Freitag, den 15. September im. Aießener "Anzeiger Anzeige- und Amtsblatt fit den Kreis Gießen. Erscheint täglich mit Sudnobme dsS Montags. Expeditio«r Schulstray«, Sit. B. N». 18. «WW»MMWMWW»WWWWWMWAWWWWWMW»WMWWW»»M»M2 Preis oiertelMrlich L Mark 20 Pf. mit Brinaerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich L Mart M Pf. .......................... politischer Theit. IkttffdJfanh. . Berlin, 10. Septbr. Die Familie des Staats-Ministers Hofinann ist nunmehr ebenfalls von Darmstadt nach Berlin übergesiedelt. Staats-Minister Hofmann hat nach dem Austritt des Staats-Ministers Delbrück die von dem- fklben früher innegehabte Dienstwohnung im Gebäude des Reichskanzleramtes bezogen. Berlin, 11. Septbr. Am Schluffe eines größeren Situations-Artikels von 1 Mk. von 2 Mk. internen. ! Mk. an i- sagt v. Wickede in der „Köln. Ztg." : Die nächsten Tage werden vermuthlich eine wichtige Entscheidung bringen. Was aber soll dann geschehen, wenn Alexi- »atz gefallen? Wird Rußland es dulden, daß der Seraekier Abdul Kcrim seinen Weitermarsch durch das Morawa-Thal antritt und später bald Kragu- ijcwatz und selbst Belgrad bedroht, und wird die Türkei sich durch russische Drohnoten von der Ausnutzung ihrer so schwer errungenen Siege abhalten und nu einem Frieden mit Serbien zwiiigen lassen, ohne Entschädigungen zu vertan 'gen für ihre großen Opfer und hinreichende Sicherheit gegen eine Erneuerung les Treibens der Panslawisten? Sehr fraglich erscheint solche Annahme, und daher ist die Furcht nicht unbegründet, daß der Krieg im Orient von seinem Ende noch weit entfernt ist und vielleicht in eine zweite, noch blutigere Phase, treten wird. Berlin, 11. Septbr. Der heutige Reichs-Anzeiger schreibt im nichtamtlichen Theile: „Nachdem der durch Urtheil und Recht seines Amtes entsetzte frühere Erzbischof von ©liefen und Posen, Graf v. Lebochowski, im März dieses Jahres durch eine aus Rom datirte Ansprache den Geistlichen der Der« einigten Erzdiöcesen mitgetheilt hatte, daß er die thätige Ausübung der bischöflichen Gewalt in seinen beiden Erzdiöcesen wieder übernommen hat, hat derselbe unter Verletzung der bestehenden Staatsgesetze diesen Worten auch die That folge» lassen. Derselbe hat unterm 8. Juli c. an den Pfarrer Brenk in Piaski das nachstehende Schreiben gerichtet: Geliebter Sohn! Es ist die betrübende Kunde zu uns gelangt, Du habest die von der preußischen Regierung in den letztvergangenen Jahren zur Verven ir DaW cinsten. 25 ff.« t-n rctob® ibii tiirmt’1 'Sh** und Diener Christi geziemt. Andernfalls, wenn der obenbestimmte Zeitraum den neunzig Tagen erfolglos verstrichen, so wisse, daß Du durch diese That- soche selber und ohne weitere Erklärung von Deinem Amte suspendirt bist, bis Du zur reuigen Erkenntniß kommst und entsprechende Genugthuung leistest, bereuest Du jedoch nicht und gehest nicht in Dich, wie wir Dich im Herrn nmahnen und in demüthigem Gebete von Gott erflehen, so werden wir mit schwereren Strafen gegen Dich vorzugehen genöthigt sein. Gegeben zu Rom, len 8. Juli 1876. Mieeislaus, Cardinal Ledochowski, Erzbischof von Snefen und Posen. An den ehrwürdigen D. Jul. Brenk, Pfarrer in Piaski, Erzdiöcese Posen- Seitens des Pfarrers Brenk ist hierauf an den Grafen v. Ledochowski in lateinischer Sprache ein Antwortschreiben gerichtet, welches nach der von dem Pfarrer Brenk der Staatsregierung gemachten Anzeige in deutscher Uebersetzung »örtlich lautet: „Eminenz! Ihr Admonitionsschreibeii habe ich am 8. Juli l. I. in Piaski erhalten und habe dieses zur weiteren Veraulaflung, wie dies billig und recht war, der hohen königlichen Regierung übergeben. D- I. Brenk." nicktnng der Kirche des Herrn Christus erlaßenen ruchlosen kircheupolitischen Gesetze zum großen Aergerniß der Gläubigen öffentlich anerkannt, obwohl es Dir nicht unbekannt geblieben sein konnte, daß derartige Gesetze nicht nur von Zeit zu Zeit von uns und allen Oberhirlen der Kirche in Preußen, sondern auch vom heiligen Vater in Rom, dem Papste selber, am 5. Februar 1875 verdammt worden sind. Auf daß es nun nicht scheine, als billigten wir durch Stillschweigen Unsererseits Deine schlechte That, so ermahnen wir Dich durch gegenwärtiges Schreiben erstmalig — und diese eine canonische Ermahnung | gelte als dreifache: binnen neunzig Tagen, vom Datum dieses Schreibens an I gerechnet, mache das von Dir gegebene Aergerniß dadurch wieder gut, daß I Du die freiwillig von Dir geleistete Anerkennung der erwähnten Gesetze in Gegenwart Deines Decans und zweier Zeugen in einer schriftlichen Erklärung widerrufst. Dieses Schriftstück wirst Du mir zu übersenden haben, und sollst Dich überhaupt von nun an so betragen, wie es einem katholischen Pfarrer Alefferrrittz. Wie«, 12. Septbr- Laut Nachrichten der „Neuen Fr. Pr." ans Ra- gusa von gestern soll Derwisch Pascha bereits in das Innere Montenegros bis Dauilowgrad, das in Flammen stehe, vorgedrungen sein. Zahlreiche montenegrinische Familien flüchien nach Cattaro und Crivoscie. Ans Semlin meldet dasselbe Blatt: Am 11. d. fand ein Gefecht bei Djunis statt. In Belgrad wird eine Kosakenlegion gebildet. — Nach dem Fremdenblatt verlautet in hiesi gen Diplomatenkreisen, der österreichische Botschafter Zichy werde tu den letzten Pagen des September einen kurzen Urlaub behufs vorübergehenden Anfeuthalts in Wien nehmen. Wien, 12. Septbr. In diplomatischen Kreisen verlautet, die Bemühungen der Mächte, die Pforte zu billigeren Forderungen zu bewegen, seien bisher ohne wesentlichen Erfolg geblieben. Wien, 13. Septbr. Die „Polit. Corresp." sagt in einer Redactions- Bemerkung zu einem Petersburger Briefe, daß nach ihren eigenen Informationen die Pforte ihre ursprünglichen Bedingungen in einem neuerlichen Ministerrathe in einigen Punkten nicht unwesentlich modificirt und die Mittheilung der modifi- cirten Friedens-Bddingungen an die Vertreter der Großmächte in Konstantinopel für gestern (12. Septbr.) in Aussicht gestellt habe. Wien, 13. (Septbr. Trotz der Vorstellungen aller Mächte will die Pforte die seiner Zeir mitgetheilten Friedens-Bedingungen nicht modificiren und die Annahme der Waffenruhe von denselben abhängig machen. (Siehe oben.) z — Die „Neue Fr. Pr." meldet aus Hermannstadt. 12. Septbr.: Gerüchtweise verlautet, der Fürst von Rumänien werde morgen hier eiutreffen. Gestern waren rumänische Minister zur Hoftafel geladen. Graz, 12. Septbr., Abends. Graf Auersperg (Anastasius Grün) ist gestorben. KrauLreich. Paris, 11. Septbr. Die Provinzialblättn bringen Folgendes: „Die Gensd'armerie hat in Ardres (Pas de Calais) einen Preußen verhaftet, der ohne alle Papiere war. Er gab durch Zeicken kund, daß er das Französische nicht verstehe. Man fand bei ihm Schuster-Handwerkszeug, was darauf schließen ließ, daß er ein wandernder Handwerksbursche sei. Doch erschien es den Geusd'armen sonderbar, daß dieser Deutsche sich im Besitze von 180 Franken , von Photographieen, Plänen und Ansichten verschiedener Städte Nordfrankreichs befand und außerdem Werkzeuge bei sich führte, die mit seinem Handwerk nichts gemein haben." — Die italienischen Pilger sind noch immer in Paris. Gestern gab ihnen der „Cercle Catholique", dessen Mitglieder meist Studenten der katholischen Universität sind, ein Fest. Msgr. Folicaldi stand demselben vor. Es begann nach einer Rede, welche der Director des „Cercle" in italienischer Sprache hielt, um die Freude der französischen Katholiken über die Ankunft der Italiener auszudrücken. Nach ihm erzählte der Pater Bailly, der eifrige Apostel der Wallfahrten, von den 10 bis 12 Wundern, welche seit Ankunft der italienische» Pilger in Frankreich zu Lourdes stattgefunden haben. Nachdem noch zwei Italiener gesprochen und der Bischof von Amata, einer der italienischen Pilger, die Versammlung gesegnet hatte, wurde das Fest mit einem „brüderlichen Punsch" beschlossen. ALalieir. Rom, 12. Septbr. Die Regierung hat die Einfuhr von Weintrauben und Bestandthetlen des Weinstocks verboten. — Wie versickert wird, werden die allgemeine» Wahlen am 27. und 29. October stattfinden. — Der Kronprinz und der Kriegsminister werden die militärischen Uebungs-Lager besichtigc». Belgien. Brüssel, 12. Septbr. Bei Eröffnung des geographiscken Congresses im königlichen Schloß sprach der König: „Ich gehorche nicht einem ehrgeizigen Gedanken, indem ich die Initiative zu Niederlaffungen in Central-Afrika gebe, sondern will der L-ache der Humanität dienen und das so friedliche Belgien zum Haupt Quartier der Civilisation machen." Brüssel, 12. Septbr. Wie die „Jndsp. beige" erfährt, hat der König in der Rede, womit er den geographiscken Congreß in seiner ersten Sitzung begrüßte, auf das wachsende Interesse für die Erforschung Afrikas hingewiesen und ausgeführt, daß Diejenigen, welche mit diesen Frage» beschäftigt wäre», seit einiger Zeit der Ansicht seien, daß eine Vereinigung, deren Zweck sei, die Errichtung von civilisatorischen Einrichtungen in Afrika zu beschleunigen, von großem Nutzen sein würde. Aus diesem Grunde habe er die gegenwärtige Versammlung berufen. Er, der König, werde dabei von keinen ehrgeizigen Gesichtspunkten geleitet. Belgien eigne sich wegen seiner centralen Lage besonders für diese Vereinigungen. Sodann ließ sich der König über specielle Fragen aus und hob dabei die Nothwendigkeit hervor, an den Grenzen unerforschter Gebiete Afrikas Stationen zu begründen für wssenschaftliche Zwecke und zum Obdache für Reisende. Für die Fortführung des Werkes sei ein internationales Comits zu bilden. Kvgland. London, 13. Septbr. Die gegen die türkische Regierung gerichteten Kundgebungen dauern fort. Lord Granville hat sich in einer veröffentlichten Zuschrift für Fortsetzung der Agitation ausgesprochen, welche unwiderstehlich werden müsse, damit die Regierung eine energische Politik einschlage; er hoffe, das Ministerium werde vor Allem die Wiederherstellung des europäischen Einverständnisses anstreben, da, im Falle dies nicht gelinge, die Schwierigkeiten der orientalischen Frage nur vermehrt würden. Schreiben, Hebungen im correcten mündlichen und schriftlichen Gebrauch der Mun«-- vxt-rt e itnh SD w ort m A i4i zini K • 413 » k .r*. „ r.. ■ rr . < n , . » _ spräche und Rechnen, wobei namentlich auf die Bedürfnisse des bürgerlichen Leben« unixl^'" i,w 6 Rücksicht genommen wurde. In nicht wenigen Gemeinden wurde außerdem UntertiÄ t n b««ntttl «(Stäfa “ in der Geschichte, Geographie, Naturkunde rc. ertheili. Der Besuch der Schulen wm ein tm Ganzen recht be rtebtgenber. In weitaus den meisten Gemeinden nahm di M Pflichtige Jugend mit Elfer und Regelmäßigkeit an dem Unterrichte Theil und nur de» w jta aus einzelnen Gemeinden, wie z. B. a u s G i e ß e n , sind Klagen über große Unregel- V» maß'gkeil im Besuche laut geworden. Als besonders erfreuliches Zeichen mag hervor- $fla, «Äü Aphnnpn m#»rnpn bnb tn titmf mpntnpn Aliar« k .... o- _ . r « « « v nünl-u . < Die Thronbesteigung Abdul Hamid'» II. ML au Darmstadt, 11. Sept. Im verflossenen Winterhalbjahr sind auf Grund des Artikels 16 des Volksschulgesctzes in den meisten Gemeinden des Grohherzogthums Fortbildungsschulen für die männliche Jugend errichtet worden- Wur in etwa 80 Ge meinden mußte von der Errichtung solcher Schulen abgesehen werden, theils weil in diesen Gemeinden eine zu geringe Schülerzahl vorhanden war, theils weil Schulstellen Nicht besetzt und daher die erforderlichen Lehrkräfte nicht vorhanden waren. Im Ganzen wurden etwa 18,000 Schüler in den Fortbildungsschulen unterrichtet. Der Unterricht begann in den meisten Gemeinden Anfang oder Mitte November und dauerte bis Mitte oder Ende März. Er erstreckte sich vorzugsweise auf Lesen, Bersteiger fitfuniitii Lienstafl den 19 8 Nachmittag - die diesjährige ! Rumen aus dem Schul Garten u. s. ro. Ar Zusammenkunft ktm aus dem Scüul Netzen, am 14 Sepl 'herzogliche Bürge A. Bra gehoben werden, baß in nicht wemgen Gemeinden ältere, der Fortbildungsschule bereits entwachsene Jünglinge an dem Unterrichte sich freiwillig und in sehr reaelmäßiaer nnb strebsamer Weise betheiltgten, z. B- tn Stockstadt 11, in Erbach 7 in Bodenheim 3 tn Hahnheim 8, in Lörzweiler 6 bet im Ganzen beziehungsweise 34, 11, 9, 22 19 Schülern rc. Das Betragen der Schüler gab zwar hier und da, namentlich tm Anfang des Unterrichts, zu Klagen Veranlassung: im Ganzen ist dasselbe jedoch als gut au bezeichnen und sind namentlich strengere Strafen gegen Schüler nur in sehr weniaen Fällen erforderlich gewesen. 5 3nSj* Auch die Erfolge des Unterrichts in den Fortbildungsschulen waren zufriedenstellende- Bei Beurtheilung derselben muß berücksichtigt werden, daß in dem verflossenen Winlerjahr an dem Unterrichte gesetzlich Schüler Thell zu nehmen hatten, welche bereits ein, resp. zwei Jahre aus der Schule entlassen waren. Es galt daher bei diesen Schülern zunächst, das früher Gelernte wieder aufzufrischen und zu befestigen, und dieses Ziel ist wohl in allen Fortbildungsschulen erreicht worden. Weiter gehende Erfolge wurden namentlich da erzielt, wo die Lebrer durch richtige, den Fähigkeiten der Schüler entsprechende Behandlung des Unterrichtsstoffs, durch anregende Lebhaftigkeit und Frische im Vortrage das Interesse der Schüler zu wecken und dauernd zu fesseln wußten. Durch die tm vergangenen Winter gemachten Erfahrungen sind die von manchen Seiten erhobenen Zweifel über den möglichen Erfolg des Unterrichts in den Fortbildungsschulen zur Genüge widerlegt worden. Es hat sich auch in denjenigen Gemeinden, welche sich der Einführung der Fortbildungsschulen nur mit Widerstreben fügten, mehr und mehr die Ueberzeugung Geltung verschafft, daß diese Schulen für die Bildung der Jugend, insbesondere für feste und dauernde Aneignung des in der Volksschule Gelernten von großem Werthe sind. (£>. atg.) (Der Nachtassessor.) Es gibt in Berlin — und anderswo sicher auch — Söhne, von denen man ähnlich wie von den Vögeln unter dem Himmel sagen tarnt: „sie säen nicht, sie ernten nicht, und ihre vermögenden Väter ernähren sie doch". Zu diesen glücklich fituirten Nichtsthuern gehört unser Nachtassessor, nebenbei bemerkt, ein Jüngling reiferen Alters, von biftinguirter Persönlichkeit. Schon als er noch die Bänke in der Quarta des Gymnasiums drückte, beutete sein Vater mit dem brillantberingten Finger auf ihn und raunte seinen Nachbarn stolz in die Ohren: „Mein Sohn mutz Minister werden!" und in der That hat der talentvolle Sohn mit dem Reichskanzler jetzt schon bas gemein, daß er auch Otto heißt und der Wind schon stark über die Stoppeln seines Hauptes gegangen ist. Sein Motto lautet seit Jahren: „Des Nachts will der Mensch seine Ruhe — zum Trinken haben und bei Tage gehört er in's Bette " Dazwischen fallen einige unbewachte Augenblicke, die er benutzt, um an feinem Examen zum Ftnanzminister zu arbeiten. Vor Kurzem hat nun der Vater zum letzten Male den Sohn und bann zum ersten und zugleich zum letzten Male das Zeitliche gesegnet- Dadurch ist der Sproß der erlauchten Familie in den Besitz eines so horrenden V r- mögens gelangt, daß er der Meinung war, es allein in kurzer Zeit gar nicht durchbringen zu können. Zur Hilfeleistung bei dieser anstrengenden Arbeit hat sich nun glücklicherweise eine Gehilfin gefunden, eine Dame, die bei Lebzeiten des bekannten Ungarweinhändlers Z. im malerischen Costüm des Letzteren Gäste bedienen hals. Sie heißt Adelina, Otto lernte sie kennen, und beite überboten sich bisher tm Verpuffen des vom sparsamen Vater sreundlichst hinterlassenen Pulvers. Lina ist aber weitsichtiger als Otto. Sie sagte in einer vertraulichen Stunde zu dem von ihr geschorenen Schafe: „Otto, laß uns ein solides Geschäft etabltren, und zwar so eines, das nicht allein seinen Mann, sondern auch in hervorragender Weile dessen Frau ernährt. Drüben, an der Ecke der B ■ • . siraße befindet sich eine Wein- uno Delicatessenhanb- lung, ein Geschäft von einst blühender Gesundheit, dem aber gewissenlose Weingrotz- händler den Lebenslust abgezapft haben sollen. Prosaisch ausgedrückt: der Besitzer ist plette, das Geichäst ist zu verkaufen. Mache mich zur Besitzerin desselben, wende 12,000 Mark daran unb_ werde Du mein stiller Compagnon, daß wir der Zukunst unbesorgt entgegensehen können." Diesem Vei langen ist Otto aus mehrfachen Gründen auch nachgekommen. Er hat der schon stark getch nolzenen .Waffe feines ErbtheiU 12,000 Mark zur Anzahlung für das belicate Geschäft entnommen, und nach vier Monate langem polizeilich vorgeschriebenen Kellerschluß wegen mangelnder Concession, macht jetzt die Frau Wirthin bei den zahlreich sich einftndenden Gästen auf Ungarisch mit Der höchsten Grazie die Honneurs, Otto befindet sich bei Lina als „Gast", der Jeden, der ihm nicht gefällt, an die Luft befördert. Das Finanzminister-Examen hat er fallen lassen; dafür hat er von Lina ein Portefeuille erhalten, als Champagner-Budiker. Amerika. New-Aork, 12. Septbr., Abends. Der Schatzsecretär kündigt die Ein- Lernfung weiterer 10 Mill. Dollars der Bonds von 1865 an. Aumäuieu. Bukarest, 13. Septbr. Zur Widerlegung einer gegenteiligen Nachricht erklärt das „Amtsblatt", daß der Großvezlr die Thronbesteigung des Sultans durch ein in höflichen Ausdrücken abgesaßtes Telegramm an den Fürsten notificirt habe. ,.. zu Hc *4755) Donnerstanfl' von SormittOj H tag hiesige Semei Dillen jn ^rten von mehrere mite auch mehre. Mich meistbietend । «werden. Mi, am 14. Ze, MkjoMe Bürg Zeilgeßoi Serbien. Belgrad. Aus Deligrad berichtet Capitäu Archibald Forbes au die „Daily News" vom 6. d.: „Die Rechnung der türkischen Grausamkeiten ist überreif. Sobald die Türken in den occupirten Orten einige Flüchtlinge ergreifen, martern und tobten sie dieselben. In Djunis erzählte mir heute ein alter Mann eine schreckliche Geschichte. In einem der Dörfer an dem Abhang von Jastrebog ergriffen die Türken eine flüchtige Familie. Sie packten das kleinste Kind, spießten es, rösteten es lebendig und zwangen die Eltern, das Fleisch ihres eigenen Kindes zu essen. Dann wurden auch die Eltern abgeschlachtet. Der alte Mann bestätigt, daß er ein Zeuge davon war. Er ist ein Priester. Die Truppen waren Egypter und General Tschernajeff erzählte mir, daß dieselben schlimmer sind als die Baschi-Bozuks und die Tscherkeffcn." Konstantinopel, H. Septbr. Auf den hiesigen griechischen Vice- Consul Polimeros wurde geschossen. Der Vice-Consul ist gefährlich an der Schulter und Brust verwundet worden. Der Attentäter konnte nicht eingefan- gen werden. Die Aufregung unter den hiesigen Griechen ist deshalb eine ungeheure. Der griechische Gesandte verlangt eklatante Genugthuung. v (W. Abbl.) Konstantinopel. Der im serbischen Hauptquartier weilende Berichterstatter der „Daily News" hat eine längere Unterredung mit Tschernajeff gehabt, in welcher der General ihm versicherte, daß alle Gerüchte über eine bevorstehende Einstellung der Feindseligkeiten auf Erfindung beruhten, daß er vielmehr binnen Kurzem selbst zur Offensive überzugehen beabsichtige. Die Stellungen von Deligrad und Alexinah seien geradezu uneinnehmbar und auch die Armeen an der Drina und am Jbar würden jetzt wieder mehr in den Vordergrund treten, seitdem die große Anzahl der aus Rußland eintreffenden Officiere es ermöglicht habe, auch diese Truppentheile mit tüchtigen und geschulten Officieren zu versehen. — Die herzegowinischen Flüchtlinge, welchen Fürst Nikita bei Grahowo eine Anzahl von Barackenlagern hatte errichten lasten, sind durch das Eindringen der türkischen Truppen gezwungen worden, abermals in großer Anzahl auf österreichisches Gebiet überzutreten. — Die „Neue Fr. Pr." macht darauf aufmerksam, daß sich in den Truppentheilen Abdul Kerim's und Mukhtar Pascha's fast gar feine Nizams oder Linientruppen befinden; aus anderweitigen Mittheililngcn sei zu schließen, daß fast die ganze türkische Armee in den Festungen längs der russisch-türkischen Grenze in Asien Stellung genommen habe. - ®treelS Gl st-ht. e( Gluck! Tic geringe«" *" ",‘i S «11 wti Stunden aus da SS** «*3 titt Hilt w Schnöd Mchiu, geschmückt ,treuen Sonne. 1 Lt,r Seit-üb°W' Achsen, denen tnt Steuermänner war Meinung und Älter em tilteitig der anmuchen >« Rh-de hin»», n° n btt Mitt- eine Lier kraftlosen @1* erwarteten. Er kam m, Rieq er vor dein 2W iDtn haldunterdrüM^ä tot büstm Wi W“ “ Der Wind WM Bot kiolstriger M gM wjit mb w Pascha biiw/t md beflaggt, Io j dienen nur die östeneichis Gießen, 14. Sept. Die Auffüllung der Reichensanb-Bahnhofsstraße schritt im Laufe bieses Sommers ziemlich langsam, bas kann nicht geleugnet werben, vorwärts, denn es wurden mit jedem Tage nur mehrere Wagen Grund zugefahren, und die vielen Bewohner unserer Stabt und eine Masse von Fremden, welche diese Straße benutzen, um schneller an ihr Ziel (Post, Eisenbahn, Klinik rc.) zu gelangen, konnten sich bei dem steten Weiterbau der freubtgen Hoffnung hingeben, benannte Straße in einigen Jahren vollendet zu sehen; allein jetzt ist durch Beschluß der Stadtverordneten der ganze Bau sistirt, und dadurch dieses, von Vielen ersehnte Ziel in noch weitere Ferne gerückt worden. Wir können diesen Beschluß nicht rechtfertigen, weil wir es im Interesse der Stabt für dringend geboten halten, baß der Weiterbau dieser Straße nicht unterbrochen, sonbern beschleunigt wirb, denn diese Straße hat Lebensfähigkeit; sie wirb sich sicherlich zu einer frequenten Geschäftsstraße gestalten, benn wir können kühn behaupten, daß schon jetzt trotz ihrer Mangelhaftigkeit *) in einem Tage mehr Menschen tn derselben verkehren, als in der Ludwigs- und Bismarcksstraße tn eine: ganzen Woche zusammen. In diesen Straßen wird aber immer rüstig weiter gearbeitet, da wird ausgefüllt, gepflastert rc., was wir jedoch nur billigen können, denn «in unvollendetes Werk ist nutzlos und muß daher so rasch wie möglich zur vollständigen Ausführung gebracht werden. Da aber hochlöblicher Magistrat gewiß mit uns der Meinung ist, daß besagte Reichensanb-Bahnhofsstraße von großer Bedeutung für die Entwickelung unserer Stadt ist, da es von den neu angelegten Straßen diejenige ist, welche die meiste Zukunft hat, so hoffen wir von demselben, daß der Weiterbau dieser Straße baldigst wieder, aber, wenn möglich, etwas strammer in Angriff genommen wird. Die vielen zum Theil recht großen und zu Läden eingerichteten Bauten, welche in dieser Straße in ganz kurzer Zeit schon ausgeführt und in der Ausführung begriffen sind, beweisen wohl recht deutlich, daß unsere Ansicht über diese Straße keine irrige ist. Unseres Erachtens darf also eine kleine Differenz, welche zwischen den Stadtverordneten und zweien Besitzern wegen Abtretung von Gelände entstanden ist, dem Weiterbau durchaus nicht hindernd tn den Weg treten, da es sich dabei, wie wir hören, nur um die Kleinigkeit v»n einigen hundert Mark handelt. --Die nächsten Sonntag und Montag seitens des hiesigen Geflügel-Ver- »ins arrangirte Lokal-Ausstellung wird den Anmeldungen zufolge sehr stark beschickt werden. Der Verein, welcher sich die Aufgabe stellt, die Geflügelzucht zu heben und dadurch billigere Preise zu erzielen, darf allem Voraussehen zufolge mit dem im Laufe dieses Jahres erzielten Resultate zufrieden fein. Sind doch von Vereinsmit- gltedern allein ca. 120 Stämme Hühner der verschiedensten und besten Racen angemeldet worden. Die diesjährige Ausstellung soll, entgegen der vorjährigen, zugleich mehr einen Geflügelmarkt bilden. Es finden deßhalb auch keinePrämitrungen statt, weil der Verein in allzugroßer Bescheidenheit von einer solchen abstrahiren zu müssen glaubt. Dagegen ist Jedermann und namentlich unser er L and b evölk er un g Gelegenheit geboten, durch billigen Ankauf von guten Rocethieren ihre einheimischen Racen durch Blutwechsel (meld)er zur Veredelung der Zucht unbedingt nothwendig ist) zu verbessern. Wir machen hierauf ausdrücklich aufmerksam und schließen mit dem Wunsche, daß die Ausstellung reichlich besucht (das billige Entree ermöglicht es ja Jedermann) und die vom Verein ausgehende Verloosung von in der Ausstellung an- getauften Thieren lohnend werden möge- *) Z. B. bei dem Uebergang über die Schoor ist der Zustand der Art, daß Pferd und Wagen über die Knie versinken. ilfö) 2af=l^lfig, Hal8er1 öiocoljei St.ll, bkp"“-~ Ifoffa, qruppir Thron 1inb Änl idKMi ^ uo d 1 z.-HtudW11' L. II lS ch lu ß.) Der jetzige Palast liegt auf der Spitze der Landzunge, welche nördlich von den Fluten des Goldenen Horns, östlich und südlich vom Marmarameer bespült wird. Ehe der Eroberer Konstantinopels, Mohamed II., den Grundstein zu ihm legte, stand hier das Palastgemenge del griechischen Kaiser, hatte früher die Akropolis von Byzanz, der Tempel der Pallas, des Pofet«? von, des Dionysos, der Proserpina und der heiligen Jungfrau in abwechselnder Reihe gestanden. Die Lage ist eine unübertrefflich reizende; die ganze Herrlichkeit der Stadt, der „Mutter ta Welt", liegt vor dem Beschauer ausgebreitet. Ringsum schlägt die brandende Welle wollüstig ans Ufer, dringt summend und einlullend zum Ohre; ewig frische Lüfte fächeln in heißen Soir mertagen die brennende Wange. Der Palast selbst aber ist ein architektonisches Ungeheuer, cir Bautenwirrsal ohne Verstand und Ordnung, ein getreues Bild des ottomanischen Reiches, dcö keinen echten Patriotismus und keinen Baustil hervorzubringen -vermochte. In zweckloser Regll- j losigkeit ist ein Hof an den anderen, ein Haus an das nächste angereiht, wie es die Laune urD Willkür des jeweiligen Besitzers eingab. Ein Theil brannte nieder, die Hauptbauten aber mt den Schätzen wurden glücklich verschont. Der Hof, in welchen wir eingetreten, ist ein weitn - Raum, an dessen vier ungleichen Seiten Säulengänge vorbeilaufen. Der Spitzbogen hat fit bei denselben mit oem Stalaktitencapitäl vermählt: auf den Leibungen prangt leichtfertig hir gemalter Blumenschmuck, und auf den Rückwänden sind rohe Architekturfresken — offene Halln mit getäfelten Böven und landschaftlichen Fernsichten — hier und da angebracht. Rechts firfc die zahlreichen Küchen, welche früher der großherrliche Hofstaat bedurfte, um der 40,OMI Dchsen Herr zu werden, die jährlich verzehrt wurden: kleine runde Gebäulichkeiten mit geschmak losen Blechhauben; links der Eingang zur Hirkai Scherif Odassi, der Kammer des heilia.'ii Mantels; vor uns das dritte Thor, Bab Seadet, das Thor der Glückseligkeit, das von weifiiri Eunuchen bewacht werden soll. Die Cypressen, welche allenthalben dicht gedrängt wachse, verleihen dem Platz einen friedhofähnlichen, aber durchaus nicht unheimlichen Anblick- Ehe Abdul Hamid sich auf den Thron zur Huldigung niederließ, begab er sich in Kammer des heiligen Mantels zum Gebete: sie trägt ihren Namen von dem Mantel d>2 Propheten, welchen dieser einem gewissen Keab schenkte, der sich nach langer Unbußfcrtigkcit zrm Koran bekehrte und einen Lobgesang auf Mohamed diesem zusandte. Außer dieser kostbarZi Reliquie befindet sich hier noch die heilige Fahne, deren Ursprung und Schicksal gleich toll: umfhittpi ist; der Bart des Propheten, den ihm sein Günstling, der Barbier Selman, riet dem Tode ab schor, einer seiner vier ausgeschlagenen Zähne und eine in einen Stein eingedruäcr Fußspur, die ebenfalls von Mohamed herrühren soll und während des Monats Ramafan m Abbildungen theuer verkauft wird. Dort verrichtete Hamid, als Nachfolger des Propheten, em langes und inbrünstiges Gebet. Denn der neue Sultan ist trotz seiner Reise nach Paris streng rechtgläubig, gar fanatisch, während Murad V. in gewissem Sinne ein türkischer Protestant w* Schooßkind jener Partei von Jungtürken war, welche mit den Reformen in der VerwaltU tx auch eine Lockerung der erstarrten religiösen Ceremonien herbeizuführen wünschten. Rach Beendigung des Gebetes verlas der Scheik'ül-Jslam die Huldigungs-Urkunde, worauf Hamid .ewrri Platz unter der Esplanade der Hintern Arcadenreihe vor dem Thore der Glückseligkeit einnayj Er ist ein unscheinbares Persönchen unter der Mittelgröße, mit wackeligem Gange. Wie Feierlichkeit selbst sich durch die Abwesenheit jeglicher Würde auszeichnete, so trug auch die Per,cr des zu Feiernden ein durchaus würdeloses Gepräge, welches noch durch die einfache und phillstrl't schwarze Tracht und den Fez, der dem Haupte nicht zu paffen schien, erhöht wurde. Hamirs Gesicht trägt den Stempel oer Strenge. Die Nase ist groß, spitz und gebogen; die Braum wölben sich breit und buschig über Augen, die thränenfeucht waren und tief aus ihren Hohlm hervorzutreten schienen, wie die Augen eines Fieberkranken; der Mund ist gekniffen und deutrt auf eine gewisse Energie, welche aber in dem ganzen Wesen des Mannes nicht bemerkbar i« Langsam und gefühllos ließ er sich auf dem breiten, massiv goldenen Thronsessel nieder. Uebi seinem Haupte hing ein goldener, mit Edelsteinen besetzter Apfel; zu seinen Füßen breitete P? eine dicke Purpurdecke aus. Leichthin grüßte er den Scheik-ül-Jslam und den Vertreter vc K. Grünebaum. 4445) Hartglas bei (4565 (4757 gj mann. Andr. Euler. Emil Fischbach. bei 4719) daß und Cylinder, Milchsaugflaschen und Wasserflaschen in L. Drand t, Wetzlar, Silhöferstraße. Abfallholz, per Ctr. empfiehlt Chocoladen der Kaiserl. H.6nlgL M- 14 „ 15 „ 1.50 „ 1.20 pract- Arzt in Kaldenkirchen vor- gelegt und wurde von denselben daß Fabricat bestens empfohlen. 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Die Expedition -cs Gießener Anzeigers. 2313) Sommerröcke, Hosen und Westen für Knaben und Herren, in allen Größen und Weiten, empfiehlt zu sehr billigen Preisen. H. Rfibsamen, Der Jubel in der Stadt war sehr mäßig. Bei dem Regierungsantritte Murad's wurde die Nacht zum Tage umgewandelt. Diesmal war um Zwölfe Alles zu Ende; die Lichter verloschen, und wenn etwas Außergewöhnliches zu nennen wäre, so würde es der Mordversuch an dem griechischen Vtceeonsul sein, auf den drei Pistolenschüsse von hinten abgefeuert wurden. Der Exsultan Murad hatte schon gegen Mittag Dolmabagdsche verlassen und sich nach Tscheragan begeben, wo er vorläufig bleiben wird. Was mit jenem geschehen wird, ist eine müßige Spekulation. Am besten für ihn wäre es, wenn ihn seine Krankheit bald hinwegraffte. Wird er wieder gesund, so erinnert sich Abdul Hamid vielleicht an jene Stelle im Koran: „Die Unruhe ist schlimmer, denn die Hinrichtung. Gott ist ohne Nebenbuhler; daher soll sein Stellvertreter auf Erden seinem Beispiele folgen und ohne Nebenbuhler sein." Uno Selim pflegte zu sagen: „Um das Vergnügen des Negierens zu genießen, muß man ohne Furcht sein." Es ist noch nicht so lange her, daß die Sultane die Gewohnheit aufgegeben haben, ihre Verwandten ums Leben zu bringen. Abdul Aziz hätte seiner Zett an Murad gern das alte Gewohnheitsrecht ausgeübt, wenn er den Muth gehabt. Die Regierung des ersten Abdul Hamid begann mit dem schmachvollen Vertrage von Kutschuk Kainardji im Jahre 1774, der die Türkei dem russischen Einflüße, den sie seitdem nickt wieder los geworden, überlieferte. Die Namen kommen vom Himmel, steht im Koran. Jetzt, wo die Lage des ottomanischen Reiches eine kritische ist, pflegt man sich der obigen Parallele zu erinnern. Hoffen wir, daß sie eine falsche sein wird.(Köln. Ztg.) 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Es drängten sich dann die Einzelnen heran, um ihm ihre Huldigung durch das sogenannte Bäsma, den Kuß einer Art von Stola, darzubringen. , . Der Handels-Minister Mahmud Pascha, der Schwager des Sultans, machte die Honneurs. Nack Ablauf einer Stunde zog sich Hamid in den dritten Hof zurück, wo der prachtvolle Thronsessel steht, der früher zum Empfang auswärtiger Botschafter diente. Die Menge stürzte nach, aber die Thore der Glückseligkeit schloffen sich hinter dem Sultan, welcher sich in einen naheliegenden Kiosk zum Mahle begab. _ t „ .,Tl, . . Die Feierlichkeit war zu Ende. Aus dem zweiten Hofe zerstreute sich allmählich dre Menge. Die geringeren Pasckas, welche nicht zum engeren Gefolge gehörten, verkürzten sich die Zeit mit Wassertrinken und Cigarettenrauchen; der Großmeister der Artillerie und Akif Pascha gingen nach Hause, die Uebrigen verzogen sich nach der Landungsstelle des Palastes, wo sich die aroßherrliche Barke auf den Fluten des Meeres schaukelte. Geduld ist der Schlüssel des Genusses, sagt ein arabisches Spruchwort. Wir warteten an drei Stunden auf das Wicdererscheinen Hamid's und hatten unterdeß Gelegenheit, die kaiserliche Barke in allen Einzelheiten zu studiren. Sie ist ein Vicrundzwanzigruderer. Ein vergoldeter Adler hält den Schnabel des Schiffes an güldener Kette fest; das Ende ziert ein purpurner Baldachin, geschmückt mit dem Halbmond und dem Stern und auf der Spitze mit einer vierseitigen goldenen Sonne. Die Lehnen bestanden aus durchbrochenem Silber; die Ki^en waren mit grauer, geblümter Sette überzogen. Die Ruderer trugen grauseidene gestreifte Jacken und weiße türkische Kniehosen, aus denen die braunen Köpfe und Waden malerisch hervorlugtcn. Die Oberruderer und Steuermänner waren in grünseidene gestickte Wämser gesteckt und behaupteten durch Erscheinung und Alter eine natürliche und graziöse Würde. Die Barke mit ihren Intasien war unstreitig der anmuthendste Anblick der ganzen Feier. Das Publicum war- spärlich gesät Von der Rhede hinauf nach dem Palastthore war Militär aufgezogen, Fußsoldaten und Retter; in der Mitte eine Menge räudiger Hunde, die sich weder durch Steinwürfe noch Fußtritte aus ihrer kraftlosen Gleichgültigkeit aufscheuchen ließen und die Ankunft des Sultans hartnäckig erwarteten. Er kam in seinem Vierspänner langsam den schiefen Plan herabgefahren. Langsam stieg er vor dem Damme aus, langsam und in sich versunken schritt er zur Barke, begleitet von den halbunterdrückten Segensrufen der Zuschauer. Das harte Gesicht, die steife Haltung und der düstere Anzug paßte wenig zur lachenden Pracht und eleganten Bewegung des Fahrzeuges. Der Wind blies vom Bosporus her und preßte die Barke so fest ans Ufer, daß sie nur mit holperiger Mühe flott gemacht werden konnte. Ihr folgten die Begleitungsboote mit dem Großvezir und Midhat Pascha in der Richtung nach Dolmabagdsche. Die türkischen Schiffe, reich bewimpelt und beflaggt, lösten wiederum Salutschüsse; von den Schiffen anderer Nationen aber schienen nur die österreichischen festlichen Schmuck angelegt zu haben. $ der K dein b-ll, J » „9r°6t Un J. 1 " mag $ Ql§ 6Uh 7/'" luftig Det dielen Und bide< M'nbe ttfuy d°r 1 teit und Fritz dn wußten. 6,t »nn nwchk, « Den gonlil ’.’Oen den fügten, rch d>- Stlbung ia Msschch imtn hat er W igneMldike^! iir7 xtich »en Dm 4 , ßbe bttfc:q tt $ala|i8®6? 1 t I nter»/' I jt, w >1 ctnbe »ein in fchlS Ung* .", mi-hen 3"« jauptbaut« (treten, '1* rangt (Ä eten - lebratt fte, 4leit<7^ Für die Abgebrannten in Brückenau sind bet uns etngegangen: N N- zu G- 1 M-; bei einem Geburtstagsfäßchen 1 M. 3 Pf.; H. W. 1 M.si G. W 5 M.; N. N. 5 M- Um weitere Gaben bittet dringend Die Expedition dieses Blattes. Wersteigerungen. Bekanntmachung. Dienstag den 19 September d. I., Nachmittags 2 Uhr, soll die diesjährige Obsterndte von den Säumen auf dem Schulverg, Gleibergerweg, Ebels Garten u. s. w. versteigert werden. Die Zusammenkunft ist im Oswald'schen Gurten auf dem Schulberg. Gießen, am 14 September 1876. (4760 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. A. B r a m m. Abonnements - Einladung auf den „Neuen Mainzer Anzeiger." Außer Local- und provinzialen Nachrichten bringt der „Neue Mainzer Anzeiger" täglich eine Uebersicht der politischen Ereignisse und von Zeit zu Zeit orientirende Leitartikel; ferner Handelsberichte und die telegraphisch mitgetheilten Course der Frankfurter Börse. Dem Sonntagsblatte liegt als belletristische Beilage die „Moguntia" mit der humoristischen „Mainzer Laterne" bei; auch sonst wird das Feuilleton besonders gepflegt. Ein Blick auf den „Neuen Mainzer Anzeiger" genügt, um die Ueberzeu- gung zu gewinnen, daß derselbe Annoncen aller Art bringt, die die weiteste Verbreitung finden: Bekanntmachungen der Behörden wechseln mit geschäftlichen Anzeigen ab; das Blatt kann somit zur Jnserirung auf's beste empfohlen werden. Abonnements auf den täglich mit Ausnahme des Sonntags erscheinenden „Neuen Mainzer^lnzeiger' nehmen alle Postanstalten des deutschen Reiches an, und es beträgt der Preis per Vierteljahr (ohne Bestellgebühr) M. t.60. Die Expedition des „Neuen Mainzer Anzeiger.^ Große Emmeransgaffe 26 in Mainz. Z Brennholz. Buckenscheitholz, per Meter inclusive Durchschneiden Buchenscheith., kleingemacht, per Ctr. Wilh. Balser. Weiße Vorhänge aller Art, Nouleaux, Drell in den sangbarsten Dessins, Anfertigung jede: Decorations-Arbeit in geschmackvollster Ausführung, bet (881 Th. Brück, Kanzleiberg. B 1. 4602) Ein noch gut erhaltener etnspänni- Iger Wagen zu verkaufen bei I Heinrich Vogt, Neuenweg B. 190. 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I. prolongirt oder ausgelöst werden, andernfalls dieselben zur öffentlichen In Giessen zu haben bei den Herren: «f, A. Busch Sohne, L. Kalkhof, Emil Fischbach, Apoth. Dr. Laubinger, Apoth. Dr. Mettenheimer, R. Göbel, Gg. Willi. Weidig, Apoth. Dr. C. W Hempel, 47587 Mehrere Taglöhner finden dauei Beschäftigung in der Kunstmühle von Ferd. Bur empfiehlt in besten Qualitäten die Material- und Ällir ächt wenn Eti(luette den Namenszug JL v. Liebig in blauer zur hiesigen Geflügel-Ausstellung am 17. und 18. September ä ZI0 Psft. sind bei Herrn L. Frohn- häuser, I. G. D. Bapft, L W. Plank, Neustadt, sowie in der (Kxp. d. Bltts. zu haben. 4664) Vier möblirte Zimmer, feitbej von Einj.-Freiwilligen bewohnt, sind per 1. October zu vermiethen F r- geibel, Frankfurter Hof. Matzat, Director der Landwirthschaftsschule (z. Z. in Sorau, Niederlaufitz). Verriii für beflügel-, Vögel- und Kaninchenzucht in Gießen. Ä. Ausstellung in der städt. Turnhalle Unter dem 6. d. M- ist mir von der Großherzoglichen Oberbaudirection zu Darmstadt die Markscheiderconcession für das Großherzogrhum er- theilt morden und halte mich daher zur Ausführung aller in das Markscheiderfach schlagenden Arbeiten bestens empfohlen. (4761 Ohr. Keller, Gartfeld. Philipp Dörr an der Heuchelheimer Straße zu Darmstadt übernimmt: Versicherung steigender Renten; die jährliche, lebenslängliche Rente aus einer ursprünglich 100 fl. betragenden vollen Einlage kann bis zu 150 fl. anwachsen und wird mit diesem Betrage an mehrere Altersklasien bereits ausbezahlt. Versicherung von Kapitalien zur Versorgung von Hinterbliebenen, auf den Todesfall zu Ausstattungen u. s. w., sowie von festen Leibrenten. Gelder zur statutenniätzigen Verzinsung mit 31/2 % und alsbaldigen Rückzahlung auf Verlangen. Die Anstalt gibt Darlehen auf Liegenschaften zu 5 °/0, sowie auf Werthpapiere. Lb Verloosung: Montag 9(benb 6 Uhr in Restauration E Lotz. (472#* das 21 n(innen t ------------------------—------1 ei, daß zu besondklei Versicherungsanträge werden entgegengenommen, Rechenschaftsberichte, Statuten und Prospecte unentgeltlich verabfolgt, sowie Aufschlüsse bereitwillig ertheilt durch den Bevollmächtigten der Anstalt I. P. Müller, Drucksachen- Verwalter, Neue Babnhofsstraße. (3512 J. P. Ritsert, UergofÖer. Wallthor 156. Empfiehlt sich im Anfertigen von Spiegeln, als Pfeiler- und ovalen Spiegeln, glatt und auf bas Schönste verziert. Confoltifche mit weißen und farbigen Marmorplatten. Bilder- u. Photographie-Rah- men in allen Profilen und Größen. Gallerien, Portierhalter, Gold- und antike Leisten in allen Holzarten in schönster Arbeit. Das Einrahmen von Bildern aller Art besorge anerkannt gut und billig. Bei Neuvergoldung obiger Ariikel sichere ich die schönste und billigste Ausführung zu und bitte um gütige Aufträge.(4517 Sehwalheimer Wasser per Krug 20 Psg. (Krug retour 10 Pfg.) empfiehlt (3110 Emil Fischbach. Gg. Willi. 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Entree 20 Pf., für schulpflichtige Kinder sm Montag Weychardt, Bürgermeister. 4630) Siegen 645, 12. Wetzlar 6« gw 9*5, 12, 4", 7, P. von Geflügel etc. yu Gieße« am 17. und 18. September P versteuernden M Orts-Comnussi, I«°der Wieche ei, j unter 40 Liter , 2uantitckk, y^liter getkchnel ________________ <<*ga: -* ■ S4 Idrvt Whtt.«Au« 1!l1™4 wasser mit sehr gutem Erfolg angerom* 7,.6e(l dkl Unit und bitte (folgt Auftrag). Mnnnheiw, L 'n kürzlich Ql|rf < Sept. 1875. Helene Vogelsang, Realgy^ Pim» rasiums-Directorin. Ferner: Mit VtWvrache U11k 101 flnüflen bescheinigt, daß ein Kind von br llhl, c ^OTteiun schrecklichen Augenkrankhett durch 3|r, ’ ° l)r. WhiteS Augcnwaffer ziemlich befri Qr' deren und sage Ihnen meinen innigsta hätte. CTUnl Dank. Landenbaulen, 16. Septemb. 185 to- <. Barbara Schad. Ferner: Vor etwa 2 JahrL. ,,s.- - 14. ß erhielt ich von Ihrem Dr. Whites Auge» , en$ Und faant • wasser und hat dasselbe meiner Frau wti ln9Un^(ofen cm verschiedenen anderen Augenleidenden sck Mächte di ch gute Dienste gethan. Laucuburg a. L, Türkei 8 Sept. 1875. F. Johansen- 1s ov * ^4 ( 5 Ä'V'"“ 6-1 _____________ALL"-1 A’j Buchhalter, Comptoiristch-uch p' ^Reisende, Lageristen und Verkäufer nen .^.^^gebur aller Branchen werden jederzeit nackstp r ' ‘^tlgen £)Qr lL wiesen und placirt durch das faufnw jn11 nische Bureau „Germania* zu Dresden . iu 4714) 1 auch x GlasergeseUen könnar ^rde, ja - ,/ElN, dauernde Accordarbeit erhalten bet F hatff J _______Valentin Herdt, Gießen. 7k Besch,^ 4713) Ein Mann, welcher in schristlicbepillvalt,in < ^ßaOfii Arbeiten gründlich erfahren ist, sucht unters des $tpJ? bescheidenen Ansprüchen-Beschästigung. xJ^^ben ferten bittet man bei der Exped. d. Blttl- ^Setfeh niederzuleaen. । 'M j Köln-Gichnier Dsh». Abfahrten von Gießen nach: hnbtt, J 1 Deutz 6«, 12, 4". Dem .'"W Dillenburg 6", 12, 4«, 9°. (2640 "Htnt^i "'S Uti 4677) In meinem Vorderhaus ist er. 470U) Eine möblirte Siube ist zu ver- miethen._______Asterweg Lit. A. Nr. 108. 4759) Em Familienlogis zu vernriethen K. Grünebaum. 47*27) Ein -braves Mädchen mit guten Zeugnissen, welches kochen kann und die Hausarbeit versteht, findet zum 1. Cctober Stelle. Zu erfragen bei Frau Schirmer, im Haute des Herrn Oppenheimer, Wallthor.________________________________ Don höchster Wichtigkeit für die Augen Jedermanns. Das echte Dr. Whites Augenwasser von Traugott Ebrhardt in Großbreitenbach in Thüringen ist seit 18*22 weltberühmt. Bestellungen hieraus ä Flacon 1 Reichsmark werden mir zugesandt durch Hrn. Fr. Bieler, am Kreuz. 4726) Ich suche einen jungen Mann für Neise und Comptoir I. Bernhardt.