle, musst die britische Regierung der ottomanischen Bank jurückerstatten und Frankreich ersuchen, seinen Äntheil ebenfalls zu entrichte». Die britische Regierung unter, handle dieserhalb mit der französischen Regierung. — Die Vertagung des Parlaments erfolgt morgen Nachmittag um 2 Uhr. London 14 August. „Reuters Bureau" meldet ans Belgrad, Fürst Milan sei entschlosten, den Krieg bis aus's Aeußerste zu führen. D-r Zustand der Truppen sei durchaus befriedigend In Folge dieser Erklärung des Fürsten verlören die Gerüchte von dem Rücktritte des Ministeriums an Wahrsch-inl.ch^ feit. Bei Banja würden zahlreiche Truppen zusammengezogen. In Belgrad strömen viele Freiwillige aller Nationalitäten zusammen. Daris 14. August. Aus Madrid wird das Gerücht gemeldet, daß in Folge eines gestern in La Granja abgehaltenen außerordentlichen Ministerraths die Minister ihre Entlassung gegeben hätten. N«ßland. PeterSbura, 15 August. Die „Intern. Agentur" meldet: Dr. Sand- wirth ist von Widdin nach Belgrad zurückgekehrt. Abdul Kerim Pascha befahl, unter Androhung der Todesstrafe, das „Rothe Kreuz" zu respectiren und zeigte dies der serbischen Regierung an. LürLei. Zara, 15. August. Gestern fand den ganzen Tag über ein Kamps rwischen Türken und Montenegrinern bei Kuci statt. Die Türken wur en iu- rückaeschlagen und von Fundina bis Vagoritza verfolgt und verloren v e Waffen, Munition und Fahnen. Auch die Verluste an Todten und Verwundeten sollen bedeutend fein. H*? „gchveol siea "LtrWciun9 munD ein war? SW nld mdarben i« " tt,e ’ Warum, H . Ml nicht dcr kürzere » ®iä"tUnict UnM ,.Mlindi>ch-Z°M-> Die vlelen ca soMmigfalAsind. aü' unseres Etsenb h balv der Preuße, « mußte, daß die E> n Unvemuthä fielen, vaß W1 t»ar eine ßeit emeU säumt, gesundtgtham sich in sein Schicksal unt fort rückwärts g wärts schreitet- So zeigen die . Geld, Uhren und sonstige Werthsachen. Auch in die katholische Kirche wurde In btc c r.f ■ .» selbe« Nacht einzubrechen versucht, was man an deutlichen Spuren an der zur Sacrißki 15 August. Der Steckbrief wider den IKrafen v. Arntm Uirhrenden Thüre erkennen konnte. Der energischen Thätigkeit unserer Criminalpolijii rurückaenommen. ift es gelungen, die Thäter schon im Laufe des gestrigen Tages zu ermitteln unb mit ® S 9Inanft föeaenüfcer der Leitungs-Meldung, daß der Plan ihnen den größten Theil der gestohlenen Sachen zur Stelle zu bringen. Die Sp'p der Stocken gekommen oder garlbubcn, °°n denken der -M-noch in der Stadt verhaftet wnede, wahrend stch,.er aale, ad acta gelegt sei, hebt di- „Nvrdd. Allg. Ztg." Umschlag der Pläne und Absichten in den lettenden Regionen mcht das Mtn- Camburg, 14. August. Zufolge hier eingegangener Rachrlcht ist das -ur Zett auf der Linie nach Brasilien verwendete Dampfschiff »G-rmama der f-amburger Packetfahrt - Gesellschaft (Capitän Nielsen) am 11. August beim Einlaufen in die Bucht von Bahia innerhalb , des Leuchtthnrms gestrandet; mnn war noch dmnit beschäftigt ' ha^beute Vormittag 11 Uhrs sicht genommen: An: Vorabend Serenade am festlich geschmückten Kri-gcidenkm-i i- Bayreuth, 14 August. Der Kaster hatt peuie e man nicht sofort oder spätestens nach drei Washington, 14. August. Die vom Congreß genehmigten Credite Monaten baar bezahlen kann. Die Kaufleute und Handwerker wurden vtelletcht reifen gegen das Jahr 1875 eine Abnahme von 30 Mill. Dollars auf. Laut in der ersten Zeit einen kleinen Ausfall in ihrem Absätze verspüren; allein Gerüchten, welche der Bestätigung bedürfen, hätte General Crook die Siour dafür würden sie aber auch wenige oder gar keine Verluste erleiden, ihre Mittel dem Befehle von Sitting Bull vollständig geschlagen. Nach Berichten stets bereit haben, ihre Hulfsartikel zur gelegensten Zeil und am billigsten ein- Lima ist General Prado, nachdem der Congreß die Wahl deffelben für L e fönnen. Dadurch würden sie aber auch in den Stand gesetzt roerben, ^^ -rklärt hat, zum Präsibenten von Peru proclamirt. billiger zu produciren, bie Preise ihrer Erzeugnisse niebriger anzusetzen unb die Washington, 15. August. Der Congreß hat sich ^eute vertagt. Der lLoncurrenz auf dem Weltmarke leichter zu bestehen. Und wenn bann, auä 5eiuu uuu;ei uvch einen vvr^eschlnvzcnrn Znsutz zur -oerfa^una ao, wo volitifchen ober wirthschaftlichen Ursachen wieber eine Krisis eintrete, so würben Staatsgelber nicht zur Unterstützung solcher Schulen, welche besonderen ihnen die Credit-Kündigungen, zu welchen die Banken in solchen Zeiten stets Kirchenfecten gehören, verwendet werben sollen. ru schreiten pflegen und wodurch sie die Krisen nicht wenig verstärken wenig----------------- ■■■......... ---- oder nichts anhaben können. Die ganze Production des Landes wurde somit L 0 k a l ° Se 0 t i z. auf ein solides Fundament begründet werden, urd zuletzt würde, da mit stei- Gießen, 16. Aug. Gestern Abend 6 Uhr spielten mehrere Kinder in der Sand. Ornnprfc unb Reichthum auch der solide Verbrauch sich vermehrt, den gasse an einem Hause, wo Dielen zum Austrockuen hingestellt waren. Plötzlich fiel % L -LS ». . h.a Arn&prpr unb sicherer Nutzen rufallen, als bisher, ein Lioß Dielen um unb begrub unter sich ein Mädchen von ca. 5—6 Jahren, lasche G-schäftsl-uten ein viel unO uyerer J uge J @rVo6=bülU brachte dasselbe bald wieder her°°r und scheinen di-V-rl-tzannen nicht alliugr-f Einen in die Augen fallenden Beweis dafür liefert oer -ö 0 U" sein- Vorsicht durfte den Eltern aber jedenfalls anzuempfehlen fein. ftdbten welche in Folge der Menge unO des raschen Wechsels der Bevolrermig --Der in unserer letzten Nummer erwähnte Verbrecher Seipp war nitt L jx' früher von dem Buchcredit freizumachen bestrebt waren. Die ^MauS d.m hiesigen Arreslhaus, sondern aus dem hiesigen Bezirksgefängniß (aliM ' 1 unafebänaifler von dem gewohnheits« und bei Onkel F-) entsprungen. Wir berichtigen dieses auf besonderen Wunsch eines Belhei- volkerung in Großstädten ist b b rte rickten ihr Leben viel ligten mit dem Bemerken, daß eine Verletzung unsererseits wohl nicht unterstellt werden standesmäßigen Aufwande, als die auf deni Lande, 1 9 fann da uns diese strikte Bezeichnung der Haftlokale nicht bekannt war. mehr nach den zur Verfügung stehenden Mitteln em, weil die Verha tnisie diel Unbekanntschaft und die geringe Möglichkeit der Personal^nntniß solchen Cre-l dit erschweren. Gleichwohl ist die Erwerbsfähigkeit in Großstädten eine viel (4306 4313) Stadtwalde. steigert werden: Rmtr. Nadel-Scheidholz, 272 zu HeiiiÄcrlisig Tribun. 4265) der vor L- Müller auf der Mäusburg. Versteigerungen. Versteigerung von Pflasterarbeit 22 912 Holzverfteigerung im Gießener Stadtwalde. Montag den 21. August 1876, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwalde, in dem Di- stricte Neuheege, nachverzeichnetes Holz ver- Neue Häringe, Sardellen und feinsten Tafelsenf, empfiehlt Fiar Jagdfreuaade« Zur bevorstehenden Saison offeriren wir: Lefaucheaux- und Lanea.'-er -Patronen -Hülfen. Alle Sorten Pulver von (Cramer & Buchholz). Schrote in allen Nummern. Filzpfropfen, Würgmaschinen und sonstiges Zubehör, mäßigen Preisen. werden. Gießen, den 15. August 1876. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. A. Bram m. Neue holl. Häringe empfehlen (4309 Heinzerling K» Tribus. Wesondere ZSekanntmachung. Iagdverpachtung. Donnerstag den 24. l. I-, Morgens 10 Uhr, soll auf der Geschäftsstube der unterzeichneten Stelle die der Gemeinde Lumda zustehende Jagd auf weitere 6 Jahre öffentlich verpachtet werden Lumda, den 9. August 1876. (4242 Grobherzogliche Bürge, meisteret Lumda. Schultheiß. S u ni in i f f i u n. Samstag den 19. l. Mts., Bormitlags 11 Uhr. soll auf dem hiesigen Rathhaufe die Anfertigung von eisernen Stnnschleusten, veranschlagt zu 1497 M. 64 Pfz., durch Summission vergeben werden. Kostenvoranschlag und Uebernahmöbedingungen hierfür können am 17., 18. und 19. c., Vormittags 8—11 Uhr auf dem städtischen Baubüreau Ungesehen 4237) Fegmühlen, Handdreschmaschinen zu ermäßigten Preisen bei __Emil Pistor. In Folge Abschlags Nestle'S Ktndermehl, pr. Büchse M. 1 25, Gondenfirte Milch, ,, „ „ 0.80. 4316) L. Müller aus der Mäusburg. nrd uns von ein®* der Nähe von H dem stark miifc- Dimensionen i sedlrn noch. 'S aus Eonnlag l deS Herrn Hojm c'en die Diebe üQe lischt Kirche wyrbt t Lvuren an ber jur ■ km unserer Grimir:: ages ju ermitteln i: * le zu bringen. vi' irbe, während fick >2: lebürnge Brüder hc. der Karlsstrofi r uchthaus tmtiüi V in großes in kinelLN urmulhen. daß ti; haben würde iep iäöltd) gemacht. i der frühere @etifc Ibtnb traten dießrrs mit ber vom ÄcM lilid) ber ^ufiiimM' enbes Programm c aiürften Ärußtebenh vbergtz. Am , Louiskvylatz und i w unb WW und br m Bollssest aut bc \ iotD't patrioti)^ r MM von den rinde- und andere!" Dollar! ,ai m bi j1“ werden. Voranschlag und Bedingungen liegen in rmserm GeschSftSlokal zur Einsicht offen. Gießen, am 15 August 1876. Großherzogliches Kreisbauamt Gießen. In Vertretung: (4324 Schäcker, Kretsbauaufseher. Neuerdings tritt noch die schwere Sorge hinzu, daß die Eisenindustrie durch die Auf. Hebung der Schutzzölle im nächsten Jahre schwer bedrückt werde und fürchten die Industriellen dieser eisenbahnlosen Gegend, daß damit ihre Werke vollends den Todesstoß erhalten werden. Umsomehr aber scheint die endliche Herstellung der Eisenbahnverbindung geboten, damit die Eisenwerke der projecttrten Lenne-Lahn-Dillbahn wenigstens dem eventuellen Drucke, der zu erwartenden ausländischen Concurrenz genügende Widerstandskraft entgegenzusetzen vermögen. Würden die Eisenwerke hier ihre Thätigkeit einstellen müssen, so wäre die nächste Folge der offenbare Ruin, die volle Unfähigkeit der Fortexistenz der Bevölkerung der ganzen Gegend. Das Holz, welches einzig und allein durch die Köhlereien zum Behufe der Verhüttung angemessene Preise findet, wie selbst in der Statistik der Gr. Hess. Centralstellc für Landesstatistik bemerkt ist, würde völlig werthlos werden, während die Waldkultur dermalen neben der Eisensteingewinnung die bedeutendsten Erträgnisse resp. die hauptsächlichsten Erwerbszweige der ländlichen Arbeiterbevölkerung bilden. Ohne Wasserstraße und ohne Eisenbahn ifl, eine Ausfuhr des Holzes hier unthunlich. Gleichzeitig würden mit dem Auslöjchen der Hochöfen Tausende von Köhlern brodlos werden Die Herstellung der projeetirten Bahn dagegen wird die Gegend nicht allein vor weiterem Rückgänge schützen, sie wird auch diese sparsame genügliche Bevölkerung sicherlich einem verhältniß- mäßigen Wohlstände entgegenführen. Die Rohprodukte, wie Steine, Holz, Thon werden sofort eine bedeutende Preissteigerung erfahren, während gegenwärtig faktisch 80 beliehene Grubenfelder still liegen. Der Preis der Arbeit wird durch die erhöhte Nachfrage alsbald steigen, die Steinkohle wird durch den Eisenbahntransport bis zu den Hochöfen entschieden billiger werden, das Holz durch die erleichterte Ausfuhr aus dem Gebirge neue Nahrungsquellen eröffnen, indem das seither zur Kohle benützte Holz vielfach als Nutzholz zur Versendung vorbereitet, in Säg- und Schneidemühlen, wozu reichliche Wasserkräfte vorhanden sind, verarbeitet werden kann. Die Viehzucht, welche hier nicht unbedeutend ist, wird ganz entschieden an Werth gewinnen, da die Eisenbahn den Markt bedeutend näher rückt, sowohl für den Viehverkauf selbst, als insbesondere für die Milchwirthschaft, Butter und Käse, für die Hühnerzucht, die Schweinemästuna u. s. f. Der Landwirth wird in dem sorgfältigen Wiesenbau, welcher namentlich im Sauerland sehr gepflegt, ja musterhaft betrieben wird, einigen Ersatz für die Unwirthlichkeit des Bodens zum Körnerbau gewinnen und die Viehzucht um so mehr poussiren, als er lohnenden Absatz seiner Producte findet. Die Holz- und Metallindustrie wird mit der Eröffnung der Bahn einen vorher nicht gekannten Aufschwung nehmen, da die Eisenbahn das Kapital herbeilocken wird zu industriellen Geschäften, welche des Holzes und Eisens bedürfen und durch die Transportersparungen und die vorhandenen billigen Wasserkräfte lohnenden Betrieb versprechen. Neuerdings ist der Versuch wieder gemacht worden, auf dem Wege der Zeichnung das erforderliche Kapital für den Eisenbahnbau aufzubringen. Ein Comite hat sich gebildet, an dessen Spitze Fürst Wittgenstein steht. Aber die Mittel der Gegend sind so schwach, daß bis jetzt nur i/2 Mill. Thaler gezeichnet wurde Die Kräfte der Industriellen selbst sind durch die beständigen Anstrengungen, welche für Aufrechthaltung der Coneurrenzfähigkeit gemacht werden müssen, dermaßen engagirt, daß dieselben, namentlich in Anbetracht der demnächst zu erwartenden englischen Concurrenz, eine größere Betheiligung nicht wagen zu dürfen glauben, obwohl die Rentabilität um so weniger bezweifelt wird, als die Bahn nach dem Projecte zugleich als kürzerer Weg aus dem Kohlenrevier nach Süddeutschland auf ganz bedeutende Durchgangsfrachten sicher zu rechnen hat. Bei der jetzigen Flauheit und geldgeschäftlichen Muthlosigkeit ist es besonders schwierig, das Kapital für neue Eisenbabnunternehmungen zu engagiren. Es erscheint darum ganz besonders angezeigt, daß der Staat helfend eingreift, sei es durch Staatsbau, sei es durch entschiedene Betheiligung mittelst Subvention. Nun hat ber preußische Handelsminister zwar feine Geneigtheit zur Förderung des Unternehmens einer Deputation gegenüber zu erkennen gegeben, j,edoch bestimmt erklärt, daß die betreffende Vorlage an den Landtag zur Bewilligung einer Subvention von 1 Million Thaler erst dann nach der festen Praxis geschehe, wenn vorher die übrige Summe des erforderlichen Baukapitals völlig sicher gezeichnet sei. Das Comitä habe zunächst nach Abzug ber Seitens des Staats zu bewilligenden Summe für Die Sicherstellung des noch fehlenven Betrags Sorge zu tragen. Hierin aber liegt die Schwierigkeit. Das Comite zweifelt gar nicht, daß es die erforderliche Betheiligung finden werde, wenn der Staat eine Subvention in bestimmter Form zugesaat hat, während dermalen unter den Anforderungen des Hanbelsministers die Angelegenheit nicht von ber Stelle kommt, gewissermaßen ad calendas graecas verschrieben scheint. Bei ber Noth- lage der Gegend erübrigt nur, daß die Staatsregierung von der allgemeinen Regel abweicht und eine Unterstützung und 'Betheiligung in derjenigen Form eintreten läßt, daß die seit 27 Jahren angestrebte Ausführung des Eisenbahnbaues nicht über die Periode der Aufhebung ber Eisenzölle hinausgeschleppt werbe unb bann zum Unglück der ganzen Bevölkerung geklagt werden müßte: au spät! (N. Hess. Volksbl.) iKin eisen steinreiches aber eisenbahnarmes Stück Land tm deutschen Reiche. Schluß. Die eisenbahnlose Gegend mußte dem großartigen Schauspiele einer wunderbar aufblühenden Industrie in ben westlichen und nordwestlichen Kreisen Westphalens gegenüber die Rolle des stummen Zuschauers übernehmen. Plätze, die vorher kaum den Namen Stadt verdient hatten, wuchsen, nachdem sie an die Weltverkehrsader, Eisenbahn, versetzt worben waren, wie Schwamme bei günstiger Witterung auseinanber. Wer vermuthet heute, baß vor wenigen Jahrzehnten Dortmund ein Städtchen von 340J, Hamm von 4600, Iserlohn von 5200, Soest 6300 Seelen u s w. u. s. w. war? Den stummen Zuschauer mußte die arme gedrückte Gegend spielen, wenn ihr durch anderwärtige Eisenbahnen Concurrenzindustrieplätze erstanden, m Distrikten, wo man auf die Industrie nicht angewiesen war, während ihr selbst eine Eisenbahnverbindung versagt blieb, um darben zu müssen! . Warum, fruq man sich, erhalten wir keine Bahn? Liegt denn unsere Gegend außer der Welt? Liegt unsere Gegend nicht mitten in einer directen Linie vorn Rhein nach Berlin? Fuhrt nicht der kürzere Weg aus dem niederrheinischen Kohlenrevier nach Süddeutschland durch unsere Gegend^nser Unglü(f, hieß es, daß der Staat kein Erbarmen hat, ist die Zerrissenheit, die vaterländische Zerspaltung, unter der wir leben. Die vielen Landesfarben, welche hier in unserem Distnkte einander neidi,ch begegnen und so mannigfaltig sind, wie Die Flüßchen, welche hier ihren Ursprung nehmen, sie sind die Ursache all' unseres Eisenbahnja.nmers. Bald war es un Munde Deg Volkes der Hessen-Darmstädter, bald der Preuße, bald der Kurhesse, bald der Nassauer oder Waldecker, der die Schuld tragen mußte, daß die Eisenbahnverbindung nicht zu Stande kommen wollte. Unvermuthet trat die Zeit heran, daß Die Grenzpfahle in Folge der Ereignisse von 1866 fielen, daß hier weder ein Kurhessen, noch Großh. Hessen, noch ein Nassau mehr exlstirten — es war eine Zeit erneuter Hoffnung, daß schleunigst nachgeholt werde, was die Vergangenheit versäumt, gesündigt hatte andern biedern, treuen, stillernsten Volke, das verzwe.flungsvoll aber sturnnr sich in fein Schicksal seither ergeben hatte. Traurige Thatsache ist es, daß die Bevockerung fort und fort rückwärts geht, während dieselbe in anderen Nachbardistrikten in raschem Tempo vor- war.s schrerted n fliegenden Zjährlichen Bevölkerungsaufnahmen des Kreises Biedenkopf (Hinterland) in den Jahren 1858, 1861, 1864 und 1867 eine stetige Abnahme von circa je 1 Procent der Bevölkerung. Aber der Rückgang erfuhr damit keinen Stillstand, er schreitet jort. Die muthlos gewordene Bevölkerung hofft nun seit einem vollen Jahrzehnt cben|o erfolglos, als unter1 der Vielherrschaft. Das bekannte „Holland gehen" reicht nicht mehr aus, um vor dem Darben au schützen- die Zahl Derer wächst, welche dem heimathlichen Boden ganz und für die Dauer Lebewohl sagen müssen. Hier ist keines Bleibens mehr, wenn der Staat noch länger erbarmungsloser Zuschauer des steigenden Elendes bleibt. , ‘ Periculum in mora! Nur eine Eisenbahn kann hier dämmen., Noch fit nicht Alles verloren, noch ist es Zeit, noch kann geholfen werden, um die immer noch blühende Eisenindustrie vor dem Untergänge zu bewahren. Aber nicht allein schleunige Hilfe, sondern schleunigste Hilfe thut noth. Drei Millionen Thaler ist die ganze Summe, womit nach sachverständigem Gutachten, vier Millionen nach officieller Schätzung, das eisensteinreiche, aber eisenbahnarme Territorium zwischen Lenne, Lahn, Dill und Sieg nach Ost, West und Süd direct mit dem Eisenbahnnetze in directen Verkehr gesetzt werden könnte. . Eine Verbindung Der Nuhr-Siegbahn (Station Altenhundem) mit der Main-Weserbahn (Station Cölbe nördlich von Marburg) über Erndtebrück, Laasphe und Biedenkopf mit Abzweigung von Laasphe nach Dillenburg für die Richtung nach Süddeutschland würde die bedeutendsten Eisenwerke der Gegend direct an den Schienenweg versetzen und damit den Hauptbedürfnissen der Gegend in ersehnter Weife Rechnung tragen. Die preußische Statistik vom Jahre 1872 entnimmt über diesen Gegenstand dem Frankfurter Handelsbericht vom Jahre 1868 Folgendes: Die Lime Altenhundem-Laasphe-Dillenburg würde insbesondere bei direkter Fortsetzung über Braunfels- Usinaen - Frankfurt zum natürlichen Stapelplatz der reichen Miner al sch ätze jener Gegend für einen großen Theil Süddeutschlandß machen und den dortigen Bergbaubetrieb sehr heben. Ebenso bemerkt der Jahresbericht von Dillenburg hierüber: Eine Zweigbahn der Lenne-Lahnbahn (d. i. die projectirte Bahn Altenhundem-Cölbe) und zwar eine Banfe-Dillbahn wurde in Verbindung mit der schon länger projeetirten Scheldethalbahn den größten Einfluß auf die Entwickelung unserer Industrie, namentlich die Eisenindustrie des mittleren Lahn- und Dietzholzthales üben, da sie in ihrer Verlängerung bis Frankfurt den kürzesten Weg von den Hauptkohlenrevieren Westphalens nach Süddeutschland Herstellen und die reichen Eisensteinlager der mittleren Lahn und Dill mit jenen in nächste Verbindung bringen würde. Prüpelholz, ei«, „ „ Stockholz, 6250 Wellcn „ Reisholz, 204 Nadel-Stämme mit 64,37 Festmeter, mW.®"®! '* einem H® , U5jeiWe“ jmiirt Die Lm 1 | Verlauf iW bis Inibe N ö bm unser tat unb nicht | , fietS l«”e" " ;.s»gg! GH ml d 121 „ Stangen „ 9,38 „ Die Zusammenkunft ist auf der Grün- beiger Chaussee an der ersten Schneiße. Gießen, am 15. August 1876. (4320 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. B. Brumm. Der Aufbruch und die Plasterung chaussirten Fahrbahn der Staatsstraße dem Seltersthor in Gehen auf 18° Meter Länge, ausschließlich Lieferung der Materialien zu 2164 Mrk. 60 Pfg. veranschlagt, soll Montag den 21. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, im Bramm'schen Wirthslocal dahier an den Wenigftnthmenden versteigert 1Ul waren. !£5-«Ä Ä ®'!!P »■ “M n«it untttfleltr 'cfannt war. Aeilgevotenes. Mene holl. Häringe empfiehlt (4289 Carl Hoffmann. Feinsten Ginmachesstg, Prima Weinessig, empfiehlt (3987 Gg. Willi. Weidig. 4257) Lackirte Möbel, als: Commoden, einthürtge Küchenschränke mit Glasaufsatz, Waschkonsolschränkchen, Schüsselbänke, Bettladen u. dergl. sind zu verkaufen. Karl Zimmermann, Neuenbäuen B. 84. Nestle’s Kiudermehl, per Büchse 1 M 25 Pf., empfehlen 4307) Htin^erling fr Tribus. 4322) Mehrere ©orten besten Weinessig zum Einmachen empfiehlt billigst J. Retter, Seltcrsweg. 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Es wird für eine berechtigte Lehranstalt in Süddeutschland ein tüchtiger Lehrer (geprüfter Lehrer oder Gand, phil.) zu en- gagiren gesucht, um Deutsch, Geschichte und Realien, oder Deutsch, Englisch und Handelswissenschaft zu lehren. Einem Lehrer, welcher die Facultas docendi besitzt, würden bedeutende Vortheile zugesichert. Näheres mit curriculum vitae, doch ohne Zeugnisse unter Chiffre 111^(10^11= Verwalter, Neue Babnhofsftraße. ________ (3215 Kausmännischer Verein Frankfurt a. M. tP.’S § erren CH eis kostenfrei bedient, vermittelte im nbgcl. bcr 1 OOP Commis- und LchrlingSstcllen. (376^ ■------ 1 11 . 1 ... . 111 ■■miT ■ II» ■' Pferde-Nenneu öeö Rheinischen Renn-Veninö in Frankfurt a. M.. ' 'M’ un^ 'M' August 1876, Nachmittags 31/2 Uhr am Forsthaus. 18 Rennen mit Preisen zusammen im Werthe von ra. Mark 42.000. Etntritts-Preifer 20 Mark Belohnung erhält, wer mir einen am letzten Samstag unweit des Bauhofs in Gießen abhanden gekommenen schwarzen Dachshund wiederbringt. Derselbe ist etwa 7 Jahre alt, hört auf den Namen Waldmann und trug ein brannlederues Halsband. Wetzlar, 15. August 1876. 4312) Landrath von Tieschowitz» 432$) Hierdurch nehme ick die Beleidi- gung gegen Frau Pfeiffer auf dem Braunsteinbergwelk retour, mit dem Versprecken, daß solche nicht wieder Vorkommen soll. Johan n e s W a l l b 0 t t. Köln-Gießener Kohn. Abfahrten von 'Gießen nach: Deutz 615, 12, 4«. Dillenburg 6«, 12, 4« 9*. (2640 "7p-----7--»» » «________ (43 I 0 1- V, v—, verantwortliche Nedaclion A. Scheys a. — Druck und Verlag der BrühlhchkN Univ.-Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. Kermreryungen. 3717) Ein freundliches Logis im Freien (am Wallthor), bestehend aus 4 Zimmern mit allem Zubehör, ist zu oermiethen und alsbald zu beziehen bei_______F. I H tz i. 2754) Ein schönes Zimmer, gut möblirt ist zu oermiethen. Schloßgasse B 6. 4070) Ein Familienlogis, bestehend aus 3—4 Zimmern nebst Zubehör ist zu oer- mreihen und alsbald beziehbar. 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