Mittwoch, den 12. Januar IMG It o. » Anreize- und AMsiilM für den Kreis Gießen V31 Gießen, den 7. Januar 1876. !lbknds 8 Uhr, dkö. Ferner domidlirt in: durch tier Branche, Vogler ition Äzem, ! KagMu rß Mannheim, Metz, Münchw, Neüchatel, Um voraekommeue Reclamationen und Jrrchnmer zu beseitigen bitten wir die geehrten Inserenten aus Stadt und Kreis Gießen ihre Inserate gefl. uns direkt zukommen zu lassen. ______ Die Expedition Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Expedition: Schulstraße, Lit. B. Nr. 18. Bürger gebührend würdigen und alle weiteren Absonderuugs-Bestrebungen quV geben würde. Berlin, 8. Januar. In seinem nichtamtlichen Theile enthält^das heutige Militär-Wochenblatt einen bemerkenswerthen Aufsatz über den Schutz der deutschen Küste, der auch die furchtbaren und gewaltigen Abwehr-Vorkehrungen aufzählt und zu dem Schlüsse gelangt, daß die Landung eines namhaften Truppencorps an Deutschlands Küste nur von einer solchen Kriegsmacht geplant werden kann, welche im Landkriege das ganze Heer zu fesseln im Stande ist, während eine überlegene Panzerflotte die deutsche in ihren KriegShäfen blokirt und eine sehr zahlreiche Transportflotte ein Truppencorps nach den deutschen Küsten führt, dessen Abzweigung von dem Landheere dieses nicht empfindlich schwächt. Der Aufsatz zeigt dann, daß die deutsche Küste vor zukünftigen Gefahren gesichert ist. Berti«, 8. Januar. Aus Wien wird heute gemeldet, Frankreich habe definitiv seine Zustimmung gegeben, wie das von Italien schon geschehen ist mit, von England erwartet wird. Denn England hat bereits die Mäßigung der Andrafly'schen Vorschläge anerkannt. Die Zustimmung Englands ist um so eher zu erwarten, als in den Vorschlägen weder von einer Gesandten-Csn- ferenz, noch von einer anderen Aufsichtsbehörde die Rede ist. Die Haltung der englischen Presie läßt ebenfalls nichts Anderes erwarten. Aus der bayerischen Rheinpfalz, 9. Jan. Eine anerkennenswerthe Reform streben die Manufacturwaaren-Händler in Kaiserslautern an. — Acht Manufacturisten veröffentlichten nämlich eine Erklärung, wonach sie vom 20. Januar ab keinerlei Papiergeld ans Gulden- oder Thalerwährung lautend, außerdem auch keine Coupons irgend welcher Art mehr in Zahlung nehmen^ und ausländisches Gold nur zum festen Conrse von 16 Mk. für 20-Frcs.-Stücke machen zu lasten. Gießen, den 5. Januar 1876. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Hoffmann, Regiernngsratb. Deutschland. Darmstadt, 10. Januar. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 3. Januar dem Steuercommistär deS Stenercom- miffariats Ober-Ingelheim, Ludwig Süffert, in gleicher Diensteigenschaft das Steuercommistariat Gießen zu übertragen. Friedberg, 8. Januar. In unserer Stadt besteht eine achtclassige evangelische und seit 1862 eine einclassige katholische Volksschule. Letztere ist von dem Bischof von Mainz gegründet und durch die katholische Gemeinde und Staatszuschüste unterhalten worden, während die Stadtgemeinde Friedberg selbst jederzeit gegen Gründung und Bestand Vieser Confessionsschule Verwahr rung eingelegt hatte und zu den Kosten derselben bis zum vorigen Jahre nicht herangezogen werden konnte. Auf Grund der neuen Schulgesetzgebung wurde jedoch die Stadt Friedberg genöthigt, von 1875 an die Kosten der katholischen Schule zu übernehmen, und gab dieser Umstand Anlaß, daß die Gemeindevertretung den Antrag auf Einführung der Communalschnlen stellte. Bet der gestrigen Abstimmung, bei welcher, wie das Gesetz will, die kleine katholische Gemeinde die gleiche Zahl von Stimmberechtigten stellte, als die große evangelische Gemeinde, wurde der Antrag des Stadtvorstandes, auf Einführung gemeinsamer Schulen, mit 21 gegen 18 Stimmen angenommen, und hat sich damit unsere Stadt dem Vorgehen von Mainz, Darmstadt u. a. Orten erfreu licherweise angeschloffen. Ob die katholische Confessionsschule versuchen wird, sortzubestehen, nachdem sie jetzt nur aus ihre eigenen Mittel angewiesen ist, bleibt abzuwarten; im Jntereffe des friedlichen Zusammenlebens der Bürger und einer guten gemeinschastltchen Bildung und Erziehung der Jugend, würde e- liegen, wenn man die getroffene Entscheidung auch Seitens der katholischen Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Betreffend: Das Ersatz-Geschäft für 1876. - - Mit Bezug auf die Bestimmungen der Deutschen Wehr-Ordnung, fordern wir alle im Jahr 1856 geborenen Militärpflichtigen, sowie die in.früheren Jahren gebornen, welche sich noch nicht zur Musterung gestellt haben,' oder welche hinsichtlich ihrer Verpflichtung zum Eintritt oder ihrer Befreiung vom Militärdienste noch keine definitive Entscheidung erhalten, und entweder im Kreise Gießen ihren gesetzlichen Wohnort haben, oder in demselben als Studenten, Gymnasiasten und Zöglinge anderer Lehranstalten, oder als Haus- und Wirthschaftöbeamte, Handlungsdiener, Lehrlinge, Handwerksgesellen, Lehrburschen, Dienstboten, Fabrikarbeiter oder in ähnlicher Eigenschaft sich aufkalten, hiermit auf, sich behufs Eintragung ihrer Namen in die Stammrolle in der Zeit vom 13. Januar bis zum 1. Februar I. I. bei der BürgermeMrei ihres gesetzlichen Wohnortes, beziehungsweise ihres Aufenthaltsortes, zu melden und dabei, wenn sie an diesem Orte nicht geboren sind, ihren Geburtsschein und wenn sie bereits bei einer früheren Musterung concurrirt haben, ihren Loo- sungs- und Gesteüungsschein vorzulegen. , , Wir machen zugleich darauf aufmerksam, daß Diejenigen, welche die Anmeldung unterlassen, zu gewärtigen haben, daß sie mit einer Strafe bis zu 30 Mark belegt, von der Theilnahme an der Loosung ausgeschlossen und ihrer etwaigen Ansprüche auf Zurückstellung rc. verlustig erklärt werden. Bezüglich derjenigen Militärplichtigen, welche zur Zeit abwesend sind, sind deren Eltern, Vormünder, Lehr-. Brod- und Fabrikherrn zu diesen 9ln= meldunge^ver^flirdtt^^^^E^ Bürgermeistereien des Kreises werden beauftragt, Vorstehendes in ihren Gemeinden noch besonders auf ortsübliche Weise bekannt Betreffend: Die Ausführung des Gcsetzes über das Besteuerungsrecht der Kirchen- und Religions-Gemeinschaften. ' Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großherzoqllchen-Bnrqermeistereien des Kreises. Nach einer Mittheilung des Grohberzoglichen Steuercommissariats Grünberg haben erst ganz wenige und meist nur die Bürgermeistereien, welche noch mündlich erinnert worden sind, die in unserem Amtsblatt vom 22 v. M- enthaltene Auflage vollzogen. Wir tragen Ihnen daher wiederholt die sofortige Erledigung auf und werden im Nichtbefolgungsfalle ohne Weiteres Disciplinarstrafe eintreten lassen, v. Röder. Zchrnien GrA Han- Veröffentlichung ihrer » ipi \ 16 ?Llf __ (197 ’ ‘rein. ... W" lf8>'a I (193 Kaffer NN«- jürid). Gießen, den 10. Januar 1876. Betreffend: Die Ableistung des Verfassungs-Eives vom IV. Quartal 1875. Das Großherzoglrche Krelsamt Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien Allertshausen, Climbach, Geilshausen, Göbelnrov, Harbach, Lauter, Lindenstruth, Londorf, Odenhau-sen, Queckborn, Rüddingshausen, Saasen, Stangenrod, Weickartshain und Weitershain. Unter Hinweis auf unsere.Verfügung vom 29. December 1874, Anzeiger Nr. 5 von 1875, sehen w.r Ihrer umgehenden Berichts-Erstattung in obigem Betreff entgegen. ‘.7 • - m . < v. Roder. ' .Vlt (207 llkun-f. ' de«. 77----Mo ■‘Hebe x«*1 ;. und 20 Mk. für englische Sovereigns. Schlösse sich der ganze Handelsstand diesem energischen Vorgehen an, so kämen mir rasch und leicht jur reinen Markrechnung, deren Wohlthat erst dann allgemein geschätzt werben wird, wenn die süddeutsche Münze mit ihrer peinlichen Umrechnerei verschwunden ist. — In Harxheim (Zellerthal) ist in der Neujahrsnacht die protestantische Kirche nie- dergebrannt. — Auch das Landgericht Homburg bat dieser Tage zwei Kaufleute wegen Verkauss gefälschten Pfeffers zu Geldstrafen verurtheilt. — Die Gemeinden Kalkofen und Windenborn in der Rheiupsalz, welchen in benachbarten Staatswaldungen verschiedene nicht unbedeutende Forstberechtigungen zugestanden, haben nunmehr diesen Walddistrict unter Verzichtleistnng auf ihre Rechte und gegen Herausbezahlung einer Summe von etwa 26,000 fl. vom Staat als Gemeindewald an sich gebracht. München, 8. Januar. Die Rückkehr des Königs von Hohenschwangau nach München ist auf den 27. d. Mts. in Aussicht genommen. — Der Papst hat in den letzten Wochen gegen die vermeintliche Verletzung des mit Bayern abgeschloffenen Concordats, welche in der Einführung des Reichsgesetzes zur Beurkundung des Personenstandes, resp. der Civilehe liegen soll, feierlichen Protest erhoben, und diesen Protest nicht durch seinen hiesigen Nuncius der Regierung überreichen, sondern in Rom dem bei ihm beglaubigten bayerischen Gesandten, Grafen Paumgarten, zustellen lasten. Hesterreich. Wien, 8. Januar. Die amtliche „Wiener Ztg." veröffentlicht die Er- nennnug des Domherrn Romaszkan zum armenisch-katholischen Erzbischof von Lemberg. — Das „Fremdenblatt" kann auf Grund eingegangener Erkundigungen positiv versichern, daß die Sensations-Depesche des „Standard", wonach die Reserven der österreichischen Armee angeblich einberufen worden sind, jeden Grundes entbehrt. Es wurden, wie das „Fremdenblatt" hinznfügt, weder Reserven einberufen, noch Vorbereitungen zu einer etwa bevorstehenden Einberufung derselben getroffen. Wien, 8. Januar. Die französische Regierung hat ihre bedingungslose Zustimmung zu der Note des Grafen Andrasty hier notificirt und ihre Gesandten in London und Rom angewiesen, in gleichem Sinne zu wirken. Wien, 10. Januar. Die „Wiener Abendpost" ist ermächtigt, die Nachricht der „Times", daß der österreichisch-ungarische Botschafter in Konstantinopel der ortomanischen Regierung von dem Inhalte der Circular-Depesche vom 30. December vertraulich Kenntniß gegeben habe, für grundlose Erfindung zu erklären. Auch die „Polit. Corresp." bezeichnet die ganze Version als vollständig grundlos, denn der vereinbarte Reform-Entwurf konnte nicht von Oester- reich-Ungarn in dem Momente zur Kenntniß der Pforte gebracht werden, wo bezüglich destelben die diplomatische Action bei Frankreich, England und Italien eingeleitet worden sei. Arankreich. Paris, 8. Januar. Die „Agence Havas" meldet: Die Note des Grafen Andrasty ist der Türkei noch nicht officiell mitgetheilt worden; aber die Communication derselben wird wahrscheinlich sogleich erfolgen, wenn die Unterzeichner des Pariser Vertrages eine Uebereinkunft getroffen haben werden. Wenn sich Frankreich und England noch nicht officiell ausgesprochen haben, so scheint Diefe Verzögerung einzig und allein von der augenblicklichen Abwesenheit des Lord Derby von London herzurühren. Paris, 8. Januar. Der Cardinal-Erzbischof von Paris hat ein Rundschreiben seiner Diöcese erlasten, worin er sie auffordert, Beiträge zu den Kosten für die Gründung der katholischen Universität zu sammeln. Er sagt unter Anderem: „Es ist nothwendig, daß persönliche Schritte gethan werden bei solchen Personen, denen Gott die Vortheile und die Verantwortlichkeit eines großen Vermögens verliehen hat; man muß ihre Aufmerkamkeit hinlenken auf den Charakter einer solchen Stiftung, auf deren Bedürfnisse und Wohlthaten; das Maß und der Modus der verlangten Unterstützung muß mit voller Sach- kenntmß ergründet und festgestellt werden, andernfalls würde aller Grund da sein, zu befürchten, daß die Mittel, auf welche man rechnet, bei Weitem unter den dringendsten Bedürfnissen blieben." Der Erzbischof rechnet, daß für jeden Lehrstubl mindestens 100,000 Frcs. nöthig sind, und fordert nun seine Getreuen aus, möglichst üie( Geld zusammenzubetteln. Wer tausend Frcs. gibt, bekommt den Titel eines „Wohlthäters" der Pariser Universität; wer zehntausend gibt, wird „ausgezeichneter Wohlthäter"; wer hunderttausend gibt, wird „Gründer." Paris, 9. Januar. Die heftigen Artikel des „Soir" und des „Fi- garo" gegen bett' Finanz-Minister Leon Say machen großes Aufsehen. Die „Debats" schweigen, der orleanistische „Soleil", kein Freund Leon Say's, fragt, ob der „Figaro", wie schon öfter, inspirirk-sei; das sei interestant zu erfahren, um Tragweite und Folgen dieser Angriffe ermesten zu können. Laut „Moniteur" hatte Leon Say gestern zwei Privat-Audienzen wegen der Figaro- Artikel. Das Ergebniß der betr. Unterredungen ist unbekannt. Eine Minister- Knsis wäre jedoch nicht unmöglich. Die Einigkeit im Cabinet ist keinenfalls groß, da, während Buffet Die officiellen Candidaturen entschlossen betreibt, Dufa.ire und Leon Say und jetzt auch der Unterrichts-Minlster Wallon ihre unter ihnen stehenden Beamten aufgefordert haben, sich einer jeden Betheiligung an der Wahlagitation zu enthalten. — Dem „Moniteur" zufolge wird Prinz Napoleon in Ajaccio gewählt werden, da alle bouapartistischen Demokraten, die Republikaner und die con stitiitionellen Monarchisten aus Feindschaft gegen Rouher für ihn stimmen werden Da den Bonapartisten die hinreichenden Geldmittel aus Chiselhurst nicht zugegangen sind, so werden jetzt in ganz Frankreich Geldsammlungen zur Be- ftreitnnaen der Wahlunkosten veranstaltet. Paris, 10. Januar. Das „Journ. des Debats" sagt, daß eine Minister Nrisi bevorstehe, da die Minister sich nicht darüber verständigen könnten, welche Candldaten von der Regierung bei den Wahlen zu unterstützen und welche Älltancen zu bewerkstelligen seien. Belgien. Brügel, 9. Januar. Die „Jndep. beige" meldet: Zwei Bataillone Carabliuer linb in verflossener Nacht nach Charleroi abgegangen, woselbst der Stuke fortdauert. Die Brüsseler Garnison erhielt den Befehl, sich bereit zu halten. Brüssel, 10. Januar. Die „Jndep. belge" erwähnt unter ausdrück- Uchem Vorbehalte eines Gerüchts, wonach gestern Abend ernste Ruhestörungen in Coarleroi das Einschreiten des Militärs nothwendig machten, so daß es mehrere lobte und Verwundete gegeben habe. Eine Schwadron Guiden ist von hier nach Charleroi abgegangen. 1 Italien. Rom, ?0. Januar. Die „Agencm Stefani" meldet: Die Note Andraffy s ist dem Munster,um am 4. d. Mts. mitgetheilt worden. Die italienische Regierung hat erklärt den von Deutschland und Rußland unterstützten Anschauungen beä Grafen Andrassy beizt,treten. Alles läßt hoffen, daß die Uebereinstimmung der sechs Garantie-Mächte die türkische Regierung vermögen werde, Rathschläge anzunehmen, welche ihre Würde nicht verletzen um auf solche Art eine ernsthafte nnd feste Bürgschaft für den europäischen Frieden zu gewähren. u England. e. < 7* Januar. Epiphanias wird hier zu Lande kaum als ein kirchlicher Feiertag begangen, indeffen spielt sich an diesem Tage in der Hofcapelle zu St. James eine historisch ganz intereffante Scene ab. Seit langer Zeit — seit wie lange, scheint, schwer zu ermitteln — bringen die Könige oder Königinnen von England, dem Beispiel der heiligen drei Könige folgend an biefem Tage eine Gabe von Golb, Weihrauch und Myrrhen dar. Früher geschah das hochfeierlich in Person, mit Begleitung des ganzen Hofstaates. Seit der Zeit Georgs des Vierten schon geschieht das Opfer — in steter Abwesenheit des Landesfürsten — durch Stellvertreter aus dem Hofstaate. Gestern leitete der Bischof von London, in seinem Amte als Decan der königlichen Capellen, den Gottesdienst und nahm von zwei Hofbeamten das Namens der Königin dargebrachte Opfer in einem rosa Atlastäschchen entgegen. Dazu sang ber Chor das Lied: „Alle Könige sollen vor Ihm niederfallen, und alle Völker sollen Ihm dienen." „ London, 10. Januar. Die Regierung richtet, der Genfer Convention geniäß, ein Linienschiff zum dauernden Hospitaldienst ein. — Sir Anthony Rothschilds Begräbniß hat gestern unter außergewöhnlicher Betheiligung statt- gefunden. — Im Auftrage des Kriezsamtes beräch eine Officier-Commission, der schleunige Erledigung anbefohlen ist, über die Recrutirungs- und Militär- Pensionsverhältnisse, um dem Mangel an Mannschaften abzuhelfen. London, 10. Januar, Einer Depesche aus Philadelphia zufolge wird in amerikanischen Regierungskreisen in Abrede gestellt, daß die Concentrirung der amerikanischen Flotte in Port-Royal eine Aenderung der Politik in Bezug auf Cuba bedeute; es gelte vielmehr die Ausführung des alten Projects, statt des ungesunden Hafens von Kevwest, Port-Royal zur Marine-Station zu machen. Amerika. New-Aork, 9. Januar. Die Journale wollen wiffen, daß in Port Royal (Süd-Carolina), welches von der Regierung zur Haupt-Station des im nördlichen Theile des atlantischen Oceans stationirten amerikanischen Geschwa- ders ausersehen ist, Kriegsschiffe concentrirt werden, um, wie die Journale meinen, allen aus der Cuba-Angelegenheit hervorgehenden Eventualitäten zu begegnen.______________________________________ Lokal-Notiz. Gießen, 11. Jan. Zur Berichtigung des in Nr. 8 dieses Blatter unter „Vermischtem" abgedruckten Artikels über die Führung der statistischen Register durch die Standesbeamten, welche darin irriger Weise als Errungenschaft des neuen Civilstands- gesetzes dargestellt werden, erlauben wir uns, Ihnen den darauf bezüglichen Passus ver Verhandlungen des Reichstages zuzusenden. Der Abgeordnete Miquel, Mitglied der parlamentarischen Centralcommission für Statistik sagte damals unter anderem Folgendes: w - Es wurden damit die Fragen, welche das statistische Bureau stellen wollte, als obligatorisch von den Standesbeamten zu beantwortende Fragen in der Centralcommission der Statistik geradezu abgelehnt .... Ich muß dabet allerdings erwähnen, daß das, was das Bureau wünscht, bis dahin in Preußen üblich war, daß unsere Kirchenbücher, welche von den Geistlichen bis dahin geführt wurden, das Betreffende beibrachten, (NB Bei uns in Hessen wurden auch die erwähnten statistischen Register von den Geistlichen bisher obligatorisch unter strengster Controle öer Kreisämter geführt) und daß eS höchst bedauerlich ist im Interesse der Statistik, daß wir zur Zeit keine Mittel haben, auch zwangsweise solches zu fordern." Derselbe Redner fügt allerdings hinzu: „Ich hoffe, daß da, wo es sich um bloße Statistik handelt, die Standesbeamten den mit ihren Verhältnissen möglichst verträglichen guten W'llen haben werden"; während der Abgeordnete Lasker mit Bezug auf die in Preußen den Standesbeamten angemutheten Arbeiten bemerkt: „Die Aufgaben, die im statistischen Interesse vorgeschrieben sind, gehen über die Befugnisse ber Verwaltungsbehörde hinaus; und wenn eine Ordnungsstrafe angedroht worden, so ist dies nahezu ein Amtsrnißbrauch." Man sollte demnach doch die Geistlichen, die bisher ohne Murren all' das gethan haben, was hier den Standesbeamten gegenüber als eine unzulässige Ueberbüroung bezeichnet wird, nicht noch schlechter behandeln, als den Mohren im Fiesko, d:m man doch, a(5 man ihn gehen hieß, anerkannte, daß er seine Schuldigkeit gethan. Aber freilich: Undank ist der Welt Lohn! — Q — Vermischtes. — Allabendlich bet der Schließung der T»ore des Londoner Towers inbet eine wunderliche Formalität statt. Der Tow.'rwärter, bie Schlüssel in der Hand und von zwölf Mann unter dem Commando eines Sergeanten und eines CorporalS begleitet, geht von Thor zu Thor. „Wer da?" ruft natürlich die Wache die Vorüber- kommenben an. „Die Schlüssel!" Welche Schlüssel?" „Die Schlüssel ber Königin Victoria*. „Schlüssel der Königin Victoria, passirt!" erwidert der Posten und die Schlüsselwache geht weiter. In Spur-Gabe stellen sich ber Sergeant und feine Mann- chaft in Reih und Glied, und piafentiren vor den Schlüsseln das Gewehr. Der Lowerwärter entblößt fein Haupt und spricht: »Gott segne die Schlüssel der Königin Victoria!" „Amen!" erwidert die Mannschaft und die Zeremonie ist zu Ende. Vor einiger Zeit wurde ein schismarischer Grenadier auf drei Tage in Arrest gethan, weil er bei der Gelegenheit nicht hatte Amen sagen wollen. Zu seiner Vertbeidigung sagte der Grenadier: „Der Königin Victoria wünsche ich's von Herzen, daß sie Gott segnen wolle, aber was die Schlüssel des Towers mit dem Segen anfangen sollten, das weiß ich nicht." — Es kommt wohl öjters vor, daß man sich auf die Jagd nach lebenden Hühnern begiebt: eine „gebratene Hühn erjagd" dürfte indeß zu den Seltenheiten gehören; und doch war ein Haus in der Landsbergerstraße in Berlin dieser Tage Zeuge einer solchen. Einer jener braunen Söhne Slavoniens, welche als geborene tfanbe aller Mäuse und Ratten, Fallen feilbietenb die Welt burchziehen, wollte näm- ila) im besagten Hause sein Heil versuchen. Eine Corriborthür in ber zweiten Etage offen finbenb, trat er in dieselbe und einem ihm entgegenströmenden Dufte folgend, fand er den Weg in die Küche. Wer beschreibt aber feine Empfindung, als, auf dem seinen Blicken sich ein riesiger Vutenbraten darbietet, saftig, braun, ein rostllches Aroma ausdampfend, und — von keiner menschlichen SeAe bewacht. „Wie," so philosophirte er, „hat die Natur in diesem irdischen Jammerthal nicht auch mir ein Anrecht au| Putenbraten gegeben?" „Ja wohl", mochte die Antwort lauten, denn er " Wen ist ,lgm als ein ' b' sw U*aer tl( Äinijt oder fr ¥«■ « S-- " Hwttä. S,it ln ft«et 16t*, V°ntaiti @(ft(tn ln dtt Knigli^en n $anun$ her Wrn- Drju sang !n- und allt Völker Tenjn Konvention "* Änthony ,.?rtheilizung statt. /mcieT.Sommiiüon, Rs* und MMr« jubdfen. ■flrbia jufolge wird * tu Koncenttirung r Politik in Bezug ilten Projects, statt Sinne.Station zu 'Itet: « A-.H xg» »•* L T-.sten, daß in Port ^t'Station des im nkamschen Teslhwa« Tie die Zournale n Koentualititen zu Blane» unter ,5er. r. Ber durch die ntufli SioilitnnbS. >ch:n PAs rf Mquel, [Hili unter anderem {•jreau stellen wollte, •r.5e Fragen in der pureau wün'djt, btt von den Seistli-Heu n> ii Hesten wnrdm n b ! I j A I O r 1 IS b t\ bed-uerlich ist ,/ fl4 zloangsweise ,^cnd, , r.^deSbeamten ^n Am- Jährend der ;.V-n memut&W" '^'.eiLnedensl""' = ;«£SS LS hier den tt flifö' ‘■'v\ViS min ihn „,T ron>er° '■"„.a >srp^/' • Sorubel- L tköniglN i,fl u"d die : ll^Wnn- «S •tF^an, *"d,Lun| '"te \ " z-i; p, 1 oll'' ^e flriff -u und war eben im Begriff, mit der Beute zu „verduften", al- die EigenthÜmerin derselben, welche nur auf einen Augenblick zur Nachbarin gegangen und die Thür so lange offen gelassen hatte, in ihre Wohnung wieder zurückkehren wollte. Wie sie den jferl die Treppe herunterstürmen sieht, riecht sie sofort den Braten, und rasch entschlossen, jagt sie ihm nach, am Fuge der Treppe ihn einholend und festhaltend. Nun entspinnt sich ein kurzer aber wüthender Kampf um den Puter, der damit endigte, daß die resolute Frau dem Räuber den Braten wirklich entwand, bis auf eine Keule, melde dieser in der Hitze deS Gefechtes dem gebratenen Thiere ausgerissen hatte und womit er, wie da« „N B. T " erzählt, ehe Jemand zu Hilfe kam, gleichfalls ausritz. Literarisches. Die beiden neuesten Nummern der Jllustrirten Frauen-Zeitung verk. M auf- I gef- M P. auf-, gef- i I -I perf. M P- auf. | gef- i verk. M!P. M P. M P. Gietzen Alsfeld Grünberg Lauterbach Mainz Nc 8. 7. lrmalge M- 5 wicht M. 5 589 2 per tt 19 10 20 M S 75 29 37 ilti ®2 ii i i ______________*<- • 1 M. 17{ 145 0,90 5 Waizc Mai 16 8 16 18 n nz 70 25 200 er M. _U , Ko und M. Ul’ 5,« m 18 Lau 16 8 15 0, t e 29 10 46 Ge rb M- rfte 1 a ch iH Illg. spe ret 1 1 1 1 I - M. 19] and »erste M. 191 127 2,70 2 Öafer hen s 10 8 15 18 D ch 29 29 23 25 ro, zu M. 2* Erbs 200 M. 31 24 1/50 m, L Pfd., 18 10 20 ns« d 10 90 86 ’n, e M. Wick )0N ( M. m 22 9rüi 0, ub Ka er M. rtoffe 3 zu M- In 2t 50 ) 0, klg M r M. -hl 1< M- I0Ps 6 UN d. — Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. 178) Die nachbenannten städtischen Gelder als: 1) Schulgelder pro IV. Quartal 1875 und 2) Communalsteuern 4. Ziel 1875 können noch in den nächsten 8 Tagen an den Zahltagen Dienstag, Donnerstag und Samstag kostenfrei zur hiesigen Stadtkasse bezahlt werden. Gießen, den 8. Januar 1876. Der Stadt-Rentmeister: Enders. Mesondere Mekanntmachung. Bekanntmachung. Zur Bezahlung der Zinsen, welche von den bei der hiesigen Spar- und Leihkasse angelegten Kapitalien am Ende dieses Jahres fällig werden, sind nachstehende Termine festgesetzt, und zwar: 22. Mittwoch dm 12. Januar 1876, 23. Donnerstag „ 13. „ „ 24. Samstag „ 15 „ „ Die Interessenten werden daher auf; gefordert, die Zahlungen an diesen Tagen in Empfang zu nehmen undhierzu durch Vorzeigung der Schuldscheine sich zu legtthniren. Zugleich wird bemerkt, datz die auf den Donnerstag fallenden Zahltage für die Interessenten der Stadt Gietzen, dagegen die übrigen Zahltage für die Auswärtigen bestimmt sind. Die Herren Bürgermeister werden ersucht, dieses in ihren Gemeinden auf ortsübliche Weise bekannt machen zu lassen. Gietzen, am 28. November 1875. Der Rechner der Spar- und Leihkasse; Kehr. 3 Aeilgevotenes. Schuhmacher-Leisten, Werktisch, Walkhölzer und dergleichen mehr, verkauft (205 __________________________A. Docter. Steinkohlen, Prima-Qualität, bei Carl Demuth, . 151)______Neuenweg B. 183. Veilchenbouquets in jeder Größe bet (88 Carl Deines. Korksohlen Z Willi. Weidiy. 215) Eine Scheuer, ungefähr 28' lang 34 tief und 22' hoch, ist auf den Abbruch M verkaufen. Carl W e i b i g, Bierbrauer. Frischt LchrUflschr treffen heute ein. (221 I. A Busch Söhne. RosrnapotheKe Frankfurt a. M. 70 Pf. Preis n«cht allzususs^ 70 Pf. 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Von Dr. Dyrenfurth. — Ein Opfer. Novelle von F. L- Reimar. (Fortsetzung.) — Am Familtentische: Am ersten Tage des jüdischen Neujahrsfestes. Zu dem Bilde von W. Stryow^kt: Das Taschlich (Wasscrgebet) am jüdischen Neujahrsfeste. — Spatzen vorm Fenster. Mit Ortginalzeichnung voll S- Dahl: Vor des reichen Mannes Fenster — Der deutsche Städtesaal im Germanisier Museum zu Nürnberg. Von Felix Dahn Zu Bestellungen empfehlen sich: die Ferber'sche Univ-Buchhandlung. E. Heinemann, I. Ricker. \ gegen überder Hauptwache | i R-ßmarkt 2 und 4 \ Aermietssungen. 137) Eine frequente Wirthschaft mit meb reren Zimmern ist zu verpachten und kann sofort übernommen werden. Näheres bei I. Blitz. 133) Im 3. Stock des (S af6 Ebel ist ein Familienlogis per 1. März zu vermiethen 87) Der untere Stock n eines Hauses ist zu vermiethen. Carl Em melius. I 169) Ein möblirtes Zimmer mit Cabinet zu vermiethen Wallthorfiratze Nr. 137. 214) Versetzungshalber sind 2 Familien» logis gleich oder bis zum ersten März beziehbar. A- R ü s i n g ______________in der Nähe des Bahnhofs. 203) Eine kleine Mansardenwohnung und einige Zimmer mit und ohne Möbel sind zu vermiethen. Seltersweg Lit. C- Nr 183___ 21)1) Der dritte Stock in meinem Hause ist zu vermiethen und bis 1. April Kaufmännischer Verein Frankfurt a. M. Unser Bureau, daß die Herren Chefs kostenfrei bedient, vermittelte im abgel. Jahre, (auch Nichtmitgliedern) über 1000 Commis- u. Lebr- lingsstellen.'[2018](9» Oberhessisch- Gesellschaft für Matur- niih Heilkunde. Die Generalversammlung wird besonderer Hindernifi ä Der Hsraefitifdje Zote ss. Redacteur und Herausgeber Moritz Baum in Bonn. Abonnementspreis vierteljährlich Mrk. 2, Ausland Mrk. 2,50. Inserate 10 Pfg. die Zeile, Wiederholungen nach Uebereinkunft billiger. Cultusbeamte erhalten auf ausdrückliches Verlangen das Blatt gratis, können auch grafis 2mal annonciren, insofern solches Bezug auf ihre Stellung und ihr Amt $at Bestellungen nehmen alle Postanstalten und Buchhandlungen entgegen. Direkte Bestellungen sind außer an den Herausgeber zu richten an die , Langen sche Buchdruckeret in Coln. 216) Auf die Domäne Schiffeubergj bei Gießen wird zum sofortigen. Eintritts ein tüchtiger Knecht bei Ochsenfuhrwerk! gesucht. Lohn 150 Gulden. Schiffenberg. Carl Lynker. 38) Ein braves Mädchen, bas in Haus-! und Küchenardeit schon etwas erfahren ist,' wird gesucht bei Christian Frech. Corsetten. Den geehrten Damen und meinen rüheren Gönnerinnen in Gießen die ergebene Anzeige, daß ich wieder alle Arten Corsetten fertige. Aufträge nimmt Herr Frohn Häuser ür mich entgegen, und werde zeitweise nach Gießen kommen. Grimberg, im Januar 1876. (208 Hochachtungsvoll Frieda Weifenbach, geb. Strobel. 199) Auf dem Wege von Wenzel's Garten bis auf das Kreuz ist ein goldenes Medaillon verloren worden. Der redliche Finder wird gebeten, dasselbe an die Exped. d. Bltts ablicfern zu wollen. Eine gute Belohnung wird zugesichert._______________ 102) Diejenigen „Einwohner der Sonnenstraße und den Neuen Bäuen", welche etwa in der Nacht des U v Mts., zwischen 12 und 1 Uhr, „im höchsten Grade" in ihrer Ruhe gk' stört worden, werden dringend gebeten, sich bei der Exped. bis zum 16. d. M zu meld em___________________________ Pferdekauf 185) Im Thi erspitale der Großherzoglichen Veterinäranstalt zu Gießen werden alte abgenutzte Pferde gekauft. Gießen, 7. Januar 1876. Die Direktion der Veterinäranstalt. Prof. Dr. Pflug. vermischte Anzeigen. 209) Ein ständiger Tagelöhner gesucht zur Wartung eines Pferdes für 48 fr. bis 1 fl. pr. Tag. Näheres bei Karl Pietsch, NahrungSberg. /T " Pf f OCT C £ * in 12 Größen, neuester und bester Aackjel - Magmen rxvazx von Rm. 73 an franko jeder ohneRäderauswechsluvg2 bis Bahnstation. 5 Längen Häcksel- 10 Silberne und andere Preis-Medaillen wurden uns im Jahre 1875 für vorzügliche Leistungen und Neuheiten aus verschiedenen Ländern Europas zuerkannt. Man wende sich schriftlich an 1*11. Mayfartll